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Geschichte im Ausnahmezustand

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? 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Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Geschichte im Ausnahmezustand Vier Thesen über Corona und die gesellschaftspolitischen Folgen

Martin Sabrow

/ 11 Minuten zu lesen

Das Corona-geprägte Jahr 2020 „steht in einer künftigen Geschichtsschreibung für einen tiefgreifenden Wandel der politischen Kultur", prognostiziert der Historiker Martin Sabrow. Doch in welche Richtung? Nicht im staatlichen, sondern „im gesellschaftlichen Ausnahmezustand“ könne „die eigentliche Zäsur unserer Tage“ liegen, reflektiert der Historiker und stellt vier Thesen zur Diskussion.

Aushang an einer aufgrund der Corona-Pandemie geschlossenen Kneipe in Berlin-Mitte im Frühjahr 2020. (© bpb/kulick)

I. Ist der Vergangenheit zu gedenken nicht mehr systemrelevant?

Es ist nicht die Stunde der Historiker. In die politische Abwägung der geeignetsten Instrumente zur Eindämmung der mit dem Corona-Virus ausgebrochenen Seuche sind neben Virologen und Epidemiologen vor allem Ökonomen und Soziologen eingebunden. In der Diskussion um die Priorisierung politischer und medizinischer Maßnahmen werden ethische und philosophische Argumente abgewogen, kaum aber historische. Auch in der Denkschrift „Coronavirus-Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden“ der Leopoldina, die der Entscheidung von Bund und Ländern über die Verlängerung des gesellschaftlichen Stillstands am 19. April 2020 zugrunde lag, wurden historische Perspektiven nicht ausgelotet.

Zu demselben Befund führt der Blick in den historischen Kalender unserer Tage. Ferngerückt ist die vor wenigen Wochen noch so starke Empörung über die kalkulierten Provokationen von Rechtspopulisten, die die NS-Herrschaft als „Vogelschiss“ abtun wollen oder kokette Wortspiele mit dem Namen von Vernichtungslagern treiben. Abgesagt wurden nicht nur Gegenwartsveranstaltungen, sondern auch Erinnerungsdaten. Der 100. Jahrestag des Kapp-Lüttwitz-Putsches vom März 1920 blieb publizistisch ohne Echo.

Gleiches gilt für die aufwendig geplanten Erinnerungsfeiern zu Ehren des 75. Jahrestags der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager in Buchenwald oder Sachsenhausen im April. Der eben noch das Land bewegende Streit um das Hohenzollernerbe ist unbemerkt erloschen, und der jahrelang erbittert umkämpfte Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ist ebenso vom Dunkel verschluckt wie die identitätspolitischen Gefechte um anstößige Straßennamen, die sich eben noch kompromisslos gegen deutsche Mohrenstraßen und Hindenburgalleen richteten.

Auch dass sich am 16. April die Schlacht auf den Seelower Höhen zum 75. Mal jährte, die den Sturm der Roten Armee auf Berlin eröffnet hat, berührt die Öffentlichkeit wenig, und selbst der Interner Link: 75. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai hat nur gedämpfte Debatten über das Verhältnis von Vernichtung und Erlösung (Theodor Heuss), Kapitulation und Befreiung (Richard von Weizsäcker) hervorgebracht, was er den Deutschen heute bedeutet. Ist die Vergangenheit in der Krise schlicht nicht systemrelevant?

Rückbesinnung zielt auf Selbstvergewisserung; sie versichert sich ihrer Identität aus der Nähe zur Vergangenheit oder aus der fortgesetzten Abgrenzung von ihr. Die Corona-Krise trennte auf gesellschaftlicher Ebene die Gegenwart von der Vergangenheit im ersten Augenblick kaum weniger abrupt, als der Einzelne sich durch Unfall oder Diagnose von einer Sekunde zur anderen aus seinem bisherigen Leben gerissen fühlen kann.

„Covid-19“ hatte im Erwartungshorizont der Zeitgenossen keinen Erfahrungswert, die Pandemie bedeutete den Einbruch des Unvorstellbaren in eine Lebenswelt, die sich gerade in Europa ihrer historischen Gewordenheit so sicher wusste wie ihrer voraussehbaren Entwicklungsrichtung.

Die Magie historischer Jubiläen, die vom Alter zerfurchten Gesichter der Zeitzeugen überwundener Schreckenszeiten, die immer größeren Anstrengungen zum Erhalt von Gedenkstätten in ihrem baulichen Originalzustand – sie bürgten für die Festigkeit einer Ordnung, die für die Möglichkeit ihrer eigenen Auflösung keinen Vorstellungsraum mehr hatte.

Die Rückkehr der Ungewissheit trifft uns auch generationell unvorbereitet. Womöglich sind es vor allem die zu besonders schützenswert erklärte Risikogruppe der Alten, die mit der Gelassenheit einer Lebenserfahrung, die noch die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs oder die sowjetische Blockade West-Berlins einschließt, auf die ergriffenen Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung zu reagieren vermögen.

Für die breite Mehrheit der europäischen Gesellschaften hingegen bedeutet die virale Pandemie einen Schock des Unerhörten, der Mitte März binnen weniger Tage das über ein Dreivierteljahrhundert hinweg erbaute Gerüst des menschlichen Zusammenlebens zum Einsturz brachte: die Rückkehr zum Hamstern, die zeitweilige Aufhebung von Grundrechten - von der Freizügigkeit bis zum Demonstrationsrecht, der Triumph der Exklusion über die Inklusion, die Renaissance der Grenzschließungen, die medizinische Preisgabe des Lebens, die plötzlich allbeherrschende Sorge um das nackte Leben. In einem Wort: Der Ausnahmezustand macht Geschichte, indem er mit ihr bricht.

II. Wie stark lähmt das Virus europäische Solidarität und forciert es den Nord-Süd-Konflikt?

Doch gerade, weil der historische Blick im Angesicht der Krise nicht „systemrelevant“ ist, besitzt er umso mehr Orientierungsrelevanz, und dies in mehrfacher Hinsicht. An erster Stelle steht auch heute – wie in jeder Krise unserer Zeit – der prospektive Blick, der sich dafür interessiert, welche Lehren die Vergangenheit bereithält. Auch in der heutigen Pandemie spielen Rezepte zur Krisenüberwindung eine wichtige Rolle.

Um einer verfrühten Lockerung der einschneidenden Schutzmaßnahmen zu begegnen, wird beispielsweise immer warnend darauf hingewiesen, dass die im Frühjahr 1918 ausgebrochene Spanische Grippe ihre tödliche Kraft in einer zweiten Welle mit dem Herbst 1918 erreichte und erst in der dritten 1919/20 abebbte. Der Vergleich der damals so gegenläufigen Infektionsschicksale von St. Louis und Philadelphia belegt eindrucksvoll, wie effektiv Quarantänemaßnahmen wirken können, wenn sie rasch und radikal durchgeführt werden.

Der Blick auf den Reaktorunfall von Tschernobyl von 1986 wiederum führt die verhängnisvollen Folgen einer restriktiven Informationspolitik vor Augen. Die Kernschmelze in der Ukraine sensibilisierte für den Charakter einer Bedrohung, die man weder sehen noch fühlen kann, und die sich um politische Grenzen nicht schert. Der kindsköpfigen Sorglosigkeit, mit der damals politische Funktionäre nicht nur im Osten, sondern auch im Westen die Verstrahlungsgefahr herunterzureden suchten, folgten in der aktuellen Corona-Krise nur noch Populisten vom Schlage Jair Bolsonaros in Brasilien oder – anfänglich – Donald Trumps in den USA.

Der Finanzcrash von 2008 schließlich, der seinerseits am Börsenkrach von 1929 gemessen wurde, dient gegenwärtig als gern genutzter Vergleichsmaßstab zur Abschätzung der weltwirtschaftlichen Erschütterung, die die aktuelle Pandemie hervorruft. Der insbesondere zwischen Rom und Berlin entflammte Konflikt um die geeigneten finanzpolitischen Strategien zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise erneuert die schon 2008 sichtbar gewordene Nord-Süd-Spaltung in der EU.

Aus dieser bedrohlichen Kontinuitätslinie lässt sich auf die Gefahr schließen, die ein ideologischer Grundsatzstreit um die europäische Vergemeinschaftung nationaler Schulden für die Zukunft Europas bedeuten könnte: Er droht zu unser aller Schaden im Kampf gegen das Virus den Wert der europäischen Solidarität aus den Augen zu verlieren und die Ost-West-Spaltung des Kalten Kriegs dauerhaft durch eine Nord-Süd-Spaltung zu ersetzen.

III. Stacheln Krisen nicht auch zu Menschheits-Fortschritten an?

Orientierungsrelevant ist der historische Blick aber nicht nur prospektiv, sondern auch retrospektiv: Er hilft aus der Schockstarre und der Lähmung herauszukommen, die der Einbruch des Undenkbaren erzeugt. So einzigartig, wie es zunächst schien und medial transportiert wurde, ist auch diese weltumspannende Pandemie nicht, die das Gefüge der uns gewohnten Welt erschüttert.

Geschichte leistet Kontingenzbewältigung, indem sie darauf aufmerksam macht, dass Epidemien einen unausrottbaren und beständig wiederkehrenden Teil der Menschheitsgeschichte ausmachen, dessen Vernachlässigung sich nicht so sehr dem medizinischen Fortschritt verdankt als vielmehr der eigenen Borniertheit.

Schon Thukydides beschrieb in seiner Geschichte des Peloponnesischen Kriegs die Wirkung einer rätselhaften Infektionskrankheit, die Athen während der spartanischen Belagerung heimsuchte und am Anfang ihres langen Niedergangs stand.

Nicht weniger leidet die Moderne bis heute unter periodisch auftretenden Pandemien, die nur erst jetzt stärker in unser Bewusstsein rücken. Dass die asiatische Grippe 1957/58 über eine Million Menschen das Leben kostete, hat sich dem kollektiven Gedächtnis kaum eingeschrieben und wurde noch auf ihrem Höhepunkt in der ost- wie westdeutschen Presse als „eine sehr harmlos verlaufende Krankheit“ charakterisiert, „die im ostasiatischen Raum schon am Erlöschen ist". 

Auch die Hongkong-Grippe 1968/69 schien der seinerzeitigen Berichterstattung zufolge lange einen Bogen um die beiden deutschen Staaten gemacht zu haben. „Keine Hongkong-Grippe in der Republik“ titelte das Neue Deutschland noch Anfang 1969, während der Spiegel zur selben Zeit den beruhigenden Unglauben der Impf-Fachärzte weitergab, dass der neue Stamm von Grippekeimen in der Bundesrepublik eine todbringende Epidemie auslösen könnte“.

Der historische Vergleich relativiert zugleich die zeitgenössisch erlebte Tiefe historischer Zäsuren, und er dämpft die Wucht der Augenblickserfahrung. Er kann zeigen, dass die europäische Eroberung der Welt seit der Frühneuzeit ganz maßgeblich auf epidemischen Faktoren beruhte. Ohne die genozidale Wirkung der Krankheitskeime, die die vordringenden Europäer auf die indigene Bevölkerung übertrugen, gäbe es weder die Staatenwelt noch die Kulturkreise, in die Nord- und Südamerika sich heute gliedern.

Der Blick zurück kann zugleich auch Zuversicht erzeugen: Menschheitskatastrophen eröffneten immer auch Fortschrittschancen. Das Massensterben an der Pest, die die europäische Zivilisation in der Mitte des 14. Jahrhunderts in so verheerender Weise heimsuchte, sorgte nicht nur dafür, dass die überlebenden Bauern schließlich über größere Anbauflächen verfügten, und der gleichzeitige Anstieg der Arbeitskosten ließ das Spätmittelalter auch zu einer Epoche technischer Neuerungen mit weitreichenden Wirkungen über die Erfindung des Buchdrucks hinaus werden – auf das Jahrhundert des Schwarzen Todes folgte das Zeitalter der Renaissance.

Missernten und Choleraepidemien wiederum begleiteten das „Jahr ohne Sommer“, das auf den Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora 1815 zurückging, weil die in den Äther geschleuderten Aschemassen die Sonne rund um den Globus verfinsterten und für einen weltweiten Temperaturrückgang sorgten. Aber das Hungertod und Seuchenausbruch nach sich ziehende Unheil bedeutete auch den Beginn der modernen Hygienewirtschaft, die zur Entstehung der städtischen Kanalisation führte und trieb mit der Einführung der Mineraldüngung die Revolutionierung der Landwirtschaft voran.

IV. Ist der gegenwärtige Ausnahmezustand neuer „Fluchtpunkt einer zukünftigen Vergangenheit“?

Vor- wie rückschauende Perspektiven liefern Erkenntnisse, die uns mit Jacob Burckhardt „klug für ein andermal“ werden lassen; um aber darüber hinaus „weise für immer“ zu werden, bedarf es einer dritten, gleichsam introspektiven Blickrichtung, die uns zur Distanz gegenüber dem Gegenwartsgeschehen verhilft. Die Historisierung in actu ist eigentlich ein Unding; sie bindet sich bedingungslos an die größte Schwäche der Zeitgeschichte, dass sie nämlich das Ende der Epoche nicht kennt, auf die sie zuschreibt.

Und doch birgt das Bemühen, die Coronakrise vom Blickwinkel einer späteren Geschichtsschreibung aus zu betrachten, erhebliches Potential zum Verständnis der Gegenwart. Wie stellt sich die Pandemie als Teil einer „zukünftigen Vergangenheit“ (Lucian Hölscher) dar? Womöglich wird sie den neuen Fluchtpunkt des zeithistorischen Denkens bilden, den fast eine Generation lang das Wunder von 1989 und das Ende des Kalten Krieges bedeutete.

Das neuartige Coronavirus (© picture alliance/Bildagentur-online)

Manches spricht dafür, dass 2020 einst das Datum des endgültigen Übergangs vom analogen in das digitale Zeitalter markieren wird, das reale durch virtuelle Vergesellschaftung ersetzt, das Meeting durch die Videokonferenz, die Protestdemonstration durch den Shitstorm, die sinnliche Erfahrung durch das semiotische Zeichen.

Wie erklären wir, dass unsere Gesellschaft im Monat März des Jahres 2020 binnen Tagen bereitwillig temporär oder auf unbestimmte Zeit Abschied nahm von so vielen Werten, die unsere liberale Gesellschaftsordnung und kulturelle Tradition gleichermaßen geprägt haben?

Unbewegt nahmen wir hin, dass die Christenheit in diesem Jahr zum ersten Mal seit dem Konzil von Nicäa 325 das Osterfest nicht kirchlich feiern konnte; achselzuckend verfolgten und verfolgen wir die Konjunktur neuer Grenzziehungen auf nationaler und regionaler Ebene und nehmen es hin, dass die Rettung ertrinkender Flüchtlinge im Mittelmeer zum Stillstand gekommen ist und die zur politischen Waffe missbrauchten Asylsuchenden an der griechisch-türkischen Grenze wieder in überfüllte Lager gesteckt wurden.

Mit Macht drängen sich Denkformen in unser politisches Denken, die wir eben noch dem Zeitalter der Extreme vorbehalten glaubten. Selektion findet nicht nur statt, wenn eine Bevölkerungsgruppe wie die ungarischen Roma zwecks Desinfizierung und Gesundheitsprüfung bestimmt wird, sondern vollzieht sich auch in der Klassifizierung der Gesellschaft nach Risikogruppen. Nicht zu Unrecht protestierten sozialdemokratische Seniorensprecher in Berlin gegen die Erklärung der Berliner Gesundheitssenatorin von derselben Partei, dass es an der Zeit sei, „ältere Menschen in Quarantäne zu nehmen.“ Da sie gar nicht unter Infektionsverdacht stünden, handele es sich in Wahrheit nicht um Schutz, sondern um Schutzhaft.

Der ausgelaugte Terminus „Krise“, so viel gebraucht er ist, reicht nicht hin, um diesen über Nacht eingetretenen Wertewandel zu erfassen. Fruchtbarer ist hier womöglich der Begriff des Ausnahmezustandes, der rechtshistorisch vor allem auf staatlicher Ebene verwandt wird und auf das Dilemma verweist, die Rechtsordnung durch ihre zeitweilige Aufhebung schützen zu wollen. Doch trotz Viktor Orbán in Ungarn und Donald Trump in den USA - nicht in einem drohenden Übergang von der kommissarischen zur souveränen Diktatur oder der Entstehung einer „Hygienediktatur“, vor der jüngst Juli Zeh warnte, wird sich der gegenwärtige Ausnahmezustand als Fluchtpunkt einer zukünftigen Vergangenheit erweisen können.

Nicht im staatlichen, sondern im gesellschaftlichen Ausnahmezustand könnte die eigentliche Zäsur unserer Tage liegen. Er lässt sich nicht als politisch erprobte Rückkehr zu einem verfassungsmäßigen Normalzustand fassen, sondern folgt einer soziokulturellen Eigengesetzlichkeit, die die gängige Techniksprache und ihre Rede von den Exitoptionen einer stillgelegten und wieder hochzufahrenden Gesellschaft nicht überdecken kann.

Gesellschaften überwinden Ausnahmezustände historisch am ehesten, indem sie sie widerstrebend oder emphatisch in Normalität verwandeln, wie sich im Ausbruch des Ersten Weltkriegs ebenso zeigte wie nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ und wieder in der sozialen Reorganisierung nach 1945. Darin könnte die Corona-Krise 2020 sich als eigentlicher Wendepunkt einer zukünftigen Vergangenheit erweisen: als ein Umbruch des gesellschaftlichen Zusammenlebens, dessen Sogkraft eben noch sicher geglaubte Wertbindungen und Orientierungsmarken dauerhaft verändert.

Ob die neue Normalität nach dem Ende der Covid-19-Pandemie von mehr Bewusstsein für die Verletzlichkeit des menschlichen Zusammenlebens geprägt sein wird, oder ob sie vielmehr einem ethischen Utilitaritätsdenken Vorschub leisten wird, das den Wert des Lebens stärker als bisher nach Rentabilitätskriterien messen wird, kann heute niemand sagen. Die Vermutung aber ist plausibel, dass 2020 in einer künftigen Geschichtsschreibung für einen tiefgreifenden Wandel der politischen Kultur des Westens stehen wird. „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“

Von der staatlichen auf die gesellschaftliche Sphäre heruntergebrochen, könnte Carl Schmitts bekannter Satz in unserer Zeit ungeahnte Aktualität erlangen und die Erkenntnis befördern, dass in der Ausnahmesituation nicht mehr so sehr die gewählten Politiker die Bekämpfung und Folgen der über uns hereingebrochenen pandemischen Bedrohung steuern.

Diese Rolle kommt mehr und mehr den auf die Bühne des Geschehens gerufenen Fachexperten zu, aber nicht weniger auch der offensiven Meinungsbildung in den sozialen Medien und am stärksten den so plötzlich veränderten Handlungsnormen der dank der digitalen Revolution bis in die Tiefe mobilisierten Gesellschaft. Sie, die zur allgemeinen Überraschung den einschneidenden behördlichen Anweisungen zunächst so bereitwillig Folge geleistet hat, und nicht der politische Wille von Parteienkoalitionen entscheidet im gesellschaftlichen Ausnahmezustand dieser Tage darüber, ob diese Bereitwilligkeit ungebrochen fortbesteht oder schon morgen schon durch gesellschaftliches Handeln eigenmächtig wieder außer Kraft gesetzt wird.

Zitierweise: Martin Sabrow, "Geschichte im Ausnahmezustand", in: Deutschland Archiv, 1.5.2020, Link: www.bpb.de/308316

Ergänzend zum Thema:

- bpb-Dossier: Externer Link: Coronavirus

Fussnoten

Fußnoten

  1. Den einzigen historischen Bezug der Stellungnahme bildet folgender Satz: „Die Menschheit beobachtet das erste Mal in ihrer Geschichte quasi in Echtzeit, wie sich eine Viruspandemie entwickelt.“ Leopoldina. Nationale Akademie der Wissenschaften, Dritte Ad-hoc-Stellungnahme: Coronavirus-Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden, 13. April 2020. https://www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2020_04_13_Coronavirus-Pandemie-Die_Krise_nachhaltig_%C3%BCberwinden_final.pdf

  2. Zurzeit gibt es auch in der Bundesrepublik und in beiden Teilen Berlins eine Anzahl leicht verlaufender fieberhafter Erkrankungen, die möglicherweise durch das gleiche Virus hervorgerufen werden. Die Erkrankung ist auch hier harmlos. Komplikationen sind bisher nicht beobachtet worden.“ Kein Grund zur Besorgnis, in: Berliner Zeitung, 19.9.1957.

  3. „Das Hongkong-Grippevirus, von dem jetzt oft die Rede ist, wurde in unserer Republik bisher nicht nachgewiesen. In Europa ist die sogenannte Hongkong-Virusgrippe bisher nur in den Niederlanden epidemisch aufgetreten.“ Keine Hongkong-Grippe in der Republik, in: Neues Deutschland, 25.1.1969.

  4. Medizin/Hongkong-Grippe. Wie eiskalt, in: Der Spiegel, 20.1.1969.

  5. Sabine Beikler, Abstand oder Aufstand SPD-Frauen protestieren gegen Ausgangsbeschränkungen für ältere Menschen, in: Der Tagesspiegel, 27.3.2020.

  6. Carl Schmitt, Politische Theologie, Politische Theologie. Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität, Berlin 1922, S. 9.

ist Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF). Externer Link: sekretariat@zzf-potsdam.de