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Auf den Spuren des ostdeutschen Staates

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? 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Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Auf den Spuren des ostdeutschen Staates DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009

Marie Müller-Zetzsche

/ 15 Minuten zu lesen

Der Beitrag befasst sich mit drei französischen Ausstellungen aus den Jahren 2009 und 2017, die sich mit der DDR-Geschichte auseinandersetzen. Es wird deutlich, dass es jenseits der didaktischen Aufbereitung einen ganz eigenen Blick "à la française" auf das zweite Deutschland gibt.

Ausstellungsabschnitt zum Ende des Kalten Krieges mit Mauersegmenten und Trabant im Mémorial de Caen. (© Le Mémorial de Caen)

Einleitung

Als Marion Winter an einem Sommertag im Jahr 1971 in der bundesdeutschen Botschaft in Belgrad ihren Pass bekommt, hat sie bereits eine lange, abenteuerliche Reise hinter sich. Sie ist aus der DDR mit dem Zug nach Ungarn gefahren, um dort ihren französischen Verlobten zu treffen. Die beiden kennen sich vom Studium in Leipzig, wollen heiraten, dürfen aber nicht. Frankreich erkennt die DDR als Staat noch nicht an, die DDR-Behörden sperren sich gegen die Ehe. Mit dem Peugeot 403 von Marion Winters Schwiegereltern fährt das Paar gemeinsam Richtung Jugoslawien. Vor der Grenze versteckt sie sich in einer eingebauten Metallkiste zwischen hinterer Sitzbank und Kofferraum. Die Flucht gelingt. 1972 heiratet Marion Winter in Caen ihren Verlobten und Fluchthelfer und erhält die französische Staatsbürgerschaft. Sie wird Deutschlehrerin an einem Gymnasium. 1988 wird in Caen das Musée du mémorial eröffnet, das nah am historischen Ort der Landung alliierter Truppen 1944 an das Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern und die Geschichte von Krieg und Frieden im 20. Jahrhundert vor allem jungen Generationen vermitteln soll. 2009, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, eröffnet ein neuer Teil der Dauerausstellung mit dem Titel „Berlin au coeur de la guerre froide“ (Berlin im Zentrum des Kalten Krieges). Unter den Leihgebern und -geberinnen ist Marion Winter-Baucher, die Bücher, Urkunden und weitere Erinnerungsstücke aus ihrer Schulzeit in der DDR der Sammlung des Museums übergeben hat. Im Bereich zu Alltag und Repression sind sie in einer Vitrine als Objektensemble ausgestellt. Im Begleitheft zur Ausstellung für die Sekundarstufe I ist ein Foto dieses Ensembles unter den Schlagworten „DDR: Gesellschaft, Propaganda und Repression“ abgedruckt. Marion Winter-Baucher steht dem Mémorial auch als Zeitzeugin für Gespräche mit Schulklassen zur Verfügung. Am Mémorial de Caen ebnete das Engagement einer ostdeutsch-französischen Kulturmittlerin in Verbindung mit den kulturpolitischen Entscheidungen der Stadt Caen und des Wissenschaftlichen Beirats des Mémorial einem kleinen Ausschnitt von DDR-Geschichte den Weg ins Museum.

Der französische Blick auf die DDR

Schon in den 1960er Jahren, bevor die französische Regierung die DDR anerkannte und offizielle politische Beziehungen aufnahm, gab es in Frankreich insbesondere in kommunistisch geprägten Kreisen, ein reges Interesse an der DDR.Für sie war die DDR ein interessantes sozialistisches Experiment. Und sie galt als das bessere Deutschland durch ihr Bekenntnis zum Antifaschismus. Nach der Öffnung der Mauer 1989 reiste der französische Präsident François Mitterrand nach Ost-Berlin und Leipzig, um mit seiner Delegation für einen demokratischen DDR-Staat in einer zukünftigen Europäischen Union zu werben. Das Interesse an der DDR galt in Frankreich, zumindest unter der politischen Linken, weitgehend auch ihrem Fortbestehen. Gleichzeitig gab es 1989 in Frankreich, zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution, eine solidarische Parteinahme für die ostdeutsche Bürgerbewegung und das Streben der Ostdeutschen nach Freiheit und Demokratie. Die historischen Ausstellungen französischer Kuratorinnen und Kuratoren über die DDR, die nach 2009 eröffnet werden, knüpfen teilweise an dieses – durchaus von Widersprüchen geprägte – Interesse an der DDR an.

Vermittlungsauftrag Zeitgeschichte versus Erinnerungen an ein verschwundenes Land

Im Unterschied zum föderalistischen Deutschland erteilt das Erziehungsministerium im zentralistischen Frankreich einen staatlichen Auftrag zur Vermittlung von Zeitgeschichte an Jugendliche. Die Lehrpläne für Geschichte und Geografie zwischen 2008/2009 und 2019 brachten die Geschichte des geteilten Berlins im Kalten Krieg sowie zwischen 2011 und 2019 die Geschichte der DDR als Teil der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in die Schulbücher und andere Vermittlungsangebote. Zu diesen Angeboten gehört auch die eingangs genannte Dauerausstellung des Mémorial de Caen, die lehrplankonform Aspekte der DDR-Geschichte präsentiert. Sie nutzt mit einer didaktischen Aufbereitung eine andere Ästhetik als temporäre Ausstellungen, die freier in der Gestaltung und Zuspitzung von Themen sind.

Zwei solcher temporären Ausstellungen über die (verschwindende) DDR zeugen von einem ganz eigenen französischen Blick auf den ostdeutschen Staat und sein Erbe, indem sie Verschwundenes sichtbar machten. Zeitgleich mit der Eröffnung des neuen Ausstellungsabschnitts zu Berlin im Mémorial de Caen wurde die Ausstellung „Berlin 1989-2009: L’effacement des traces“ (Berlin 1989-2009: Die Tilgung der Spuren) des Musée d’histoire contemporaine (Museum für Zeitgeschichte) im Pariser Hôtel des Invalides gezeigt. Sie könnte als eine individuelle Auseinandersetzung des dreiköpfigen Kuratorenteams angesehen werden, wenn nicht 2017 mit „Éclats DDRDA Splitter“ erneut eine französische Ausstellung – diesmal im Institut français in Berlin – eröffnet worden wäre, die mit künstlerischen und wissenschaftlichen Mitteln versucht, Bruchstücke des verblassenden Erbes der DDR nachzuzeichnen. So ähnlich sich beide Sonderausstellungen sind, so sehr unterscheiden sie sich von Ausstellungen über die DDR in Deutschland und auch von der Dauerausstellung im Mémorial de Caen. Bewusst grenzen die Kuratorinnen und Kuratoren sich von der zumeist holzschnittartig didaktischen Darstellung der DDR als Diktatur und Unrechtsstaat ab. Es sind also französische Kulturmittlerinnen und -mittler mit einem persönlichen Bezug zur DDR-Geschichte oder einem besonderen Interesse an diesem Thema, die in Frankreich DDR-Geschichte in Ausstellungen sichtbar machen.

„Berlin im Zentrum des Kalten Krieges“ im Musée du Mémorial

Der Ausgangspunkt der Museumsgründung in Caen war die geschichtspolitische Etablierung Caens als Ort des Friedens und des Sieges über den Nationalsozialismus. An der Küste, wo die alliierten Truppen 1944 landeten, um von dort aus Frankreich von deutscher Besatzung und Vichy-Regierung zu befreien, sollte ein Museum entstehen, das dem Thema Krieg und Frieden im 20. und 21. Jahrhundert gewidmet ist. Die erste Konzeption positionierte das Museum gegen ein Vergessen der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Im Jahr 1981 wurde dafür die Association des Amis du Musée Mémorial (der Verein der Freunde des Musée Mémorial) gegründet,die aus Historikerinnen und Historikern des neu gegründeten Institut d'histoire du temps présent (Instituts für Zeitgeschichte) in Paris und aus Archivaren und Archivarinnen bestand.

Das Musée du Mémorial richtet sich insbesondere an ein junges Publikum: die Hälfte der Besucherinnen und Besucher sind jünger als 20 Jahre. Die Bildungsreferentin des Museums, Isabelle Bournier, schätzt, dass Schulklassen 30 Prozent davon ausmachen. Pro Jahr kommen laut Angaben von Bournier zwischen 380.000 und 500.000 Menschen ins Mémorial, etwa so viele wie in das Haus der Geschichte in Bonn. Dadurch, dass es in Frankreich nur jeweils einen gültigen Lehrplan pro Klassenstufe und Klassentyp gibt, ist es für das privat finanzierte Mémorial leicht, seine Vermittlungsangebote für Schulklassen lehrplangerecht zuzuschneiden. Die 2009 eröffnete Dauerausstellung über Berlin im Zentrum des Kalten Krieges reagierte auf die Reform der französischen Lehrpläne, die ab 2008 das gleichnamige Thema für den Geschichtsunterricht in der 9. Klasse vorsahen. In der 11. Klasse war ab 2010 eine Wiederholung derselben Unterrichtseinheit bei den Klassentypen des generalistischen Abiturs vorgesehen.

Unter dem Direktor Stéphane Grimaldi, der 2005 vom Historial de la Grande Guerre (Museum zum Ersten Weltkrieg) in Péronne nach Caen wechselte, etablierte sich das Museum als ein attraktiver und renommierter Gedenk- und Bildungsort. Im Verein der Freunde des Musée Mémorial wurde die Entscheidung getroffen, inhaltlich über das ursprüngliche Thema des Débarquement (die Landung der alliierten Truppen) hinaus zu gehen.

Im Jahr 2002 wurde das Musée du Mémorial durch einen Anbau erweitert, der 5 000 Quadratmeter an Ausstellungsfläche hinzufügte. Diese Fläche ist seitdem der Geschichte des Kalten Krieges gewidmet, wobei die Geschichte der DDR zunächst noch keine Rolle spielte. Lediglich in der letzten Ausstellungseinheit zum Ende des Kalten Krieges, die den Fall der Berliner Mauer als zentrales Symbol ausstellte, fand das Grenzregime der DDR Erwähnung. Das Ausstellungsobjekt Mauersegmente – einige von einem privaten Sammler geliehen, andere vom Deutschen Historischen Museum – lenkten die Aufmerksamkeit auf dieses Thema. Diese Ausstellung ist 2009 vollkommen überarbeitet worden. Gleichzeitig wurde der neue Abschnitt „Berlin au cœur de la Guerre froide“ eröffnet. Dieser stellte Berlin nicht nur als Bühne des Ost-West-Konfliktes dar, sondern führte auch in die DDR-Geschichte ein, insofern sie die Situation Berlins in diesem Konflikt verdeutlichte.

Der Wissenschaftliche Beirat hatte entschieden, diesen Abschnitt näher an der Alltagsgeschichte zu orientieren als die bestehenden Bereiche der Ausstellung. Chronologisch bewegt sich die Besucherin oder der Besucher zunächst vom Jahr 1944 über die Berlin-Blockade (24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949) hin zu den verschiedenen Stationen von DDR-Geschichte. Einzelne thematische Einheiten zu Berlin als „Stadt der Geheimdienstagenten“ und zum „Krieg im Äther“ (zur Rolle von Radio und Fernsehen als Mittel in der Auseinandersetzung von Ost- und West-Berlin) präsentieren Aspekte der Alltagsgeschichte des Kalten Krieges in Berlin.

Widerstand und Opposition in der DDR werden in einem Raum, der die Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit thematisiert, indirekt dargestellt. So weist eine mit Namen markierte Geruchsprobe auf die Verfolgung politischer Gegner durch die Geheimpolizei hin. Hier zeigt sich, wie die Ausstellungskonzeption mit der Gegenüberstellung der beiden Machtblöcke als Leitlinie arbeitet, was auch im Bereich „Stadt der Agenten“ deutlich wird, der über die Tätigkeit der Spione beider Systeme informiert.

Der kleine Ausstellungsbereich zum Thema Schule und der Organisation Freie Deutsche Jugend (FDJ), in dem die Leihgaben von Marion Winter-Baucher ausgestellt werden, verzahnt Alltags- und Herrschaftsgeschichte. Beispielhaft für die Durchdringung der Schule mit der Politik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) liegt ein geöffnetes Mathematikbuch in der Vitrine, das eine Fotografie des Generalsekretärs des Zentralkomitees der SED und DDR-Staatsratsvorsitzenden, Erich Honecker, zeigt. Die vielfältigen Perspektiven auf die DDR werden in der Ausstellung jedoch eher angedeutet als auserzählt. Eine Verflechtungsgeschichte zwischen Bundesrepublik und DDR, die für die Vermittlung des Kalten Krieges in Deutschland zentral ist, erzählt die Ausstellung nicht. Der letzte Abschnitt „Die Berliner Mauer fällt“ gruppiert sich um das Großobjekt der Mauersegmente, die aus der vorherigen Ausstellung übernommen wurden. Den Weg aus der Ausstellung sowie aus der Geschichte des Kalten Krieges weisen großformatige Farbfotos von Trabi-Schlangen auf westdeutschen Autobahnen.

Das Bild von der DDR, das die Ausstellung „Berlin au coeur de la Guerre froide“ zeichnet, ist das eines Ostblockstaates, der insbesondere durch die Berliner Mauer symbolischer Schauplatz des Kalten Krieges war. Isabelle Bournier kritisiert im Interview mit der Verfasserin, dass die Ausstellung auf der Ebene der Ideologie bleibe. Sie führt das darauf zurück, dass es keine geteilten Erinnerungen, keine typischen mit dem Kalten Krieg verbundenen Objekte gebe. Die starke Vereinfachung gehe hier zu Lasten der Konkretisierung etwa von Lebensbedingungen und Differenzierungen innerhalb der beiden Machtblöcke und der Phasen des Kalten Krieges. Das Musée du Mémorial zeigt zwar eine durchaus multiperspektivische DDR-Darstellung, die einen gut illustrierten Abschnitt der Ausstellung zum Kalten Krieg ausmacht, aber im Schatten des Hauptthemas des Museums, des Zweiten Weltkrieges, steht.

„Berlin: Tilgung der Spuren 1989-2009“ im Musée d'histoire contemporaine Paris

Die Sonderausstellung „Berlin, l'Effacement des traces“ des Musée de l'histoire contemporaine (Museum für Zeitgeschichte) im Pariser Hôtel des Invalides entstand genau wie die Dauerausstellung zu Berlin im Mémorial anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls. Sie verfolgt aber einen grundsätzlich anderen Ansatz. Die Historikerinnen Sonia Combe und Régine Robin kuratierten gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Thierry Dufrêne eine Ausstellung über die Umgestaltung Berlins als eine „Verleugnung von Existenz“ und „willentliche und bewusste Zerstörung“ einer Vergangenheit in den Jahren 1989 bis 2009. Sie zeichneten anhand von Fotografien, Installationen und künstlerischen Arbeiten das allmähliche Verschwinden der „Berlin-capitale de la RDA“ (Hauptstadt der DDR) nach.

Die Fotos von Jean-Claude Mouton, der die Mauer und ihr Verschwinden zwischen 1989 und 2009 immer wieder fotografisch dokumentierte, strukturierten die Spurensuche, auf die die Besucherinnen und Besucher geschickt wurden. Ein Berliner Stadtplan der verschwundenen Straßennamen thematisierte das Erbe der DDR und die Umbenennungen als politischen Akt. In 20 Etappen wurde die Metamorphose des Stadtplanes nach 1990 gezeigt. Die Soundinstallation „OST“ des südafrikanischen Künstlers James Webb ließ die Stimme einer DDR-Bürgerin erklingen, die alle drei Strophen der Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ singt. Aufgenommen wurde ihr Gesang im ehemaligen Funkhaus der DDR in der Nalepastraße im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick.

Ausstellung "Tilgung der Spuren" in Paris 2009.

(© La fabrique Créative) (© La fabrique Créative) (© La fabrique Créative) (© La fabrique Créative) (© La fabrique Créative)

Die Ausstellung arbeitete mit „Mauern“ im übertragenen Sinn als Fläche politischer Agitation und Meinungsäußerung sowie künstlerischen Ausdrucks, angelehnt an die Gestaltung von Litfaßsäulen in der DDR und der im Frühjahr 1990 entstandenen East-Side-Gallery. Zwei für die Ausstellung geschaffene Mauer-Installationen zeigten in stilisierter Form überklebte und teils abgerissene DDR-Plakate (Wahlplakate der SED und Theaterplakate) sowie Graffiti. Der Anspruch der Kuratorinnen und des Kurators, die Geschichtspolitik zur DDR und das zerklüftete Gedächtnis im Alltag sichtbar zu machen und mit Spuren der Vergangenheit zu konfrontieren, wurde durch eine ethnologisch-künstlerische Perspektive umgesetzt.

In Interviews und im Katalog zur Ausstellung kritisierte das Kuratorenteam die fehlende Beteiligung der ostdeutschen Bevölkerung an den Entscheidungen zu Straßenumbenennungen und zum Abriss des Palastes der Republik. Sonia Combe, die wissenschaftlich zur Öffnung der Stasi-Archive gearbeitet hat, betont, „[…] wie schwierig es ist, die Erinnerungen von Bürgern der Ex-DDR zu integrieren; sobald deren Erinnerungen nicht von Unterdrückung und polizeilicher Überwachung beherrscht werden, verdächtigt man diese, sie würden sich nach der kommunistischen Diktatur sehnen.“

So war vielleicht auch die Vitrine in der Ausstellung mit Ostalgie-Produkten als eine Art Kuriositätenkabinett zu sehen, das den Versuch mancher Ostdeutscher (und mancher Westdeutscher) zeigte, am materiellen Erbe der DDR festzuhalten. Als Errungenschaft der DDR im Umbruch stellte die Ausstellung in einer Installation des ostdeutschen Künstlers Wolf Leo die Spruchbänder der Demonstrationen vom Herbst 1989 aus. Für den Katalog zur Ausstellung zeichnete Sonia Combe anhand des taz-Archivs das Aufkommen und die Verbreitung der Spruchbandtexte und Ausrufe nach. Die Demonstrationen auf der Straße wurden als Teil ostdeutscher Geschichte präsentiert und zum ostdeutschen Erbe erklärt. Etwa 3 000 Besucherinnen und Besucher sahen die Ausstellung in Paris.

„Splitter“ der DDR im Institut français Berlin und der Médiatique Estaminet Grenay

Die Ausstellung mit dem sperrigen Titel „Éclats DDRDA Splitter“ war eine deutsch-französische Kooperation auf Initiative des Historikers Nicolas Offenstadt, der in den Jahren 2016 und 2017 Gastprofessor an der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder war. Mit seiner dortigen Kollegin Rita Aldenhoff-Hübinger und dem Fotografen Pierre-Jérôme Adjedj kuratierte er eine Ausstellung in Triptychen zu materiellen und mentalen Überresten der DDR am Beispiel von Frankfurt/Oder. Ähnlich wie die Ausstellung im Musée de l'histoire contemporaine handelt es sich also um eine ethnologisch-fotografische Annäherung an das Erbe der DDR, um eine Spurensuche.

Die Orte, an denen insbesondere Nicolas Offenstadt und Pierre-Jérôme Adjedj nach Spuren suchten und fündig wurden, sind stillgelegte Gebäude, die in der DDR Betriebe oder Kultureinrichtungen beherbergten. Dort barg Offenstadt Gegenstände, die zu Ausstellungsobjekten wurden, wie das Lehrer-Jahrbuch aus den 1980er Jahren mit handschriftlichen Notizen. Adjedj fotografierte gleichzeitig Wände mit verblichenen Staatssymbolen, noch hängenden gerahmten Portraits, Gardinen und Tapeten, aber auch zurückgelassene Maschinen oder auf dem Boden verstreute Formulare. Historiker, Historikerin und Fotograf arbeiteten im Anschluss gemeinsam an der Zusammenstellung von Tryptichen aus Foto, Objekt und Text, für die Aldenhoff-Hübinger die Texte schrieb.

Ausstellung "Éclats DDRDA Splitter" im L'Institut Français Berlin" Ausstellung "Éclats DDRDA Splitter" im L'Institut Français Berlin"

(© Pidji-Photography ) (© Pidji-Photography ) (© Pidji-Photography ) (© Pidji-Photography)

Die Themenwahl ging von den Fundstücken und Fotos aus, etwa von der Büste Karl-Liebknechts aus der gleichnamigen Schule, die der ehemals berühmte DDR-Bildhauer Theo Balden schuf oder von Bierflaschenetiketten, die zum Thema Alkoholismus in der DDR überleiten. Die Gestaltung der Ausstellung verzichtete auf Rahmen für die Fotografien und auf Vitrinen für die Objekte, um Distanz zur Besucherin und zum Besucher abzubauen. Die in mehreren Kopien an die Wand genagelten Ausstellungstexte konnten mitgenommen werden.

Offenstadt, eigentlich Mediävist (Mittelalterforscher), erweitere seine Spurensuche im „verschwundenen Land“ DDR auf das gesamte Territorium Ostdeutschlands und präsentierte sie 2018 als Essay und 2019 als Bildband einem französischsprachigen Publikum. Er hatte laut eigener Aussage als linker Student bereits, trotz Kritik an der Umsetzung des Sozialismus, Sympathien für die DDR, die er allerdings nie bereiste. Mit seiner Forschung und seiner Ausstellung wollte er aber vor allem sichern, was aus seiner Sicht nicht auf den Müll oder Flohmärkte, sondern in Archive gehöre. Die Ausstellung „Éclats DDRDA Splitter“ wurde zum 30. Jahrestag des Mauerfalls in der Médiatèque-Estaminet im nordfranzösischen Grenay gezeigt, weitere Ausstellungsorte sind geplant.

Fazit

Während die DDR-Darstellung im Musée du Mémorial in eine Großerzählung zu Kriegen im 20. Jahrhundert eingebettet ist und vermitteln will, dass die DDR eine Diktatur und Teil des Ost-West-Konfliktes war, waren die beschriebenen Sonderausstellungen freier in Rahmensetzung und Gestaltung. Anders als die Kuratorinnen und Kuratoren sowie der Wissenschaftliche Beirat im Mémorial setzten sich die Ausstellungsmacherinnen und -macher hier ganz explizit von der didaktischen Darstellung von DDR-Geschichte ab, die sie vor allem in der deutschen Erinnerungskultur wahrnahmen.

Ähnlich wie die Pariser Ausstellung zum „Tilgen der Spuren“ lädt die Ausstellung „Éclats DDRDA Splitter“ mit ihren zusammengesetzten „Splittern“ zum Entdecken von DDR-Geschichte in der Gegenwart ein. Beide gehen mit ihrer Perspektive auf Transformation und Neuinterpretation beziehungsweise Verlassen und Vergessen auf ostdeutsche Geschichte von den 1980er Jahren bis in die heutige Zeit ein, ohne den Mauerfall als absolute Zäsur zu erklären. Das Interesse an der DDR, das aus den Ausstellungen spricht, schließt die Erinnerung an die Utopie einer kommunistischen Gesellschaft mit ein, die die DDR als Staat nicht einlösen konnte.

Zitierweise: "Auf den Spuren des ostdeutschen Staates -DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 “, Marie Müller-Zetzsche, in: Deutschland Archiv, 30.3.2020, Link: www.bpb.de/306847

Weitere Beiträge zu den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich:

Nicole Colin: Interner Link: Utopie eines anderen Deutschlands: Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR >>

Constance Knitter:Interner Link: Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR >>

Franziska Flucke: Interner Link: Vom sozialistischen Paradies zum Erinnerungsort? Sechzig Jahre DDR in französischen Deutschbüchern >>

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Ulrich Pfeil, Die 'anderen' deutsch-französischen Beziehungen. Die DDR und Frankreich 1949 bis 1990, Köln u.a. 2004; Anne Kwaschik/Ulrich Pfeil, Die DDR in den deutsch-französischen Beziehungen. Eine Einführung, in: dies. (Hg.), Die DDR in den deutsch-französischen Beziehungen, Brüssel 2013, S. 11-32.

  2. Mladen Gladić/Barbra Schweizerhof, „Mut des Erkennens“, Interview mit Alexander Kluge, in: der freitag, 12.03.2020, S. 13-14, hier S. 13; vgl. auch Pfeil, Die 'anderen' deutsch-französischen Beziehungen (Anm. 1), S. 622ff.

  3. Das zeigt sich beispielsweise an der Berichterstattung der Zeitungen Le Monde und Le Figaro, vgl. Marie Müller-Zetzsche, Der Umbruch in der DDR als révolution tranquille. Der Revolutionsdiskurs in der französischen Tagespresse 1989/90, in: Anne Kwaschik/Ulrich Pfeil (Hg.), Die DDR in den deutsch-französischen Beziehungen (Anm. 1), S. 149-164.

  4. Mit Ausnahme von Mauersegmenten, die nicht nur im Mémorial de Caen, sondern auch im Musée de civilisations de l’Europe et de la Méditerranée in Marseille und im Musée des blindés in Saumur ausgestellt werden, vgl. The Wall Net n.e.V. (Hg.), Marseille F, München 2014, https://the-wall-net.org/marseille-/, letzter Zugriff am 6.2.2020; ders., Saumur F, München 2014, https://the-wall-net.org/saumur-f/, letzter Zugriff am 6.2.2020.

  5. Dass ein reflektierter Umgang mit den ideologischen Grundlagen der DDR in deutschen Museen kaum stattfindet, kritisiert Wolfgang Benz zu Recht, vgl. ders., Die DDR als Museumsobjekt, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 12 (2011), S. 995-1007, hier S. 1007.

  6. Françoise Passera, Brève histoire du musée, in: Christophe Bouillet/Franck Marie u.a. (Hg.), Le Mémorial de Caen, Paris 2004, S. 7–11, hier S. 7.

  7. Mémorial de Caen, Dossier de Presse 2019, Caen 2019, file:///C:/Users/49157/AppData/Local/Temp/DP_Memorial_version_web.pdf, S. 19.

  8. Passera, Brève histoire du musée (Anm. 6), S. 11.

  9. Vgl. den Lehrplan: Ministère de l'Education Nationale, Programme d'enseignement d'histoire-géographie-éducation civique pour les classes de sixième, de cinquième, de quatrième et de troisième du collège, Bulletin officiel du Ministère de l'Education Nationale, de l'Enseignement Supérieur et de la Recherche, Paris 2008.

  10. Vgl. den Lehrplan: Bulletin officiel du Ministère de l'Education Nationale, de l'Enseignement Supérieur et de la Recherche Nr. 9/2010, Programme d'enseignement commun d'histoire-géographie en classe de première des séries générales, Paris.

  11. Emile Fouda, Stéphane Grimaldi nouveau directeur général du Mémorial, http://www.libertebonhomme.fr/2012/10/22/stephane-grimaldi-nouveau-directeur-general-du-memorial/, letzter Zugriff am 25.4.2016.

  12. Interview mit Isabelle Bournier am 07.01.2014.

  13. Ebenda.

  14. Das Museum, das inzwischen La Contemporaine heißt, hat bisher keine Dauerausstellung. Es organisiert Ausstellungen zur europäischen Zeitgeschichte und beruht auf der Sammlung der Bibliothèque nationale de l'histoire contemporaine. Zur Zeit entsteht ein Museumsbau in Nanterre bei Paris, der 2021 mit einer Dauerausstellung eröffnen wird, vgl. La contemporaine (Hg.), Journal de la contemporaine (2019) 4, file:///C:/Users/49157/AppData/Local/Temp/Journal_CONTEMP04-WEB.pdf, letzter Zugriff am 1.2.2020. Die neue Dauerausstellung wird den Kalten Krieg thematisieren, DDR-Geschichte jedoch nicht. (Mail der Direktorin Valérie Tesnière vom 20.01.2020).

  15. Sonia Combe u.a., Berlin: L'effacement des traces 1989-2009, in: Sonia Combe u.a. (Hg.), Berlin, l'effacement des traces. [Exposition au Musée d'Histoire Contemporaine - BDIC à l'Hotel National des Invalides à Paris, du 21 octobre au 31 décembre 2009], Lyon 2009, S. 7-13, hier S. 7.

  16. Vgl. das Presseheft der Ausstellung auf der Seite der Bibliothèque de documentation internationale contemporaine (Hg.), Berlin 1989-2009, L’effacement des traces, http://www.bdic.fr/pdf/DP/dossier%20de%20presse%20Berlin.pdf, letzter Zugriff am 6.2.2020.

  17. Sonia Combe, Erinnerung und kritische Geschichte in Frankreich und Deutschland, in: Frank Baasner (Hg.), Frankreich-Jahrbuch 2010. Frankreichs Geschichte: Vom (politischen) Nutzen der Vergangenheit, Wiesbaden 2011, S. 145–157, hier S. 148.

  18. Sonia Combe, D'un slogan à l'autre, ou le peuple vaincu par la rue, in: Combe u.a., Berlin: L'effacement des traces 1989-2009 (Anm. 15), S. 15-26.

  19. Angaben von Valérie Tesnière, per Mail am 13.02.2020.

  20. Frauke Adesiyan, Frankfurter DDR-Splitter am Ku'damm ausgestellt, in: MOZ 11.05.2017, https://www.lemonde.fr/idees/article/2017/06/04/sur-les-traces-de-la-rda_5138638_3232.html, letzter Zugriff am 6.2.2020.

  21. Pierre-Jérôme Adjedj, Rita Aldenhoff-Hübinger, Nicolas Offenstadt, Éclats DDR-RDA Splitter, ou comment exposer les traces de la RDA: une expérience, Cahiers d'histoire 137/2018, S. 155-180, https://journals.openedition.org/chrhc/6446, letzter Zugriff am 6.2.2020.

  22. Ebd.

  23. Ebd.

  24. Nicolas Offenstadt, Le pays disparu, Sur les traces de la RDA, Paris 2018; Ders., Urbex RDA, L'Allemagne de l'Est racontée par ses lieux abandonnés, Paris 2019.

  25. René Schlott, Auf der Suche nach dem verlorenen Land. Der Franzose Nicolas Offenstadt erkundet die Ruinen des SED-Staats, in: DIE ZEIT 23.10.2019, https://www.zeit.de/2019/44/urbex-rda-nicolas-offenstadt-ddr, letzter Zugriff am 16.03.2020.

  26. Mail von Pierre-Jérôme Adjedj vom 06.02.2020.

  27. Sonia Combe, La RDA par effraction, En attendant Nadeau (2017) 36, URL: https://www.en-attendant-nadeau.fr/2017/07/04/rda-effraction-berlin/, zuletzt besucht am 6.2.2020; Pierre-Jérôme Adjedj u.a., Éclats.

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Dr. phil.; ist Kulturhistorikerin und arbeitet zur Vermittlung von DDR-Geschichte und zu Erinnerungskulturen an der Schnittstelle von Forschung und (Ausstellungs-)Praxis.