Artikel im

9. November 1989. Der Mauerfall aus vielen Perspektiven | Deutschland Archiv | bpb.de

9. November 1989. Der Mauerfall aus vielen Perspektiven

Eine Zusammenstellung der Redaktion Deutschland Archiv

/ 3 Minuten zu lesen

Wie kam es zum Mauerfall am 9. November 1989? Oder war es ein Mauer-Sturz? Dieses Beitragspaket bündelt mehrere Sichtweisen - aus Wissenschaft, Medien, Kultur und Politik. Fotoserien und Videodokumente ergänzen das Mini-Dossier und ermöglichen eine facettenreiche "Zeitreise" mehr als drei Jahrzehnte zurück.

Eine Maueröffnung hatte sich der SED-Staat anders vorgestellt - allenfalls gegen Devisen. Tanz auf der Berliner Mauer vorm Brandenburger Tor am 10.11.1989. (© Holger Kulick)

  • Ohne die Friedliche Revolution wäre die Maueröffnung nie möglich geworden. Ein Interner Link: filmischer Rückblick auf die vorentscheidenden Wochen im Oktober 1989.

  • 9. November 1989, 23.20 Uhr im Grenzübergang Bornholmer Straße. Die Mauer ist offen. (© Spiegel-TV)

    Die eigentlichen Maueröffner waren jene Menschen, die am Abend des 9. November 1989 ohne jede Angst den Grenzübergang Bornholmer Straße stürmten. Georg Mascolo vom Spiegel hat das damals exclusiv gefilmt. Interner Link: Hier sein unkommentiertes Drehmaterial und ergänzend eine Text-Reportage.

Beginn der Demontage des Grenzzauns nahe Nickelsdorf (Österreich) und Hegyeshalom (Ungarn) am 2. Mai 1989 durch ungarische Grenzer. (© picture-alliance, Votava)

  • Der ehemalige Osteuropa-Korrespondent des ZDF, Joachim Jauer, hält nicht den 9. November für den Tag der Maueröffnung, sondern den 2. Mai 1989, Interner Link: als in Ungarn der "Eiserne Vorhang" fiel. Gorbatschow habe dem zugestimmt und die DDR-Regierung habe die Dimension dieses Schrittes nicht begriffen.

  • Der Historiker Gerhard Sälter von der Stiftung Berliner Mauer verdeutlicht, Interner Link: warum mit der Mauer das gesamte Machtsystem der SED zerbrach. Denn nun fehlte dem Regime der Halt - ein Repressionskurs war nicht mehr möglich.

  • Video: Mehrere namhafte Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten wie sie den 9. November erlebten, darunter auch die Verfasser der auslösenden DDR-Reiseregelung und eine entscheidende Stimme aus der damaligen sowjetischen Botschaft in Ost-Berlin. Ein Beitrag vom 9.11.1999 aus 3sat-Kulturzeit.

    Mühlenstraße in Friedrichshain, 1987. Heute verläuft hier die East Side Gallery. (© Detlef Matthes)

  • Fotodokumentation: Bevor die Mauer fiel, war es in Ost-Berlin nicht leicht, sich ihr zu nähern, im Gegenteil. Es bestand Lebensgefahr. Der Ost-Berliner Fotograf Detlef Matthes hat es trotzdem jahrelang versucht. Interner Link: Hier sind 30 seiner Schwarz-Weiß-Bilder und deren Geschichte.

Transparent am 4.11.1989 in Ost-Berlin. (© bpb-DVD Feindbilder)

  • Ein MfS-Dokument aus dem Herbst '89 dokumentiert über Interner Link: 1.200 Parolen der Friedlichen Revolution, darunter mehr als hundert zum Thema Mauerfall und Wiedervereinigung, zum Beispiel: "Grenzenlose Freiheit!", "Egon reiß die Mauer ein, unser Staat braucht jeden Stein!", "Ausreisefreiheit!" oder "Die Mauer muss weg, sonst hat die Demokratie keinen Zweck!".

    • Die Mauer aus Stasi-Perspektive. Als die innerdeutsche Grenze noch existierte, wurde jedes Vorkommnis auf Ost- und Westseite von der Stasi protokolliert. Hier das Video aus der bpb-DVD "Feindbilder". (Leider erst 2022 wieder online verfügbar).

    Ab Frühjahr 2022 im Angebot des Deutschland Archivs: Rund 100 TV-Beiträge des politischen ZDF-Magazins "Kennzeichen D" aus den Jahren 1971 bis 2001 zeichnen die Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen und der innenpolitischen Lage in der DDR bis zum Mauerfall nach. (© bpb / Kulick)

    • Fernseh-Zeitreise: Ausgewählte TV-Beiträge auf dem Weg zum Mauerfall aus dem ehemaligen deutsch-deutschen ZDF-Fernsehmagazin "Interner Link: Kennzeichen D". Unter diesem Link ist zunächst die Sendung vom Vortag des 9. November 1989 zu sehen. Sie macht die angespannte Stimmung damals deutlich und lässt aufhorchen. Denn West-Berlins damaliger Regierender Bürgermeister Walter Momper sagt am Tag vor dem Mauerfall einen endlosen Besucherstrom aus Ost-Berlin voraus und dass sich West-Berlin bereits intensiv darauf vorbereitet.

    Erinnerung an den Mauerfall, East Side Gallery, Berlin 2020. Das Bildmotiv des Berliner Künstlers Kani Alavi aus dem Jahr 1990 heißt: "Es geschah im November" (© bpb/H.Kulick)

  • Die Linguisten Prof. Norbert Dittmar und Dr. Christine Paul von der FU Berlin machen anhand von 100 Audiodateien aus den Monaten nach der Maueröffnung deutlich, welche Hoffnungen und welche Ängste die Entwicklung damals für Ost-Berlinerinnen und Berliner mit sich brachte. Nach dem Mauerfall hatten Sie Ost-Lehrerinnen und Lehrer mit dem West-Schulsystem vertraut gemacht und sie gebeten, mit ganz normalen Menschen Tonband-Interviews zu deutsch-deutschen Seelenlage zu führen. Interner Link: Ein zeithistorischer Audioschatz.

    • Satire: In den Jahren vor dem Mauerfall verlor die Mauer auf ihrer Westseite zunehmend an Respekt und wurde zur Graffiti-Fläche. Und im "West-Fernsehen" fand sogar Satire über den drohenden Mauer-Verfall einen Platz. Ein kurzer Beitrag aus dem Januar 1988, damals gezeigt im Interner Link: ZDF-Länderspiegel.

    Mauerrest im Süden Berlins 1991. (© Holger Kulick)

  • Ergänzend: Die Chronik der Mauer. Externer Link: Ein weiteres Info-Paket der bpb.

  • Fussnoten