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Ostdeutsche Identität

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 35 Analysen & Essays. „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Das Scheitern der Jugendhilfe in der DDR - ein Beispiel Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. 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Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Ostdeutsche Identität Zwischen medialen Narrativen und eigenem Erleben

Susanne Rippl Nelly Buntfuß Nicole Malke Natalie Rödel

/ 17 Minuten zu lesen

Auch fast 30 Jahre nach dem Fall der Mauer ist die Unterscheidung in „ost-“ und „westdeutsch“ in der medialen Öffentlichkeit an der Tagesordnung. Doch wie relevant ist die Kategorie „ostdeutsch“ für das individuelle Erleben? Der Beitrag wirft anhand einzelner Fallanalysen ein Schlaglicht auf dieses komplexe Thema.

Ein Plakat in Mecklenburg-Vorpommern bewirbt die Region mit dem Schriftzug „Für uns ist Osten mehr als eine Himmelsrichtung", 2013 (© picture alliance / dpa-Zentralbild, Foto: Stefan Sauer)

Der Kampf um Anerkennung und eine positive Identität prägt den Prozess des „Zusammenwachsens“ von Ost- und Westdeutschland seit der Wende. Der Sozialwissenschaftler Thomas Ahbe konstatiert:

„1990, im Jahr der deutschen Einheit, deutete nichts darauf hin, dass man sich noch Jahre später in Politik und Wissenschaft mit einer besonderen ostdeutschen Identität beschäftigen würde. Denn vor den alles entscheidenden Volkskammerwahlen am 18. März 1990 verstanden sich nur noch 32 Prozent der DDR-Bürger als Ostdeutsche – dagegen sahen sich 61 Prozent der DDR-Bürger als Deutsche. Das Bild war also eindeutig. Die Sonder-Identität ‚Ex-DDR‘ oder ‚ostdeutsch‘ schien zu verschwinden.“ Im Jahr 2016 fühlten sich 64,1 Prozent der Ostdeutschen weiterhin stark beziehungsweise ziemlich stark mit der DDR verbunden, mit der alten Bundesrepublik fühlten sich – sehr ähnlich – 64,7 Prozent der Westdeutschen weiterhin verbunden. Gleichzeitig gaben rund 80 Prozent in Ost und West an, sich mit der Bundesrepublik als Ganzes verbunden zu fühlen. Bis heute ist die Identifikation der Deutschen mit Deutschland als Einheit ambivalent. Das Thema ist fast 30 Jahre nach der Wende medial äußerst präsent – das Anwachsen rechtspopulistischer Bewegungen und die Erfolge der Alternative für Deutschland (AfD) in Ostdeutschland haben zudem zu einem deutlichen Aufwind eines negativen Diskurses über Ostdeutschland geführt.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die öffentliche Unterscheidung in „ost-“ und „westdeutsch“ mit dem individuellen Erleben korrespondiert, oder ob im Alltag der Ostdeutschen diese Attribute möglicherweise gar nicht mehr so relevant sind.

Narrative, Medien und Identität

Ost versus West ist bis heute im medialen Diskurs eine feste symbolische Ordnungs- und Abgrenzungskategorisierung und keine primär geografische Einordnung. Die emotionale und symbolische Aufladung dieser Kategorisierung ist weiterhin viel größer, als dies bei der Unterscheidung Nord versus Süd der Fall ist. Begriffe wie „Kolonialismus“ oder „Bürger zweiter Klasse“ prägen das mediale Bild und das dominante Narrativ der Nachwendezeit und damit der Beziehungen zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen bis in die Gegenwart. Der Sozialwissenschaftler Daniel Kubiak spricht von einer andauernden diskursiven Abwertung, wenn es etwa um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Ostens oder die unterstellte unterentwickelte demokratische Zivilgesellschaft geht. Defizite stehen bei der Sicht auf den Osten Deutschlands im Vordergrund. Der Soziologe Raj Kollmorgen spricht von „hegemonialen Massenmedien“, die überwiegend negativ über Ostdeutschland berichten. Ähnliches ergab die Diskursanalyse deutscher Medien durch den Sozialwissenschaftler Thomas Ahbe. 2017 sprach der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, in einem Interview mit der Berliner Zeitung von der „kulturellen Hegemonie“ der Westdeutschen. Umgekehrt findet aber auch aus ostdeutscher Sicht oft eine Selbstkategorisierung statt. So wird die Schließung von Betrieben in Ostdeutschland etwa am Beispiel Siemens von den Betroffenen als Ost-West-Problem und nicht primär als Folge der Handlungslogik eines global agierenden Unternehmens betrachtet. Oder ostdeutsche Politiker bestehen auf einer Vertretung der Ost-Bundesländer in der Bundesregierung (etwa durch ein Ministeramt für eine Person mit ostdeutscher Herkunft oder durch die Forderung nach einer/einem Bundesbeauftragten für die neuen Bundesländer). Auch hier wird die Zugehörigkeit „ostdeutsch“ herausgehoben und symbolisch aufgeladen. Weniger trennend und weit weniger symbolisch wäre es, einen Beauftragten für strukturschwache Räume zu fordern. Die Selbstdarstellung als „Opfer“ überwiegt dabei als Narrativ. Positive Referenzen wie zum Beispiel die Friedliche Revolution, die biografischen Leistungen vieler Ostdeutscher in der Phase der Nachwendezeit oder der Emanzipationsvorsprung der Frauen in Ostdeutschland, bleiben dagegen oft unbenannt. Die unterschiedliche Geschichte beider Teile Deutschlands ist – ohne Zweifel – bis heute relevant, allerdings schafft die medial gestützte Verkürzung und Vereinfachung auf „Ost versus West“ ein Narrativ der Gegensätzlichkeit, das nicht dem Zusammenwachsen dient, sondern oft mit abwertenden Vergleichen verbunden ist und die Kategorien symbolisch auflädt und am Leben erhält.

Kollektive Narrative prägen die Konstruktion der eigenen Identität der Menschen. Narrative sind sinnstiftende Erzählmotive, die Ereignisse und Erfahrungen in ein konsistentes Weltbild einordnen. Durch Reduktionen und selektive Verfahrensweisen wird die Komplexität der Lebenserfahrungen und der Weltwahrnehmung reduziert und in eine einfache Ordnung gebracht. Die Konstruktion der eigenen Biografie ist dabei von sozialen und kollektiven Zugehörigkeiten und damit verbundenen Narrativen geprägt, die zur Identitätsbildung beitragen. Kollektive Identitäten werden dann für das Selbstbild relevant, wenn sich eine Person mit dem damit verbundenen Narrativ identifiziert. Es stellt sich die Frage, inwieweit die Ostdeutschen „gezwungen“ sind, negative Narrative in ihre Identität zu integrieren und welche Rolle die kollektive Zugehörigkeit „ostdeutsch sein“ für Menschen in Ostdeutschland spielt. Inwieweit erlangen die stark medial geprägten Narrative über Ostdeutschland eine subjektive Relevanz für die Identitätskonstruktion der Ostdeutschen? Aus individueller Perspektive ist die kollektive Identität „ostdeutsch“ eine Facette einer Vielzahl weiterer sozialer Identitäten, die je nach subjektiver Bedeutung zum eigenen Selbstbild zusammengefügt werden und zum Selbstwertgefühl beitragen. Die mediale Aufbereitung spielt eine besonders wichtige Rolle für die Entstehung kollektiver Narrative. Die Intensität und Geschwindigkeit der Verbreitung von Informationen oder Botschaften hat durch die digitalen Medien enorm zugenommen, damit haben Narrative, Begrifflichkeiten, Symbole, die durch Medien verbreitet werden – wie etwa der Begriff „Dunkeldeutschland“ – eine enorme Wirkung. Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck sprach 2015 in einer Rede – in Bezug auf fremdenfeindliche Aktionen – von „Dunkeldeutschland“ und wurde für seine pauschale negative Verstärkung einer Ost- versus West-Differenz kritisiert. Über die mediale Verbreitung und die Verwendung des Schlagworts (#Dunkeldeutschland) in sozialen Netzwerken wurde der Begriff quasi über Nacht zu einem negativen Synonym für Ostdeutschland. Insbesondere emotional aufgeladene und populistisch aufbereitete einfache Botschaften verbreiten sich schnell. Über die Polarisierung werden kollektiv besonders wirksame Bilder und Narrative geschaffen. Dennoch stellt sich die Frage, ob über diese mediale Verbreitung zugleich eine große Relevanz dieser negativen Kategorien für den Einzelnen entsteht.

Von der Theorie zur Methode

Ziel unserer Studie war es, die Fragestellung mit Hilfe qualitativer Interviews zu explorieren. Den theoretischen Rahmen bildeten – neben den oben dargelegten Überlegungen zum Stellenwert kollektiver Narrative – Bezüge zur Theorie sozialer Identität und zum Konzept des sozialen Vergleichs als Mechanismus der Herstellung sozialer Identität über Distinktionsprozesse. Nach den Sozialpsychologen Henri Tajfel und John Charles Turner liefern soziale Zugehörigkeiten (und damit kollektive Narrative) einen wichtigen Beitrag zum Selbstwertgefühl eines Menschen. Menschen streben – so die Annahme – nach einem positiven Selbstwertgefühl, und daher ist es wichtig, dass subjektiv bedeutsame (saliente) soziale Zugehörigkeiten positiv bewertet werden. Die Bewertung erfolgt als Ergebnis des sozialen Vergleichs. Die Kategorie „ostdeutsch“ ist – wie dargelegt – vielfach negativ besetzt und würde nach der Logik dieser Theorie eher negativ zum Selbstwert beitragen. Inwieweit dies zum Tragen kommt, hängt allerdings wiederum von verschiedenen Faktoren ab – etwa davon, wie bedeutsam (salient) diese Kategorie überhaupt im Leben der Menschen ist, welche Vergleichsgruppe oder welche Vergleichsdimensionen gewählt werden (zum Beispiel wirtschaftlicher Erfolg, sozialer Zusammenhalt oder der Opferdiskurs als Abwehrmechanismus). So verfügen Menschen über kognitive Mechanismen, um mögliche negative Vergleichsergebnisse zu vermeiden.

Da das Ergründen der Relevanz ein Ziel unserer Befragung war, sollte eine möglichst geringe Relevanz durch die Befragung selbst erzeugt werden. Dabei waren wir uns darüber bewusst, dass dies natürlich nicht völlig zu vermeiden ist, da das Gespräch nicht ohne Anlass geführt werden kann. Da in den Pretestinterviews bereits deutlich wurde, dass die Befragten sehr wenig mit der Thematik anfangen konnten, haben wir uns für einen Leitfaden entschieden. Diesen haben wir relativ kurz und offen gehalten, mit möglichst wenigen Vorgaben. So wurde beispielsweise eine Referenz zum Westen nicht explizit von den Interviewern erwähnt. Methodisch haben wir uns dabei an den Vorgaben von Strübing und Hopf orientiert. Ziel der Interviews war es, die Alltagsrelevanz des Themas zu erfassen. So sollte zum Beispiel untersucht werden, inwieweit das Thema in Gesprächen in der Familie oder unter Freunden eine Rolle spielt und welche Inhalte dabei wichtig sind. Erst zum Abschluss wurde gefragt, inwieweit die Darstellung in den Medien die Befragten selbst betrifft oder berührt. Bei der Auswahl der Interviewpartnerinnen und -partner haben wir versucht, möglichst unterschiedliche Personenkreise zu erreichen und haben daher gezielt Personen ausgewählt, die sich hinsichtlich Bildung, Geschlecht und Alter unterschieden. Insgesamt haben wir zehn Personen in ihrem alltäglichen Kontext interviewt.

Ergebnisse

Einzelfallanalyse

Die erste Interviewpartnerin ist 27 Jahre alt, Diplom-Ingenieurin und wohnt seit drei Jahren in Westdeutschland. Die Person verneint sehr entschieden die Relevanz ihrer ostdeutschen Herkunft. Sie verbindet mit Ostdeutschland den „Trabi – sonst nix“ und konstatiert: „Ostdeutschland gibt es seit 1990 nicht mehr. Das verbinde ich mit Ostdeutschland“. Aus ihrer Sicht wird das Thema nur in den Medien fortgeführt. Sie spricht weder in der Familie noch im Freundeskreis über das Thema. „Es gibt keine Unterschiede“. Im Interview offenbart sich nur in einer kurzen Aussage, dass die negative Sicht auf den Osten als „Nazi-Land“ sie traurig mache. Sie betont, dass es im Westen genauso viele Nazis gebe. An dieser Stelle des Interviews kommt kurz an die Oberfläche, was man unterschwellig spürt. Sie verteidigt Ostdeutschland – es berührt sie aber angeblich nur deshalb, weil „irgendwelche Leute meinen, sie müsste sich angesprochen fühlen“. Offenbar wird dieses Thema in Westdeutschland oft an sie herangetragen, ohne dass sie es möchte. Sie wehrt es ab, aber gerade dadurch wird es sehr salient, obwohl sie dies verneint. Sie wünscht sich, dass das Thema bedeutungslos sei und „dass alle gleich sind“.

Der zweite Interviewpartner ist ein 21 Jahre alter Student, der täglich viele Kontakte zu Westdeutschen hat. Das Thema ist für ihn eher unwichtig, sagt er – durch den Kontakt zu Westdeutschen im Studium wird es aber immer wieder salient. Dabei seien beispielsweise die unterschiedliche Bezeichnung der Uhrzeit und andere Alltäglichkeiten der Anlass, Unterschiede scherzhaft zu thematisieren. Ihm selbst fällt wenig ein, was er mit „ostdeutsch sein“ verbindet. Erst nach Bedenkzeit sagt er „AfD“. Er empfindet die negativen Zuschreibungen von außen („alle rechts“ oder „Hinterwäldler“) als ungerecht und realitätsfern. Die Westdeutschen, die er im Studium kennengelernt hat, merken seiner Meinung nach selbst sehr schnell, dass viele Aussagen über den Osten nicht stimmen. „Ostdeutsch sein“ existiert für ihn primär als äußere Zuschreibung, ohne für sein Leben bedeutsam zu sein.

Die dritte Interviewpartnerin ist 53 Jahre alt, sie hat Abitur, arbeitet aber aktuell als Küchenhilfe. Das Thema hat in ihrem Alltag wenig Bedeutung. Sie hat keinerlei Kontakte zu Westdeutschen und empfindet eine große „Fremdheit“ gegenüber Westdeutschen, diese werden begrifflich mit Ausländern gleichgesetzt. „Ich hab’ keine Erfahrungen mit Ausländern und ich hab keine Erfahrungen mit den Westdeutschen.“ Die Interviewte berichtet insgesamt relativ neutral, ohne eine Motivation, Westdeutsche negativ zu beschreiben – „das ist halt so“ [...] „Ich bin auf meiner Scholle als Sachse festgeklemmt“. Zu Ostdeutschland fällt ihr spontan nur die „Mauer“ ein, was als ein negatives Attribut in die Vergangenheit weist. Die zum Teil negative Darstellung Ostdeutscher in den Medien berührt sie nicht. Die Ostdeutschen beschreibt sie eher negativ – im Sinne des „Jammer-Ossis“. „Das zieh ich mir ja auch nicht an. Der Ostdeutsche ist ja knatschig. Das ist ja klar.“ Es besteht eine große Distanz zum Westen, wobei der Westdeutsche nicht negativ bewertet wird. Sie verwendet die Kategorien, aber problematisiert diese nicht.

Die vierte Interviewpartnerin ist 52 Jahre alt, hat Abitur und ist Sachbearbeiterin in einer Buchbinderei. Sie hat gelegentlich berufsbedingte Kontakte zu Westdeutschen. Das Thema ist in ihrem Leben nicht wichtig. Sie verbindet den Osten stark mit der Vergangenheit (Kindheit, Zusammenhalt, Kreativität, ohne Sorgen, behütet). Es überwiegt eine positive nostalgische Sicht und ein gewisser Stolz, weil man es gewöhnt war „seine Frau zu stehen“ und kreativ zu sein, „man hatte nicht viel, das war aber nicht wichtig“. Relevant war das „ostdeutsch sein“ für sie zur Zeit der Wende, da sie damals beruflich eingeschränkt wurde. Sie lehnt die Aufteilung in Ost oder West ab und ist über die Darstellung eines solchen Gegensatzes in den Medien verärgert. Reale Unterschiede, wie bei Löhnen und Gehältern, sind für sie allerdings ein Grund, sich zu ärgern. „Eigentlich sind doch alle gleich“ sagt sie.

Der fünfte Interviewpartner ist 28 Jahre alt, arbeitet als Ingenieur und hat oft Kontakte zu Westdeutschen. Das Thema ist für ihn im Alltag irrelevant. Er sieht auch keine Unterschiede zwischen Ost und West, es ist für ihn nur etwas „Räumliches“. Er selbst verbindet wenig mit „ostdeutsch sein“ und stört sich auch an der Konstruktion von Unterschieden in den Medien.

Die sechste Interviewpartnerin ist 27 Jahre alt und Studentin. Sie hat wenige Kontakte zu Westdeutschen. Zuerst fallen ihr die realen Unterschiede ein – etwa bei den Löhnen. Die Kategorien Ost oder West sind für sie relevant. Sie distanziert sich selbst vom „Jammer-Ossi“. Sie empfindet durchaus eine Bindung zum Osten und zu ihrer Stadt und empfindet Abwertungen durch westdeutsche Studenten als unfair. Die Darstellung in den Medien erlebt sie allerdings nicht als „von oben herab“, sondern als – „die reale Lage, und die ist eher schlimm“. Ihre Betrachtung scheint nüchtern und sachlich.

Der siebte Interviewpartner ist 55 Jahre alt, hat Abitur und arbeitet als Sicherheitsfachkraft. Er hat auch in Westdeutschland gearbeitet. Die Kategorien Ost und West sind für ihn weiter relevant– er verwendet die Redewendung „die da drüben“. Die Beziehung zu Westdeutschen ordnet er ähnlich ein wie die zu „anderen Ausländern“ – beispielsweise zu Türken – was auf eine große Distanz hinweist. Seine Alltagserfahrungen mit Westdeutschen beschreibt er eher positiv. So habe er an den Arbeitsstellen in Westdeutschland keine Unterschiede empfunden und fühlte sich gut aufgenommen. Der Begriff Ostdeutschland ist für ihn negativ konnotiert. Gründe hierfür sind die schlechtere wirtschaftliche Situation, Strukturschwäche und die geringeren Löhne: „Du bist im Osten eben beschissener dran [...]. Du hast als Ossi keinen „Nationalstolz“ [...], aber das ist halt so“. Ostdeutschsein wird als ein negatives Attribut wahrgenommen. Er empfindet durchaus eine „Trauer“ über diesen Zustand, aber keine Wut, schreibt dieses auch nicht den Westdeutschen zu. Die Kategorien Ost und West sind spürbar vorhanden, aber ihr emotionaler Gehalt erscheint eher gering.

Die achte Interviewpartnerin ist 60 Jahre alt, sie ist Lehrerin und hat wenige Kontakte zu Westdeutschen. Ostdeutsche zu sein spielt für sie eine „sehr große“ Rolle. Sie ist die einzige Interviewpartnerin, die dies so deutlich hervorhebt. Ostdeutschland ist ihre Heimat, dort gehört sie hin. Sie verbindet „ostdeutsch“ sehr stark mit der Vergangenheit (Wärme, Kindheit, Zusammenhalt) und zählt dabei nur Positives auf. Sie sieht es aber auch als Synonym für „hinterwäldlerisch“. Die Kategorien Ost und West bestehen für sie klar fort. Bei Ferienfahrten sagt sie immer, wenn sie die ehemalige Grenze überschreitet: „Jetzt fahren wir über die Grenze“. Sie spricht auch von „unseren Medien“ und westdeutschen Medien, deren Berichterstattung sie ablehnt. Sie benutzt die Kategorien, um ihre Welt zu ordnen, problematisiert sie aber nicht. Ein Feindbild „Wessi“ ist nicht festzustellen, sie benutzt diesen Begriff nicht. „Wir [Älteren] können nun mal nicht aus unserer Haut“, aber „die Jungen, die sehen Deutschland als eins“.

Der neunte Interviewpartner ist 31 Jahre alt, hat einen Realschulabschluss und arbeitet als Küchenleiter. Im Interview entstehen sehr lange Redepausen. Das Thema hat offenbar eine sehr geringe Salienz, der Interviewte zeigt wenig Emotionen. Wenn überhaupt, verbindet er damit die Vergangenheit seiner Eltern oder Großeltern. Wenn er sich entscheiden müsste, so sagt er, dann ist er eher „Deutscher“ als „Ostdeutscher“.

Die zehnte Interviewpartnerin ist 49 Jahre alt, hat Abitur und arbeitet freiberuflich. Sie hat täglich Kontakt zu Westdeutschen. Auch für sie hat das Thema eine geringe Salienz, dennoch hat sie eine sehr bestimmte und klare Haltung dazu. Das Thema ist für sie Vergangenheit, etwas, das sie hinter sich lassen will. Früher sei es relevant gewesen, sagt sie, heute aber habe es keinerlei Auswirkungen auf ihr Leben. Sie zeigt keine Emotionalität und stellt auch keinen Bezug zu Kategorien Ost und West oder „Wessi“ her.

Vergleichende Analyse

In der Auswertung zeigte sich, dass sich nur in vier der zehn Interviews eine relevante Salienz des Themas für das Leben der Befragten ergab. Fast alle Befragten nutzen zwar die Kategorisierung „ostdeutsch“, aber zumeist primär als kognitiven Ordnungsbezug, ohne damit starke Emotionen oder Wertungen zu verbinden. Nur in einem Interview wird „der Wessi“ als negative Referenz verwendet. In einigen Interviews wird eine relativ große Distanz zu Westdeutschen sichtbar – dies zeigt sich deutlich in der Verwendung der Unterscheidung Ost/West auf gleicher Ebene wie die Unterscheidung zu „Ausländern“. Der Osten wird hauptsächlich mit der Vergangenheit assoziiert, wobei diese nicht kritisch oder politisch thematisiert wird, sondern insbesondere von den älteren Befragten eher nostalgisch in Verbindung mit „Kindheit, Wärme, Zusammenhalt“ gebracht wird. Die Jüngeren verbinden mit dem Osten oft die DDR, konkret „den Trabi“ beziehungsweise „etwas, das vorbei ist“. Die Referenz auf die Vergangenheit markiert auch eine Sichtweise, die die mentale Trennung in Ost und West in der Zukunft aufheben und hinter sich lassen möchte. Insgesamt ist es den Befragten sehr schwer gefallen, etwas Konkretes mit „ostdeutsch sein“ zu verbinden. Oft entstanden vor der Antwort Denkpausen. Keiner der Interviewten äußerte sich extrem positiv, im Sinne von Stolz auf Ostdeutschland. Ebenso wenig ergaben die Interviews extrem negative Konnotationen. In zwei Interviews wurden explizit negative Selbstbeschreibungen geäußert, in dem Sinne, dass zu viel „gejammert“ würde oder dass die Zuordnung „ostdeutsch zu sein“ keinen Stolz erzeuge und allgemein eher mit Negativem verbunden sei. Negative Assoziationen, die mit dem heutigen Ostdeutschland verbunden wurden, waren die Begriffe „Nazis“ oder AfD (in zwei der Interviews genannt) und reale Konflikte, wie existierende Lohnungleichheiten, die in drei der Interviews benannt wurden, allerdings ohne diese Motive in einen „Opfer-Diskurs“ einzubetten. Positive Narrative zu der Zeit nach der Wende ergaben die Interviews nicht.

Für das Gros der Befragten (mit Ausnahme einer Person mit unterschwellig hoher Salienz) hat das Thema eine eher geringe Alltagsrelevanz und wurde weit weniger emotional betrachtet als anfänglich erwartet. Selbst im Verlauf der Interviews wurden kaum starke Emotionen sichtbar. Es überwog eine Haltung, die die Thematik in die Vergangenheit verweist und die Gegenwart – teilweise als Wunsch formuliert – im Sinne eines „wir sind jetzt eins“ oder „für die Jungen zählt das nicht mehr“ konstruiert. Eine starke emotionale Polarisierung zwischen Ost und West konnten wir in den Interviews nicht finden. Auf die Frage nach der negativen Darstellung in den Medien wurde zwar teilweise mit Bedauern reagiert, allerdings wurde diese auch zum Teil als gerechtfertigt beschrieben oder als irrelevant für die eigene Person. Das Thema ist – zumindest im Rahmen unserer Interviews – von weit geringerer Bedeutung für die Befragten, als es die Relevanz in den Medien suggeriert. Die höchste Salienz ergab sich im Interview mit der einzigen Person, die zurzeit in Westdeutschland lebt.

Fazit

Ausgangspunkt unserer Studie war die Frage, welche Rolle die Kategorie „ostdeutsch“ für die Identitätskonstruktion der Menschen in Ostdeutschland spielt. Dabei ging es uns nicht um die Relevanz des Themas in öffentlichen Diskursen, sondern um die alltägliche Bezugnahme des Einzelnen auf die Kategorisierung „ostdeutsch“ und die damit verbundenen Narrative. Zentrales Ergebnis der Auswertung unserer zehn Leitfadeninterviews ist, dass sich die von uns befragten Menschen – anders als medial vermittelt – in ihrem alltäglichen Leben sehr wenig mit der Kategorie „ostdeutsch“ als Identitätsbezug befassen. Für viele ist die Zuordnung zu abstrakt, zu wenig greifbar. Viele konnten schwer Themen oder gar Besonderheiten zuordnen – das Gespräch stockte sehr oft, wenn es konkreter werden sollte. In Gesprächen mit Familie und Freunden spielt das Thema keine Rolle. Ebenso erfolgte kaum eine emotionale Reaktion auf die Zuordnung. Man ist vielleicht Chemnitzer oder vielleicht auch noch Sachse – aber „ostdeutsch sein“ ist offenbar eine für viele eher künstliche, äußerlich erzeugte Kategorie, die am ehesten mit der Vergangenheit verbunden und von außen zugeschrieben wird. In der Gegenwart wird die Kategorie zwar von allen Interviewpartnern verwendet, sie wird aber primär als ordnende Kategorie eingesetzt, womit durchaus eine innere Grenzziehung verbunden ist. Diese mentale Grenzziehung ist definitiv weiterhin existent – allerdings ist die Verwendung meist wenig emotional besetzt und scheint, zumindest für die von uns Befragten, kein zentraler Bezugspunkt für die eigene Identität zu sein.

Häufig wurde geäußert, dass die Unterscheidung Ostdeutsche versus Westdeutsche eigentlich keine Bedeutung mehr habe, dass „Deutschland eins sei“. Kubiak bezeichnet diese Haltung als „Einheitsfiktion“ – geprägt von dem Wunsch, dass die politische Einheit auch auf kultureller und sozialer Ebene vollzogen sei. Dieser Wunsch nach Einheit wird – so Kubiak anhand der Befunde seiner Studie – unterbrochen von Abwertungserfahrungen. Ostdeutsche betreiben aus seiner Sicht „Identitätspolitiken“ – im Sinne der sozialen Identitätstheorie könnten diese darin bestehen, die Kategorie „ostdeutsch“ und insbesondere die medialen Abwertungsdiskurse in ihrer Identitätsrelevanz gering zu bewerten. Zumindest könnte die geringe Bedeutung der Thematik in unseren Interviews ein Hinweis darauf sein, dass solche Prozesse stattgefunden haben. Explizite Äußerungen in dieser Richtung gab es kaum.

Die kleine Zahl von Befragten ermöglicht es nicht, aus den Ergebnissen Rückschlüsse auf Verteilungen in der Bevölkerung zu ziehen. Dennoch sind die gefundenen Trends ein Indiz dafür, dass eine emotional aufgeladene dichotome Sichtweise auf die Thematik im Alltag nicht überall so relevant ist, wie es der mediale Diskurs suggeriert. Sicher wäre es mit entsprechender Interviewführung möglich gewesen, den Kontrast Ost versus West schärfer herauszuarbeiten. Genau dies wollten wir durch unsere „passive“ Interviewführung vermeiden. Der Ost versus West-Diskurs erwies sich in diesem Interviewkontext in der Mehrzahl der Interviews als nicht relevant genug, um in den Vordergrund der Interviews zu drängen. Der Umgang mit dem „Osten“ ist unterschiedlich: von „ist mir sehr wichtig, ist meine Heimat“, über nostalgisch bis hin zu einem Schlussstrich „[...] ist Vergangenheit“. In keinem der Interviews ergab sich eine starke Bezugnahme auf eine eigene ostdeutsche Identität. Die aktuellen negativen Zuschreibungen im Kontext des Aufkommens rechtspopulistischer Bewegungen wurden nur in einem Interview problematisiert (die Interviewpartnerin lebt im Westen), ansonsten verbinden die meisten der Befragten das Thema nicht direkt mit ihrer eigenen Person: „Das zieh ich mir nicht an“. Die Darstellungen sind gekennzeichnet durch einen pragmatischen Umgang mit der Situation. Inwieweit dies bereits das Ergebnis einer aktiven „Identitätspolitik“ der Einzelnen ist, muss offenbleiben. Auch wenn die Befunde keine Verallgemeinerung zulassen, findet sich die von uns aufgefundene Sichtweise einer gewissen „Normalisierung“ sehr selten im öffentlichen Diskurs um die „ostdeutsche Identität“. Die mediale Sicht blendet den Fall der „Normalisierung“ in ihrer Berichterstattung eher aus und stützt damit eine Perspektive des Gegensatzes.

Zitierweise: Susanne Rippl, Nelly Buntfuß, Nicole Malke, Natalie Rödel, unter Mitarbeit von Luisa Schubert, Ostdeutsche Identität: Zwischen medialen Narrativen und eigenem Erleben, in: Deutschland Archiv, 16.5.2018, Link: www.bpb.de/269349

Fussnoten

Fußnoten

  1. Thomas Ahbe, Die ostdeutsche Erinnerung als Eisberg. Soziologische und diskursanalytische Befunde nach 20 Jahren staatlicher Einheit. Vortrag auf der Konferenz: Narrative kultureller Identität – Ostdeutsche Erinnerungsdiskurse nach 1989. Université Sorbonne Nouvelle – Paris 3 / Centre d'Etudes et de Recherches sur l'Espace Germanophone (CEREG), Paris 2011.

  2. Eigene Berechnungen, Datenbasis ist die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (Allbus) 2016.

  3. Daniel Kubiak, Der Fall „Ostdeutschland“: „Einheitsfiktion“ als Herausforderung für die Integration am Fallbeispiel der Ost-West-Differenz. Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft 13 (2018) 1.

  4. Frank Richter, Hört endlich zu! Weil Demokratie Auseinandersetzung bedeutet, Berlin 2018; bpb-Chef über westdeutsche Dominanz, Berliner Zeitung, 31.10.2017, Externer Link: https://www.berliner-zeitung.de/politik/bpbchef-ueber-westdeutsche-dominanz--es-fehlen-uebersetzer-kultureller-differenzen--28746484, letzter Zugriff am 17.3.2018.

  5. Oliver Hollenstein, Das doppelt geteilte Land. Neue Einblicke in die Debatte über West- und Ostdeutschland, Wiesbaden 2012; Sachsenmonitor 2017.

  6. Kubiak, Der Fall „Ostdeutschland“ (Anm. 3).

  7. Hollenstein, Das doppelt geteilte Land (Anm. 5).

  8. Raj Kollmorgen, Diskurse der deutschen Einheit, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 30–31 (2010), S. 6-13.

  9. Thomas Ahbe, Die Ost-Diskurse als Strukturen der Nobilitierung und Marginalisierung von Wissen. Eine Diskursanalyse zur Konstruktion der Ostdeutschen in den westdeutschen Medien-Diskursen 1989/90 und 1995, in: Thomas Ahbe, Rainer Gries und Wolfgang Schmale (Hg.), Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von den Anderen nach 1990, Leipzig 2009, S. 59–112.

  10. Berliner Zeitung vom 31.10.2017 (Anm. 4).

  11. Im Kontext der narrativen Psychologie geht man davon aus, dass Menschen ihr Leben in Form von Erzählungen wiedergeben. Ereignisse werden subjektiv verknüpft und so mit Sinn und Bedeutung besetzt.

  12. Wolfgang Kraus, Narrative Psychologie, in: Siegfried Grubitzsch und Klaus Weber (Hg.), Psychologische Grundbegriffe. Ein Handbuch, Hamburg 1998.

  13. Vgl. ebd., S. 132.

  14. Edo Reents, Präsident von Dunkeldeutschland, FAZ, 28.8.2015, Externer Link: www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/bundespraesident-gauck-psychologisiert-mit-einem-bildvon-dunkeldeutschland-13772026.html, letzter Zugriff am 17.3.2018.

  15. Henri Tajfel und John Charles Turner, The social identity theory of intergroup behavior, in: Stephen Worchel and William G. Austin (Hg.), Psychology of intergroup relations, Chicago 1986, S. 7–24.

  16. Richter, Hört endlich zu! (Anm. 4); Kubiack, Der Fall „Ostdeutschland“ (Anm. 3); Ahbe, Die Ost-Diskurse (Anm. 9).

  17. Amelie Mummendey und Sabine Otten, Theorien intergruppalen Verhaltens, in: Dieter Frey und Martin Irle (Hg.), Theorien der Sozialpsychologie, Bd. II. Bern 2002; Richter, Hört endlich zu! (Anm. 4).

  18. Jörg Strübing, Qualitative Sozialforschung, München 2013; Christel Hopf, Die Pseudo-Exploration. Überlegungen zur Technik qualitativer Interviews in der Sozialforschung, in: Zeitschrift für Soziologie, 7 (1978), S. 97–115.

  19. Kubiak, Der Fall „Ostdeutschland“ (Anm. 3).

Lizenz

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Susanne Rippl, Nelly Buntfuß, Nicole Malke, Natalie Rödel für bpb.de

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PD Dr.; wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Technischen Universität Chemnitz. Forschungsinteressen: Rechtsextremismus, Intergruppenkontakte und politische Einstellungen.

cand. BA Soziologie; studentische Hilfskraft am Institut für Soziologie der Technischen Universität Chemnitz.

cand. BA Soziologie; studentische Hilfskraft am Institut für Soziologie der Technischen Universität Chemnitz.

cand. BA Soziologie, studentische Hilfskraft am Institut für Soziologie der Technischen Universität Chemnitz.