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Ausstieg, Aufstieg, Abstieg, und Umstieg

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? 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Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Ausstieg, Aufstieg, Abstieg, und Umstieg

Stefan Körber

/ 16 Minuten zu lesen

Standpunkte bewahren - trotz Brüchen. Ein biografischer Beitrag im Rahmen der Reihe "ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der letzten DDR-Volkskammer. Das ehemalige Mitglied der SPD-Fraktion, Stefan Körber beschreibt, wie er als zeitweiliger Staatssekretär im Wirtschaftsministerium hinter die Kulissen der wirtschaftlichen Transformation Ostdeutschlands blicken konnte und beklagt die "Entwertung von Biografien und Know-how".

Der SPD-Staatssekretär Stefan Körber 1990 nahe dem Gästehaus der Volkskammer in Hohenschönhausen, wo mehrere Abgeordnete unterkamen.

1947 geboren gehöre ich zur „Goldenen Generation" in Deutschland. Nicht das wir auf Rosen gebettet waren, die Nachkriegsjahre bis circa 1960 waren mühsam, aber wir mussten nicht in den Krieg ziehen. Zur Kubakrise 1961 sah es kurz anders aus aber die Weltmächte USA und UdSSR konnten sich arrangieren. Ich hatte eine gute Schulausbildung, die mich, wenn ich das Fach Staatsbürgerkunde ausklammere, in Verbindung mit dem Erziehungseinfluss meiner Eltern und der Medien aus Ost und West zu einem kritischen jungen Mann geformt hat. Denken hatten wir in der DDR ja gelernt!

Trotzdem die Eltern privatwirtschaftlich eine Drogerie betrieben, konnte ich nach dem Abitur das Studium der technischen Kybernetik – meinem Wunschstudienfach – aufnehmen. Mit Anfang 40 hatte ich mich mit meinem Leben in der DDR eingerichtet. Ich hatte einen interessanten Beruf, war verheiratet und hatte zwei Töchter. Wir hatten uns ein ansprechendes Heim geschaffen, besaßen ein Auto, ein kleines Kajütsegelboot und auch einen kleinen Garten. Alles in allem haben wir aus unserem Leben in der DDR das Beste gemacht und haben unser Leben gelebt. Es war Teil unserer Jugend und möglicherweise unser längster Lebensabschnitt. Den mitleidigen Blick meiner späteren westdeutschen Geschäftsführerkollegen zu unserer Existenz in der DDR habe ich nie verstanden. Aber sie kannten ja nur ihre Seite.

Richtig ist, dass auch ich mich seit dem Mauerbau 1961 und der Abschottung der DDR von der internationalen Entwicklung immer stärker eingegrenzt und bevormundet fühlte. Ständig waren mehr Tabus zu beachten und es zehrte an einem, wenn immer neue Grenzen aufgezeigt wurden. Schon als Schuljunge hatte ich mir mittags nach Schulschluss im DDR Fernsehen entweder die Fernsehfunk –Testfilmreihe, in der DEFA Filme gezeigt wurden oder im BRD Fernsehen die Übertragung von Bundestagsdebatten angesehen. Letztere, äußerst spannend! Nachdem Willy Brand mit seiner Interner Link: Ostpolitik auch für uns in der DDR Veränderungen bewirkte, schlug mein Herz für die SPD.

Nach ihrer Neugründung trat ich im Januar 1990 der SDP, wie sich die SPD in der DDR zunächst abkürzte, bei und errang für sie in Brandenburg an der Havel ein Mandat in der letzten Volkskammer der DDR, dem einzig demokratisch legitimierten Parlament in der DDR. Das Mehrheitsvotum, der Wahlsieg der konservativen Allianz für Deutschland zielte auf eine schnelle Widervereinigung und zügiger Umstellung der staatlich gelenkten Planwirtschaft der DDR in eine soziale Marktwirtschaft. Den Weg dorthin kannte niemand, für empirische Versuche war keine Zeit. Welche Verantwortung lastete plötzlich auf unseren Schultern.

Die D-Mark und die Transformation der Wirtschaft

Nachdem mich meine Fraktion als parlamentarischen Staatssekretär ins Wirtschaftsministerium empfahl, wurde ich Mitte Mai 1990 dorthin berufen, stieg meine Verantwortung, denn der Arbeitsauftrag des Wirtschaftsministeriums bestand einzig in der Schaffung von Voraussetzungen für die Transformation der DDR-Wirtschaft, die zukünftig dem freien Markt ausgesetzt sein würde.

Nachdem das DDR-Wirtschaftsministerium spiegelbildlich zum Bundeswirtschaftsministerium strukturiert wurde, wurden auch wirtschaftsrelevante Gesetze der Bundesrepublik-Alt im Eiltempo zum Gesetz auf dem Gebiet der noch DDR. Im 1. Staatsvertrag wurde dieses Gesetzespaket unter der Überschrift „Wirtschaftsunion“ zusammengefasst. Daraus resultierte dann, dass Kombinate in Aktiengesellschaften umzuwandeln waren und deren Vermögen mit Stichtag 1. Juli 1990 in D-Mark in der Eröffnungsbilanz zu erfassen war. In einer zentralen Veranstaltung vor DDR-Wirtschaftsführern hatte ich das zu vertreten. Eine Aufgabe, die viele Betriebe zunächst überforderte. Mit dem Treuhandgesetz der Volkskammer vom 17.Juni 1990 nahm der Transformationsprozess der ostdeutschen Wirtschaft konkrete Gestalt an. Die Treuhandanstalt (THA) war gesetzlich mit einem klaren Arbeitsauftrag institutionell verankert. Sie unterliegt nunmehr der Dienstaufsicht des Ministerpräsidenten, die Satzung der Treuhandanstalt ist durch den Ministerpräsidenten der Volkskammer vorzulegen. Beides Institutionen, die es mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik dann nicht mehr gab!

§5 des Treuhandgesetzes „Einnahmen und ihre Verwendung“ ging noch von positiven Einnahmen des Privatisierungsvorganges aus und sieht sogar die Möglichkeit vor, das „.. Sparern ein verbrieftes Anteilsrecht am volkseigenen Vermögen eingeräumt werden kann“.

Die Entwertung von DDR-Biografien und Know-how

Mit der Widervereinigung wurde die THA als Anstalt des öffentlichen Rechts faktisch zum Funktionalorgan der Bundesregierung, angeleitet durch das Bundesfinanzministerium in Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium. In Vorstand und Verwaltungsrat (Ausnahme: Ministerpräsidenten neue Bundesländer) saß bald kein ostdeutscher Vertreter mehr. Ende 1994 gab es etwa 14.000 privatisierte Unternehmen und Betriebsteile und von den rund 4 Mio. Arbeitsstellen in Treuhandunternehmen blieben Ende 1994 allenfalls eineinhalb Millionen übrig. Welche katastrophale Entwertung von Biographien und Know-how war hier erfolgt! Zugleich hatte die THA ein Schuldenberg von 230 Mrd. D-Mark angehäuft. Wie war das möglich?

Ideologisch geprägte Geister haben dann oft die These von der „Schrottwirtschaft“ der DDR vertreten. Ich empfinde diese Auffassung noch heute als diskriminierend. In meiner beruflichen Tätigkeit vor 1990 hatte ich das Glück einem Spezialistenteam anzugehören, das DDR-weit im Sektor Metallurgie die Inbetriebnahme moderner Anlagentechnik zu begleiten hatte, die oft aus dem damaligen kapitalistischen Ausland importiert wurde. Ich habe so einen eigenen Blick auf die Dinge bekommen. Renommierte Wirtschaftswissenschaftler sahen die DDR-Wirtschaft 1990 etwa auf dem realen Leistungsstand von Portugal, die innere und äußere Staatsverschuldung/Kopf der Bevölkerung der DDR lag bei ca. 5.400 D-Mark, analog für die Bundesrepublik bereits bei circa 11.700 D-Mark.

In einem Lehrgang für Unternehmensberater, den ich Anfang der 90er Jahre abschloss hat sich mir ein Satz eingeprägt: Es genügt nicht, eine Fabrik zu haben, sondern man braucht auch einen Markt für deren Produkte. Und der Markt brach nahezu vollständig weg.

Mit der Währungsunion vom 1. Juli1990 wurde ein Preis-Kosten Verhältnis herbeigeführt, das eine kostendeckende Produktion nicht mehr ermöglichte. Die DDR als Billiglohnland fiel weg und osteuropäische Handelspartner, die ab 1991 ihre Waren in D-Mark bezahlen sollten, waren dazu nicht mehr in der Lage. Der Binnenmarkt (Lebensmittel, Konsumartikel) brach ebenfalls weg, weil die Neubundesbürger lieber Originalartikel einkauften. Erst gegen Mitte der 90er Jahre gelang es Spitzenprodukten der nun privatisierten DDR-Lebensmittelindustrie wie zum Beispiel „Rotkäppchen-Sekt“, „Bautzener Senf“, „Filinchen“, "Spreewaldgurken" u.a.m. in Supermarktketten gelistet zu werden.

Mit dem Austritt der SDP aus der Koalition aufgrund einer Vielzahl von Gründen endete am 20. August.1990 meine Mitarbeit in der Regierung. Einen Tag vorher hatte ich mit EU-Kommissar Karel van Miert die Einbeziehung der Stahlindustrie der DDR in die Regularien des EGKS-Vertrages besprochen [EGKS ist die Abkürzung für Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl]. Die letzte DDR-Regierung hat in kurzer Zeit sehr viel leisten müssen aber die Anerkennung der frei gewählten Regierung der DDR im Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland ist bis zum heutigen Tag leider eine unerledigte Aufgabe.

In die Zeit im Wirtschaftsministerium fällt auch die Berufung in Aufsichtsratsgremien großer Unternehmen. Als Beispiel genannt sei der Aufsichtsrat der EKO Stahl AG in Eisenhüttenstadt, dem ich bis Ende 1994 angehörte. Dies ermöglicht mir tiefere Einblicke in das Interessengeflecht das beim Transformationsprozess der ostdeutschen Wirtschaft Wirkung entfaltete. Nach Verabschiedung des Treuhandgesetzes entwickelt sich die Behörde Treuhand unter der neuen Führung von Dr. Rohwedder zielgerichteter. Das Wirtschaftsministerium verlor zunehmend an Einflussnahme auf die DDR-Wirtschaftsunternehmen. In der Exekutive erfolgte am 20. August mit dem Rückzug der SDP aus der Regierung für mich eine Absenkung der Arbeitsintensität von 150 Prozent auf null. Aber die Volkskammer erforderte weiterhin die ganze Kraft. Eine Sitzung jagte die Nächste. Exekutive und Legislative arbeiteten angestrengt an den letzten Formulierungen des Einigungsvertrages.

Die erste Lesung fand am 6. September und 13. September 1990 statt, die zweite Lesung und Abstimmung über das Gesetzeswerk erfolgte am 20. September 1990.

Ein Ja mit Bedenken

Am 22. August 1990 fasste die Volkskammer mit der notwendigen 2/3-Mehrheit den Beschluss, am 3.Oktober 1990 der Bundesrepublik beizutreten. Am 20. September erfolgte dann die Abstimmung zum Einigungsvertrag. Hier habe ich unter Bedenken mit „Ja“ gestimmt, aber mit 13 weiteren Abgeordneten der SDP dies auch in einer Erklärung zum Abstimmungsverhalten deutlich gemacht. Mir reichten die vereinbarten Instrumente der Wirtschaftsförderung nicht aus, um den Strukturanpassungsprozess in der gewerblichen Wirtschaft in hinreichender Zeit unter sozialen Ansprüchen zu gewährleisten. Meine Einschätzung war nicht verkehrt, wie sich später herausgestellte.

Am 2. Oktober 1990 trat die Volkskammer zur 38. Tagung, zur letzten Sitzung zusammen und löste sich auf. Noch sind mir folgende Worte der Präsidentin im Ohr: „Wo immer Ihr Weg sie hinführen mag, ein reicher Schatz aus Erfahrungen wird Sie dazu begleiten, neue Herausforderungen werden sich stellen“. Und so war es dann auch.

Das Ländereinführungsgesetz der Volkskammer vom 22. Juli 1990 bildete die Grundlage für die Wahl zum Brandenburger Landtag, die am 14.10.90 stattfand. Mit einem beachtenswerten Votum von 39,3 Prozent wurde ich für die SPD in den Brandenburger Landtag gewählt, dem ich bis 1994 angehörte. Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler aber promovierter Diplomingenieur, der viele Jahre in der Industrie von der Entwicklung bis zur Investitionsrealisierung, in verschiedenen Funktionen tätig war. Den zeitgemäßen Bewertungsstandard für Unternehmen, der auch von den nun allgegenwärtigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angewandt wurde, habe ich mir in einem Lehrgang für Unternehmensberater angeeignet. Ich konnte folglich – in Verbindung mit den o.g. Aufsichtsratsmandaten besser als andere Abgeordnete verstehen, vor welchen Problemen die Unternehmen jetzt standen, die dem Privatisierungsziel unterworfen waren.

Dies war auch für den im Jahr 2020 verstorbenen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe der Grund, mich ab und zu als seinen Vertreter in den Verwaltungsrat der THA zu delegieren. An den Beratungen habe ich dann als Gast teilgenommen. Mittlerweile auch Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Brandenburger Landesparlament hatte ich voll damit zu tun, den Transformationsprozess von Unternehmen im Land zu begleiten, und Neuansiedlungen und den Aufbau des Mittelstandes zu fördern.

Im Westen kaum Gespür für den Wandel im Osten

Schnell wurde ich auch Mitglied im Arbeitskreis Allgemeine Wirtschaftspolitik der SPD, dem Kocheler Kreis. Hier kam ich mit führenden Wirtschaftspolitikern der SPD im Bund zusammen und es fand ein reger Gedankenaustausch statt. Hier musste ich auch erkennen, dass meinen Genossen aus den Altbundesländern überhaupt nicht bewusst war, welche auch persönlich einschneidende Zäsur der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik für deren Bürger bedeutete – ich nenne hier nur einmal die Stichworte: Arbeitsplatzverlust, Qualifikations- und Biographieentwertung.

Rund 2.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie aus Berlin und Brandenburg demonstrieren am 28.11.1990 vor dem Sitz der Treuhandgesellschaft in Berlin für die Sanierung ihrer Betriebe in der ehemaligen DDR und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. (© picture-alliance/dpa)

Wohin sollte die Entwicklung des Landes Brandenburg zielen? Reichte die Orientierung am Partnerbundesland Nordrhein-Westfalen, aus dem viele Aufbauhelfer in die Brandenburger Politik kamen oder konnten wir auch einiges besser machen? Um einen weiteren Blick zu bekommen, unternahm der Wirtschaftsausschuss unter meiner Leitung Studienreisen nach Großbritannien (1991) und in die spanische Boomregion Katalonien(1992). In London staunten wir nicht schlecht, wie sich die ehemaligen verfallenen Docklands zu einem internationalen Finanzcenter gemausert hatten. Magret Thatcher war es dann vorbehalten durch die nahezu vollständige Deregulierung der Finanzmärkte den zerstörerischen Neoliberalismus in Europa zu etablieren. Wir sahen Technologiezentren aber auch Bauhöfe in denen arbeitslosen Jugendlichen und Umschülern das ABC des Maurerhandwerks beigebracht wurde.

Kontakte nach China und in die USA

Mit dem Vizelandtagspräsidenten und einem Vertreter der Industrie- und Handelskammer IHK wurde ich bereits im Jahr 1991 zu einem Besuch nach China eingeladen. Der Kontakt in die Stadt WUXI, einer 4 Millionenmetropole in der Nähe von Shanghai, kam auf Initiative der chinesischen Seite zustande und wurde durch einen ehemaligen Mitarbeiter des DDR Außenhandels vermittelt. Der damalige chinesische Ministerpräsident Li Peng hatte gerade die Weisung herausgegeben, „ ..insbesondere in Ostdeutschland mit Firmengründungen und gegenseitigen wirtschaftlichen Aktivitäten zur praktischen Zusammenarbeit zu kommen“.

Öffentliche politische Kontakte mit dem Reich der Mitte wurden damals in Europa vermieden, die Ereignisse am Tian`anmen-Platz waren noch frisch in Erinnerung. Wir hatten überhaupt keine Vorstellung, was uns in China erwartete. Zurückgekommen sind wir mit der Erkenntnis, ein wirtschaftlich hochdynamisches Land mit einer sehr engagierten Bevölkerung kennengelernt zu haben. Die Entwicklung hat das bestätigt und einige der Kontakte haben sich in der Folgezeit sehr positiv entwickelt und wurden auch von späteren Delegationen genutzt. In Abstimmung mit der Präsidentin der Treuhandanstalt, Birgit Breuel, wurden der chinesischen Seite relevante Broschüren der THA zur Privatisierung und ihr aktuelles Firmenverzeichnis mit dem Hinweis überreicht, sich an deren Privatisierung aktiv zu beteiligen.

Kontrastprogramm USA im Jahr 1993. Hier gehörte ich einer Delegation von Abgeordneten Deutscher Landtage an. Es ging mehr um den Einblick in das politische System der USA. Hängengeblieben bei mir ist der große Kontrast zwischen Arm und Reich, der vom politischen System zugelassen und gefördert wird. Die Villen der Reichen auf der einen Seite der Stadt und Straßen mit lodernden Altreifen und johlenden, bekifften Teenagern drum herum auf der anderen Seite – alles in einer zweieinhalb stündigen Bustour durch Chicago habe ich in bleibender Erinnerung. In Chicago, Illinois, North Carolina und Washington konnten wir zahlreiche Gespräche mit Politikern führen. Umweltschutzbetrachtungen steckten in der politischen Administration in ersten Anfängen. Und auch das Thema Rassismus blieb uns nicht verborgen. Die USA-Reise half mir ein eigenes Bild von dem Land zu machen. Die kritiklose Hinwendung vieler Mitbürger in Richtung USA konnte ich nicht mehr verstehen. Und heute, da die Defizite des präsidial geprägten US-amerikanischen Systems – nicht nur wegen Corona - immer offensichtlicher zu Tage treten, darf man glücklich sein, hier in der Bundesrepublik zu leben.

Neben solchen Horizonterweiterungen, an die ich mich gern erinnere, gab es natürlich auch im Landtag eine Menge Arbeit. Ein Höhepunkt war die Verabschiedung der Landesverfassung. Allein 256 ins Parlament eingebrachte Gesetzentwürfe standen auf der Tagesordnung des ersten Brandenburger Landtags. So viel Arbeit kam auf keinen Landtag nach uns zu. Aber es war notwendig, um das Land Brandenburg auf die Beine zu stellen.

Plötzlich im Fokus der Presse

Im Sommer 1993 wurde ich plötzlich Objekt einer öffentlichen Kampagne. Was war geschehen? Ich war in eine größere Mietwohnung eingezogen, die vor Einzug durch die örtliche Wohnungsbaugesellschaft vom heruntergekommenen DDR-Niveau auf den Stand des sozialen Wohnungsbaus der Bundesrepublik “hochsaniert“ worden war. Eine „Luxussanierung“ bestimmte im Sommer 1993 die Schlagzeilen im Sommerloch. Regionale und überregionale Presse fielen über mich her, schnell kam ich mir vorverurteilt vor. Mit Ausnahme der Bild-Zeitung hielt es kein Journalist für nötig, einen Blick auf das „Korpus Delikti“ zu werfen beziehungsweise mit unserer Familie zu sprechen. Objektivität in der Berichterstattung hatte ich mir in einer freien Presse anders vorgestellt.

Bereits parteilos: Stefan Körber bei einer Landtagsrede in Potsdam 1994

Meine Partei gab mir keinen Rückhalt, wohl auch, weil 1993 die Transformationsbrüche auf ihren Höhepunkt zusteuerten. Ein eingeleitetes Ermittlungsverfahren gegen mich wurde allerdings nach kurzer Zeit niedergelegt. Juristisch ist mir kein Fehlverhalten angelastet worden, politisch war ich aber verbrannt. Aus Enttäuschung und Schmerz trat ich aus der SPD aus und blieb bis zum Ende der Legislaturperiode fraktionsloser Abgeordneter.

Die viereinhalb Jahre in der Politik waren die bisher intensivsten in meinem bisherigen Leben. Einen nochmaligen Einzug in den Landtag habe ich 1994 als Kandidat einer freien Wählergemeinschaft versucht, aber nicht mehr geschafft.

Meine Bilanz, nicht nur als zeitweiliger Volkakammerabgeordneter in der DDR? Politik als eine Tätigkeit, die Gestaltungsmöglichkeiten bietet, hat mir Spaß gemacht und ich habe mich mit ganzer Kraft eingesetzt und auch für meine Heimatstadt Brandenburg einiges erreicht. So habe ich an der Gründung der heutigen Technischen Hochschule mitgewirkt und deren Aufbau im Gründungssenat begleitet. Auch dass das Oberlandesgericht sich in der Stadt Brandenburg etablieren konnte, kann ich mir „mit auf die Fahne schreiben“.

Schwierige Neuorientierung

Oft war ich nur als Schlafgast zu Hause. Meine Frau – als Pädagogin auch berufstätig – hielt mir den Rücken frei und war für unsere zwei Töchter und meine invalidisierte Mutter da. Heute kann ich besser einschätzen, was sie damals geleistet hat. Wie viele meiner Mitbürger war ich aber plötzlich ohne Arbeit, das Unternehmen, das ich 1990 verließ, existierte nicht mehr, der Nachfolgebetrieb hielt sich an die ursprüngliche Delegierung nicht mehr gebunden. Wie sollte ich nun meine Brötchen verdienen? Sollte ich Autoverkäufer, Versicherungsvertreter oder Dozent für Umschulungsmaßnahmen werden?

Anfang 1995 bewarb ich mich im Brandenburger Wirtschaftsministerium auf die ausgeschriebene Stelle eines „Regionalbetreuers Berliner Umland“. Ich wurde eingestellt und hatte meinen Arbeitsort von nun an in der Stadt Oranienburg. Pendeln war ich ja seit 1990 gewöhnt und bei einem Dieselpreis von rund einer D-Mark pro Liter war das ökonomisch auch darstellbar. Ich war jetzt Ansprechpartner und Mittler für Wirtschaftsakteure in der Region, die Unterstützung von Seiten der Landesregierung erwarteten. Meine erste Aufgabe bestand in der Kartierung der wie Pilze aus dem Boden schießenden Gewerbegebiete und Erfassung ihrer Auslastung. Aufnahmebereit waren sie, aber häufig nur spärlich belegt. Kritik wegen verpulverter Millionen wurde laut. In meiner Heimatstadt Brandenburg konnte ich verfolgen, dass erst im Jahr 2020, das heißt nach mehr als 25 Jahren, alle Flächen im damals ausgewiesenen Gewerbegebiet „ehemaliges Opelgelände“ einen Erwerber gefunden haben. „Blühende Landschaften“ sind in wenigen Jahren halt nicht zu errichten.

Im Jahr 1996 erreichte mich eine Anfrage des Fachverbandes Holz und Kunststoff des Landesinnungsverbands des Tischlerhandwerks (LIV) im Land Brandenburg. Ob ich mir vorstellen könnte, die Geschäftsführung des Verbandes zu übernehmen. Ich sagte zu, sprang einmal mehr ins kalte Wasser und führte den LIV bis ins Jahr 2005. Der LIV ist eine Interessenvertretung des Tischlerhandwerks, deren Mitgliedschaft freiwillig ist und von den Mitgliedern finanziert wird, aber unter Rechtsaufsicht des Landeswirtschaftsministeriums steht. Jetzt war ich in der Privatwirtschaft angekommen, ganz nahe an deren Akteuren und hatte mich für ihre Belange einzusetzen.

Es war eine konfliktreiche Zeit für die Tischlermeister im Land und für den Verband. Freier Markt, freier Wettbewerb, Anwendung neue Technologien und Maschinen, Anwendung neue Normen, plötzlich Material im Überfluss. Aber mit welchem Lieferanten arbeitet man zusammen? Eine neue Steuergesetzgebung war zu berücksichtigen, Fragen der Firmenfinanzierung bis zur Verpfändung des eigenen Vermögens über Banken - Hut ab vor allen, die den Weg in die Selbständigkeit gewählt und durchgestanden haben. Seit ungefähr zehn Jahren hat auch das Tischlerhandwerk wieder „goldenen Boden“. Hoffentlich bleibt das auch nach Corona so.

Von der Industrie kam in den 90er Jahren der Druck, ihre Erzeugnisse über Spezialisten mit Teilqualifikationen, die Handwerker der Handwerksrolle B in den Markt zu drücken. Das Tischlerhandwerk konnte sich dieser Entwicklung entziehen und blieb Gewerk des Vollhandwerks mit Ausbildungsberechtigung auch Dank der Verbandsarbeit. Unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes entwickelte die Verbandsorganisation geprüfte Produkte, die von den Mitgliedsunternehmen alternativ in Lizenz gefertigt werden konnten. Wir gaben Unterstützung im Marketingbereich und waren für die Unternehmen im Weiterbildungsbereich aktiv.

Stefan Körber 1998 als Geschäftsführer im Fachverband Holz und Kunststoff (© Privat)

Trotz aller Bemühungen wurde auch für den Verband die Luft enger. Der Solidargedanke, der in den ersten Jahren nach 1990 noch trug, wurde seitens der Mitgliedschaft in angespannter Wirtschaftslage zunehmend durch eine Kosten-Nutzensrechnung verdrängt. Es gelang nicht, die Zahl der Mitglieder stabil zu halten. Ende des Jahres 2005 kündigte mir der Verband aus wirtschaftlichen und strukturellen Erwägungen und ich wurde mit 58 Jahren arbeitslos.

Über die Arbeitslosigkeit habe ich dann im Jahr 2008 mit Abschlägen die frühzeitige Rente erreicht. Auch meine Frau hat als Pädagogin die angebotene Altersteilzeit genutzt und so sind wir beide am 1. August 2008 In Rente gegangen. Der Rest ist schnell erzählt:

Als erstes haben wir unser Hobby aus DDR-Zeit – unsere Segelboot reaktiviert. Auch hier hatte sich der Horizont erweitert. Die Ostsee war von nun an bevorzugtes Revier. Dänemark, Schweden, Polen, Niederlande – was für ansprechende Länder. Länder, die wir mit unserem Boot nicht erreichen konnten, und die uns interessiert haben, haben wir mit dem Flieger oder per Schiffsreise besucht, auch unsere jüngste Tochter, die in Lissabon heimisch geworden ist. Unsere Ältere wohnt mit unseren zwei Enkeln in Jena. Hier beneiden wir unsere Freunde, deren Kinder und Kindeskinder in der Nähe wohnen und sich so gegenseitig unterstützen können. Mit jetzt 73 Jahren steht schon einmal mehr die Erhaltung der Gesundheit im Vordergrund. In der Corona-Krise besonders. Corona zeigt aber auch, wie anfällig unsere „hochgezüchtete“ und global vernetzte Welt geworden ist. Corona offenbart aus meiner Sicht die Defizite des neoliberalen Kapitalismus in erschreckender Weise. Weiter so?

Wie viele Andere habe ich Ausstieg, Aufstieg, Abstieg, und Umstieg selbst erlebt. Langweilig war es nicht und ich kann mich glücklich schätzen, dies ohne existentielle ökonomische Brüche und bisher ohne große gesundheitliche Einbrüche gemeistert zu haben. Die Zeit nach 1990 hat viel Kraft gekostet. Den eigenen Standpunkt zu bewahren, wo „politikal correctness“ angezeigt war und honoriert wurde, war nicht immer einfach.

Als junger Mann hatte ich das Glück, mit der Fachrichtung „Technische Kybernetik und Automatisierungstechnik“ mein Wunschstudium aufzunehmen und abschließen zu können. Wird Automatisierung zukünftig dem Wohl der Menschheit dienen oder wird der Einsatz von Automaten (Industrie 4.0, selbstlernende Systeme, autonome Waffensysteme, Digitalisierung usw.) an den Menschen vorbei weiter nur der Profitmaximierung und dem Machtkampf dienen? Wie wird unsere Welt aussehen, wenn meine Enkelkinder 70 Jahre alt sind?

Aber auch sie werden, wie alle vorhergehenden Generationen ihr Leben meistern müssen, mit Umbrüchen, Aufbrüchen, aber auch Abbrüchen, wie ich sie erlebt habe.

Zitierweise: Stefan Körber, „Ausstieg, Aufstieg, Abstieg, und Umstieg", in: Deutschland Archiv, 18.09.2020, Link: www.bpb.de/315728.

Weitere "Ungehaltene Reden" ehemaliger Parlamentarier und Parlamentarierinnen aus der ehemaligen DDR-Volkskammer werden nach und nach folgen. Eine öffentliche Diskussion darüber ist im Lauf des Jahres 2021 geplant. Es sind Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar.

In dieser Reihe bereits erschienen:

- Sabine Bergmann-Pohl, Interner Link: "Ein emotional aufgeladenes Parlament"

- Rüdiger Fikentscher, Interner Link: "Die 10. Volkskammer als Schule der Demokratie"

- Hinrich Kuessner Interner Link: „Corona führt uns die Schwächen unserer Gesellschaft vor Augen“

- Klaus Steinitz, Interner Link: "Eine äußerst widersprüchliche Vereinigungsbilanz"

- Richard Schröder -Interner Link: "Deutschland einig Vaterland"

- Maria Michalk, Interner Link: "Von PDS-Mogelpackungen und Europa?"

- Markus Meckel, Interner Link: "Eine Glücksstunde mit Makeln"

- Hans-Peter Häfner, Interner Link: "Brief an meine Enkel"

- Konrad Felber, Interner Link: "Putins Ausweis"

- Walter Fiedler, Interner Link: "Nicht förderungswürdig"

- Hans Modrow, Interner Link: "Die Deutsche Zweiheit"

- Joachim Steinmann, "Interner Link: Antrag auf Staatsferne"

- Christa Luft, Interner Link: "Das Alte des Westens wurde das Neue im Osten"

- Dietmar Keller, "Interner Link: Geht alle Macht vom Volke aus?"

- Rainer Jork, Interner Link: "Leistungskurs ohne Abschlusszeugnis"

- Jörg Brochnow, Interner Link: "Vereinigungsbedingte Inventur"

- Gunter Weißgerber, "Interner Link: Halten wir diese Demokratie offen"

- Hans-Joachim Hacker, Interner Link: "Es gab kein Drehbuch"

- Marianne Birthler - Interner Link: "Das Ringen um Aufarbeitung und Stasiakten"

- Stephan Hilsberg - Interner Link: "Der Schlüssel lag bei uns"

- Ortwin Ringleb - Interner Link: "Mensch sein, Mensch bleiben"

- Martin Gutzeit, Interner Link: "Gorbatschows Rolle und die der SDP"

- Reiner Schneider - Interner Link: "Bundestag - Volkskammer 2:2"

- Jürgen Leskien - Interner Link: "Wir und der Süden Afrikas"

- Volker Schemmel - Interner Link: "Es waren eigenständige Lösungen"

- Stefan Körber - "Interner Link: Ausstiege, Aufstiege, Abstiege, Umstiege"

- Jens Reich - Interner Link: Revolution ohne souveränes historisches Subjekt

- Carmen Niebergall - Interner Link: "Mühsame Gleichstellungspolitik - Eine persönliche Bilanz"

- Susanne Kschenka - Interner Link: "Blick zurück nach vorn"

- Wolfgang Thierse - Interner Link: "30 Jahre später - Trotz alldem im Zeitplan"

- u.a.m.

Mehr zum Thema:

- Die Interner Link: Wahlkampfspots der Volkskammerwahl

- Die Interner Link: Ergebnisse der letzten Volkskammerwahl

- Film-Dokumentation Interner Link: "Die letzte Regierung der DDR"

- Analyse von Bettina Tüffers: Interner Link: Die Volkskammer als Schule der repräsentativen Demokratie, Deutschland Archiv 25.9.2020

Fussnoten

Stefan Körber ist promovierter Kybernetiker aus Brandenburg an der Havel. Er trat 1990 in die SPD ein. Von März bis Oktober 1990 war er Mitglied der ersten und einzigen frei gewählten Volkskammer der DDR und von 1990 bis 1994 Abgeordneter im Brandenburgischen Landtag, zuletzt als Fraktionsloser, nachdem er 1993 die SPD wieder verlassen hatte.