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Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften 1945–1961

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass „DDR-Übersiedler in Afrika hochwillkommen” Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. 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Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften 1945–1961

Julia Frohn

/ 20 Minuten zu lesen

In den Jahren 1945–1961 existierten – trotz "Zeitschriftenbooms" und genuiner deutsch-deutschen Ambitionen – kaum Magazine in gesamtdeutscher Ausrichtung. Anhand der Beispielpublikationen "Ost und West" und "Das Buch von Drüben" wird dieser Zeitschriftentypus illustriert und im politisch-kulturellen Kontext analysiert.

Im vergleichsweise kurzen Zeitraum zwischen 1945 und 1961 war der Begriff "Zeitschrift" unterschiedlich konnotiert: Da unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ein akuter Mangel an Papier und Druckutensilien herrschte, waren weder für die buchstäbliche "Illustrierte" noch für viele wissenschaftlich-fachliche Magazine Ressourcen vorhanden. So dominierten den Markt vor allem politisch-kulturelle Inhalte, verknüpft mit literarischen Beiträgen, die häufig mit nur mäßigen gestalterischen Ansprüchen als Standard der Bezeichnung "Zeitschrift" verstanden wurden, bis dank zunehmender Papierressourcen und Druckmöglichkeiten auch andere Formate entstehen konnten. Vor allem oppositionelle Schriftsteller aus der Zeit des Nationalsozialismus, in Deutschland wie im Exil, sowie Stimmen der jüngeren Nachkriegsgeneration suchten nach Publikationsmöglichkeiten. Deshalb wird in der Forschung häufig von einem regelrechten Zeitschriftenboom gesprochen, der jedoch im statistischen Vergleich an Wucht verliert. In den vier Jahren vom Kriegsende bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten stieg die Anzahl der lizenzierten Magazine im gesamtdeutschen Gebiet von 661 auf 1.537, was trotz des Anscheins einer beachtlichen Entwicklung letztlich kaum mehr als ein Viertel der in den ersten Kriegsjahren erschienenen Zeitschriften ausmachte.

In den Jahren zwischen 1950 und 1960 wurden in ununterbrochener Folge 223 Zeitschriften, die sich durch einen explizit literarischen Anteil auszeichneten, herausgegeben. Bei den bis heute relevanten variierte die Auflagenhöhe dabei von 4.000 ("Merkur") bis zu 40.000 ("Sinn und Form"), wobei sich die Masse jener Druckerzeugnisse rückblickend in drei Kategorien einordnen lässt:

  1. Zeitschriften, die vornehmlich als Medium zur Meinungsbildung und -beeinflussung fungierten: Zwar war die direkte Zugehörigkeit nicht immer gekennzeichnet, dennoch dienten diverse Inhalte und Beiträge oft evidenter Propaganda oder sollten über Vorgänge innerhalb der Dachorganisation bzw. Partei informieren. Hierzu gehörten zum Beispiel "Der Monat" auf West- und "Die Einheit" auf Ostseite.

  2. Druckschriften, die literarisch, kulturell und politisch zu informieren suchten und dabei (wenn auch zum Teil politisch gefärbt) auf inhaltliche Unabhängigkeit bedacht waren: Trotz konkreter lokaler Zugehörigkeit in Ost wie West wurde vereinzelt der individuelle Dialog mit dem jeweils anderen "Drüben" gesucht, dennoch waren die deutsch-deutschen Ambitionen dieser Blätter häufig gering, was sowohl mangelndes subjektives Interesse als auch staatliche Intervention zum Grund haben konnte.

  3. Zeitschriften, die – unterschiedlich motiviert – der Ost-West-Vermittlung dienen sollten: Dieser bisher kaum wissenschaftlich untersuchte Typus war der seltenste unter den Nachkriegszeitschriften, weil er unmittelbar politischen Schwankungen unterworfen und damit die auch ökonomisch unsicherste Magazinart war.

Obwohl seit der Vereinigung beider deutschen Staaten zunehmend Arbeiten über den deutsch-deutschen Literaturdialog entstanden sind, ist eine umfassende Analyse der deutsch-deutschen Zeitschriften noch immer Desiderat sowohl in der Buch- als auch in der Literaturwissenschaft. Deshalb soll die letztgenannte Publikationsform im Folgenden knapp vorgestellt und im politisch-kulturellen Kontext untersucht werden. Dabei dienen zwei Publikationsorgane – die von Alfred Kantorowicz herausgegebene Zeitschrift "Ost und West" sowie die deutsch-deutsche Rezensionszeitschrift "Das Buch von Drüben" – als Fallbeispiele, mittels derer auch andere gesamtdeutsche Zeitschriftenunternehmen exemplifiziert werden. Ausschlaggebend für die Auswahl war, dass "Ost und West" bereits einen festen Platz in der deutschen Nachkriegsliteraturgeschichte einnimmt, "Das Buch von Drüben" indes weitgehend unbekannt geblieben ist. Gegenstandsverwandte Aspekte, wie die Verbreitungspraxis in "Ost und West", die Problematik der jeweiligen Postzeitungslisten und die Rezeption von Zeitschriften aus dem jeweils anderen Teil Deutschlands müssen ausgespart bleiben, gehören jedoch ebenfalls zu den Sachverhalten, deren Untersuchung noch aussteht.

Alfred Kantorowicz' "Ost und West"

Alfred Kantorowicz erinnert am 10. Mai 1947 vor der Berliner Universität an die Bücherverbrennung von 1933 (© Bundesarchiv, Bild 183-S75711; Foto: Heinscher)

Am 12. Februar 1947 stellte Alfred Kantorowicz zwei im Inhalt beinahe identische Anträge: einen in englischer Sprache zu Händen des General Robert A. McClure, den zweiten an Oberst Sergej Tjulpanow, beide Leiter der jeweiligen Propaganda- und Informations-Abteilung in der amerikanischen und sowjetischen Militärverwaltung. Die Anträge enthielten die Bitte um Lizenz für eine "unabhängige deutsche Monatsschrift, […] die unter dem Titel 'Ost und West' eine Freistatt geistiger Aussprache werden" und nicht als "Organ oder das Sprachrohr einer der Besatzungsmächte […] oder irgendeiner der deutschen Parteien" fungieren sollte. Einkalkulierend, dass die Lizenzierung durch nur eine Besatzungsmacht eine unmittelbare Stigmatisierung mit sich brächte und dass jeder Lizenzstempel einem Propagandaverdikt gleichkäme, sah Kantorowicz den einzigen Weg für eine "friedliche Brücke" jenseits des "Schlachtfelde[s] parteipolitischer Polemiken" in der Mehrfachlizenzierung. Da jedoch die Lizenzvergabe durch die Amerikaner scheiterte, wurde"Ost und West" schließlich unter sowjetischem Vorzeichen herausgegeben, bis finanzielle Schwierigkeiten und ein Beschluss des SED-Zentralkomitees der Zeitschrift nach nur zweieinhalbjährigem

Die fünfte Ausgabe der Zeitschrift "Ost und West", November 1947 (© Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Bestehen ein Ende setzten.

Rückblickend muss das Projekt als einziger ernstzunehmender Versuch gewertet werden, sich längerfristig publizistisch gegen die politisch-kulturelle Demarkationslinie auszusprechen und dabei Literatur als indirekte Stütze der Argumentation zu nutzen. Dass es sich bei dem proklamierten deutsch-deutschen Ansatz nicht um politische Rhetorik handelte, illustriert die facettenreiche Liste der Autoren, die der in der Nachkriegszeit öffentlich ausgetragenen Schriftstellerdebatte über politische Zugehörigkeit, Generationsfragen und innere versus De-facto-Emigration trotzte: Texte von unter anderem Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Leonhard Frank, Stephan Hermlin, Ricarda Huch, Peter Huchel, Erich Kästner, Alfred Kurella, Elisabeth Langgässer, Heinrich und Thomas Mann, Theodor Plivier, Kurt Tucholsky, Günther Weisenborn und Arnold Zweig wurden in"Ost und West" veröffentlicht, was den Titelzusatz " mit Akzent auf dem und" durchaus legitimierte.

Mit der Zuspitzung des innerdeutschen Konflikts zeichnete sich jedoch ein zeitnahes, beinahe zwangsläufiges Scheitern der Zeitschrift am realpolitischen Geschehen ab. Im November 1948 kündigte der Großteil West-Berliner und westdeutscher Beteiligter ihre Mitarbeit an der Zeitschrift auf, "manche mit Ausflüchten,

Die fünfte Ausgabe der Zeitschrift "Ost und West", November 1947, Heftrücken (© Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

andere mit dem offenen Eingeständnis, sie fürchteten Misshelligkeiten und materielle Nachteile, wenn sie weiter für eine sowjetisch lizenzierte Zeitschrift schrieben." Die dadurch eklatant gewordene Diskrepanz zwischen ursprünglicher Intention und realer Sachlage führte zum endgültigen Urteil des seit Ende 1949 selbstständig agierenden ZK der SED; nach eingehender Beratung mit der sowjetischen Militärverwaltung wurde die Einstellung der Zeitschrift beschlossen. Dass das Zeitschriftenwesen der Nachkriegsjahre weithin Spiegel und Sprachrohr politischer Intentionen war und dass veränderte ideologische Zielstellungen – vor allem in der Sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR – massiven Einfluss auf Buch- und Presselandschaft hatten, beweisen die Gründe, die seitens der SED zur Liquidierung der Zeitschrift angeführt wurden: "Als die Zeitschrift gegründet wurde, stand die Frage des Verhältnisses zwischen Ost- und Westdeutschland anders als heute. Damals kämpften wir um die Verhinderung der Spaltung und damals war das Programm [der] Zeitschrift eine wesentliche Hilfe für unseren Kampf." Da nach der Neugründung zweier unabhängiger deutscher Staaten dieses Ziel obsolet geworden war, gab es keine weitere Existenzgrundlage der Zeitschrift.

Protestbriefe, etwa von Gustav Seitz und Heinrich Mann, Beileidsbekundungen von Lion Feuchtwanger und Walter von Molo sowie zahlreiche Lesermeinungen aus Ost und West änderten nichts an dem Grundproblem, dass die Zeitschrift aufgrund des politischen Wandels ihrem ursprünglichen Anliegen nicht mehr folgen konnte und so zum Scheitern verurteilt war. Dass allerdings Kantorowicz, der sich – seinem Tagebuch zufolge – keinem der beiden Systeme in ihrer praktischen Umsetzung zugehörig fühlte, die letzte Ausgabe der Zeitschrift nicht nutzte, um ideologisch ungefärbte Inhalte nach eigenen Vorlieben zu veröffentlichen, wirkt zunächst überraschend. Anstelle von kritischen Worten gegen die Einstellung der Zeitschrift verfasste er eine Huldigung zu Stalins Geburtstag und brachte uneingeschränkte Freude darüber zum Ausdruck, "dass der Versuch, einen Nationalitätenstaat auf der Grundlage des Sozialismus zu bilden, vollauf geglückt" sei. Außerdem wurden im Schlusswort nicht etwa die SED-Funktionäre, gegen die Kantorowicz erstaunlich undifferenziert in seinem Tagebuch polemisierte, sondern die westdeutschen Machthaber, die die "alten, vorhitlerischen gesellschaftlichen Bedingungen wiederherzustellen" trachteten, angeklagt. Wenngleich der wahrheitsgemäße Vorwurf gegen restaurative Tendenzen in der jungen Bundesrepublik nicht zu kritisieren ist, so verblüfft doch die fehlende Offensivität gegenüber der DDR-Staatsmacht, wie sie zum Beispiel Peter Huchel mit der legendären letzten Ausgabe von "Sinn und Form" unter seiner Führung praktizierte. Bei einer offenen Kritik am System jedoch hätte Kantorowicz nach dem Ende von "Ost und West" die bis dahin gediehenen Privilegien eingebüßt und mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Lehrstuhl am literaturwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität erhalten. Diesen Umständen muss bei einer retrospektive Verurteilung von Kantorowicz' Handlungsweisen Beachtung geschenkt werden, um die Diskrepanz zwischen intellektuellem Anspruch und faktischer Repression zu illustrieren und leichtfertigen Schuldzuweisungen vorzubeugen.

Ambitionen deutsch-deutscher Zeitschriften nach 1949

Trotz Währungsreformen und Staatengründung blieb die Situation der literarischen Zeitschriften zwischen 1949 und 1961 weitgehend ungeordnet. Bis auf die explizit politisch agitierenden Organe wurden in der Bundesrepublik Blätter mit programmatischer Verengung tendenziell vermieden – zu sehr noch klangen die Töne totalitärer, nationalsozialistischer Propaganda in den Köpfen von Herausgebern und Verlegern nach. So setzten nicht wenige literarische Zeitschriften in der Dekade vor dem Mauerbau betont auf Unparteilichkeit und Pluralität; ästhetische Inhalte mit anspruchsvollen Texten dominierten den kulturellen Zeitschriftenmarkt, der neben dem aufblühenden populistischen weiterhin bestand. In der DDR nahm die staatliche Lenkung des Zeitschriftenwesens sukzessive zu, die Zentralisierung des buchhändlerischen Gewerbes wurde paradoxerweise unter dem offiziösen Protest gegen die Spaltung Deutschlands durchgeführt. Literarische Zeitschriften wurden einerseits kulturpolitischen Institutionen unterstellt, andererseits sollten sie programmatisch die "friedliche und demokratische Wiedervereinigung Deutschlands", die unter sozialistischem Vorzeichen Anfang der Fünfzigerjahre erklärtes Ziel der DDR-Politik waren, redaktionell vorantreiben. Es fällt auf, dass trotz vereinzelter deutsch-deutscher Bemühungen in beiden Republiken kein einziges literarisches Blatt in ausdrücklicher Ost-West-Unität für einen breiten Leserkreis entwickelt wurde – der antikommunistischen Politik Westdeutschlands wäre zu dieser Zeit ein solches Organ eher zuwider gelaufen, aber auch seitens der DDR wurde trotz verschiedener Ansätze vorerst kein derartiges Projekt realisiert.

Dem Kiepenheuer-Verlagsarchiv in Leipzig zufolge gab es schon 1949 erste Ambitionen, im Kiepenheuer-Verlag eine Literaturzeitschrift in deutsch-deutscher Synopse herauszugeben. Ein freier Mitarbeiter, Klaus Hermann, monierte den fehlenden "Überblick über die gesamtdeutsche künstlerische und literarische Produktion" und warnte vor dem baldigen "Verfall der kritischen Maßstäbe beim Publikum und auch bereits bei einem Teil der Intelligenz." Während es Hermann zufolge in Westdeutschland genüge, derartige Verfallssymptome zu registrieren, sei es in der DDR eine "politische Frage ersten Ranges, ihnen entgegenzuwirken." Wie bei so vielen seitens der DDR gesteuerten deutsch-deutschen Projekten sollte der Fokus des Magazins, für das eine Auflage von 6.000 Exemplaren ins Auge gefasst wurde, jedoch nicht auf künstlerischer Vielfalt, sondern auf "Bevorzugung einer formal klaren und gestalteten Kunst" liegen, um "beim Publikum klare Gesinnung und Gesittung im Leninschen Sinne" zu wecken. Die "gesamtdeutsche Basis" wurde "durch Heranziehung westdeutscher Autoren (vor allem sozialkritische und friedensfördernde Literatur und Kunst)" angestrebt, um die "Darstellung der sich formenden neuen gesellschaftlichen Ordnung der DDR gegenüber Westdeutschland" zu ermöglichen. Trotz konkreter Gestaltungs- und Vermarktungsanregungen für das Magazin, das sich zum Ziel setzen sollte, "konsequent an der Entwicklung der unterentwickelten Leser" zu arbeiten, kam das Projekt jedoch nie über dieses Exposé hinaus.

Zwei Jahre später, im Juni 1951, entwarf der "Deutsche Schriftsteller-Verband im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" einen "Plan für die Arbeit in Westdeutschland und Westberlin", der neben einer Intensivierung der Beziehungen zum westdeutschen "Schutzverband Deutscher Autoren" auch die Gründung eines "Herausgeberkollegiums [einer] gesamtdeutschen Literaturzeitschrift" vorsah. Neben Johannes R. Becher, Bertolt Brecht und Anna Seghers sollten unter anderen Hermann Hesse, Lion Feuchtwanger, Alfred Döblin und Hans Henny Jahnn als Mitherausgeber gewonnen werden. Die Mitarbeit von Becher und Brecht, die (wie auch später bei den sogenannten "Donnerstags-Gesprächen") häufiger gemeinsam auf deutsch-deutscher Ebene agierten und schon während des Krieges kooperativ an Literaturzeitschriften wie "Das Wort" oder "Internationale Literatur" gearbeitet hatten, hätte – im Sinne der Becherschen Formel "Deutsche an einen Tisch" – eine relative Balance zwischen den beiden Seiten gewährleistet und möglicherweise dazu geführt, dass die Zeitschrift trotz Zugehörigkeit zum Schriftstellerverband nicht massiv propagandistisch agiert hätte. Die kollektive Herausgeberschaft mit Hesse und Döblin wäre zudem Beleg und vielleicht sogar Garant für einen ernstzunehmenden Dialog gewesen, wobei schon hier die Realitätsferne des Vorhabens offenbar wird: Hesse war schon 1951 von der Publikationspraxis in der DDR enttäuscht, die ein Jahr später im Raubdruck von "Unterm Rad" und "Peter Camenzind" kulminierte, und auch Döblin, dem die Perspektive eines vereinten Deutschlands verbindlich geblieben war, frustrierte die Einengung durch den vorherrschenden Dogmatismus zunehmend, bis er 1953 seine Hoffnungen aufgab und Deutschland endgültig verließ.

Wie sehr diese Gründe den Ausschlag für das Scheitern des Vorhabens gaben, mag dahingestellt bleiben. Als maßgeblicher Grund trat hinzu: Für die westdeutsche Ausgabe der Zeitschrift wurden 30.000 DM West als Minimalfonds benötigt. Selbst wenn diese Hürde noch zu nehmen gewesen wäre – auf Dauer war nicht daran zu denken, dass sich die proklamierte kulturpolitische Offenheit gegenüber den westdeutschen Autoren aufrecht erhalten ließ. Längst zogen sich tiefe Gräben durch das literarische Feld, diesseits und jenseits der immer wirksamer werdenden Trennlinie zwischen "Ost und West".

Ein erneut verlagsgesteuerter Vorstoß zur Gründung eines gesamtdeutschen Literaturmagazins, der bisher keine Beachtung in der Forschung fand, ging vom Verlag der Nation (VdN) aus. Seit den Weltjugendspielen 1951 in Ost-Berlin war der VdN von staatlicher Seite angehalten worden, westdeutsche Autorinnen und Autoren für das eigene Programm zu gewinnen; im Zusammenhang mit dieser westdeutschen Ausrichtung wurde er Ende 1955 vom Amt für Literatur und Verlagswesen zur "Schaffung einer gesamtdeutschen Zeitschrift für das Lesepublikum" angewiesen. Nachdem jedoch auch dieses Projekt keine Umsetzung fand, sollte einem Treffen zwischen dem Münchner Verleger C. A. Weber, Günter Hofé (zu dieser Zeit Erster stellvertretender Vorsteher des Leipziger Börsenvereins der Deutschen Buchhändler und Leiter des VdN) und Clemens Seifert, dem Leiter des Hauptreferats Literaturaustausch im Ministerium für Kultur, ein weiterer, allerdings anders konzipierter Vorstoß folgen. Gegenstand der Unterredung im Mai 1957 war die Herausgabe einer Literatur-Korrespondenz, die, ausschließlich für Westdeutschland bestimmt, nur DDR-Literatur empfehlen bzw. rezensieren sollte. Das Vorhaben war bereits im Vorfeld autorisiert worden, sodass eine "grundsätzliche Zustimmung aller interessierten Stellen" vorlag. Die Deutsche Buch-Export und -Import GmbH, der VdN, die Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel und der zu dieser Zeit existierende Interzonenausschuss beim Leipziger Börsenverein sollten an Planung und Umsetzung des Projektes beteiligt sein, das letztlich durch C. A. Weber und die "Deutsche Woche" im Seeverlag, München, herausgegeben werden sollte. Ziel war es, die Zeitschrift mit dem vorgesehenen Titel "Die Rezension. Korrespondenz zur Förderung des innerdeutschen Literaturaustauschs" "in erster Linie den Kultur-Redaktionen der westdeutschen Tagespresse und literarischen westdeutschen Zeitschriften" zuzustellen und "diese zur Anforderung und Besprechung von Belegstücken anzuregen." Da jedoch zeitgleich eine andere, ähnlich konzipierte Zeitschrift in ungleich stärkerer deutsch-deutscher Ausrichtung herausgeben wurde, blieb es auch hier bei der verständig erwogenen, aber nicht realisierten Idee.

"Das Buch von Drüben"

Stattdessen war es das Rezensionsorgan "Das Buch von Drüben", das schließlich nach allen Bemühungen um eine derartige Literaturzeitschrift tatsächlich verwirklicht wurde. Angeregt durch einen Dialog, der vom Gesamtdeutschen Buchhändler- und Verlegerforum auf der Leipziger Buchmesse 1956 initiiert wurde, entstand zum Ende desselben Jahres in Kooperation der Ost-Berliner

Die Verlegerin Lucie Groszer signiert Bücher und Poster, Berlin, 7. September 1978 (© Bundesarchiv, Bild 183-T0907-0035; Foto: Gabriele Senft)

Verlegerin Lucie Groszer, die sich in vielen buchhändlerischen Organisationen der Nachkriegszeit engagierte und als Vorstandsmitglied des Gesamtberliner Buchhändler- und Verlegervereinigung eine Dauerfahrtgenehmigung nach West-Berlin besaß, und dem Hamburger Werbeberater und Verleger Eduard Wildhagen die Zeitschrift "Das Buch von Drüben". Sinn des Blattes war es, Literatur aus der DDR von BRD-Rezensenten sowie Bücher aus der BRD von DDR-Kritikern auf paritätischer Basis besprechen zu lassen. Vor allem die deutsch-deutsche Herausgeberschaft des auf 10.000 Exemplare angelegten Magazins sollte Vorurteilen bezüglich einseitiger und politischer Ausrichtung entgegenwirken. In der ersten (undatierten) Ausgabe vom Juni 1957 heißt es im Vorwort der Herausgeber: "Es gehörte stets zu den vornehmsten Aufgaben des Buchhandels, die Erfordernisse der Zeit erkannt und nach ihnen gehandelt zu haben. Auch heute gibt es für uns Buchhändler und Verleger eine derart vordringliche Aufgabe: dafür zu sorgen, dass wir uns nicht völlig auseinanderleben. Hierin sieht die Zeitschrift ihre vermittelnde Tätigkeit: durch gegenseitige Buchbesprechungen soll dem Sortimenter eine Sicherheit gegeben werden, dass er sich für das Buch von drüben einsetzen kann."

Zudem sollte die Zeitschrift durch Erläuterungen "der wichtigsten Bestimmungen des Interzonenhandels" helfen, die vorherrschenden wirtschaftlichen Unsicherheiten des innerdeutschen Buchverkehrs zu bereinigen und die beschränkten Möglichkeiten im Austausch belletristischer Literatur Mitte der Fünfzigerjahre zu erweitern. Dass zumindest von Seiten der Rezensenten und Herausgeber vornehmlich kommunikative und im Literaturaustausch begründete Motive vorherrschten, ist kaum zu bezweifeln: Der namhafteste Ost-Rezensent, Johannes Bobrowski, der dank seiner Lektorentätigkeit im Altberliner Verlag Lucie Groszer an der Entwicklung der Zeitschrift beteiligt war, drängte in seinen Buchbesprechungen darauf, dass die jeweiligen Druckerzeugnisse "in ganz Deutschland weiteste Verbreitung finden" sollten, und argumentierte in den immerhin vier bis sechs Rezensionen, die pro Ausgabe von ihm stammten, zwar im Sinne einer eher realistischen Literatur, jedoch nicht anhand ideologisch-politischer Phrasen. Zudem ermutigte er, wie zum Beispiel in der Kritik zur dritten Folge des deutsch-deutschen Lyrikanthologie-Projektes "Das Gedicht. Jahrbuch zeitgenössischer Lyrik" (Hamburg 1956), zu Formenreichtum und Diversitätsdenken und statuierte: "Mir scheint es nicht wichtig, Maßstäbe der Qualität nach Ost und West festzustellen. Bemerkenswerter ist, dass hier die oft zitierten Unterschiede in der Thematik und in den Formen nicht auf eine angeblich gangbare Mitte abgemäßigt wurden, sondern ihnen – im gegebenen Rahmen – 'das Wort erteilt' wurde. Es erweist sich da, dass die jungen Lyriker aus der DDR keineswegs schablonenhaft und 'unmodern' erscheinen."

Neben Johannes Bobrowski waren unter anderem von ostdeutscher Seite Alfred Könner, Ehm Welk, Lieselotte Welskopf-Henrich und Lucie Großer selbst, von westdeutscher Kurt Sandner, Lu Märten und Eduard Wildhagen als Rezensenten für die Zeitschrift tätig. Im heute wohl – dank der Prominenz von Rezensent und Rezensiertem –

Johannes Bobrowski (l.) und Günter Grass (r.) im Streitgespräch auf dem Lyrikerforum in der Westberliner Akademie der Künste am 6. Mai 1965 (© Bundesarchiv, Bild 183-D0206-0045-001 / Fotograf: o.A.)

bemerkenswertesten Beitrag der Zeitschrift behandelte Bobrowski "Die Vorzüge der Wildhühner" von Günter Grass (1956) und stellte fest: "Zweifellos sind diese Gedichte, eine erste Veröffentlichung, interessant, weil hier auf eine gewisse, in den letzten Jahren in der Lyrik Westdeutschlands erfolgreich gewordene, ein wenig parfümierte, unverbindliche Melodik verzichtet wird. Grass setzt seine Bilder recht hart ein. Freilich scheint mir das einstweilen doch weniger auf Konzentration zu deuten als auf eine vorhandene 'kunstgewerbliche' Neigung, – ein Spiel, dem sich die Sprache nicht sehr gefügig zeigt. Auf jeden Fall ist Grass aber eine Begabung, auf die man achten sollte. Ein Gedicht wie 'Vogelflug' ist entschieden mehr als ein Versprechen. Er wird sich noch wandeln, das steht in den Gedichten, deutlicher noch in den vier Seiten Prosa 'Fünf Vögel' und in den Zeichnungen […]."

Vor dem Hintergrund, dass Grass in der DDR erst 1984 mit fast 30-jähriger Verzögerung publiziert werden konnte (1984 erschien "Katz und Maus" in der Reihe "Spektrum" des Verlages Volk und Welt, erst 1987 wurde "Die Blechtrommel" in der DDR publiziert), erscheint dieser Beitrag Bobrowskis beinahe unwirklich, demonstriert jedoch die Neugierde und Offenheit gegenüber der westdeutschen Literatur, die unter Schriftstellern der DDR vorherrschte.

Trotz dieser Grass-Besprechung ließ die Zeitschrift bei der Berücksichtigung aller namhaften West-Verlage (Rowohlt, Suhrkamp, Luchterhand, Desch und sogar die in der DDR umstrittenen Bertelsmann und Kiepenheuer & Witsch) arrivierte Schriftsteller aus Westdeutschland vermissen. Stattdessen fanden sich im Konzept des Periodikums unter anderem neu aufgelegte deutsche und internationale Klassiker, unverfängliche Liebes- und Abenteuerromane, Lexika und Ratgeberbücher, populärwissenschaftliche Abhandlungen sowie Kinder- und Jugendliteratur, die aus dem jeweils anderen "Drüben" besprochen wurden. Überraschend ist, dass unter den aus DDR-Verlagen stammenden Neuerscheinungen (unter anderen von Heinrich Mann, Stefan Zweig, F. C. Weiskopf) keine ausgesprochen politischen Autoren vertreten waren, Namen wie Alexander Abusch, Johannes R. Becher, Günter Hofé, Ludwig Renn oder Erich Weinert sucht man vergeblich. Neutralität sollte nicht nur behauptet, sondern als Hauptanliegen demonstriert werden – eine Leistung, die von der westdeutschen Presse anerkannt wurde: "Sehen wir in Das Buch von Drüben, so scheint bei aller Notwendigkeit, politische Werke aussparen zu müssen, nicht die Absicht zu bestehen, in der unterhaltenden Literatur in die seichten Gewässer der Schnulzen auszuweichen", so "Die Welt". Im selben Artikel wurde freilich umgehend politisiert, indem der ausschließlich im Wechselverhältnis erlaubte Austausch Buch gegen Buch kritisiert und dabei spöttisch bemerkt wurde, dass "die westdeutsche Nachfrage nach Traktoren-Epik jedoch nie so hoch" gestiegen sei. Dass die westdeutsche Presse dem Projekt überhaupt Beachtung schenkte, ist umso erstaunlicher, als weder im Leipziger noch im Frankfurter Börsenblatt "Das Buch von Drüben" irgendeine Erwähnung fand.

Trotz aller Indizien für ein politisch neutral gehaltenes Magazin eröffnet ein Blick in die internen Dokumente des Hauptreferats Literaturaustausch beim Ministerium für Kultur den parteipolitischen Hintergrund. So war "die Werbung für die Literatur in der BRD in den Vordergrund zu stellen", da es "angesichts des mangelnden Bezugs der BRD aus der DDR – allein schon aus ökonomischen Gründen – unsinnig" wäre, "einen erhöhten Bedarf an Westliteratur in der DDR zu wecken." Deshalb wurde die Zeitschrift nur sehr beschränkt mit ca. 500 Exemplaren in Ostdeutschland verbreitet, dennoch musste ein wenigstens augenscheinlich paritätischer Absatz gewährleistet sein, "um dem Vorwurf zu begegnen, dass sie bei uns [in der DDR] nicht erscheinen könne." Zudem trüge das Blatt lediglich "aus taktischen Gründen gesamtdeutschen Charakter". Dabei käme es jedoch vor allem darauf an, "dem Buch von Drüben eine Massenauflage in Westdeutschland zu verschaffen[, um so] von dieser Seite her einen echten Bedarf an DDR-Literatur auszulösen."

Während im Oktober 1957 – also bereits weit nach der Nivellierung des Neuen Kurses – "vom Standpunkt des HR-Literaturaustauschs die Herausgabe des Buch von Drüben weiterhin befürwortet" und dieselbe "nach wie vor für notwendig gehalten" wurde, wies die Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel am 22. Januar 1958 überraschend an, die Zeitschrift zu liquidieren. Da "die Gefahr der ideologischen Ko-Existenz" bei der Zeitschrift immer sehr nahe gelegen habe, "das Ergebnis der Arbeit dieser Blätter […] außerordentlich gering einzuschätzen" sei und "die Form der Zeitschrift einem überwundenen Stadium in der gesamtdeutschen Arbeit" angehöre, wurde sie mit unmittelbarer Wirkung nach nur vier Ausgaben eingestellt. Hinzu kam, wie der Verantwortliche der Abteilung Buchhandel an den Leiter der Hauptverwaltung Verlagswesen im Januar 1958 schrieb, dass die "Genossin Groszer, die bis dato sämtliche innerhalb der Deutschen Demokratischen Republik entstandenen Kosten über ihre Verlagsunkosten getragen hat, dazu nicht mehr in der Lage [sei] und eine Unterstützung in Höhe von 30.000,– DM gefordert" habe.

Pläne für weitere Projekte, die nach der Einstellung des Rezensionsorgans dessen deutsch-deutschen Auftrag weiterführen sollten, sind bislang nicht bekannt. Der nach der Ungarnkrise 1956 zunehmend konsequenter verfolgte Kurs der Abschottung manifestierte sich schließlich im Mauerbau, mit dem vorerst ein Großteil der Einheitsambitionen zum Erliegen kam. Umso mehr überrascht es aus heutiger Sicht, dass selbst Ende des Jahres 1957 ein Projekt wie "Das Buch von Drüben" – das trotz parteipolitischen Hintergrundes dank seiner engagierten Mitarbeiter einem gesamtdeutschen Blick Geltung verschaffte – noch Unterstützung vom Ministerium fand, zu einer Zeit, in der sich die innerdeutsche SED-Politik auf eine eigene nationale Identität im Gegensatz zu einem vereinten Deutschland auszurichten begann.

Aufgabe der Forschung ist und bleibt es daher, diese Widersprüche aufzuspüren und sie den etablierten Zäsuren der deutsch-deutschen Zeitgeschichte – 8. Mai 1945, 17. Juni 1953, Ungarnaufstand 1956, 13. August 1961 –, die scheinbar keine andere Interpretation der Literaturgeschichte zulassen, entgegenzusetzen. Dass diese Kleinstprojekte nur Bruchteile im Makrokosmos der innerdeutschen Beziehungen darstellen und dass eine kurzlebige, wenig beachtete Zeitschrift wie "Das Buch von Drüben" nicht die Relevanz von Organen wie "Sinn und Form" oder "Ost und West" hatte, versteht sich von selbst. Dennoch besitzen gerade solche Mosaikteilchen im deutsch-deutschen Forschungskontext Widerstandskraft gegen unreflektierte, schablonenhafte Zuordnungen und pauschalisierende Halbwahrheiten.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Anke-Marie Lohmeier, Zeitschriftenkultur in den Westzonen zwischen Kriegsende und Währungsreform, in: Günter Häntzschel (Hg.), Neue Perspektiven der deutschen Buchkultur in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts, Wiesbaden 2003, S. 16: Zum Ende der Weimarer Republik existierten in Deutschland ca. 18.000 Zeitschriften, in den ersten Kriegsjahren noch knapp 5.000.

  2. Vgl. Adrian Hummel, Rezensionswesen der fünfziger Jahre, in: Häntzschel (Anm. 1), S. 87. – Das Folgende ebd., S. 101.

  3. Vgl. zu grenzüberschreitenden Ambitionen in literarischen Zeitschriften z.B.: Alexandra Birkert, Das Goldene Tor. Alfred Döblins Nachkriegszeitschrift, in: Archiv für Geschichte des Buchwesens 33 (1989), S. 261–294; Matthias Braun, Im Visier des MfS: "Sinn und Form" und "Neue Deutsche Literatur", in: Simone Barck u.a. (Hg.), Zwischen "Mosaik" und "Einheit", Berlin 1999, S. 360–366; Uwe Schoor, Vom "sowjetisch-trojanischen Panjepferd" zum "geheimen Journal der Nation". "Sinn und Form" bis 1962, in: ebd., S. 339–345; Graeme Cook, Literary Conversations. Hans Werner Richterʼs Role in the Literary Relations Between the Two German States, in: Rhys W. Williams et al. (eds.), German Writers and the Cold War 1945–61, Manchester 1992, S. 115–131; Stephen Parker, Peter Huchel and Sinn und Form. The German Academy of Arts and the Issue of German Cultural Unity, in: ebd., S. 132–158; Dennis Tate, Neue Deutsche Literatur: the Forum of the Divided Nation?, in: ebd., S. 47–64; Monika Estermann, Die Börsenvereine in Leipzig und Frankfurt – eine Problemskizze, in: Mark Lehmstedt/Siegfried Lokatis (Hg.), Das Loch in der Mauer, Wiesbaden 1997, S. 72–88; Martina Langermann, Westdeutsche Literatur in der NDL. Literaturen in Konkurrenz, in: ebd., S. 279–297; Susanne Krones, Akzente im Carl Hanser Verlag. Geschichte, Programm und Funktionswandel einer literarischen Zeitschrift 1954–2003, Göttingen 2009, S. 463–476.

  4. Dazu v. a. Roland Berbig (Hg.), Stille Post. Inoffizielle Schriftstellerkontakte zwischen West und Ost, Berlin 2005, sowie Lehmstedt/Lokatis (Anm. 3).

  5. Alfred Kantorowicz, Deutsches Tagebuch, München 1959, S. 165f.

  6. Barbara Baerns, "Ost und West": Eine Zeitschrift zwischen den Fronten. Zur politischen Funktion einer literarischen Zeitschrift in der Besatzungszeit (1945–1949), Münster 1968, S. 163.

  7. Zu den möglichen Gründen ebd., S. 217f, bzw. die ungleich polemischere Darstellung wegen Spionagevorwürfen durch die USA in: Kantorowicz (Anm. 5), S. 170–177, u. Ost und West 3 (1949) 12, S. 82–90.

  8. Ost und West 1 (1947) 1, S. 3.

  9. Kantorowicz (Anm. 5), S. 296.

  10. "Das Sekretariat hält die Zeitschriften 'Ost und West', 'Fuffzehn', 'Berliner Palette' und 'Roland von Berlin' für nicht notwendig und ersucht die sowjetische Militärverwaltung, die Papierzuteilungen für diese Zeitschriften einzustellen.": Reinschriftprotokoll der Sitzung des kleinen Sekretariats Nr. 60, Berlin 28.10.1949, BArch DY 30/J IV 2/3/60.

  11. Stefan Heymann vom ZK der SED an Alfred Kantorowicz, 1.11.1949, zit.: Baerns (Anm. 6), S. 179.

  12. Vgl. Ost und West 3 (1949) 12, S. 141–144.

  13. Ost und West 3 (1949) 12, S. 3.

  14. So bezeichnete er Becher nach dem ersten Wiedersehen in Berlin 1946 als "bösartigen Parteigeheimrat" mit "humorlosem Zynismus": Kantorowicz (Anm. 5), S. 144.

  15. Ost und West 3 (1949) 12, S. 96.

  16. Schon in der vorletzten Nummer unter seiner Herausgeberschaft Ende 1962, als seine Absetzung bereits abzusehen war, platzierte Huchel demonstrativ Ernst Fischers Essay "Franz Kafka" in der Zeitschrift und in der finalen Ausgabe "Entfremdung, Dekadenz und Realismus" von demselben, Essays von Hans Mayer und Werner Krauss sowie Arbeiten von Günter Eich, Paul Celan und Ilse Aichinger. Vgl. Parker (Anm. 3), S. 151.

  17. Die verlagsinterne Zeitschrift "Aufbau" war ab 1949 kulturpolitische Monatsschrift im Sinne der SED, "Sinn und Form" unterstand ab 1950 der Akademie der Künste.

  18. Carsten Gansel, Parlament des Geistes. Literatur zwischen Hoffnung und Repression 1945–1961, Berlin 1996, S. 414.

  19. Sächs. Staatsarchiv Leipzig (SächsStAL), Bestand Kiepenheuer, 490.

  20. Gansel (Anm. 18), S. 390.

  21. Bei diesem Diskussionskreis, den der West-Berliner Arzt Ulrich Wallner zur Klärung deutschlandpolitischer Fragen mit Vertretern aus beiden Teilen des Landes frei für die Öffentlichkeit initiiert hatte, war Johannes R. Becher am 25.11.1954 überraschend und ohne Medienwirksamkeit aufgetreten. Eine Woche später standen sich in Anwesenheit von 50 westlichen Journalisten hochrangige Vertreter der jeweiligen Kulturpolitik im direkten Austausch gegenüber. Aus der Begegnung von Brecht, Becher, Wolfgang Harich, Ernst Bloch, Stephan Hermlin und Wilhelm Girnus mit Rudolf Schottlaender, Ernest Salter und Melvin Lasky ergab sich 1955 die Affäre um die fünf leere Seiten unter dem Namen Brechts in der Zeitschrift "Der Monat": Werner Hecht, Brecht-Chronik: 1898–1956, Frankfurt a. M. 1998, S. 1134.

  22. Vgl. Hesse an den Aufbau-Verlag im Mai 1952, in: Elmar Faber/Carsten Wurm (Hg.), "… und leiser Jubel zöge ein." Autoren- und Verlegerbriefe 1950–1959, Berlin 1992, S. 165.

  23. Gansel (Anm. 18), S. 391.

  24. Konzeptionen zur Entwicklung des Verlagsprofils 1959–1963, BArch DY 16/806.

  25. Amt für Literatur an Verlag der Nation, Betr. Literaturaustausch mit Westdeutschland, Berlin 31.12.1955, BArch DY 17/3062, Bd. 1.

  26. Aktennotiz, Betr. Literatur-Korrespondenz München, Unterredung im Verlag der Nation am 23.5.1957, ebd.

  27. SächsStAL, Bestand Börsenverein II, 1246.

  28. Auf der Leipziger Buchmesse 1956 wurde das "Forum" nach vielfachen Messeaussprachen zwischen Verlegern und Sortimentern aus beiden Hälften Deutschlands von 20 Verlegern und Buchhändlern aus Ost und West gegründet, um "den beiden Börsenvereinen und gegebenenfalls auch Regierungsstellen" Empfehlungen für die Beseitigung von Hindernissen im Literaturaustausch zu geben, die "Herausgabe eines paritätisch redigierten Informations- und Rezensionsblattes" anzuregen und die Wahrung und Pflege einer einheitlichen deutschen Nationalliteratur zu verwirklichen. Das Vorhaben scheiterte an den innerpolitischen Spannungen und den daraus resultierenden Schwierigkeiten einer konkreten und fruchtbaren Umsetzung: vgl. Bericht Innerdeutscher Handel mit Gegenständen des Buchhandels, Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, Archiv des Frankfurter Börsenvereins W2/7 2820.

  29. Vgl. Brit Holland, Die privaten Kinder- und Jugendbuchverlage "Altberliner Verlag Lucie Groszer" und "Alfred Holz Verlag". In: Leipziger Jb. z. Buchgeschichte 12 (2003), S. 197f.

  30. Das Buch von Drüben (1957) 1, Vorwort.

  31. Johannes Bobrowski profilierte den Verlag zu einem der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchverlage der DDR. Vgl. Holland (Anm. 29), S. 199.

  32. So z.B. Bobrowski über Frank Elgar, Robert Maillard, Picasso, in: Das Buch von Drüben (1957) 4, S. 17.

  33. Das Buch von Drüben (1957) 1, S. 7f.

  34. Das Buch von Drüben (1957) 3, S. 3.

  35. Zit.: Der neue Vertrieb (1957), S. 198.

  36. So – ungleich positiver – z.B. die "Wochenzeitung" in Düsseldorf, 5.9.1957: "Zweifellos schließt die Zeitschrift […] eine Lücke und trägt dem beiderseitigen Informationsaustausch Rechnung.", zit.: ebd.

  37. Vgl. Clemens Seifert an Hoffmann innerhalb des HR Literaturaustausch, Abt. Verlage, Betr. Leserzeitschrift: Das Buch von Drüben, 21.10.1957, BArch DR 1/1077.

  38. Vgl. zum Hauptreferat Literaturaustausch: Entwurf des Ministeriums für Kultur über die Aufgaben der gesamtdeutschen Arbeit auf dem Gebiet des Verlagswesens und des Buchhandels, Juli 1954, BArch DR 1/1079. Das HR unter Leitung von Clemens Seifert war derart ineffektiv, dass es alsbald wieder abgeschafft wurde.

  39. Seifert (Anm. 37).

  40. Junge (Abt. Buchhandel) an Böhm (Leiter der HV Verlagswesen), 22.1.1958, BArch DR 1/1077.

  41. Seifert (Anm. 37).

  42. Ebd.

  43. Junge (Anm. 40).

  44. Vgl. exemplarisch die Rede Klaus Gysis vor dem Börsenverein Leipzig, 11.7.1961, in: Protokoll der Gemeinsamen Sitzung Vorstand, Hauptausschuss, Verleger- und Sortimentsausschuss des Börsenvereins Leipzig, 11.7.1961, SächsStAL, Bestand Börsenverein II, 1612.

Doktorandin an der Humboldt-Universität zu Berlin.