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Revolution ohne souveränen historischen Träger

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass „DDR-Übersiedler in Afrika hochwillkommen” Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? 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Revolution ohne souveränen historischen Träger Denkanstöße zum Tag der Deutschen Einheit - Aus der Serie "Ungehaltene Reden" ehemaliger Parlamentarier der letzten Volkskammer der DDR

Jens Reich

/ 17 Minuten zu lesen

Die Volkskammerwahl 1990 war das letzte Glied der Umwälzung in der DDR, die im Herbst 1989 als "Friedliche Revolution" ihren Lauf nahm. Aber war dies eigentlich eine Revolution? Und wer waren die eigentlichen Revolutionäre? Wie ist mit Abstand dieser Prozess zu bewerten - und wie die Missstimmung heute im Osten Deutschlands? Ein Essay des Molekularbiologen und Bürgerrechtlers Jens Reich, der dazu rät: "Es ist wichtiger, die Vernünftigen und Anständigen stark zu machen und sie einzubeziehen, als ratlos auf die Ausbrüche übler politischer Laune zu starren".

Montagsdemonstration in Leipzig am 16.9.1989. Mindestens 120.000 DDR-Bürger gingen an diesem Abend friedlich für mehr Demokratie, Bürgerrechte und Reformen auf die Straße. Der Untergang des SED-Regimes vollzog sich kurz darauf in einem rasanten Tempo: Am 9. November 1989 öffnete die DDR ihre Grenzen, ein Jahr später, am 3. Oktober 1990 waren die Deutschen 45 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges wieder in einem souveränen Staat vereint. (© picture-alliance/dpa)

Im Herbst 1989 setzte in den damaligen Volksdemokratien des Ostblocks und in den Teilrepubliken der Sowjetunion, jener Kollaps der Regime ein, der letztlich zur Auflösung der Sowjetunion, ja des gesamten Warschauer Paktes führte. Der epochale Charakter des Zusammenbruchs eines ganzen Imperiums hat sich fest in das kulturelle Bewusstsein der am Kalten Krieg beteiligten Völker eingeprägt. Symbol dafür ist vor allem der „Fall der Berliner Mauer“, der eigentlich zunächst nur eine zeitweilige Öffnung für geduldete Passage war. Insgesamt verliefen die tiefgreifenden Wandlungsprozesse in den meisten sozialistischen Ländern einigermaßen gewaltfrei. Umstritten bleibt bei den Fachleuten, ob es sich bei diesen Ereignissen um eine Revolution gehandelt hat, oder um eine seit langem in den politischen und wirtschaftlichen Systemvariablen begründete, vorhersehbare spontane „Implosion“, bei der die bewusst agierenden politischen Kräfte allenfalls die Rolle eines verstärkenden Effektes spielten.

Der Streit um die Einordnung der Ereignisse in theoretische Kategorien konzentrierte sich im Laufe der Jahre auf unterschiedliche Schwerpunkte. In den 1990er Jahren ging es vor allem darum, ob die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu einer Art Dammbruch führten oder ob Persönlichkeiten mit Tatkraft und Geschick die Ereignisse in Gang brachten. Die eine Forschungsrichtung beschäftigte sich mit den in einem ökonomischen Kampf verstrickten Systemen, bei dem letzten Endes dem Osten im „Rüstungswettlauf“ die Luft ausging und dies seinen Kollaps erzwang. Die andere Richtung glaubte eher an die historische Wirkmacht solcher Persönlichkeiten wie Michail Gorbatschow, Helmut Kohl, George Bush, François Mitterand und Margret Thatcher und einiger anderer Akteure. Den überall aufflammenden Volkserhebungen wurde bestenfalls eine auslösende, keinesfalls aber eine verursachende Rolle zugeschrieben. Den Beiträgen der politisch, national oder bürgerrechtlich argumentierenden Widerstandsbewegung wurde im besten Fall höflich im besten Fall die Kompetenz moralischer Legitimation zugestanden, wie es sich etwa am Beispiel Václav Havel zeigt.

30 veränderte Staats- und Gesellschaftssysteme - und der "Sonderfall DDR"

All diese Erklärungsversuche aber waren nicht in der Lage, hinreichend das zu erfassen, was eigentlich geschehen war. Sie konnten nicht überzeugend darlegen, wie die wirtschaftlichen und politischen Ereignisketten zum Ende einer ganzen historischen Epoche und eines Imperiums führen konnten.

Karte des post-sowjetischen Raums: Untergang der Sowjetunion, bewaffnete Konflikte 1991-2017 und Nachfolgestaaten
Interner Link: Hier finden Sie die Karte als hochauflösende pdf-Datei. (mr-kartographie) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Im Ergebnis erhielten sechs osteuropäische Nationalstaaten ihre politische Unabhängigkeit zurück; es entstanden in Mittel- und Osteuropa vier neue Staaten, im Baltikum drei aus sowjetischen Teilrepubliken hervorgehende souveräne Staaten, in Mittelasien fünf und in Transkaukasien drei, schließlich außerhalb des sich auflösenden Imperiums noch sechs nach blutigen Kriegen auf dem Balkan. Zählt man noch einige kleinere Abspaltungen hinzu, dann erschienen innerhalb weniger Jahre 30 völlig veränderte staatliche Gebilde auf der Landkarte, ausnahmslos alle wechselten die gesellschaftliche Formation und wurden mehr oder weniger „kapitalistisch“:

Die DDR habe ich bei dieser Aufzählung als Sonderfall ausgelassen. Ihr System geriet ins Wanken, als eine große Anzahl entschlossener Bürger und Bürgerinnen ihre Ausreise in die Bundesrepublik durch Botschaftsbesetzungen und Demonstrationen erzwangen.

Mehrere hundert DDR-Bürgerinnen und -Bürger demonstrierten bei der ersten Montagsdemonstration am Abend des 4. September 1989 in der Innenstadt von Leipzig für Reisefreiheit und Reformen. (© picture-alliance, Wolfgang Kumm)

Dem folgten seit dem frühen Oktober immer mächtigere, weitgehend spontan sich formierende Massendemonstrationen, besonders in Leipzig, auf denen engagierte Bürgerrechtsbewegungen ihre Forderungen formulierten und ihnen damit eine klare inhaltliche Ausrichtung verliehen. Dieser Prozess führte in eine einige Monate währende Periode von Verhandlungen zwischen der immer schwächer werdenden Politbürokratie und den Oppositionellen am Runden Tisch und endete mit freien Parlamentswahlen zur letzten DDR-Volkskammer, die den juristischen Weg der DDR zur Einheit ebnete.

Damit vollzog die DDR inmitten von all den leidenschaftlichen Aufständen und der Entstehung neuer politischer Kräfte im Ostblock als einziges ehemals sozialistisches Land den sofortigen, friedlich verhandelten direkten „Beitritt“ zum Westen.

Waren diese Ereignisse nun eine Folge authentischer Revolutionen, die in einer Art Kettenreaktion zwischen 1989 und 1992 stattfanden? Oder waren es mehr oder weniger unvermeidliche Umwälzungen, Umbrüche, Transformationen, gar Konterrevolutionen oder Mafiaputsche?

In der deutschen Alltagssprache hat sich für die Ereignisse im Herbst 1989/Frühjahr 1990 der Terminus „Wendezeit“ fest etabliert. Für einen politisch sensiblen Sprachgebrauch ist das Wort „Wende“ eher diskreditiert, da es Honeckers Nachfolger Egon Krenz bei seiner Machtübernahme am 18. Oktober 1989 verwendete. Er versprach: „Wir werden eine Wende einleiten!“ Gemeint war: Wir werden eine Gegenrevolution mittels der verbalen Umarmung des ganzen Volkes einleiten, wenn man uns handeln lässt.

Wendland - ein Transparent am 4. November 1989 in Ost-Berlin (© Holger Kulick)

Ob man nun das Wort „Wende“ politisch unbefangen für den Umbruch 1989/90 verwendet oder mit Krenz‘schem Hintersinn – klar ist, dass es sich dabei nur um die Ereignisse in der DDR handelt. Für das Ende des gesamten realen Sozialismus, einschließlich des sowjetischen Imperiums, taugt dieser Begriff nicht einmal als Kurzbezeichnung für die historische Revolution, die mindestens zehn Jahre vor 1989 in Polen begonnen und im Herbst 1989 ihren Höhepunkt erreicht hatte.

Faktoren einer Revolution

Für den Begriff „Revolution“ haben paradoxerweise diejenigen Ideologen in der Nachfolge der Theorie von Marx und Lenin die Definition geliefert, die wohl am wenigsten damit einverstanden wären, ihn hier anzuwenden. Eine soziale Revolution war gemäß dem verblichenen philosophischen Wörterbuch der DDR die grundlegende Umgestaltung der Gesellschaft als Ganzes oder zumindest wesentlicher Teile der gesellschaftlichen Struktur. Dabei unterschied man die politische Revolution, die den Umschwung staatlicher Macht hervorbrachte von der Umwälzung der wirtschaftlichen Struktur in Richtung einer neuen Entfaltung der Produktivkräfte, die von den bestehenden Produktionsverhältnissen zunehmend eingeengt werden. Als Beispiel für den Vorgang „entlaufener“ Produktivkräfte kann die damalige stürmische Entwicklung der Mikroelektronik und Computertechnik angesehen werden, mit der die Produktionsverhältnisse im gesamten Ostblock in dieser Zeit immer weniger klarkamen.

Auf die gesamte Wirtschaft bezogen, lässt sich konstatieren, dass die Kluft zwischen dem, was dringend notwendig war und dem, was geleistet werden konnte, kaum noch geschlossen werden konnte. Das zeigte sich vor allem darin, dass nach den Milliardenkrediten für die DDR die damit entstandenen Interner Link: Dollar-Schulden immer weniger bedient werden konnten. Es mussten ganze Produktionssektoren, ebenso wie stationäre Vermögenswerte (zum Beispiel Kunstwerke), in den Westen verschleudert werden, um die vertraglich festgeschriebenen Valutazahlungen zu begleichen, auch dubiose Interner Link: Rüstungsgeschäfte nahmen zu. Sogar der „Verkauf“ der wegen politischer Vergehen verurteilten Landeskinder wurde in diese Rechnung einbezogen. Dies ließ sich freilich nicht über eine gewisse Schamgrenze hinaus ausweiten. In der Sowjetunion zeigten sich die Krisenerscheinungen am drastischsten darin, dass die zivile („Erste“) Wirtschaft in Einheit mit dem Rohstoffexport die steigenden Erfordernisse der „Zweiten“ Wirtschaft (des Militärisch-Industriellen Komplexes) auf Dauer nicht mehr bedienen konnte.

Wenn das Missverhältnis zwischen den wachsenden Produktivkräften und den die Selbstreproduktion der Gesellschaft herstellenden Produktionsverhältnissen immer größer wird, dann „reift“, wie wir es in der Vorlesung zum Marxismus-Leninismus blumig hören konnten, „eine revolutionäre Situation heran“. Allerdings, wann und wo die Revolution ausbrechen und ob sie erfolgreich sein oder niedergeschlagen werden würde, das hinge wiederum von sehr viel mehr Faktoren ab, als nur von der prärevolutionären wirtschaftlichen Situation. Hier kämen eine ganze Reihe politischer Konstellationen und Machtverhältnisse ins Spiel, ebenso die spezielle Mentalität des jeweiligen „revolutionären Subjekts“, wie etwa seine Entschlossenheit oder seine Kompromissfähigkeit, wenn es Spitz auf Knopf steht.

Wer die sozial- und wirtschaftspolitische Situation im Ostblock des Jahres 1989 mit derjenigen ungefähr zehn Jahre später vergleicht, wird anerkennen müssen, dass in diesem Jahrzehnt in allen betroffenen Staaten ein grundlegender Wandel des gesellschaftlichen Systems, also eine revolutionäre Umwälzung stattgefunden hat. Die Eigentumsverhältnisse haben sich völlig verändert. Private Eigentümerschaft anstelle von sogenanntem Volkseigentum hat sich in allen relevanten Bereichen der Volkswirtschaft durchgesetzt. Der Zugriff auf das Sozialprodukt ist nicht mehr gesamtstaatlich geregelt, also letztendlich durch eine Herrscherkaste („Nomenklatura“), sondern es wurde zu frei handelbarem Kapital, ohne auf materielle Gegenstände oder Immobilien beschränkt zu sein. In abstrakter Form liegt es nunmehr vor allem als weltweites Finanzkapital vor, in geldwerten Beträgen, die jegliche Deckung durch Sachkapital angeblich bei weitem überschreiten.

Wie konnte es zu einer derartigen Entwicklung kommen, die eigentlich durch die Schlussakte von Helsinki für immer und einvernehmlich verhindert worden war? Für überzeugte Marxisten muss sich das als komplette Konterrevolution darstellen, als Rückfall in eine historische Epoche längst überwundener Produktionsverhältnisse.

Für die Analyse dieser merkwürdigen Umkehrung der historischen Tendenz lohnt es sich, auf historische Analogien, vor allem auf das Paradigma aller modernen Revolutionen, nämlich die Große Französische Revolution zu schauen. Es ist aufschlussreich, dass nicht nur alle Theoretiker dieser Revolution im 19. Jahrhundert, sondern auch die Praktiker im 20. Jahrhundert diese im Blick hatten. Man liest das anschaulich in Lenins und Trotzkis Schriften. Sie lebten, wie sie sich einbildeten, bereits eine Epoche weiter, und meinten, eine Wiederholung auf höherer Ebene mitzuerleben: Revolution und Gegenrevolution, den Sturz der Monarchie, die Konstituante und den Liberalismus, Bürgerkrieg und Invasion der Großmächte, und schließlich den „Sowjetthermidor“ (Trotzki) als Charakterisierung von Stalins Terrorherrschaft. Man verglich die „Diktatur“ der Bourgeoisie 1793 mit der des Proletariats zur Festigung der neuen Gesellschaftsordnung. Bei einem wichtigen Faktor wurde allerdings gemogelt: Im Gegensatz zum französischen Vorläufer hatte die Externer Link: Oktoberrevolution (noch) kein Klassen-Subjekt, keinen echten Träger: weder die Bauernklasse noch das Industrieproletariat Russlands waren dafür „reif“ im Sinne von Marx und Engels. So blieb es bei der Diktatur einer sich in den revolutionären Auseinandersetzungen an die Macht geputschten Partei, nicht einer, die historischen Gesetzen folgend, die Führung übernommen hatte.

Auftakt mit „Solidarność“ - Aufstandsbewegungen gegen die Parteidiktatur

70 Jahre später kam es in allen Ländern des Ostblocks, eingeleitet von der polnischen Arbeiterbewegung „Solidarność“, parallel oder nacheinander zu Aufstandsbewegungen gegen die Parteidiktatur. Es waren teils soziale Protest- teils nationale Unabhängigkeitsbewegungen, sie waren also politischer Natur, von Unzufriedenheit mit dem System angetrieben und nicht von absoluter Verelendung. Sie bewirkten zunächst die Abschaffung der Parteiherrschaft, der Regierungs- und Verwaltungskader. Im Unterschied zu den historischen Vorbildern besaßen die revolutionären Proteste kein „revolutionäres Subjekt“, das heißt keine durch ihr Verhältnis zu den Produktionsverhältnissen sich konstituierende Klasse. Das stellte sich bald heraus, als nach den erfolgreichen politischen Aufständen die Frage auf der Tagesordnung stand, wie denn nun mit dem sozialistischen Eigentum an Produktionsmitteln zu verfahren sei.

Rückerinnerung 1989: Am 27. November '89 berichten Mitglieder der Oppositionsgruppe "Neues Forum" in der Kirche Oberschönweide in Ost-Berlin über ihr Gespräch mit dem SED-Funktionär Günter Schabowski. Das Bild zeigt den Autor dieses Textes, Prof. Jens Reich, neben der Malerin Bärbel Bohley, beide waren Mitbegründer der Oppositionsgruppe "Neues Forum". (© picture-alliance, Volkmar Hoffmann)

Es gab zwar einige mehr oder weniger detailliert ausgeführte Konzepte einer Wiederbelebung der bankrotten Nationalökonomie. Letztlich erwies es sich jedoch als illusionär, auf einen so langsamen Prozess zu setzen. So kam es, dass die Anhänger einer umfassenden Reform, eines „Aufräumens der DDR“, beiseite gedrängt wurden und statt dessen in großer Eile der vollständige Umbau „von oben“ her eingeleitet wurde, beginnend mit allgemeinen Wahlen zur letzten Volkskammer im März 1990. Dies bedeutete sofort das Primat der Exekutive, die mit etwas fragilen politischen Mehrheiten die Bedingungen der Abwicklung der DDR mit der viel stärkeren bundesrepublikanischen Exekutive auszuhandeln hatte.

Die mehr oder weniger spontane demokratische Aufstandsbewegung im Herbst 1989 hatte im Handumdrehen die real existierende Staatsstruktur der DDR einschließlich ihrer Verfassung obsolet gemacht. Am Runden Tisch wurde die Regierung Modrow als provisorische Verwaltung im Interesse der Vermeidung eines chaotischen Staatszusammenbruchs toleriert. Wie bei den berühmten historischen Vorläufern (Konstituante in Frankreich 1989 und Weimarer Nationalversammlung von 1919) hätte nun eine Wahl zur Bildung einer verfassunggebenden Versammlung auf der Tagesordnung gestanden, so wie es auch bei der Gründung der Bundesrepublik 1949 eingehalten wurde. Der verfassunggebende Prozess wurde allerdings von dem Bestreben überholt, so schnell wie möglich freie Wahlen zu einer Legislative zwecks Bildung einer demokratischen Regierung abzuhalten. Zu einer verfassunggebenden Versammlung kam es deshalb nicht mehr.

Meilenstein: Das „Verfassungsgrundsätzegesetz“ vom 17. Juni 1990

Aus diesem Grund mussten nun in einer Art Urzeugung eine demokratische Legislative (Parlament) und Exekutive (Regierung) aus dem Boden gestampft werden, ohne dass eine vollständige Staatsstruktur mit Verfassung auch nur in Angriff genommen werden konnte. Die gewählte Volkskammer lehnte mehrheitlich die Befassung mit dem formal und zum Teil inhaltlich an das Grundgesetz angelehnten Verfassungsentwurf des Runden Tisches ab. Es wurde widerstrebend die delegitimierte Verfassung der DDR in Gültigkeit gehalten, jedoch ergänzt durch ein grobschlächtig formuliertes „Verfassungsgrundsätzegesetz“ (vom 17. Juni 1990). Nur wenige in der DDR-Bevölkerung werden begriffen haben, dass bereits mit der Akzeptanz dieser trojanischen Schindmähre die Rückverwandlung von der sozialistischen zur kapitalistischen Gesellschaftsformation mit sozusagen einem Federstrich staatsrechtlich vollzogen war. Grundsatz Nr. 2 in dieser Verfassungskarikatur erlaubte privates Eigentum an produktivem Grund und Boden sowie Produktionsmitteln und legalisierte damit sämtliche Eigentums-Übertragungen und -Rückübertragungen, die dann schon vor dem eigentlichen Vollzug der Deutschen Einheit und natürlich vor allem danach stattgefunden haben.

Die Erzählung von der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals in den übrigen Ländern des Ostblocks hat viele Kapitel und Varianten. In einigen Ländern wurde die Übergabe von Anteilsscheinen des Volkseigentums an die Staatsbürger und -bürgerinnen durchgeführt. Die Ergebnisse werden in der ökonomischen Literatur unterschiedlich bewertet. In den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sind die negativen politischen Folgen der sich folgerichtig entwickelnden Oligarchiestrukturen offensichtlich. In der Nach-DDR haben die verschiedenen Formen der Privatisierung des Produktionskapitals sicher die „Übernahme“ (Kowalczuk) durch den Westen befördert.

Rückerinnerung 1994: Jens Reich (r.) unter den Kandidierenden um die Nachfolge Richard von Weizsäckers im Amt des Bundespräsidenten. Der CDU-Kandidat Roman Herzog, die FDP-Frau Hildegard Hamm-Brücher und rechts neben ihnen Jens Reich am 6. Februar 1994 vor dem Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar. Der Molekularbiologe Jens Reich,1939 in Göttingen geboren und in Halberstadt aufgewachsen, studierte an der Humboldt-Universität Berlin und promovierte 1968. Als "Bürgerpräsident" wurde er im Juni 1993 von einer Prominenten-Initiative als einziger parteilich unabhängiger Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert, aber erhielt keine Mehrheit. (© picture-alliance/dpa, Ralf Hirschberger)

Die „Rückrevolution“ der Gesellschaftsformation in den ehemaligen Volksdemokratien und der DDR in eine neue, modernere Form des Kapitalismus ist ohne ein historisches Subjekt erfolgt. Stalin hatte nach dem Sieg im Zweiten Weltkrieg und nach der Einverleibung dieser Länder angeordnet, dass die traditionellen kulturtragenden Schichten dort nicht zu vernichten, sondern in das neue System zu integrieren seien. In welchem Maße dies ernsthaft betrieben wurde und welche Ergebnisse es zeitigte, muss für jeden der osteuropäischen Nationalstaaten gesondert historisch untersucht werden. Diese hatten nur begrenzte Handlungsfreiheit, weil alles Grundlegende in Moskau entschieden und vorgeschrieben wurde. Andererseits konnten die Volksdemokratien im Laufe der 40 Jahre ihre traditionellen Kulturen regenerieren und weiterentwickeln.

Man sollte die Tatsache nicht übersehen, dass sie alle einen gewissen historischen Eigensinn entwickelten. Die Bevölkerungen lehnten sich sogar auf verschiedene Weise, oft unter Berufung auf ihre nationale Besonderheit, gegen die sowjetische Hegemonie auf. In Polen beispielsweise realisierte sich das Bündnis zwischen Arbeiter- und Bauernklasse und der Intelligenz auf ganz andere Weise als beabsichtigt, nämlich als revolutionäre Gegenmacht, wiederum mit Vorbildern aus der Französischen Revolution. In der sowjetischen Besatzungszone und der nachfolgenden DDR gelang es nach der NS-Diktatur und deren katastrophalen Ende von Anfang an nicht, die Tradition und Kultur tragenden Schichten erfolgreich in das neue Deutschland zu integrieren. Der offensichtliche Grund ist, dass die Regeneration unter nationalem Vorzeichen wegen der Spaltung Deutschlands in zwei „antagonistische“ Gesellschaftsformationen nicht möglich war. Den SED-Machthabern ist die Integration der verschiedenen Schichten auch dann nicht gelungen, als im Rahmen des Helsinki-Übereinkommens eine konkrete Übernahme durch den Westen für lange Zeit unrealistisch schien.

Eine zerschredderte Bürgerklasse

Nach dem Sturz der SED-Herrschaft versuchte man es 1990 mit einer Art Exhumierung des historischen Subjekts vergangener Revolutionen, nämlich der Bürgerklasse, scheiterte aber, weil die Partei im Laufe ihrer 40-jährigen Herrschaft das Bürgertum bis auf einige bildungsbürgerliche oder kirchlich gebundene Restbestände fast vollständig eliminiert hatte. Was sich an autochthoner oder nachgemachter DDR-Bürgerlichkeit bei der Treuhand und vergleichbaren Konstruktionen um reales oder kulturelles Kapital bewarb, scheiterte an fehlender ökonomischer oder kulturpolitischer Kreditwürdigkeit.

Es war nicht nur die Bürgerklasse, die im Laufe der DDR-Geschichte immer wieder durch den sozialpolitischen Reißwolf gedreht wurde und dabei ihre traditionelle Feinstruktur einbüßte. Nicht viel anders erging es der Arbeiterschaft, die zudem auch noch als herrschende Klasse verhöhnt wurde. Die Bauern verloren ihre soziale Identität durch die kampagnenmäßig in mehreren Schritten vollzogenen Kollektivierungsprozesse. Sie wurden zu lohnabhängigen und mit Leistungsprämien korrumpierten Landarbeitern, soweit ihnen nicht der Aufstieg aus der Bauernklasse in die Kaderschicht der leitenden Agronomen und LPG-Vorsitzenden gelang. Der eigene Boden blieb zwar Eigentum des Bauern in seiner Genossenschaft, aber sein eigentliches gesellschaftliches Schicksal war die lohnabhängige Arbeit für eine Genossenschaft oder ein Volkseigenes Gut. Die technische oder ökonomische Intelligenz-Schicht, definiert durch ein Diplom einer Fach- oder Hochschule, war eine Dienstklasse, die nur durch politische Qualifikation und Parteimitgliedschaft in höhere Sphären aufsteigen konnte, dort jedoch in ihrer dienenden Funktion umso gesichtsloser wurde. Die DDR-Gesellschaft war gleichsam ein sozialer Hohlkörper, in dem alle traditionellen Vernetzungen und Bindungen zerschreddert worden waren. Nicht das Individuum, wohlgemerkt, sondern die Gesellschaft war ausgehöhlt und starr geworden.

Die Nivellierung der sozialistischen Persönlichkeit zeigte sich vor allem als gespaltene Mentalität. In der vielgerühmten „Nische“ konnten Menschen sehr interessiert und offenherzig sein, zu erstaunlicher Kreativität in der nicht-industriellen Sphäre (sozusagen im Garten und Bastelraum) auflaufen und im Idealfall die Tugenden der verblichenen Bürger- und Bauernstände leben. In der Öffentlichkeit zeigten die meisten Menschen hingegen ein antrainiertes Verhalten, das man als „desinteressierte Persönlichkeit“ bezeichnen könnte. Bezeichnend dafür ist die Leere im Gesichtsausdruck, wenn DDR-Bürger und -Bürgerinnen unterschiedlicher Schichten gemeinsam veranlasst waren, sich die Verlautbarung eines Politfunktionärs anzuhören. Musste man hier sein öffentliches Gesicht zeigen, dann verloren die Gesichtsmuskeln augenblicklich die Spannung. Der Blick wurde leer, bis die notwendige Veranstaltung vorbei war und wieder Leben in die Physiognomie kam.

Ein tiefer sitzendes Merkmal der Nivellierung des Menschen als politisches Wesen war (zumindest in der DDR-Gesellschaft habe ich das beobachtet) eine leicht abrufbare üble politische Laune, mit der nicht wenige sogar die Bereitschaft verbanden, menschenverachtenden Stimmungen und Parolen nachzugeben.

Wir haben das im Jahre 1989 im späteren Verlauf der Aufstandsbewegung erfahren. In der Zeit davor war die schlechte Laune aus politischer Rücksicht meist vor der öffentlichen Wahrnehmung versteckt. Gelegentlich wurde sie von oben ausdrücklich ermuntert (zum Beispiel gegen die „faulen Polen“ von der Solidarność). Wie heiter und gelöst und mit offenen Augen haben wir demgegenüber in den Herbst-1989-Tagen die Menschen erlebt, in der Öffentlichkeit und bei politischen Demonstrationen (beispielhaft am 4. November in Berlin).

Als die Freiheit laufen lernte. Demonstration am 4.11.1989 in Ost-Berlin vor dem damaligen Sitz der DDR-Volkskammer im Palast der Republik. Fünf Tage später fiel die Mauer. Das Foto stammt aus einem Sack zur Verbrennung vorgesehener Stasi-Akten. (© BStU)

Gleichwohl gab es selbst damals bald einen Nebenstrom öffentlich vorgezeigter übler Stimmung, von der viele Zeitzeugen berichten. Er zeigte sich zum Beispiel in gewissen fremdenfeindlichen und nationalistischen Hassparolen seit der zweiten Oktoberhälfte sogar auf den Leipziger Montagsdemonstrationen, als sich die Schweigen gebietende Angst vor den Machthabern gelöst hatte.

Die Älteren erinnern sich vielleicht an die verbalen oder körperlichen Anrempelungen, wenn in den 1970er oder 1980er Jahren Fußballfangruppen grölend über den Bahnhof oder durch das Eisenbahnabteil zogen. Pegidafähige Slogans konnte man da bereits in tiefsten DDR-Zeiten und erst recht 1990 hören, als DSU-Anhänger in Demonstrationen auftraten. Das alles geschah lange bevor uns der Westen „übernahm“, es wurde allerdings durch die westlichen Medien detailliert widergespiegelt und dadurch noch verstärkt.

Und heute? "Politische Missempfindung" im Post-DDR-Land

Im Osten Deutschlands artikuliert sich heute verbreitet eine politische Haltung, die sich auf eine subjektive Wahrnehmung gesellschaftlicher, nicht persönlicher Verelendung und Freiheitsunterdrückung beruft. „Mir geht es ja persönlich gut; die DDR möchte ich keinesfalls zurückhaben, obwohl vieles im Leben damals weniger beunruhigend war.

Heute ist jedoch alles unsicher und deshalb unerträglich geworden“. Dieses in sich widersprüchliche politische Unbehagen ist entweder freischwebend und erzeugt ziellose, üble politische Launenhaftigkeit. Oder es macht sich fest an jeweils aktuellen politischen Konflikten, sei es um den Euro, um Brüssel, um ins Land strömende Flüchtlinge, um übergriffige Migranten, um die Verteilung von sozialen Zuwendungen, um die Politik gegenüber den USA oder China, um die drohende Islamisierung des Abendlandes, oder allgemein um die Globalisierung oder die Unterdrückung durch den Westen, oft ohne konkreten Anlass.

Pegida-Demonstration am 15.12.2014 in Dresden. Die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) haben zu ihrer neunten Demonstration in Folge in Sachsens Landeshauptstadt aufgerufen. (© picture-alliance)

Neuerdings entsteht aus diesem Unbehagen ein weiteres Hassobjekt in Gestalt der Maßnahmen zur Eindämmung von Corona, interessanterweise – ähnlich wie damals am Ende der DDR – erst, als sich die Angst vor der drohenden Pandemie verflüchtigt hatte. Dresden erlebte unlängst eine politische Übersprungshandlung: eine Pegida-Demo nicht mehr gegen die „Umvolkung“ des Abendlandes, sondern gegen die Freiheitsberaubung durch eine sogenannte Coronadiktatur.

Diese politische Missempfindung ist im Post-DDR-Land weit verbreitet, offenbar weiter als im Westen Deutschlands. Es ähnelt den Stimmungen in den ehemaligen Volksdemokratien, jedenfalls wenn man die dortigen populistischen und autoritären Strömungen als Indikator annimmt. Für ihren Ursprung werden gern psychologische Faktoren angeführt: einerseits Frust wegen objektiver Verelendung, andererseits subjektive Verunsicherung. Nach meiner Überzeugung ist die nun bereits drei Jahrzehnte nach 1990 währende Kontinuität des politischen Unbehagens eine Nachwehe der in der DDR-Zeit von der Politbürokratie in immer wieder neuen Wellen und Kampagnen durchgeführten Nivellierung derjenigen Schichten, welche zu einer selbsttragenden politischen Kultur auf ihre Weise hätten beitragen können. Ich meine damit Menschen mit Unternehmergeist, das Bildungsbürgertum, die selbstbewusste Arbeiterschaft, freie Bauern, Handwerker, den Landadel, Künstler und Intellektuelle. Sie wurden in immer wieder neuen politischen Wellen systematisch verunglimpft, enteignet, sogar kriminalisiert und anderweitig in ihrer traditionellen Identität diskreditiert.

Das trotzdem niemals aufgegebene Fernziel der nationalen Einheit tat ein Übriges. Ein nie versiegender Strom von Menschen, die „ihr“ Land in Richtung Bundesrepublik für immer verließen, hat zum Fehlen einer die Revolution vorbereitenden „Klasse“ nicht unerheblich beigetragen – ein paradoxer später Erfolg der SED-Politik.

Die Vernünftigen und Anständigen stark machen und einbeziehen

Mit diesem Essay wollte ich meine These über mentale Faktoren skizzieren, die durch politisches Handeln der Herrschenden seit den ersten Jahren der DDR ausgelöst wurden und noch heute, 30 Jahre nach den tiefen gesellschaftlichen Umbrüchen, vorhanden und politisch wirksam sind.

Der Parteiherrschaft gelang es zwar nicht, mit der Entwicklung der Produktivkräfte Schritt zu halten. Jedoch gelang ihr erfolgreich, die Bildung einer zur Revolution fähigen Klasse weitgehend zu verhindern. Viele der Menschenrechts- und Oppositionsgruppen schafften es, die Vision eines alternativen Lebens zu entwickeln und teilweise sogar zu leben. Das waren jedoch Minderheiten, die für eine gewisse Zeit den Nerv des Protestes trafen und (siehe etwa den 4. November) eine alternative Lebensweise meist außerhalb der Industriegesellschaft anstrebten. Sie lehnten es aber definitiv ab, politische Macht und elitäre Positionen anzustreben.

Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass üble politische Laune und die entsprechenden Dispositionen zur öffentlichen Darstellung irreversibel in die Ostdeutschen eingeschrieben sind. Die große Mehrheit lehnt die Hassgesänge auf „das System“ ab und ist bereit, „ihr“ Land in Anknüpfung an die traditionelle und entwicklungsfähige gesellschaftliche Kultur demokratisch und kreativ zu gestalten. Es ist wichtiger, die Vernünftigen und Anständigen stark zu machen und sie einzubeziehen, als ratlos auf die Ausbrüche übler politischer Laune zu starren. Einsichtigen Leuten muss zunehmend klar werden, was das 21. Jahrhundert von den politischen Eliten verlangt und welche Leistungen die ihre politischen Eliten wählenden Staatsbürgerinnen und -bürger erbringen müssen.

Die Revolution hat die Freiheits- und Handlungsrechte gebracht. Die Vernünftigen und Anständigen im Lande müssen nun die Zukunft der vereinten Nation in sehr schwierigen kommenden Zeiten voranbringen. Noch mehr erschwert durch Putins brutalen Krieg gegen die Ukraine und dessen beunruhigenden Folgen für Europa.

Die Cover der beiden Bände von "(Ost)Deutschlands Weg" I (1989 bis 2020) und II (Gegenwart und Zukunft), seit 1. Dezember 2021 wieder erhältlich im Externer Link: www.bpb.de/shop unter den Bestellnummern 19676 I+ii.

Zitierweise: Jens Reich, „Revolution ohne souveränen historischen Träger", in: Deutschland Archiv, 22.09.2020, leicht ergänzt am 6.10.2022. Link: www.bpb.de/315735. Der Text ist dem Band entnommen „(Ost)Deutschlands Weg. 80 Studien & Essays zur Lage des Landes", herausgegeben von Ilko-Sascha Kowalczuk, Frank Ebert und Holger Kulick in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, der seit 1. Juli 2021 im Interner Link: bpb-shop erhältlich ist. Hier mehr über das Buch "Interner Link: (Ost)Deutschlands Weg", produziert von der Redaktion Deutschland Archiv der bpb.

Weitere "Ungehaltene Reden" ehemaliger Parlamentarier und Parlamentarierinnen aus der ehemaligen DDR-Volkskammer werden nach und nach folgen. Eine öffentliche Diskussion darüber ist im Lauf des Jahres 2021 geplant. Es sind Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar.

In dieser Reihe bereits erschienen:

- Sabine Bergmann-Pohl, Interner Link: "Ein emotional aufgeladenes Parlament"

- Rüdiger Fikentscher, Interner Link: "Die 10. Volkskammer als Schule der Demokratie"

- Hinrich Kuessner Interner Link: „Corona führt uns die Schwächen unserer Gesellschaft vor Augen“

- Klaus Steinitz, Interner Link: "Eine äußerst widersprüchliche Vereinigungsbilanz"

- Richard Schröder -Interner Link: "Deutschland einig Vaterland"

- Maria Michalk, Interner Link: "Von PDS-Mogelpackungen und Europa?"

- Markus Meckel, Interner Link: "Eine Glücksstunde mit Makeln"

- Hans-Peter Häfner, Interner Link: "Brief an meine Enkel"

- Konrad Felber, Interner Link: "Putins Ausweis"

- Walter Fiedler, Interner Link: "Nicht förderungswürdig"

- Hans Modrow, Interner Link: "Die Deutsche Zweiheit"

- Joachim Steinmann, "Interner Link: Antrag auf Staatsferne"

- Christa Luft, Interner Link: "Das Alte des Westens wurde das Neue im Osten"

- Dietmar Keller, "Interner Link: Geht alle Macht vom Volke aus?"

- Rainer Jork, Interner Link: "Leistungskurs ohne Abschlusszeugnis"

- Jörg Brochnow, Interner Link: "Vereinigungsbedingte Inventur"

- Gunter Weißgerber, "Interner Link: Halten wir diese Demokratie offen"

- Hans-Joachim Hacker, Interner Link: "Es gab kein Drehbuch"

- Marianne Birthler - Interner Link: "Das Ringen um Aufarbeitung und Stasiakten"

- Stephan Hilsberg - Interner Link: "Der Schlüssel lag bei uns"

- Ortwin Ringleb - Interner Link: "Mensch sein, Mensch bleiben"

- Martin Gutzeit, Interner Link: "Gorbatschows Rolle und die der SDP"

- Reiner Schneider - Interner Link: "Bundestag - Volkskammer 2:2"

- Jürgen Leskien - Interner Link: "Wir und der Süden Afrikas"

- Volker Schemmel - Interner Link: "Es waren eigenständige Lösungen"

- Stefan Körber - "Interner Link: Ausstiege, Aufstiege, Abstiege, Umstiege"

- Jens Reich - Interner Link: Revolution ohne souveränes historisches Subjekt

- Carmen Niebergall - Interner Link: "Mühsame Gleichstellungspolitik - Eine persönliche Bilanz"

- Susanne Kschenka - Interner Link: "Blick zurück nach vorn"

- Wolfgang Thierse - Interner Link: "30 Jahre später - Trotz alldem im Zeitplan"

- u.a.m.

Mehr zum Thema:

- Die Interner Link: Wahlkampfspots der Volkskammerwahl

- Die Interner Link: Ergebnisse der letzten Volkskammerwahl

- Film-Dokumentation Interner Link: "Die letzte Regierung der DDR"

- Analyse von Bettina Tüffers: Interner Link: Die Volkskammer als Schule der repräsentativen Demokratie, Deutschland Archiv 25.9.2020

Fussnoten

Prof. Jens Reich, geb. 1939, Mediziner, war bis 2004 Professor für Biomathematik und Molekulare Genetik an der Humboldt-Universität (Max-Delbrück-Centrum für Molekuulare Medizin) in Berlin. Im Herbst 1989 war er Mitbegründer der Bürgerrechtsbewegung „Neues Forum“, die er in der letzten DDR-Volkskammer als Abgeordneter und Sprecher der Fraktion Bündnis 90 und Grüne Partei vertrat. In den Büchern „Rückkehr nach Europa“ und „Abschied von den Lebenslügen – die Intelligenz und die Macht“ analysierte er damals die politischen Umwälzungen aus persönlichen Erfahrungen. Später publizierte er vor allem zu den ethischen und sozialen Problemen der neuen Biogenetik. Er war 1994 Kandidat für die Bundespräsidentschaft und von 2001 bis 2010 Mitglied des Nationalen (Deutschen) Ethikrates.