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Ein Nazi flieht in die DDR | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Nicht nur Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 31 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2023 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Olympia wieder in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. 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Ein Nazi flieht in die DDR

Jan Schönfelder

/ 23 Minuten zu lesen

Ein dubioser und filmreifer Fall. Im Sommer 1981 packte der in Bielefeld inhaftierte Rechtsterrorist, Bankräuber und Ausbrecherkönig Udo Albrecht plötzlich aus. Er verriet polizeilichen Ermittlern ein geheimes Waffendepot in Dortmund und eins mit Falschgeld in München. Die Hinweise stimmten. Ein drittes Depot mit einer Panzerfaust sollte sich an der deutsch-deutschen Grenze nahe Büchen in Niedersachsen befinden. Die Fahnder gingen auf das Angebot des 41-Jährigen ein, sie an die fragliche Stelle an der Bahnlinie Hamburg - Berlin zu führen. Als ein Zug nahte, setzte der Häftling alles auf eine Karte, rannte über die Gleise und entkam Richtung Grenzzaun in den Osten...

Am 29. Juli 1981 dokumentiert von einem Grenzsoldaten der DDR: Die Flucht des Rechtsterroristen Udo Albrecht an der innerdeutschen Grenze bei Büchen aus Richtung Niedersachsen auf das Hoheitsgebiet der DDR am Rande einer Bahnstrecke für den innerdeutschen Zugverkehr. Die Aufnahmen fanden sich bei Recherchen des Autors in Ermittlungsunterlagen. (© Privat)

Die Staatsanwaltschaft war blamiert, die Medien empört. Entkommen war nicht nur ein Schwerverbrecher, der voller Judenhass tief in die rechtsterroristische Szene der Bundesrepublik verstrickt war, sondern auch Kontakte zu Terrororganisationen im Nahen Osten pflegte, die Anschläge im Libanon planten. Prompt suchte Albrecht auch Kontakte zur PLO, die Stasi war dabei dienlich. Was danach aus ihm wurde, ist bis heute nicht genau bekannt, Stasiakten enthüllen allerdings, was Albrecht in der DDR alles verriet, bevor er mit neuer Identität Richtung Libanon ausgewiesen wurde. Die Dokumente der DDR-Geheimpolizei sollten ursprünglich ab dem 3. Dezember 1989 vernichtet werden, was aber im Zuge der Stasi-Auflösung nicht mehr gelang. Eine Recherche des Historikers Jan Schönfelder.

Ein Staatsanwalt hatte bereits seine Waffe gezogen um den flüchtenden Strafgefangenen Udo Albrecht niederzuschießen. Bundesgrenzschützer stoppten aber die Verfolgungsaktion auf das DDR-Gebiet, wo Albrecht in die Obhut von DDR-Grenzern rannte. Er gab dem MfS später zu Protokoll: »Ich bin überzeugt, dass ich [es] ohne Anwesenheit dieser Grenzposten nicht geschafft hätte, da ich hörte, dass ich noch ein Stück auf DDR-Gebiet verfolgt wurde und außerdem später stürzte.«

Deutsch-deutsche Grenze bei Büchen (Niedersachsen) am 29. Juli 1981. DDR-Grenzposten beobachten eine Gruppe von etwa zehn Personen auf der bundesdeutschen Seite, die sich mit Schaufeln am Rande des Bahndamms der Interzonenstrecke Hamburg-Berlin zu schaffen machen. Es sind Beamte des Landeskriminalamtes Düsseldorf, ortskundige BGS-Beamte und ein Staatsanwalt aus Münster.

Polizisten graben unterhalb des Bahndamms nach dem angeblichen Waffendepot.

Sie sind zusammen mit einem »gefährlichen Intensivtäter« in den lauenburgischen Grenzraum gekommen, um nach Depots zu suchen, in denen sich Sprengstoff, eine Panzerfaust und Handfeuerwaffen befinden sollen. Der Staatsanwalt hat es ausdrücklich abgelehnt, den Häftling besonders zu sichern, obwohl Grenzschutzbeamte mehrmals dazu raten. Fluchtgefahr bestehe nicht. Außerdem solle die Aussagewilligkeit des Mannes erhalten bleiben.

Offenbar grub zunächst auch Udo Albrecht mit, dort wo seinen Angaben zufolge eine Panzerfaust unter dem Unterholz vergraben sein sollte. Die Handschellen waren ihm entfernt worden.

Die Achtlosigkeit der Bewacher hat vielleicht noch einen weiteren Grund: Ein Neonazi wird doch nicht in die DDR flüchten … Die Handschellen werden abgelegt – vom Staatsanwalt persönlich. Gegen 14:35 Uhr nähert sich ein Personenzug Richtung DDR. Plötzlich rennt aus der Gruppe ein Mann weg, den Bahndamm entlang. Ihm folgt der Staatsanwalt mit gezückter ­Pistole noch zehn bis 15 Meter auf DDR-Gebiet, bis ihn BGS-Beamte schließlich zurückrufen.

DDR-Grenzer, der den Ortstermin der westdeutschen Staatsanwaltschaft am 29. Juli 1981 für das MfS fotografierte.

Ein Kriminalbeamter ruft: »Schießen Sie!« – Ein BGS-Beamter: »Nicht schießen!« Die Geschosse könnten auf DDR-Territorium einschlagen. Der Flüchtende schreit um Hilfe. Ein DDR-Grenzer geht mit seiner Maschinenpistole in Stellung. 30 Meter nach Überschreiten der Grenze trifft Albrecht auf zwei DDR-Grenzaufklärer. Im Rückblick sagt er: »Ich bin überzeugt, dass ich [es] ohne Anwesenheit dieser Grenzposten nicht geschafft hätte, da ich hörte, dass ich noch ein Stück auf DDR-Gebiet verfolgt wurde und außerdem später stürzte.«

Der Überläufer gibt sich den DDR-Grenzern als Mitglied der PLO zu erkennen und sagt, dass er in der DDR Dokumente übergeben wolle. Einen Personalausweis hat der Mann nicht dabei. Die Grenzer übergeben den Mann Ermittlern der Staatssicherheit. Dort sagt er aus, dass er Udo Albrecht sei. Zur Legitimation legt er Kopien seines Haftbefehls, Zeitungsartikel und ein Fernschreiben des Verfassungsschutzes vor. Und er gibt an, dass er im Auftrag der Fatah rechtsextremistische Organisationen in der Bundesrepublik beobachtete habe. »Die Informationen«, so notiert die Staatssicherheit, »seien durch die ›El Fatah‹ zur Weiterleitung an die Sicherheitsorgane der DDR bestimmt« gewesen.

Niedersächsische Polizisten auf der westlichen Seite des Bahndamms, ihnen gegenüber DDR-Grenzer, die die Grabung misstrauisch beobachten.

Albrecht schildert seine Flucht später so: »Ich habe erst mitgegraben, das Loch wurde immer größer, die Kriminalbeamten haben gegraben und ich habe dann rumgesucht, ob es nicht vielleicht hier wäre oder mehr dort wäre«. Dann seien zwei DDR-Grenzposten auf den Bahndamm gekommen und hätten die Arbeiten beobachtet. Als der Zug gekommen sei und seine Bewacher zum Zug geschaut hätten, »da habe ich dann den Sprung gewagt und bin einfach losgerannt«, so Albrecht. Zwar hätte ihn noch der Staatsanwalt bis auf DDR-Gebiet verfolgt, aber als sich die DDR-Grenzposten mit MPi im Anschlag hingeworfen hätten, habe der Beamte die Verfolgung aufgegeben.

Für die Stasi kein Unbekannter

Für die Staatssicherheit ist Albrecht kein Unbekannter. Mit großem Aufwand forscht sie seit Jahren die rechtsextreme Szene in der Bundesrepublik aus. Etliche westdeutsche Rechtsterroristen sind als Inoffizielle Mitarbeiter verpflichtet. Und sie hat die Kontakte zwischen Albrecht und der PLO argwöhnisch registriert.

Zunächst wird Albrecht in die zentrale Untersuchungshaftanstalt nach Berlin-Lichtenberg gebracht. Die Stasi-Untersuchungsabteilung übernimmt den Fall. Albrecht wird befragt. Die Stasi-Leute sind misstrauisch. Will Albrecht die Stasi im Auftrag des BND ausspähen oder vorführen? Die Geheimdienstmitarbeiter schlagen vor, dass die Abteilung für Terrorabwehr unter der Führung von Generalleutnant Gerhard Neiber den Fall »exakt prüfen« soll, da es sich bei Albrechts Grenzübertritt um ein »provokativ geheimdienstlich gesteuertes Spiel gegen die DDR und gegen die PLO« handeln könnte. Gleichzeitig soll die PLO informiert werden. Eine Pressemeldung zu dem Fall wird abgelehnt. Auf »zu erwartende Auslieferungsersuchen« solle »unter Hinweis auf eine libanesische Staatsbürgerschaft« nicht reagiert werden. Über den Fall werden die höchsten Generäle informiert, unter anderem Mielkes Stellvertreter Rudi Mittig und Terrorabwehr-Chef Gerhard Neiber.

Dann geht es für Albrecht weiter in das konspirative »Objekt 74«. Der Fahrer hat Schwierigkeiten das Objekt zu finden und hält deshalb mehrmals im brandenburgischen Wald. Albrecht bekommt eine solche Angst, dass er sich – nach einer späteren Aussage eines MfS-Mitarbeiters – in die Hosen macht. Später habe Albrecht gestanden, dass er mit seiner Erschießung im Wald gerechnet habe. In dem abgelegenen Forsthaus »An der Flut« bei Briesen in der Nähe von Frankfurt/Oder bringt die Staatssicherheit auch immer wieder RAF-Aussteiger der zweiten Generation unter. In der Siedlung mit Wohnhaus, Bettenhaus, Werkstatt, Garagen und Bungalows arrangiert sie auch die Treffen und die militärische Ausbildung für die noch aktiven Mitglieder der RAF.

Zuständig ist die Abteilung XXII – die Terrorabwehr. Den Stasi-Leuten geht es darum, zu erkennen, welche Gefahren durch extremistische Gruppen für die Sicherheit der DDR ausgehen. Gegner sollen identifiziert sowie politische und strategische Absichten erkundet werden. Albrecht durchläuft das übliche erkennungsdienstliche Programm: Handschriften-Proben und Fingerabdrücke werden genommen, Fotos angefertigt: mit Brille und ohne, frontal und im Halbprofil. Außerdem werden im Centrum-Warenhaus am Berliner Ostbahnhof für über 800 DDR-Mark Schuhe und Bekleidung gekauft, damit Albrecht seinen Trainingsanzug, den er bei der Flucht getragen hat, ablegen kann.

In einem späteren Gespräch mit einem PLO-Spitzenmann sagt Albrecht, dass er befürchtet habe, nach seiner Flucht in die DDR dort »in ein noch schlechteres Gefängnis« zu kommen. In dem konspirativen Objekt wird der Überläufer tagelang in die Mangel genommen. Die Staatssicherheit vernimmt Albrecht ausführlich. Sein Lebenslauf wird abgefragt und geprüft. Albrecht hat ein paar Prozessunterlagen dabei, die er zuvor von seinem Anwalt erhalten hatte. Auch sein Weltbild ist Thema.

Albrecht sei der Auffassung, »dass der Zionismus der ›Weltfeind Nummer eins‹ sei und gewaltsam bekämpft werden müsse«, notieren die Vernehmer. »Ausgehend davon entschloss er sich, Verbindung zu verschiedenen gegen Israel tätigen Kräften in arabischen Ländern aufzunehmen.« Albrecht nennt kaum Namen. Aber er schwärzt Willi Pohl als CIA-Agenten an, der gerade im Libanon sei, um Kontakte zur PLO zu suchen. In der Vernehmung, so notiert es die Staatssicherheit, »verhält sich Albrecht aufgeschlossen und erklärte mehrfach seine Bereitschaft, alle ihm gestellten Fragen wahrheitsgemäß und umfassend zu beantworten.« Albrecht sagt, dass er »alle Entscheidungen« der DDR und der PLO über seinen weiteren Aufenthalt akzeptieren werde. Sein Ziel sei es, »so schnell wie möglich über die DDR wieder in den Libanon zu gelangen«, um sich wieder bei der PLO zu melden. Er bitte deshalb um die Ausreise. Die Staatssicherheit legt intern fest, das PLO-Büro in der DDR über Albrecht und den CIA-Vorwurf gegen Pohl zu informieren.

Nach einer Woche in der DDR wird Albrecht noch immer verhört. Ein Ende ist nicht in Sicht. Und ob er in den Nahen Osten ausreisen kann, ist völlig unklar. Seinen Vernehmern sagt er, dass er »sehr deprimiert« sei: »Es belastet mich psychisch sehr, dass ganz offensichtlich in dieser Hinsicht sich nichts wesentliches getan hat.« Er klagt, dass er im luftleeren Raum hänge.

Ein ungewöhnliches Auslieferungsbegehren

Am Nachmittag des 30. Juli klingelt im Büro von Carlos Foth in Ost-Berlin das Telefon. Foth ist Abteilungsleiter für Inter­nationale Verbindungen bei der DDR-Generalstaatsanwaltschaft. Am anderen Ende der Leitung ist Wolfgang Geißel, Generalstaatsanwalt in Hamm. Geißel informiert bei dem deutsch-deutschen Ferngespräch die DDR-Seite über die Flucht Albrechts und die Hintergründe. Seine Botschaft: Im deutsch-deutschen Grenzgebiet könnten gefährliche Waffen den Zugverkehr und Menschen gefährden. Und: Ein Auslieferungsersuchen an die DDR werde vorbereitet. Am folgenden Tag schickt Geißel das schriftliche Gesuch. Er bittet darum, Albrecht »den Behörden der Bundesrepublik Deutschland zu überstellen.« Eine rechtliche Grundlage dafür gibt es nicht. Die bundesdeutschen Behörden haben sich mit dem Schreiben nicht leicht getan. Es gibt Überlegungen, ein förmliches Auslieferungsersuchen zu vermeiden. Es könnte zur Folge haben, dass die DDR in anderen Fällen die Auslieferung von Flüchtlingen aus der Bundesrepublik in die DDR verlangt.

Die DDR schweigt wochenlang zu der Bitte. Fast einen Monat nach der Flucht Albrechts schreibt Generalstaatsanwalt Geißler erneut nach Ost-Berlin und bittet um Auskunft. Nun beginnt die DDR, intern eine Antwort zu entwerfen: Albrecht soll nicht ausgeliefert werden. Der Grund: In der Vergangenheit seien im umgekehrten Falle auch keine Straftäter aus der Bundesrepublik an die DDR ausgeliefert worden. Als Beispiel wird der Fall Werner Weinhold genannt. Der DDR-Bürger hatte bei seiner Flucht 1975 zwei DDR-Grenzsoldaten getötet. Außerdem: Albrecht sei zwischenzeitlich aus der DDR ausgewiesen worden. Bei dem Entwurf für das Antwortschreiben stimmt sich die DDR-Generalstaatsanwaltschaft mit dem Ministerium für Staatssicherheit ab. Am 8. September wird der Brief nach Hamm abgeschickt.

Aber nicht nur der Generalstaatsanwalt aus Hamm schickt Briefe nach Ost-Berlin. Auch Anwalt Schöttler, den Albrecht abgelehnt hat, meldet sich und versucht, sich wieder ins Spiel zu bringen. Sein Mandant (»Inhaber eines Sonderausweises der Al Fatah, Kommandeur innerhalb der Palästinensischen Befreiungs-Organisation«) habe mit seinem Grenzübertritt offensichtlich das Ziel gehabt, »über die PLO-Vertretung in Ost-Berlin nach Beirut/Libanon ausgeflogen zu werden.« Allerdings habe er bisher keine Nachricht von Albrecht erhalten. Deshalb bitte er um »Stellungnahme«, ob sich Albrecht noch in der DDR aufhalte oder ob er »bereits durch Einschaltung der PLO nach Beirut/Libanon ausgeflogen worden« sei.

Nach Absprache mit der Staatssicherheit wird die Anfrage nicht beantwortet. Gleichzeitig beantwortet Schöttler Fragen der bundesdeutschen Presse zu Udo Albrecht: Er habe sich mit seinem Mandanten nie über Politik unterhalten. Denn: »Herr Albrecht wusste, dass ich von seinen für mich sehr wirren und diffusen politischen Ansichten nichts hielt.« Auch beim Generalstaatsanwalt in Hamm sowie bei den PLO-Vertretungen in Bonn und Ost-Berlin versucht Schöttler Informationen zu sammeln. Gibt es Erkenntnisse über Albrecht? Befindet er sich in einem DDR-Gefängnis? Oder wurde er nach Beirut abgeschoben? Außerdem bittet Schöttler bei der Staatsanwaltschaft um Akteneinsicht, um Presseanfragen beantworten zu können.

Schöttler versucht auch über andere Kanäle an seinen entschwundenen Mandanten zu kommen: Anfang August meldet sich ein IM »Schwalbe« bei der Stasi-Bezirksverwaltung Neubrandenburg. Der Anwalt Horst Fitzer berichtet, dass ihn Schöttler, den er aus einem früheren Rechtsfall kenne, angerufen habe. Schöttler habe ihm den Fall Albrecht geschildert und erklärt, dass Albrecht keinesfalls, wie in den bundesdeutschen Medien berichtet, ein Rechtsextremist sei. Er, Schöttler, verteidige Albrecht im Auftrag der PLO. Albrecht sei ein »tapferer Palästinenserfreund«. Zu seinem Anliegen gibt sich Schöttler wortkarg. Er könne am Telefon nicht alles sagen, da er damit rechnen müsse, dass das Gespräch abgehört werde. Er wolle, dass die Wahrheit über Albrecht bekannt werde. Ansonsten sagt Schöttler laut IM »Schwalbe«: »Vielleicht kann ich ihnen auch noch sagen, dass es mir wichtig wäre, wenn sich ein guter Anwalt um ihn in der DDR kümmert. Alles andere müssen sie jetzt selbst erraten.«

Im Westen zur Fahndung ausgeschrieben

In der Bundesrepublik wird Albrecht nach seiner Flucht in den Osten zur Fahndung ausgeschrieben. Der Grenzschutz rechnet damit, dass Albrecht ohne Ankündigung von der DDR heimlich abgeschoben wird. Deshalb werden alle aus der DDR in die Bundesrepublik einreisenden Männer »zumindest einer Sichtkontrolle« unterzogen. Die Behörden rechnen aber auch unmittelbar nach der Flucht damit, dass Albrecht »im Hinblick auf die engen jahrelangen Kontakte [...] zur PLO (insbesondere auch hochrangigen PLO-Vertretern)« weiter in den Nahen Osten fliehen oder dorthin abgeschoben werden könnte. Inzwischen berichten bundesdeutsche Zeitungen über die Flucht. Die Berliner Morgenpost spricht von »Tragikomik an der innerdeutschen Grenze« und wirft den Behörden »unglaubliche Mischung aus Leichtsinn und Naivität« vor. Die filmreife Flucht macht sogar international Schlagzeilen. Anfang September widmet Der Spiegel Albrecht ein ausführliches Porträt: »Dr. Schreck und die Neonazis«.

Das Magazin zeichnet die Verbindungen von Neonazis, Fluchthelfer-Szene und PLO-Terroristen detailliert nach. Die Staatssicherheit nimmt den Artikel genau unter die Lupe. Welche Fakten stimmen und können aus eigenen Erkenntnissen bestätigt werden? Was ist neu? Das Fazit: »Der Artikel basiert auf einer Mischung von Tatsachen, Halbwahrheiten und Spekulationen.« Die vom »Spiegel« kolportierten Verbindungen Albrechts zur Staatssicherheit werden intern dementiert: »Kontakte zum MfS bestanden bis zu seinem Grenzübertritt in die DDR nicht.« Während im Westen groß berichtet wird, schweigen die DDR-Medien. In den Zeitungen gibt es, wie von der Stasi angewiesen, keine Meldung zur Flucht Albrechts.

Befragung durch die Stasi

Unterdessen wird der mehrfach vorbestrafte Albrecht von der Staatssicherheit weiter befragt. Den Genossen ist der Flüchtling nicht geheuer. Die Vernehmer wollen wissen, ob die Flucht Albrechts eine »Provokation durch den Gegner« ist oder nicht. Außerdem sollen so viel wie möglich Informationen abgeschöpft werden. Am 30. Juli beginnt die Vernehmung bereits um 00:30 Uhr. 7 Uhr ist Pause. Nach einer halben Stunde geht es weiter bis 12:30 Uhr. Wieder eine halbe Stunde Pause. 20:30 Uhr ist Schluss für den Tag. Am nächsten Tag geht es mittags weiter.

Insgesamt dauert die Befragung über eine Woche. Das Tonband läuft immer mit. Nach Tagen klagt Albrecht über Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen. In Anwesenheit der Stasi darf Albrecht Tabletten schlucken. Die Staatssicherheit ist auf die stundenlangen Befragungen vorbereitet und sie fragt gezielt. Jeder Tag dreht sich thematisch um einen Komplex. Albrecht zeigt sich offenbar kooperationswillig. Er unterschreibt Protokolle. Er gibt sich als »Offizier der Staatssicherheit der PLO« und Bürger der Republik Libanon aus. Er habe echte Papiere, die auf seinen richtigen Namen ausgestellt seien. Außerdem besitze er einen PLO-Ausweis, der auf seinen Kampfnamen »Hermann Hell« ausgestellt sei.

In der Vernehmung belastet Albrecht Willi Pohl als Verfassungsschutz-Mitarbeiter. Davon habe er durch Fernschreiben zwischen dem BKA und dem Verfassungsschutz, die sich in seinen Prozessakten befinden, erfahren. Albrecht befürchtet, dass Pohl im Libanon an Unterlagen, unter anderem über rechtsradikale Gruppen in der Bundesrepublik und geplante Aktionen der PLO, kommt, die er dort hinterlegt habe. In seinen Vernehmungen nennt Albrecht zahlreiche Details und Namen. Gleichzeitig berichtet er ausführlich über seine Kontakte zu »Jung«, verneint aber alle weiteren Kontakte zu westlichen Geheimdiensten. Albrecht fühlt sich von »Jung« erpresst und hintergangen. »Jung« habe ihn unschuldig hinter Gitter gebracht. »Ich habe nur einen Wunsch«, sagt Albrecht seinen Vernehmern, »dass ich mit diesem Jung und diesem Oberstaatsanwalt abrechnen kann.«

Albrecht legt Wert darauf, in der Vergangenheit Informationen über rechtsextremistische Kreise in der Bundesrepublik an den Palästinenser Atef Bseiso weitergegeben zu haben, der ihm »das Interesse der Organe der DDR an derartigen Kreisen« mitgeteilt habe. Die Staatssicherheit fragt gezielt nach der rechtsextremistischen Szene in der Bundesrepublik. Die Anwälte Schöttler und Roeder sowie »Wehrsportgruppen«-Führer Hoffmann sind für sie besonders interessant.

Ein gesprächiger Informant

Albrecht gibt zahlreiche Details preis. Er spricht beispielsweise über die Falschgeld-Produktion und die personellen Verflechtungen. Albrecht charakterisiert Hoffmann als »feige«. Die Staatssicherheit legt ihm Ausgaben der WSG-Zeitschrift »Kommando« vor und Albrecht identifiziert auf Abbildungen einzelne Mitglieder der »Wehrsportgruppe«. Auch die Szene militanter DDR-Gegner ist für die Staatssicherheit interessant. Albrecht nennt Namen und Verbindungen, verweist dabei immer wieder auf seine Unterlagen, die allerdings in Beirut liegen würden. Er charakterisiert einige Vertreter der rechtsextremistischen Szene – »neofaschistischer Spinner und Sektierer«.

Auch über seine Verbindungen in die rechtsextremistische Szene in Italien und zur exilkroatischen Szene in der Bundesrepublik spricht er. Albrecht gibt sich in der Vernehmung mit der Staatssicherheit teilweise geläutert. Er distanziert sich vom extremen Neofaschismus, bleibt aber bei seiner antizionistischen Haltung. Über seine Aufträge, die er von der PLO erhalten hat, schweigt er allerdings weitgehend. Einmal verweigert er dazu die Aussage mit der Begründung, dass konkrete Angaben dazu »die Interessen der DDR nicht unmittelbar« berühren würden.

Auch später, als es um gemeinsame »Geldbeschaffungs«-Aktionen« mit der PLO in Westeuropa geht, ist Albrecht zugeknöpft: Er wolle darüber nicht sprechen, »da dies meines Erachtens nicht unmittelbar im Zusammenhang mit den Interessen der DDR berührenden Fragen steht.« Immer wieder legt er Wert auf seine Loyalität zur PLO. Nur in Anwesenheit eines PLO-Vertreters würde er über diese Dinge sprechen. Die Staatssicherheit befragt Albrecht auch umfangreich zu Anwalt Schöttler. Es geht um geschäftliche Verbindungen in den arabischen Raum und um Kontakte in rechtsextremistische Kreise.

Wenn es Albrecht an Detailwissen fehlt oder er Details nicht preisgeben möchte, dann verweist er immer wieder auf seine Unterlagen, die sich in Beirut in einem Stabswagen befinden würden. In den 14 Koffern mit Zahlenschloss sollen auch Dokumente deponiert sein, die die detaillierte Vorbereitung von Anschlägen gegen israelische Einrichtungen, die von der Fatah, dem »Schwarzen September« und der PLO geplant waren, dokumentieren. Der Staatssicherheit listet Albrecht detailliert den Inhalt seiner Koffer auf: Mitarbeiter-Personalakten, Dossiers über DDR-feindliche Gruppen in der Bundesrepublik, Geld und Falschgeld, Ausweise sowie Material über Kampfstoffe, Funkzündungen, bundesdeutsche Geheimdienste und Ermittler, Links-Terroristen et cetera. Nur das Dossier über »Jung« würde sich in einem Koffer am Schreibtisch von Atef Bseiso befinden – aus Sicherheitsgründen.

Außerhalb des Protokolls gibt Albrecht doch Details zur PLO preis. Die Stasi schreibt heimlich mit. So berichtet Albrecht darüber, dass er in Portugal für den Irak Waffen im Wert von 20 Millionen Mark beschaffen sollte. Als Zwischenhändler sei die PLO aufgetreten. Es sei um Panzerfäuste vom Typ »Armbrust« von MBB gegangen, die über Umwege in den Nahen Osten geliefert werden sollten. Er wisse aber nicht, ob das Geschäft zustande gekommen sei, da er kurze Zeit später inhaftiert wurde. In den Vernehmungen bietet Albrecht auch eine spätere Kooperation mit der DDR an. Die Stasi geht auf das Angebot nicht ein.

Nach den allgemeinen Vernehmungen wird Albrecht gezielt zu einzelnen Personen befragt. Albrecht berichtet detailliert über Waffenhändler, Neonazis, Kampfstoff-Experten und Geheimdienstleute, die ihm bekannt sind. Auch über seine eigenen terroristischen Ambitionen spricht Albrecht. Er habe in der Vergangenheit »zionistische Exponenten«, wie den einstigen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, oder den Nazi-Jäger Simon Wiesenthal, für »grundsätzliche Aktionen« im Visier gehabt. Zu beiden Personen habe er »Unterlagen und Fakten« gesammelt. Albrecht beschreibt der Staatssicherheit detailliert das Hochsicherheitsgefängnis Brackwede und denkt laut über Fluchtmöglichkeiten nach.

"Nach außen prononciert antifaschistisch"

Die Befragung durch das MfS ist interessengeleitet. Sie konzentriert sich auf das, was nach Einschätzung der Genossen für die Sicherheit der DDR wichtig sein könnte. Eine ideologische Auseinandersetzung mit Albrecht findet nicht statt. Auch über private Dinge wird nicht gesprochen. Nach außen gerieren sich die SED-Genossen prononciert antifaschistisch. Doch im Fall Albrecht wird der staatstragende Antifaschismus zur Seite geschoben. Weshalb handelt die DDR im Fall von Albrecht ihren eigenen ideologischen Vorgaben zuwider? Weshalb hat sie keinen Skrupel, einen bekennenden Neonazi zu unterstützen und eine Liaison mit ihm einzugehen? Welche Gemeinsamkeit gibt es zwischen Albrecht und den DDR-Genossen? Es gibt einen gemeinsamen Feind: Israel. Albrecht und die DDR verfolgen einen politischen Antizionismus, der Israel als Feindstaat definiert.

Der Ostblock hat im Kalten Krieg Partei für die arabischen Staaten ergriffen und sich solidarisch mit der israelfeindlichen PLO als nationale Unabhängigkeitsbewegung erklärt, obwohl die Organisation auch vor Terroranschlägen nicht zurückschreckt. Die PLO und ihre Verbündeten fordern die Zerstörung Israels. Zwar distanziert sich die DDR – die nach internationaler Anerkennung giert – offiziell vom Terrorismus, unterhält aber enge Beziehungen zu radikalen palästinensischen Organisationen. Die DDR verbreitet nicht nur extreme antizionistische Hetze, sondern unterstützt die Organisation offen und hält den bewaffneten Kampf für legitim. Sie ist nicht nur bestens über die Vorgänge innerhalb der PLO und ihren Unterorganisationen informiert und nimmt die Verbrechen ihrer Verbündeten in Kauf, sondern sie deckt sie auch aktiv.

Seit 1973 hat die PLO eine offizielle Vertretung in Ost-Berlin – die erste im Ostblock. Damit wird der Eindruck eines besonders engen Verhältnisses vermittelt. Die DDR versucht, sich mit dieser Nahost-Politik Anerkennung bei den arabischen Staaten zu verschaffen – und Zugang zum Öl zu bekommen. Der Nahostkonflikt ist für die DDR außerdem ein Teil des Klassenkampfes: Israel wird als kapitalistischer Staat westlicher Prägung definiert.

Die Israelis gelten als imperialistische Unterdrücker der Palästinenser, als Aggressoren, als Urheber des militärischen Terrors gegen die arabische Zivilbevölkerung. Die DDR-Propaganda spricht sogar vom Völkermord am palästinensischen Volk – und relativiert damit den Holocaust. Ähnlich argumentierten westdeutsche Rechtsextremisten. Hier ist die Schnittstelle zwischen Albrecht und der DDR. Und so fördert die DDR eher den Terrorismus, als dass sie zu seiner Bekämpfung beiträgt.

Undatiertes Stasi-Foto von Udo Albrecht in Ost-Berlin. (© BArch MfS / Recherche Jan Schönfelder)

Verhandungen mit den Palästinensern

Während Albrecht verhört wird, nimmt die Staatssicherheit Kontakt zur PLO auf, um das weitere Vorgehen und vor allem Albrechts Schicksal zu klären. Die DDR will Albrecht loswerden. Ist er ein Sicherheitsrisiko? Es gibt zumindest keine Überlegungen oder gar Pläne, Albrecht in der DDR zu behalten und zu integrieren. Am 1. August spricht die Staatssicherheit mit Fatah-Gründervater Abu Iyad und mit Amin Al-Hindi. Die Staatssicherheit notiert als erste Reaktion der Palästinenser: »Die DDR soll ›Albrecht‹ den BRD-Behörden ausliefern«. Offenbar haben die Palästinenser kein Interesse mehr an ihrem einstigen Unterstützer und Schützling – und sehen Albrecht als Sicherheitsrisiko. Die Palästinenser bitten dann um einige Tage Bedenkzeit, denn die Angelegenheit sei für die PLO »sehr delikat«. Sie bitten die »DDR-Genossen« um »offene und kameradschaftliche Meinungsäußerung«, wie in der Angelegenheit am besten zu verfahren sei.

Eigentlich wolle die PLO mit Albrecht und den Hoffmann-Leuten nichts mehr zu tun haben. Über eine libanesische Staatsbürgerschaft Albrechts sei nichts bekannt. In einem Strategiepapier für die nächsten Gespräche mit den Palästinensern plädiert die DDR-Seite dafür, Albrecht nicht in die Bundesrepublik auszuliefern. Dies wäre nicht möglich und auch rechtlich nicht zu begründen. Albrecht könne allerdings auch nicht in der DDR bleiben. Deshalb solle Albrecht ein libanesischer Pass ausgestellt werden. Die PLO solle entscheiden, ob sie ihn aufnehme oder ob er in ein Land seiner Wahl ausreisen solle.

Weiter heißt es in dem internen Argumentations-Papier: Die westlichen Pressemeldungen zur Flucht Albrechts in die DDR sollten nicht überbewertet werden. Denn: »Bei Prozess in BRD wären Konsequenzen für PLO viel schlimmer.«. Wichtig sei, dass Albrecht nicht selbst in die Öffentlichkeit gehe. Deshalb sei es die »beste und sicherste Variante«, wenn die PLO Albrecht übernehme. So könne er weiter kontrolliert werden.

Übergabe an die PLO

Am 3. August signalisieren die Palästinenser, dass sie mit den Vorschlägen der Staatssicherheit einverstanden sind. Albrecht werde einen libanesischen Pass erhalten. »Eine operative Kontrolle von Albrecht wird durch die PLO gewährleistet«, heißt es in dem Vermerk. Die Palästinenser kündigen an, am 5. August nach Berlin zu kommen um Albrecht abzuholen.

Am 5. August landen Atef Bseiso, der Drahtzieher des Münchner Olympia-Attentats, und sein Bruder Sahar in Schönefeld. Das Geheimgespräch mit der Staatssicherheit findet im Objekt »Kiew« statt. Die PLO-Sicherheitsmänner hören von den Fluchtumständen Albrechts und seinem Wunsch, an die PLO übergeben zu werden. Gleichzeitig bestätigen sie Albrechts Angaben zu seinen PLO-Verbindungen im Wesentlichen. Bseiso erklärt im Namen von PLO-Sicherheitschef Abu Iyad, dass das Problem »Albrecht« im beiderseitigen Interesse gelöst werden solle: Es solle weder für die DDR noch für die PLO »Gefahren oder Nachteile« geben.

Die Palästinenser bekunden ihr Interesse an Albrecht. Sie hätten keinen Grund, ihm zu misstrauen. Allerdings sei eine konspirative Zusammenarbeit mit ihm schon lange nicht mehr möglich, da seine Aktivitäten zu sehr in den Blick der Öffentlichkeit geraten seien. Albrecht habe von der PLO deshalb Geld erhalten, um einen legalen Fahrzeug-Handel aufzubauen und gleichzeitig sei er beauftragt worden, über die rechtsextremistische Szene zu berichten.

Die Palästinenser bestätigen der Staatssicherheit, dass Albrecht in Beirut tatsächlich rund 20 Koffer mit Dokumenten und Fälscherwerkzeug deponiert habe. Beide Seiten sind sich einig, dass Albrecht »zur »Vermeidung von politisch-negativen Folgen […] schnellstmöglich aus der DDR zu entfernen« sei. Die Palästinenser sagen zu, dass sie Albrecht zunächst nach Damaskus »und von dort weiter in Sicherheit« bringen wollen. Um die Ausreise zu ermöglichen, soll ihm ein falscher libyscher Ausweis ausgestellt werden: Ahmed Salem Mahmaad, geboren 1940 in Sabha und dort auch wohnhaft. Am 12. August soll Albrecht die DDR verlassen.

Nach Aussagen von Abu Daoud will Albrecht »nach wie vor, für die Interessen der PLO« kämpfen. In der Haft habe sich bei ihm die Überzeugung gefestigt, »dass die PLO mit allen Mitteln unterstützt werden müsse und der Kampf der PLO ein gerechter sei.« Gleichzeitig habe sich Albrechts »nationalsozialistische Haltung abgeschwächt«.

Die Staatssicherheit analysiert die Vernehmungen von Albrecht akribisch. Es geht um die Glaubwürdigkeit des Flüchtlings. Die Vernehmer suchen nach Widersprüchen, vergleichen die Aussagen mit anderen Dokumenten und formulieren offene Fragen. Eine offene Frage ist vor allem die Identität und der Hintergrund von »Jung«. In den Archiven des MfS findet sich über den Mann nichts.

Insgesamt, so die Staatssicherheit, verhält sich Albrecht in den tagelangen Vernehmungen »aufgeschlossen und zuvorkommend«. Wiederholt habe er sich bereit erklärt, »dem Untersuchungsorgan des MfS alle ihm bekannten Tatsachen über die Tätigkeit rechtsradikaler und neofaschistischer Kräfte in der BRD mitzuteilen.«

Lediglich mit Blick auf PLO-Interna habe Albrecht geschwiegen. Dazu wolle er keine Einzelheiten zu Protokoll geben. Die Staatssicherheit ist trotzdem zufrieden: Durch die Aussagen seien »zahlreiche operativ vorliegende Feststellungen bestätigt und in wesentlichen Punkten, insbesondere hinsichtlich der ›Wehrsportgruppe Hoffmann‹ neue Erkenntnisse gewonnen« worden.

Flucht im Flieger als "Ahmed Salem Mahmaad"

Am 7. August stellt der Bundesgrenzschutz seine »Aktivfahndung« nach Albrecht ein. Allerdings werden »weiterhin die Grenzübergänge besonders überwacht, die für eine Abschiebung in Frage kommen.«

8. August 1981. Um 1:15 Uhr in der Nacht ist Bewegung am Diensteingang C des Flughafens Berlin-Schönefeld. Die Staatssicherheit übergibt Albrecht an zwei Vertreter der PLO. Albrecht bekommt einen falschen libyschen Pass ohne DDR-Stempel. Dann darf er in die Interflug-Maschine 824. Um 2:50 Uhr hebt der »Ausbrecherkönig« »Ahmed Salem Mahmaad« unbehelligt nach Damaskus ab.

Über die internen Entscheidungswege der Staatssicherheit liegen keine Unterlagen vor. Deshalb bleibt unklar, wer was mit wem abstimmte. Wer traf letztendlich die politisch heikle Entscheidung, wie es mit Albrecht weitergeht? Ging es bei der Entscheidung nur um das internationale Ansehen der DDR? Oder waren noch andere Faktoren ausschlaggebend?

Offensichtlich ist jedoch, dass die DDR den Rechtsextremisten ohne viel Aufsehen loswerden wollte und sich auch nicht weiter für dessen Schicksal interessierte. Für die Zeit nach Albrechts Abflug liegen keinerlei Informationen vor, dass Albrecht im Nahen Osten für das MfS tätig gewesen ist. Spekulationen, dass der Rechtsextremist »mit einem neuen, unbekannt gebliebenen Decknamen für die Stasi tätig war und in den Finanzakten geführt wurde«, sind ohne jede Grundlage.

Am 12. August meldet Bild, die DDR weigere sich, Albrecht an die Bundesrepublik auszuliefern. Sie behalte den Rechtsextremisten. Eine Quelle für diese Behauptung nennt das Blatt nicht. In einem Vermerk des Bundesinnenministerium heißt es dazu schlicht: Die Meldung stimme so nicht, die DDR habe auf das Schreiben aus Hamm lediglich noch nicht geantwortet.

Erst am 17. August 1981, Tage nach Albrechts Abflug, legt die Staatssicherheit eine eigene Akte zu Albrecht an. Es ist keine Spitzel-Akte, sondern eine Personenkontrolle. In der Akte gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich die Staatssicherheit und Albrecht zu einer weiteren Zusammenarbeit verabredet hätten. Die Operative Personenkontrolle des »Ausbrecherkönigs« bekommt den Decknamen »König«. Die Genossen von der Abteilung XXII, die für Terrorabwehr zuständig ist, notieren: Albrecht gehöre »zu den Vertretern des Rechtsextremismus in der BRD«. Und er unterhalte »eine Vielzahl von Verbindungen« in den arabischen Raum.

Das Ziel der Personenkontrolle: »Abwendung von Gefahren und Sicherheitsrisiken für die DDR und ihre Verbündeten.« Es soll weiter Material über Albrecht gesammelt werden. Die Akte hat am Ende einen Umfang von rund 1.800 Blatt. In dem umfangreichen Bestand gibt es keine Verpflichtung Albrechts. Auch sonstige Vereinbarungen sind nicht dokumentiert. Zwar interessiert sich das MfS nach Albrechts Abflug weiter für ihn, aber es gibt keine dokumentierte Kooperation.

Abgelehnte Auslieferung in die Bundesrepublik aber Ausweisung in den Libanon

Am 16. September trifft in Hamm der Brief aus Ost-Berlin ein. In dem Schreiben, dass vom 8. September datiert und von Generalstaatsanwalt Josef Streit, der als Kommunist viele Jahre in KZ-Haft saß, unterzeichnet wurde, heißt es, dass dem bundesdeutschen Auslieferungsersuchen aus rechtlichen Gründen nicht entsprochen werden könne. Die Auslieferung des Neonazis sei abgelehnt worden, weil die Gegenseitigkeit nicht gegeben sei. Die DDR bezieht sich dabei auf den »Fall Weinhold«. Der Generalstaatsanwalt in Hamm hatte es 1976 abgelehnt, den geflüchteten DDR-Grenzsoldaten an die DDR auszuliefern.

»Im Übrigen« informieren die DDR-Behörden, dass der »widerrechtlich in das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik eingedrungene Beschuldigte Udo Albrecht hier zwischenzeitlich ausgewiesen« worden sei. In welches Land Albrecht geschickt worden sei, teilen sie nicht mit. Die westdeutschen Fahnder machen die Antwort aus der DDR umgehend öffentlich.

Intern rätseln die bundesdeutschen Ermittler, wo sich Albrecht jetzt aufhalten könnte. Es sei nicht auszuschließen, dass Albrecht in ein Land seiner Wahl ausgewiesen worden sei und er sich wieder im Libanon aufhalte. Derweil stellt am 25. September 1981 das Landgericht Dortmund das Verfahren gegen Albrecht vorläufig ein, da der Angeklagte »auf unbestimmte Zeit« abwesend sei. Gleichzeitig wird ein neuer Haftbefehl erlassen.

Zitierweise: Jan Schönfelder, „Ein Nazi flieht in die DDR“, in: Deutschland Archiv, 10.02.2023, Link: www.bpb.de/518131. Die Recherche wurde mit freundlicher Genehmigung der Akademischen Verlagsbuchhandlung Friedrich Mauke dem Buch entnommen: Jan Schönfelder, "Feindbild Israel: Udo Albrecht, der rechte Terror und die Geheimdienste", Jena 2022, das noch zahlreiche weitere Recherchen zum Fall Albrecht enthält.

Der Buchtitel, dem dieser Text entnommen ist: Jan Schönfelder, "Feindbild Israel: Udo Albrecht, der rechte Terror und die Geheimdienste", Jena 2022. Der Autor, der Historiker Dr. Jan Schönfelder, studierte Neuere Geschichte, Kunstgeschichte und Germanistische Literaturwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und ist seit 1999 Redakteur beim Mitteldeutschen Rundfunk.

Ergänzend zum Thema:

Bernd Wagner, "Externer Link: Vertuschte Gefahr: Die Stasi & Neonazis", bpb-Stasi-Dossier 2.1.2018

Externer Link: Die DDR und ihr Hass auf Israel. Mielke-Zitat im Artikel: Madlen Schäfer, "Stasi-Waffenhilfe für Syrien", bpb-Stasi-Dossier 17.4.2018

Fussnoten

Fußnoten

  1. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 12; BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bll. 38f., 265f.

  2. BArch Koblenz, B 141 / 66812, Bl. 4; BArch Koblenz, B 106 / 126450, Bl. 118.

  3. BArch Koblenz, B 141 / 66812, Bl. 2

  4. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 39.

  5. BStU, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 39.

  6. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 15.

  7. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 4, Bl. 66

  8. Vgl. Andreas FÖRSTER: Zielobjekt Rechts. Wie die Stasi die westdeutsche Neonaziszene unterwanderte. Berlin 2018

  9. BArch MfS, HA XXII Nr. 1457, Bll. 16-23.

  10. Staatsanwaltschaft Dortmund, 71 Js 303/78, Bd. X, Bl. 44

  11. Vgl. Tobias Wunschik, Die Hauptabteilung XXII. Terrorabwehr (MfS-Handbuch). Berlin 1996.

  12. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 3, Bll. 133-144.

  13. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 3, Bl. 147.

  14. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 4, Bl. 65.

  15. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 14

  16. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 18.

  17. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 44

  18. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bll. 218f.

  19. BArch, DP3 4086, Bll. 71 f; BStU, HA XXII Nr. 1457, Bll. 44f.

  20. BArch, DP3 4086, Bll. 83-86.

  21. BArch Koblenz, B 141 / 66812, Bl. 2.

  22. BArch, DP3 4086, Bll. 87f.

  23. BArch, DP3 4086, Bll. 91f.

  24. Vgl. Klaus Schröder / Jochen Staadt (Hrsg.): Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze 1949-1989. Frankfurt am Main, 2017, S. 486-492.

  25. BArch, DP3 4086, Bll. 89, 101.

  26. BArch, DP3 4086, Bll. 93f.

  27. BArch, DP3 4086, Bl. 106r.

  28. Auch flotte Disco-Miezen bei Wehrsportgruppe-Ruhrgebiet, in: Recklinghäuser Zeitung vom 9. September 1981.

  29. Staatsanwaltschaft Dortmund, 71 Js 303/78, Bd. VI, Bll. 201-112.

  30. BArch MfS, HA XXII Nr. 1457, Bll. 46-48.

  31. BArch Koblenz, B 141 / 66812, Bl. 11.

  32. BArch Koblenz, B 106 / 126450, Bl. 121.

  33. Mutmaßlichem Rechtsextremisten gelang Flucht in die DDR, dpa vom 30. Juli 1981; Rechtsextremisten gelang Flucht in die DDR, in: Gießener Allgemeine vom 31. Juli 1981, S. 1; Lothar TÖNSHOFF: Als der Zug kam, war der Häftling weg, in: Berliner Morgenpost vom 31. Juli 1981; Rechtsextremist floh in die »DDR«, in BZ vom 31.Juli 1981; Rechtsradikaler floh in »DDR«, in Bild vom 31. Juli 1981; Mutmaßlichem Rechtsextremisten gelang Flucht in die DDR, in Tagesspiegel vom 31.Juli 1981; ZDF «Heute” vom 31. Juli 1981, 19:00 Uhr; Mutmaßlicher Neo-Nazi flüchtete in DDR, in: Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 1. August 1981; Grenzgänger, in: Stern 33/1981 vom 6. August 1981.

  34. Neo-Nazi flees to E Germany, in: The Times vom 1. August 1981.

  35. Dr. Schreck und die Neonazis, in: Der Spiegel vom 7. September 1981, S. 59-66.

  36. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 3, Bll. 108-115.

  37. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 21-146.

  38. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 377.

  39. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 141.

  40. BStU, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 45.

  41. BArch, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 46.

  42. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bll. 43, 148-209

  43. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bl. 43, 148-209.

  44. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 43

  45. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bll. 227-245.

  46. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bll. 313-322.

  47. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 58.

  48. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bll. 72, 96ff.

  49. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd.2, Bl. 77.

  50. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bll. 88, 139f.

  51. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bll. 134, 352.

  52. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 7, Bl. 128.

  53. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bll. 135, 210 -212, 353f.

  54. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bl. 142.

  55. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bl. 237.

  56. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bll. 246-267.

  57. Vgl. Lutz Maeke, DDR und PLO. Die Palästinapolitik des SED-Staates. Berlin / Boston 2017.

  58. BArch MfS, HA XXII Nr. 1457, Bll. 57-59.

  59. BArch MfS, HA XXII Nr. 1457, Bl. 58.

  60. BArch MfS, HA XXII Nr. 1457, Bll. 57-60.

  61. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 2, Bll. 274-278.

  62. Regine Igel, Terrorismus-Lügen. Wie die Stasi im Untergrund agierte. München 2012, S. 292.

  63. »DDR« behält Rechtsextremisten, in: Bild vom 12. August 1981.

  64. BArch Koblenz, B 106 / 126450, Bl. 134.

  65. BArch MfS, AOPK 25579/91 Bd. 1, Bl. 2.

  66. Deutscher Bundestag (9. Wahlperiode), Drucksache 9/982 vom 5. November 1981.

  67. Der DDR-Grenzsoldat Werner Weinhold hatte am 19. Dezember 1975 bei seiner Flucht aus der DDR zwei Grenzsoldaten erschossen. In der Bundesrepublik Deutschland wurde er wegen Totschlags angeklagt und später freigesprochen. In die DDR wurde er nicht ausgeliefert. In einem zweiten Verfahren wurde Weinhold am 1. Dezember 1978 zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt; vgl. Klaus SCHROEDER / Jochen STAADT (Hrsg.): Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze 1949-1989. Frankfurt am Main, 2017, S. 486-492.

  68. DDR liefert geflüchteten Extremisten nicht aus, in Gießener Allgemeine vom 17. September 1981, S. 1; DDR: Udo Albrecht bereits ausgewiesen, in: Süddeutsche Zeitung vom 19. September 1981.

  69. BArch Koblenz, B 106 / 126450, Bl. 144.

  70. Staatsanwaltschaft Dortmund, 71 Js 303/78, Bd. VI, Bl. 232.

  71. Staatsanwaltschaft Dortmund, 71 Js 303/78, Bd. VI, Bl. 234.

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Der Historiker Dr. Jan Schönfelder studierte Neuere Geschichte, Kunstgeschichte und Germanistische Literaturwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und ist seit 1999 Redakteur beim Mitteldeutschen Rundfunk mit zahlreichen Veröffentlichungen zur Geschichte und Bundesrepublik und DDR, siehe auch www.jan-schoenfelder.de.