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Die Deutsche Zweiheit

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 35 Analysen & Essays. „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Krieg der Lügner Kalter und heißer Krieg. Wie beenden? „Ihr Völker der Welt“ „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Das Scheitern der Jugendhilfe in der DDR - ein Beispiel Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Heimat ist ein Raum aus Bytes Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Die Deutsche Zweiheit

Hans Modrow

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Ein Rückblick von Hans Modrow (92), Ministerpräsident der DDR a. D. 1989/90 und Mitglied der DDR-Volkskammer 1958 bis 1990. In der Deutschland Archiv-Reihe „Ungehaltene Reden“ ehemaliger Abgeordneter des letzten Parlaments des DDR plädiert Modrow, der den Ältestenrat der Partei Die Linke leitet, für eine vielperspektivische Aufarbeitung: "Es wäre Zeit für Glasnost". Modrow regt an, "auch geplatzte Träume, Brüche und verpasste Chancen für den Prozess der Vereinigung und des Zusammenwachsens zu reflektieren".

Unter den Rednern bei einem bpb-Kolloquium über den Transformationsprozess Deutschlands seit dem 3. Oktober 1990: Der ehemalige DDR-Ministerpräsident Hans Modrow und (rechts neben ihm) der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Prof. Jens Reich, im Hintergrund die ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler. (© bpb, Kulick)

Vor 30 Jahren – die erste freie Volkskammer der DDR

Zum 30. Mal jährte sich am 5. April 2020 die Konstituierung der Volkskammer. Und am 2. Oktober war der Jahrestag ihrer letzten Beratung. Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit gekommen, mit Denkanstößen zur Lage der Nation, mit dem Blick und der Offenlegung der vielen Zusammenhänge des geschichtlichen Verlaufs vor 30 Jahren zu beginnen?

Das Thema dieser Reihe: „Vor 30 Jahren – erste freie Volkskammerwahlen der DDR“ wirkt dafür wie ein Zwang zur Suche nach Wahrheit und nach Lehren. Wenn es solche gibt, dann auch für die Gegenwart. Denn vieles was wir damals in den sechs Monaten unserer Amtszeit als Abgeordnete beschlossen und auch was wir nicht beschlossen oder übereilt beschlossen haben, wirkt bis heute nach.

Es klingt so, als wären diese Ereignisse ohne Zeit und Raum als Glücksfall zu betrachten. Aber es sind auch geplatzte Träume, Brüche und verpasste Chancen für den Prozess der Vereinigung und des Zusammenwachsens zu reflektieren. Sie sind, so scheint mir, ohne das Vorfeld der Wahl am 18. März 1990 nicht zu betrachten. Als ein Verantwortungsträger dieser Zeit, möchte ich daher zunächst darüber sprechen.

Die Bildung einer Regierung der nationalen Verantwortung

Im Rückblick erscheint mir der 28. Januar 1990 als Schlüsselereignis. Der Runde Tisch hatte sich formiert. Die fünf Parteien der Regierung Modrow wirkten mit und aus den unterschiedlichen Bewegungen der Bürger hatten sich inzwischen auch neue Parteien gegründet. Am 15. und 22. Januar gab die Regierung, vertreten durch den Ministerpräsidenten, einen Bericht zur Lage und forderte die neuen Parteien zur Mitarbeit in der Regierung auf.

Ministerpräsident Hans Modrow (r) bei Gesprächen am Runden Tisch der DDR-Bürgerbewegung am 15. Januar 1990 im Konferenzzentrum Niederschönhausen in Ost-Berlin. (© picture-alliance/dpa, ADN)

In diesen Tagen kreuzten sich die Ereignisse. Die Sowjetunion, sprich der Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) Michail Gorbatschow, war nun bereit, sich mit der aktuellen deutschen Frage zu beschäftigen. Für den 30. Januar war eine Begegnung in Moskau vereinbart. Aber was konnte eigentlich der Gegenstand einer solchen Beratung sein, wenn Moskau keine Initiative zeigte? Und mit welchen politischen Kräften sollte die DDR regieren und mit welchen Stimmen sprechen, wenn es um die Vereinigung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten geht?

In Absprache mit den Moderatoren und ihrem Mittun wurden Vertreter aller Parteien des Rundes Tisches zu einem Treffen am 28. Januar in das Gästehaus der Regierung eingeladen. Zwei Fragen standen zur gemeinsamen Entscheidung. Werden die Wahlen zur Volkskammer, die zunächst im Oktober, dann aber im Mai stattfinden sollten auf einen noch früheren Termin einberufen und gehen wir den Schritt zur Bildung einer gemeinsamen „Regierung der Nationalen Verantwortung“, in der alle Parteien vertreten sind?

Nach der Eröffnung an der auch Oberkirchenrat Martin Ziegler mitwirkte, berieten die Gruppe der Parteien der Regierung und der neuen Parteien getrennt, um dann zusammen eine Entscheidung zu treffen. Sie lautete: Die Wahl der neuen Volkskammer soll sogar schon am 18. März 1990 erfolgen. Und am 4. Februar wird der noch amtierenden alten Volkskammer eine gemeinsame „Regierung der Nationalen Verantwortung“ zur Wahl vorgeschlagen.

Dreistufenplan mit Gorbatschow

Da die Haltung Moskaus zum Dreistufenplan zur Vereinigung Deutschlands noch nicht beraten war, konnte diese Frage am 28. Januar noch nicht öffentlich vertreten werden. Während US-Präsident Bush und Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) im ständigen Kontakt miteinander standen und die USA eine Führungsrolle im westlichen Lager ausübte, gab es seitens der Sowjetunion keine Initiative. Der 30. Januar sollte nun auch in Moskau eine Klärung der äußeren Bedingungen bringen, nachdem die inneren Verhältnisse der DDR mit einer relativen Stabilität geordnet worden waren und auch über die Neu-Wahl und Regierungsfrage entschieden worden war.

Die sowjetische Seite, vertreten durch Gorbatschow, den Vorsitzenden des sowjetischen Ministerrats, Ryschkow, Außenminister Schewardnadse und den Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Falin, stimmten bei dem Treffen einem Dreistufenplan zu, der eine Vertragsgemeinschaft, Konföderation und einen Bundesstaat mit einer militärischen Neutralität des vereinten Deutschlands vorsah. Die auf Beschluss der Volkskammer am 4. Februar 1990 gebildete Regierung erhob keine Einsprüche gegen diesen mit Moskau beratenen Dreistufenplan.

Die Volkskammerwahl 1990

Die Neuwahl der Volkskammer am 18. März erfolgte mit größter Zwiespältigkeit. Sie wurde auf Basis des demokratischen Wahlgesetzes durchgeführt. Es gab keine 5-Prozent-Klausel, die Leitung der Wahl erfolgte durch Petra Bläss vom neu gegründeten Unabhängigen Frauenverband, die dafür vom Runden Tisch gewählt und Partnerin der Regierung bei der Gestaltung aller Bedingungen für eine geheime demokratische Wahl wurde. Der Verlauf des Wahlkampfes selbst hatte einmalige, unvergleichbare, urdemokratische, aber auch undemokratische Züge, die man nicht übersehen darf:

Die Allianz für Deutschland, ein von der CDU getragenes Wahlbündnis, hatte ihren Sitz zur Koordinierung und materiellen Absicherung in Westberlin. Den Wahlkampf führte mit Helmut Kohl der Bundeskanzler und Vorsitzende der West-CDU. Der Spitzenkandidat der Ost-CDU, Lothar de Maizière, war und blieb auch nach der Wahl im Schatten der Bundesrepublik in allen Phasen des Geschehens.

Die Sozialdemokraten gingen von einer Fehleinschätzung aus und sahen sich optimistisch als stärkste Kraft, die mit einem Erfolg im Osten auch die Wiederwahl Helmut Kohls im Westen blockieren könnte.

Vorwahlkampf. Der damalige Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Helmut Kohl (r) neben DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (l) am 19. Dezember 1989 in der Dresdner Innenstadt auf dem Weg zum Kulturpalast, im Hintergrund die Kreuzkirche. (© picture-alliance/AP, Jockel Finck)

Als aber das Wahlergebnis vorlag mit der CDU als stärkster Kraft, zeigten sich sogar die Sieger überrascht, die SPD erklärte ihre Bereitschaft für eine Große Koalition, die PDS war nicht abgeschlagen, aber schwach und die, die sich ohne die 5-Prozent-Hürde retten konnten, waren zwar enttäuscht, aber doch nicht unzufrieden.

Was sich nach dem 12. April 1990 mit der Übergabe der Regierung Modrow an die neue Regierung de Maizière vollzog, war ein politischer Gegensatz mit großer Tiefe bis zum baldigen Zerfall der Koalition.

Für den Zwei-plus-Vier-Prozess hatte die alte Regierung den Grundsatz beschlossen: Die Beschlüsse der SMAD (Sowjetische Militäradministration) waren rechtens und bleiben Recht. Davon war nicht zuletzt die Bodenreform auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und dann der DDR betroffen. Das galt auch für die Bildung der Treuhandanstalt, die zur Verwaltung des Eigentums des Volkes und seiner weiteren Entwicklung eingesetzt wurde.

Für die DDR galt die Grenze zu Polen an der Oder und Neiße als anerkannt und unantastbar.

Die neue Volkskammer änderte den Auftrag der Treuhandanstalt und setzte Bürger der BRD als Spitzenpersonal in allen Bereichen ein. Der DDR-Finanzminister, Walter Romberg (SPD), sollte sich am Rat von Horst Köhler (er war verbeamteter Staatssekretär) und Thilo Sarrazin (er war Referatsleiter) aus dem Bundesfinanzministerium orientieren, was er nicht so, wie von ihm „erwartet“, tat. Der Ministerpräsident vollzog, so wie es der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) wollte, am 16. August 1990 dessen Abberufung und ließ das Amt provisorisch führen. Die Koalition zerfiel.

Hans Modrow und US-Außenminister James A. Baker in Potsdam am 12. Dezember 1989

(© Bundesarchiv, Bild 183-1989-1212-028, Foto: Klaus Oberst)

Was bei den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen Bundesaußenminister Hans Dietrich Genscher (FDP) und US-Außenminister James Baker nicht gefiel, ist bis heute nicht ganz klar.

Am 20. August 1990, noch kurz vor der Unterzeichnung des Vertrages in Moskau, musste auch der Außenminister der DDR, Markus Meckel (SPD) seinen Posten räumen. Wie der ehemalige Innenminister Peter-Michael Diestel (er vertrat erst die DSU, dann die CDU) zu wissen glaubt, hatte der Ministerpräsident die Gnade im Westen verloren, was ein Sommertreffen 1990 mit Helmut Kohl in Österreich belegen könnte. Da die Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags aber nicht ohne einen Außenminister der DDR geschehen konnte, wurde nun der Ministerpräsident als amtierender Außenminister zum Einsatz gebracht.

Der Umgang mit Russland

Schauen wir genauer auf das, was damals viele als eine Sternstunde deutscher Demokratie in der DDR betrachteten und blicken auf den Runden Tisch, der am 7. Dezember 1989 erstmals zusammentrat.

Was von ihm bleibt? Ein richtiges Erbe? Außer ein paar Möbelstücken, hat er eigentlich nichts hinterlassen. Was seinen realen Platz im politischen Geschehen gefunden hat, bleibt vor allem mit der „Regierung der Nationalen Verantwortung“ verbunden. Sie besuchte noch am 6. März 1990 die Sowjetunion, hatte eine Begegnung mit Gorbatschow und die beiden Ministerpräsidenten Ryschkow und Modrow führten ein Gespräch zur weiteren Vertrauensbildung.

Der im Frühjahr 1990 noch amtierende Ministerpräsident der DDR, Hans Modrow (r), und der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow (2.v.l.) sitzen sich am 6. März 1990 im Moskauer Kreml an einem Verhandlungstisch gegenüber. (© picture-alliance/dpa, ADN)

Was heute, 30 Jahre später, zwischen Deutschland und Russland geschieht, trägt andere Zeichen in die Welt. Über Russlands Entwicklung von Jelzin bis Putin könnte so manches gesagt werden, aber nicht die Panzer und Militärflotte Russlands stehen an deutschen Grenzen. Mit den NATO-Truppen sind es auch deutsche Verbände, die 75 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus an den Grenzen Russlands stehen.

Wenn aus meiner Sicht dem Bürger Steinmeier in diesem Punkt Geschichtsbildung fehlt, ist das seine Sache. Eine andere ist es, wenn sich der Bundespräsident Steinmeier in Berlin als Repräsentant Deutschlands äußert, und das gerade dort, wo im April 1945 die letzte große Schlacht des 2. Weltkrieges zur Befreiung vom Faschismus durch die Rote Armee siegreich, aber mit hohen eigenen Verlusten geführt worden war.

Wenn er in seiner Berliner Rede vom 8. Mai 2020 die Rote Armee nicht einmal erwähnt, geht es aus meiner Sicht um einen politischen Affront und eine Missachtung aller Völker der Sowjetunion, die in den Reihen der Roten Armee vertreten waren. Dann fürchte ich, ist Vertrauensbildung abgesagt, obwohl sie gerade 30 Jahre nach der Vereinigung Deutschlands mit einer AfD mit faschistischen Elementen im Deutschen Bundestag ein friedensbildendes Anliegen deutscher Regierungspolitik sein sollte.

Verfassungsfragen

Zum abgeschlagenen Erbe des Runden Tisches mit nachhaltiger Wirkung gehört der Entwurf einer neuen Verfassung der DDR. Für ihre Ausarbeitung war eine Gruppe (wir sagten damals, ein Kollektiv) tätig, in der auch von der Regierung freigestellte Wissenschaftler mitwirkten.

Einen wichtigen Platz mit viel Initiative nahm hier Wolfgang Ullmann (Bündnis 90/Die Grünen), ein, der von Februar bis April 1990 auch als Minister in mein Kabinett berufen wurde. Die neue Volkskammer schob gewiss nicht zufällig den Entwurf der Verfassung auf die lange Bank der Ausschusssitzungen. Ein parlamentarischer Trick, den wir mit westlichem Einfluss nun kennenlernten. Erst kein Streit um Ablehnung und dann keine Zeit für eine Beratung.

Der Theologe Wolfgang Ullmann war mir Kollege und ab Oktober 1990 auch Freund im Deutschen Bundestag geworden. Die Verfassungsfrage blieb sein Anliegen, wofür er dann auch im Verfassungsausschuss eintrat und für diese Erbschaft aus der DDR kämpfte. Alles, wofür er sich einsetzte, soziale Rechte und anderes mehr, vor allem nicht länger ein Grundgesetz, sondern aktives Handeln nach Artikel 146, wurde abgeschmettert. Er wollte dann nicht länger gegen Mühlenflügel kämpfen und allein auf weiter Flur stehen. Er stellte seine Arbeit im Verfassungsausschuss ein. Der Weg zur Einheit über den Artikel 23 hat leider Spielräume verschlossen, mit der die deutsche Zweiheit noch nach 30 Jahren immer wieder zuschlägt.

Letzte Kanzler-Begegnung in Bonn vor der Volkskammerwahl. Am 13. Februar 1990 sind mehrere Mitglieder der DDR-Übergangsregierung zu Gast auf der Bundespressekonferenz im Bundespressehaus mit Bundeskanzler Helmut Kohl. Unter ihnen Matthias Platzeck ( l.), rechts neben ihm Wolfgang Ullman sowie die DDR-Minister Gerhard Beil und Walter Romberg sowie DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (5.v.l.) (© picture-alliance, ZB)

Eine Art "Lex Modrow" 1990?

Es war auch Wolfgang Ullmann, der neben Gregor Gysi für die letzte Beratung der Volkskammer die Mitgliedschaft von Hans Modrow für den Deutschen Bundestag vorschlug, denn mit der Wiedervereinigung konnten nicht alle Volkskammerabgeordneten in den Bundestag übernommen werden. Die demokratische Absprache der Fraktionen, eigenständig über die Delegierung in den Fraktionen zu entscheiden und diese gegenseitig ohne Debatte im Plenum zu bestätigen, wurde plötzlich in Frage gestellt.

Eingeführt werden sollte nun jedoch eine Art „Lex Modrow“. Alle Entscheidungen sollten im Sammelverfahren gelten, nur über Modrow sollte ein Einzelbeschluss herbeigeführt werden. Gregor Gysi kämpfte für meinen Verbleib auf der PDS-Liste und Wolfgang Ullmann eröffnete eine neue Variante. Wenn eine Einzelabstimmung gefordert werde, dann müsse sie nach demokratischer Ordnung auch für alle gelten. Wir können uns nun fragen, warum Modrow dann ohne weitere Debatte auf der PDS-Liste bleiben konnte.

Ich stellte mir diese Frage, fern von allen Debatten, Vorbehalten und Beschimpfungen im Parlament und anderswo in Tokio, wo ich Ende September 1990 weilte. Der Ministerpräsident Japans, Kaifu, hatte den Ministerpräsidenten a. D. als Gast nach Tokio eingeladen. Für mich galt aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denn die Einladung war schon im Dezember 1989 erfolgt. Für Kaifu und den Präsidenten beider Häuser des japanischen Parlaments war es wichtig, den Ex-Ministerpräsidenten und letzten Vorsitzenden einer Parlamentarischen Freundschaftsgruppe DDR – Japan, noch vor dem Ende des Parlaments in der DDR, in alter guter Freundschaft zu begrüßen.

Am 2. Oktober 1990, als die Volkskammer ihre letzte Beratung hatte, wurde ich vom Vorsitzenden des Sicherheitsrates, ein Beratungsgremium der Regierung, Suetsugu, im Auftrag des Ministerpräsidenten Kaifu, zu einem Abendessen in einem öffentlichen Restaurant eingeladen. Es war ein Moment in meinem Leben mit tiefen, bleibenden Eindrücken, als der Gastgeber um Verständnis aller Gäste bat, als ich zum letzten Mal aus politischem Anlass die Nationalhymne der DDR vernahm und sich alle Gäste erhoben. Ein Stück deutsch-deutscher Geschichte, die zur heutigen Darstellung nicht passt. Die Archive der DDR-Außenpolitik bleiben verschlossen. Muss man fragen: Warum?

Für den 3. Oktober hatte der damalige Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Japan, Herr Wilhelm Haas, zu einem Staatsempfang anlässlich des Tages der deutschen Einheit eingeladen. Über Nacht war ich nun vom Mitglied der Volkskammer der DDR zum Mitglied des Deutschen Bundestages geworden. Der Mehrheit seiner Gäste war ich, ausgezeichnet vom Tenno mit dem „Orden vom heiligen Schatz mit Schulterband“, kein Unbekannter. Auch 30 Jahre danach gehört in Japan die DDR zur deutsch-japanischen Freundschaft, in der heutigen deutschen Geschichtsschreibung findet sie kaum einen Platz.

Offene Stasiakten, geschlossene BND-Akten?

Nach 30 Jahren Einheit steht für mich noch immer eine offene Frage im Raum. Sie trägt gewiss zum Teil persönlichen Charakter, ist aber dennoch gerade aktuell von größerer öffentlicher Bedeutung. Als Mitglied des Deutschen Bundestages stimmte ich einer Überprüfung meiner Nähe zum Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zu, in dessen Akten Einsicht möglich wurde. Nun war ich ein Bundesbürger, da hätten die Akten des BND doch auch dazu gehört. Ich forderte dazu auf, aber nichts geschah Deshalb ging ich vor Gericht.

Am 27. Februar 2017 wurde vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Klage „Dr. Hans Modrow gegen die Bundesrepublik Deutschland“ nach gründlicher Prüfung zur Verhandlung angenommen und ein Jahr später weitgehend zu meinen Gunsten entschieden.

Ich hatte damals folgende Erklärung zu den Akten gegeben:

„…Hohes Gericht, vielleicht können Sie meiner Vorstellung nahetreten, bald 30 Jahre nach dem Beitritt der DDR zur BRD zur Darstellung der Geschichte der beiden deutschen Nachkriegsstaaten seit der Vereinigung, dass es der Herstellung des inneren Friedens in Deutschland dienlich wäre, würden wir den einseitigen Umgang mit Geheimdienstakten beenden. Gleiches Recht für alle, sagt unser Grundgesetz. Das heißt für mich: Ostdeutsche haben nicht nur Anspruch darauf, ihre ostdeutschen Stasi-Akten lesen zu dürfen. Ostdeutsche haben auch das Recht zu erfahren, was westdeutsche Geheimdienste während der Zeit des Kalten Krieges über sie zu Papier gebracht und in ihren Archiven abgelegt haben…“.

Außergewöhnliche Gerichtsverhandlung. Richter am Bundesverwaltungsgericht und Anwälte zu Verhandlungsbeginn im Februar 2018 in einem Saal des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig. Dort klagte Hans Modrow (im Bild außen rechts) auf Herausgabe der Akten, die der Bundesnachrichtendienst (BND) zu DDR-Zeiten über ihn geführt hat. Das Verfahren endete mit einem Vergleich. Modrows erhielt Einsicht in Akten, die älter als 30 Jahre sind, "dem Staatswohl nicht entgegenstehen" und den Quellen-Schutz erfüllen. (© picture-alliance/dpa)

Aber die mir mittlerweile erteilten Auskünfte sind spärlich und eine wirkliche Einsicht in die Unterlagen gibt es auch nach dem Urteil nur halbherzig und ausgewählt.

Von 1956 bis zum Dezember 2012, so die Auskünfte, stand ich unter Beobachtung des Bundesnachrichtendienstes (BND) und des Verfassungsschutzes der BRD. Ab Dezember 1957 war ich Berliner Vertreter in der Volkskammer der DDR. 1958 kandidierte ich in Westberlin auf der Liste der SED für das Abgeordnetenhaus. Berlin war ein besonderes Gebiet. Westberlin gehörte nicht zur BRD, aber ihr Geheimdienst führte Kalten Krieg auch gegen meine Person. Am 27. Februar 1990 meldete sich ein Überläufer des MfS beim Verfassungsschutz. Er machte weitgehende Aussagen über Hans Modrow, der nun Ministerpräsident der DDR war.

Gewiss ein Zufall, dass 27 Jahre später meine Klage auf Akteneinsicht angenommen und in Leipzig vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt wurde. Und immerhin, ich erhalte seitdem Auskünfte, manche Texte jedoch mit viel Schwarz. Viele Akten bleiben geschützt. Warum wohl?

Eine Auskunft des BND besagt etwas, was ich mit Erstaunen zur Kenntnis nahm. Im August 1988 erkundigte sich Michail Gorbatschow bei Polens Staatschef Wojciech Jaruzelski ob Hans Modrow als Nachfolger von Erich Honecker geeignet wäre. Mehr erfuhr ich nicht. Glasnost loben, mir keine oder nur ungenügende Transparenz gewähren – wie verträgt sich das? 30 Jahre nach der Einheit möchte ich als Kläger, dem Recht zugesprochen wurde, darüber nicht schweigen.

Gorbatschows unbeantwortetes Plädoyer

Schließlich noch ein Faktum. Am 26. September 1990, zwei Wochen nach der Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrages in Moskau, schrieb der Präsident Michail Gorbatschow an den Bundeskanzler Helmut Kohl:

„…Ich kann nicht beurteilen, inwieweit die Zahl von achttausend Personen, die man, so heißt es, wegen ‚Landesverrates‘, ‚Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘ und nicht zuletzt wegen ‚subversiver Tätigkeit zugunsten eines fremden Staates‘ vor Bundesgerichte stellen will, richtig ist. Hat man erst einen Täter, so wird sich ein passender Paragraph finden lassen, und aus Archiven lässt sich auf Wunsch alles Mögliche herausziehen. Als Kinder des ‚Kalten Krieges‘ wissen wir beide ja, wieviel Unrecht ihn auf beiden Seiten begleitete. Die Bundesrepublik und die DDR bildeten hier natürlich keine Ausnahme. Anstelle von zwei Lebensordnungen, zwei Souveränitäten entsteht nun eine Ordnung. Doch manch einem ist dies offenbar nicht genug. Man will den ehemaligen Gegner zwingen, den bitteren Kelch bis zur Neige zu leeren. Was den ‚Dienst für einen fremden Staat‘ angeht – wir wollen nicht Verstecken spielen -, so zielt man auf die Sowjetunion ab und übersieht dabei ihren Beitrag zur Wiederherstellung der Einheit Deutschlands. Die sowjetische Öffentlichkeit und der Oberste Sowjet, dem noch die Ratifizierung bevorsteht, verfolgen aufmerksam den Einigungsprozeß.“

Die letzte Aussage hat ihre Fortsetzung gefunden, als Valentin Falin mich, nun schon Mitglied im Deutschen Bundestag, im Januar 1991 bat, nach Moskau für eine Konsultation zu kommen. Es ging um die noch immer nicht erfolgte Ratifizierung des Zwei-plus-Vier-Vertrages im Obersten Sowjet.

Worauf Helmut Kohl gegenüber Michail Gorbatschow nicht antwortete und was bei den Zwei-plus-Vier-Verträgen nicht verhandelt wurde, sollte sich in einer Erklärung des Obersten Sowjet zur Ratifizierung wiederfinden. Der Inhalt lautete, dass der Oberste Sowjet der UdSSR erwartet, dass es keine Verfolgung von Mitgliedern der SED und ihrer Führung im Geiste eines primitiven Antikommunismus geben soll und die Menschenrechte gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern der DDR geachtet und eingehalten werden.

Helmut Kohl, der auf das Schreiben Michail Gorbatschows nicht reagierte, legte 1996 in seinem Buch „Ich wollte Deutschlands Einheit“ die Bonner Bewertung des Schreibens von Michail Gorbatschow offen. Der Text sei entweder vom KGB verfasst worden, oder Gorbatschow habe ihn aus taktischen Gründen für die am 15. März 1991 schließlich erfolgte Ratifizierung des Zwei-plus-Vier-Vertrages im Obersten Sowjet der UdSSR mit einer Aussage gebraucht, die ihm sein Präsidentenamt bewahrte und die Bestätigung des Vertrages gesichert hat. Mit dieser Veröffentlichung unterstrich Helmut Kohl wohl auch seine seinerzeitige neue Freundschaft mit Boris Jelzin und eine wachsende Distanz zu Michail Gorbatschow.

Fazit. Der Jurist Michail Gorbatschow hat seine Sicht, seine Forderung und ein spätes Handeln nachvollziehbar gemacht – der Historiker Helmut Kohl gab seine Erzählungen wieder. Nun sind 30 Jahre vergangen, es wäre Zeit für Glasnost.

Es waren damals turbulente Zeiten, die bis heute vielfältige Nachwirkungen hinterlassen haben: 45 Jahre mit Nachkriegsauswirkungen deutscher Teilung und Kalter Kriegsführung. 30 Jahre mit einem größeren Deutschland, nicht so groß, wie es bis zum Zwei-plus-Vier-Vertrag von Seiten der Bundesrepublik, mit offener Grenzfrage gegenüber Polen, noch angestrebt war. Dieses größere Deutschland drängt nun als größte Wirtschaftsmacht Europas mit militärischer Stärke nach Verantwortungsübernahme einer europäischen Führungskraft. Die Corona-Pandemie löst bereits jetzt real erkennbar, wenn auch noch nicht mit allen Auswirkungen, eine weitere Zäsur der Nachkriegszeit aus. Da wird auch Mut zur offenen Darlegung der Geschichte gefragt sein. Und Antifaschismus, ob „verordnet“ oder „vernachlässigt“, wird angesichts des Wiedererstarkens rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Denkweisen zur historischen Herausforderung.

Historiker, Akteure, Zeitzeugen sollten nicht den Mainstream der Politik bedienen, sondern sich der Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen stellen.

Zitierweise: Hans Modrow, "„Die deutsche Zweiheit“, in: Deutschland Archiv, 16.06.2020, Link: www.bpb.de/311489.Weitere "Ungehaltene Reden" ehemaliger Parlamentarier und Parlamentarierinnen aus der ehemaligen DDR-Volkskammer werden nach und nach folgen. Eine öffentliche Diskussion darüber ist im Lauf des Jahres 2021 geplant. Es sind Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar.

In dieser Reihe bereits erschienen:

- Sabine Bergmann-Pohl, Interner Link: "Ein emotional aufgeladenes Parlament"

- Rüdiger Fikentscher, Interner Link: "Die 10. Volkskammer als Schule der Demokratie"

- Hinrich Kuessner Interner Link: „Corona führt uns die Schwächen unserer Gesellschaft vor Augen“

- Klaus Steinitz, Interner Link: "Eine äußerst widersprüchliche Vereinigungsbilanz"

- Richard Schröder -Interner Link: "Deutschland einig Vaterland"

- Maria Michalk, Interner Link: "Von PDS-Mogelpackungen und Europa?"

- Markus Meckel, Interner Link: "Eine Glücksstunde mit Makeln"

- Hans-Peter Häfner, Interner Link: "Brief an meine Enkel"

- Konrad Felber, Interner Link: "Putins Ausweis"

- Walter Fiedler, Interner Link: "Nicht förderungswürdig"

- Hans Modrow, Interner Link: "Die Deutsche Zweiheit"

- Joachim Steinmann, "Interner Link: Antrag auf Staatsferne"

- Christa Luft, Interner Link: "Das Alte des Westens wurde das Neue im Osten"

- Dietmar Keller, "Interner Link: Geht alle Macht vom Volke aus?"

- Rainer Jork, Interner Link: "Leistungskurs ohne Abschlusszeugnis"

- Jörg Brochnow, Interner Link: "Vereinigungsbedingte Inventur"

- Gunter Weißgerber, "Interner Link: Halten wir diese Demokratie offen"

- Hans-Joachim Hacker, Interner Link: "Es gab kein Drehbuch"

- Marianne Birthler - Interner Link: "Das Ringen um Aufarbeitung und Stasiakten"

- Stephan Hilsberg - Interner Link: "Der Schlüssel lag bei uns"

- Ortwin Ringleb - Interner Link: "Mensch sein, Mensch bleiben"

- Martin Gutzeit, Interner Link: "Gorbatschows Rolle und die der SDP"

- Reiner Schneider - Interner Link: "Bundestag - Volkskammer 2:2"

- Jürgen Leskien - Interner Link: "Wir und der Süden Afrikas"

- Volker Schemmel - Interner Link: "Es waren eigenständige Lösungen"

- Stefan Körber - "Interner Link: Ausstiege, Aufstiege, Abstiege, Umstiege"

- Jens Reich - Interner Link: Revolution ohne souveränes historisches Subjekt

- Carmen Niebergall - Interner Link: "Mühsame Gleichstellungspolitik - Eine persönliche Bilanz"

- Susanne Kschenka - Interner Link: "Blick zurück nach vorn"

- Wolfgang Thierse - Interner Link: "30 Jahre später - Trotz alldem im Zeitplan"

- u.a.m.

Mehr zum Thema:

- Die Interner Link: Wahlkampfspots der Volkskammerwahl

- Die Interner Link: Ergebnisse der letzten Volkskammerwahl

- Film-Dokumentation Interner Link: "Die letzte Regierung der DDR"

- Analyse von Bettina Tüffers: Interner Link: Die Volkskammer als Schule der repräsentativen Demokratie, Deutschland Archiv 25.9.2020

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Rede des Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2020/05/200508-75-Jahre-Ende-WKII.html, zuletzt abgerufen am 6.6.2020

  2. Vgl. Thilo Schmidt, Der Verfassungsentwurf des Runden Tisches 1990, Deutschlandfunk Kultur, 14.7.2015, www.deutschlandfunkkultur.de/deutsche-rufe-10-der-verfassungsentwurf-des-runden-tisches.1001.de.html?dram:article_id=325399, zuletzt abgerufen am 6.6.2020

  3. Vgl. Persönliche Erklärung von Hans Modrow im Prozess um Einsicht in die Akten, die der BND über ihn sammelte, »Es besteht unverändert eine Zweiheit«, Neues Deutschland, 12.3.2018, www.neues-deutschland.de/artikel/1082046.es-besteht-unveraendert-eine-zweiheit.html, zuletzt abgerufen am 6.6.2020

  4. Vgl. Modrow und der BND, mdr.de, 8.8.2019, www.mdr.de/zeitreise/modrow-stasiakten-100.html, zuletzt abgerufen am 6.6.2020.

  5. Vgl. Deutsche Einheit – Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/90, Dokumente zur Deutschlandpolitik, München 1998, S. 1551.

Dr. Hans Modrow (Jahrgang 1928) war seit 1973 Erster Sekretär der Bezirksleitung der SED in Dresden und Mitglied im Zentralkomitee der SED. 1949 war er als Kriegsgefangener aus der Sowjetunion in die DDR zurückgekehrt, arbeitete zunächst als Maschinenschlosser in Hennigsdorf und besuchte von 1952 bis 1953 die Komsomol-Hochschule in Moskau. Später studierte er als Fernstudent Gesellschaftswissenschaften und Ökonomie. Seit 1987 galt er als möglicher Nachfolger Erich Honeckers. Während der Friedlichen Revolution vom 13. November 1989 bis 12. April 1990 war er der letzte Vorsitzende des DDR-Ministerrates. Der DDR-Volkskammer gehörte er bis zum 2. Oktober 1990 an. Später war er Abgeordneter im Bundestag und im Europaparlament. Im Februar 1990 wurde er Ehrenvorsitzender der SED-Nachfolgepartei PDS und ist Vorsitzender des Ältestenrates der Partei Die Linke.