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Nahostkonflikt und Wahrnehmung Israels

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Nahostkonflikt und Wahrnehmung Israels in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, Teil I

Christian Gaubert

/ 18 Minuten zu lesen

Anhand einer inhaltlichen Analyse von Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR zeigt Christian Gaubert, wie diese ein antisemitisches Israelbild unter dem Deckmantel des Antizionismus kommunizierten.

Der Feuerdrache "Zion" illustrierte 1984 ein Märchen in der DDR-Kinderzeitung ABC-Zeitung . (© ABC-Zeitung, Nr. 11/1984)

Im November 1984 erschien in der ABC-Zeitung das Märchen „Der Feuerdrache Zion“: Zunächst „klein, beinahe winzig“ wächst der „Feuerdrache Zion“ unter der mildtätigen Fürsorge „der Kinder Palästinas“ heran. Ausgewachsen entpuppt sich das Tier sodann als undankbares und nimmersattes Monstrum, das seine arglosen Gönner um Land und Ernte bringt. Als Lehre aus ihrem Schicksal erklären die Kinder Palästinas, in Zukunft nie wieder einem Drachen zu vertrauen, „mag er auch noch so klein und hungrig sein. […] Ein Drache bleibt doch immer ein Drache!“

In dieser Parabel auf die israelische Vertreibung der Palästinenser schrumpfte der Nahostkonflikt zu einem weltgeschichtlichen Lehrstück über den unverbesserlich-negativen Charakter des jüdischen Volkes zusammen. Zur Illustration war dem Text ein Lindwurm zur Seite gestellt. Der Schwanz des Tieres hielt einen goldenen Berg umschlungen, bei dem es sich um den geraubten Ernteertrag der Kinder Palästinas handeln sollte. Diese ansonsten eher als Goldschatz interpretierbare Anhäufung besaß die markante Form eines mittelalterlichen Judenhuts. Das Antlitz des Monstrums war nahezu menschlich geraten, trug jedoch stereotype Züge angeblich jüdischer Physiognomie: angefangen von einer stark überproportionierten Nase, spitzen Ohren und einer spitzbartförmig zulaufenden Kinnpartie. Die zur Steigerung der Monstrosität beigegebenen Hörner und Vampirzähne entstellten das Drachenhaupt nicht halb so sehr wie das diabolische Lächeln, mit dem das Ungetüm auf seine flehenden Opfer herabblickte. Wie war es möglich, dass Mitte der 1980er-Jahre eine derart dreiste Kompilation antisemitischer Stereotype und Darstellungsmuster Eingang in die Kinderpresse eines Staates finden konnte, der sich selbst als antifaschistisches Bollwerk gegen Fremdenhass und Antisemitismus verstand?

Das System der Kinder- und Jugendpresse der DDR

Der gemeinsame Herausgeber aller Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR war der Zentralrat der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Sie alle erschienen in den Verlagen „Neues Leben“ und „Junge Welt“ und waren als mehr oder weniger unterhaltsame Vehikel der politisch-ideologischen Beeinflussung der Jugend konzipiert. Welche große Bedeutung die FDJ ihrem propagandistischen Erziehungsauftrag beimaß, ließ sich an den hohen Auflagenzahlen der Kinder- und Jugendpresse ablesen: Rein statistisch entfielen auf jedes Kind der DDR 3,5 Zeitschriften im Monat.

Das Programm war stringent nach Altersgruppen gegliedert und auf eine möglichst einheitliche und lückenlose Lesesozialisation hin ausgerichtet: Den Auftakt bildete die Vorschullektüre BUMMI, gefolgt von der ABC-Zeitung für Jungpioniere und Schüler der Klassenstufen eins bis drei. Als deren Äquivalent für das höhere Alterssegment der Thälmann-Pioniere (10 bis 13 Jahre) folgte die Trommel. Großer Beliebtheit erfreute sich die aufwendig gestaltete und regelmäßig mit reichen Bastelbeigaben aufgewertete „Frösi“. Abseits der eigentlichen Pionierpresse bildete sich, in Reaktion auf den für schädlich befundenen Einfluss westlicher Comics, seit Mitte der 1950er-Jahre eine eigene Sparte textbegleiteter Bildgeschichten heraus. Hierzu zählte neben der bis heute fortgeführten Kultreihe Mosaik auch das 1955 ins Leben gerufene Magazin ATZE.
ATZE erschien monatlich in einer beständig hohen Auflage von etwa einer halben Million Exemplaren. Jedes Heft begann mit einer meist fünfseitigen Titelgeschichte. Die Zeichnungen stammten in der Regel aus der Feder von Günther Hain. Für die Texte war meist kein Geringer verantwortlich als der spätere Chefredakteur Wolfgang Altenburg. Fast ausnahmslos handelte es sich dabei um kindliche Helden- Abenteuergeschichten, deren Handlungen in historischen Kontexten wie der Russischen Revolution oder dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt waren. Mehrmals im Jahr entführte ATZE seine Leser allerdings auch an die Fronten des weltweit tobenden antiimperialistischen Widerstandskampfes und produzierte dabei eine Vielzahl von „Schwarz-weiß-Klischees in bunten Bildgeschichten.“

Die 1947 gegründete ABC-Zeitung erschien ab 1951 monatlich im Format eines 16 seitigen Magazins. Während der ersten beiden Jahrzehnte verharrte ihre jährliche Auflage zunächst bei durchschnittlich 300 000 Exemplaren. Zu Beginn der 1980er-Jahre überschritten die Absatzzahlen bereits die Schwelle von 800 000. Ihre höchste Jahresdurchschnittsauflage erreichte die ABC-Zeitung 1988: Ihr Absatzerfolg lag in diesem Jahr bei 936 600 Exemplaren.
Die „Trommel war 1948 zunächst noch unter dem Titel „Der junge Pionier“ ins Leben gerufen worden. Die 1958 vorgenommene Umbenennung erfolgte in Reminiszenz an das gleichnamige Organ der roten Jungpioniere in der Zeit von 1926 bis 1933. Am Ende der 1980er-Jahre erreichte das Blatt bereits eine durchschnittliche Auflagenzahl von mehr als 708 000 Exemplaren pro Woche, was nahezu einer Verdreifachung ihrer Startauflage von 1958 (243 000) gleichkam. Als Wochenzeitung war die Trommel darauf ausgerichtet, ihre Leserschaft mit aktuellen politischen Themenstellungen zu konfrontieren. Das Magazin war in dieser Eigenschaft überdeutlich als Hinführungsmedium in Richtung einer im Erwachsenenalter fortzuführenden Zeitungslektüre konzipiert. Der Vertrieb der beiden Pionierzeitungen erfolgte größtenteils direkt über die Schulen. Im Geist der Nachkriegszeit geboren, verstanden sich beide Blätter von Beginn an als erzieherische Werkzeuge „der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung“. Als Erbe ihres einstigen Daseins als zunächst behelfsmäßige Lieferanten für „Unterrichtsmittel […] bei der Durchführung der demokratischen Schulreform“ waren die Inhalte beider Zeitschriften so gestaltet, dass sie unmittelbar als Materialfundus im Unterricht und in der nachmittäglichen Pionierarbeit Verwendung finden konnten. Von der Ursprungsmotivation, eine ideologisch vorgeschädigte Leserschaft zur „Abkehr vom faschistischen Ungeist“ erziehen zu wollen, blieb beiden Zeitungen bis 1989 das didaktische Selbstverständnis erhalten, positiv „auf die Bildung und Erziehung des Lesers einzuwirken, seinen Lerneifer zu stärken, seinen Charakter zu festigen und sein gutes Verhalten zu fördern“.

Auch die inhaltliche Struktur und Schwerpunktsetzung blieb über Jahrzehnte hinweg nahezu unverändert: Neben heimatkundlichen Exkursen über die Schönheit der Natur und allerlei touristischen Anpreisungen ganzer Bezirke, einzelner Städte und deren Sehenswürdigkeiten sind es vor allem Rätsel, Mathematik-Olympiaden und Pionier-Sportwettkämpfe, die alljährlich im Takt des Schulkalenders wiederkehrten. Hinzu traten jeweils kindergerecht aufbereitete Inhalte staatlicher Propaganda. So luden beide Blätter Generationen von Kindern und Jugendlichen zu Ausflügen in die Kindheit und die späteren Schaffensphasen revolutionärer Anführer, gefallener Antifaschisten und späterer Staatslenker ein. Dieser ritualisierte Personenkult wiederholte sich anlässlich der Geburts- bzw. Todestage von Lenin, Thälmann und Pieck. Er war zentraler Bestandteil der nationalen Traditionspflege, die die Pionierpresse ihrer jungen Leserschaft angedeihen ließ, indem sie die antifaschistischen Gründungsmythen des SED-Staates kindergerecht reproduzierte und den übervollen Festtagskalender staatlicher Selbstbeweihräucherung zum eigentlichen Taktgeber ihrer Berichterstattung erhob.

„Bei uns und anderswo“ – Die Weltpolitik im Kinderformat

Die Erziehung zu internationaler Solidarität im Geiste des proletarischen Internationalismus gehörte zum Selbstverständnis aller Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR. Sowohl die ABC-Zeitung als auch die Trommel unterhielten feste Rubriken für diese sehr spezielle Form außenpolitischer Berichterstattung und Weltwahrnehmung. Unter der Überschrift „Bei uns und anderswo“ bot jede Ausgabe der ABC-Zeitung Einblicke in den überwiegend als wenig beneidenswert beschriebenen Alltag von Kindern anderer Erdteile. Die Trommel widmete allein ein Viertel ihrer Berichterstattung der Außen- und Weltpolitik. Dabei wartete die Rubrik „Aus den Bruderländern“ nahezu ausschließlich mit technischen Fortschritten und industriellen Erfolgsgeschichten auf, wohingegen die wöchentlichen Berichte „Aus aller Welt“ und das „Geschehen im Westen“ sich lasen wie die nie endende Anklage sozialer Missstände kapitalistischer Gesellschaften. Darüber hinaus stand das Ressort der Außenpolitik ganz im Zeichen einer offensiv parteilichen und umso mehr selbstbezogenen Berichterstattung über die imperialistischen Verbrechen des Westens und den weltweiten Widerstands- und Befreiungskampf der Völker. In diesem Sinne waren auch die in Berichte, Reportagen und in fiktionale Formate gefassten Impressionen aus den jungen Nationalstaaten Afrikas und Asiens, aber auch aus Mittel- und Südamerika vor allem als weltpolitische Spiegelungen des eigenen Heimatkultes und der nationalen Identitätserziehung zu verstehen.

Der verordnete Internationalismus diente dabei vor allem in den ersten Jahrzehnten als Hilfskonstruktion, um die eigene Phantasmagorie außenpolitischer Souveränität und staatlicher Anerkennung publikumswirksam mit Leben zu füllen. Die zum Erziehungsziel erhobene Solidarität mit allen Schwachen dieser Welt ließ die DDR in den Augen der kindlichen Leserschaft im Glanz eines weltweit geachteten Fortschritts- und Friedensstaats erstrahlen, dessen humanitäre und technologische Unterstützung rund um den Globus mit dankbarer Bewunderung quittiert wurde. Die Adressaten der Solidarität wechselten mit den weltpolitischen Krisenherden und folgten der jeweiligen Himmelsrichtung, in der die DDR-Außenpolitik aktuell um staatliche Anerkennung und wirtschaftliche Zusammenarbeit buhlte.

Der Nahostkonflikt

Nachdem die DDR-Führung zum Ende der 1960er-Jahre in ihren offiziellen Stellungnahmen zum Nahost-Konflikt dazu übergegangen war, die eigene Verurteilung des israelischen Regierungshandelns mit immer nachdrücklicheren Bekundungen uneingeschränkter „Sympathie und Unterstützung für das arabische Volk von Palästina und dessen Kampf um seine unveräußerliche nationalen Rechte“ zu verbinden, schwenkten auch die Kinder- und Jugendmedien der DDR auf diese Linie ein. Dabei wurde der Konflikt mühelos in die zuvor etablierten Feindbildkonstruktionen eingewoben. Die Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und Israel geriet in diesen Darstellungen somit auch zum offenen Stellvertreterkonflikt beider deutscher Staaten. So wusste etwa das Magazin ATZE schon 1969 in der Rubrik „ATZE notiert“ zu berichten, dass „überall in der Welt, wo freiheitsliebende Völker überfallen, ausgeraubt und unterdrückt werden, […] Imperialisten, besonders die westdeutschen, am Werke“ seien. So würden z. B. „faschistische Offiziere aus Westdeutschland in Südvietnam, Israel, Portugal, Spanien, Griechenland und anderen Imperialistischen Staaten Söldner zur Unterdrückung der Völker“ ausbilden. Daneben zeichneten Pfeile auf einer Weltkarte nach, welch weltumspannendes Netz vermeintlich harmloser „Handelsbeziehungen, Hilfssendungen und Berater[tätigkeiten]“ die Bundesrepublik unterhielt, hinter denen sich in Wahrheit „Waffenlieferungen, Geldzuweisungen und [Militär-]Berater“ verbargen. Passend dazu hatten auf den ersten Seiten des Heftes bereits „500 westdeutsche Faschisten“ ihren Auftritt: Der im Kontext des angolanischen Befreiungskampfes angesiedelte Comic zeigte sie als Ausbilder marodierender „Kolonialsöldner“, denen sie beibrachten, „wie man foltert und Dörfer einäschert“.

Sechs Ausgaben später folgte ein erster ATZE-Comic zum Nahostkonflikt. Er zeigte die „von amerikanischen und westdeutschen Offizieren ausgebildete und von Imperialisten mit Milliarden Dollar und Westmark unterstützte Armee Israels“ bei ihrem „Überfall auf Abu-Zaabal“. Bei diesem Angriff auf das gleichnamige „Metallwerk […] in der Nähe des Suezkanals“ kommen „Bomben, Napalm und Raketen westdeutscher Produktion“ zum Einsatz. Zu den Überlebenden dieses Anschlags zählt auch der jugendliche Held der Geschichte: Hassan, der 1967 seine Eltern „auf der Flucht vor den Israelis“ verlor und angesichts der neuerlichen Aggression Israels erkennt, „daß es notwendig ist, die Heimat mit der Waffe zu schützen“.
In der Oktoberausgabe desselben Jahres folgte eine ausführliche Nachbereitung dieser Episode in Form einer „Zeittafel zu den Ereignissen im Nahen Osten“. In einem Dreischritt aus Staatsgründung, Suezkrise und Sechstagekrieg wurde der Nahostkonflikt rundheraus als das verbrecherische Werk „israelischer Imperialisten“ und „des „amerikanischen Monopolkapitals“ gebrandmarkt. Zudem erfuhren die jugendlichen Leser, dass Israels Entwicklung zu einem „aggressiven Staat“ erst mit massiver Unterstützung der „westdeutschen Regierung“ und westdeutscher „Konzernherren“ vonstattenging, die ihren israelischen Verbündeten „mit Milliarden D-Mark und modernen Waffen“ zur Seite standen. Zur abermaligen Verdeutlichung dieser unheilvollen Waffenbrüderschaft war der Chronologie eine Comiczeichnung beigefügt, die die Verladung westdeutscher Panzer unter israelischer Flagge zeigte. In einer Sprechblase prangten die Namen der Verantwortlichen: „Westdeutsche Reg. Mannesmann Thyssen Quandt Flick“. Die Bundesrepublik trat in all diesen Handlungen als NS-Nachfolgestaat und als eine von den USA und den Profitinteressen der eigenen Waffenindustrie gesteuerte Marionette in Erscheinung, wodurch das israelische Vorgehen bereits auf subtile Weise in die Nähe der deutschen NS-Verbrechen gerückt wurde.

Die DDR dagegen zelebrierte ihre internationale Solidarität als eine konsequente Fortführung ihrer antifaschistischen Tradition. Beispielhaft sei in diesem Zusammenhang auf ein Porträt verwiesen, das die ABC-Zeitung 1974 der Malerin Doris Kahane widmete. Der ganzseitige Text schilderte zunächst das persönliche Verfolgungsschicksal der Künstlerin, die einst vor den Nationalsozialisten nach Frankreich geflohen war und dort Zeugin wurde, „wie die Faschisten dreihundert Kinder verschleppten, um sie zu ermorden“. Die Erinnerung an dieses Verbrechen wurde sogleich mit einer Mahnung für die Gegenwart verbunden: „Denn der Faschismus hat noch immer viele Gesichter. […] Heute geht es um die Kinder Chiles, Moçambiques und der arabischen Länder.“ Ohne Israel offen beim Namen zu nennen, wurde der jüdische Staat beiläufig zu einem direkten Nachfahren des deutschen Faschismus erklärt. Im Interesse dieser besonders perfiden antiisraelischen Stilfigur ging man großzügig über die Tatsache hinweg, dass es sich bei den mahnend in Erinnerung gerufenen Vernichtungstransporten um die Deportation jüdischer Kinder gehandelt hatte. Ebenso blieb unerwähnt, dass auch Doris Kahane selbst aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt worden war.

„Weinen ohne Tränen – Die Kinder Palästinas“

In nahezu jeder Ausgabe der Pionierpresse inszenierte sich die DDR-Staatsjugend als hilfsbereite Fürsprecherin aller Kinder, die weltweit unter den Verheerungen des Imperialismus zu leiden hatten. Dabei standen die gerade jeweils in den Mittelpunkt gerückten Adressaten der eigenen Solidarität stets pars pro toto für die Gesamtheit dieser globalen kindlichen Opfergemeinschaft. Stellvertretend für den sich in den 1970er-Jahren abzeichnenden Aufstieg der Kinder Palästinas in die erste Reihe dieser Freundschaftsriege stand die 1973 in der ABC-Zeitung erschienene Fotoserie „Warum Achmed weint“. Die Bilderfolge ergab ein Panoptikum weltweiten Kinderleids und verhieß: „jeder dieser kleinen Jungen könnte Achmed sein. […] Überall, wo noch Kapitalisten das Volk ausbeuten und Krieg führen, gibt es Achmeds.“ Ein Foto auf der Eingangsseite des Heftes zeigte „Die Genossen Erich Honecker und Yasser Arafat [… als] herzlich begrüßte Gäste in der Pionierrepublik Ernst Thälmann“.

In den folgenden Jahren waren wiederholt Kindergruppen aus Jordanien, Syrien und dem Libanon zu Gast in Pionierrepubliken und Ferienlagern der DDR und wurden jeweils zum Gegenstand breiterer Berichterstattung in ABC-Zeitung und Trommel. Die Schilderungen der gemeinsamen Ferienerlebnisse von Jungpionieren und ihren arabischen Freunden vergaßen nie zu erwähnen, welch großes Glück es für die Gäste bedeutete, ihren gefahrvollen Alltag in den Flüchtlingslagern des Nahen Ostens kurzzeitig gegen die Annehmlichkeit sozialistischer Gastfreundschaft tauschen zu dürfen. Die eigene Leserschaft war angesichts dieser wenig subtilen Gegenüberstellung von Flüchtlings- und Ferienlagern überdeutlich dazu eingeladen, gemeinsam mit ihren Gästen zu erkennen: „Wie schön es ist in einem friedlichen Land. Wie gut es den Menschen geht, wenn sie nicht unterdrückt werden.“

Der Libanon-Krieg 1982

Eine Zäsur in der Berichterstattung markierte der Libanonkrieg. Bereits Israels Luftangriffe auf PLO-Quartiere in Beirut vom 17. Juni 1981 gaben den Startschuss zu einer monatelang nicht abreißenden Medienkampagne, die von einer massiv verschärften Tonlage gekennzeichnet war. Aus den Sommerlagern in der Pionierrepublik drangen nun nicht mehr nur schwärmerische Anhimmlungen der gastgebenden DDR. An ihre Stelle traten offene Anklagen an die Adresse der israelischen Aggressoren, die man allerdings größtenteils geschickt als Zeugenberichte und Einordnungen der zu Wort kommenden Opfer schilderte. Ein 1981 in der Trommel erschienener Bericht über bombenverhagelte Anreisestrapazen einer durch die „Genossen der PLO“ nur mit Mühe aus Beirut ausgeflogenen Kindergruppe ließ die Pionierrepublik am Werbellinsee nahezu selbst wie ein Flüchtlingslager erscheinen. Ein nebenstehend zur dringenden Lektüre empfohlener Kommentar des Redakteurs Thomas Wüsten ordnete das Geschehen als einen „brutaler und offener als je zuvor“ ausgeführten „Terrorangriff“ ein, mit dem Israel versuche, „das um seine Rechte kämpfende palästinensische Volk [zu] vernichten“.
Das 25. internationale Sommerlager der Pionierrepublik „Wilhelm Pieck“ geriet vor dem Hintergrund der Ereignisse des Jahres 1982 zu einer Weltbühne rührender Solidarität und Anklage: „Als Shadir am Eröffnungstag des Lagers die Fahne der PLO auf die Freilichtbühne trug, standen Kinder aus 40 Ländern auf. Beifall umbrauste ihn. Shadir, überwältigt von der internationalen Solidarität, weinte.“ Nur zwei Trommel-Ausgaben später kam Shadirs Begleiter Khalid zu Wort und klagte „die Israelis wegen grausamen Völkermordes an“ und verpflichtete sich feierlich dazu, „als Offizier der PLO für [… seine] freie Heimat Palästina und für eine glückliche Kindheit in einer Welt des Friedens, für Völkerfreundschaft und antiimperialistische Solidarität [zu] kämpfen“. Die Antworten der deutschen Pioniere klangen kaum weniger entschlossen: Auch sie forderten ein Ende des „israelischen Terrors“, beließen es aber beim erklärten Vorsatz, nach Beendigung der Ferien „gemeinsam gegen die unmenschliche Aggression Israels“ zu protestieren und zugunsten ihrer palästinensischen Freunde „Altstoffe sammeln“ zu wollen.

„Wie die Greueltaten der Faschisten“

Unter den wöchentlich auf Seite zwei platzierten Kurzmeldungen zur Außenpolitik fand sich zwischen 1981 und 1983 nahezu in jeder Trommel-Ausgabe ein Hinweis auf den „Terror Israels“. Wahlweise war dabei von „Terrorangriffen“, Luftterror", „Terrorurteilen“ und besonders oft von „Besatzerterror“ die Rede. Zu den angeprangerten „Verbrechen Israels“ zählte etwa der Granatenbeschuss von Wohngebieten, der Einsatz von „Giftgas“ sowie der heimtückische Abwurf als „Spielzeug getarnte[r] Bomben“.
Analog zur Berichterstattung in den Erwachsenenmedien der DDR gingen auch die Autoren der Trommel im Sommer 1982 verstärkt dazu über, direkte Parallelen zwischen der israelischen Aggression und den Verbrechen der Nationalsozialisten zu ziehen. So warf man Israel vor, einen „Ausrottungsfeldzug“ oder sogar „einen totalen Vernichtungsfeldzug“ gegen das palästinensische Volk zu führen. Jede seiner territorialen Expansionen bedeutete demnach nur einen weiteren „Schritt zum ‚Großisrael‘, von dem die Zionisten […] träumen“.

Die Anpassung an den allgemeinen Medientenor brachte die verstärkte Verwendung antizionistischer Worthülsen mit sich, die man den Kindern in mitgelieferten Glossaren zu erläutern versuchte. In der Trommel war hierfür die Rubrik „Ihr fragt“ und vor allem das sogenannte „Polit(!)Handbuch [sic!]“ zuständig. Der mit diesen beiden Rubriken inszenierte Austausch mit der eigenen Leserschaft bot sowohl Raum zur biografischen Würdigung Yasser Arafats als auch zur Definition, was unter einer „Aggression“ oder den „Golanhöhen“ zu verstehen sei. Die begriffliche Nachschulung zur Frage „Was ist Zionismus?“ verriet, dass es sich hierbei ursprünglich um „eine Bewegung innerhalb der jüdischen Bourgeoisie“ gehandelt habe, deren „Brutalität“ sich heute in der Politik Israels ausdrücke.

Direkte Gleichsetzungen mit den „Greueltaten der Faschisten“ nahm das Blatt hingegen zunächst nur in Form von Zitaten vor, die man der sowjetischen Berichterstattung entnahm. So traute man sich zunächst nur gemeinsam mit der „Prawda“ von einem „Völkermord“ zu sprechen, in dessen Verlauf „friedliche Einwohner […] mit Giftstoffen ausgeräuchert und in Konzentrationslager getrieben“ würden. Zur Ausschmückung dieser schiefen historischen Analogie hieß es: „Das ‚Groß-Israel‘ wird mit den gleichen Methoden errichtet wie auch das ‚Groß-Deutschland‘ des von den Völkern verfluchten ‚Dritten Reiches‘, und zwar durch Aggression und territoriale Eroberung auf Kosten der Knochen und des Blutes anderer Völker.“ Auch auf die Massaker von Sabra und Schatila reagierte die „Trommel" zunächst mit der Übernahme einer Meldung der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS. Der von christlichen libanesischen Milizen – unter Nichteingreifen der israelischen Armee – verübte Massenmord an palästinensischen Flüchtlingen wurde darin als eine abscheuliche „Bluttat Israels“ gegeißelt und in eine Reihe mit der „Massenvernichtung von Menschen in Babi Jar“ gestellt: „Was Israel auf libanesischem Boden betreibt, ist Völkermord. Das Ziel ist die Vernichtung der Palästinenser als Nation.“
In der Ausgabe der nächsten Woche ließ die Trommel eine Sonderseite zu den „abscheulichen Verbrechen Israels an den Palästinensern und Libanesen“ folgen. Der Leitartikel kam einer nur geringfügig abgemilderten stilistischen Nachahmung der sowjetischen Berichterstattung gleich: Abermals war von einem „Massenmord nach faschistischer Manier“ die Rede, der es verdiene „in einer Reihe mit den schrecklichsten Grausamkeiten an der Menschheit [zu] stehen“. Bei Weitem wirkmächtiger als der Text war eine Fotomontage, die, mittig platziert, etwa die Hälfte der Seite einnahm. Unter der Überschrift „Stoppt ihre Mörder!“ war in der oberen Bildhälfte das Doppelporträt zweier arabischer Jungen zu sehen. Darunter schloss eine äußerst schonungslose Aufnahme eines Leichenbergs an, bei dem es sich – der Bildzusammenstellung folgend – unmissverständlich nur um die letzte Ruhestätte der beiden ermordeten Kinder handeln konnte. Das Bild und der Text gaben den Opfern ein Gesicht und dem „Kindermörder Israel“ seinen Namen. Selbst wenn man davon ausgeht, dass der größte Teil der Trommel-Leserschaft die über Jahre in der Pionierpresse inszenierte Freundschaft mit den Kindern Palästinas allenfalls auf abstrakte Weise nachvollzog, bedarf es dennoch keiner allzu großen Fantasie, um sich vorzustellen, welch nachwirkenden Effekt es hervorrufen musste, die langjährigen Subjekte der eigenen Solidarität und kindlichen Identifikation nun plötzlich nach „faschistischer Manier“ ermordet zu sehen.

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Dieser Beitrag von Christian Gaubert entstammt dem Buch: Wolfgang Benz (Hrsg.), Antisemitismus in der DDR - Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel, erschienen 2018 im Metropol Verlag.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Paul Horst Basedow, Der Feuerdrache Zion, in: ABC-Zeitung, Nr. 11/1984, S. 18.

  2. Ebenda.

  3. Ebenda.

  4. Vgl. Peter Widmann, Antisemitismus und visuelle Kompetenz, in: Zentrum für Antisemitismusforschung (Hrsg.), Lehrerhandreichung zum Unterrichtsmaterial: Juden und Judenfeindschaft in Europa bis 1945 – Antisemitismus immer noch? – Vorurteile. You2?, Bonn 2008, S. 35–40, https://www.tu-berlin.de/fileadmin/i65/Unterichtsmaterialien_Thema_Antisemitismus/lehrerhandreichung.pdf, letzter Zugriff am 28. 3. 2018.

  5. Die Illustratorin Erdmuth Oelschläger zeigte sich im Abstand von zwanzig Jahren in höchstem Maße verstört über ihr zeichnerisches Zutun zu diesem Machwerk. Das Ergebnis ihrer Arbeit konnte sie sich retrospektiv nur als Ausdruck ihrer seinerzeitigen Unwissenheit und Naivität erklären: Sie habe sich in ihrer Rolle als freiberufliche Zeichnerin wohl lediglich darauf verlegt, die ihr im Text gelieferte Handlung möglichst exakt ins Bild zu setzen. Eine Erklärung für die erstaunliche Stilsicherheit der ihr dabei dann wohl unbewusst unterlaufenen Anleihen an die reiche Darstellungstradition antisemitischer Bilderwelten und Karikaturen blieb die Künstlerin jedoch schuldig. Vgl. Vgl. Hermann Simon, Die Geschichte des Feuerdrachen Zion, in: Wolfgang Voigt/Kurt Wernicke (Hrsg.), Stadtgeschichte im Fokus von Kultur- und Sozialgeschichte. Festschrift für Laurenz Demps, Berlin 2006, S. 411–422, hier S. 419 f.

  6. Vgl. Christine Lost, Kinderzeitschriften und -zeitungen der DDR: Zwischen verschiedenen Betrachtungsweisen, in: Christoph Lüth/Klaus Pecher (Hrsg.), Kinderzeitschriften in der DDR, Bad Heilbrunn 2007, S. 180–203, hier S. 181–184.

  7. Rudi Chowanetz, Die Kinderzeitschriften in der DDR von 1946 bis 1960, Berlin (DDR) 1983, S. 14: „Die Kinderzeitungen und -zeitschriften in der DDR sind Organe der Leitung der Freien Deutschen Jugend für die Arbeit in der sozialistischen Kinderorganisation. […] Sie sollen mithelfen, die Ziele der Pionierorganisation immer wieder bekanntzumachen, sozialistische Ideen und Werte zu verbreiten und Aktivitäten zu entwickeln. Die Kinderpresse ist ein wesentliches Mittel, politisch und organisatorisch auf das Leben der Kinder bestimmend einzuwirken.“

  8. Vgl. Thomas Kramer, Kinder- und Jugendzeitschriften, in: Rüdiger Steinlein/Heidi Strobel/ders. (Hrsg.), Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur. SBZ/DDR von 1945 bis 1990, Stuttgart/Weimar 2006, S. 935–972, hier S. 936.

  9. Vgl. Claudia Speicher, Die Vorschulzeitschrift BUMMI (1957–2009) und die Darstellung des sozialen Konstrukts Vorschulkindheit in BUMMI mit Fokus auf die ostdeutsche Transformation, Berlin 2016, S. 59 ff.

  10. Vgl. Kramer, Kinder- und Jugendzeitschriften, S. 936 ff.

  11. Der Name des Blattes stellte eine Abkürzung dar, er ging auf das gleichnamige Pionierlied „Fröhlich sein und Singen“ zurück.

  12. Vgl. Thomas Kramer, Micky, Marx und Manitu. Zeit- und Kulturgeschichte im Spiegel eines DDR-Comics 1955–1990. „Mosaik“ als Fokus von Medienerlebnissen im NS und in der DDR, Berlin 2002.

  13. Vgl. Jan-Uwe Rogge, Unermüdlich im Dienste von Fortschritt und Nützlichkeit – Presseprodukte für Kinder, in: ders./Klaus Jensen (Hrsg.), Lernen – Helfen – Fleißigsein. Kindermedien und Kinderkultur in der DDR, Köln 1987, S. 141–204, hier S. 157.

  14. Thomas Kramer, Schwarz-weiß-Klischees in bunten Bildgeschichten. Die DDR Kinderzeitschrift ATZE und ihre nachwirkende Darstellung des Internationalismus, in: Thomas Kunze/Thomas Vogel (Hrsg.), Ostalgie international. Erinnerungen an die DDR von Nicaragua bis Vietnam, Berlin 2010, S. 178–188.

  15. Vgl. Chowanetz, Die Kinderzeitschriften, S. 131 f.

  16. Vgl. ebenda, S. 132.

  17. Vgl. Dietrich Löffler, Publikumszeitschriften und ihre Leser. Zum Beispiel: Wochenpost, Freie Welt, Für Dich, Sybille, in: Simone Barck/Martina Lagermann/Siegfried Lokatis (Hrsg.), Zwischen „Mosaik“ und „Einheit“. Zeitschriften in der DDR, Berlin 1999, S. 48–60, hier S. 49.

  18. Vgl. ebenda, S. 57.

  19. Vgl. Löffler, Publikumszeitschriften S. 49.

  20. Vgl. Chowanetz, Die Kinderzeitschriften, S. 133 f.

  21. Vgl. Susanne Lost, Aktionen, Argumente, Agitprop – Die Trommel im Dialog mit ihren Lesern, in: Christoph Lüth/Klaus Pecher (Hrsg.), Kinderzeitschriften in der DDR, Bad Heilbrunn 2007, S. 152–169, hier S. 155.

  22. Vgl. Chowanetz, Kinderzeitschriften, S. 21.

  23. Ebenda.

  24. Ebenda, S. 22.

  25. Ebenda, S. 21.

  26. Ebenda.

  27. Ebenda.

  28. Thomas Kramer charakterisierte die Kinder- und Jugendpresse der DDR mit Blick auf ihre jahrzehntelang beibehaltene Schwerpunktsetzung schlicht als „Bastion der kalten Krieger“. Vgl. Kramer, Kinder- und Jugendzeitschriften, S. 936.

  29. Die Arbeit mit der Presse – ein untrennbarer Bestandteil der sozialistischen Erziehung und Bildung. Stellungnahme des Sekretariats der Zentralleitung zur Arbeit der Leitungen der Pionierorganisation mit der Pionierpresse vom 5. Dezember 1960, abgedruckt in: Zentralleitung der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ (Hrsg.), Dokumente und Beschlüsse der Zentralleitung der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“. Bd. 2, Berlin 1964, S. 68–71, hier S. 69: „Unsere Zeitungen und Zeitschriften propagieren die sozialistische Weltanschauung, erziehen ihre Leser in Erzählungen, Berichten, Reportagen, Diskussionen, Bildfolgen und anderen Veröffentlichungen zur Liebe zur Arbeiterklasse und ihrer Partei, begeistern sie zu Taten für den Frieden und den Sozialismus, lehren sie, den Helden und Vorbildern unseres Volkes nachzueifern, und pflegen den proletarischen Internationalismus.“

  30. Vgl. Rogge, Unermüdlich, S. 165.

  31. Vgl. ebenda, S. 170.

  32. Angelika Timm, Hammer, Zirkel, Davidstern. Das gestörte Verhältnis der DDR zu Zionismus und Staat Israel, Bonn 1997, S. 269.

  33. Atze notiert, in: ATZE, Nr. 11/1969, S. 10.

  34. Ebenda.

  35. Ebenda.

  36. Ebenda.

  37. Wolfgang Altenburger (Text)/Günther Hain (Grafik), Mary’s Auftrag, in: ATZE, Nr. 11/1969, S. 2–7, hier S. 6.

  38. Ebenda, S. 4.

  39. Ebenda, S. 6.

  40. Wolfgang Altenburger (Text)/Günther Hain (Grafik), Überfall auf Abu-Zaabal, in: ATZE, Nr. 6/1970, S. 2–7, hier S. 4.

  41. Ebenda.

  42. Ebenda, S. 2.

  43. Ebenda, S. 7.

  44. Ebenda, S. 4.

  45. Ebenda. ATZE ließ 1983 eine weitere, nahezu handlungsidentische Nahost-Episode folgen. Auf eine ausführliche Schilderung dieser Handlung kann an dieser Stelle verzichtet werden, da Thomas Kramer diesen Comic bereits hinlänglich eingeordnet hat. Vgl. u. a. Wolfgang Altenburger (Text)/Günther Hain (Grafik), Widerstand in der Wüste, in: ATZE, Nr. 2/1983, S. 2–7; Thomas Kramer, Der Orient-Komplex. Das Nahost-Bild in Geschichte und Gegenwart, Ostfildern 2009, S. 228.

  46. Zeittafel zu den Ereignissen im Nahen Osten, in: ATZE, Nr. 10/1970, S. 10.

  47. Ebenda.

  48. Ebenda.

  49. Ebenda.

  50. Ebenda.

  51. Ebenda.

  52. Ebenda.

  53. Ebenda.

  54. Und immer wieder malt sie Kinder, in: ABC-Zeitung, Nr. 2/1974, S. 15.

  55. Ebenda.

  56. Ebenda.

  57. Weinen ohne Tränen – Die Kinder Palästinas, in: ABC-Zeitung, Nr. 6/1989, S. 5.

  58. Warum Achmed weint, in: ABC-Zeitung, Nr. 11/1973, S. 9 f.

  59. Ebenda, S. 9.

  60. Ebenda, S. 3.

  61. Vgl. u. a. Wolfgang Skillandar, Grüße aus den Bergen Libanons, in: Trommel, Nr. 31/32/1979, S. 27; Syrische Freunde zu Gast, in: Trommel, Nr. 26/1981, S. 2; Immer lebe die Sonne, in: Trommel, Nr. 34/1982, S. 6.

  62. Ferien für Fatima, in: ABC-Zeitung, Nr. 7/1980, S. 11.

  63. Vgl. Timm, Hammer, Zirkel, Davidstern, S. 280–285.

  64. Susanne Lost, Täglich fielen Bomben, in: Trommel, Nr. 29/1981, S. 2.

  65. Thomas Wüsten, Brutaler und offener als je zuvor, in: Trommel, Nr. 29/1981, S. 6.

  66. Ebenda.

  67. Ebenda.

  68. Wir stehen an ihrer Seite, in: Trommel, Nr. 32/1982, S. 6.

  69. Immer lebe die Sonne, in: Trommel, Nr. 34/1982, S. 6.

  70. Ebenda.

  71. Schluss mit dem israelischen Terror, in: Trommel, Nr. 32/1982, S. 5.

  72. Auf uns ist Verlaß!, in: Trommel, Nr. 32/1982, S. 6.

  73. Ebenda.

  74. Terror Israels, in: Trommel, Nr. 43/1981, S. 2.

  75. Terrorangriffe auf Libanon, in: Trommel, Nr. 28/1981, S. 2.

  76. Luftterror, in: Trommel, Nr. 36/1981, S. 2.

  77. Terrorurteile, in: Trommel, Nr. 27/1981, S. 2.

  78. Vgl. u. a. Besatzerterror, in: Trommel, Nr. 45/1981, S. 2; Besatzerterror, in: Trommel, Nr. 35/1982, S. 2; Besatzerterror, in: Trommel, Nr. 39/1982, S. 2.

  79. Verbrechen Israels, in: Trommel, Nr. 42/1982, S. 2.

  80. Granaten auf Wohngebiete, in: Trommel, Nr. 19/1981, S. 2.

  81. Giftgas und Phosphor, in: Trommel, Nr. 25/1982, S. 2

  82. „Spielzeug“-Minen, in: Trommel, Nr. 28/1982, S. 2.

  83. Vgl. Timm, Hammer, Zirkel, Davidstern, S. 280 f.

  84. Blutiger Terror, in: Trommel, Nr. 23/24/1982, S. 2.

  85. Ebenda.

  86. Dieter Hollmann, Die Golanhöhen, in: Trommel, Nr. 3/1982, S. 5.

  87. Horst Schötzki, Für die Rechte des arabischen Volkes von Palästina, in: Trommel, Nr. 2/1981, S. 4.

  88. Polit(!)Handbuch, Aggression – Intervention – Völkerrecht, in: Trommel, Nr. 37/1982, S. 5.

  89. Hollmann, Die Golanhöhen.

  90. Polit(!)Handbuch, Was ist Zionismus, in: Trommel, Nr. 3/1982, S. 5.

  91. Ebenda.

  92. Ebenda.

  93. Wie die Greueltaten der Faschisten, in: Trommel, Nr. 36/1982, S. 2

  94. Völkermord, in: Trommel, Nr. 27/1982, S. 2.

  95. Ebenda.

  96. Ebenda.

  97. Wie die Greueltaten der Faschisten, in: Trommel, Nr. 36/1982, S. 2.

  98. Ebenda.

  99. Ebenda.

  100. M. Loos, Stoppt ihre Mörder! In: Trommel, Nr. 37/1982, S. 5.

  101. Ebenda.

  102. Ebenda.

  103. Ebenda.

  104. Ebenda.

Historiker, promovierte 2017 an der Technischen Universität Berlin zum Thema: "Die DDR im Spiegel musealer Präsentationen".