Meine Merkliste Geteilte Merkliste

Gezeitenwechsel an der Ostsee

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Gezeitenwechsel an der Ostsee Die Privatisierung des DDR-Schiffbaus

Eva Lütkemeyer

/ 15 Minuten zu lesen

Die Umbrüche nach 1989 brachten auch die DDR-Schiffbauindustrie in turbulentes Fahrwasser. Mit über 55.000 Beschäftigten war sie als industrieller Kern für die gesamte Region des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns strukturbestimmend. Mit den Unternehmensprivatisierungen des ehemaligen Kombinats Schiffbau steht in diesem Beitrag ein Prozess im Fokus, in dem Treuhandanstalt, Bundes- und Landespolitik, Gewerkschaften und Betriebsräte sowie die Europäische Gemeinschaft auf dem Weg von der Plan- in die Marktwirtschaft um die Zukunft der Betriebe an der Ostseeküste rangen.

1990, Neptun-Warnow-Werft in Rostock, hier wurden fast nur Schiffe fuer die Sowjetunion gebaut. Eines lag fertig im Hafen und die Sowjets konnten nicht bezahlen.

(© picture-alliance/dpa)

November 2019: Ein riesiger Stahlkoloss im Rohbau wird von Schleppern vom Dock in der Warnowmündung in Richtung der offenen Ostsee manövriert. Mit 57 Metern ist er kaum niedriger als Rostocks legendäres 19-etagiges Hotel „Neptun“. Hunderte Menschen stehen am Ufer und bestaunen das Schauspiel. Das Ziel des Mittschiffs ist die 80 Kilometer entfernte Werft in Wismar, dem sich der Kasko (schwimmfähiger Schiffsrumpf) mit 2,15 Knoten nähert. Dort findet die Endmontage des mit einer Passagierzahl von 10.000 größten Kreuzfahrtschiffes der Welt statt: der „Global Dream“. Für dieses Mammutprojekt wurde die Belegschaft der MV Werften in Stralsund, Rostock und Wismar mehr als verdoppelt.

Der ostdeutsche Schiffbau – eine Erfolgsgeschichte? Das ist auch 30 Jahre nach der „Wende“ eine Frage, an der sich die Geister scheiden. Auf der einen Seite stehen Arbeitslosigkeit, gebrochene Biografien, Deindustrialisierung einer ganzen Region. Auf der anderen Seite steht ein Industriezweig, den es nach rein marktwirtschaftlichen Kriterien und nach dem eigentlichen Privatisierungsauftrag der Treuhandanstalt schon lange gar nicht mehr geben dürfte. Und dennoch: Zuletzt investierte ein großes chinesisch-malaysisches Unternehmen in drei der Werften an der Ostseeküste. Der Unternehmensverbund beschäftigt hier heute rund 3 000 Menschen. Insgesamt sind es in der maritimen Industrie in Mecklenburg-Vorpommern 11.500.

Seit dem Systemumbruch 1989/90 gab es für die ostdeutschen Werften und deren Zuliefererbetriebe so manche Höhen und Tiefen. Das Ende der DDR und damit das Ende der sozialistischen Planwirtschaft bildete eine Zäsur, welche die Werftindustrie im Nordosten Deutschlands von einem sicheren zu einem unsicheren Arbeitsplatz werden ließ. Insbesondere die erste Hälfte der 1990er Jahre, in der der Großteil der Betriebe aus den sogenannten volkseigenen, staatlichen Strukturen herausgelöst und durch die Treuhandanstalt (THA) privatisiert wurde, war geprägt von wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, sozialen Unsicherheiten und politischen Debatten und Krisen.

VEB Kombinat Schiffbau: Weltrang Eins für Fischereifahrzeuge

Die Geschichte eines bedeutsamen Schiffbaus an der Küste der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR begann nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Vorher gab es nur wenige Unternehmen, die, wie die 1850 in Rostock gegründete Neptun-Werft, zur Schiffbaubranche zählten. Nachdem die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) zunächst die Demontage aller (kriegsrelevanten) Industriebetriebe angeordnet hatte, wurden ab 1945 vereinzelt und ab 1948 gezielt Werften zum Zweck umfangreicher Reparationsleistungen aufgebaut. Seit 1979 waren die DDR-Schiffbauunternehmen, die mittlerweile die prägende Industriebranche der drei nördlichsten Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg bildeten, in der planwirtschaftlichen Einheit eines Kombinates organisiert. Zwischen Elbe und Oder wurden fünf Seeschiffwerften, zwei Binnenschiffwerften, neun Zuliefererbetriebe für Schiffsmaschinen beziehungsweise Schiffsanlagenbau, sowie ein Außenhandelsbetrieb im VEB Kombinat Schiffbau versammelt. Mit über 55.000 Beschäftigten war es eines der größten Kombinate der DDR.

Innerhalb des geschützten, sozialistischen Wirtschaftsraums (RGW) war die ostdeutsche Werftindustrie im Gegensatz zum freien Schiffbaumarkt vom „Werftensterben“, der Strukturkrise seit dem Ölpreisschock und dem Zerfall des internationalen Währungssystems von Bretton Woods, nicht betroffen. Hier sanken seit den 1970er Jahren die Beschäftigtenzahlen nicht, mehr noch, die Nachfrage nach Schiffen im RGW-Raum lag deutlich über den Produktionskapazitäten der DDR. Die führende Klassifikationsgesellschaft Lloyd’s Register of Shipping platzierte die DDR am Ende der 1980er Jahre auf dem siebten Platz als Schiffbaunation weltweit, auf dem dritten Platz als Produzent für Frachtschiffe und auf dem ersten Platz für Fischereifahrzeuge. Als sich 1989 das Bestehen der DDR zum 40. Mal jährte, blickte man durchaus zufrieden auf die Schiffbau-Bilanz. Denn 1989 waren immerhin 37 Schiffe gebaut, zahlreiche Schiffsreparaturen durchgeführt und Konsumgüter, darunter LKW-Anhänger, Möbel und über 31.000 Kühlschränke, in beträchtlichem Umfang produziert worden. Vor dem Hintergrund der tatsächlichen Notlage der DDR-Wirtschaft würde dies allerdings nicht ausreichen, wie aus den wiederkehrenden Aufrufen zur Produktivitäts- und Leistungssteigerung herauszulesen ist. Unter dem Schlagwort „Intensivierungskonto 40 – Für unseren guten Kurs: Mein persönlicher Beitrag zum 40. Jahrestag der DDR“ beteuerten die Schiffbauer in der regionalen Presse ihre persönliche und betriebliche Initiative, „um einen dauerhaften volkswirtschaftlichen Leistungszuwachs im DDR-Schiffbau zu sichern“.

„Mit Volldampf in die Marktwirtschaft“?

Als im Herbst 1989 durch die Friedliche Revolution die Berliner Mauer fiel, war politisch, gesellschaftlich und nicht zuletzt wirtschaftlich ein Prozess ins Rollen geraten, der nicht mehr aufzuhalten war. Nachdem die DDR mit einem Beschluss über eine Wirtschafts- und Währungsunion mit der Bundesrepublik im Februar 1990, spätestens aber nach der ersten freien Volkskammerwahl im März 1990 auf eine deutsche Vereinigung zusteuerte, war eine Umstrukturierung der DDR-Planwirtschaft unausweichlich geworden. Mit dem Treuhandgesetz vom 17. Juni 1990 durch die neue Regierung von Lothar de Maizière (CDU) waren die Parameter für die bevorstehende ökonomische Transformation abgesteckt: Die Treuhandanstalt hatte von nun an die Aufgabe, die volkseigenen Betriebe (VEB) in marktwirtschaftliche Strukturen zu überführen. Wie sollte es vor diesem Hintergrund mit dem ostdeutschen Schiffbau weitergehen? Die Verantwortlichen der DDR-Werftindustrie waren trotz erster, in der Presse thematisierter Unsicherheiten der Beschäftigten, weiterhin von der Leistungsfähigkeit ihrer Branche überzeugt. Das wirtschaftliche System spiele nur eine untergeordnete Rolle, meinte Kombinatsdirektor Jürgen Begemann, denn schließlich sei der Schiffbau schon immer global orientiert gewesen. Nichtsdestotrotz machte die Leitung des Kombinats Schiffbau im Februar 1990 einen ersten Schritt in Richtung „Westen“, indem sie dem Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), der westdeutschen Interessenvertretung der Branche, als assoziiertes Mitglied beitrat. Und so wurde sowohl in Ost- als auch Westdeutschland in der Presse damit begonnen, sich den neuen Weltrang des deutschen Schiffbaus zu errechnen, wenn die Kapazitäten in einem vereinigten Land zusammengezählt würden: Deutschland würde auf Platz drei im globalen Ranking vorrücken. Doch die Rechnung ging nicht auf, denn ein gravierendes Problem lag in ebendiesen Kapazitätsfragen begründet. Als eine der sogenannten sensiblen Branchen unterlag die Werftindustrie der Aufsicht und Wettbewerbsregulierung der Europäischen Gemeinschaft. Nach einer Vereinigung betraf dies auch die ostdeutschen Werften. Als Voraussetzung für die Genehmigung der überlebenswichtigen Subventionen forderte die EG, dass die Werften an der Ostseeküste ihre Tonnage-Kapazitäten um 40 Prozent reduzierten. Vorher mussten jedoch weitreichende Umstrukturierungsmaßnahmen vorgenommen werden.

Aus VEB wird GmbH

Zunächst wurde zum 1. Juni 1990 das VEB Kombinat Schiffbau in eine Aktiengesellschaft überführt, die fortan unter dem Namen Deutsche Maschinen- und Schiffbau AG (DMS) firmierte. Das im Gründungsbericht festgehaltene Grundkapital in Höhe von 200.000.000 Mark der DDR hielt zu 100 Prozent die Treuhandanstalt. Die rechtliche Nachfolgerin des Kombinats wurde sodann in mehreren Schritten neu organisiert. Die nicht unmittelbar mit der Produktion verbundenen Betriebsteile wurden ausgegliedert. Betroffen waren in erster Linie die sozialen Einrichtungen eines sozialistischen Betriebs wie Kindergärten, Freizeitheime, Kulturhäuser, Betriebsteile zur medizinischen Versorgung und ähnliches, so wie auch die dem Schiffbau ferne, aber DDR-typische Konsumgüterproduktion. Darüber hinaus wurden die Betriebe umstrukturiert, einzelne Sparten entflochten oder auch kurzfristig aus anderen Kombinaten in die DMS eingegliedert.

So entstanden 24 juristisch selbstständige Kapitalgesellschaften, die von der DMS als Holding gehalten wurden: die Schiffswerft „Neptun“ GmbH sowie die Ingenieurzentrum Schiffbau GmbH, die Informationssystem und DV Consulting GmbH, die Schiffbauversuchsanstalt GmbH Potsdam und die Institut für Schiffbautechnik und Umweltschutz GmbH gingen jeweils aus dem Kombinat-Stammbetrieb VEB Schiffswerft „Neptun“ Rostock hervor. Die Elbewerft Boizenburg GmbH und die Roßlauer Schiffswerft GmbH, entstanden entsprechend ihrer zwei Standorte aus dem VEB Elbewerft. Die Volkswerft GmbH Stralsund, die Mathias-Thesen-Werft GmbH Wismar (ab 1992 MTW Schiffswerft GmbH), die Peenewerft Wolgast GmbH, die Warnowwerft GmbH Warnemünde, die Dieselmotorenwerk Rostock GmbH, die Yachtwerft GmbH Berlin, die Schiffswerft Oderberg GmbH, die Schiffswerft Rechlin GmbH, die KGW Schweriner Maschinenbau GmbH, die Schiffsanlagenbau Barth GmbH, die Ingenieurtechnik und Maschinenbau Rostock GmbH (IMG Rostock), die Isolier- und Klimatechnik GmbH Rostock (vormals VEB Industriekooperation), die Gießerei und Maschinenbau Torgelow GmbH, die Kühlautomat Berlin GmbH und die Schiffselektronik Rostock GmbH blieben eigenständige Betriebe, die die DMS unter ihrem Dach versammelte. Die Maschinenbau Halberstadt GmbH sowie die Dampfkesselbau Dresden-Übigau GmbH wurden aus den Kombinaten SKL Magdeburg beziehungsweise Kraftwerksanlagenbau zunächst in die DMS eingegliedert. Nicht in die DMS AG übernommen wurde die Yachtwerft Berlin GmbH, die zuvor als VEB zum Kombinat Schiffbau gehört hatte. Für die Schiffscommerz GmbH, dem ehemaligen Außenhandelsbetrieb des Kombinats, wurde die Liquidation beschlossen.

Nach der Währungsunion – kein Schiffbauvertrag kostendeckend

Trotz dieser ersten Schritte in Richtung Marktwirtschaft unter optimistischen Prognosen, traten im Sommer 1990 die wirtschaftlichen Probleme der Branche zutage. Als Zäsur kann die zum 1. Juli 1990 wirksam gewordene Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion gelten. Von einem auf den anderen Tag prallten die Welt des Sozialismus und die des Kapitalismus aufeinander. Die Auftragslage des DDR-Schiffbaus erwies sich unter den neuen Bedingungen als gravierendes Verlustgeschäft. Denn die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion bewirkte zum einen, dass die angestammten Auftraggeber östlich der Oder die Schiffe in der neuen, frei konvertierbaren Währung nicht mehr zahlen konnten. Die 81 erst kurz zuvor mit dem Hauptauftraggeber UdSSR abgeschlossenen Neubauverträge, die die ostdeutschen Auftragsbücher bis mindestens 1993 füllen sollten, lagen plötzlich brach. Zum anderen waren kurz vor der Währungsunion Schiffbauverträge mit westdeutschen Reedern zu Dumpingpreisen abgeschlossen worden. Diese sogenannten Ultimo-Verträge, über deren Zustandekommen durch mögliche Fahrlässigkeit oder gar Schmiergeldzahlungen ab März 1991 ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Mecklenburg-Vorpommern verhandelte, ließen es nicht zu, nach Einführung der D-Mark auch nur die Materialkosten zu decken, zumal seit dem 1. Juli die Löhne ebenfalls in D-Mark gezahlt werden mussten.

Sanierung versus Privatisierung

Vor diesem Hintergrund erfolgte die Suche nach einem geeigneten Konzept für die Zukunft der Schiffbaubetriebe und ihrer Zulieferer. Zunehmend von schweren Protesten der Betroffenen begleitet, erhitzten sich darüber seit der zweiten Hälfte des Jahres 1990 die politischen, unternehmerischen und gewerkschaftlichen Gemüter. Nachdem sich im November 1990 der DMS-Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Eckart van Hooven (Bankmanger und CDU-Politiker) konstituiert hatte und der Vorstand zusammengerufen worden war, trat zum Ende des Jahres 1990 auch der Wechsel in der Konzern-Führung ein, die bis dahin noch vom alten Kombinatsleitungskader besetzt war. Unter der Leitung des westdeutschen Sanierungsexperten Jürgen Krackow als neuem Vorstandsvorsitzenden erarbeitete das neue Management ein Unternehmenskonzept für die Deutsche Maschinen- und Schiffbau AG.

Das Sanierungskonzept vom 22. Februar 1991 umfasste alle 24 Unternehmen des Mutterkonzerns, während das überarbeitete Feinkonzept vom 14. Juni 1991 von einer deutlich reduzierten Anzahl an Tochterunternehmen ausging. Demnach sah Krackows Konzept für sieben Werften und sieben Zulieferer strukturelle Konzentrationsmaßnahmen vor, die zwar sowohl die Kapazitäten als auch die Beschäftigtenzahlen betrafen, gleichzeitig aber am Schiffbauverbund als Ganzes festhielten. Die DMS sollte für die Dauer der Sanierung vom Staat getragen und erst danach an private Investoren übergeben werden. Zu den ersten umgesetzten Schritten des Konzepts gehörte die Fusion der Neptun- und der Warnowwerft und die Überleitung der Schiffscommerz in die Liquidation. Darüber hinaus wurden die Betriebe Schiffselektronik Rostock, Gießerei- und Maschinenbau Torgelow, Schiffswerft Oderberg, Dampfkesselbau Dresden-Übigau, Kühlautomat Berlin, Maschinenbau Halberstadt, Schiffbauversuchsanstalt Potsdam und Institut für Umwelttechnik und Umweltschutz wegen ihrer Ferne zur schiffbaulichen Produktion aus der DMS AG ausgegliedert und in den Treuhandbestand überführt.

Die Treuhandanstalt hatte dieses Umstrukturierungskonzept zunächst nicht grundsätzlich abgelehnt und auch der Leitungsausschuss stufte die DMS als sanierungswürdig ein. Dies geschah nicht zuletzt auch deshalb, weil die politische Grundsatzentscheidung über den Erhalt des Werftstandortes in Mecklenburg-Vorpommern bereits 1991 von der Bundesregierung getroffen worden war. Zunehmend entspannen sich jedoch Kompetenzstreitigkeiten zwischen dem DMS-Vorstand und dem zuständigen Direktorat der Treuhandanstalt unter Klaus-Peter Wild unter anderem über die Grundsatzfrage, ob die Betriebe der Werftindustrie zuerst saniert oder privatisiert werden sollten. Der öffentlich ausgetragene Machtkampf konnte zunächst als entschieden gelten, als Krackows Sanierungskonzept durch den Leitungsausschuss und den Treuhand-Vorstand im Spätsommer 1991 abgelehnt wurde und in der Folge Einzelprivatisierungen „auf der Tagesordnung“ standen.

„Riesiger politischer Wirbel“

Was die Privatisierungen erschwerte, war der geringe Bieterwettbewerb um die DMS-Betriebe. Als einer der wenigen ernsthaften Bewerber machte früh die Bremer Vulkan AG von sich reden, an dessen möglichem Engagement sich jedoch die Geister schieden. Während die Treuhandanstalt ab August 1991 Verkaufsverhandlungen mit dem Bremer Vulkan führte, stand sowohl der Vorstand der DMS als auch die IG Metall dessen Absichten überaus skeptisch gegenüber. Auch die Bundesregierung sah in einem zu mächtigen Bremer Vulkan in Ostdeutschland die Gefahr, in Subventions- und Beihilfefragen erpressbar zu werden. Die anderen großen westdeutschen Werften drückten in einem gemeinsamen Thesenpapier ebenfalls ihr Missfallen an einem umfassenden Verkauf an den Konzern aus Bremen aus, da sie einen (er)starken(den) Konkurrenten fürchteten, schlossen gleichzeitig aber ein eigenes Engagement aus.

Durch die Initiative des Wirtschaftsministers der Schweriner Landesregierung, Conrad-Michael Lehment (FDP), trat schließlich der norwegische Konzern Kvaerner in Verkaufsverhandlungen mit der Treuhandanstalt ein. Im Verlauf der nächsten Monate meldete darüber hinaus die Hegemann-Gruppe Interesse an der Peenewerft an, MAN wollte das Dieselmotorenwerk kaufen, Petram interessierte sich für die Elbewerft in Boizenburg. Für die Volkswerft in Stralsund ließ sich zunächst kein Interessent finden. Stattdessen wollte die Meyer-Gruppe eine neue Werft auf Rügen errichten.

Begleitet von weiteren Protesten der Schiffbaubeschäftigten, die nach dem Bangen der vergangenen Monate Gewissheit über ihre Zukunft forderten, traten im Frühjahr 1992 die Widersprüchlichkeiten des Privatisierungsprozesses zutage: „Die Auseinandersetzung um die ostdeutschen Werften zeigt, daß eine für alle befriedigende Lösung kaum zu finden ist, wenn allzu viele Interessen gegeneinander arbeiten. Versucht wurde Unmögliches: Betriebe sollten gut verkauft, Standorte erhalten werden; der Staat sollte sich möglichst heraushalten, gleichzeitig aber mit Subventionen helfen. Und die Beschäftigten wollten ihre Jobs behalten – was bleibt ihnen sonst an der Küste?“, fasste der Spiegel die komplizierte Situation zusammen. Gleichzeitig verdichteten sich im März desselben Jahres die Streitigkeiten um den Verkauf der DMS-Töchter. Treuhand-Vorstand Klaus Schucht berichtete in seinem Tagebuch von der „große[n] Verwirrung bei DMS“. Es habe sich „ein riesiger politischer Wirbel gebildet“: Sowohl der DMS-Vorstand als auch der Aufsichtsrat traten geschlossen zurück, nachdem mit der endgültigen Privatisierungsentscheidung der Treuhandanstalt ihre Vorstellung, zunächst eine Sanierung durchzuführen nicht berücksichtigt worden waren. Darüber hinaus war über die Frage nach Art und Umfang der Privatisierung die Regierung in Mecklenburg-Vorpommern in eine landespolitische Krise geraten, die den Rücktritt des Ministerpräsidenten Alfred Gomolka zur Folge hatte.

Privatisierungsentscheidungen über Jahre

Am 17. März 1992 verkündete die Treuhand ihre Entscheidung über die Privatisierung der sogenannten DMS-Kernbetriebe. Die MTW in Wismar und das Dieselmotorenwerk Rostock als wichtigster Zulieferer gingen an die Bremer Vulkan AG, die Kvaerner-Gruppe bekam den Zuschlag für die Warnow-Werft in Warnemünde. Erst später konnte über die weiteren Privatisierungen entschieden werden: Die Peenewerft in Wolgast wurde Mitte 1992 an die Bremer Hegemann-Gruppe verkauft. Die Neptun-Werft, die seit 1991 den Schiffneubau hatte einstellen müssen, wurde im Herbst 1993 zu 80 Prozent an den Bremer Vulkan und zu 20 Prozent an ein Management-buy-out (MBO) veräußert und in die Neptun Industrie Rostock (NIR) umfirmiert. Für die Volkswerft Stralsund war im selben Jahr eine Privatisierungslösung gefunden worden, die sich aus einem Bieterkonsortium zusammensetzte. Die Anteile hielten die Hanse Schiffs- und Maschinenbau GmbH, eine Tochter des Bremer Vulkan, zu 49 Prozent, Hegemann zu 30 Prozent, die Werft Lürssen zu 10 Prozent und die Hansestadt Stralsund zu 11 Prozent.

Die Privatisierungen der Binnenwerften und der Zuliefererbetriebe waren im Gegensatz zu jenen der Seeschiffswerften nicht von den Schiffbaubeihilfe-Regelungen der EG abhängig. Gleichwohl war bei der Vergabe der Zuschläge an Investoren durch die Treuhandanstalt das Kriterium der Investitionszusagen sowie Beschäftigungszahlen, die wie bei den Werften vertraglich festgehalten wurden, mindestens ebenso wichtig wie der eigentliche Verkaufspreis. Dennoch dauerte es bis Ende des Jahres 1994, bis die Unternehmen aus dem ehemaligen Kombinat Schiffbau – zum größten Teil an kleinere Unternehmen und mittelständische Unternehmensgruppen – verkauft wurden. Dies lag nicht zuletzt daran, dass die Betriebe nicht ohne erhebliche Anpassungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen auf dem freien Markt bestehen konnten, da die planwirtschaftlich gewachsenen Lieferketten und Produktionsabläufe fehlten. Je nach Standort und Innovationspotential konnten dennoch einzelne Zuliefererbetriebe, wie die Schiffswerft Rechlin oder die IMG Rostock, zu einem höheren Preis verkauft werden als manche der großen Seewerften. Für die DMS, deren Funktion als Holding nach den ersten großen Privatisierungen immer weniger bedeutsam war und die bereits im März 1992 in eine GmbH umgewandelt worden war, wurde am 1. April 1993 die Liquidation beschlossen.

Großprivatisierung mit sozialpolitischer Brisanz

Aufgrund der regionalen Bedeutung als Schlüsselindustrie in dem ansonsten agrarisch geprägten Mecklenburg-Vorpommern war die Privatisierung der Schiffbauunternehmen nicht zuletzt sozialpolitisch äußerst brisant. Die Werftenkrise im Frühjahr 1992 hatte den Akteuren vor Augen geführt, mit welcher sozialen Sprengkraft die ökonomische Transformation verbunden sein konnte. Während versucht wurde, Privatisierungslösungen für eine global von Überkapazitäten geprägten Branche zu finden, gingen zehntausende Beschäftigte auf die Straßen, besetzten ihre Betriebe und organisierten Proteste auch vor den Zentralen der Entscheidungsträger.

Es zeigte sich, wie hoch auch die politischen Risiken waren, einen stark von Subventionen abhängigen „industriellen Kern“ zu privatisieren. Entgegen der vielfach proklamierten ausschließlichen Privatisierungstätigkeit der Treuhand flossen durchaus auch regional- und strukturpolitische Überlegungen in die Entscheidungsfindung mit ein. Erst nach mehreren Jahren intensiven Ringens der unterschiedlichen institutionellen Akteure konnten für alle Unternehmen des ehemaligen Kombinats Schiffbau Verkaufslösungen gefunden werden. Im Ergebnis konnten einige der Betriebe, die über ein halbes Jahrhundert die Region geprägt hatten, erhalten bleiben. Die regionale Bedeutung des Schiffbaus war gleichzeitig jedoch erheblich geschrumpft. 80 Prozent der Werftarbeiter machten unmittelbar nach der Einführung der Marktwirtschaft die bittere Erfahrung der Arbeitslosigkeit und sahen dafür zu einem wesentlichen Teil die Verantwortung bei der Treuhandanstalt. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre flossen etwa 3,2 Milliarden D-Mark an Investitions- und Liquiditätshilfen als direkte Transaktionskosten in die Privatisierung der Schiffbaubetriebe. Umgerechnet kostete jeder erhaltene Arbeitsplatz eine halbe Million D-Mark.

Nach der Insolvenz des Bremer Vulkan 1997 durchlebten die Schiffbauunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern noch mehrere Eigentümerwechsel. Zuletzt kaufte Genting Hong Kong drei der großen Werften in Stralsund, Warnemünde und Wismar, die heute zusammen MV Werften heißen. Es bleibt abzuwarten wie lange.

Zitierweise: Eva Lütkemeyer, "Gezeitenwechsel an der Ostsee. Die Privatisierung des DDR-Schiffbaus ", in: Deutschland Archiv, 05.06.2020, Link: www.bpb.de/311111

Fussnoten

Fußnoten

  1. Sie ist da: „Global Dream“ hat Wismar erreicht, in: Ostsee-Zeitung, 24.11.2019; Größtes Kreuzfahrtschiff der Welt wird in Norddeutschland gebaut, in: Die Welt, 13.12.2019.

  2. Eintrag: Maritime Industrie, www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/Wirtschaft/Industriebranchen/Maritime-Industrie/, letzter Zugriff am 26.5.2020.

  3. SMAD-Befehl Nr. 173 vom 18.12.1945: „Inbetriebnahme von Werften, Hebung von Schiffen während des Winters, in: Jan Foitzik, Inventar der Befehle des Obersten Chefs der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) 1945-1949 - Offene Serie, München u.a. 1995, S. 85; SMAD-Befehl Nr. 103 vom 7.6.1948: „Herrichtung der Werften in Stralsund, Wolgast und Damgarten für den Bau von Schiffen der Fischereiflotte und Produktionserweiterung der sich betätigenden Werften“, in: Ebd., S. 156.

  4. Schiffbau, in: Seewirtschaft, Berlin 21 (1989) 10, S. 478-481, hier S. 478, 480.

  5. 37 Neubauten aus fünf Werften, in: Ostsee-Zeitung, 8.2.1989; Der Schiffbau ´89 – Bilanz und Ausblick, in: Seewirtschaft, Berlin 22 (1990) 2, S. 62-70.

  6. Ostsee-Zeitung, 7./8.1.1989, S. 1-3.

  7. Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens (Treuhandgesetz) vom 17. Juni 1990, in: Gesetzblatt [der DDR] Teil II Nr. 33 – Ausgabetag 22.6.1990, S. 300-303; zur Entstehungsgeschichte der THA: Wolfram Fischer/Harm Schröter, Die Entstehung der Treuhandanstalt, in: Wolfram Fischer/Herbert Hax/Hans Karl Schneider (Hg.), Treuhandanstalt. Das Unmögliche wagen, Berlin 1993, S. 17-40.

  8. Zum Glück bauen wir keinen Trabant – Mit Volldampf in die Marktwirtschaft?, in: Süddeutsche Zeitung, 9.4.1990; Interview mit Begemann im Wirtschaftsreport, Deutschlandfunk von April 1990, zit. n. Heiner Heseler/Heike Löser, Die Transformation des ostdeutschen Schiffbaus. Restrukturierung, Privatisierung, Arbeitsmarktfolgen 1990-1992, hier S. 18 f.; Wie weiter im Schiffbau?, in: Ostsee-Zeitung, 30.10.1989.

  9. Schiffbau in West und Ost arbeiten zusammen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1.3.1990.

  10. Mit DDR gestärkter Schiffbau, in: Nordsee-Zeitung, 26.4.1990.

  11. Michael Christian Ensser, Sensible Branchen – Die Integration ostdeutscher Schlüsselindustrien in die Europäische Gemeinschaft. Eine Prozessanalyse über die Transformation des Schiffbausektors, Konstanz 1997, hier S. 191.

  12. Gründungsbericht der „Deutsche Maschinen- und Schiffbau AG“ vom 8.6.1990, in: Staatsarchiv Bremen (künftig: StAB), 7,2121/1-3441 [Akt nicht paginiert].

  13. Zur Firmenbezeichnung ab 1.1.1992 der MTW: Neue Firmenbezeichnung, in: Kompass, 20.12.1991; Zur Firmenbezeichnung der Isolier- und Klimatechnik GmbH: Kapitalgesellschaften der Holding Deutsche Maschinen- und Schiffbau AG, in: Bundesarchiv Berlin (künftig: BArch Berlin), B 412/41092, Blatt 372.

  14. Umwandlungserklärung der Volkseigenen Betriebe und Einrichtungen in Kapitalgesellschaften/Gründungserklärung der Aktiengesellschaft „Deutsche Maschinen- und Schiffbau AG“, in: StAB, 7,2121/1-3441, S. 2 f. [Akt nicht paginiert].

  15. DMS sucht Käufer für Russen-Schiffe, in: Hamburger Abendblatt, 29.5.1991.

  16. Protokoll über die konstituierende und 1. Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses „Vertragsabschlüsse Schiffbau und Schiffahrt“ am 16.5.1991, in: Landeshauptarchiv Schwerin [künftig: LHAS], 8.10-1 Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 1553, Blatt 11/3189-3194.

  17. Die Zeit billiger Versprechungen ist vorbei. Protestbewegung in der norddeutschen Küstenregion für aktiven Strukturwandel, in: Die tageszeitung vom 21.2.1991.

  18. Auftakt zur Neuordnung im deutschen Schiffbau. 170 Aufsichtsräte für die Super-Holding, in: Hamburger Abendblatt, 17./18.11.1990; Jörg Raab, Steuerung von Privatisierung. Eine Analyse der Steuerungsstrukturen der Privatisierung der ostdeutschen Werft- und Stahlindustrie 1990-1994, Wiesbaden 2020, hier S. 120.

  19. Deutsche Maschinen- und Schiffbau AG Rostock, Sanierungskonzept vom 22.2.1991, in: Bundesarchiv Koblenz (künftig: BArch Koblenz), B 126/142901 [Akt nicht paginiert]; Deutsche Maschinen- und Schiffbau AG Rostock, Unternehmenskonzept für den Zeitraum 1991-1995 vom 14.6.1991, in: StAB, 7,2121/1-1020 [Akt nicht paginiert]; Stellungnahme des Leitungsausschusses (LA) vom 8.8.1991 zum DMS-Feinkonzept, in: BArch Berlin, B 412/22395 [Akt nicht paginiert].

  20. Vorlage für den Verwaltungsrat der Treuhandanstalt vom 3.4.1991 von Dr. Wild betr. Deutsche Maschinen- und Schiffbau AG, Rostock, in: BArch Berlin, B 412/8846, Blatt 197

  21. Drucksache 12/892 vom 2.7.1991: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage Drucksache 12/430: Küstenstrukturprogramm Ost, S. 2 f.; Interner Vermerk (AL VIII) vom 25.4.1991, betr. Berlin-Gespräche am 23. April 1991, in: BArch Koblenz, B 126/142901 [Akt nicht paginiert].

  22. Telefax Krackow an Wild vom 3.11.1991, in: BArch Berlin, B 412/22395 [Akt nicht paginiert].

  23. Stellungnahme der DMS, Fernschreiben an: Geschäftsführungen und Betriebsräte aller Konzernunternehmen vom 23.8.1991, in: StAB, 7,2121/1-1019 [Akt nicht paginiert]; DMS-Presseerklärung, 23.8.1991, in: ebd.

  24. Bremer Vulkan, Letter of Intent (Entwurf vom 27.8.1991), in: ebd.

  25. Blohm+Voss, Brand, HDW, Meyer, Thyssen Nordseewerke, Thesen zur Restrukturierung und Sanierung der in der DMS zusammengefassten Werften und meerestechnischen Unternehmen vom 21.1.1991, in: StAB, 7,2121/1-1017 [Akt nicht paginiert].

  26. Schreiben Dederik Schnitler (Kvaerner) an Klaus-Peter Wild und Manfred Lohmann (THA) vom 19.9.1991, in: LHAS, 8.51-1 Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 4542 [Akt nicht paginiert].

  27. Marion Eich-Born, Transformation der ostdeutschen Schiffbauindustrie. Anpassungsprozesse in einem global-lokalen Instituttionengefüge, Münster 2005, hier S. 151f.

  28. Die Großen rücken auf, in: Der Spiegel, 13/1992, S. 118 f., hier S. 118f.

  29. Klaus Schucht, Tagebucheintrag vom 3.3.1992, in: BArch Koblenz, N 1585/15, S. 545.

  30. Wolfgang Seibel, Verwaltete Illusionen. Die Privatisierung der DDR-Wirtschaft durch die Treuhandanstalt und ihre Nachfolger 1990-2000, Frankfurt a.M./New York 2005, S. 243.

  31. Eich-Born, Transformation (Anm. 28), S. 159.

  32. Schreiben von Brandt (THA-Direktorat Recht) an DMS (RA Wolfgang Bull) vom 27.3.1992, Betr.: Anmeldung der Umwandlung zum Handelsregister, in: BArch Berlin, B 412/41092 [Akt nicht paginiert]; Vermerk von VIII B 2 an VIII A 3 (in Vertretung Dr. Droihan) vom 16.3.1994, betr.: Sitzung des Fachausschusses Privatisierung, Sanierung und Verwertung II am 17.3.1994, DMS Abwicklung, in: BArch Koblenz, B 126/129982 [Akt nicht paginiert].

  33. Raab, Steuerung (Anm. 18), S. 124

  34. Eich-Born, Transformation (Anm. 28), S. 154.

Lizenz

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Eva Lütkemeyer für Deutschlandarchiv/bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und des/der Autors/-in teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

M.A.; ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Im Rahmen der geschichtswissenschaftlichen Erforschung der Treuhandanstalt befasst sie sich mit der Transformation der ostdeutschen Werftindustrie im Spannungsfeld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in der ersten Hälfte der 1990er Jahre.