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„Päckchen von drüben“

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„Päckchen von drüben“ Päckchen- und Paketverkehr als innerdeutsches Phänomen

Konstanze Soch

/ 20 Minuten zu lesen

Wie kein anderer Gegenstand ermöglichten Päckchen und Pakete eine direkte Kommunikation zwischen Ost- und Westdeutschland, sowohl auf persönlicher als auch politischer Ebene. Welche Bedeutung den Paketen zukam, schildert Konstanze Soch anhand zahlreicher Interviews, die sie mit Zeitzeugen zu dem Thema führte.

Plakat zur Päckchenaktion in die DDR "Dein Päckchen nach drüben", Osthilfekreis, 1958 (© Bundesarchiv, Plak 005-048-049, Grafiker: H. Bähr)

Es glich einem Ritual. Jedes Mal, wenn Familie Cabus ein Paket aus dem Westen (ein „Westpaket“) erhielt, öffnete sie es gemeinsam nach dem Abendessen. Dafür wechselte sie von der Küche ins Wohnzimmer – an einen Ort, welcher der Familie für das Auspacken würdig erschien. Zuerst wurde das Paket in die Mitte des großen Wohnzimmertisches gestellt und jeder nahm an diesem Platz. Die Vorfreude stieg, denn das Paket wurde langsam und mit Bedacht ausgepackt. Zuerst die Bänder, dann das Geschenkpapier – schließlich konnte beides noch einmal verwendet werden. Als das Paket dann offen war, füllte sich das Wohnzimmer mit dem so angenehmen Geruch des Westpakets und die bunten Geschenke aus der Bundesrepublik kamen zum Vorschein.

Wie bei Familie Cabus bedeutete es für viele eine große Freude, wenn der Postbote klingelte und ein Westpaket brachte. Diese Geschenksendungen durchbrachen nicht nur symbolisch, sondern auch ganz real die Mauer. Der Duft der Westpakete ist vielen auch heute noch präsent: Es war eine Mischung aus Kaffee, Orangen, Seife und Schokolade.

Doch nicht nur die Menschen aus der Bundesrepublik versandten Päckchen und Pakete über die innerdeutsche Grenze. Auch ihre Verwandten und Bekannten aus der DDR bedachten sie ihrerseits mit Geschenken aus dem Osten (den „Ostpaketen“). Ebenso wie die Westpakete besaßen auch die Ostpakete einen bestimmten Geruch. Dieser setzte sich vor allem aus selbstgebackenem Stollen und dem Verpackungsmaterial der DDR zusammen.

Der Beginn des Geschenkpaketverkehrs

Bereits unmittelbar nach Kriegsende im Mai 1945 wurden Päckchen und Pakete zu einem wichtigen Kommunikationsmittel zwischen den Menschen im Westen und im Osten Deutschlands – ermöglichten sie es doch, dem jeweiligen Gegenüber eine Unterstützung beziehungsweise ein Geschenk zukommen zu lassen. Rasch kamen ihnen auch eine politische und eine wirtschaftliche Funktion zu. Dies war bereits bei den aus den USA empfangenen CARE-Paketen der Fall. In kürzester Zeit wusste jedes Kind, dass „to care“ für „sich sorgen“ stand. Die meisten Pakete enthielten Corned Beef, Zucker, Kaffee, Schokolade, Honig, Rosinen, Trockenmilch und Eipulver, aber auch für die Deutschen unbekannte, exotisch anmutende Produkte wie etwa Erdnussbutter. Die CARE-Pakete tragen auch heute noch geradezu symbolhaft ihren Teil zum Bild des Nachkriegsdeutschlands bei.

Plakat zur Aktion "Dein Päckchen nach drüben", Osthilfekreis, ca.1949/1969 (© Bundesarchiv, Plak 005-048-048)

Vor allem nach der Gründung der Bundesrepublik und der DDR im Jahr 1949 kam den Geschenksendungen eine wichtige Funktion zu. Die Bundesrepublik – insbesondere das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen, das damit beauftragt war, den Willen zur Wiedervereinigung lebendig zu halten – mahnte regelmäßig mit den Worten „Trotz Zonengrenze zusammenhalten. Briefe, Päckchen, Pakete nach drüben“ oder „Sie warten drüben auf deinen Gruß!! Dein Brief – Dein Päckchen – Dein Paket in die Zone!“, den Paketversand aufrechtzuerhalten. Auf diesem Weg konnte der breiten Öffentlichkeit vermittelt werden, dass die Bundesregierung an der Überzeugung festhielt, dass es nur ein gemeinsames Deutschland geben könne. Gleichzeitig – und dieser Umstand darf zur Zeit des Kalten Krieges nicht zu gering eingeschätzt werden – zeigt die Erforschung der Geschenksendungen sehr deutlich, dass der Inhalt der Päckchen und Pakete zu einem Gradmesser davon wurde, welches wirtschaftliche System das erfolgreichere war. Dies ließ sich in den ersten Jahren am besten an der Versorgung mit Lebensmitteln feststellen, die vor allem zu Beginn ihren Weg in die Päckchen und Pakete fanden. Schnell galt es für die Menschen dies und jenseits der Grenze als ausgemacht, dass es um die Versorgungslage in der Bundesrepublik wesentlich besser bestellt war. So trug nicht nur die wesentlich frühere Aufhebung der Lebensmittelrationierung in der Bundesrepublik zu diesem Eindruck bei, sondern auch die größere Auswahl an Lebensmitteln.

Auch die DDR warb für den Versand von Geschenksendungen in die Bundesrepublik, allerdings nicht wie im Westen Deutschlands auf einer privaten, sondern auf einer betrieblichen Ebene. So veranlasste die DDR-Führung zu den familiären Hochfesten wie Weihnachten und Ostern stets eine Vielzahl an Volkseigenen Betrieben, Päckchen und Pakete an die „eingekerkerten Freiheitskämpfer“ im Westen zu verschicken. Dies wurde den eigenen Bürgern medienwirksam in Radio, Zeitung und später im Fernsehen vermittelt. Schließlich wollte man im „Kalten Paketkrieg“ nicht als Verlierer wahrgenommen werden. Beide Teile, sowohl die DDR als auch die Bundesrepublik, nahmen die Chance wahr, über die karitative Motivation hinaus die politische Funktion der Geschenksendungen zu nutzen. Schließlich ließ sich auf keinem besseren Wege das Bekenntnis vermitteln, von einem geeinten Deutschland überzeugt zu sein. In der konkreten Umsetzung gab es dann jedoch Unterschiede. Während die DDR ihre Hilfe in Form von Päckchen und Paketen nur jenen zukommen lassen wollte, die ihr wohlgesonnen waren, bestand das Ziel der Bundesrepublik darin, möglichst viele Menschen zu unterstützen.

Andere Generation, andere "Westpakete"

Die Vorbereitungen zum Paketversand sahen in Ost und West unterschiedlich aus. Die Bundesbürger waren sich sicher, welche Produkte im anderen Teil Deutschlands benötigt würden und eine große Freude bereiteten. Über die Jahre der Trennung veränderte sich diese Überzeugung bei Teilen der Versender, vor allem bei jenen, die einer neuen, jüngeren Generation angehörten und dadurch andere Schwerpunkte setzten. Die ersten Versender verschickten in erster Linie Lebensmittel. Das betraf die Geburtenjahrgänge von 1923 bis 1935, die ebenso wie ihre ostdeutschen Empfänger den Krieg miterlebt und selbst Mangelerfahrungen gemacht hatten – jene Generation also, die auch noch das vereinigte Deutschland vor dem Krieg kennengelernt hatte. Es wurden insbesondere Lebensmittel verschickt, die ein langes Haltbarkeitsdatum hatten und flexibel verwendet werden konnten. Dazu gehörten in erster Linie Mehl, Zucker, Butter und Fleisch-Konserven, aber auch Kaffee. Um ihr Gegenüber zu erfreuen, verschickten sie auch gerne getragene Kleidung, die noch von guter Qualität war. Jene ersten Versender der Westpakete besaßen durch die gemeinsamen Kriegserfahrungen nicht nur ein hohes Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihren „Brüdern und Schwestern“ im Osten Deutschlands. Da auch sie mit den Schwierigkeiten des Wiederaufbaus und des Neubeginns zu kämpfen hatten, bedeutete jedes Paket auch eine finanzielle Belastung. Aus diesem Grund konnten sie zu Beginn meist nur kleine Päckchen mit etwas Kaffee und wenigen Lebensmitteln versenden. Der Blick auf Sonderangebote gehörte bei ihnen zum Alltag. Die Verwandten und Bekannten deshalb aber nicht mit einem Geschenkpaket zu bedenken, kam nicht in Betracht. Dem einmal ausgewählten Inhalt blieben sie meist treu, es entwickelte sich eine Art Standardpaket.

Schon die zweite Versender-Generation handelte anders. Sie waren zwischen 1947 und 1955 geboren und die ersten Jahrgänge, die ausschließlich in der DDR beziehungsweise in der Bundesrepublik sozialisiert worden waren. Den Mauerbau und die Teilung Deutschlands haben sie unmittelbar miterlebt. Diese Menschen griffen nicht mehr ausschließlich zu Grundnahrungsmitteln, sondern ergänzten den Inhalt für ihre Verwandten in Ostdeutschland vor allem durch Genussmittel, Drogerieartikel und neuwertige Kleidungsstücke. Zudem erfragten sie viel häufiger die Wünsche ihres Gegenübers und waren durch die Verbesserung der bundesrepublikanischen Wirtschaftslage in der Lage, etwas mehr Geld für die Geschenkpakete auszugeben. Der Griff zu Markenprodukten wie Jacobs-Kaffee oder Milka-Schokolade gehörte für sie dazu.

Die ersten Versender hingegen hatten dies auf Grund der finanziellen Belastung meist noch vermieden. Zudem empfanden sie es als unangebracht, wenn sich Verwandte und Freunde aus der DDR Markenprodukte wünschten. Häufig stellten sie sich die Frage, warum es nicht auch das „No-Name“-Produkt sein könnte. Dass in der DDR jedoch nicht bekannt war, dass es eben solche Produkte gab, wussten sie wiederum nicht. Schließlich leisteten sich nur die großen Marken Werbung in Fernsehen und Radio. Deshalb hatten sie als Versender oft das Gefühl, ihr Gegenüber würde ihre Lebenssituation mit einem „Schlaraffenland” gleichsetzen – ihrer Meinung nach eine Fehleinschätzung.

Die Versender der zweiten Generation hingegen griffen gerne zu Genussmitteln und Markenprodukten, weil sie so die Empfänger im Osten an der bunten Warenvielfalt teilhaben lassen konnten. Ähnlich gestaltete sich dies auch bei der dritten Gruppe von Versendern, den in den 1960er-Jahren Geborenen. Die Mauer und die Teilung Deutschlands gehörten für Sie zum Alltag. Neben dem Standardpaket, welches sich in jeder Familie auf die ein oder andere Art und Weise herausgebildet hatte, erfüllten auch sie gerne Wünsche nach speziellen Kleidungsstücken oder technischen Geräten. Grundsätzlich blieben sie aber bei der Inhaltsauswahl der Generation ihrer Eltern treu, mit denen sie als Kinder oft zusammen die Westpakete gepackt hatten. Doch nicht nur der Inhalt veränderte sich im Laufe der Zeit. Zu Beginn des Versandes wurden neben den Verwandten und Bekannte oft auch unbekannte Personen bedacht. Denn besonders zu Beginn des Päckchen- und Paketverkehrs – dies nahm mit dem Fortschreiten der Teilung ab – existierten viele Vereine, die Adressen von DDR-Bürger an Spendenbereite Paten in der Bundesrepublik vermittelten.

Der Wunsch nach „Augenhöhe“ der „Ostpakete“

Doch mit der „bunten Warenwelt“, die durch die Westpakete Einzug in die ostdeutschen Wohnstuben hielt, ist nur eine Seite des innerdeutschen Päckchen- und Paketverkehrs beschrieben. Er endete an dieser Stelle nicht. Denn den Beschenkten in der DDR war es ebenso wichtig, mit ihren Verwandten und Bekannten in der Bundesrepublik in Kontakt zu bleiben und ihnen mit ihren Geschenksendungen in den Westen eine Freude zu machen. In allen drei Generationen sahen sich die Versender der Ostpakete vor die gleiche Herausforderung gestellt: Was kann man jemandem schenken, der alles zu haben scheint und sich jederzeit im vermeintlich „goldenen Westen“ alle Wünsche erfüllen kann? Aus diesem Dilemma heraus entschieden sich die Menschen im Osten Deutschlands, vor allem kunstgewerbliche Gegenstände und regionale Spezialitäten zu verschicken. Aber auch Kalender und belletristische Literatur waren beliebt – konnten diese in der Bundesrepublik doch nur zu vielfach höheren Preisen erworben werden. Auch wenn diese Geschenke in der DDR zu einem niedrigeren Preis angeboten wurden, mussten dafür oft Kontakte genutzt werden, denn die potenziellen Geschenke standen in viel geringerer Anzahl zur Verfügung als in der Bundesrepublik.

Die Mühen, die sich die Menschen im Osten machten, nahmen unterschiedliche Gestalt an. Zum einen drückte sich dies darin aus, dass für viele Geschenke, die als adäquat für den Versand in den Westen erachtet wurden, oftmals lange Zeit angestanden werden musste oder sie nur über Kontakte und Tauschgeschäfte zu erwerben waren. Denn anders als Produkte aus der Bundesrepublik, die zumeist ohne Probleme überall gekauft werden konnten, stellten die Geschenke aus der DDR auch für die Versender eine Rarität dar. Zum anderen bestand ein hoher Aufwand darin, kunstgewerbliche Geschenke selbst herzustellen, sich dafür die Zeit zu nehmen und die entsprechend benötigen Materialien zu besorgen.

Nicht selten stellen die Versender aus dem Osten bei Besuchen in der Bundesrepublik jedoch fest, dass ihr Geschenk trotz der Mühen nicht den beabsichtigten Stellenwert einnahm. So erinnert sich eine Zeitzeugin daran, mit viel Liebe Taschentücher umhäkelt zu haben. Allein das entsprechende Garn zu besorgen, war eine Herausforderung. Als sie zu Besuch in der Bundesrepublik war, stellte sie in einem großen Kaufhaus fest, dass es umhäkelte Taschentücher dort im Doppelpack zu einem sehr günstigen Preis zu kaufen gab. Ähnlich erging es einer anderen Zeitzeugin. Zur Verlobung des Bruders, der in der Bundesrepublik lebte, hatte sich die Familie lange Zeit Gedanken darüber gemacht, mit welchem Geschenk sie das junge Paar erfreuen könnte. Die Wahl fiel schließlich auf eine Kupferschale. Auch diese Familie musste bei einem Besuch in der Bundesrepublik feststellen, dass das Geschenk wohl keine Freude ausgelöst hatte – verwendeten der Sohn und die Schwiegertochter die Kupferschale doch als Blumenuntersetzer. Die Enttäuschung darüber war groß.

Die Vorstellung, mit den eigenen Paketen ebenfalls eine Freude bereiten zu können, war schwer zu realisieren und konnte nicht immer eingelöst werden. Der Wunsch, sich auf diesem Wege für die erhaltenen Produkte auf Augenhöhe zu bedanken, blieb eine Herausforderung. Vielen Menschen im Osten Deutschlands war es ein wichtiges Anliegen, mit den Paketen selbst etwas verschenken zu können und nicht ausschließlich als Nehmende wahrgenommen zu werden. Wie sehr hätten sie sich darüber gefreut, wenn ihre Freunde und Verwandten im westlichen Teil des Landes einen Wunsch geäußert hätten? Doch dies geschah in der Regel nur selten – erlaubten es sich die Bundesbürger doch meistens nicht, gegenüber den vermeintlich ärmeren Empfängern aus der DDR Wünsche zu artikulieren. Und selbst wenn Wünsche geäußert wurden, bestand weiterhin die Unklarheit darüber, ob die ausgewählten Gegenstände wirklich zur Freude im Westen beitrugen, denn die Rückmeldungen auf den Inhalt der Ostpakte waren meist nicht umfangreich. So blieben die Versender oft wieder verunsichert zurück.

Die Einführung der Geschenkpaketverordnung

Weil die Produkte in den Westpaketen von den Menschen in der DDR als hochwertiger empfunden wurden, bangte die DDR um ihr Ansehen. Deswegen erließ sie 1954 die „Verordnung über den Geschenkpaket- und -päckchenverkehr auf dem Postweg mit Westdeutschland, Westberlin und dem Ausland“ (GVO). Sie sollte sowohl den Paketinhalt, der aus dem Westen Deutschlands in die DDR gelangte, aber auch jenen in die andere Richtung reglementieren. Als Grund für den Erlass der Geschenkpaketverordnung gibt der Kultursoziologe Bernd Lindner die sich entwickelnde Angst der DDR-Regierung vor der „aufkommende[n] Sogwirkung des westdeutschen Wirtschaftswunders auf die ostdeutsche Bevölkerung“ an. Denn die unterschiedlichen Konsumverhältnisse und somit auch die direkte Konkurrenz zwischen den beiden Systemen wurden durch den Versand von Paketen und deren Inhalt offensichtlich – auch wenn, wie der Historiker Rainer Gries in einer vergleichenden Analyse herausstellt, der „ständige Blick über die Zonengrenze gen Westen nicht erst eine Folge der bundesdeutschen Prosperität der fünfziger Jahre, sondern schon bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit üblich“ war. Der Inhalt der Pakete ließ offen zutage treten, dass Genussmittel wie Kaffee, Kakao und Schokolade in beiden Teilen Deutschlands nicht gleichermaßen erworben werden konnten. Die Menschen führten dies direkt auf die ökonomische Situation des eigenen Landes zurück, welche einen derartigen Konsum nicht ermöglichte.

Damit die Bundesbürger durch den Erlass der GVO in ihren Bemühungen nicht nachließen, warb die Bundesregierung medienwirksam für den Versand. Aufrufe, Merkblätter und Plakate mahnten die Menschen weiterhin, ihren Anteil zum Zusammenhalt beizutragen. Außerdem informierte das Bundesministerium für gesamtdeutsche Aufgaben ab Anfang der 1960er-Jahre über die Möglichkeit, einen Teil der entstandenen Ausgaben bei der Steuer geltend zu machen.

Während der Zeit der Teilung passte die Regierung der DDR die GVO immer wieder – je nach politischer und wirtschaftlicher Notwendigkeit – mit sogenannten „Durchführungsbestimmungen“ an ihre Bedürfnisse an. Dabei bedeutete der Erlass einer „Durchführungsbestimmung“ nicht von vornherein eine strengere Reglementierung des Päckchen- und Paketverkehrs. Während vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren die zugelassenen Höchstmengen an Lebensmitteln stets verschärft und die Einfuhr bestimmter Gegenstände wie Schallplatten vollständig verboten wurde, waren die 1970er- und 1980er-Jahre von der Möglichkeit geprägt, umfangreiche Geschenke verschicken zu können. Charakteristisch für diese beiden Tendenzen sind die Jahre 1961 und 1977. Aus Angst vor der vermeintlichen Sogwirkung der westdeutschen Produkte oder davor, dass DDR-Bürger mithilfe von Geschenksendungen eine Flucht vorbereiten könnten, kam es nach dem Mauerbau zu einer massiven Verschärfung der GVO. 1977 hingegen fielen alle bisherigen Begrenzungen für Kaffee, Tabakwaren, Spirituosen, Sekt und Wein. Aufgrund von Frost und Dürre war der Kaffeepreis auf dem Weltmarkt massiv angestiegen. Da die wirtschaftlichen Ausgaben durch die Fünfjahrespläne jedoch gebunden waren, existierte kein Spielraum, um den Kaffee zu den erhöhten Preisen zu kaufen. Deshalb entschied sich die DDR, die existierenden Kaffeesorten zu strecken. So wurde der Anteil des Kaffees gesenkt und der von Ersatzstoffen, sogenannten Surrogaten, erhöht. Die Bevölkerung war mit diesem unangekündigten Vorgehen nicht einverstanden. Schon bald trug die neue auf den Markt gebrachte Kaffeesorte den Beinamen „Erichs Krönung“ beziehungsweise „Erichs Dröhnung“. So konnte die DDR in vielen Bereichen die Bedürfnisse ihrer Bürger nicht selbst befriedigen und war auf die Einfuhr durch die Westpakete angewiesen.

Die Kontrolle der Päckchen und Pakete

Auf Grundlage der GVO kontrollierte die DDR in großem Umfang die ein- und ausgehenden Päckchen und Pakete. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) betrachtete dabei grundsätzlich alle Empfänger von Westpaketen als „Privilegierte“ und „Nutznießer“. Nach dessen Einschätzung waren Empfänger der Westpakete der Bundesrepublik gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt. Insgesamt gab es zwei Wege, in den Fokus des MfS zu geraten. Einerseits wurden die Postsendungen an Personen kontrolliert, die ohnehin bereits vom MfS überwacht wurden. Andererseits gerieten auch Bürger in die Überprüfung des MfS, die – abgesehen vom Päckchen- und Paketverkehr – grundsätzlich nicht weiter auffällig waren. Auf diese Weise konnten Menschen nur aufgrund von auffälligen Inhalten in Brief- oder Geschenksendungen in den Kreis der zu kontrollierenden Personen aufgenommen werden.

Alle Päckchen und Pakete durchliefen zunächst eine Röntgenkontrolle. Wurde hier etwas Auffälliges festgestellt, kam es zur Inhaltskontrolle. Der Vorgang der Paketöffnung erfolgte aufgrund des bestehenden Postgeheimnisses durch Mitarbeiter der Post. Konnte durch das bloße Öffnen der Anfangsverdacht noch nicht entkräftet werden, kam es zur Überprüfung der einzelnen Bestandteile. Pulvriger Inhalt wurde dabei durch große Glastrichter geschüttet, um ihn auf etwaige Fremdkörper hin zu kontrollieren. Sowohl die Menschen in der DDR als auch in der Bundesrepublik suchten stets kreative Möglichkeiten, um verbotene Gegenstände die Grenze passieren zu lassen. So wurden beispielsweise Medikamente häufig in Haribo-Tüten getarnt, Schmuck in Kuchen eingebacken oder Geldscheine hinter dem Stanniolpapier von Schokoladentafeln versteckt. Der Entschluss zur Beschlagnahme oder zur Entnahme erfolgte durch Mitarbeiter des MfS.

Obwohl die DDR darauf bedacht war, dass die Empfänger die Kontrollen nicht bemerkten, waren diese oft ohne weiteres festzustellen. Allein die Art der Verpackung war meist eine andere, und der Inhalt war durcheinander. Doch nicht nur die DDR, sondern auch die Bundesrepublik kontrollierte ein- und ausgehende private Geschenksendungen, vor allem unter dem Vorwand der Spionageabwehr. Ziel war es, Agenten zu enttarnen und mögliche Botschaften abzufangen. Die angeordneten Überprüfungen stellten auch in der Bundesrepublik eine Verletzung des Postgeheimnisses nach Artikel 10 des Grundgesetzes dar. Lange Zeit wurde intern gerungen, inwiefern diese Aufweichung legitim sei. Offiziell leugnete die Bundesregierung die Überprüfung von privaten Sendungen.

Nicht selten gingen durch die Kontrollen, sowohl auf Seiten der Bundesrepublik als auch der DDR, Päckchen und Pakete verloren. Doch die Bevölkerung in Ost und West sah stets die Schuld an einem Verlust bei der DDR. Die Menschen in Ost und West schrieben unzählige Beschwerden an die entsprechenden Stellen und forderten Ersatz. Die Bundesrepublik, die ein großes Interesse an dem Versand hatte, leistete häufig Ausgleichszahlungen, um die Motivation aufrechtzuerhalten.

Die Ankunft dies- und jenseits der Grenze

Auch der Empfang von Päckchen und Paketen gestaltete sich in West und Ost unterschiedlich. Im Osten Deutschlands war es vor allem die pure Freude über den Inhalt, der auf diesem Wege ins Haus kam. Obwohl die Westpakete trotz leichter Veränderungen stets zum Großteil aus Lebensmitteln bestanden – also Gegenständen, denen typischerweise nicht unmittelbar der Charakter eines Geschenkes beigemessen wird – war die Freude auf Seiten der Empfänger dennoch über die Maße vorhanden. Diesen Lebensmitteln wurde schon allein deshalb ein besonderer Status zugeschrieben, da sie in der DDR kaum oder gar nicht zur Verfügung standen. Sie waren schon allein durch ihre bunten und farbenfrohen Verpackungen, die es in der DDR so nicht gab, von einer Aura des Exquisiten umgeben. Oft war allein das Auspacken ein Ereignis für die ganze Familie. Ihre Freude kommunizierten die Westpaketempfänger meist per Brief an ihre Bekannten und Verwandten. So kam es, dass schließlich beide Seiten den Lebensmitteln einen Geschenkcharakter zuschrieben.

Die Ostpakete hingegen lösten nur selten ähnlich euphorische Gefühle aus, obwohl sie, abgesehen von den regionalen Spezialitäten, mit Büchern, Kalendern und kunstgewerblichen Gegenständen viel eher Dinge enthielten, denen ein Geschenkcharakter zugeschrieben werden kann. Genau dieser Umstand ließ die Freude auf Seiten der Ostpaketempfänger jedoch schwinden. Denn anders als die Lebensmittel, die Verbrauchsgegenstände waren, stellten die geschnitzten Schwippbögen und umhäkelten Deckchen Gebrauchsgegenstände dar, deren Anzahl sich durch die Benutzung nicht verringerte. Nicht jeder freute sich über den dritten oder vierten Schwippbogen – vor allem, wenn diese Art von kunstgewerblichen Geschenken so gar nicht den eigenen Geschmack traf. Darüber hinaus war im Westen die Freude über die Pakete teilweise gedämpft, weil die Menschen aus der Bundesrepublik davon überzeugt waren, dass es um ihre Landsleute im Osten schlechter bestellt sei. Sie sollten deshalb für sie nicht unnötig Geld ausgeben oder ihre Zeit mit Anstehen vergeuden. Dass für ihr Gegenüber der eigene Versand jedoch wichtig war, um nicht nur als Nehmende wahrgenommen zu werden, war vielen in der Bundesrepublik nicht bewusst.

Doch es gab auch Freude bei den westdeutschen Empfängern. Besonders groß war sie, wenn dazu noch regionale Spezialitäten enthalten waren. Denn all jene, die selber einmal in der DDR gelebt hatten, fühlten sich so ein bisschen in ihre ehemalige Heimat zurückversetzt.

Die Bedeutung nach der Wiedervereinigung

Durch die Wiedervereinigung trat in vielen Familien das unterschiedliche Verständnis bezüglich der Päckchen und Paketen zutage. Einige westdeutsche Versender fassten ihre Geschenksendungen vor allem als milde Gaben an die Menschen in der DDR auf. Sie erwarteten hierfür keine Erwiderung, denn nach ihrer Vorstellung konnte das von den Menschen dort, wo alles grau in grau zu sein schien, auch gar nicht geleistet werden. Dass jedoch diese Einstellung eine Asymmetrie schuf, war den wenigsten bewusst. Denn auch die Ostdeutschen wollten die Rolle der Gebenden einnehmen.

Ein anderer Teil der Westpaketversender empfand den zum Ausdruck gebrachten Dank, in welcher Form auch immer, als wünschenswert. Nach der Wiedervereinigung entstand in manchen bundesrepublikanischen Familien der Eindruck, dass ihren Mühen nicht ausreichend Rechnung getragen wurde. Es entstand eine Art Aufrechnungssituation. Nun, da die Rollenverteilung von „Gebenden“ und „Nehmenden“ nicht mehr existierte und die Menschen im Osten nicht mehr auf Produkte und Ratschläge aus dem Westen angewiesen waren, entstand bei vielen Westdeutschen ein Gefühl der Undankbarkeit.

Auch auf Seiten der ehemaligen DDR entstand eine Enttäuschung. Da die Menschen nun entsprechende Produkte selbst kaufen konnten, erfuhren sie gleichzeitig, wo ihre Verwandten diese erworben hatten. Die ostdeutschen Empfänger empfanden es oft als eine Art Deklassierung, wenn sie feststellten, dass die Produkte „nur“ von Aldi waren und der Preis niedriger war als erwartet. Ihre damalige unmittelbare Freude über die erhaltenen Lebensmittel trübte diese Erkenntnis. Viele setzten den Preis der Lebensmittel nun mit ihrem Wert als Person gleich.

Der oben erwähnte, von der Bundesrepublik immer wieder erhobene Anspruch, durch die Geschenksendungen den Kontakt aufrechtzuerhalten, konnte teilweise eingelöst werden. So trug der Paketverkehr zwar dazu bei, am Kontakt festzuhalten, jedoch vor allem bei den Personen, die ohnehin Kontakt hielten oder selbst einmal im jeweils anderen Teil gelebt hatten. Denn oft waren es Menschen, deren Eltern oder sie selbst einmal in der DDR gelebt hatten und ohnehin Kontakt zu ihren Verwandten und Bekannten pflegten. Die Dauer der Trennung trug zusätzlich ihrem Teil zur Entfremdung bei, da sich die Menschen durch den Wechsel der Generationen immer weniger persönlich kannten und sich die unmittelbaren Anknüpfungspunkte schwieriger finden ließen. So wurde zwar aus Gewohnheit am Versand festgehalten, die persönlichen Kontakte gestaltete es jedoch nicht in jedem Fall intensiver. So empfand Frau Kahl ab Mitte der 1970er Jahre ihre Sommerbesuche bei den Verwandten in Leipzig eher als unangenehm, da sie das Gefühl begleitete, dass sobald die Koffer mit den Geschenken ausgepackt und verteilt waren, das Interesse an ihr als Person nachließ. Dennoch – und dies muss für die interviewten Zeitzeugen mit allem Nachdruck festgehalten werden – blieben die Empfänger und Versender durch den Versand aufeinander bezogen; auf welche Art, ist jeweils zu differenzieren. Und auch dies ist eine Funktion des Geschenkpaketversands, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Zitierweise: Konstanze Soch, „Päckchen von drüben“ – Der Päckchen- und Paketverkehr als trennendes und verbindendes innerdeutsches Phänomen, in: Deutschland Archiv, 20.3.2017, Link: www.bpb.de/244718

Fussnoten

Fußnoten

  1. Auf einen Zeitzeugenaufruf der Autorin zum Thema Päckchen und Paketverkehr zwischen der DDR und der Bundesrepublik meldeten sich mehr als 500 Personen. Auf Basis der Rückmeldungen wurden drei Untersuchungskohorten gebildet:
    A) die Jahrgänge der um die 1930er-Jahre Geborenen, die Deutschland als Ganzes erlebten und sich diesem verpflichtet fühlten. Diese Menschen waren unmittelbar nach dem Krieg die ersten Päckchenversender. Sie fühlten sich ihren Verwandten und Bekannten stark verbunden. Durch die Rückmeldung der Zeitzeugen umfasste die Gruppe schließlich die Jahre 1923 bis 1935.
    B) Die um 1949 sowie Anfang/Mitte der 1950er-Jahre Geborenen, sie waren die ersten Jahrgänge, die ausschließlich in der Bundesrepublik oder DDR sozialisiert wurden und unmittelbar den Mauerbau und die damit verbundene Trennung Deutschlands erlebten. Konkret umfasste die Kohorte die Jahrgänge 1947 bis 1955.
    C) Auf beiden Seiten gehörten für die in den 1960er-Jahren geborenen Menschen die Teilung Deutschlands und die Existenz der Mauer zum Alltag. Mit dem Transitabkommen Anfang der 1970er-Jahre und der Möglichkeit, das „andere Deutschland“ kennenzulernen, erfolgte eine erste Annäherung. Im Osten Deutschlands wünschten sich die Päckchenempfänger vor allem die (Marken-)Produkte, die ihnen aus der Werbung bekannt waren. Diesen Sozialisationserfahrungen wurden die Jahrgänge 1959 bis 1971 zugeordnet. In das Sample wurde letztendlich pro Kohorte zwölf Personen aufgenommen. Dabei wurde berücksichtigt, dass einzelne Interviews nicht wie geplant stattfinden können oder es nicht gelingt, eine selbstständige Erzählung zu generieren. Da es dem Anspruch des Projektes entspricht, Ost- und Westdeutschland gleichbedeutend in die Analyse einzubeziehen, wurde insgesamt eine Balance zwischen Ost- und Westpaketversendern angestrebt. Bei den Interviews handelte es sich nicht im klassischen Sinn um lebensgeschichtlich geführte Oral-History-Interviews, sondern um thematische Interviews mit einem Fokus auf den Päckchen- und Paketverkehr, welche die Zeitzeugen je nach Erinnerung mit ihren biografischen Beschreibungen ergänzten. Die Erinnerungen der Zeitzeugen wurden mit Hilfe eines thematischen Interviews erhoben, welches durch einen Leitfaden ergänzt wurde.

  2. Zitiert nach: Interview Herr Cabus am 7. Januar 2015.

  3. Der Dachverband CARE stand für einen Zusammenschluss unterschiedlicher amerikanischer Hilfsorganisationen. Die Abkürzung steht für „Cooperation for American Remittances to Europe“. Einen ähnlichen Zusammenschluss stellt der sogenannte CRALOG-Verband dar.

  4. Staatsarchiv Freiburg, W 124, Nr. 0124, Bild 1.

  5. Ebd., Nr. 0121, Bild 1.

  6. Interview Frau Bleck am 8. Dezember 2014.

  7. Interview Frau Herberger am 25. Januar 2015.

  8. Interview Herr Knechtel am 4. Dezember 2014.

  9. Interview Frau Kahl am 18. Februar 2015.

  10. Rainer Gries, „Jacobs Kaffee – wunderbar“. Päckchen nach drüben: Eine geniale Verbindung von Produktwerbung und Politikpropaganda, in: Blum, Mechthild Blum und Thomas Nesseler (Hg.), Deutschland, einig Vaterland? Geschichte(n), Probleme und Perspektiven, Bonn 1992, S. 82.

  11. Hilfsring e. V. 1953–1973, Broschüre des Frankfurter Hilfsrings, Frankfurt a. M. o.D. (1973), S. 7.

  12. Interview Frau Förster am 5. Februar 2015.

  13. Interview Frau Dilling am 17. Februar 2015.

  14. Interview Frau Winterfeld am 4. Februar 2015.

  15. Zitiert nach: Bernd Lindner, „Dein Päckchen nach drüben“. Der deutsch-deutsche Paketversand und seine Rahmenbedingungen, in: Christian Härtel und Petra Kabus (Hg.), Das Westpaket: Geschenksendung, keine Handelsware, Berlin 2000, S. 26.

  16. Vgl. Ina Merkel, Utopie und Bedürfnis. Die Geschichte der Konsumkultur in der DDR, Köln/Weimar/Wien 1999, S. 289.

  17. Vgl. Rainer Gries, Die Rationen-Gesellschaft. Versorgungskampf und Vergleichsmentalität. Leipzig, München und Köln nach dem Kriege, Münster 1991, S. 133.

  18. Vgl. Bundesarchiv (BArch) Koblenz, B 137/2547, unpag.

  19. BArch Berlin, DL 203/05-01-08, unpag.

  20. Christian Härtel, Ostdeutsche Bestimmungen für den Paketverkehr im Spiegel westdeutscher Merkblätter, in: Christian Härtel und Petra Kabus (Hg.):, Das Westpaket: Geschenksendung, keine Handelsware, Berlin 2000, S. 49.

  21. Annette Kaminsky, „Nieder mit den Alu-Chips“. Die private Einfuhr von Westwaren in die DDR, in: Christian Härtel, Petra Kabus (Hg.), Das Westpaket: Geschenksendung, keine Handelsware, Berlin 2000, S. 172.

  22. Monika Sigmund, Genuss als Politikum. Kaffeekonsum in beiden deutschen Staaten, Studien zur Zeitgeschichte Bd. 87, Berlin/München/Boston 2015, S. 263.

  23. Ebd.

  24. Vgl. Christine André und Lilo Nagengast, Öffnen oder weiterleiten? Die Paketkontrolle in der DDR, in: Ein offenes Geheimnis. Post- und Telefonkontrolle in der DDR, Katalog der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Bd. 13, Heidelberg 2002, S. 179.

  25. Interview Frau Freudental am 12. März 2015.

  26. Interview Frau Herberger (Anm. 7).

  27. Interview Frau Pirner am 10. Dezember 2014.

  28. Interview Frau Herberger (Anm. 7).

  29. Vgl. Erinnerungsprotokoll Daniel Schmidt, Mitarbeiter eines westdeutschen Sicherheitsunternehmens, Interview am 24. März 2015.

  30. Vgl. Josef Foschepoth, Überwachtes Deutschland. Post- und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik, Göttingen 2013, S. 185.

  31. Diese sind umfangreich im Bundesarchiv Berlin im Bestand des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen einzusehen.

  32. BArch Koblenz, B 257/22777, unpag.

  33. Interview Frau Dilling (Anm. 13).

  34. Interview Frau Geis am 24. Februar 2015.

  35. Interview Frau Kahl (Anm. 9).

  36. Interview Frau Lindner am 26. Februar 2015.

  37. Interview Frau Walter am 28. November 2014.

  38. Interview Herr Seifert am 7. Mai 2015.

  39. Interview Frau Winterfeld am 04. Februar 2015.

  40. Interview Frau Lindner am 26. Februar 2015.

  41. Interview Frau Plate am 27. November 2014.

  42. Interview Herr Behrendt am 18. März 2015.

  43. Interview Frau Nolte am 15. April 2015.

  44. Interview Herr Baumgärtner am 11. März 2015.

  45. Interview Frau Kahl (Anm. 9).

  46. Ebd.

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M.A., geb. 1988; Studium der Kulturwissenschaften sowie Masterstudium der Europäischen Kulturgeschichte, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit (19. bis 21. Jahrhundert) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, zurzeit Promotion zur Geschichte des deutsch-deutschen Päckchen- und Paketverkehrs.