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"Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Nicht nur Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 31 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2023 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Olympia wieder in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Die "Weltnachricht" mit ungewollter Wirkung Krieg & Frieden. Wohin führt die Zeitenwende? Über 70 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Bleibt nur Gegengewalt? „Mein Körper ist hier, aber mein Herz und meine Seele sind immer in Israel“ „Ich hoffe, dass die Ukraine die BRD des 21. Jahrhunderts wird“ Krieg als Geschäft Bodenlose Ernüchterung In geheimer Mission: Die DDR-NVA gegen den „jüdischen Klassenfeind“ „Verbote bringen herzlich wenig“ Eine missachtete Perspektive? Verordnete Feindbilder über Israel in der DDR: Eine Zeitungs-Selbstkritik Die erste DDR-Delegation in Israel. Ein Interview mit Konrad Weiß „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“ Wolf Biermann: Free Palestine...? Was hilft gegen politische Tsunamis? Der Tod ist ein Meister aus Russland Wann ist die Zeit zu verhandeln? Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion Jüdinnen und Juden in der DDR Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Alltag und Gesellschaft Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! 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Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Vom Neonazi-Aussteiger ins Oscar-Team „Eine Generalüberholung meines Lebens gibt es nicht“ "Autoritärer Nationalradikalismus“ Unter strengem Regime der Sowjets: Die Bodenreform 1945 Diplomatische Anstrengungen auf dem afrikanischen Spielfeld Demokratiestörung? „Im Osten gibt es eine vererbte Brutalität“ Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Turnschuhdiplomatie im Schatten Eine Keimzelle politischen Engagements (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Anti-Antisemitismus als neue Verfassungsräson? "Ich höre ein Ungeheuer atmen" "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen „9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet" Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Freundesverrat Denkanstöße aus Weimar Gefährdet von "Systemverächtern" Raubzug Die Normalität des Lügens Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? 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"Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Gegengelesen von Sonia Combe

Sonia Combe Wolfgang Herzberg

/ 12 Minuten zu lesen

Die französische Historikerin und Autorin Sonia Combe, die sich seit den 1980er-Jahren in ihrer wissenschaftlichen Arbeit intensiv mit den jüdischen Remigrantinnen und Remigranten befasst hat, die bewusst in die Sowjetische Besetzungszone und spätere DDR gegangen sind, schreibt hier über das Buch „Jüdisch & Links. Erinnerungen 1921 – 2021. Zum Kulturerbe der DDR“ von Wolfgang Herzberg.

Die Neue Synagoge Berlin an der Oranienburger Straße in der Spandauer Vorstadt im Ortsteil Mitte von Berlin (© picture-alliance)

Rückblick in die Geschichte der Familie Herzberg

Der Junge ist vier Jahre alt. Ganz hinten in der Wohnung weint das Baby. Er steht auf, sucht den Schalter. Aber es geht kein Licht an. Stromausfall. Schon wieder. Barfuß, die Füße zitternd vor Kälte, durchquert er den stockdunklen Flur zum Zimmer der Eltern, in dem seine kleine Schwester weint. Er tastet nach Streichhölzern und einer Kerze. Gibt dem Baby die Flasche und wickelt es. Er wirft die volle Windel auf den Boden und nimmt eine frische. Er weiß, wie man Windeln wechselt: Man befestigt sie mit einer Sicherheitsnadel an den Seiten. Dann legt er sich neben seine kleine Schwester ins Elternbett und wartet auf ihre Rückkehr. Er wird nicht einschlafen, bis sie zurück sind. Wahrscheinlich von einem Parteitreffen. Wir schreiben das Jahr 1948 .

Ursula und Hans Herzberg, beide Jahrgang 1921, sind seit Kurzem wieder in Deutschland. Sie haben entschieden, sich in der sowjetischen Zone niederzulassen. Als Jugendliche hatte sie in Berlin und er in Hannover gelebt, und ihre Eltern hatten es geschafft, sie nach England zu schicken. Der Familie von Hans war es gelungen, Nazideutschland rechtzeitig zu verlassen, doch Ursulas Mutter wurde nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet Warum kehrt man in ein Land zurück, aus dem man fliehen musste, in dem die Eltern verfolgt und getötet wurden? Die Antwort auf diese Frage findet sich in ihren Memoiren. Diese wiederum hat ihr ältester Sohn Wolfgang, 1944 in Leicester geboren, in seine eigenen Erinnerungen integriert, die nun veröffentlicht worden sind.

Hans und Ursula waren 1939 in England angekommen und verließen das Land gemeinsam im Jahr 1947. Sie lernten sich in der von der KPD geförderten Jugendbewegung deutscher Flüchtlinge „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) in Großbritannien kennen. Den Glauben hatten damals beide schon verloren, und Zionisten waren sie schon in ihrer Jugend nicht gewesen. Erst im Exil entwickelten sie ein politisches Bewusstsein. Es waren die Kommunisten, die den Nationalsozialismus und den Antisemitismus bekämpften. Das sollte ihre Partei werden. Sie heirateten sehr jung und bekamen sofort ein Kind. Schnell sollte es gehen: nicht mehr allein sein, wieder eine Familie gründen, nachdem sie die eigene verloren hatten oder, genauer gesagt, nicht wussten, wo ihre Angehörigen waren und ob sie überhaupt noch lebten. In der Tat sollte die Familie von Hans, die sich in Südafrika niedergelassen hatte, ihn nach dem Krieg wiederfinden. Sie schlug dem Paar vor, auch dorthin zu ziehen. Doch in ein Land zu gehen, in dem schwarze Hausdiener ihr Kind in einem Haus mit Swimmingpool großziehen würden? Unvorstellbar! Dann lieber auf dem Schutt eines zerstörten Deutschlands den Sozialismus aufbauen!

Ankunft und erste Jahre in Berlin

Buchcover "Jüdisch & Links. Erinnerungen 1921 – 2021. Zum Kulturerbe der DDR“ von Wolfgang Herzberg, erschienen 2022 im Vergangenheitsverlag/Berlin (© Vergangenheitsverlag, Wolfgang Herzberg)

Was die beiden dann in Berlin vorfinden, entspricht nicht ihren Erwartungen. Ursula wird in diesem und anderen Zusammenhängen mehr als Hans über die verschiedenen Enttäuschungen sprechen. Sie wird auch erzählen, welche Gefühle es in ihr auslöst, unter Menschen leben zu müssen, die allesamt Nazis gewesen sein könnten. Sie wird Jura studieren. Es geht darum, die alten Nazi-Führungskräfte aus der Zeit des „Dritten Reichs“ so schnell wie möglich zu ersetzen. Ursula wird Staatsanwältin und fühlt sich nützlich. Sie ist sich sicher: In diesem Deutschland, wo nun das Fundament des Sozialismus steht, werden die Menschen sich verändern. Wahrscheinlich, denkt sie, werden bald sogar die Gefängnisse überflüssig.

Hans wiederum findet dank seiner Englischkenntnisse Arbeit im Journalismus – zunächst bei der Nachrichtenagentur ADN und später bei Radio Berlin International (RBI), einem Sender, bei dem zahlreiche Remigranten wie er arbeiten. Er wird seinen Beruf lieben und ihn bis zur Rente linientreu ausüben. Hans Herzberg macht sich weniger Gedanken als Ursula.

Der Junge ist nun achtJahre alt. Er versteht, dass etwas passiert sein muss: Sein Vater verhält sich merkwürdig. Stalin ist tot. In der Schule sagt ein Klassenkamerad: „Ein Mörder weniger!“ Wolfgang wird es der Lehrerin melden. Der Klassenkamerad fliegt von der Schule. Man erfährt dann, dass seine Familie wenig später in den Westen gegangen ist. Drei Monate später, am 17. Juni 1953, gehen die Arbeiter auf die Straße. Sie protestieren gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen und fordern den Rücktritt der DDR-Regierenden. Einige fordern sogar, dass sie gehängt werden sollen – wahrscheinlich geschieht das unter Mithilfe von Provokateuren, die aus dem Westen geschickt werden, aber die Gefahr ist real. Für die Remigranten und Remigrantinnen wecken die Massen auf der Straße Erinnerungen an die Massen, die wenige Jahre zuvor Hitler zugejubelt haben. Ursula schließt sich mit den Kindern in der Wohnung ein. Sie hat Angst. Sie ist erst beruhigt, als die sowjetischen Panzer kommen. Sie fahren durch Weißensee, den Stadtteil, in dem sie wohnen. Das Kind kommt heraus, um sie zu begrüßen. Sie sind die Retter.

Mit neun oder zehn Jahren erfährt er von seiner jüdischen Herkunft. In der Schule sagt ihm ein kleines Mädchen, dass sie nicht mehr mit ihm spielen darf, weil er Jude ist. Das hat ihr die Mutter gesagt. Wenig später, im Pionierlager, wird er auch physisch lernen, was das für ihn bedeutet: Plötzlich umringen ihn ein paar Jungen, werfen ihn im Zelt auf ein Feldbett und ziehen ihm Hose und Unterhose aus. Im Licht einer Taschenlampe spreizen sie ihm die Beine. Fünf oder sechs Bengel beugen sich über ihn und belustigen sich an seinem beschnittenen Penis. Er wird sich beschweren, seine Peiniger müssen ihre Sachen packen und gehen. Doch daheim werden sie ihn nach dem Ferienende schon wieder erwarten. Sie werden ihn lehren, was es bedeutet, eine Petze zu sein! Die Schule muss eine Eskorte aus großen Schülern organisieren, die ihn begleiten. An die Namen seiner Beschützer kann er sich noch 60 Jahre später erinnern.

Ist es die Scheidung seiner Eltern, die ihn im 15. Lebensjahr lehrt, dass nicht nur das Familienparadies aufgehört hat zu existieren, sondern dass auch im Sozialismus manches im Argen liegt? Hans Herzberg hat seine Frau und die drei gemeinsamen Kinder verlassen – für eine Frau, die Mitglied der NS-Jugendorganisation Bund Deutscher Mädel war. Eine zweifache Kränkung für Ursula, die ihren Kindern den Umgang mit der Frau verbieten wird. Hans geht mit ihnen ins Kino, ins Museum, ins Restaurant. Und er zahlt Unterhalt, ohne mit der Wimper zu zucken. Alles andere wäre in der DDR auch schwierig gewesen, denn Unterhaltszahlungen wurden direkt vom Einkommen abgezogen. Darüber hinaus wird er ein Jahr lang in eine Fabrik geschickt, um sich „in der Produktion zu bewähren“. Man zerstört nicht ungestraft eine Familie. Die Partei mischt sich als moralische Instanz ins Privatleben ein. Anschließend kehrt er in seine alte Tätigkeit beim Radio zurück, als sei nichts gewesen.

Der jugendliche Wolfgang schlägt sich in der Schule irgendwie durch – wenn man ehrlich ist, mehr schlecht als recht. Er räumt ein, dass er wohl sitzengeblieben wäre, hätten nicht mehrere Lehrkräfte eine positive Einstellung gegenüber Schulkindern jüdischer Abstammung gehabt. Er muss sich also keine Gedanken machen. Er weiß, dass er aus demselben Grund später auch studieren kann, so wie alle Kinder von Antifaschistinnen und Antifaschisten, Opfern des NS-Regimes oder Arbeitern und Bauern – und ganz im Gegensatz zu denen aus einem Intellektuellen- oder Pastorenhaushalt. Einige Lehrkräfte hat er in guter Erinnerung. Bei der Studienwahl fällt ihm die Entscheidung zwischen Kunst und Wissenschaft nicht leicht, doch schließlich schreibt er sich für Kulturwissenschaften ein – ein Fach, in dem er beides verbinden kann.

Sobald der dogmatische Vater das Haus verlassen hat, erwacht sein kritischer Geist. Die Mutter fördert das zwar nicht, doch sie lässt ihn gewähren. Sie hat auch Zweifel. Nicht generell am sozialistischen Projekt, wohl aber an seiner Umsetzung.

Auf jeden Fall ist sie, wie sie so in der Rauchwolke ihrer Cabinet-Zigaretten an der Schreibmaschine sitzt, wie jede andere alleinerziehende Mutter dreier Kinder, überfordert. Wolfgangs Freundeskreis besteht überwiegend aus Töchtern und Söhnen von Remigrantinnen und Remigranten, wie seine Eltern es sind. Auch sie sind jüdischer Herkunft, ohne dass dies eine besondere Bedeutung hätte. Eine Begegnung mit dem rebellischen Sänger Wolf Biermann bestärkt ihn in seiner Kritik am DDR-Regime und der kleinbürgerlichen, engstirnigen Gesellschaft, die das kommunistische Deutschland hervorgebracht hat. Biermann ist fortan sein Freund und Vorbild, doch im Gegensatz zu ihm würde Wolfgang niemals riskieren, ins Ausland zu gehen. Irgendwann überlegt er wohl auch, in die Partei einzutreten. Schließlich entscheidet er, dass man außerhalb ihres antidemokratischen Zentralismus mehr Möglichkeiten zur Rettung dessen hat, was am Sozialismus noch zu retten ist. Zum Beispiel so wie Biermann, der seine aufsässigen Texte und Gedichte vertont. Als später sein jüngerer Bruder André Rocksänger wird, schreibt Wolfgang ihm die Texte der besten Lieder der Gruppe Pankow – frech, voller unterschwelliger Regimekritik, an der Grenze zur Subversion. Zum Umsturz rufen sie allerdings nicht auf. Vielmehr vertonen sie die Eintönigkeit des Alltags und erinnern so an Hans im Glück: Auch hier geht es nicht nur um Traurigkeit und Langeweile, sondern auch um gesellschaftliche Unzufriedenheit und all die Unzulänglichkeiten, vor denen die DDR-Führung wie ein Vogel Strauß den Kopf in den Sand steckt. Nein, hinter der Mauer war längst nicht alles grau in grau. Die erotischen Nächte in Inge Pawelczyk beweisen das. Das Lied wurde verboten – allerdings nicht, wie der Texter glaubte, wegen der Prüderie der Kader. Der wahre Grund ist in einer Stasiakte nachzulesen, die viele Jahre später freigegeben wurde: Den Namen Inge Pawelczyk hatte die Band willkürlich einem Telefonbuch entnommen. Die reale Inge war eine Schulleiterin, die es bestimmt nicht lustig gefunden hätte, als enthemmtes junges Mädchen besungen zu werden. Dieses und etliche andere Lieder müsste man eigentlich in eine künftige, unideologische DDR-Forschung einbeziehen.

Wolfgangs intellektuelle Leitfiguren sind auch nicht zu verachten: Zu ihnen zählt der Soziologe Dietrich Mühlberg, der fragt: „Sartre oder Marx?“; ebenso Wolfgang Heise, der einzige Philosoph, auf den die DDR stolz sein kann und dem der Autor einige lesenswerte Seiten widmet. Diese intellektuellen Begegnungen werden keineswegs von irgendeinem Diplom gekrönt, doch sie haben mit Sicherheit Einfluss auf den wichtigsten Beitrag Wolfgang Herzbergs zur Kulturgeschichte der DDR: der Dokumentarliteratur in Verbindung mit der Praxis einer Oral History.

Bei seiner Arbeit als Kulturhausleiter im Berliner Glühlampenwerk hat er, angeregt von der Kuwi (Kulturwissenschaft) die Idee, ehemalige Fabrikarbeiter, die nun Rentner sind, zu ihrem beruflichen Weg und ihrem Leben zu befragen, das lange vor der NS-Zeit begonnen hatte. Es war eine Möglichkeit, etwas anderes zu erzählen als die schöne, glatte Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und ihrer antifaschistischen Helden. Mithilfe dieser Erzählungen lässt sich das Private mit dem Politischen verknüpfen, wie es der britische Historiker Paul Thompson 1978 in The Voice of the Past: Oral History befürwortet hatte. Wolfgang wendet diese Methode bei zwei Werken an: So war es. Lebensgeschichten zwischen 1900 und 1980 (1985) und später, als er angefangen hat, sich für jüdische Themen zu interessieren, Überleben heißt Erinnern. Lebensgeschichten deutscher Juden (1990). Die 1980er-Jahre wird er einmal als produktivste Zeit seines Lebens bezeichnen.

Lange bleibt er allerdings nicht Kulturhausleiter. Zunächst einmal hat er zum Leidwesen des Parteisekretärs das Portrait des Staatschefs Erich Honecker von der Wand des Betriebsclubs abgehängt, um es durch Poster von John Lennon und Che Guevara zu ersetzen. Noch gravierender ist, dass er sich für einen jungen Mitarbeiter der Fabrik einsetzt, der nicht studieren darf. Der Vorwand: Er habe eine Tüte mit einem Werbeaufdruck einer westlichen Marke verwendet. Wolfgang erzählt seiner Mutter Ursula davon. Die empfiehlt, der junge Mann solle sich einen Anwalt nehmen. Tatsächlich landet die Angelegenheit dann vor Gericht. Die Sanktion der Schlichtungskommission der Partei wird zurückgewiesen und der Parteisekretär somit bloßgestellt. Der antwortet darauf mit dem historischen Satz: „Wer hat denn hier die Macht, die Arbeiterklasse oder die Justiz?“

Generationenkonflikte

In den meisten Remigranten-Familien hat die junge Generation angefangen, sich gegen die Eltern zu wenden und immer regimekritischer zu werden. So ist es auch bei den Familien Herzberg und der des SED-Kulturfunktionärs Horst Brasch: Ein Generationenkonflikt wird von einem großen politischen Konflikt überlagert. Die Beziehung zwischen Wolfgang und seinem Vater verschlechtert sich: Im Sommer 1968, kurz nachdem die Sowjets in Prag einmarschiert sind, schreit er ihn an: „Euch müsste man alle absetzen!“ Blind vor Wut hebt Hans Herzberg einen Stuhl hoch und zerschmettert ihn vor den Augen seines Sohnes.

Zehn Jahre später sitzt Wolfgang mit seinem Vater im Auto. Sie sind auf dem Rückweg vom Leipziger Dokumentarfilmfest, und der Sohn betet sämtliche Verfehlungen des Regimes herunter. Es ist Nacht und es fällt Schneeregen. Der Vater muss sich aufs Fahren konzentrieren, während sein Sohn auf dem Beifahrersitz Vorwurf um Vorwurf ausspuckt, ihn beschuldigt, bei Radio Berlin International Propaganda zu produzieren. Hans drückt die Nase an die Windschutzscheibe, schweigt und kämpft sich durch den Nebel. Als sein Sohn ihn schließlich fragt, ob er weiß, wie miserabel die Versorgung mit Obst, Gemüse und Fleisch ist, sagt er nur: „Bei uns am Alex kriegst du alles.“ Wolfgang quittiert das mit einem Kichern. Auf der restlichen Strecke bis Berlin schweigen die beiden, und am Ende der Fahrt knallt die Autotür.

Nach dem Untergang der DDR

Die Eingliederung der DDR in die alte Bundesrepublik bringt nicht die ersehnte bessere Zukunft. Wolfgang stellt fest, dass jene, die schon im alten Regime besonders gut angepasst waren, sich ebenso gut ins neue System einfügen. Er selbst bleibt ein Rebell – niemals einverstanden, niemals angekommen. Ein Aufenthalt am Leibnitz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam hinterlässt bei ihm einen bitteren Nachgeschmack: Jene Historiker, die aus dem Westen in den Osten Deutschlands gegangen sind, wo es Posten zu besetzen gab, haben überhaupt kein Interesse an einem Dialog mit ihren Kollegen im Osten. Im Gegenteil: Sie erzählen ihnen, was sie erlebt haben. Wolfgang macht weiter, führt Interviews und veröffentlicht mehrere Bücher, die jedoch – bis auf sein berühmt gewordenes Gespräch mit Erich Honecker im November 1989 (Der Sturz, mit Reinhold Andert, 1990) – in der Öffentlichkeit nur wenig Anklang finden.

Eine Frage wird ihn so sehr quälen, dass er am Ende dieses Buch schreibt: Haben seine Eltern jahrzehntelang für nichts und wieder nichts gelebt? Ursula schreibt nach der Wende: „Lange Monate war ich sehr niedergedrückt und der Meinung, dass die vergangenen 40 Jahre umsonst gewesen waren.“

Die DDR ist verschwunden, Nationalismus, Fremdenhass und Judenfeindlichkeit sind wieder da. Ursula, die bis 2008 leben wird, findet vor diesem Hintergrund gegen Ende ihres Lebens ihre jüdische Identität wieder: „Heinrich Heine liegt mir mehr als Goethe.“

Hans leidet stärker unter dem Ende des kommunistischen Systems. „1989 war für mich traumatisch“, sagt er. Er gibt sehr ungern Fehler zu und betont weiter seinen Stolz, jenen Staat mit aufgebaut zu haben, den es nun nicht mehr gibt. Weder Ursula noch Hans wird die Ideale der eigenen Jugend infrage stellen.

Möchte ihr Sohn ihr Andenken retten, indem er das letzte Kapitel seines Buches dem Beitrag jüdischer Remigrantinnen und Remigranten zum kulturellen Erbe der DDR widmet? Ja, aber es geht um mehr als das: Auch er selbst bleibt überzeugt von der marxistischen Analyse, doch die mal herablassenden, mal anklagenden Urteile westlicher Ignoranten über die Juden in der DDR verletzen ihn. Er macht sich an eine Überblicksdarstellung bedeutender jüdisch-deutscher Intellektueller, die auf verschiedensten Gebieten tätig waren wie Anna Seghers, Arnold Zweig, Stefan Heym und viele andere (und es ist erstaunlich, wie viele Namen er dabei aufzählt). Jüdisch & Links ist ein Werk, das gewiss als jüdischer Beitrag zum kulturellen Erbe der DDR gesehen werden sollte. Doch es wäre angemessen, mit Namen wie Brecht und jenen Erben der Remigrantinnen und Remigranten wie Christa Wolf oder Heiner Müller – egal ob jüdisch oder nicht –– auch viel allgemeiner über den Beitrag der DDR-Intellektuellen zur deutschen Kultur zu sprechen.

Jüdisch & Links bewegt sich zwischen Autobiografie und Dokumentarliteratur, zwischen Emotionen und Überzeugungen. Zu bemängeln ist nur, dass eine bessere redaktionelle Bearbeitung durch den Verlag dem Werk gutgetan hätte.

Zitierweise: Sonia Combe, „Jüdisch & Links von Wolfgang Herzberg“, in: Deutschland Archiv, 28.3.2023, Link: www.bpb.de/519561

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Dr. habil., ist eine französische Historikerin. Sie ist assoziierte Forscherin am Centre Marc Bloch Berlin und arbeitet zur Geschichte kommunistischer und postkommunistischer Gesellschaften Europas. Veröffentlichungen u.a.: Ein Leben gegen ein anderes. Der „Opfertausch“ im KZ Buchenwald und seine Nachgeschichte, aus dem Französischen übersetzt von Dr. Marcel Streng, Berlin 2017.

wurde 1944 in Leicester (GB) als Sohn jüdisch-deutscher Emigranten geboren. Seit 1947 lebt er in Berlin. Dort studierte er Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, ab 1974 bis 1979 war er freiberuflicher Rechercheur, Redaktions- und Regieassistent beim Dokumentarfilm und Fernsehen der DDR. Seit 1980 arbeitet er als freiberuflicher Autor.