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Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass „DDR-Übersiedler in Afrika hochwillkommen” Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Vom Herbst 1989 bis zur Wiedervereinigung 1990

Wolfgang Mühl-Benninghaus

/ 14 Minuten zu lesen

Im Herbst 1989 wandelte sich im Zuge der Friedlichen Revolution in der DDR die Berichterstattung der Radio- und Fernsehsender. Das war für die Bürgerinnen und Bürger des Landes eine neue Erfahrung und auch für die Mitarbeitenden in den Redaktionen. Es herrschte teilweise eine regelrechte Aufbruchstimmung unter den Journalistinnen und Journalisten sowie Programmmacherinnen und -machern. Selbst Erfolge bei den Einschaltquoten konnten nicht verhindern, dass die Rundfunkeinrichtungen der DDR abgewickelt wurden. Darüber schreibt Wolfgang Mühl-Benninghaus in zwei Beiträgen. Der erste widmet sich den Entwicklungen bis zur deutschen Einheit.

Am 8. Februar 1991 wird mit einer Zusammenfassung der Highlights, der in der ehemaligen beliebten Jugendsendung des DFF, der Start auf den alt-bundesdeutschen Bildschirmen gewagt. Am 1. September 1989, zu Beginn des politisch heißen Herbstes in der ehemaligen DDR, erschien das "Elf 99"-Logo erstmals auf den Bildschirmen. Seitdem sorgten Rekord-Einschaltquoten für eine zunehmende Konkurrenz zu althergebrachten Jugendsendungen anderer Fernsehanstalten. (© picture-alliance, ZB , Thomas Lehmann)

Am Gängelbad von SED und Politbüro

Die SED-Spitze verlangte in allen gängigen Medien generell eine ihr genehme Berichterstattung und verbot damit auch objektive Informationen über die im August 1989 einsetzende Massenflucht von DDR-Bürgerinnen und -Bürgern. Die nicht zu verheimlichenden Demonstrationen am und im Umfeld des 40. Jahrestags der DDR am 7. Oktober 1989 erzwangen eine nur in leichten Ansätzen erkennbare Veränderung in der Berichterstattung. Demgegenüber berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Bundesrepublik täglich über die Flüchtlinge und die mit DDR-Bürgerinnen und Bürgern besetzten Botschaften in Prag und Warschau. Vor diesem Hintergrund unüberschaubarer innen- und außenpolitischer sowie wirtschaftlicher Probleme erzwangen während der Politbürositzung am 18. Oktober 1989 die Anwesenden den Rücktritt Erich Honeckers von allen Ämtern. Gleichzeitig entband das Gremium Joachim Herrmann, Sekretär des ZK der SED für Agitation und unmittelbar verantwortlich für die wirklichkeitsfremden Informationen in den DDR-Medien, sowie den für Wirtschaft zuständigen Günter Mittag von ihren Posten. An diesem Tag berichtete die Aktuelle Kamera, die Nachrichtensendung des DDR-Fernsehens, länger über das Erdbeben in Kalifornien als über die Veränderungen im Politbüro. Die plötzlichen Leerstellen in der Redaktionsüberwachung nutzten zuerst die Jugendprogramme von Elf99 im Fernsehen und DT64 im Hörfunk, um der von Kirchen- und Oppositionsgruppen öffentlich geforderten freien Meinungsäußerung zum Durchbruch zu verhelfen. DT 64 hatte sich aber schon im Vorfeld bemüht, auch „Unzensiertes“ zu Gehör zu bringen. Der sehr hohe Zuspruch zu diesen Sendungen verdeutlichte die Relevanz einer grundsätzlich veränderten Medienpolitik in der gesamten Bevölkerung. Unter diesem Druck beschloss der Ministerrat am 26. Oktober die Ausarbeitung eines Mediengesetzes. Fünf Tage später legte der Leipziger Bezirksvorstand der National-Demokratischen Partei (NDPD) einen 12 Punkte umfassenden Forderungskatalog vor. Beide Entscheidungen standen am Beginn von vielfältigen, in verschiedensten Konstellationen angestellten Überlegungen und Beschlüssen zur Zukunft der DDR-Medien. Sie verliefen weitgehend losgelöst von den programmlichen und inhaltlichen Veränderungen in den Programmen selbst und ohne Rücksicht auf die Betroffenen.

DDR-Radio und -Fernsehen berichten über Demonstrationen im Land

Nach dem 18. Oktober entschuldigten sich eine Vielzahl von JournalistInnen, RedakteurInnen und ModeratorInnen zu Beginn ihrer Sendungen für ihre bisherige einseitige Berichterstattung. Den diesbezüglichen Höhepunkt bildete am 3. November eine entsprechende Erklärung der SED-Kreisleitung des Fernsehens in der Hauptnachrichtensendung. Mit den Direktübertragungen der Demonstration für Informations- und Meinungsfreiheit am 4. November – an ihr nahmen je nach Schätzung eine halbe bis zu einer Millionen Menschen teil – begann die Phase der „mediengenerierten Revolution“. Im ersten Schritt erklärte noch während der Demonstration die Regierung ihren Rücktritt. In der Folgezeit bestimmten eine Vielzahl von Sondersendungen und Direktübertragungen zu aktuellen Problemen der DDR die Programmabläufe. Sogenannte Fernsehuntersuchungen über bisherige Tabuthemen erweiterten den Blick auch in die DDR-Geschichte. MitarbeiterInnen in der Publizistik bezeichneten diese Zeit oft als die der „herrlichen Anarchie“. Während eines Live-Interviews mit dem bekanntesten Moderator von Elf99, Jan Carpentier, trat der Vorsitzende des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), das Politbüromitglieds Harry Tisch, zurück. Dieser Schritt exemplifizierte, dass auch die bisherigen Führungsgremien in Hörfunk und Fernsehen als Verfechter einer überholten Medienpolitik zurücktreten mussten. Als neue Generalintendanten setzte die Regierung Modrow am 1. Dezember für das Fernsehen Hans Bentzien und für den Hörfunk Manfred Klein ein. Schließlich trat am 3. Dezember das restliche Politbüro zurück und beendete damit auch formal die bisherige SED-Medienkontrolle. In der Folgezeit trugen für die Hörfunk- und Fernsehprogramme von der Belegschaft gewählte Intendanten und alle von ihr gewählten Leiter auf den verschiedenen hierarchischen Ebenen die Verantwortung für die neuen und alten Programme. Die Mehrheit der abgewählten FunktionsträgerInnen beendete ihre Arbeit in den DDR-Medien für immer. Die Wahlen der Personalräte im März 1990 schlossen die ersten personellen Veränderungen im Hörfunk und Fernsehen ab.

Um die Jahreswende forderten HörerInnen und ZuschauerInnen immer vehementer eine bessere Überschaubarkeit der Programme. Dies galt verstärkt für Eltern und Großeltern von Kleinkindern, weil der Nachwuchs sich weigerte, ohne den Sandmann ins Bett zu gehen. Auch in der Folgezeit dominierten im Zuschauerinteresse die publizistischen Sendungen. Sie erreichten weiterhin deutlich höhere Quoten und bessere Bewertungen als die der westlichen Konkurrenz. Diese Zahlen, die bisher auch innerhalb der Sender strengster Geheimhaltung unterlagen, wurden seit Mitte November in der Tageszeitung Junge Welt veröffentlicht.

Zuvor verbotene Filme im DDR-Fernsehen und Kooperation mit 3sat

Die inhaltlichen Veränderungen in den Programmen zogen sich durch alle Hörfunk- und Fernsehabteilungen. Bis Ende April 1990 entstanden allein im Fernsehen 40 neue, überwiegend publizistische Formate. Die künstlerische Abteilung nahm noch Ende 1989 erste, ehemals verbotene oder verschwiegene sowjetische Spielfilme ins Programm. Im Zuge der Abgrenzung von der Sowjetunion waren 1988 Aufführungen dieser Filme zusammen mit dem Verkauf der Zeitschrift Sputnik in der DDR verboten worden. Diese Entscheidung hatte Ende der 1980er-Jahre für einen erheblichen Zulauf zu den sich formierenden Oppositionsgruppen gesorgt. In der Folgezeit kamen auch die nach dem 11. Plenum des ZK 1965 verbotenen DEFA-Spielfilme und in anderen Kontexten verbotenen Fernsehproduktionen wie der Monolog für einen Taxifahrer von Günter Kunert oder Geschlossene Gesellschaft von Frank Beyer und Ulrich Poche oder Ursula von Helga Schütz auf den Bildschirm. Im Unterschied zu den zeitnahen publizistischen Sendungen fanden die künstlerischen Produktionen wie auch die veränderten Unterhaltungssendungen weniger Anklang beim Publikum. Einerseits schienen sie aus der Zeit gefallen, weil die ehemaligen Verbotsgründe angesichts der gegenwärtigen Offenheit kaum noch nachvollziehbar schienen. Anderseits wollte das Publikum möglicherweise die verbliebene Freizeit nutzen, um vom (politisierten) Alltag mit all seinen Unsicherheiten abzuschalten. Am 13. Februar unterzeichneten die Intendanten von DFF, ORF, SRG und ZDF ein Papier über die zukünftige Zusammenarbeit bei 3Sat. Am gleichen Tag begann der Medienvertreter und frühere Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR, Günter Gaus, seine Interviewreihe Zur Person - Porträts in Frage und Antwort. Er interviewte in den folgenden Monaten VertreterInnen einer Vielzahl von gesellschaftlichen Gruppen, beginnend mit Friedrich Schorlemmer, um deren unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen dem Publikum näher zu bringen. Die Sendung wurde nach 1991 bis 2004 von Gaus überwiegend mit Persönlichkeiten beider deutscher Staaten weitergeführt.

Nach der Volkskammerwahl am 18. März 1990 endete die basisdemokratische Phase in Hörfunk und Fernsehen. Die neu entstandenen Strukturen und Sendeschemata wurden in den folgenden Wochen durch weitere neue Programmformate wie dem Reisemagazin Azur, moderiert von Maybrit Illner, ergänzt. Die Berichterstattung folgte nun weitgehend den neuen politischen Kräfteverhältnissen und unterschied sich von der westlichen vor allem durch oft kenntnisreichere und ausgewogenere Beiträge über die DDR. Infolgedessen blieben die Einschaltquoten insbesondere der publizistischen Sendungen weiterhin sehr hoch. Die bereits früher existenten Ratgebersendungen befriedigten in der Zeit des Umbruchs das große Orientierungsbedürfnis der Bevölkerung. Ihre Beschränktheit lag in dem sich permanent ändernden Status quo. Schließlich bedeuteten viele dieser schon vor dem Oktober 1989 vergleichsweise beliebten Sendungen in der Zeit permanenter Veränderungen ein Stück Vertrautheit.

Runder Medientisch und Medienkontrollrat

Am 20. Dezember 1989 tagte erstmals der „Runde Medientisch“, an dem Vertreter der Regierung, aller gesellschaftlich relevanten Gruppen, Kirchen, Berufsverbände, ExpertInnen und WissenschaftlerInnen teilnahmen. Das Ziel war die Erarbeitung eines Mediengesetzes unter der Federführung des Ministeriums für Justiz. Als Übergangslösung einigte man sich auf die von den Berufsverbänden erarbeiteten zehn Thesen. Sie dienten laut Beschluss der Volkskammer am 9. Januar 1990 als Rahmen für die mediale Umgestaltung. Das Papier verbot erstmals in der DDR-Geschichte ausdrücklich eine Zensur. Hörfunk und Fernsehen wurden als „Volkseigentum“ und als „unabhängige öffentliche Einrichtungen, die nicht der Regierung unterstehen“ definiert. Das Dokument erkannte mit der Staatsferne die Rolle der Medien als vierte Gewalt an, definierte sie aber nicht näher aus. Ein Medienkontrollrat, der in der institutionellen Zusammensetzung der des Zentralen Runden Tisches entsprach, allerdings auch die Kirchen sowie die jüdischen Gemeinden mit einbezog, bekam die Aufgabe, die externe Kontrolle der administrativen Medienpolitik zu übernehmen. Am 23. März schloss Hans Bentzien mit der Firma Information et Publicité Paris einen Werbevertrag für eine vorläufige Laufzeit bis zum 31. Dezember 1991 ab, um die finanzielle Sicherstellung des Programms zu gewährleisten.

Schon vor dem überwältigenden Sieg jener Parteien, die sich für eine schnelle Vereinigung mit der Bundesrepublik ausgesprochen hatten, begannen vor allem im Osten des zu vereinigenden Deutschlands auf den verschiedenen Ebenen die Diskussionen über eine zukünftige Medienordnung. Unter der Leitung von Manfred Klein legte die zentrale Programmkommission des Hörfunks am 30. Januar 1990 einen Entwurf für ein Reformprogramm vor. Die vier Vollprogramme Radio DDR-Radio aktuell, Berliner Rundfunk, DT64 und DS Kultur, der aus der Fusion von Radio DDR II und dem Deutschlandsender entstanden war, sollten ebenso wie der Auslandsender Radio Berlin International erhalten bleiben. Die Frequenzen von Radio DDR II stand damit neuen Programmen zur Verfügung Die bestehenden Bezirkssender sollten zu Regionalprogrammen der sich im Aufbau befindlichen Länder firmieren und über einen längeren Zeitraum zu Vollprogrammen ausgebaut werden. Die zukünftigen Regionalprogramme konnten auf die Studiokapazitäten der Bezirkssender zurückgreifen. Die geplante Regionalisierung war daher aus technischer und personeller Perspektive relativ unproblematisch.

Die Regionalisierung beginnt

Im Verlauf der Diskussionen um die zukünftigen Strukturen warb Hans Bentzien vehement dafür, den DFF in eine eigenständige öffentlich-rechtliche Anstalt zu überführen, die in einem vereinten Deutschland der „spezifischen DDR-Identität“ Ausdruck verleihen sollte. Gleichzeitig genehmigte er den Aufbau von Regionalstudios, die mit eigenen Programmen den sich herausbildenden neuen Bundesländern Ausdruck verleihen sollten. Dieses Vorhaben war im Bereich des Fernsehens schwieriger zu verwirklichen als im Hörfunk. Das in den 1950er-Jahren in der DDR geplante zweite Fernsehzentrum wurde nie realisiert. Fast alle Sendungen wurden deshalb in Berlin produziert. Standleitungen von Berlin existierten nur zu den kleinen Studios in Rostock und Halle. Das Studio in Dresden besaß keine technische Anbindung. Die Aufzeichnungen der dort produzierten Sendungen wurden bis dahin per Auto oder Motorrad nach Berlin transportiert und dort ausgestrahlt. In Brandenburg und Thüringen gab es keine Fernsehstudios. Da auch die Sendeanlagen nicht mit den zukünftigen Ländergrenzen übereinstimmten, setzte die Regionalisierung erhebliche Investitionen in die Infrastruktur und die Sendetechnik voraus. Darüber hinaus galt es, in Adlershof Fachkräfte zu gewinnen, die bereit waren, kurzfristig umzuziehen oder permanent zu reisen, um vor Ort die neuen Aufgaben zu übernehmen. In den folgenden Monaten wurden die Standorte zum Teil mit Unterstützung der Landesrundfunkanstalten und Landesfunkhäuser der ARD für ihre zukünftigen Aufgaben ausgebaut. In Thüringen wurde das ehemalige Kulturhaus der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in Gera gekauft. Für das erste provisorische Studio stellte der Hessische Rundfunk seine gerade ausrangierte Technik zur Verfügung. Gleiches passierte in Dresden mit Hilfe des Bayerischen Rundfunks. Im April übernahm Radio Charivari die Werbeakquisition für den Bezirkssender Karl-Marx-Stadt. Den Umbau in Rostock finanzierte die Berliner Zentrale. Die Sendungen für Berlin/Brandenburg wurden mangels fehlender Alternativen zunächst weiter in Berlin produziert. Als Einstieg in die späteren Regionalprogramme startete am 25. März im Fernsehen die Sendereihe „Länder live“ aus Berlin. Das Magazin lief übergangsweise sonntags im 2. Programm. Gesendet wurden neben regionalen Nachrichten und Beiträgen zu verschiedenen weiteren Themen auch Veranstaltungshinweise.

Das Rundfunküberleitungsgesetz entsteht

Von bundesdeutscher Seite machte der Bundesverband Kabel und Satellit einen ersten Vorstoß zur Zukunft der audiovisuellen Medien in einem vereinten Deutschland. Er forderte unter anderem, die ungenutzten Frequenzen in der DDR den privaten Hörfunk- und Fernsehanbietern zur Verfügung zu stellen. Die ARD- und ZDF-Intendanten forderten Wochen später, dass die ARD um fünf neue Landesrundfunkanstalten erweitert werden und das ZDF sein Hoheitsgebiet auf diese Länder ausdehnen sollte. Die Berliner Kultursenatorin Anke Martiny (SPD) schlug den Erhalt des DFF auf der Basis eines Staatsvertrages vor sowie eine Kooperation mit dem Sender Freies Berlin (SFB). Hans Hege, Direktor der Landesmedienanstalt Berlin, schloss sich der Meinung von Martiny mit dem Hinweis auf die produktions- und programmtechnischen Stärken des DFF an. Ansprechpartner auf Seiten der DDR war das von der Regierung unter Führung von Lothar de Maizière (CDU) neu gegründete Medienministerium, das seinerseits keine eigenständigen Vorstellungen über die Zukunft von Hörfunk und Fernsehen entwickelte.

Stattdessen orientierte sich der verantwortliche Staatssekretär Manfred Becker (SPD) an den Empfehlungen westdeutscher Berater und konzentrierte sich auf die Ausarbeitung eines Rundfunküberleitungsgesetzes. Das Eckwertepapier der CDU vom 30. Mai 1990 stellte erstmals klar, dass die ostdeutschen Strukturen zu beseitigen seien, die Rundfunkhoheit bei den Ländern liege, die privaten Anbieter die gleichen Chancen haben müssten wie die öffentlich-rechtlichen Anstalten und dass es zukünftig unter Einschluss des SFB nur zwei oder drei Rundfunkanstalten auf dem Gebiet der DDR geben dürfe. Das Papier forderte, dass keine Maßnahmen ergriffen werden, die der Umsetzung dieser Richtlinien entgegenstehen oder ihre Durchsetzung erschweren. Die SPD wich mit ihren Vorstellungen nur insofern von der CDU ab, als sie keine unverzügliche Umsetzung ihrer Vorstellungen einforderte. Das Konzept der Gewerkschaften und des Verbands der Journalisten der DDR (VDJ) sowie das des Neuen Forums lehnten die Vorschläge beider Parteien unter Verweis auf einen Erhalt der „spezifischen DDR-Kulturleistung“ weitgehend ab. Auf den Verlauf der weiteren Diskussionen hatte dieses Papier ebenso wie alle weiteren Vorschläge zur Zukunft der DDR-Medien keinen Einfluss. Der Entwurf des vom Medienministerium am 29. Juni eingereichten Überleitungsgesetzes orientierte sich weitgehend an den Vorstellungen der westlichen Parteien und ließ die Medienstruktur der Altbundesländer weitgehend unbehelligt. Er wurde, außer von der CDU, nach heftiger Kritik von allen anderen Parteien im Medienkontrollrat abgelehnt.

Im Vordergrund der Umstrukturierung von Hörfunk und Fernsehen stand in den folgenden Monaten deren Föderalisierung. Antenne Brandenburg wartete einen offiziellen Sendeauftrag gar nicht erst ab, sondern sendete ohne direkten Auftrag als erstes regionales Hörfunkprogramm auf den Frequenzen und aus dem Gebäude des ehemaligen Bezirkssenders Potsdam. Um zusätzliche Frequenzen für die anstehende Regionalisierung zu gewinnen, wurden am 16. Juni 1990 zwei landesweite Sender, Deutschlandsender und Radio DDR II zum neuen DS-Kultur zusammengelegt. Am 1. Juli 1990, dem Tag der Währungsunion, schlug die Geburtsstunde des neuen Hörfunks für die neugegründeten Landesdirektionen in Schwerin für Mecklenburg-Vorpommern, in Leipzig für Sachsen, in Halle für Sachsen-Anhalt und in Weimar für Thüringen. Die neuen Einrichtungen, die erstmals ein 20-stündiges Hörfunkprogramm ausstrahlten, besaßen die volle Programmhoheit, unterstanden aber disziplinarisch und juristisch noch der Berliner Zentrale in der Nalepastraße. Der Erfolg in Bezug auf die Regionalisierung bedeutete für den Hörfunk in Berlin die Ankündigung von ersten Massenentlassungen am 22.Juni 1990.

Der Aufbau der Landessender

Am 13. Juni wurde Hans Bentzien von seiner Funktion als Generalintendant entbunden. Zu seinem Nachfolger wurde einen Tag später der Kameramann Interner Link: Michael Albrecht bestellt. Am 27. Juni genehmigte der Medienkontrollrat die überarbeitete Fassung des DFF-Statuts. Künftig sollte es nur noch einen Intendanten für beide Programme geben. Die Funktionen der Direktoren und des Fernsehrates wurden für die am 1. Juli gegründeten Landessender neu geschaffen. Zunächst lieferte jeder Sender an einem Tag in der Woche dem Hauptprogramm zu. Ab dem 13. August waren die täglich ausgestrahlten mehrstündigen Länderprogramme mittels Auseinanderschaltung nur noch regional zu empfangen. Da nur eine begrenzte Zahl von FernsehmitarbeiterInnen aus Berlin sich bereit erklärte, die neuen Landessender mit aufzubauen, entsprach die Professionalität vieler Sendungen anfangs nicht den gewohnten Standards. Außerdem blieb das Problem unzureichend ausgestatteter Sendemasten und -verstärker noch für einen längeren Zeitraum bestehen. Auch nach 1991 konnten viele ZuschauerInnen noch nicht die Bilder des eigenen Landesfunkhauses, sondern nur die der Nachbarregion empfangen.

Der Umbau des DDR-Fernsehens

Michael Albrecht im Interview

Der Umbau des DDR-Fernsehens

Der frühere Kameramann und letzte Generalintendant des DFF, Michael Albrecht, spricht über die Umgestaltung des DDR-Fernsehens vom Herbst 1989 bis zu seiner Abschaltung Ende 1991.

Am 1. August wurde Interner Link: Christoph Singelnstein zum stellvertretenden und Ende August, nach dem Rücktritt von Manfred Klein, zum Geschäftsführenden Intendanten im Hörfunk berufen. Ab diesem Tag sendete Radio DDR I unter dem neuen Namen Radio aktuell. Am 7. August ordnete Klein noch Kurzarbeit für alle JournalistInnen und TechnikerInnen in Berlin an. Am 10. August unterzeichneten die Werbetochter des Bayerischen Rundfunks und Sachsenradio einen Kooperationsvertrag. Am 23. August beschloss die Volkskammer den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Am 29. August teilte Michael Albrecht vor dem Medienausschuss der Volkskammer mit, dass die ARD zukünftig auf den Frequenzen vom DFF 1 ausgestrahlt werde. Im Gegenzug verpflichtete sich Das Erste, 15 Prozent des Gesamtangebotes vom DFF zu übernehmen.

Im Sommer 1990 existierten in den zukünftigen Ländern bereits erste Überlegungen zu einem zukünftigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Insbesondere der Dresdner Arnold Vaatz (CDU) forderte den dominierenden Parteieinfluss auf einen zukünftigen öffentlich-rechtlichen Sender festzuschreiben, um einem möglichen SED-Einfluss vorzubeugen. Erste Entwürfe in Thüringen orientierten sich dagegen am starken Intendantenmodell des Hessischen Rundfunks. In Berlin hatte eine Sachverständigengruppe vor allem auch unter Gebührengesichtspunkten im „Provisorischen Regionalausschuss für den Ballungsraum Berlin“ eine Mehrländeranstalt von Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt vorgeschlagen. Am 31. August unterzeichneten Wolfgang Schäuble (CDU) und Günther Krause (CDU) den Einigungsvertrag. Er sah im Artikel 36 vor, dass die DDR einen Rundfunkbeauftragen ernennt, der den Hörfunk und das Fernsehen der DDR nach öffentlich-rechtlichen Prinzipien bis zum 31. Dezember 1991 weiterentwickelt, es zu diesem Datum auflöst und zeitlich parallel neue Anstalten aufbaut.

Rundfunkneuordnung nach der Wiedervereinigung

Christoph Singelnstein im Interview

Rundfunkneuordnung nach der Wiedervereinigung

Der DDR-Rundfunk musste nach der Friedlichen Revolution, der ersten demokratischen Volkskammerwahl und der Wiedervereinigung vom Staatssender in eine öffentlich-rechtliche Anstalt umgewandelt werden.

Im Gespräch für diese Funktion waren Michael Albrecht und Manfred Becker. Am 7. September sendete der RIAS nach einer Vereinbarung mit DT64 auf einigen der DT64-Frequenzen. Nach heftigen Protesten junger HörerInnen ordnete DDR-Medienminister Gottfried Müller (CDU) am folgenden Tag deren Rückgabe an. Die Volkskammer verabschiedete noch im September ein Rundfunküberleitungsgesetz. Es erlangte auf Intervention von Wolfgang Schäuble (CDU) wegen „verfassungsrechtlicher Bedenken“ allerdings keine Rechtskraft. Lothar de Maizière nahm nach Druck aus Bonn sein Recht nicht wahr, der Volkskammer einen Rundfunkbeauftragten vorzuschlagen und darüber abstimmen zu lassen.

Am 2. Oktober stellte der Auslandssender Radio Berlin International als erster DDR-Sender sein Programm ein. Die Frequenzen übernahm die Deutsche Welle, der Auslandsfunk der Bundesrepublik Deutschland. Der DFF erhielt unter Programmverantwortung des WDR auf dem noch in den Haushalten kaum verbreiteten ARD-Satellitenprogramm einen wöchentlichen Sendeplatz. Trotz erster Veränderungen blieben bis zu diesem Zeitpunkt die politisch-sozialen Strukturen der DDR im Wesentlichen intakt. Die Medien insgesamt hatten die tiefgreifendsten inhaltlichen und organisatorischen Veränderungen erfahren. Das Demokratieverständnis der Träger der Wende vom November 1989 basierte auf basisdemokratischen Grundsätzen, die jeden staatlichen Einfluss auf die Massenmedien ausschlossen. Der Meinungsfreiheit kam in diesem Kontext ein noch höherer Stellenwert zu, als im repräsentativen Demokratiemodell der „alten“ Bundesrepublik. Der verschweigende Journalismus vergangener Jahre hatte sich innerhalb weniger Tage zum kritischen Journalismus gewandelt, der die politischen Veränderungen vorantrieb. Zugleich gewannen die regionalen Programme erheblich an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund verloren ARD und ZDF im Osten Deutschlands erhebliche Marktanteile und konnten diesbezüglich auf dem Gebiet der DDR mit dem Hörfunk und dem Fernsehen der DDR kaum noch konkurrieren.

Zitierweise: Wolfgang Mühl-Benninghaus, „Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR - Vom Herbst 1989 bis zur Wiedervereinigung 1990 “, in: Deutschland Archiv, 23.3.2022, Link: www.bpb.de/506538.

Mehr zum Thema:

Horst Dohlus, In der Grauzone – Interner Link: Wie der Staatsrundfunk der DDR aufgelöst wurde: Phasen und Organisation

Frauke Hildebrandt, „Affirmative Action im Osten“

Fussnoten

Fußnoten

  1. Alle Daten bis Mai 1990 wurden den Zeittafeln Deutscher Fernsehfunk, Historisches Archiv (Hg.): Fernsehfunk im Wandel, Berlin 1990 und Funkhaus Berlin Lektorat Rundfunkgeschichte (Hg.): Radio im Umbruch. Oktober 1989 – Oktober 1990, Berlin 1990 entnommen.

  2. Arnulf Kutsch, Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit. Zum Volkskammer-Beschluß vom 5. Februar 1990, in: Ders. (Hg.), Publizistischer und journalistischer Wandel in der DDR, Bochum 1990, S. 114.

  3. Reiner Stein, Vom Fernsehen und Radio der DDR zur ARD. Die Entwicklung und Neuordnung des Rundfunkwesens in den Neuen Bundesländern. Marburg 2000, S. 104f.

  4. Alle vier Papiere in: Rundfunk und Fernsehen 3/1990, 38. Jg., S. 455-468.

  5. Knut Hickethier, Das Zerschlagen der Einrichtung – Der Weg vom Staatsfernsehen der DDR zum Rundfunkföderalismus in den neuen Bundesländern, in: Reiner Bohn et.al. (Hg.), Mauershow – Das Ende der DDR, die deutsche Einheit und die Medien, Berlin 1992, S. 80.

  6. Klaus Ott, Aus Fehler lernen… , in: Journalist 11/1990, S. 40-42.

Lizenz

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Wolfgang Mühl-Benninghaus für bpb.de

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Prof. Dr., ist ein deutscher Medienwissenschaftler. Er studierte von 1973-1978 Wirtschaftsgeschichte und Alte Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, das er als Wirtschaftshistoriker abschloss. Seine Dissertation mit dem Titel "Der Mensch als Maß. Eine Studie zur griechischen Aufklärung im 5. Jhd. v. u. Z" erfolgte 1981 an der HUB. Nach einem Zusatzstudium in Moskau war er von 1983-1984 Fachdolmetscher in der Ukraine. 1988 habilitierte über die Wirtschaftsgeschichte der Medien in der Weimarer Republik. Von 1988-1990 war er Oberassistent am Bereich Theaterwissenschaft der HU, bis 1993 Dozent für Kulturelle Kommunikation und Mediengeschichte. Seit 1993 ist er Professor für Theorie und Geschichte des Films, zudem übernahm er Gastdozenturen an anderen Universitäten und war als Berater für Fernsehprojekte tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Film-, Fernseh- und Hörfunkgeschichte und Medienwirtschaft.