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Ost und West. Ein Vergleich

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? 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Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? 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Ost und West. Ein Vergleich

Jonathan Radkowski

/ 6 Minuten zu lesen

Von 1961 bis 1989 waren Ost- und Westdeutschland durch eine Mauer geteilt. Diese Teilung hat bis heute ihre Spuren hinterlassen. Eine Bestandsaufnahme aus der Schülerzeitung "WIR" des Neuen Gymnasiums Bochum, eingereicht beim diesjährigen Schülerzeitungswettbewerb der Bundesländer.

Mauerrest in der Bernauer Straße in Berlin-Mitte 2020.

Berlin, die vereinigte Hauptstadt

Mitten durch Berlin verlief bis 1989 die Berliner Mauer. Teile der Stadt, darunter der Kurfürstendamm, das Schloss Charlottenburg und das Reichstagsgebäude gehörten zum Westen, andere Teile wie die Museumsinsel und das Gebiet des historischen Stadtzentrums gehörten zu Ostdeutschland. All das ist lange her. Dort, wo zur Zeit der Mauer der sogenannte Todesstreifen verlief, sind heute neue Gebäude und Stadtviertel entstanden, wie das Regierungsviertel und die Gebäude um den Potsdamer Platz. Die Mauer ist an vielen Orten in Berlin noch erkennbar, aber im Osten und im Westen Berlins gibt es wenige Unterschiede.

Ein Land, zwei Teile

So wie in Berlin sieht es aber nicht in ganz Deutschland aus. Während es im Westen viele große, wachsende Städte wie München, Frankfurt am Main, Hamburg oder Köln gibt, sind es im Osten vor allem ländliche Gebiete, in denen die Bevölkerungszahl zurückgeht. Zwar haben sich in den großen Städten in Ostdeutschland wie Dresden oder Leipzig nach der Wende einige Unternehmen niedergelassen und viele westdeutsche und internationale Konzerne haben dort Standorte eröffnet, aber auf dem Land ist die Lage anders: Arbeitsplätze sind in den letzten Jahren weggefallen oder werden es voraussichtlich in den nächsten Jahren (zum Beispiel durch den Kohleausstieg), ganze Gemeinden veröden, Kitas und Schulen sowie Bahnhöfe werden geschlossen und viele Menschen wandern ab.

Dies ist auch in der Lutherstadt Eisleben im südlichen Sachsen-Anhalt so. Eisleben ist der Geburts- und Sterbeort Martin Luthers. Man kann dort das Geburts- und das Sterbehaus Luthers besichtigen. Seine Spuren sind überall in der Stadt, aber Besucher findet man wenige. Die meisten Geschäfte in der Innenstadt haben schon um 16.00 Uhr geschlossen und am Markt, dem Hauptplatz der Stadt, sind nur wenige Menschen unterwegs. Die Stadt hat eine gute Lage, im Mansfelder Land, nicht weit von den Industriezentren in Halle (Saale) und Leipzig, doch trotzdem ist sie von Bevölkerungsrückgang betroffen. An Statistiken über die geschätzte Bevölkerungsentwicklung 2017 bis 2035 kann man ablesen, dass der Landkreis Mansfeld-Südharz 20 oder mehr Prozent der Bevölkerung verlieren wird. Dies ist an vielen Orten in Ostdeutschland so, aber warum?

Der Strukturwandel

Wenn wir uns solche Statistiken anschauen, erkennt man dort ganz klare Strukturen: In Süddeutschland wachsen die meisten Regionen, darunter die Region München und einige Universitätsstädte sogar um mehr als 10 Prozent. Im restlichen Westdeutschland wachsen die großen Städte wie Hamburg, Bremen, Frankfurt (Main), Hannover und einige Ruhrgebietsstädte und Umgebung sowie Universitätsstädte wie Münster, aber auch ländliche Regionen. Von starkem Bevölkerungsrückgang (minus 10 bis minus 20 Prozent) sind nur einzelne Regionen betroffen.

In Ostdeutschland wachsen mehr als zehn Prozent nur Berlin, Potsdam und Leipzig, bis zu zehn Prozent wachsen große Städte wie Dresden, Halle (Saale), Erfurt, Magdeburg und Rostock. Der Rest Ostdeutschlands schrumpft, dabei der ländliche Raum allerdings noch mehr als Klein- und Mittelstädte.

Die Wirtschaft

Den Grund für diese Verschiedenheiten findet man in der Zeit nach der Wende: Nach der Wiedervereinigung musste sich die ehemalige DDR von der Planwirtschaft auf die Marktwirtschaft umstellen. Dies war ein schwerer Schritt für Ostdeutschland, bei dem viele Menschen ihre Arbeit verloren. Viele Unternehmen aus der ehemaligen DDR gingen Pleite oder wurden aufgelöst. Es gingen circa 75 bis 80 Prozent der Arbeitsplätze in der ehemaligen DDR verloren. Allerdings sind auch neue Arbeitsplätze, vor allem im Dienstleistungssektor entstanden.

Eine leerstehende Fabrik im Bundesland Brandenburg. (© bpb)

Aber die neuen Arbeitsplätze konnten den Verlust der alten nicht ausgleichen. Die meisten neuen Arbeitsplätze entstanden in den Städten wie Leipzig, Dresden oder Jena. Der ländliche Raum wurde vernachlässigt. So mussten viele Bewohner des ländlichen Raums in die Städte oder in den Westen ziehen. Heute hat sich schon einiges verbessert: Die Arbeitslosenquoten in Ostdeutschland sank von 17,7 Prozent (1991) auf gegenwärtig 8,3 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 1991 in Westdeutschland 22.687 Euro, im Osten nur 9.701 Euro. 2018 waren es 42.971 Euro im Westen und 32.1908 Euro im Osten.

Im Westen verlief die Geschichte der Wirtschaft ganz anders: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wirtschaft in Westdeutschland durch amerikanische Wirtschaftshilfen, den sogenannten Marshallplan, wiederbelebt. Ludwig Erhard (CDU), Wirtschaftsminister von 1949 bis 1963 und Bundeskanzler von 1963 bis 1966, führte die soziale Marktwirtschaft, eine Kombination aus freier Marktwirtschaft und Planwirtschaft ein. In den 1950er und 1960er Jahren führte der steigende Konsum und steigende Exporte zum sogenannten Wirtschaftswunder.

Tourismus

Während man in Westdeutschland schon nach dem Zweiten Weltkrieg Kulturdenkmäler, die im Krieg zerstört worden waren, aufbaute, wurden in Ostdeutschland viele Altstädte und Kulturdenkmäler vernachlässigt. Die historischen Stadtkerne von Städten wie Erfurt oder Quedlinburg, die heute tausende Touristen anlocken, lagen in Trümmern und die DDR-Regierung hatte oft kein Interesse daran, diese Gebäude zu sanieren. Die Menschen wollten lieber in den modernen Gebäuden am Stadtrand leben, die heute spöttisch „Plattenbauten“ genannt werden.

Was das Verreisen angeht, gab es in der DDR nicht viele Möglichkeiten, weshalb die meisten Ostdeutschen Inlandsurlaub machten. Die mecklenburgische Küste, die Sächsische Schweiz oder die Seen rundum Berlin waren schon damals beliebte Urlaubsziele.

Das beste Beispiel für einen gelungenen Wiederaufbau ist die Altstadt von Dresden, welche noch bis zur Wiedervereinigung in Trümmern lag: Das historische Residenzschloss war eine Ruine. Um den Neumarkt herum, mitten in der ehemaligen Altstadt, standen neue Plattenbauten und von der weltberühmten Frauenkirche existierten nur noch Trümmer. Heute ist das anders: Das Residenzschloss ist heute ein Museum, es strahlt wieder im alten Glanz. Die alten Gebäude um den Neumarkt herum wurden wiederaufgebaut und die Frauenkirche thront wieder mit ihrer Kuppel über der ganzen Stadt. 2018 wurden im Freistaat Sachsen erstmals mehr als 20 Millionen Übernachtungen gebucht. Mehr als sieben Millionen Touristen kommen jährlich aus Deutschland, aber es kommen auch viele aus anderen Ländern. Die meisten kommen nach Dresden, nach Leipzig (unter anderem zur Buchmesse) oder in die Sächsische Schweiz, aber auch in die malerischen Altstädte von Görlitz und Bautzen.

So wie in Sachsen ist es an vielen Orten in Ostdeutschland. Mecklenburg-Vorpommern ist das beliebteste Reiseziel der Deutschen im Inland, noch vor Bayern und Schleswig-Holstein. Von diesem Tourismus profitieren vor allem die Badeorte an der Küste und es kommen jährlich viele Menschen in die alten Hansestädte Stralsund, Wismar oder Rostock. Knapp ein Viertel der Menschen dort arbeitet in der Tourismus-Branche.

Die Politik

Wenn man die Bundestagswahl- oder Landtagswahlergebnisse vergleicht, wird auf den ersten Blick folgendes klar: Im Westen liegen meistens CDU/CSU oder SPD vorne, gefolgt von Grünen und Liberalen.

Wahlplakat der AfD im Rheinsberg 2019. (© bpb / Holger Kulick)

In allen Bundesländern im Osten belegt dagegen die AfD den zweiten Platz, in Thüringen und Sachsen bei der Bundestagswahl 2021 sogar den ersten. Außerdem ist im Osten Die Linke vergleichsweise stark vertreten, etwa bei der Landtagswahl in Thüringen 2019 erhielt sie die meisten Stimmen.

Den Grund für diese Unterschiede findet man in der Geschichte des geteilten Deutschlands: Während in Westdeutschland schon in den 1950er und 1960er Jahren viele Arbeitskräfte aus ganz Europa (zum Beispiel aus der Türkei, Portugal und Spanien) kamen, stammten in Ostdeutschland eher weniger Arbeitskräfte aus dem Ausland, wenn überhaupt aus sozialistischen Bruderstaaten (zum Beispiel Mosambik oder Vietnam). Nach der Wiedervereinigung wanderten viele Menschen aus Ostdeutschland aus. Viele Ostdeutsche sehen sich vernachlässigt. Die AfD nutzte dies und konnte viele Bürger, die sich vernachlässigt fühlten, (sogenannte Protestwähler) für sich gewinnen.

Fazit

Westdeutschland und Ostdeutschland waren zwar für 28 Jahre durch eine Mauer getrennt und noch länger zwei verschiedene Staaten. Es gibt bis heute einige Unterschiede, sowohl in der Politik, als auch in der Wirtschaft. Es hat sich aber seit der Wiedervereinigung viel getan und es war und es ist keine einfache Aufgabe zwei solch verschiedene Länder zu vereinen.

Ost und West – Fragen an Autor Jonathan Radkowski

Jonathan, wie bist Du zu dem Thema gekommen?

Ich interessiere mich schon lange für Geschichte. Über die Unterschiede heute zwischen Ost und West habe ich einige Zeitungsartikel gelesen, weshalb ich mich auch entschlossen habe, selbst einen Artikel über dieses Thema zu schreiben. Besonders eine Reportage zum Strukturwandel in Deutschland, die einzelne Interviews mit Menschen, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, enthielt, hat mich neugierig gemacht. Hierdurch habe ich mich inspiriert gefühlt, mich mit Statistiken zu auch heute noch bestehenden Unterschieden zwischen der ehemaligen BRD und DDR zu beschäftigen. Obwohl mir schon vor meiner intensiven Recherche bewusst war, dass es Unterschiede zwischen Ost und West gab, ist mir das Ausmaß der starken Orientierung der ehemaligen DDR-Region an den westlichen Lebensverhältnissen erst mit dem Verfassen des Artikels vor Augen geführt worden.

Welche Rolle spielt das Thema DDR und Mauer bei Euch eigentlich noch im Unterricht?

Das Thema ist im bisherigen Unterricht noch nicht behandelt worden. Es wird aber voraussichtlich in der Oberstufe einen Themenschwerpunkt bilden. Ich denke, das Thema ist besonders wichtig, weil es ein zentraler Abschnitt der neuen deutschen Geschichte war. Allerdings spielt es keine sehr große Rolle in unserem Schulalltag. Für NRW und Bochum hat sich durch die Wiedervereinigung weniger verändert als in anderen Bundesländern. Trotzdem ist es ein spannendes und vielschichtiges Thema.

Zitierweise: Jonathan Radkowski, "Ost und West", in: Deutschland Archiv, 29.09.2021, Link: Externer Link: www.bpb.de/340957. Sein Beitrag ist der Schülerzeitung "WIR" des Neuen Gymnasiums Bochum entnommen. Weitere Schülerzeitungstexte unter Interner Link: diesem Link.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Ich beziehe mich hier auf eine Tabelle des Berlin-Instituts, veröffentlicht in Der Spiegel Nr.15 vom 06.04.2019.

  2. Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/915315/umfrage/arbeitslosenquote-in-west-und-ostdeutschland/#:~:text=Eine%20boomende%20Konjunktur%20und%20eine,in%20Westdeutschland%20einen%20historischen%20Tiefstand, letzter Zugriff am 28.9.2021

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