Meine Merkliste Geteilte Merkliste

Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass „DDR-Übersiedler in Afrika hochwillkommen” Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Eine Bilanz nach 30 Jahren

Wolfgang Mühl-Benninghaus

/ 16 Minuten zu lesen

Mit dem Beitritt zum Grundgesetz am 3. Oktober 1990 änderten sich grundlegend die politischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Strukturen der DDR, einschließlich die der Medien. Der in der Rechtsform des Einigungsvertrages gefasste Prozess legte in Artikel 36 fest, dass der Rundfunk der DDR bis zum 31. Dezember 1991 entweder aufgelöst oder in Anstalten öffentlichen Rechts einzelner oder mehrerer Länder überführt werden sollte. Die rechtliche Stellung der privaten Anbieter blieb infolge der fehlenden Rechtskraft des von der Volkskammer verabschiedeten Rundfunküberleitungsgesetzes offen.

Die MDR-Hörfunkredaktion beginnt am 1. Januar 1992 ihre Sendungen auf dem MDRInfo-Kanal. In den Studios - hier eine Tontechnikerin im Studio von MDR-Kultur - laufen Probeproduktionen zur Vorbereitung auf den Sendebetrieb. (© picture-alliance)

Mühlfenzl wird Rundfunkbeauftragter - demokratisch legitimiert?

Da die Volkskammer keinen Rundfunkbeauftragten bestimmt hatte, erfolgte dessen Wahl am 15. Oktober 1990, einen Tag nach den ersten Landtagswahlen in den neuen Bundesländern. Aus diesen ging in vier Ländern die CDU als stärkste Kraft hervor. In der Außenstelle des Bundeskanzleramtes trafen sich daraufhin rechtlich nicht autorisierte „Vertreter“ der Länder, die selbst ein Legitimationsdefizit darin sahen, über einen Rundfunkbeauftragten abzustimmen.

Der einzige Kandidat für diesen Posten, der vom Bundeskanzleramt vorgeschlagene Rudolf Mühlfenzl (CSU), war nicht anwesend und legte auch kein Programm vor. Zeitgenössische BeobachterInnen sprachen deshalb von Wahlmanipulation. Die Wahl des Ortes zeigte überdeutlich den Einfluss des Bundeskanzlers und den rundfunkpolitischen Gestaltungswillen des Bundes. Bundeskanzleramt und die durch die Wahlergebnisse gestärkte CDU nahmen ungeniert Einfluss auf die Rundfunkneugestaltung. Der Machtanspruch des Bundes und der ihn dominierenden Partei standen im diametralen Gegensatz zu allen medienpolitischen Forderungen, die ein Jahr zuvor entscheidend zur politischen Wende geführt hatten.

Die parteipolitische Einflussnahme wurde durch die Wahl des Rundfunkbeirates verstärkt, der laut Einigungsvertrag die binnenpluralistische Sicherung des Integrationsprogramms gewährleisten sollte. Er bestand nicht, wie in Artikel 36 (2) vorgesehen „aus 18 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen“, sondern fast ausschließlich aus Mitgliedern der CDU, SPD und FDP, denen fast allen die notwendigen fachlichen Kompetenzen fehlten. Angehörige der Bürgerbewegung von Bündnis90, der PDS oder VertreterInnen anderer Organisationen oder Persönlichkeiten aus Kultur und Kunst, auf deren Initiative die Massendemonstration am 4. November 1989 stattfand blieben bei der Wahl unberücksichtigt. Insofern konnte der Rundfunkrat von Beginn an seine Rolle als Kontrollorgan praktisch kaum wahrnehmen.

MitarbeiterInnen von Rundfunk und Fernsehen der DDR werden entlassen

Eine Woche bevor Mühlfenzl sein Amt als Rundfunkbeauftragter antrat, waren im Hörfunk bereits 1.000 und im Fernsehen ein Fünftel aller MitarbeiterInnen entlassen worden. Er äußerte sich noch vor Amtsantritt, dass er ausschließlich auf eine Auflösung der Einrichtung hinarbeiten wolle. Ohne gesetzliche Legitimation reklamierte er es als seine Aufgabe, auch den privaten Rundfunk in den fünf ostdeutschen Ländern aufzubauen. Mit Amtsantritt reduzierte er die Gesamtzahl der MitarbeiterInnen von mehr als 10.000 auf 7.500 bis Ende 1990 und bis März 1991 auf 4.700. Die ausgesprochenen Kündigungen waren rechtlich problematisch, weil damit die den Ländern zukommende Entscheidung über die Zukunft der sogenannten Einrichtung vorweggenommen wurde.

Management mit Dienstanweisungen - das System Mühlfenzl

Am 22. November 1990 beriet Mühlfenzl mit Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und den CDU-Ministerpräsidenten der neuen Länder über die Neuordnung des Rundfunks. Mit seinen kurze Zeit später erlassenen Dienstanweisungen festigte Mühlfenzl seine monokratische Stellung, an der jede Kritik abprallte. Seine gesamte Arbeit in den folgenden 13 Monaten war ausschließlich von bürokratischer Effizienz geprägt, die wenig Respekt vor rechtsstaatlichen Bindungen zeigte. Zu seinen ersten Maßnahmen zählte die Übergabe einer sogenannten Testfrequenz an das ZDF ab dem 2. Dezember 1990. Dessen Programm war nun erstmals in allen neuen Ländern zu empfangen. Am 15. Dezember 1990 erhielt die ARD die Frequenz von DFF1. Der 15-prozentige Anteil der Einrichtung am Gesamtprogramm der ARD, den Michael Albrecht bei den ersten Übernahmegesprächen im Sommer im Gegenzug für die Frequenz ausgehandelt hatte, blieb unberücksichtigt. So vergrößerte das Erste sein Einzugsgebiet ohne zusätzliche Verpflichtungen in Bezug auf eigenständige Programmleistungen aus dem Osten. Diese Vorgänge verdeutlichen, dass ARD und ZDF sich im Zuge des Vereinigungsprozesses ausschließlich auf ein Verteidigen des Bestehenden konzentrierten.

Die DFF-Länderkette entsteht

Das Fernsehprogramm DFF1 wurde in „DFF-Länderkette“ umbenannt. Der Name war insofern irritierend, als das Programm nach wie vor aus Berlin-Adlershof stammte. Selbst die neu gegründeten Landesstudios unterstanden weiterhin der Berliner Zentrale. Das Programm erzielte in den neuen Ländern nach der Wende deutlich höhere Einschaltquoten als ARD und ZDF. Dennoch erhielt es für sein Vollprogramm nur die nicht in allen neuen Ländern zu empfangenden Frequenzen des ehemals zweiten DFF-Programms. Die Frequenzvergabe erfolgte ohne Rechtsgrundlage, da die Sicherstellung des im Einigungsvertrag festgeschriebenen Versorgungsauftrages nicht bei ARD und ZDF, sondern bei der Einrichtung lag.

Programme im Osten werden westlich dominiert

Die Informationen über die neuen Länder im öffentlich-rechtlichen Rundfunk übernahmen westliche JournalistInnen, die primär für ihre westlichen ZuschauerInnen sendeten. Ihre Beiträge waren vergleichbar mit jenen für AuslandskorrespondentInnen typischen Blickwinkeln. Entsprechend gering waren auch in den folgenden Jahrzehnten die Einschaltquoten für das Erste und das ZDF in den neuen Ländern. Hansjürgen Rosenbauer, späterer Intendant des ORB, und Dieter Stolte, ZDF, sahen sich 1995 in Auswertung einer ausführlichen Studie zum Thema gezwungen, von einer „doppelten Öffentlichkeit“ in Deutschland zu sprechen.

Umschulung - Weiterbildung - Arbeitsvermittlung

Trotz der Ausdehnung des Sendegebietes und der damit verbundenen Verantwortung unternahmen die Öffentlich-Rechtlichen keinerlei Anstrengungen, Dienstleistungen in den neuen Ländern zu installieren. So fehlte es beispielsweise an Ausbildungsmöglichkeiten, um die Handlungssicherheiten von DDR-JournalistInnen zu stärken und damit generell das östliche Selbstbewusstsein im Zuge des radikalen Umbruchprozesses zu unterstützen. Stattdessen setzte Mühlfenzl auf Umschulung, Weiterbildung und Arbeitsvermittlung, für das der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete, damalige Philip-Morris-Manager und spätere Pressesprecher der Bild-Zeitung, Ferdi Breidbach, verantwortlich zeichnete. Die MitarbeiterInnen lehnten die im November 1991 noch nicht angelaufenen Maßnahmen mehrheitlich ab. Gründe waren vor allem das mit keiner sie vertretenden Instanz abgestimmte Programm, dessen geringe Ausbildungs- und seine mangelnde Berufsorientierung im zusammenbrechenden wirtschaftlichen Umfeld. All diese Entscheidungen fielen vor der konstituierenden Sitzung des Rundfunkbeirates der Einrichtung am 9. Januar 1991, unter Mitwirkung der CDU-Ministerpräsidenten. Lediglich der Brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) warf Mühlfenzl ein erhebliches Maß an praktizierter Staatsnähe vor.

Die fünf neuen Bundesländer übernehmen das Zepter

Mit den ersten Landtagswahlen ging die Rundfunkhoheit endgültig in die Hände der Länder über. Der im Sommer 1990 begonnene Aufbau der neuen Landesstudios ging unabhängig von den politischen Entwicklungen weiter. Die kaum entwickelte Infrastruktur in den Ministerien, die zum Teil langanhaltenden Koalitionsverhandlungen und das anfängliche Fehlen einer effektiven Verwaltung ermöglichten es der Medienpolitik, weitere irreversible Entscheidungen ohne Einbeziehung der Parlamente zu treffen.

Die Gründung des Mitteldeutschen Rundfunks

Als erster forderte, mit Blick auf die Rundfunkgebühren, der sächsische (und aus dem Westen stammende) Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) öffentlich die Gründung einer Drei-Länder-Anstalt von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am 14. Februar 1991 unterzeichneten die Ministerpräsidenten der drei Länder, in denen damals etwa 10 Millionen Menschen lebten, eine entsprechende Absichtserklärung. Ohne Know-how- und Personaltransfer aus den alten Bundesländern, nach dessen Blaupause das alles geschah, wäre es nicht möglich gewesen, dass am 30. Mai 1991 die drei Ministerpräsidenten in Erfurt den Vertrag zur Bildung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) unterzeichneten. Leipzig wurde Sitz der zu gründenden Dreiländeranstalt. Die Auflösung der bisherigen Rundfunkstrukturen war damit endgültig besiegelt. Mit dem am 1. Juli 1991 in Kraft getretenen Staatsvertrag entstanden auch die Voraussetzungen für die Gründung privater Rundfunkanstalten. In der Folgezeit musste von den Immobilien über die Technik bis hin zum Personal alles neu organisiert werden, damit am 1. Januar 1992 der reguläre Sendebetrieb beginnen konnte. Der Bayerische Rundfunk (BR), von dem mit Udo Reiter auch der erste Intendant kam, unterstützte maßgeblich den Aufbauprozess des MDR.

Auf heftige Kritik stießen Reiters erste Personalentscheidungen, die den Kurs des Senders für die folgenden zwei Jahrzehnte vorgaben. Im August 1991 besetzte er sieben von acht Direktorenposten mit Westdeutschen. Die gesamte engere Führungsspitze, die über die inhaltliche und journalistische Ausrichtung des Ost-Senders entschied, kam aus dem Westen, denn der einzige Ostdeutsche war für die Technik zuständig. Diese Entscheidung gab Anlass für Kritik, die von einer „Kolonialisierung des Rundfunks“ bis hin zur „Landnahme“ reichte. Die SPD-Landtagsfraktionen aller drei MDR-Länder wandten sich gemeinsam gegen die „Bajuwarisierung“ der MDR-Führungsfunktionen.

Der spätere Bundesverfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem hielt den MDR-Staatsvertrag insgesamt für verfassungswidrig. Insbesondere § 45 des Rundfunkstaatsvertrages erlaubte es den Mehrheitsparteien der jeweiligen Landtage, „ungeniert“ auf den für Personalentscheidungen zuständigen Beirat zuzugreifen. Dies ermöglichte pluralismusfeindliche Strukturen, so der Medienrechtler, wie sie in keiner westdeutschen Rundfunkanstalt bestanden. Auch die weiteren Personalentscheidungen gaben Anlass zur Kritik, die allerdings keine vergleichbare Öffentlichkeit fand. Nach der von Reiter herausgegebenen Richtlinie sollten etwa 50 Prozent der neuen inhaltlich arbeitenden Mitarbeiter aus dem Westen kommen. Neben Leipzig wurden vor allem in den Landeshauptstädten Dresden, Erfurt und Magdeburg Landesstudios gegründet. Die bisherige, aus der DDR beziehungsweise der Nachwendezeit übernommene lokale Trennung von Hörfunk- und Fernsehanstalten wurde aufgehoben.

Angst vor zu viel Osten?

Der gesamte Prozess hatte offensichtlich als wichtigstes Ziel, die zentralen DDR-Sender zu zerschlagen und eine reine Ost-Anstalt aller neuen Länder zu verhindern. Die grundsätzlichen Personalentscheidungen unterstreichen, dass seitens der ARD keinerlei Interesse bestand, die westdeutschen ZuschauerInnen mit den ostdeutschen Erfahrungen, resultierend aus unterschiedlichen Kulturen und Identitäten, zu konfrontieren. Ein aus diesem Spannungsfeld erwachsender kritisch-kontrollierender und reflektierender Journalismus konnte sich damit nicht entwickeln.

Stattdessen entwickelte sich ein oft regionalspezifischer Ratgeberjournalismus. Das ZDF verfolgte eine vergleichbare Personalpolitik. Die neu errungene Freiheit und Demokratie sowie die sie erlebbarmachenden Partizipationsmöglichkeiten und die Medienfreiheit konnten sich für Ostdeutsche unter diesen Bedingungen nicht entfalten. Die zwangsläufige Folge fehlender Chancen, spezifischer Wertvorstellungen sowie fehlender Möglichkeiten, Gestaltungsvorschläge einzubringen, war eine bis in die Gegenwart reichende fehlende Repräsentanz und Stimmlosigkeit des Ostens in der Publizistik von ARD und im ZDF. Das politische Bewusstsein, die soziale Erinnerung, alle Selbstverständigung, die sich eine ganze Bevölkerung gerade erobert hatte, verwandelte sich in Entmündigung und Belehrung. Insofern war es durchaus konsequent, dass der Kinderkanal KiKa als einzige landesweite ARD-Anstalt und in Kooperation mit dem ZDF in Erfurt angesiedelt wurde, während mehr als 60 kleine und große Institutionen des Senderverbundes in den alten Ländern existieren.

Das Ringen im Nordosten - Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin

Im Unterschied zu den Ländern, die sich im MDR zusammengeschlossen hatten, fehlten die parteipolitischen Gemeinsamkeiten zwischen den Regierungen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Entgegen den Vorstellungen des Schweriner Landtages erarbeiteten Vertreter der drei Länder einen Staatsvertrag. Infolge des parlamentarischen Widerstandes in Schwerin befürchtete der Brandenburger Landtag eine Vereinnahmung durch den mit 96 Millionen D-Mark verschuldeten Sender Freies Berlin (SFB) und präferierte zur Stärkung der eigenen kulturellen Identität die Gründung einer eigenen Anstalt. Da der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ein Zusammengehen mit dem NDR präferierte, erarbeiteten die SPD-Fraktion im Potsdamer Landtag zusammen mit den Fraktionen von FDP und Bündnis 90/Die Grünen ein Vorschaltgesetz. Es sollte in Kraft treten, falls nicht alle Parlamente den nordostdeutschen Staatsvertrag (NORA) ratifizieren sollten. Das Gesetz ernannte den ehemalige WDR-Intendanten Friedrich-Wilhelm von Sell zum Gründungsintendanten. Bis zum Inkrafttreten des Gesetzes sollte er sich mit Planungs- und Vorbereitungsaufgaben der Rundfunkgründung beschäftigen. Auf diese Weise sollte eine mögliche Unterbrechung der Rundfunkversorgung in Brandenburg vermieden werden. Nach der Ablehnung des Staatsvertrags über einen Nordostdeutschen Rundfunk durch den Schweriner Landtag kam es zu längeren Auseinandersetzungen zwischen dem Vorsitzenden der Landtagsfraktion der SPD, Wolfgang Birthler, der auf der Errichtung einer schlanken Anstalt bestand, und von Sell. Deshalb wurden erst am 24. September 1991 die ersten 180 Personen als neue MitarbeiterInnen auf Probe eingestellt. Das Rundfunkgesetz Brandenburg, das am folgenden Tag verabschiedet wurde, entsprach in seinen Normen und in seiner Organisation der bundesrepublikanischen Rechtslage, da es weitgehend mit dem nordrhein-westfälischen Rundfunkgesetz identisch war. Im Unterschied zum MDR lag der Anteil staatlicher FunktionsträgerInnen im Rundfunkrat bei 24,4 Prozent.

Gründung des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg und Kooperation mit dem SFB

Am 8. November wurde Hansjürgen Rosenbauer, zuvor seit 1978 beim WDR-Fernsehen tätig, zum Intendanten des Senders gewählt. Er teilte die DirektorInnenposten paritätisch zwischen Ost und West auf. Um in der ARD an Gewicht zu gewinnen, unterzeichneten am 29. Februar 1992 der Regierende Bürgermeister Berlins, Eberhard Diepgen (CDU), und Manfred Stolpe einen den Rundfunk betreffenden Staatsvertrag zur Zusammenarbeit beider Länder. Er mündete 2003 in der Gründung des Rundfunks Berlin Brandenburg, kurz rbb, nachdem die Koalition zwischen CDU und SPD in Berlin wegen des Berliner Bankenskandals aufgekündigt worden war, ein rot-grüner Interimssenat die Geschäfte übernommen hatte und nach der Neuwahl des Berliner Abgeordnetenhauses im Juni 2001 ein rot-rotes-Bündnis aus SPD und PDS unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die politische Führung in Berlin übernahm.

Zukunft für die Deutsche Welle, den RIAS und den Deutschlandfunk

Am 20. September 1990 beauftragten die Ministerpräsidenten der alten Bundesrepublik ihre Amtskollegen Max Streibl (Bayern, CSU) und Björn Engholm (Schleswig-Holstein, SPD) mit der Aufgabe, eine Lösung für die Zukunft der Deutschen Welle, des RIAS und des Deutschlandfunks zu suchen, da diese ihren bisherigen Programmauftrag erfüllt hätten. Für die Deutsche Welle wurde der Programmauftrag auf die neuen Länder ausgedehnt, und das Auswärtige Amt übernahm weiterhin die Finanzierung. Infolge der erfolgreichen Lobbyarbeit von DS-Kultur sollte dieser in einen zukünftigen nationalen Hörfunk integriert werden. Nach langanhaltenden Diskussionen vereinbarten Bund und Länder erst am 17. Juni 1993 die Schaffung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, dessen Träger ARD, ZDF und alle 16 Bundesländer sind. Mit dieser Rechtsform erhielt das Deutschlandradio als einziger Radio-Veranstalter den Auftrag zur bundesweiten Ausstrahlung seiner Programme. Seit dem 1. Januar 1994 produziert das Deutschlandradio, ohne Werbung und Sponsoring, an seinen Standorten Berlin und Köln zwei Programme in Weiterführung des seit 1962 bestehenden Deutschlandfunks und des 1994 gegründeten Deutschlandfunk Kultur. Die Rundfunkgebühren bildeten die finanzielle Basis beider Programme, die ab 2010 mit Deutschlandfunk Nova verstärkt wurden. Im Zuge der Gründung des Deutschlandradios wurden unter dem Dach der „Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH“ als Trägergesellschaft auch die Ost- und Westberliner Radioorchester und Rundfunkchöre zusammengefasst und finanziell abgesichert.

Das Aus für die DDR-Radioprogramme und das DDR-Fernsehen

Da die neuen Länder keinen gemeinsamen Staatsvertrag schlossen, mussten der DFF, Radio aktuell, der Berliner Rundfunk und DT64 am 31. Dezember 1991 ihre Tätigkeit einstellen. Der Berliner Rundfunk wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1992 als Berliner Rundfunk 91.4 zum ersten privaten Sender in Ostdeutschland. Sein Programm war nur noch in Berlin und Umgebung zu hören. Die ehemaligen DDR-Frequenzen in anderen Bundesländern übernahmen regionale Programme der ARD. Die Vielzahl beliebter Unterhaltungssendungen war mittels Werbung nicht mehr zu finanzieren. Die Entscheidung basierte auf einem Beschluss der CDU-geführten Landesregierung in Berlin, die den SFB zur alleinigen Landesrundfunkanstalt machte. RIAS II wurde ebenfalls privatisiert und sendete fortan als 94,3 rs2. Radio aktuell, ehemals Radio DDR I, musste seinen Sendebetrieb ebenso wie der DFF einstellen. Lediglich das Jugendprogramm des Fernsehens Elf99 konnte bis 1994 noch zeitweise bei RTLplus und anschließend bei Vox weiter produzieren.

Die Übernahme einiger populärer Sendereihen des DFF in den neuen Anstalten bedeutete jedoch nicht, dass auch die verantwortlichen RedakteurInnen weiter beschäftigt wurden. Für den Erhalt von DT64 kämpfte öffentlich wirksam ein große Gruppe Jugendlicher, die mit ihren Aktionen zeigte, wie wichtig ihr das Programm für ihre eigene Identität war. In der Bundestagsdebatte vom 12. Dezember 1991 sprachen sich SPD, Grüne und die linke Liste/PDS für den Erhalt des Senders aus. Vor dem Hintergrund dieser Proteste mussten die beiden neu gegründeten Anstalten MDR und ORB für das Programm eine Lösung finden: Der MDR verbannte DT64 unter dem Namen Sputnik ab 1993 auf einen Satelliten, nachdem es zuvor auf Mittelwelle „geparkt“ war. Der ORB integrierte Teile des Programms in sein Jugendmagazin Rockradio B. Damit waren auch die Arbeitsplätze der MitarbeiterInnen gesichert. Am 31. Dezember 1991, dem letzten Tag der Einrichtung, hatten alle 4.100 MitarbeiterInnen ihre Kündigung bereits lange erhalten. Insgesamt wurden von den etwa 14.000 MitarbeiterInnen beim Hörfunk und Fernsehen der DDR 4.700 bei den öffentlich-rechtlichen oder privaten Medieneinrichtungen weiter beschäftigt.

Eine Einrichtung zur Abwicklung

Am 20. November 1991 einigten sich die Staats- und Senatskanzleien schließlich auf die Gründung der Gesellschaft zur Abwicklung der Rundfunkeinrichtung gemäß Artikel 36 Einigungsvertrag mbH, die die Sachwerte, das Programmvermögen, die Urheberrechte und die Archive über den Jahreswechsel hinaus verwalten sollte. Auch Fragen der Finanzabwicklung, des Geschäftsabschlusses und der Personalangelegenheiten sollte sie regeln. Alle andiskutierten Konzepte, die beiden großen Liegenschaften in Berlin-Schöneweide und Adlershof weiterhin für Fernseh- und Hörfunkproduktionen zu nutzen, scheiterten zum einen an den Vorstellungen der Anstalten, die Teile der dort vorhandenen Technik übernehmen wollten.

Zum anderen verweigerten die Länder die Gründung und Finanzierung einer Auffanggesellschaft, mittels derer entlassene RundfunkmitarbeiterInnen in den alten Gebäuden Programmbeiträge hätten produzieren können. Im Land Brandenburg bestanden zusätzliche Bedenken hinsichtlich einer möglichen Konkurrenz zwischen einem Medienzentrum in Berlin und dem erhofften Ausbau des Babelsberger DEFA-Geländes. Das 30 Hektar umfassende Gelände mit seinen zehn Studios in Adlershof wurde 1998 von Studio Hamburg, einer Tochter des NDR, übernommen. Eine Lösung für das Hörfunkgelände in der Nalepastraße fand sich erst 2015.

Nur durch den persönlichen Einsatz des gerade in sein Amt eingeführten neuen Vorstands der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv (DRA), Felix Joachim Leonhard, wurde das gesamte Archiv des Hörfunks und des Fernsehens der DDR nicht verkauft, sondern durch das DRA gerettet und in den folgenden Jahrzehnten ergänzt und aufgearbeitet. Nicht nur als wichtiger Programmlieferant sondern auch als eine wichtige Hinterlassenschaft eines untergegangenen Staates ist es ein wesentlicher Baustein deutscher Erinnerungskultur.

Ein landesweiter fruchtbarer Austausch über die aus zwei unterschiedlichen politischen Kulturen resultierenden Erfahrungen sind in den Programmen von ARD und ZDF unterblieben. Da Handlungen immer rekursiv sind, fehlt es deshalb bis heute immer wieder am beiderseitigen Verständnis. Für die publizistische Bedeutungslosigkeit des MDR innerhalb der Bundesrepublik ist die aktuelle Besetzung der 30 Auslandsstudios der ARD signifikant. Lediglich Prag, Neu Dehli und das Hörfunkstudio in Shanghai werden vom MDR geleitet. In Indien wird der Hörfunkkorrespondent noch vom HR gestellt. Abgesehen davon sind es alles Studios, deren Informationen nur mehr oder weniger am Rand der politischen Berichterstattung in Deutschland stehen.

Hier können Sie den ersten Teil Interner Link: "Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR. Vom Herbst 1989 bis zur Wiedervereinigung 1990" von Wolfgang Mühl-Benninghaus lesen >>

Zitierweise: Wolfgang Mühl-Benninghaus, „Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland - Eine Bilanz nach 30 Jahren“, in: Deutschland Archiv, 7.4.2022, Link: www.bpb.de/507050.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Funkkorrespondenz Nr. 42, 19.10.1990, Protokoll der Wahl des Rundfunkbeauftragten vom 15. 10.1990.

  2. Rainer Frenkel, ARD und ZDF über alles – Die Neuordnung des deutschen Hörfunks und Fernsehens: Gewinner im Westen, Verlierer im Osten, in: Die Zeit, 2.11.1990, S. 3.

  3. Rundfunkbeirat der neuen Länder, in: Epd Nr. 100/102, 19.12.1990, S. 15.

  4. Vgl. Rainer Frenkel (Anm. 2).

  5. Vgl. Knut Hickethier, Das Zerschlagen der Einrichtung. Der Weg vom Staatsfernsehen der DDR zum Rundfunkföderalismus in den neuen Bundesländern, in: Rainer Bohn et.al. (Hg.), Mauer-Show. Das Ende der DDR, die deutsche Einheit und die Medien, Berlin 1992, S. 71-93 hier S. 87.

  6. Der Einigungsvertrag regelte in Artikel 36 Fragen des Rundfunks: „Der „Rundfunk der DDR“ [hier ist der Hörfunk gemeint] und der „Deutsche Fernsehfunk“ werden als gemeinschaftliche, staatsunabhängige, rechtsfähige Einrichtung von den in Artikel I, Abs. I genannten Ländern [die fünf ostdeutschen Bundesländer] und dem Land Berlin, für den Teil, in dem das Grundgesetz bisher nicht galt, bis spätestens 31. Dezember 1991 weitergeführt, … Die Einrichtung hat die Aufgabe, die Bevölkerung in dem in Artikel 3 genannten Gebiet [die fünf ostdeutschen Bundesländer und Ostberlin] nach den allgemeinen Grundsätzen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit Hörfunk und Fernsehen zu versorgen. Die bisher der Deutschen Post zugehörige Studiotechnik sowie die der Produktion und Verwaltung des Rundfunks und des Fernsehens dienenden Liegenschaften werden der Einrichtung zugeordnet.“ Bis Ende 1991 sollte die Einrichtung aufgelöst bzw. in „Anstalten des öffentlichen Rechts einzelner oder mehrerer Länder“ überführt werden. Die Finanzgrundlage der Einrichtung bildeten die Teilnehmergebühren, die auf dem Gebiet der ehemaligen DDR eingenommen wurden, sowie die Werbeeinnahmen.

  7. Vgl. Michael Brinkmann, Das neue Recht des Mitteldeutschen Rundfunks unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungen des Rundfunkrechts in der ehemaligen DDR, Frankfurt/M. u.a. 1994, S. 63.

  8. Vgl. u.a.: Heide Riedel (Hg.), Mit uns zieht die neue Zeit... 40 Jahre DDR-Medien, Berlin 1994, S. 281.

  9. Vgl. Wolfgang Hoffmann-Riem, Die Entwicklung der Medien und des Medienrechts im Gebiet der ehemaligen DDR, in: Archiv für Presserecht 22. Jg. 1991, 472-481 hier S. 480.

  10. Der frühere Kameramann Michael Albrecht war der letzte Generalintendant des DDR-Fernsehens, nachdem Hans Bentzien am 13.6.1990 durch Lothar de Maizière von seinem Amt abberufen worden war.

  11. Vgl. Reinhard Ricker, Rechtsprobleme der Rundfunk-„Einrichtung“ in den neuen Bundesländern, in: Archiv für Presserecht 22. Jg. 1991, S. 482 S. 482-484, hier S. 482.

  12. Vgl. Edith Spielhagen, Zuschauererwartungen und -reaktionen auf die Programmangebote von ARD und ZDF in den neuen Bundesländern. Ergebnisse der Ost-Studie der ARD/ZDF Medienkommission, in: Media Perspektiven 8/1995, S. 362 -392.

  13. Dieter Stolte/ Hansjürgen Rosenbauer: Die doppelte Öffentlichkeit. Zur Ost-Studie der ARD/ZDF-Medienkommission in: Media Perspektiven 8/1995, S. 358-361, hier S. 358.

  14. Vgl. Vorgesetzte um Entscheidung bitten - Die elf „Führungsgrundsätze“ des DDR-Rundfunk-Umschülers Ferdi Breidbach , in: taz, 31.5.1991, S. 23, https://taz.de/Vorgesetzte-um-Entscheidung-bitten/!1717632/, zuletzt aufgerufen am 29.3.2022; siehe auch Lutz Herden, 1991: Fesche Absahne, in: Der Freitag 18/2021, https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/1991-fesche-absahne, zuletzt aufgerufen am 29.3.2022.

  15. Vgl. Frauke Höbermann, Atlantis und andere Pläne, in: Journalist 9/1991, S. 67 ff.; vgl. auch: ebenda 12/1991 S. 42 f.

  16. Die Aufgaben des Rundfunkbeirates beschreibt Abs. 4 Artikel 36 des Einigungsvertrages: Der Rundfunkbeirat hat in allen Programmfragen ein Beratungsrecht und bei wesentlichen Personal-, Wirtschafts- und Haushaltsfragen ein Mitwirkungsrecht. Der Rundfunkbeirat kann den Rundfunkbeauftragten mit der Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder abberufen. Er kann mit der Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder einen neuen Rundfunkbeauftragten wählen.“

  17. Vgl. Reiner Stein, Vom Fernsehen und Radio der DDR zur ARD. Die Entwicklung und Neuordnung des Rundfunkwesens in den neuen Bundesländern, Marburg 2000, S. 133 f.

  18. Vgl. Wolfgang Hoffmann-Riem, Rundfunk in den neuen Ländern mit alten Schwächen: Der ungenierte Parteienzugriff, in: Archiv für Presserecht, 22. Jg. 1991, S. 606-611, hier S. 607 ff.

  19. Der zeitgleiche Verkauf der ehemaligen Bezirkszeitungen der SED an große und mittlere Verlage der alten Bundesrepublik, der an Schnelligkeit nur durch die Privatisierung von Brauereien übertroffen wurde, verstärkte diesen Prozess.

  20. Am 29. November 1960 trat das Gesetz über die Errichtung von Rundfunkanstalten des Bundesrechts ((BGBl. I S. 862 in Kraft. Es legte fest, dass die mit diesem Gesetz eigenständig werdende Deutsche Welle über Kurzwelle Rundfunksendungen für das Ausland und der Deutschlandfunk Rundfunksendungen für (ganz) Deutschland und das europäische Ausland produzieren sollten. Die Sendungen des Deutschlandfunks sollten laut § 5 (1) „ein umfassendes Bild Deutschlands vermitteln.“. Die Zielgruppe des Senders waren primär HörerInnen der DDR, denen der Sender eine Alternative zum Hörfunk der DDR bieten sollte. er RIAS Berlin (Rundfunk im amerikanischen Sektor) wurde von der amerikanischen Militäradministration 1946 als Gegenstimme zum sowjetisch kontrollierten Berliner Rundfunk ins Leben gerufen. Er unterstand der Programmhoheit der USIA (United States Information Agency). Sein Sendegebiet umfasste ganz Berlin und die DDR.

  21. Vgl. Reiner Stein, Vom Fernsehen und Radio der DDR zur ARD. Die Entwicklung und Neuordnung des Rundfunkwesens in den neuen Bundesländern, Marburg 2000, S. 162.

Lizenz

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Wolfgang Mühl-Benninghaus für bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und des/der Autors/-in teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.
Sie wollen einen Inhalt von bpb.de nutzen?

Weitere Inhalte

Prof. Dr., ist ein deutscher Medienwissenschaftler. Er studierte von 1973-1978 Wirtschaftsgeschichte und Alte Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, das er als Wirtschaftshistoriker abschloss. Seine Dissertation mit dem Titel "Der Mensch als Maß. Eine Studie zur griechischen Aufklärung im 5. Jhd. v. u. Z" erfolgte 1981 an der HUB. Nach einem Zusatzstudium in Moskau war er von 1983-1984 Fachdolmetscher in der Ukraine. 1988 habilitierte über die Wirtschaftsgeschichte der Medien in der Weimarer Republik. Von 1988-1990 war er Oberassistent am Bereich Theaterwissenschaft der HU, bis 1993 Dozent für Kulturelle Kommunikation und Mediengeschichte. Seit 1993 ist er Professor für Theorie und Geschichte des Films, zudem übernahm er Gastdozenturen an anderen Universitäten und war als Berater für Fernsehprojekte tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Film-, Fernseh- und Hörfunkgeschichte und Medienwirtschaft.