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Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges?

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges?

Bernd Greiner

/ 14 Minuten zu lesen

Warum scheiterte es, eine nachhaltige Sicherheitsarchitektur in Europa aufzubauen, nachdem die Mauer und die Sowjetunion zerfielen? Eine Analyse des Historikers Bernd Greiner, der insbesondere die 1990er-Jahre als ein "sicherheitspolitisch vergeudetes Jahrzehnt" voller Versäumnisse und Fehleinschätzungen betrachtet. Nun betreibe Putin ein "Spiel mit der Angst", das er freilich nicht erfunden habe, "sondern auf unverantwortliche Weise in Erinnerung gerufen" hat.

Zerstörte russische Panzer in den Außenbezirken von Kyiv (Kiew), dokumentiert am 31. März 2022. (© picture-alliance/AP, Rodrigo Abd)

Ein über Monate vorbereiteter Überfall auf die Ukraine, nie dagewesene Wirtschaftssanktionen gegen den Aggressor, vorsätzlicher Terror gegen zivile Ziele und andere Kriegsverbrechen der russischen Armee, Drohungen aus dem Kreml mit atomaren Vernichtungswaffen obendrein. Die Welt ist seit Ende Februar 2022 aus den Fugen.

Und die Versuchung, Wladimir Putin zu dämonisieren, liegt nahe. Dass einzelne Machthaber, übelmeinende Autokraten zumal, buchstäblich über Nacht alles auf den Kopf stellen können, wer wollte es angesichts der Bilder aus Mariupol, Lwiw oder Charkiw bestreiten?

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Andererseits führt die Fixierung auf das Böse, die um sich selbst kreisende Wut über einen Wüterich, kein Jota weiter. Sie erklärt nichts, im Gegenteil. Auf die Spitze getrieben, kann daraus sogar ein Alibi für die Vernachlässigung historischen Denkens und Abwägens werden – für die Abneigung also, nach Hintergründen und Ursachen zu fragen und dabei auch vor dem eigenen Anteil am Geschehen nicht halt zu machen.

„The Past is But Prologue“, steht in Stein gemeißelt über dem Eingang des ehemaligen Hauptsitzes der „National Archives“ in Washington, D.C. „Die Vergangenheit ist nur Prolog“ – in diesem Sinne sollte die entscheidende Frage an unsere Gegenwart lauten: Was lief schief seit 1989, seit den Tagen, als man für kurze Zeit von einem Zeitalter der Stabilität und des Friedens träumen durfte?

1989 - Als alles möglich schien

Nach dem Fall der Berliner Mauer schien fast alles möglich, von höchster Stelle in Ost und West wurden alte Versprechen erneuert und ehedem Unvorstellbares in Aussicht gestellt: das Ende des Kalten Krieges, ein „Gemeinsames Haus Europa“, Gewaltverzicht im Falle internationaler Konflikte und Unverletzlichkeit von Grenzen, eine „Friedensdividende“ und damit die Möglichkeit, nach einem Abspecken der Rüstungsetats freiwerdende Gelder in Bildung, Soziales und Umweltschutz zu investieren.

Die in Moskau angestimmte „Sinatra-Doktrin“ nicht zu vergessen, der zufolge die ehemals an die UdSSR gebundenen Staaten Ost- und Ostmitteleuropas fortan das Recht hätten, nach eigener Fasson glücklich zu werden: „Do it your way.“

Mauerrest im Süden Berlins 1991. (© Holger Kulick)

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Von Vertrauensbildung war nicht nur viel die Rede, sie schien gar zum Maßstab internationaler Politik zu werden.

Nur so ist zu erklären, dass die sowjetische Führung eine NATO-Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands akzeptierte und sich im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ausdrücklich hinter den amerikanischen Militäreinsatz zur Befreiung Kuwaits von irakischer Besatzung stellte. Hochtrabende Etiketten wie „Neue Weltordnung“ oder „Triumph des Rechts über die Gesetze des Dschungels“ hin oder her, die Tür zu einer entspannteren Zukunft stand zweifellos offen.

Übersehenes, dünnes Eis

Andererseits bewegte man sich auf dünnem Eis. Dass eine Weltmacht wie die UdSSR sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden würde, war im Licht jahrhundertelanger Erfahrungen mit dem Niedergang von Imperien eigentlich nicht zu erwarten. Fast ausnahmslos war deren Abschied von ehemaliger Größe ein zäher, über Generationen sich hinziehender Prozess voller Rückschläge, immer wieder unterbrochen von der Illusion, das Verlorene in einem letzten Kraftakt doch noch wiedergewinnen zu können, zur Not mit Gewalt.

Der Zerfall der Sowjetunion 1990/91 (© Bergmoser + Höller Verlag AG, Zahlenbild 843 115)

Für das 20. Jahrhundert hält die deutsche, britische oder französische Geschichte entsprechende Beispiele parat. Warum derlei Abwehrreflexe im Russland der 1990er-Jahre ausblieben, verwunderte auf den ersten Blick. Und doch gab es schon damals hinreichende Gründe, nicht vorschnell von einem historischen Sonderweg auszugehen.

Im ersten Jahrzehnt der neuen russischen Zeitrechnung drängte zunächst anderes in den Vordergrund, vorweg die Schockwellen beim Übergang von einer bis ins Kleinste orchestrierten Staatswirtschaft zum ungeregelten Markt privatisierter Unternehmen. Das Land stürzte in eine schwere Finanz- und Wirtschaftskrise, ächzte unter einer Hyperinflation und konnte seine Schulden kaum noch bedienen.

Emanzipation versus Machterhalt

Sodann mussten tragfähige Beziehungen zu den 14 ehemaligen Sowjetrepubliken aufgebaut werden, die seit 1991 ihre Unabhängigkeit erklärt hatten: die Ukraine, Belarus, Moldawien, Estland, Lettland, Litauen, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan.

Dass deren emanzipatorisches Beispiel Schule machen, also die gerade gegründete Russische Föderation von ihren Rändern her ins Wanken bringen könnte, schien durchaus möglich und war der ausschlaggebende Grund für Moskaus ersten Krieg gegen Tschetschenien in den Jahren 1994 bis 1996.

Déjà-vu. Ein russischer Soldat am 25. Febraur 1995 vor dem zerstörten Präsidentenpalast in Grosny. In dem fast zweijährigen Krieg um die Unabhängigkeit der russischen Republik Tschetschenien starben laut Schätzungen mindestens 80.000 Menschen und zahllose Menschen wurden vertrieben. Zwischen 1999 und 2009 setzte sich der Krieg fort. (© picture-alliance/dpa, epa)

In einem Satz: Boris Jelzin, der damals starke Mann, hatte alle Hände voll mit dem eigenen Machterhalt zu tun. Sein Kampf ums politische Überleben ließ selbst härteste Kritiker wie Maulhelden aussehen.

Konfrontiert mit einer tristen Gegenwart, musste sich jeder verheben, der nostalgischen Erinnerungen an die Vergangenheit nachhing oder gar von einer Wiederbelebung glorreicher Zeiten träumte.

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Nicht zuletzt deshalb verpuffte in den USA das Nachdenken über eine außen- und sicherheitspolitische Schubumkehr. Warum, so der selbstgefällige Tenor, sollte man in der Stunde des Sieges im Kalten Krieg einen neuen Kurs einschlagen? Wäre es nicht klüger, das geschwächte Russland weiterhin unter Spannung zu halten und damit in eine Washington genehme Richtung zu drängen?

Gerade der damalige US-Präsident zeigte sich empfänglich für dergleichen Einflüsterungen. Im Überschwang des Triumphs über den Erzrivalen hauchte George H. W. Bush der alten Idee von Amerika als der unverzichtbaren, zur Führung der Welt bestimmten Nation neues Leben ein:

„Ich habe den Eindruck, dass die sowjetische Gefahr möglicherweise größer ist als früher, da sie vielgestaltiger geworden ist. […] Wir haben gesiegt und sie nicht. Wir können nicht zulassen, dass die Sowjets ihre Niederlage in einen Sieg verwandeln. […] Wir werden das Spiel gewinnen, aber wir müssen uns dabei clever anstellen.“

Sich clever anstellen, galt insbesondere für das brisanteste Thema in den frühen 1990er-Jahren: die Osterweiterung der NATO. Zwar ging die Regierung Gorbatschow – gestützt auf Andeutungen und informelle Zusagen westlicher Gesprächspartner – davon aus, dass es eine Ausdehnung der westlichen Militärallianz in Richtung Osteuropa nicht geben würde, weder kurzfristig noch auf lange Sicht. Doch diese Momentaufnahme aus den Jahren 1989 und 1990 war ein Muster ohne Wert:

Erstens konnte zu diesem Zeitpunkt niemand eine baldige Auflösung des Warschauer Paktes und damit die Wahrscheinlichkeit eines Seitenwechsels sowjetischer „Bruderstaaten“ voraussehen.

Und zweitens waren die von der Bundesrepublik gemachten Versprechen nichts weiter als Gesten – Bekundungen guten Willens, vorgetragen von Diplomaten und Politikern, die innerhalb der NATO noch nie den Ton angegeben hatten und die sich aus Rücksicht auf eine reibungslose Vereinigung Deutschlands keine Reibereien mit den USA leisten durften oder wollten. Genau das war der Haken.

Über den tatsächlichen Fahrplan wurde wie eh und je in Washington entschieden. Und dort schälte sich bereits im Herbst 1991 eine im Ton konziliante, aber in der Sache unnachgiebige Linie heraus. Im Grunde ging es nicht mehr um das Ob, sondern allein um das Wann und Wie einer Machtprojektion gen Osten. Dies umso mehr, als angesichts des Siechtums der Sowjetunion außer verbalen Mäkeleien keine weitere Gegenwehr zu erwarten war.

NATO-Osterweiterung - Anfänglich lief alles wie gewünscht

Anfänglich lief alles wie gewünscht. Aus dem mit sich selbst überbeschäftigten Russland kam allenfalls leises Grummeln, als 1997 die Aufnahme von Polen, Ungarn und Tschechien in die NATO beschlossen und kurz darauf realisiert wurde.

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Auch gegen die fünf Jahre später vollzogene Mitgliedschaft von Estland, Lettland und Litauen, von Bulgarien und Rumänien, Slowenien und der Slowakei gab es keine nennenswerten Einwände. Wohl deshalb nicht, weil zeitgleich auf russische Sicherheitsinteressen Rücksicht genommen wurde – mit der Einrichtung des „NATO-Russland-Rates“, einem Gremium zur Verstetigung des diplomatischen und militärischen Austauschs, sodann durch ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit der Europäischen Union, nicht zuletzt mit der Aufnahme Russlands in die Gruppe der wichtigsten Industrienationen.

Historischer Moment am 25.9.2001. Zum ersten Mal redet mit Wladimir Putin ein russischer Präsident vor dem Bundestag in Berlin und entwirft Perspektiven weiterer Entspannungspoliik. Im Nachinein ist umstritten wie ernst Putin seine Rede gemeint hat. (© picture-alliance, ZB | Peer Grimm)

In dieser Zeit setzte Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation seit 2000, noch auf eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Westen. Anders jedenfalls ist nicht zu verstehen, dass er nach „9/11“ den USA Hilfe beim Kampf gegen den internationalen Terrorismus anbot.

Oder dass er, ebenfalls im Jahr 2001, in einer vielbeachteten Rede vor dem Deutschen Bundestag den Kalten Krieg zum Signum einer endgültig überwundenen Epoche erklärte. Der parteiübergreifende Applaus war ihm sicher, erinnerten seine vorgetragenen Worte doch in vielem an den ehemaligen Hoffnungsträger Michail Gorbatschow.

Kann Sicherheit nur auf Militär basieren?

Dennoch warnten amerikanische Beobachter vor dem allzu selbstgewissen Kurs ihrer Regierung, allen voran George F. Kennan, der legendäre Stichwortgeber für Washingtons Eindämmungsstrategie gegenüber Stalin:

„Eine Ausweitung der NATO“, so Kennan in einem Anfang Februar 1997 in der „New York Times“ veröffentlichten Aufsatz, „wäre der verhängnisvollste Fehler amerikanischer Politik nach dem Ende des Kalten Krieges.“

Das Schutzbedürfnis Osteuropas und des Baltikums hatte Kennan sehr wohl im Blick, er verteidigte es ohne Wenn und Aber. Nur mit einem wollte er sich nicht abfinden – mit dem vom Weißen Haus vertretenen Grundsatz, dass Sicherheit in erster Linie mit militärischen Mitteln, durch Rüstung und Waffenbrüderschaft, hergestellt werden kann und muss. Und dass andere Optionen, von der Entmilitarisierung bis zur Neutralität neuralgischer Regionen, erst gar nicht in Erwägung gezogen wurden:

„Warum sollten die Beziehungen zwischen Ost und West um die Frage kreisen, wer mit wem verbündet ist und, zumindest indirekt, wer an wessen Seite steht im Falle eines abwegigen, ganz und gar nicht absehbaren und äußerst unwahrscheinlichen militärischen Konflikts?“

Mit seiner Steilvorlage für Ewiggestrige und „Hardliner“ im Kreml, so Kennan, beförderte Washington genau das, was nach Kräften hätte vermieden werden müssen – eine Aufwertung „der nationalistischen, anti-westlichen und militaristischen Tendenzen in Russland. […] In Russland ist man wenig beeindruckt von den Beteuerungen, dass Amerika keine feindlichen Absichten hegt. […] Man wird von einer Zurückweisung durch den Westen ausgehen und sich vermutlich nach anderen Mitteln und Möglichkeiten für eine sichere Zukunft umsehen.“

Europas fehlender Hausbau

Man kann diesen Text nicht oft genug zitieren. Klarer als die meisten Kommentatoren seiner Zeit hatte Kennan erkannt, wie unausgegoren die damals viel bemühten Ideen für eine nachhaltige Sicherheitsarchitektur in Europa waren. Welche Abmessung sollte das Grundstück für ein „gemeinsames Haus Europa“ haben? Von der Nordsee bis Wladiwostok? Oder vom Atlantik bis zum Ural? Wer schrieb die Hausordnung, wer würde mit ihrer Durchsetzung betraut? Wem gebührte die Beletage? Oder würde es dieses Privileg gar nicht mehr geben?

Mit der „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (OSZE), im Jahr 1994 aus der „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (KSZE) hervorgegangen, hätte man die ersten Schritte gehen können – theoretisch jedenfalls. In der Praxis blieb diese Möglichkeit ungenutzt.

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Die OSZE hatte nämlich einen mächtigen Vorgesetzten, der zäh an seinen Vorrechten festhielt – die NATO und damit deren Taktgeber USA. Daran scheiterte ein ernsthaftes Nachdenken über neue Wege, bevor es überhaupt Fahrt hatte aufnehmen können. Und deshalb waren die 1990er-Jahre ein sicherheitspolitisch vergeudetes Jahrzehnt.

Dass es auf dieser abschüssigen Bahn kaum noch ein Halten gab, ging auf das Konto einer Gruppe von Ideologen, die nach der äußerst umstrittenen Wahl von George W. Bush im November 2000 in Washington an die Macht kamen. Von einem „neuen amerikanischen Jahrhundert“ träumten Dick Cheney, Donald Rumsfeld, John Bolton, Paul Wolfowitz und Richard Perle im Verein mit einer Gruppe nicht minder hochtönender Intellektueller, die im Ausheben ideologischer Schützengräben ihre vornehmste Bestimmung sahen. Eine unipolare, von den Vereinigten Staaten dominierte Weltordnung war ihr erklärtes Ziel, bis zum Bersten gefüllte Waffenkammern das Mittel der Wahl – alles garniert mit dem Hinweis, dass sich furchterregende Stärke politisch nur auszahlt, wenn Rivalen, Gegner und Feinde nicht sicher sein können, wann, wo und warum sie zum Einsatz kommt.

Fatales Ende der Rüstungskontrolle

Brisant wurde das in den USA damals umlaufende Gerede von einer „konstruktiven Destabilisierung“ aber erst, als die Regierung Bush Jr. die Axt an das Kernstück einer drei Jahrzehnte gepflegten Rüstungskontrollpolitik legte und 2001 den ABM-Vertrag, mithin das Verbot antiballistischer Raketenabwehr, aufkündigte.

Am 10.8.1988 begann die Verschrottung der ersten sowjetischen Mittelstreckenraketen gemäß dem INF-Vertrag. Eine Aufnahme aus Saryozek in Kasachstan. (© picture-alliance/dpa)

Nachdem 2007 zudem Pläne für eine Stationierung amerikanischer Abfangsysteme in Osteuropa durchgesickert waren, konterte Moskau mit einem altbekannten Vorwurf: Weil die USA an der eigenen Unverwundbarkeit werkeln, glauben sie vermutlich auch an die Möglichkeit eines zu ihren Gunsten führbaren Atomkrieges. Just in dieser ohnehin angespannten Situation preschte Washington ein weiteres Mal vor und stellte im April 2008 Georgien und der Ukraine eine NATO-Mitgliedschaft in Aussicht.

Was trieb die amerikanische Regierung zu diesem Schritt? Glaubte man, dass einem zur Regionalmacht geschrumpften Russland nichts anderes übrigbleiben würde, als die Kröte zu schlucken? Oder wollte man demonstrieren, dass die USA an Orten und zu Zeiten ihrer Wahl Militärallianzen schmieden können? Ging man damit der eigenen Selbstüberschätzung auf den Leim? Egal, wie die Antworten ausfallen, ein närrischer Fehlgriff war die Offerte in jedem Fall.

Die "Ursünde" NATO-Mitgliedschaftsversprechen

Mit Wolfgang Ischinger, dem langjährigen Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, könnte man auch von einer Ursünde sprechen. Warum? Weil Georgien und die Ukraine damit in eine unmögliche Situation gebracht wurden. Wie sollten sich beide Länder denn schützen, wenn Moskau präventiv Fakten schaffen und der NATO mit eigenen Panzern zuvorkommen würde?

Dass ein derartiges Szenario in der Luft lag, hätte bereits ein flüchtiger Blick auf die Landkarte zeigen können. In grenznahen Bereichen wie den fraglichen liegt die Eskalationsdominanz eindeutig auf russischer Seite – ein wohlfeiler, wenn nicht ausschlaggebender Anreiz für den Kreml, westlichem Einfluss vorbeugend die Stirn zu bieten.

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Die schleichende Vergiftung der Ost-West-Beziehungen hatte damit ein neues Stadium erreicht. Und wie es scheint, machte sich Wladimir Putin eine Maxime Nikita Chruschtschows aus den finstersten Tagen des Kalten Krieges zu eigen: Man muss dem Widerpart die langen Arme stutzen oder dessen eigene Medizin verabreichen, zur Not in Überdosis.

Oder: Je schlechter der Ruf, desto besser die Karten beim Pokern um geopolitische Einflusssphären. „Man darf sich nicht scheuen, andere zur Weißglut zu treiben“, so Chruschtschow in den frühen 1960er-Jahren. „Andernfalls werden wir es nie zu etwas bringen. […] Wer schwache Nerven hat, wird an die Wand gedrückt.“

Nach Außen der Anspruch als Großmacht gefürchtet zu werden. Nach Innen die Furcht vor einer selbstbewussten Zivilgesellschaft

Dass es eine Illusion war und ist, mit den USA gleichziehen zu wollen, tut dabei nichts zur Sache. Ausschlaggebend war und ist etwas anderes: der Anspruch, wie eine Großmacht auftrumpfen zu können. Und als solche mal respektiert, mal gefürchtet zu werden.

In Putins Fall schlägt nicht zuletzt das Wissen um die eigene Schwäche und Verwundbarkeit durch. Spätestens seit dem Erwachen einer selbstbewussten Zivilgesellschaft während des ukrainischen Maidan im November 2013 fürchtet der Kreml offenbar einen unkontrollierbaren Dominoeffekt. Die Möglichkeit, vielleicht sogar die Wahrscheinlichkeit also, dass dieser politische Virus sich ausbreiten und Staaten wie Moldawien, Armenien oder Aserbaidschan befallen, mithin die komplette Südflanke Russlands aufweichen könnte. Womit der NATO ein weiteres Einfallstor offen stünde.

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Im Kern geht es somit um zerborstene Selbstbilder, um Unsicherheitsempfinden und Ängste vor Machtverlust – wenn man so will, um Phantomschmerzen im Gefolge eines unwiederbringlich verlorenen Imperiums.

Aus dieser Perspektive sind die aus dem Urschlamm russischer Geschichte geschürften Begründungen, die Putin für seinen Krieg gegen die Ukraine zum Besten gibt, nichts weiter als Geschwurbel – das Beschwören einer „russischen Welt“, der vermeintlich innigen Verwandtschaft zwischen „Weißrussen“, „Kleinrussen“ und „Großrussen“ oder der „zivilisatorischen Mission“ Moskaus in Zeiten um sich greifender Dekadenz.

Wer dergleichen für bare Münze nimmt, sitzt einem billigen Ablenkungsmanöver auf. Denn Putin simuliert Stärke, um seine Schwächen zu kaschieren. Die Not eines Regimes nämlich, das auf permanente Vorwärtsverteidigung setzt, weil die gewohnten Pufferzonen entlang der West- und Südgrenzen, landläufig „Cordon sanitaire“ genannt, weggefallen sind. Und weil es auch in drei Jahrzehnten nicht gelungen ist, die Webfehler eines dysfunktionalen Wirtschaftssystems zu korrigieren.

Wandbild eines bulgarischen Künstlers zum Ukrainekrieg, es zeigt Wladimir Putin, der seinen eigenen Leichnam trägt, weil er am Ende als Verlierer dieses Krieges hervorgehen könnte. Aber wann endet dieser Krieg? Welche Chancen hat eventuell doch noch die Diplomatie? Die Aufnahme entstand am 31. März 2022 in Sofia. (© picture-alliance/AP, Valentina Petrova)

Ein wirklich unvermeidbarer Krieg?

Sei es, wie es sei, die zentrale Frage ist ohnehin eine andere: Gab es unter den gegebenen Bedingungen überhaupt eine realistische Chance, den Krieg abzuwenden? Darüber kann man endlos streiten und noch trefflicher spekulieren. Behauptungen, dass Putin seit Jahren nie etwas anderes im Schilde führte, sind und bleiben nichts weiter als Behauptungen. Sie können im Brustton der Überzeugung und mit allerlei Indizien vorgetragen werden. Aber aus dem Kaffeesatz herausgelesene Thesen sind nun mal keine Beweise.

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Tatsache hingegen ist, dass der Versuch, Sicherheit mittels der fortgesetzten Ausdehnung des westlichen Militärbündnisses zu schaffen, krachend gescheitert ist. Tatsache ist auch, dass alle Kontrahenten jetzt buchstäblich vor den Trümmern ihrer Politik stehen. Der eine, weil er sich blindlings in eine Sackgasse manövriert hat, die anderen, weil sie mit Putin in dieser Sackgasse feststecken.

Und Tatsache ist nicht zuletzt, dass wieder einmal die teuflische Kehrseite militärischer Abschreckungspolitik zu Tage tritt – das aus dem Kalten Krieg sattsam bekannte, in Ost wie West präsente Kalkül, wonach am besten abschreckt, wer die stärkeren Nerven mitbringt und gegebenenfalls Unberechenbarkeit vortäuscht. Aktuell betreibt Putin dieses Spiel mit der Angst. Er hat es freilich nicht erfunden, sondern auf unverantwortliche Weise in Erinnerung gerufen.

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In anderen Worten: Solange einer auf das Militärische fixierten Sicherheitspolitik das Wort geredet wird, solange wird Europa nicht zur Ruhe kommen.

Zweifellos ist ein Nachdenken über Alternativen im Schatten eines Krieges ebenso schwierig wie unpopulär. Doch wohin führt die brusttrommelnde Forderung nach einer neuen Politik der Stärke, die Unterstellung, dass der Westen träge und nachlässig geworden ist, dass Konflikte die Regel in internationalen Beziehungen sind und die Bereitschaft zur Konfrontation wieder gelernt werden muss?

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Eine Antwort drängt sich aus der Geschichte des Kalten Krieges auf. Dass nämlich die scharfe Trennung eines fiktiven „Wir“ von einem dämonisierten „Die“ oder die Aufteilung der Welt in antagonistische Lager – Demokratie hier, Autokratie dort – schnurstracks auf eine selbstverschuldete Lähmung hinausläuft. Genauer gesagt auf eine Verdrängung des Arguments durch Rechthaberei, einschließlich des Verlusts von Selbstreflexivität und Selbstkritik.

An diesem Defizit setzte einst die Entspannungspolitik an. Ihre Protagonisten waren mit Blick auf Moskau oder Peking alles andere als geschichtsvergessen oder naiv. Vielmehr verloren sie zweierlei nie aus den Augen: Dass in Zeiten nuklearer Vernichtungswaffen jeder Krieg, ob konventionell oder atomar, nicht die „ultima ratio“, sondern die „ultima irratio“ ist.

Das Ende einer vorbildlich friedlichen Zivilisation in Europa? Zerstörtes Wohnhaus in Charkiv nach russischem Panzerbeschuss. Aufnahme vom 31. März 2022. (© picture-alliance, ZUMAPRESS.com | Aziz Karimov)

Und dass man sich angesichts existenzieller Herausforderungen – damals ging es in erster Linie um Rohstoffverknappung und Umweltschutz – von den leidigen Regeln des Nullsummenspiels verabschieden muss, denen zufolge die eigene Seite nur gewinnt, was die andere verliert.

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Anders gesagt: Sicherheit kann nicht länger gegeneinander, sondern nur noch miteinander erreicht werden. In Zeiten des Krieges entwertet, benennt dieser Satz den Goldstandard umsichtiger Diplomatie im Nachkrieg.

Vom Autor ebenfalls im Deutschlandarchiv erschienen: Externer Link: "Spuren und Lehren des Kalten Kriegs" (1/2021)

Der Autor, Prof. Dr. Bernd Greiner, ist Historiker, Amerikanist und Politologe; Lehrtätigkeit an der Universität Hamburg und dem Hamburger Institut für Sozialforschung, langjähriger Leiter des Berliner Kollegs Kalter Krieg (www.berlinerkolleg.com). Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Gewalt, zur US-amerikanischen Geschichte und zu internationalen Beziehungen im 20. Jahrhundert. Darunter: Die Morgenthau-Legende. Zur Geschichte eines umstrittenen Plans (1995); A. World at Total War (hg. zusammen mit Roger Chickering und Stig Förster, 2003); Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam (2007); Die Kuba-Krise: Die Welt an der Schwelle zum Atomkrieg (2010); 9/11: der Tag, die Angst, die Folgen (2011) sowie seit 2006 Herausgeber (zusammen mit Christian Th. Müller, Tim B. Müller, Dierk Walter und Claudia Weber) einer sechsbändigen Reihe "Studien zur Gesellschaftsgeschichte des Kalten Krieges". Derzeit konzipiert Greiner für die bpb ein aktualisiertes Dossier über den Kalten Krieg.

Zitierweise: Bernd Greiner, "Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges?", in: Deutschland Archiv, 1.4.2022, www.bpb.de/506884.

Mauerrest in der Bernauer Straße in Berlin-Mitte 2020.

Zu allen weiteren Texten in der Rubrik Externer Link: "Zeitenwende? Stimmen zum Ukrainekrieg und seinen Folgen". Darunter sind:

Weitere Betrachtungen aus unterschiedlichsten Perspektiven werden folgen.

Fussnoten

Weitere Inhalte

Prof. Dr. Bernd Greiner ist Historiker, Amerikanist und Politologe; Lehrtätigkeit an der Universität Hamburg und dem Hamburger Institut für Sozialforschung, langjähriger Leiter des Berliner Kollegs Kalter Krieg (www.berlinerkolleg.com). Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Gewalt, zur US-amerikanischen Geschichte und zu internationalen Beziehungen im 20. Jahrhundert. Darunter: Die Morgenthau-Legende. Zur Geschichte eines umstrittenen Plans (1995); A. World at Total War (hg. zusammen mit Roger Chickering und Stig Förster, 2003); Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam (2007); Die Kuba-Krise: Die Welt an der Schwelle zum Atomkrieg (2010); 9/11: der Tag, die Angst, die Folgen (2011) sowie seit 2006 Herausgeber (zusammen mit Christian Th. Müller, Tim B. Müller, Dierk Walter und Claudia Weber) einer sechsbändigen Reihe "Studien zur Gesellschaftsgeschichte des Kalten Krieges". Derzeit konzipiert Greiner für die bpb ein aktualisiertes Dossier über den Kalten Krieg.