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Verhandelte Grenzüberschreitungen

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Verhandelte Grenzüberschreitungen Binationale und interkulturelle Eheschließungen und Paarbeziehungen in der DDR

Christoph Lorke

/ 20 Minuten zu lesen

Der Beitrag beleuchtet den Umgang mit binationalen und interkulturellen Eheschließungen in der DDR, und zwar in den 1970er- und 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt steht neben den Quantitäten die Frage, wie unterschiedliche Akteure in den Behörden diese Formen grenzüberschreitender Paarbeziehungen wahrgenommen haben und mit welchen institutionellen Hürden und Barrieren die Paare konfrontiert waren.

Eingabe einer DDR-Bürgerin, die einen Mann aus Algerien heiraten wollte. (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, PAA, M2, B 468/76)

Betrachten verschiedene Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler grenzüberschreitende Paarbeziehungen und Heiraten als Indikator für die Assimilierung verschiedener Gruppen in einer Gesellschaft, kann mittels dieses Zugriffs ein neues Licht auf die DDR in Punkto Migration, Diversität und Verortung von "eigen" und "fremd" geworfen werden, und zwar vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Vorstellungen von Liebe, Ehe und Sexualität, Familie und Geschlecht. Indem Fragen um Paarbeziehungen sowie das Heiratsverhalten in den Blick genommen werden, gerät damit ein nach 1945 durchaus belastetes Thema in den Blick – denn im Kontext von "Mischehen", "Rassenschande" und einer generellen behördlichen, politischen und gesellschaftlichen Skepsis grenzüberschreitender Intimität gegenüber lohnt es sich, nach den Auswirkungen und längerfristigen Prägungen rassistisch-eugenischer Ausschlussmechanismen nach 1945 zu fragen.

Statistisches

Die Zahlen binationaler Eheschließungen bewegten sich in der DDR wenig überraschend unter den Zahlen der Bundesrepublik, wo Ende der 1980er-Jahre etwa jede zehnte vor einem westdeutschen Standesamt geschlossene Ehe eine solche zwischen einem/r deutschen Staatsangehörigen und einem nichtdeutschen Partner beziehungsweise einer nichtdeutschen Partnerin war. Für die DDR lässt sich seit den ausgehenden 1960er-Jahren – für die Zeit davor liegen keine verlässlichen Daten vor – eine leicht steigende Tendenz bei binationalen Eheschließungen feststellen, ehe sich die relative Größe zwischen zwei und drei Prozent aller Eheschließungen einpegelte – und dies bei einem Ausländeranteil von etwa einem Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung. Kennenlernmöglichkeiten ergaben sich beispielsweise in der Freizeit, am Arbeitsplatz in den Betrieben, in Berufsschulen oder an anderen Ausbildungsstätten, in Hörsälen, während Arbeits- oder Urlaubsaufenthalten oder im Zuge verschiedener Veranstaltungen, bei denen internationales Publikum in die DDR gelangte, wie die Ostseewoche in Rostock oder die Leipziger Messe.

Dabei lässt sich ein markanter Stadt-Land-Unterschied feststellen. So wurden zwischen 1984 und März 1988 gut 10.000 Anträge auf Eheschließungen mit Menschen gestellt, die nicht die DDR-Staatsbürgerschaft nachweisen konnten, ein gutes Viertel hiervon in Ostberlin, gut 1.300 im Bezirk Dresden und noch einmal ungefähr 1.100 im Bezirk Leipzig. Die ländlich-agrarisch geprägten Bezirke Neubrandenburg, Schwerin und Suhl, wo Kontakte mit Nichtdeutschen vergleichsweise selten waren, bildeten mit Abstand die Schlusslichter.

Bemerkenswert ist zweifellos die Frage, woher die nichtdeutschen Ehepartner stammten. Gemäß der zeittypischen statistischen Zweiteilung nach sozialistischen und nicht-sozialistischen Staaten ist eine deutliche Akzentverschiebung zu beobachten. Hintergrund waren die humanitären Erleichterungen im Zuge der KSZE-(Folge)-Verhandlungen seit Mitte der 1970er-Jahre. Dies führte zu einer Nivellierung der Unterschiede seit den frühen, vor allem seit den mittleren 1980er-Jahren.

Es lässt sich beobachten, dass zunehmend Ehen von DDR-BürgerInnen mit Westdeutschen und Westberlinern geschlossen worden sind – was auch erklärt, warum jene Zahlen in einem vertraulichen Dokument dick unterstrichen wurden. Auch an anderen Stellen wurde immer wieder die vermeintliche Rechtswidrigkeit solcher Ersuchen betont, die es nach Einschätzung der Staatssicherheit zurückzudrängen galt. Eine nach Geschlecht aufgeschlüsselte Verteilung geht zwar aus dieser Aufstellung nicht hervor, doch dominierten DDR-Frauen sehr wahrscheinlich überdeutlich.

Regulierungsbestreben und Barrieren unterschiedlicher Art

Institutionelle Vorgaben, Vorbehalte und Hürden

Die fraglichen Eheschließungen verweisen auf komplexe privatrechtliche und humanitäre Fragen, etwa bezüglich des Aufenthalts- und Staatsangehörigkeitsrechts. Das Zustandekommen solcher Ehen wird nicht nur von sozialer Seite bestimmt, wie allen voran in den Familien. Verschiedene Familienmitglieder legten laut Überlieferung immer wieder ihr Veto ein, wenn das eigene Kind – vor allem die Tochter – einen nichtdeutschen Mann ehelichen wollte, und zwar aus ganz unterschiedlichen Gründen. Dieser Aspekt kann hier allerdings nicht weiter vertieft werden.

Stattdessen erfolgt eine Konzentration auf die zu beobachtenden Verhandlungen und Aushandlungen im behördlichen Kontext. Die Eheschließung zwischen Bürgern der DDR und eines anderen Staates bedurften der Genehmigung der staatlichen Organe; geregelt war dies im Einführungsgesetz zum Familiengesetzbuch von 1965 (§ 15, Abs. 1) – eine Vorkehrung, durch die sich die Staats- und Parteiführung eine bessere Überprüfung solcher Heiraten erhoffte. Falls von den nichtdeutschen Partnern kein Ehefähigkeitszeugnis vorgelegt werden konnte, hatte der Rat des Kreises darüber zu entscheiden, ob eine Ehe geschlossen werden konnte oder nicht. Letztlich bedurften Eheschließungen mit Bürgern anderer Staaten der Genehmigung der zuständigen DDR-Stellen, auch wenn die Ehe im Ausland geschlossen wurde – allerdings sind keine verbindlichen und für alle Fälle gültigen Regelungen darüber zu finden, nach welchen Kriterien eine Genehmigung zu erteilen war. Antragsteller waren daher nicht selten mit einer gewissen Willkür der zuständigen Stellen konfrontiert.

Formal-einheitlich waren allerdings Prüfungsprotokolle samt sogenannten Rahmengliederungen, die jene Anträge auf Eheschließungen (wie auch Übersiedlungen) stets begleiteten. Hier fanden sich zunächst Einschätzungen zur Person. Dazu gehörte auch die Beurteilung des "Leumundes", die sich maß an Fragen des Lebenswandels, der "Labilität" des Charakters, der Häufigkeit von "Männerbekanntschaften", "ungeordnete Verhältnisse" oder ähnlichen Aspekten, von denen sich die Behörden Anhaltspunkte über den "moralischen Lebenswandel" und die "Ernsthaftigkeit" des Anliegens erhofften.

Ein umfassendes Bild über diese Punkte sollte durch Befragungen im Betrieb oder durch Ermittlungen im Wohngebiet sowie Einschätzung über Verwandte – konkret die Frage, ob nahe Familienangehörige Geheimnisträger waren – zustande kommen. Es folgten sodann Gründe und Motive für die Eheschließung, die zu erwartenden Auswirkungen einer Bewilligung und die letztendliche behördliche Entscheidung. Involviert in die Entscheidungsfindung waren demnach eine Reihe von Akteuren, ob der Betrieb, die Kreisdienststelle der Staatssicherheit oder auch das zuständige Volkspolizeikreisamt.

Das Aktenstudium lässt viele Fälle von Verzögerungen und Verlangsamungen erahnen, gerade bei Beteiligung außereuropäischer Männer und insbesondere schwarzer sowie muslimischer Verlobter. Rassistische, kulturelle und religiöse Vorurteile waren keineswegs neu, sondern eine Hypothek aus institutionellen und administrativen Wahrnehmungs- und Entscheidungspraktiken – und auch in den analysierten Fällen erkennbar, wenngleich die DDR-Behörden sich dieser Problematik im Laufe der Zeit durchaus immer stärker bewusst wurden. Die Frage der Versagung von entsprechenden Anträgen konnte die DDR-Führung durchaus unter Druck setzen. So beklagte sich etwa ein damals in Halle/Saale wohnender kenianischer Medizinstudent im Sommer 1975, der eine Frau aus Dessau ehelichen wollte, aber eine Ablehnung erhalten hatte, die DDR praktiziere Diskriminierung und vereitele der Frau die Freiheit, ihren Ehemann zu wählen: "Ein Mädchen wird von der Regierung daran gehindert, einen Ausländer zu heiraten, erst recht, wenn er Afrikaner ist. Soviel ich weiß, ist die DDR das einzige Land der Welt, wo – aufgrund der Haltung der Regierung – eine Frau nicht den Mann heiraten kann, den sie heiraten möchte. In dieser Frage steht die DDR unter den sozialistischen Ländern allein."

So lässt sich im Laufe der Jahre eine spürbare "Normalisierung" und folglich steigende Bewilligungswahrscheinlichkeit entsprechender Eheschließungsanträge vermerken. Wir können hier einen institutionellen Lernprozess beobachten, der aber vermutlich nicht immer freiwillig war. Absagen wurden im Zuge des Bemühens um diplomatische Anerkennung der DDR tendenziell subtiler vorgetragen – und nur andeutungsweise finden sich in den Quellen rassifiziert-homogenisierende und überkommene kulturelle Klischees, wenn etwa vom "Leben in der Großfamilie" oder "Vielweiberei" gesprochen wurde.

Eheschließungen mit mosambikanischer Beteiligung sollten allerdings noch bis in die späte DDR hinein, so die Maßgabe des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR (MfAA), "möglichst" vermieden werden. Noch 1986 wurde über Eheanträge innenministeriell ausgeführt, dass für eine Ablehnung zahlreiche Gründe sprechen würden, und zwar sowohl "politische, kulturelle als auch Probleme des unterschiedlichen Lebensstils usw." Inwiefern diese normative Maßgabe in der institutionellen Entscheidungspraxis dann auch wirklich Umsetzung fand, ist fraglich, denn sowohl die bewilligten Eheanträge als auch die erfolgten Eheschließungen zwischen DDR-Frauen und Männern aus diesem afrikanischen Staat deuten anderes an: Zwischen Anfang 1984 und Ende März 1988 wurden in der gesamten DDR 50 Anträge auf Eheschließung mit einem mosambikanischen Staatsangehörigen gestellt; hiervon wurden 25 genehmigt und nur drei abgelehnt, die übrigen 22 wurden zurückgezogen – aus welchen Gründen ist allerdings unklar; ebenso auch, wie viele der 25 Paare dann auch tatsächlich die Ehe geschlossen haben.

Allerdings enden viele Überlieferungen von Einzelfällen mit der Einladung zu mündlichen Gesprächen nach Ostberlin in das MfAA. Dorthin wurden die beteiligten DDR-Frauen einbestellt – was dort hinter verschlossenen Türen in Form von Informationen oder Belehrungen geschah, kann nur vermutet werden. Teilweise ging es um eine Aufklärung über die sozialen wie klimatischen Verhältnisse in den Herkunftsländern der beteiligten Männer, vermutlich immer mit dem Ziel, die Entscheidung "nochmals gründlich zu überdenken", wie in einem Vermerk zu einem knapp zweistündigen Gespräch, das im Sommer 1976 mit einer Frau geführt wurde, die einen Mann aus Guinea heiraten wollte. Jedenfalls vermied die Bürokratie offenbar ein ausführliches schriftliches Festhalten, wohl auch, um Angriffsflächen in den Begründungen und damit etwaige diplomatische nachteilige Wirkungen zu vermeiden.

In den Überlieferungen sind ferner immer wieder Anhaltspunkte für mündliche Zurückweisungen, Vertröstungen oder Verweise an andere zuständige Behörden gerade bei der Beteiligung muslimischer und/oder afrikanischer Männer zu finden. So teilten, um nur ein Beispiel zu nennen, einzelne Standesämter offensichtlich Frauen mit, Eheschließungen zwischen Algeriern und DDR-Bürgerinnen seien verboten, was allerdings nicht den Tatsachen entsprach. Eine Generalisierung solchen Vorgehens allerdings verbietet sich; dieser Beleg deutet indes an, dass zentrale Vorgaben vor Ort völlig anders gedeutet und umgesetzt werden konnten – eine für die betroffenen Verlobten nervenaufreibende und langwierige behördliche Korrespondenz inklusive.

Verdacht auf "Scheinehen"

Diese Formen unverhohlener bis subtiler Zurückweisung stehen beispielhaft für die vielschichtigen Zusammenhänge zwischen Geschlecht, Klasse, "Rasse" beziehungsweise Ethnizität und Religion, verweisen also auf Aspekte von Intersektionalität und den daraus resultierenden Ungleichheiten. Dazu gehörte auch, dass verschiedene Ehevorhaben vonseiten der Behörden infrage gestellt worden sind; konkret wurde die Ernsthaftigkeit und die Absichten hinter den Heiratsplänen skeptisch beäugt, die "Liebe" delegitimiert.

Die Frage, was eine "echte Ehe" war, beschäftigte die DDR-Bürokratie immer, wenngleich in unterschiedlichem Maße, wenn solche Eheanträge vorgelegt wurden. Verstärkt seit dem Mauerbau erfolgte die Überprüfung, ob bei der Beziehung zu einem Ehepartner aus dem "nichtsozialistischen Ausland" ein "echtes Verhältnis" vorlag – denn eine Vermählung war für die Behörden gleichbedeutend mit dem vordergründigen Ziel einer ständigen Ausreise aus der DDR, was besonders deswegen schmerzte, weil es sich hierbei hauptsächlich um junge, arbeitsfähige und gut qualifizierte Frauen handelte. Zudem beobachteten Behörden seit jeher mit einer gewissen Skepsis Versuche, während Urlaubsaufenthalten in sozialistischen Ländern mit Westdeutschen die Ehe anzubahnen, um auf diese Weise die Reisegesetze zu umgehen.

Genauer schaute man spätestens seit den frühen 1970er-Jahren hin. Nachweislich griff die Staatssicherheit gezielt ein, um junge Beziehungen im Keim zu ersticken, etwa durch fingierte Briefe an die DDR-Partner, um die bundesdeutschen Partner zu diskriminieren oder durch die Zerschlagung von Liebesverhältnissen durch die Ablehnung von geplanten Einreisen in die DDR bzw. Einreisesperren.

Jenes verstärkte Bemühen war Folge des intensiver werdenden deutsch-deutschen Reiseverkehrs und ergab sich aus Sicht der DDR-Behörden aus dem angeblichen "Zusammenhang mit der verstärkten Aktivität des Klassengegners, arbeitsfähige, hochqualifizierte Fachkräfte mittels Eheschliessung aus der DDR abzuwerben." Die zuständigen Dienstzweige von Volkspolizei und Staatssicherheit waren aus diesem Grund in präventiver Hinsicht aufgerufen, genauestens abzuwägen, ob ein "dauerhaftes, echtes Beziehungsverhältnis" bestand oder nicht. So unterlagen die Eheantragsverfahren einer "straffen Kontrolle", damit wertvolle Arbeitskräfte nicht auf diese Weise verlorengingen und eine ständige Ausreise des Bürgers der DDR die "staatlichen Interessen" nicht beeinträchtigte – so zumindest der Anspruch. Es sollte demnach auch in der DDR der "international anerkannte Rechtsgrundsatz" gelten, "daß jeder souveräne Staat, wenn es seine Interessenslage erfordert, nach eigenem Ermessen festlegt und entscheidet, wann und unter welchen Bedingungen Ehen mit Bürgern anderer Staaten geschlossen werden können." Die eingangs vorgestellten Zahlen zu den Eheschließungen mit Frauen und vor allem Männern aus Westdeutschland, die seit den 1970er-Jahren in die Höhe schnellten, unterstreichen dieses Bedürfnis eindrücklich und erklären auch das bis zum Ende der DDR aufrechterhaltene Ziel, Anträge auf "ständige Ausreise", die sich aus Eheschließungen ergeben würden, zu verhindern und zurückzudrängen. Doch nicht nur im Kontext westdeutscher Partner und Partnerinnen, auch bei mosambikanischen Verlobten war eine Überprüfung auf ein "echtes und dauerhaftes Verhältnis" die Regel; und auch bei vietnamesischen Frauen und Männern, die die Ehe mit DDR-Bürgern eingehen wollten, wurde der Verdacht von Scheinehen zumindest überprüft, und zwar sowohl von ostdeutscher wie vietnamesischer Seite.

Die einschränkende und ermöglichende Rolle der anderen beteiligten Staaten

Die Aushandlung darüber, ob ein bestimmtes Ehevorhaben bewilligt wurde oder nicht, war in der Regel ein bilaterales Unterfangen. Denn es war in vielen Fällen nicht allein die DDR-Bürokratie selbst, sondern eben auch der jeweils andere beteiligte (sozialistische) Staat, der die anvisierten Ehepläne behindern konnte. Die "befreundeten sozialistischen Staaten" waren nämlich in der Regel an einer Rückkehr ihrer Bürger und Bürgerinnen nach einem Studium oder der Facharbeiterausbildung in der DDR interessiert – was deren bis in die 1980er-Jahre hinein zu beobachtende rigorose Ablehnungspolitik solcher Eheanträge begründet. Nachweislich lassen sich solche Ablehnungspolitiken für die Länder Kuba, Mosambik oder Vietnam finden. Im letzteren Fall kam es immer wieder zu Schwierigkeiten wegen der Forderung Vietnams, ihre Staatsbürger und Staatsbürgerinnen müssten Ausbildungskosten zurückzahlen, wenn sie eine Ehe mit einem DDR-Bürger oder einer DDR-Bürgerin schließen wollten – immerhin zwischen 5.000 und 22.000 Mark der DDR entsprechend des Ausbildungsgrades, eine horrende Summe für jung verlobte Paare. Das Land wollte die gut ausgebildeten Kader keineswegs verlieren – und auch der Wunsch vieler involvierter DDR-Bürger und Bürgerinnen, dorthin zu siedeln, wurde von vietnamesischer Seite aus sozial-ökonomischen Gründen als unmöglich bezeichnet; noch mehr: Das deutliche Missfallen solcher Beziehungen und die schwierigen Lebensbedingungen führten zu der Maßgabe, dass eine Wohnsitznahme von DDR-Bürgern und Bürgerinnen in Vietnam nicht genehmigt werden durfte.

Nicht alle Betroffenen wollten sich mit den daraus resultierenden schleppenden Verfahren und langen Wartezeiten abfinden. Aus dem Jahr 1981 etwa – und dies ist nur eines von zahlreichen weiteren überlieferten Beispielen – liegt ein Brief vor, der das Unverständnis eines Ostberliners artikuliert, denn zuvor war sein Antrag auf Eheschließung mit einer Vietnamesin abgelehnt worden: "Wie kann denn eine derartige zwischenmenschliche Beziehung abnorm sein? Liebesbeziehungen sind nicht reglementierbar" heißt es in seinem Schreiben, sodann an die Solidarität unter "Brüdervölkern" appellierend. Lapidar antworteten ihm die zuständigen Behörden, eine Einmischung in die Belange anderer Staaten sei unmöglich, vielmehr bestehe im Zuge des Wiederaufbaus "die internationalistische Pflicht der DDR … auch darin", beizutragen, die ausgebildeten Kader bei der Rückkehr in ihre Heimat zu unterstützen, um am Wiederaufbau ihres Landes mitzuwirken. Ausnahmen und kulanteres behördliches Agieren wurde nur in solchen Fällen in Aussicht gestellt, wenn bereits gemeinsame Kinder existierten und "wenn erkennbar ist, daß ernsthafte Absichten einer Eheschließung bestehen."

Auch im Falle Kubas waren die betreffenden binationalen Paare lange mit Problemen konfrontiert: War man in Havanna zunächst rigoros und begegnete jenen Wünschen nach Eheschließung mit Unverständnis – genannt wurde die lange Bearbeitungsdauer von kubanischer Seite, die schwierige wirtschaftliche Situation, komplizierte Lebensbedingungen auf Kuba sowie geringe Flugkapazitäten –, ließ sich seit Mitte der 1980er-Jahren ein zunehmend differenzierteres, entgegenkommenderes Herangehen der zuständigen Organe beobachten. Verhandlungen mit der DDR führten zu Erleichterungen für die betroffenen Familien. Bis dato war der Wunsch, eine Ehe mit einem kubanischen Staatsangehörigen einzugehen, mit dem Ziel gleichgesetzt worden, das Land in Richtung USA zu verlassen. Folglich richtete sich der Unmut gegen jene, die ein leichteres Leben im Ausland führen wollten, wobei sich im Volksmund für solche, die im sozialistischen Ausland bleiben wollten, die auf ein vermeintlich parasitäres Verhalten abzielende abwertende Bezeichnung "rote Würmer" eingebürgert hatte.

Wegen langer Wartezeiten waren viele Familien, zunehmend auch solche mit Kleinkindern, von verzögerten Eheschließungs- und Übersiedlungsverfahren betroffen. DDR-Bürgerinnen und Bürger richteten sich mit Eingaben verstärkt an den Staatsratsvorsitzenden, um eine Lösung familiärer und daraus resultierender sozialer und materieller Bedingungen zu erwirken. Zum Ausdruck kam dabei häufig auch Verärgerung und Unverständnis über die bestehende Verfahrenspraxis, trotz enger Beziehungen "und eng befreundeter Staatsmänner" viele finanzielle und sonstige Belastungen infolge der räumlichen Trennung erleiden zu müssen. Erst mit bilateralen Abkommen und gegenseitiger Rechtshilfe in Zivil- und Familiensachen seit den 1980er-Jahren und dem ausdrücklich artikulierten Wunsch, fortan die betreffenden Fälle wohlwollend zu prüfen und großzügiger zu handhaben, agierten die Behörden hier wie dort großzügiger in ihren Entscheidungen, was die rapide steigenden Eheschließungszahlen seit Anfang der 1980er-Jahre erklärt. Im Jahr 1988 wurde mit 547 geschlossenen Ehen ein Höchststand erreicht.

Blicken wir auf andere Herkunftsländer wie Mosambik, so galt es auch hier, mit nicht genehmigten Eheanträgen einen Beitrag für die Entwicklung des Heimatlandes zu leisten – so zumindest auf dem Papier. Da die mosambikanische Regierung in dieser Sache allerdings aus Sicht der DDR "keine klare Position" eingenommen hatte, vielleicht auch, weil keine Seite hierfür Verantwortung übernehmen wollte, verfolgte das mosambikanische Justizministerium eine Politik des Hinhaltens. Beobachtern aus der DDR zufolge verbarg sich dahinter die Hoffnung, die Betroffenen nähmen Abstand von den Eheanträgen – was dazu führte, dass vonseiten der DDR zwar Anträge genehmigt worden sind, durch jenes Retardieren, Zögern und "Aussitzen" auf mosambikanischer Seite indes viele Anträge in der Schwebe blieben.

Dieser Umstand war vor allem dann problematisch, wenn aus der Beziehung bereits Kinder entstanden waren, und erklärt vermutlich zu Teilen die vielen zurückgezogenen Anträge, die oben zur Sprache gekommen sind. Man muss allerdings gar nicht allein in Richtung außereuropäischer Staaten schauen, um vergleichbare bürokratische Hindernisse ausfindig zu machen: Für Anträge, die der rumänischen Regierung vorgelegt wurden, wurde in den ausgehenden 1980er-Jahren eine Bearbeitungsdauer von mindestens sechs Monaten bis zu zwei, mitunter gar bis zu drei Jahren veranschlagt. Die DDR-Organe sahen sich hier machtlos, eine Beschleunigung herbeizuführen, und bis Sommer 1989 stellte sich keine wirkliche Besserung der Situation ein, sondern vielmehr zahlreiche Verzögerungen bei der Bearbeitung von Anträgen und eine überaus restriktive Haltung der Behörden.

Eigen-Sinn der Betroffenen

Diese Perspektive auf die Widerstände und Barrieren, mit denen Paare konfrontiert sein konnten, bliebe allerdings unvollständig, wenn nicht auch deren Innensicht mit einbezogen würde. Die Thematisierung von Emotionen und individuellen Handlungs- und Gestaltungsspielräumen und damit der Autonomie der Paare und ihrem "Eigen-Sinn" (Alf Lüdtke) in der Auseinandersetzung mit institutionellen und familiären Vorgaben eröffnet noch einmal neue Perspektiven. Seit Mitte der 1970er-Jahre griffen immer mehr DDR-Bürgerinnen und -Bürger auf die Möglichkeit zurück, bei Problemen in Punkto Antragsbearbeitung oder im Falle behördlicher Zurückweisungen internationale Organisationen wie die UN-Menschenrechtskommission oder Medien einzuschalten, um Unterstützung zu erbitten.

Somit lässt sich auch für die DDR – trotz tendenzieller, wenngleich widerwilliger Akzeptanz solcher Eheschließungen – ein Wechselspiel aus (Alltags-)Rassismus sowie sexualisierten kolonialrassistischen Vorstellungen auf der einen und dem Eigen-Sinn der Verlobten auf der anderen Seite, die sich den Einschränkungen zu entziehen suchten, erkennen. Dem allgemeinen Trend hin zur Berücksichtigung von Menschenrechten, zumal in familiär-privatrechtlicher Hinsicht, wollte die DDR-Führung aber allenfalls widerwillig Folge leisten. Seit Herstellung diplomatischer Beziehungen seien diverse Forderungen an die DDR gerichtet und als "humanitäre Anliegen" bezeichnet worden, wie das MfAA bereits 1973 konstatieren musste, und zwar "in Form von sogenannten Härtefällen, Noten, mündlichen Ersuchen oder Schreiben von Bürgern."

Damals lautete die Maßgabe noch, "Anträge dieser Art […] generell nur in begrenzten und begründeten Ausnahmefällen" zu genehmigen. Vorrang hatte vielmehr die "Gewährleistung der nationalen Sicherheit" und der "Schutz der sozialistischen Ordnung". So sollten Eheschließungen mit Beteiligung ausländischer Partner nur dann erlaubt werden, wenn ein dauerhaftes Verhältnis zwischen dem Antragsteller und betreffenden Bürgern vorlag und keine staatlichen Interessen der DDR diesen Eheplänen entgegenstanden. Eine Entscheidung über die Bewilligung jedenfalls müsse immer souveräner Akt der DDR bleiben – so die Verlautbarung, die nicht nur abermals auf die vermeintliche "Echtheit" bzw. mutmaßliche "Dauerhaftigkeit" von Ehewünschen abhob, sondern insgesamt den Regulierungs- und Entscheidungsanspruch der DDR-Führung auch in den privatesten Lebensbereichen hinein unterstrich. Dieses behördliche Agieren führte wenig überraschend zu einigem Unmut aufseiten der Betroffenen – und zwar sowohl gegen die eigenen wie auch die Behörden des Heimatstaates, aus dem der beziehungsweise die nichtdeutsche Partner/in stammte. Auch die beteiligten nichtdeutschen Akteure hatten bisweilen die Möglichkeit, indirekt Druck auf die DDR-Behörden auszuüben und damit eine Beschleunigung der Verfahren anzuregen. So wandte sich etwa die libanesische Botschaft in Beirut zu Jahresbeginn 1974 mit einiger Verwunderung an das MfAA, warum die Bearbeitung einzelner Eheanträge so lange dauern würde, zumal die Anfragen meist durch Parteien, Organisationen sowie einflussreiche Persönlichkeiten des Landes vorgetragen worden seien.

Auch in vielen weiteren Fällen wurden die jeweils zuständigen Botschaften der DDR gezielt aufgefordert, im Sinne außenpolitischer Vorteile bestimmte Eheanträge zu unterstützen, ob – und dies nur exemplarisch – bei der 1973 erfolgten Eheschließung einer Dresdnerin mit dem Generaldirektor für Jugend und Sport, der zugleich Präsident des Nationalen Jugendverbandes im Irak war oder im Falle einer geplanten Eheschließung einer DDR-Bürgerin mit einem Mann aus Nigeria ein Jahr später. Und auch im Falle der USA sollten 1975 "alle notwendigen Maßnahmen" veranlasst werden, da "gegenwärtig […] besonderes Interesse" besteht, Einzelfälle an Eheschließungen bei Beteiligung US-amerikanischer Staatsbürger, "umgehend zu realisieren". Hintergrund waren auch hier Fragen der internationalen Anerkennung – denn ein Jahr zuvor hatten die USA mit der DDR diplomatische Beziehungen aufgenommen.

In vielen Fällen scheinen sich Hartnäckigkeit und Geduld der Antragsteller und Antragstellerinnen ausgezahlt zu haben, scheinen Anträge auf Eheschließung und Übersiedlung nach teils monate-, wenn nicht jahrelanger Wartezeiten letztlich doch bewilligt worden zu sein. Bisweilen gehörte auch einfach Glück dazu, im richtigen, außenpolitisch-diplomatisch günstigen Moment einen Antrag auf Eheschließung eingereicht zu haben. Die Überlieferung in den Archiven müsste in einem weiteren Schritt allerdings noch weiter nach Herkunftsländern systematisiert werden, um die Erfolgswahrscheinlichkeit von Anträgen sowie intersektionelle Gesichtspunkte noch präziser zu erfassen.

Schlussbemerkungen

Die analysierten Paarbeziehungen zeigen eine Individualisierungstendenz: Setzte diese in der Bundesrepublik im Vergleich etwas früher ein, erhielten binationale und interkulturelle Partnerschaften und Eheanbahnungen seit den 1970er-Jahren eine zunehmend wichtige Bedeutung: Auch wenn sie kein Massenphänomen waren, verraten sie doch einiges über den Umgang der DDR-Gesellschaft und -Bürokratie mit "Fremdheit".

Partnerwahl und Eheschließung war nicht mehr ausschließlich und in abnehmendem Maße Sache von gesellschaftlichen Institutionen, der familiären oder kirchlichen Kontrolle, sondern zunehmend autonom-eine persönliche Lebensentscheidung, die freilich abhängig war von individuellen und situativen Umständen sowie überkommenen institutionellen Wahrnehmungen und Praktiken. Allerdings stehen wir gerade noch am Anfang davon, die hier zu beobachtenden Individualisierungsdynamiken genauer zu untersuchen – im Übrigen auch über die Zäsur 1989/90 hinaus, denn damit etablierten sich auch in den ostdeutschen Bundesländern Selbsthilfegruppen, um gegen Diskriminierung und Ausgrenzung mobil zu machen, wie erste Ableger der "Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen" (IAF), ein Vorläufer des heutigen "Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften".

Eine deutsch-deutsche Perspektive würde es möglich machen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Umgang mit den besagten Paaren hervortreten zu lassen und miteinander vergleichen zu können, somit Familienkulturen und Lebenswelten jenseits politisch-ideologischer Überformungen zu analysieren und davon ausgehend den Umgang mit kultureller Differenz auf deutschem Boden nach 1945 zu beleuchten. Denn geographische Wanderungsbewegungen haben immer eine konstitutive und gesellschaftsverändernde Kraft, die es gilt, ernst zu nehmen – und die sich gerade auf der Ebene von Paarbeziehungen und Familien besonders gut beobachten lässt. Nicht nur das Thema der (Un-)Durchlässigkeit von Migrationsregimen, ihrer staatlich-behördlichen Einhegung sowie Kontroll- und Regulierungsmechanismen ist hoch aktuell, auch das Fortwirken rassistischer Deutungsmuster in Gesellschaft und Bürokratien.

Zitierweise: Christoph Lorke, " Verhandelte Grenzüberschreitungen - Binationale und interkulturelle Eheschließungen und Paarbeziehungen in der DDR", in: Deutschland Archiv, 13.10.2021, Link: www.bpb.de/342017

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Fussnoten

Fußnoten

  1. Siehe Bernhard Nauck, Binationale Paare, in: Karl Lenz/Frank Nestmann (Hg.), Handbuch Persönliche Beziehungen, Weinheim/München 2009, S. 695–712, S. 706.

  2. Vgl. Christoph Lorke, Liebe verwalten. ‚Ausländerehen‘ in Deutschland 1870–1945, Paderborn 2020.

  3. Information über die Antragstellungen auf Zustimmung zur Eheschließung zwischen Bürgern der DDR und Bürgern nichtsozialistischer Staaten, Westberlinern sowie Bürgern der SFRJ, Republik Kuba, SVR Albanien, VR China, SRV, KDVR, Stand 1.1.1984 bis 31.3.1988, BArch, MfS ZKG 18650.

  4. Rat des Stadtbezirks Berlin-Köpenick: Stand der Zurückdrängung des Stellens rechtswidriger Ersuchen zur Übersiedlung in das nicht-sozialistische Ausland und Westberlin, 25. Januar 1983, BArch, MfS, BV Bln, KD Köp 7651.

  5. Vgl. Eckart Wehser, Das internationale Eherecht der DDR, Kiel 1970, S. 74, 79, 92.

  6. Brief von J.A., 21.8.1975, Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes (im Folgenden PAA, M 2, B 744/78.

  7. Note im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA), 9.12.1974, PAA (im Folgenden PAA), M 2, B 744/78. Konkret ging es um einen Verlobten aus Mali, der zu dieser Zeit Mitarbeiter der Botschaft seines Heimatlandes war.

  8. Frau aus Magdeburg an das MfAA, 7.10.1979, PAA, M 2, B 5.285.

  9. Probleme der Eheschließungs- und Übersiedlungsangelegenheiten zwischen Bürgern der DDR und der Volksrepublik Mozambique, 22.10.1986, PAA, M 52/ 502393.

  10. Information über die Antragstellungen auf Zustimmung zur Eheschließung zwischen Bürgern der DDR und Bürgern nichtsozialistischer Staaten, Westberlinern sowie Bürgern der SFRJ, Republik Kuba, SVR Albanien, VR China, SRV, KDVR, Stand 1.1.1984 bis 31.3.1988, BArch, MfS ZKG 18650.

  11. Note im MfAA, 17.8.1976, PAA, M 2, B 744/78.

  12. Brief einer Suhlerin an das MfAA, 16.12.1978, PAA, M 2, B 5.285. Die Frau erhielt die Auskunft, "daß wir nicht heiraten dürfen und auch keine Möglichkeit für den Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung besteht und dies in der gesamten Republik so sei."

  13. Siehe dazu die Übersicht über die Entwicklung der Eheschließungen mit Bürgern des nichtsozialistischen Auslands, 14.6.1963, Bundesarchiv Berlin, DO 1/13851.

  14. Botschaft der DDR, Konsularabteilung: Eheschließung von DDR-Bürgern bzw. Bürgerinnen mit ausländischen Staatsbürgern, 20.6.1964, PAA, M1, C 788/71.

  15. Analyse über die Liebesverhältnisse zwischen Bürgern unseres Bezirkes und Bürgern der BRD, Westberlin und des nichtsozialistischen Auslandes, die im Zeitraum von Juli 1973 bis Sept. 1974 unserem Organ bekannt wurden, 26.10.1974, BArch, MfS BV Suhl, AKG Nr. 177.

  16. Einschätzung zu Problemen der Eheschließung mit Bürgern anderer Staaten (außer BRD und Westberlin), ohne Datum [1973], BArch, DO 1/16106.

  17. Vgl. nur Rat der Stadt Leipzig, Abt. Innere Angelegenheiten, 25. 9.1986, BArch, MfS BV Lpz KD Lpz-Stadt 5047.

  18. Probleme der Eheschließung DDR-SRV und der Übersiedlung vietnamesischer Bürger in die DDR, 22.10.1986, PAA, M 52/ 502393.

  19. Probleme der Eheschließung DDR-SRV und der Übersiedlung vietnamesischer Bürger in die DDR, 22.10.1986, PAA, M 52/ 502393.

  20. Botschaft der DDR in der SRV, 28.5.1983, BArch, MfS Abt. X 343.

  21. S.W. an das MfAA, 23.6.1974, PAA, M 2, B 744/78.

  22. Probleme der Eheschließung DDR-SRV und der Übersiedlung vietnamesischer Bürger in die DDR, 22.10.1986, PAA, M 52/ 502393.

  23. Vermerk zum Treffen von Vertretern des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten der DDR und Kubas, 27.10.1983, PAA, M 52/ 502393.

  24. Vermerk über Gespräch mit stellv. Leiter der Rechtsabteilung des kubanischen Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten, 27.11.1981, PAA, M 52/ 502393.

  25. Vgl. die Übersicht in: Ministerium der Justiz (Hg.), Der internationale Rechtsverkehr der Deutschen Demokratischen Republik in Zivil-, Familien- und Strafsachen, Berlin 1987.

  26. Botschaft der DDR Havanna an das MfAA, 3.1.1985, PAA, M52 / 501693.

  27. Probleme der Eheschließungs- und Übersiedlungsangelegenheiten zwischen Bürgern der DDR und der Volksrepublik Mozambique, 22.10.1986, PAA, M 52/ 502393.

  28. Probleme der Eheschließung zwischen Bürgern der DDR und der Sozialistischen Republik Rumänien, 22.10.1986, PAA, M 52/ 502393.

  29. Grundsätze über die Behandlung von Ersuchen von kapitalistischen Staaten an das MfAA oder die Auslandsvertretungen der DDR, die Bürger der DDR betreffen (vermutlich 1973), PAA, M 2, B 5.286.

  30. Botschaft Beirut an das MfAA, 25.2.1974, PAA, M2, B 468/76.

  31. Aufgrund des entscheidenden Einflusses des Mannes auf innenpolitische Fragen erfolgte hier eine Erlaubnis zur Eheschließung von ministerieller Seite. Schreiben im MfAA, 6.2.1973, PAA M 2, B 467/76.

  32. Hier wurde der Antrag genehmigt, weil die DDR an einem Ausbau der (insbesondere wirtschaftlichen) Beziehungen zwischen beiden Ländern interessiert war. Vgl. die Notiz im MfAA, 5.11.1974, PAA, M2, B 468/76.

  33. Schreiben im Ministerium des Innern, 12.10.1975, PAA, M 2, B 744/78.

  34. Vgl. nur exemplarisch das Schreiben von K.V. vom 23.6.1974, PAA, M 2, B 744/78.

Weitere Inhalte

PD Dr., forscht am Historischen Seminar der Universität Münster unter anderem zu Fragen der sozialen Ungleichheit, der Migrations-, Sozial-, Kultur- und Geschlechtergeschichte Deutschlands und Europas im 19. und 20. Jahrhundert.