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"Not as Grimm as it looks"?

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

"Not as Grimm as it looks"? Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt und den deutschen Wirtschaftsumbau nach 1990

Marcus Böick

/ 16 Minuten zu lesen

Nach 25 Jahren ist es Zeit für eine Neu-Kontextualisierung, sagt Marcus Böick und betrachtet den durch die Treuhandanstalt verantworteten Wirtschaftsumbau im soeben vereinten Deutschland aus Sicht US-amerikanischer und britischer Medien.

Detlev Rohwedder, Präsident der Treuhandanstalt, im Kreise von Vorstandsmitgliedern bei einer Pressekonferenz am 27. November 1990 (© picture-alliance / ZB)

Der 25. Jahrestag der "Gründung" einer "Treuhand-Stelle" durch die Modrow-Regierung Mitte Februar 2015 hatte das sperrige Thema wieder einmal auf die journalistische Agenda gehievt. An meist negativ getönten Superlativen herrschte dabei kein Mangel: Der Spiegel veröffentlichte einen Artikel über "die Hass-Behörde" und konzentrierte sich vor allem auf die Auseinandersetzungen um die "Kali-Kumpel in Bischofferode", deren medial intensiv begleiteter Hungerstreik im Sommer 1993 erhebliche Auseinandersetzungen in der deutschen Öffentlichkeit zwischen Ost und West befeuert hatte. Damit nicht genug: Während die Stuttgarter Zeitung retrospektiv nicht weniger als einen "Hort der Verderbnis" erblickte, kritisierte die aus Südthüringen stammende Wirtschafts-Staatssekretärin und SPD-Politikerin Iris Gleicke als "Ost-Beauftragte" der Bundesregierung in einem Interview die Ende 1994 aufgelöste Treuhandanstalt. Diese erschien ihr nicht als Überbringerin "einer funktionierenden sozialen Marktwirtschaft", sondern als ein "Symbol eines brutalen, ungezügelten Kapitalismus", den viele Ostdeutsche nach wie vor maßgeblich mit "Deindustrialisierung" und "Massenarbeitslosigkeit" verknüpften. Auch der frühere Vizepräsident der DDR-Staatsbank, Edgar Most, stand im medialen Reigen keineswegs zurück und klassifizierte die Treuhand-Aktivitäten im Deutschlandfunk als "eine einzige Schweinerei".

Ganz anders hingegen die Stimmung auf einem prominent besetzten Treffen im Erfurter Landtag Ende März 2015, auf dem der einstige Thüringer CDU-Wirtschaftsminister Franz Schuster sein neues Buch zum Wirtschaftsumbau vorstellte, und auf dem auch der frühere Chef der SPD-Volkskammerfraktion Richard Schröder, der bereits in den frühen 1990er Jahren stets eine Lanze für die ungeliebte Treuhand gebrochen hatte, abermals fakten- wie zahlenreich zu erläutern wusste, warum die unversöhnliche Gegnerschar irrte.

Ein deutscher Sonderweg? – Zeit für eine Neu-Kontextualisierung

Mit Blick auf die mittlerweile überschaubare Debattenlandschaft ließe sich auch nach 25 Jahren festhalten, dass es im Osten wie im Westen beim Thema Treuhandanstalt nichts beziehungsweise wenig Neues zu vermelden gibt: Vornehmlich ostdeutsche wie linke Kritiker arbeiten sich mit Vehemenz an der Organisation ab; bevorzugt westdeutsche und konservative Verteidiger werden hingegen nicht müde, auf deren historisch einmalige Leistungen und Errungenschaften zu verweisen. Doch böte nicht gerade die mittlerweile ein Vierteljahrhundert umfassende Distanz einen hinreichenden Anlass, endlich neue Fragen an die Geschichte dieser eigentümlichen Organisation zwischen Plan und Markt sowie Ost und West zu stellen, um diese von einem (erinnerungs-)politischen Streitobjekt in ein zeithistorisches Forschungsproblem zu verwandeln? In seiner zeithistorischen Überblicks- und Pionierstudie hat jüngst Philipp Ther überzeugend dafür geworben, die gängigen (Vor-)Urteile der beteiligten wie betroffenen Zeitgenossen und der begleiteten Transformationsforschung nicht beständig fortzuschreiben, sondern das postsozialistische Umbruchsgeschehen in Europa nach 1989/90 nunmehr auch in größere transnationale wie historische Zusammenhänge einzuordnen. In diesem Sinne stellt sich die Frage, inwiefern es sich bei dem deutschen Übergang vom Plan zum Markt – dessen wesentliche Eckpfeiler die Anfang Juli 1990 ruckartig vollzogene Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion sowie die von der Treuhandanstalt verantworteten, forcierten Massenprivatisierungen zwischen 1990 und 1994 waren – um eine Art deutsch-deutschen Sonderweg gehandelt habe. Hatte sich der in den 1980er-Jahren gedeihende "Neoliberalismus", wie Ther argumentiert, bei der vom Westen der erweiterten Republik aus "doppelten Schocktherapie" in Ostdeutschland in einer seiner radikalsten Formen entfaltet?

Spielräume für zeithistorische Neuvermessungen

Stellt man die auch nach über zwei Jahrzehnten fortbestehende Stagnation der nationalen beziehungsweise ost-westlichen Binnenperspektiven auf die Treuhand in Rechnung, ergeben sich durchaus einige Spielräume für zeit- beziehungsweise medienhistorische Neuvermessungen. Im Folgenden soll daher der Leitfrage nach inter- oder transnationalen Referenzen und Bezugnahmen im Kontext der deutsch-deutschen Wirtschaftstransformation nachgegangen werden: Wie berichtete und auf welche Weise reflektierte die westliche, in diesem Falle US-amerikanische und die britische (Fach-)Öffentlichkeit in den frühen 1990er-Jahren über den von der Treuhandanstalt verantworteten Wirtschaftsumbau im soeben vereinten Deutschland? Welche Deutungen und Motive prägten diese Außenreflexionen? Welche Aufmerksamkeitskonjunkturen zeichneten sich ab? Beschritt die Treuhandanstalt im Blick der transatlantischen Öffentlichkeit tatsächlich einen deutsch-deutschen "Sonderweg" vom Plan zum Markt?

Auf Grundlage einiger, exemplarisch ausgewählter (und gleichermaßen nicht repräsentativer) Medienberichte, die allesamt in den frühen 1990er-Jahren in führenden US-amerikanischen und britischen Wirtschaftsmagazinen wie dem britischen Economist oder der US-amerikanischen Business Week veröffentlicht wurden, die als Leitmedien der Wirtschaftspresse gelten können, wird zunächst die früh einsetzende Deutung des deutsch-deutschen Wirtschaftsumbaus im Modus des Superlativs erörtert. Der zweite Abschnitt widmet sich sodann den im Zusammenhang mit der Treuhandanstalt im westlichen Ausland aufmerksam verfolgten, nach 1991 aufbrechenden Konflikten zwischen Ost- und Westdeutschen sowie den hiermit verbundenen volkswirtschaftlichen Umstellungskrisen zwischen Plan und Markt. Schließlich wird drittens auf das Beziehungsgeflecht zwischen Treuhandanstalt und dem (westlichen) Ausland beziehungsweise dortigen Unternehmern und Investoren eingegangen.

"The biggest corporate turnaround ever": die Treuhand als historischer Superlativ

Am 3. Dezember 1990 veröffentlichte das New Yorker Wirtschaftsmagazin Business Week ein ganzseitiges Porträt über einen deutschen Spitzenmanager, der mittig auf einer markigen Ganzkörperaufnahme im weißen Business-Hemd posierte, die Ärmel demonstrativ aufgekrempelt und die Brille in der rechten Hand. Seine Mission beschrieb das Magazin als "biggest corporate turnaround ever"; er und seine Mitstreiter trügen die Verantwortung für die zügige Privatisierung einer kompletten Zentralplanwirtschaft mit 8.000 hochdefizitären Industriebetrieben, deren vier Millionen Beschäftigte mit undurchsichtigen Betriebsstrukturen, maroden Anlagen, unverkäuflichen Produkten und massiver Unterbeschäftigung zu kämpfen hatten – und all dies unter ungebremsten Wettbewerbsbedingungen auf globalen Märkten. Allein 23 Milliarden US-Dollar an Krediten seien in den letzten Monaten kurzfristig mobilisiert worden, um die notleidenden Betriebe über Wasser zu halten. Der auf den eilig in die DDR gerufenen, westdeutschen Industrie-Managern lastende Zeit-, Problem- und Handlungsdruck sei exorbitant. Bei einem Erfolg ihrer Anstrengungen, so die Prognose des Magazins, würde die von ihnen orchestrierte Überführung der Betriebslandschaft vom Plan zum Markt nicht nur einen Boom in der ganzen Region forcieren, sondern auch die Umbaukosten aus den erzielten Verkaufserlösen decken. Apokalyptisch erschienen hingegen die Aussichten im Falle ihres Misserfolgs, bei dem ein ganzes Land zu einem "intractable poorhouse" zu verkommen drohe. Heldenhafter Glanz und abgründiges Scheitern schienen aus dieser Sicht Ende 1990 dicht beieinander zu liegen. Die Überschrift ermahnte die US-amerikanische Leserschaft ironisch: "You think your Job is tough, try turning East Germany around."

Detlev Rohwedder spricht vor Journalisten in Berlin im August 1990 (© Bundesarchiv, Bild 183-1990-0821-025, Foto: Thomas Lehmann)

Der als heroischer Umbruchsmanager auf abenteuerlicher wie hochriskanter Mission Porträtierte war Detlev Karsten Rohwedder, der zweite Präsident der Treuhandanstalt. Bundeskanzler Helmut Kohl hatte Rohwedder für die heikle Aufgabe ausgesucht, weil dieser sich in den 1970er Jahren als Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium unter Karl Schiller und in den 1980er Jahren als Vorstandschef des Dortmunder Stahlkonzerns Hoesch einen veritablen Ruf als zupackender Krisenmanager und Unternehmenssanierer erworben hatte. Und auch die Business Week sympathisierte merklich mit dem Treuhand-Chef: Rohwedder liebe die "huge, risky challenge", wie ein Vertrauter zitiert wurde, und verbinde zugleich "a disarming American directness and flexibility with Teutonic toughness and determination". Auch die aufbrandende öffentliche Kritik an Rohwedders Treuhandanstalt, die mit großen Massendemonstrationen in ganz Ostdeutschland im Frühjahr 1991 ihren dramatischen Höhepunkt erst noch erreichen sollte, fand Erwähnung: Während Gewerkschaftsvertreter und linke Oppositionspolitiker ein langsameres Tempo zum behutsameren Wirtschaftsumbau einforderten, ging es vielen Investoren, (markt-)liberalen Ökonomen und konservativen Regierungspolitikern nicht schnell und konsequent genug bei der Etablierung der Marktwirtschaft. Ein bundesdeutscher Unternehmensvorstand zweifelte insbesondere an Eignung und Willen des Treuhand-Personals: "You can’t mix the old guard with a few volunteers and properly run 8,000 companies." Die Business Week resümierte: Der passionierte Hobbyhistoriker Rohwedder werde zwar in Zukunft kaum Zeit zur Lektüre der von ihm hochgeschätzten Barockliteratur finden, "but in tackling the world’s largest collection of sick companies, he’s making a little history of his own".

Das Porträt über Detlev Rohwedder von Dezember 1990 setzte damit einen Grundton, der die veröffentlichten Medienberichte in transatlantischen Medien in den folgenden Jahren in unterschiedlichen Variationen begleiten sollte: Bis zum Ende der Treuhandanstalt 1994 beschrieben US-amerikanische wie britische Auslandskorrespondenten und Journalisten den in Ostdeutschland stattfindenden Wirtschaftsumbau als "Sale of the century". Und das im bevorzugt ins Heroisch-Historische spielenden Modus des Superlativs – das nie dagewesene Ausmaß des von der Treuhand in kurzer Zeit realisierten Massenprivatisierungsprogramms in Ostdeutschland blieb ein zentrales Bild in der westlichen Fachpresse: Neben immer wieder auftauchenden (meist aus der offiziellen Treuhand-Pressearbeit übernommenen) Statistiken über Betriebszahlen in den Tausendern, Belegschaftsgrößen in Millionen- oder Finanztransaktionen in Milliarden-Größe, die die schieren Dimensionen des Vorganges illustrieren sollten, dienten ab dem Frühjahr 1991 Porträts über Rohwedders Nachfolgerin Birgit Breuel einer personenbezogenen Präsentation der "spektakulären" Treuhand. Dabei wurde die Treuhand-Präsidentin im Ausland gelegentlich mit der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher – sowohl habituell als auch (ordnungs-)politisch – verglichen. Letztlich blieb die Beschreibung der Treuhandanstalt im historischen Superlativ ein durchgängiges Grundmotiv in der westlichen Öffentlichkeit.

"The shock of unity": die Treuhand als Krisen- und Konfliktzone zwischen Ost und West

Die Titelseite des britischen Magazins The Economist vom 23. Mai 1992 zierte eine Szenerie, die an ein romantisches Kinderbuch des 19. Jahrhunderts erinnerte: Links eine alte, auf zwei Krücken gestützte Frau mit Buckel und Hakennase vor ihrer abgelegenen Waldhütte, rechts ein kleiner Junge mit einem noch jüngerem Mädchen an der Hand, das sich ängstlich im Hintergrund hielt. Über den Kindern prangte der Titel des Hefts: "Not as Grimm as it looks." Die britischen Journalisten hatten das in der angelsächsischen Welt wohlbekannte Märchen-Motiv der Gebrüder Grimm von Hänsel und Gretel nebst Hexe als Rahmen gewählt, um sich intensiv mit dem "shock of unity" zu beschäftigen, der das wiedervereinte Land in der Mitte Europas gerade intensiv umzutreiben schien: Der schwierige Alltag des wiedervereinten Deutschlands habe sich für die Deutschen in Ost und West als ein "thunderous shock" entpuppt, wie man in London urteilte: "Unification is harder, more complex, more time-consuming and more expensive than almost anyone realized." Die Vereinigung beschrieb das Wochenmagazin wie ein unverhofftes Wiederzusammentreffen einer lange getrennt lebenden Großfamilie auf dem Lande, wobei beide Familienteile sich nicht nur entfremdet hätten, sondern nun der deutlich ärmere Teil des Klans in das Haus des reicheren Familienflügels umzusiedeln gedachte. Neben den dabei auftretenden innerfamiliären Konflikten werde die deutsch-deutsche Großfamilie auch noch von außen bedroht: Wie in Märchen üblich, präsentierten die Autoren eine Reihe von einschlägigen Bösewichtern, die den ohnehin mit sich selbst beschäftigten Deutschen zusätzliche Befürchtungen einjagten und damit die „German Angst" weiter befeuerten: "Monsters (the huge financial cost of unity), goblins (xenophobia and right-wing extremism), witches in gingerbread houses (the European Community), strangers from dark woods (lands to Germany’s east), and ugly stepsisters (Germany’s western Allies, ever fussing for it to take more responsibility and then sulking when it does.)."

Auf den folgenden Seiten durchwanderte der Economist dieses wundersame deutsch-deutsche Märchenland in der Selbstfindungskrise, in dem sich das vermeintliche Happy End des Herbstes 1989 im Laufe des Jahres 1990 in ein regelrechtes Schauermärchen verwandelt hatte. Neben parteipolitischen Verwerfungen, ausländerfeindlichen Ausschreitungen und außenpolitischen Irritationen um die Rolle des vereinten Deutschlands in Europa und der Welt stand vor allem die unerwartet tiefe Wirtschaftskrise beim Umbau der einstigen Planwirtschaft im Mittelpunkt: "The severity of the economic collapse in the New Länder after unity was a shock even to the pessimists", für welchen die Autoren vor allem die sofortige Währungsunion, die geringe Qualität ostdeutscher Produkte sowie den kompletten Zusammenbruch der Ostmärkte des zerfallenden Raums des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) verantwortlich machten. Insbesondere rückte dabei die Treuhandanstalt ins Blickfeld, die – untergebracht "in Hermann Goering’s old Luftwaffe building" – im "centre of the operation" agiere: Mit ihren mehr als 3.000 Mitarbeitern arbeite die hochumstrittene Organisation an einer zutiefst widersprüchlichen Aufgabe: "A bureaucracy bringing capitalism to eastern Germany sounds a contradiction in terms." Allein die Lobby der Treuhandanstalt erschien den britischen Journalisten bei einem Ortsbesuch im einstigen Reichsluftfahrtministerium als eine "telling marriage of new and old"; hierfür verknüpften die Autoren in der britischen Öffentlichkeit traditionell bekannte Nazi- und Preußen-Stereotype mit Motiven des postsozialistischen Aufbruchs zu neuer Modernität: "Smiling receptionists at computer screens, and a clock without hands." Die "long white corridors" im riesigen Gebäudekomplex betrachteten die Besucher zwar als geeignet für "monastic scribes or Prussian clerks", aber nicht für aufstrebende Unternehmer und Manager.

Jenseits dieser atmosphärischen Impressionen aus der Mitte Berlins entwarfen die britischen Journalisten ein differenziertes Bild des laufenden Wirtschaftsumbaus in Ostdeutschland aus makroökonomischer Perspektive. Die von der Treuhand forcierte Privatisierung beziehungsweise Stilllegung der einstigen Staatsbetriebe komme zwar zügig voran, erweise sich aber als ein massives Zuschussgeschäft und sei obendrein mit beträchtlichen gesellschaftlichen Konsequenzen wie insbesondere der Massenarbeitslosigkeit verbunden, die die Konflikte zwischen Ost- und Westdeutschen erheblich verschärften: Während die Ostdeutschen sich enteignet, entwertet und überrumpelt fühlten, erregten sich die Westdeutschen über steigende Transferzahlungen und wachsende sozialpolitische Kosten, wie der Economist berichtete. Bis Mitte des Jahres 1992 hatte man im westlichen Ausland mit Verwunderung das registriert, was in Deutschland zeitgenössisch als "Vereinigungskrise" beschrieben wurde; das neue, vereinte Deutschland trat nun gerade nicht, wie noch 1990 von ausländischen Einheitsskeptikern vor allem in Frankreich oder Großbritannien befürchtet, als neuer Hegemon im Herzen Europas auf, sondern schien sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen. Immer wieder thematisierten Berichte nicht nur die ökonomischen Verwerfungen und gesellschaftlichen Konflikte beim Wirtschaftsumbau selbst, wie dem hitzigen Streit um die Schließung des Kalibergwerks in Bischofferode im Sommer 1993, sondern auch die hiermit verknüpften kulturellen Differenzen zwischen Ost- und Westdeutschen, die im medialen Außenblick mit einer Mischung aus Faszination und Verwunderung registriert, beschrieben und gedeutet wurden. Das wiedervereinte Deutschland erwies sich folglich nicht, wie noch von manchen ausländischen Politikern und Beobachtern 1989/90 befürchtet, als geschlossen auftretende, dominante Großmacht im Herzen Europas – sondern als nach innen gewandte, zerstrittene und an sich selbst zweifelnde Nation, die in zwei miteinander fremdelnde Teilgesellschaften zerfiel. Die Treuhandanstalt avancierte dabei zu einem zentralen medialen Untersuchungsfeld für die Erkundung dieser aus der (westlichen) Außensicht eigentümlichen Ost-West-Konfliktlagen.

"There’s little room for foreign investors": die Treuhand als Rätsel für Ausländer

Ein solches, ambivalent gedeutetes "New Germany of Angst and Opportunity", wie es das Wall Street Journal im Juli 1991 nannte, war jedoch nicht nur der Ort einer historisch einmaligen Wirtschaftstransformation vom Plan zum Markt sowie eine Arena von im Blick ausländischer Beobachter überraschend heftiger Ost-West-Konflikte, sondern auch eine potenzielle Interessensphäre für westliche Investoren. Der bereits zitierte Economist hatte schon im September 1991 kritisiert, dass der von der Treuhand organisierte Privatisierungsprozess als undurchschaubar "to most outsiders" erscheine; zwar gebe es keine formelle "Germans first policy" – aber dennoch setze sich bei westlichen Unternehmern der fatale Eindruck fest, dass "a west German mafia is at work pushing what pearls there are to cronies back home". Die Westdeutschen brächten eben einige "in-built advantages over their foreign rivals" mit, wie das britische Wochenmagazin trocken kommentierte: "A common language, often historic links with the firms they are chasing, generally a better, though rarely complete, grasp of the moral hazards." Im August 1991 ging auch jenseits des Atlantiks die New York Times harsch auf diese Konstellation ein: Zwar habe der Zusammenbruch des Kommunismus im Jahr 1990 zunächst ein "tremendous interest in eastern Germany among foreign investors" erzeugt, welche die ehemalige DDR als "prime jumping-off point for business in central Europe" gesehen hätten, jedoch sei von diesem anfänglichen Enthusiasmus kaum etwas geblieben. Die US-amerikanischen Journalisten kritisierten dabei insbesondere, dass sich für ausländische Interessenten die Treuhand-Bürokratie als "even greater barrier" erweise als die marode Kommunikations- und Verkehrsinfrastruktur in der einstigen DDR. Ein französischer Automobil-Manager ließ sich in der Tageszeitung mit "there’s little room in former East Germany for foreign investors" zitieren, weshalb man sich eben noch weiter nach Osten, in die anderen Länder des einstigen "Ostblocks" orientieren müsse.

Birgit Breuel, seit 1991 Präsidentin der Treuhandanstalt, am 10. Juli 1991 in Berlin (© picture-alliance / ZB)

Die in New York Times und The Economist sehr kritisch beschriebene beziehungsweise begründete Zurückhaltung ausländischer Investoren stand dabei einer bereits von Detlev Rohwedder im September 1990 vor der DDR-Volkskammer angekündigten "Internationalisierung" des ostdeutschen Wirtschaftsumbaus massiv entgegen, der anfangs bewusst internationale Wettbewerber ins Geschäft bringen wollte, um so eine monopolartige Aufteilung der ostdeutschen Märkte durch führende westdeutsche Unternehmen zu verhindern, sich jedoch zunächst auf den Um- und Ausbau der Treuhandanstalt selbst konzentrierte. Spätestens ab dem Sommer 1991 versuchte die neue Treuhand-Spitze um Birgit Breuel, den im niedrigen einstelligen Bereich stagnierenden Anteil ausländischer Übernahmen durch gezieltes Marketing noch zu steigern: Innerhalb der Treuhand wurden eigene Direktorate oder Fachbereiche für "Internationales" geschaffen, repräsentative Kontaktbüros in New York und Tokio eingerichtet, breite Anzeigenkampagnen in der westlichen Wirtschaftspresse geschaltet sowie internationale Investmentbanken als Vermittler eingeschaltet. Insbesondere mehrere Auslandstouren der Präsidentin erregten dabei einige mediale Aufmerksamkeit – so reiste Breuel im November 1991 über eine Woche quer durch die USA, um dort mit zahlreichen Ansprachen, Treffen und Medienauftritten für ein stärkeres US-Investment in der DDR zu werben.

Doch letztlich ließ sich auch damit die Reserve des (westlichen) Auslandes gegenüber einer eigenen Beteiligung am durch die Treuhandanstalt betriebenen Wirtschaftsumbau nur bedingt überwinden: Während das Marketing zur Internationalisierung des Privatisierungsgeschäfts auf Hochtouren lief, trübten die ab 1992 in gehäufter Zahl ans Licht der Öffentlichkeit dringenden Skandalfälle wie um die Niederlassung in Halle, die heftigen industriepolitischen Debatten um ein stärkeres Eingreifen des Staates sowie auch ausländerfeindliche Ausschreitungen in Ostdeutschland auf der anderen Seite die Perspektiven für ausländische Interessenten ein. Bis zum Ende der 1994 verharrte daher der relative Anteil ausländischer Käufer im einstelligen Bereich: Von insgesamt knapp 15.000 Privatisierungen waren lediglich etwa 800 beziehungsweise sechs Prozent mit Auslandsbeteiligung erfolgt, auch wenn einige spektakuläre Großprivatisierungen wie die politisch eingefädelte und später in einen massiven Skandal mündende Übernahme der Leuna-Raffinerien durch den französischen Elf-Aquitaine-Konzern oder die wechselhafte Privatisierung des EKO-Stahlwerks in Eisenhüttenstadt zunächst an ein italienisches und dann ein belgisches Unternehmen im Jahr 1993/94 erhebliche internationale Aufmerksamkeit erregten. Letztlich blieb die Treuhand im Blick der ausländischen Presse eine schwer zu durchschauende Geschäftspartnerin, die man im Zweifel eher den Deutschen überließ.

"Really no alternative to this curious colossus?" Faszination, Verwunderung, Reserve

Der häufiger in den ausländischen Medienberichten anzutreffende Verweis auf die "headquarters for World War II Luftwaffe chieftain Hermann Goering" als Sitz der Treuhand-Zentrale symbolisierte die transatlantischen Außenperspektiven in gewisser Weise als Ganzes: Die Wirtschaftspresse beobachtete, beschrieb und deutete die eigentümliche Organisation in Berlin mit einer Mischung aus Faszination, Verwunderung und Reserve; die Treuhand erschien im internationalen Blickwinkel durchaus als ein deutsch-deutscher Sonderweg vom Plan zum Markt, aber keineswegs als übermäßig "radikal" oder gar "brutal" – sondern als stark nach innen gewandter, langwieriger postsozialistischer wie postnationaler Umgestaltungs- beziehungsweise (Ko-)Transformationsprozess, in dem neben wirtschaftlichen und politischen gerade auch gesellschaftliche und identitär-kulturelle Konfliktlagen zwischen Ost und West mit – für das westliche Ausland überraschend – großer bis größter Vehemenz verhandelt wurden.

Es waren, wie gezeigt, insbesondere drei motivische Schwerpunkte, die die medialen Außenblicke auf das wirtschaftliche Transformationsgeschehen bestimmten: Zunächst einmal schien die Treuhandanstalt als zentrale, ja gigantische Industrie-Holding die westlichen Auslandskorrespondenten einigermaßen zu faszinieren – ihre Größe, ihr Auftrag und ihr Zuschnitt suchten für die professionellen Beobachter in New York oder London zumindest in der westlichen Welt ihresgleichen.

Zweitens waren es gerade die sich an der Treuhandanstalt entzündenden, heftigen Konflikte zwischen "Wessis" und "Ossis", die man im Ausland mit merklicher Verwunderung sorgfältig registrierte und intensiv analysierte: Die (vermeintliche) ethnische Homogenität der wiedervereinten Nation ließ diese kulturellen Auseinandersetzungen innerhalb des 1989/90 noch in großer Euphorie wiedervereinten Deutschlands aus der Außensicht einigermaßen schwer verständlich erscheinen.

Drittens bestimmte hingegen eine merkliche Reserve oder Distanz die Urteile, wenn es darum ging, selbst Teilnehmer dieser schwer nachvollziehbaren innerdeutschen Verwicklungen zu werden. Wenn die internationale Wirtschaftspresse deutlich Kritik an der Treuhandanstalt übte, dann deshalb, weil ihre forcierte Privatisierungspraxis auf ausländische Unternehmen und Investoren als undurchschaubare Bürokratie von Deutschen für Deutsche abschreckend wirkte, woran auch massive internationale Marketing-Bemühungen letztlich nur bedingt etwas ändern konnten.

Die damit in groben Strichen skizzierten, US-amerikanischen und britischen Wahrnehmungen und Deutungen des ostdeutschen Wirtschaftsumbaus im Allgemeinen wie der Treuhandanstalt im Besonderen deuten die Potenziale einer transnationalen Perspektivverschiebung mit Blick auf die Transformationszeit nach 1990 an. Im scharfen Kontrast zu der polarisierten und bis in die Gegenwart wenig versöhnlichen innerdeutschen Kontroverse zwischen Gegnern und Verteidigern der Treuhandanstalt, pflegte die westliche Fachöffentlichkeit einen differenzierten Außenblick auf das Geschehen im wiedervereinten Deutschland. Weder sah man dort, gerade auch im Kontrast mit den anderen osteuropäischen Transformationsländern, eingedenk der massiven sozialpolitischen Stützungsmaßnahmen einen ungebremsten "Kapitalismus" am Werk, noch erklärte man das deutsch-deutsche Modell eines schlagartigen wie forcierten Wirtschaftsumbaus im Modus der Privatisierung durch eine zentrale Organisation für alternativlos. Im September 1991 fragte der Economist, ob es "really no better alternative to this curious colossus" Treuhandanstalt gebe, deren eigentümliche Rolle als "a mix of investment banker, buffer between state and business, and general economic nanny" außergewöhnlich erschien. Die transatlantische Wirtschaftspresse spielte zwar, wie im Falle der schaurig-schönen Märchengeschichte des Economist, mit nationalen Stereotypen. Den Deutungen und Urteilen der westlichen Wirtschaftsjournalisten ging die innerhalb der deutschen Medienöffentlichkeit gepflegte Radikalität, Polarisierung und Eindringlichkeit völlig ab, ganz im Gegenteil – sie nahmen als distanzierte Beobachter eine Meta-Perspektive hierzu ein: Die Treuhand sei eben "all Germany’s favourite football", wie das britische Magazin letztlich urteilte: "The bleaker the economic news from the east, the harder the Treuhand gets kicked."

Zitierweise: Marcus Böick, "Not as Grimm as it looks"? Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt und den deutschen Wirtschaftsumbau nach 1990, in: Deutschland Archiv, 8.7.2015, Link: www.bpb.de/209190

Fussnoten

Fußnoten

  1. Die Hass-Behörde, Spiegel-Online, 22.2.2015, Externer Link: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/treuhand-gruendung-1990-protest-der-kali-kumpel-bischofferode-a-1018717.html, letzter Zugriff am 9.6.2015.

  2. Ein Hort der Verderbnis, in: Stuttgarter Zeitung, 1.3.2015.

  3. "Symbol eines brutalen Kapitalismus", 19.2.2015, Externer Link: https://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Symbol-eines-brutalen-Kapitalismus;art83467,3906970, letzter Zugriff am 9.6.2015.

  4. "Eine einzige Schweinerei", in: Deutschlandradio Kultur – Interview, 28.2.2015.

  5. Franz Schuster: Thüringens Weg in die Soziale Marktwirtschaft. Privatisierung, Sanierung, Aufbau. Eine Bilanz nach 25 Jahren, Köln u.a. 2015.

  6. Die alte CDU-Garde in Erfurt: Lauter falsche Legenden über die Treuhand, in: Ostthüringer Zeitung, 23.3.2015; vgl. auch Richard Schröder: Die wichtigsten Irrtümer über die Einheit, Freiburg 2007.

  7. Vgl. Philip Ther: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa, Berlin 2015.

  8. Ther, Die neue Ordnung (Anm. 7), S. 199.

  9. You Think Your Job is Tough, Try Turning East Germany around, in: Business Week, 3.12.1990, S. 21.

  10. Ebd.

  11. Sale of the Century ends, in: Financial Times, 4.5.1994, S. 3.

  12. East Germany for Sale, in: Reader’s Digest, Dezember 1992, S. 50-55; Head of Germany’s Treuhand Steers Course Between Expediency and Economic Reality, in: The Wall Street Journal, 18.9.1992, S. 4.

  13. The shock of unity, in: The Economist, 23.5.1992, S. 3f.

  14. Ossifying or modernising?, in: The Economist, 23.5.1992, S. 6.

  15. Vgl. Jürgen Kocka: Vereinigungskrise, Göttingen 1995; dazu auch Andreas Rödder: Deutschland einig Vaterland: Die Geschichte der Wiedervereinigung, 2. Aufl., München 2009.

  16. The Scandals at the Treuhand, in: Newsweek, 26.7.1993.

  17. The New Germany of Angst and Opportunity, in: The Wall Street Journal, 15.7.1991, A11.

  18. Privatising East Germany. It’s a long march from state control, in: The Economist, 13.5.1991, S. 21-24.

  19. In the East, a Treuhandanstalt Bureaucracy, in: New York Times, 18.8.1991, S. 18.

  20. Vgl. der Überblick im Treuhand-eigenen Magazin: Für ausländische Investoren zählen nur handfeste Informationen, in: Treuhandanstalt Informationen, Ausgabe 7, November 1991, S. 1 u. S. 12ff.

  21. Vgl. u.a. Morale suffers in the old east, in: Financial Times, 30.4.1993; Privatization Spells Problems in Germany, in: International Herald Tribune, 12.7.1993, S. 1; Treuhand head administers a painful cure, in: Financial Times, 4.10.1993, S. 3.

  22. Vgl. Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BVS): "Schnell privatisieren, entschlossen sanieren, behutsam stilllegen". Ein Rückblick auf 13 Jahre Arbeit der Treuhandanstalt und der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben, Berlin 2003, S. 58-60.

  23. The New Germany of Angst and Opportunity, in: The Wall Street Journal, 15.7.1991, S. 11; The heavy trad of the Treuhandanstalt, in: Financial Times, 16.8.1991, S. 4.

  24. Dazu insg. Ther, Die neue Ordnung (Anm. 7).

  25. Vgl. als frühe Bilanz etwa Shaping a New Identity, and Trying to Come to Terms With the Past, in: International Herald Tribune, 21.4.1994, S. 14f.

  26. Privatising East Germany. It’s a long march from state control, in: The Economist, 14.9.1991, S. 21-24.

  27. Ebd., S. 21.

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Geb. 1983; Studium der Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie und Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2010 promoviert er zur Geschichte der Treuhandanstalt und ihrem Personal. Von 2011 bis 2014 war er Promotionsstipendiat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Ruhr-Universität Bochum.