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Zwischen gesellschaftlicher Anerkennung und individueller Rehabilitierung

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. 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Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Zwischen gesellschaftlicher Anerkennung und individueller Rehabilitierung Eine (Zwischen-)Bilanz der Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung

Berenike Feldhoff

/ 17 Minuten zu lesen

Im Zentrum der Analyse des Aufarbeitungsprozesses stehen die zentralen Fragen, welchen Beitrag die Politik zur Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung geleistet hat, welche gesellschaftlichen Aufklärungsmöglichkeiten es gibt und ob die Täter bestraft und die Opfer entschädigt wurden.

Das frühere Verwaltungsgebäude des ehemaligen Jugendwerkhofs in Torgau, heute Gedenkstätte, mit dem sich anschließenden Zellentrakt im April 2010 (© picture alliance / dpa / ZB, Foto: Peter Endig)

Fremdbestimmung, Menschenverachtung, Freiheitsbeschränkung und entwürdigende Strafen bestimmten den Alltag vieler Minderjähriger in den Spezialkinderheimen der DDR. Eingewiesen wurden Kinder und Jugendliche, die den von der SED vorgegebenen Normen der "sozialistischen Persönlichkeitsentwicklung" nicht entsprachen. Die Heimerziehung war insbesondere in den Spezialkinderheimen, offenen Jugendwerkhöfen sowie im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau (GJWT) von drakonischen Methoden der Disziplinierung und Umerziehung geprägt. Viele der Jugendlichen, die in diese DDR-Heime kamen, wurden aufgrund ihrer Freizeitgestaltung oder aufgrund ihres familiären Hintergrundes als verhaltensauffällig sowie schwer erziehbar stigmatisiert. Sie sollten durch Zwang, Ausgrenzung und Einschließung zu "sozialistischen Persönlichkeiten" umerzogen werden. Durch den Heimaufenthalt sind viele der ehemaligen Heimkinder auch heute noch in ihren Lebenschancen massiv beeinträchtigt, da in den Heimen der DDR eine Entwicklung der Minderjährigen zu selbstbestimmten Menschen gezielt verhindert wurde. Die psychischen wie physischen Folgen der DDR-Heimerziehung wirken zum Teil bis in die Gegenwart, weshalb eine umfassende Beschäftigung mit diesem dunklen Kapitel der DDR-Vergangenheit von hervorgehobener Bedeutung sein sollte.

Im deutschen Forschungsdiskurs zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit sind insbesondere vier Dimensionen für eine Analyse des DDR-Aufarbeitungsprozesses von zentraler Bedeutung. Bei den Aufarbeitungsdimensionen handelt sich erstens um die politische Aufarbeitung, zweitens die wissenschaftliche Aufarbeitung und gesellschaftliche Aufklärung, drittens die strafrechtliche Aufarbeitung und die personellen Erneuerungen sowie viertens die Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer. Im Folgenden wird rekonstruiert, wann, was, auf welche Weise und durch welche Akteure an Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung geleistet beziehungsweise nicht geleistet wurde. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen im Zentrum der Analyse stehen: Welchen Beitrag hat die Politik zur Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung geleistet? Welche gesellschaftlichen Aufklärungsmöglichkeiten gibt es? Wurden die Täter bestraft und die Opfer entschädigt?

Die politische Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung

Die politische Aufarbeitung in Deutschland umfasst einerseits "politische Entscheidungen zur administrativen 'Regulierung' von Vergangenheit" sowie andererseits "Diskurse und Handlungen, mit denen Geschichte gedeutet und eine kollektive Vergangenheit zu politischen Zwecken öffentlich repräsentiert wird". Das vielfach erklärte Ziel der politischen Aufarbeitung der DDR-Geschichte besteht darin, einen politisch-kulturellen und politisch-institutionellen Rahmen zu schaffen, in dem das System des SED-Regimes delegitimiert und das Bild der DDR als Diktatur im öffentlichen Gedächtnis fest verankert werden kann.

Die politische Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung begann vergleichsweise spät nach der Wiedervereinigung. Erst seit 2011/2012 kann vom Beginn einer intensiven und differenzierten politischen Beschäftigung mit der ostdeutschen Heimerziehung gesprochen werden. Bis 2011 bestand die politische Aufarbeitung der DDR-Heimpädagogik in erster Linie aus rhetorischen Bekundungen, Empfehlungen und ersten Untersuchungen.

Erst im Zusammenhang der Aufarbeitung der westdeutschen Heimerziehung, die sich in den Jahren 2008 bis 2011 im Rahmen des "Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren" vollzog und die die DDR-Heimerziehung explizit ausklammerte, brachte auch die politische Aufarbeitungspraxis der DDR-Heimpädagogik eigene nennenswerte Initiativen hervor. Angespornt durch die Tätigkeit des "Runden Tisches" traten vermehrt Betroffene der DDR-Heimerziehung an die Öffentlichkeit und verlangten bei der Aufarbeitung von Missständen und der Rehabilitierung von Opfern mit einbezogen zu werden.

Die maßgeblich von Betroffenen angestoßene Initiative, die von ostdeutschen Opferverbänden und der Politik unterstützt wurde, führte im Juli 2011 schließlich zur Konstituierung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe (BLAG), die Grundlagen für eine politische Entscheidung zur Würdigung und Anerkennung des Leids ehemaliger Heimkinder aus der DDR ausarbeiten sollte. Im März 2012 wurde der von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeitete Bericht "Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR" veröffentlicht, welcher zusammen mit drei von der BLAG in Auftrag gegebenen Expertisen zu rechtlichen, pädagogischen und psychologischen Aspekten der Heimerziehung, den Ausgangspunkt für weitere Aufarbeitungsmaßnahmen bildete. Auf Basis des Berichtes errichteten die Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt sowie die Freistaaten Sachsen und Thüringen gemeinsam mit dem Bund zum 1. Juli 2012 den Entschädigungsfonds „Heimerziehung in der DDR von 1949 bis 1990“. Parallel zum Fonds richteten die Länder Anlauf- und Beratungsstellen für ehemalige DDR-Heimkinder ein, wodurch einer Forderung der Betroffenen nach gezielten und individuellen Beratungs- und Unterstützungsleistungen Rechnung getragen wurde.

Die politische Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung hat in den letzten 26 Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen, sodass unter dem Dach der allgemeinen SED-Diktaturaufarbeitung mittlerweile auch für die Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung ein politisch-kultureller und politisch-institutioneller Rahmen zur Verfügung steht. Zum einen werden die drakonischen Erziehungsmethoden in den DDR-Spezialheimen im politischen Diskurs allerseits als menschenrechtsverletzend und ihre Aufarbeitung als notwendig anerkannt. Zum anderen wurde diese diskursive Anerkennung auch in konkrete politische Maßnahmen, wie etwa die Errichtung des Fonds, übersetzt, welche die Aufarbeitung anleiten.

Wissenschaftliche Aufarbeitung und gesellschaftliche Aufklärung der DDR-Heimerziehung

Die wissenschaftliche Aufarbeitung und gesellschaftliche Aufklärung dienen in besonderem Maße dem langfristigen Umgang mit den Lasten der überwundenen Gewaltherrschaft. Für eine Verhinderung der Restauration alter Verhältnisse ist das Wissen über ehemalige Herrschaftsmethoden notwendig. Das Gewinnen sowie die Verbreitung dieser Erkenntnisse fallen als Ziele vor allem in den Aufgabenbereich der Wissenschaft und gesellschaftlicher Institutionen, wie etwa Gedenkstätten, Opferverbände und Museen.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung ist mittlerweile relativ weit vorangeschritten. Sie beschäftigt sich etwa mit den sozialistischen Umerziehungspraktiken im Geschlossenen Jugendwerkhof (GJWH) Torgau, der DDR-Jugendhilfe und -Heimerziehung im Allgemeinen sowie mit den bereits genannten rechtlichen, pädagogischen und psychologischen Aspekten der Heimerziehung. Nachdem die repressiven Umerziehungsmethoden in den Spezialkinderheimen der DDR durch diverse zeithistorische Untersuchungen mittlerweile gut erforscht sind, wendet sich die Forschung spezifischeren Fragen zu, die sich etwa mit der medizinischen Versorgung in den DDR-Heimen, der Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR-Heimerziehung oder mit dem internationalen Vergleich von Heimerziehungspraktiken beschäftigen.

Ausstellung in der Gedenkstätte des ehemaligen Geschlossenen Jugendwerkhofs in Torgau. Die abgebildeten Kinder- und Jugendlichen hatten hier gelebt. (© dpa)

Im Rahmen der gesellschaftlichen Aufklärung ist insbesondere die Gedenkstätte GJWH Torgau, die 1998 durch die Initiativgruppe "Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e.V." eingerichtet wurde, als bedeutender Aufarbeitungsakteur hervorzuheben. Sie ist "bundesweit der einzige Erinnerungsort, der sich mit den repressiven Machtstrukturen des Bildungs- und Erziehungssystems der SED-Diktatur auseinandersetzt und an das Schicksal zehntausender Opfer, denen in ihrer Kindheit und Jugend das Recht auf Freiheit und Menschenwürde genommen wurde, erinnert". In der Gedenkstätte befindet sich ein Museum, das neben den drakonischen Umerziehungspraktiken im GJWT auch das DDR-Heimerziehungssystem im Allgemeinen thematisiert. Außerdem zeichnet sich die Gedenkstätte durch ein umfassendes Bildungsangebot und verschiedene Veranstaltungen wie Buchpräsentationen, Lesungen, Lehrerfortbildungen, Seminare und das seit 2003 jährlich stattfindende Treffen ehemaliger DDR-Heimkinder in der Gedenkstätte aus. Neben Führungen und Zeitzeugengesprächen entwickelte die Gedenkstätte zudem „Das Mobile Bildungsprojekt – Historisches Lernen als Dimension politischer Bildung“, das unabhängig vom Ort der Durchführung die Möglichkeit bietet, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern mit der Geschichte des GJWT vertraut zu machen. Die Errichtung der Gedenkstätte am authentischen Ort bedeutet für die Opfer ein "Zeichen der Anerkennung und zumindest der moralischen Rehabilitierung". Ihre Tätigkeit trägt damit ganz wesentlich zur gesellschaftlichen Aufarbeitung und Aufklärung der DDR-Heimerziehung bei.

Auch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (durch Projektförderungsmittel und Weiterbildungen) sowie die Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (durch die Bereitstellung didaktisch professionell ausgearbeiteter Bildungsangebote, wie etwa Lehrerfortbildungen, Unterrichtsmaterialien und unterrichtsergänzende Veranstaltungen) setzen sich dafür ein, das DDR-Heimerziehungssystem für eine breite Öffentlichkeit verständlicher und greifbarer zu machen.

Die strafrechtliche Aufarbeitung und personelle Erneuerungen

Die strafrechtliche Auseinandersetzung mit den Lasten der Vergangenheit sowie die Forderung nach einem Personalaustausch sind nach dem Umbruch von einem autoritären zu einem demokratischen politischen System von zentraler Bedeutung, da sich die Legitimität des neuen Systems entscheidend an seinem Umgang mit dem überkommenen Unrecht bemisst. Durch die Entlassung und Sanktionierung der Täter kann eine justizförmige Aufarbeitung zur Delegitimierung der überwundenen Ordnung beitragen und den legitimen Ansprüchen der Opfer gerecht werden.

Als die Hauptverantwortlichen für die DDR-Heimerziehung können Margot Honecker und Eberhard Mannschatz identifiziert werden. Die Heimerziehung wurde in der Abteilung Jugendhilfe/Heimerziehung im Ministerium für Volksbildung (MfV), welches von 1963 bis 1989 von Margot Honecker geleitet wurde, zentralistisch organisiert. Mannschatz gilt als langjähriger Leiter der Abteilung Jugendhilfe (von 1951–1954 und von 1957–1977) und enger Mitarbeiter Margot Honeckers als einer der "wichtigsten Protagonisten der DDR-Jugendhilfe". In den 1960er Jahren stellte er die Heimerziehung ausdrücklich in den Dienst der politisch-ideologischen Vorgaben der Staats- und Parteiführung, wodurch der Jugendhilfe die Aufgabe zukam, "die Kinder und Jugendlichen zu ‚guten Staatsbürgern‘ zu erziehen".

Weder Margot Honecker noch Eberhard Mannschatz wurden nach der Wiedervereinigung strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen. Margot Honecker, die bis zu ihrem Tod im Mai 2016 unbescholten in Chile lebte, wurde zwar im Juni 1993 für die unmenschlichen Zustände in Torgau angezeigt, die Klage wurde jedoch aufgrund mangelnder Beweise abgewiesen. Auch Eberhard Mannschatz, der "1991 ohnehin in den Ruhestand ging, blieb […] jede Überprüfung und Evaluierung erspart". Nach seiner Emeritierung, er war von 1977–1989 Inhaber des einzigen Lehrstuhls für "Jugendhilfe und Heimerziehung" in der DDR an der Humboldt-Universität Berlin, beteiligte er sich sogar in Form verschiedener Publikationen und Vorträge nahezu unhinterfragt am wissenschaftlichen Diskurs zur deutschen Bildungs- und Sozialpolitik. Erst im Jahr 2012 entbrannte eine mediale Debatte über seine Person, als darauf aufmerksam gemacht wurde, dass ein Artikel von Mannschatz, in dem er das rigide System der Umerziehung in der DDR verharmlosend darstellt, im Sammelband "Grundkurs Soziale Arbeit" von Timm Kunstreich jahrelang kommentarlos als Lehrmaterial herangezogen wurde. Es wurde scharf kritisiert, dass einer der Hauptverantwortlichen für die autoritären Ausformungen der DDR-Heimerziehung "zum Kronzeugen für eine angeblich gelungene Sozialarbeit in der DDR" stilisiert wurde. Mannschatz‘ Vergangenheit hatte demnach für sein späteres Leben in der Bundesrepublik keine Konsequenzen.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwiefern die ausführenden Organe, also die Heimerzieherinnen und -erzieher, zur Rechenschaft gezogen worden sind. Diejenigen des GJWT wurden zwar noch im Jahr 1990 entlassen, vereinzelte Strafanzeigen führten jedoch nur zu wenigen Verurteilungen, in denen lediglich Geldstrafen verhängt wurden. Nur ein Gerichtsprozess erlangte ab Februar 1999 eine gewisse mediale Aufmerksamkeit, der sogenannte "Meerane-Prozess", in dem erstmalig mehrere Vertreter der autoritären DDR-Jugendhilfe wegen Freiheitsberaubung, Verletzung der Erziehungspflicht, Körperverletzung und sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen vor Gericht gestellt werden sollten. Erst fünf Jahre nach der ersten Anklage mussten sich im Juni 2004 vier der ursprünglich fünf angeklagten Erzieherinnen und Erzieher vor Gericht verantworten. Der Prozesseröffnung waren jahrelange Ermittlungen und ein juristischer Konflikt um mögliche Verjährungsfristen vorausgegangen. Das Gerichtsverfahren wurde dann jedoch noch am Tag des lang erwarteten Prozessbeginns eingestellt. Drei der Angeklagten einigten sich mit der Staatsanwaltschaft Chemnitz auf die Zahlung von Geldbußen, räumten aber keine Misshandlungen ein. Der vierte Beschuldigte kam ohne Auflagen davon. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass die teilweise 18 Jahre zurückliegenden Taten ohnehin schwer aufzuklären gewesen wären und dass den Opfern durch die Einstellung unangenehme Konfrontationen und aufwendige Glaubwürdigkeitsgutachten erspart bleiben sollten. Durch das vorzeitige Prozessende und das fehlende Gerichtsurteil wurde jedoch weder das von den DDR-Heimerzieherinnen und -erziehern verübte Unrecht offiziell juristisch aufgearbeitet und anerkannt noch die ehemaligen Heimkinder als Opfer des Heimsystems der DDR gewürdigt. Die Grenzen des Rechtsstaats sowie die spät einsetzende Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung haben dazu geführt, dass in den letzten 26 Jahren kaum Täter der Heimerziehung justiziell bestraft wurden, da die Taten entweder verjährt waren oder nicht bewiesen werden konnten.

Das Meerane-Beispiel zeigt außerdem Fahrlässigkeiten beim Personalaustausch. Während zwei der Beschuldigten auch nach der Wende noch in dem Kinderheim beschäftigt waren, war ein Dritter über lange Jahre stellvertretender Bürgermeister der Stadt Meerane. Wenngleich systematisierte Studien zum Verbleib der DDR-Heimerzieherinnen und -erzieher fehlen, kann davon ausgegangen werden, dass viele beim Fortbestehen ihrer Einrichtung ihre Jobs behielten, um die Funktionsfähigkeit des neuen demokratischen Heimsystems zu gewährleisten. Diese personellen Kontinuitäten und ihre Folgen sind bis heute nicht erforscht.

Rehabilitierung nach § 2 StrRehaG und "Heimkinderfonds Ost"

Die Erinnerung an die Opfer der SED-Diktatur sowie die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für deren Rehabilitierung gehörten im wiedervereinigten Deutschland von Anfang an "zu den vordringlichsten Aufgaben im Zusammenhang mit der Herstellung der staatlichen Einheit". Ein angemessener und juristisch begleiteter Umgang mit Diktaturopfern, die meist auch in den neuen demokratischen Gesellschaften Randgruppen bleiben, trägt zur Stabilisierung des neuen Systems und zum Glauben in seine Rechtmäßigkeit bei.

Die Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer der DDR-Heimerziehung kann zum einen über die SED-Unrechtsbereinigungsgesetze und dabei insbesondere über Paragraph 2 des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes (StrRehaG) erfolgen. Im Falle der DDR-Heimerziehung führt ein stattgegebener Rehabilitierungsantrag zur Aufhebung der Heimeinweisungsanordnung, die außerdem für rechtsstaatswidrig erklärt wird. In einem zweiten Schritt können ehemalige Heimkinder soziale Ausgleichsleistungen erlangen, zu denen auch eine monatliche Unterstützungsleistung (die Opferrente) zu zählen ist, die jedoch nur bei besonderer Bedürftigkeit gewährt wird.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Anspruch auf Entschädigungsleistungen auf Basis von Paragraph 2 StrRehaG nur schwer durchzusetzen ist. Schätzungsweise nur ein bis zehn Prozent aller Anträge ehemaliger Heimkinder aus der DDR führen zum Erfolg. Als Gründe für die geringe Erfolgsquote dieser Rehabilitierungsverfahren wird zum einen die schwer zu erfüllende Rehabilitierungsvoraussetzung angeführt, der zufolge ein Betroffener nur rehabilitiert werden kann, wenn die Anordnung seiner Unterbringung in einem Heim der DDR-Jugendhilfe mit wesentlichen Grundsätzen einer freiheitlichen rechtsstaatlichen Ordnung unvereinbar war. Ausschlaggebend für einen Anspruch auf Rehabilitierung durch das StrRehaG sind folglich nicht die Umstände in den Heimen, sondern die Entscheidung über die Einweisung ins Heim und die Frage nach deren Rechtsstaatswidrigkeit. Diese Voraussetzung, die in jedem Rehabilitierungsverfahren einer Einzelfallprüfung bedarf, stellt eine hohe Hürde des StrRehaG dar, da "die meisten ehemaligen Heimkinder bis heute ihre Einweisungsgründe ins Heim nicht kennen". Zum anderen erschwert bislang eine restriktive Haltung deutscher Gerichte die Rehabilitierung ehemaliger Heimkinder. Das hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass Hinweise auf eine Unvereinbarkeit einer Heimunterbringungsanordnung mit Grundsätzen einer freiheitlichen rechtstaatlichen Ordnung viel zu selten und wenn dann nur ungenügend überprüft und anerkannt worden sind. Diese unzureichende Anerkennung der Betroffenen der DDR-Heimerziehung wurde im Dezember 2014 durch das BVerfG kritisiert, was dazu beitragen sollte, die Haltung der Gerichte zu ändern.

Mittlerweile sei zwar ein veränderter Umgang mit den Betroffenen feststellbar, da es inzwischen Anhörungen von Opfern an Gerichten gebe, es bleibt jedoch weiter abzuwarten, wie sich die Rechtsprechung nach der Rüge aus Karlsruhe und der Feststellung von Verfahrensmängeln auf dem Gebiet der Rehabilitierung von DDR-Heimkindern in den nächsten vier Jahren positionieren wird. Die Frage, ob es bis Ende 2019, wenn die Antragsfristen für alle Rehabilitierungsgesetze ablaufen, gelungen ist, einen angemessenen rehabilitativen Umgang mit den Opfern der DDR-Heimerziehung zu etablieren, bleibt weiter spannend.

Ein Plakat zum "Fonds Heimerziehung" an der Tür zum Büro der Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder (ABeH) in Berlin, 2015 (© picture alliance / dpa / Foto: Bernd Von Jutrczenka)

Zum anderen bietet der Fonds "Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990" den ehemaligen Heimkindern Unterstützungsleistungen.

Der Fonds mit einem Volumen von bis zu 364 Millionen Euro, der als ein "neues und außergewöhnliches Instrument im Rahmen der DDR-Unrechtsaufarbeitung" bezeichnet wird, ist ein eigenständiges, zusätzliches Hilfesystem, das bestehende sozialrechtliche Versorgungssysteme ergänzt. Bis Ende 2018 stellt der Fonds, der bewusst einen niedrigschwelligen Ansatz verfolgt, 27.554 Betroffenen der DDR-Heimerziehung Hilfen und Unterstützungsleistungen bei heute noch bestehenden Folgeschäden zur Verfügung. Durch den Fonds wird die Anerkennung des Heimkinderschicksals "in einen größeren Zusammenhang gestellt, der […] über das gerichtliche Verfahren hinausweist", da der Fonds auch bei Betroffenen greift, deren Heimaufenthalt nicht strafrechtlich rehabilitiert werden kann, aber trotzdem schädigende Folgen verursacht hat. Der Fonds kann demnach als "Beitrag zur Versöhnung und zur Herstellung von Rechtsfrieden" verstanden werden, wenngleich materielle Entschädigungen für entgangene Lebenschancen natürlich extrem schwer gerecht zu beziffern sind. An den hohen Zahlen von abgeschlossenen Vereinbarungen, die individuell mit den Betroffenen in den neu eingerichteten Beratungsstellen getroffen werden, ist ablesbar, dass der Fonds immer mehr ehemalige Heimkinder erreicht.

Schlussbetrachtung

Die Untersuchung der bisherigen bundesdeutschen Aufarbeitung zur Heimerziehung in der DDR hat ein ambivalentes Bild ergeben. Auf der einen Seite sind die politische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung weit vorangeschritten. Sie tragen wesentlich zu einem besseren Umgang mit den Lasten der DDR-Heimvergangenheit bei und schärfen das öffentliche Bewusstsein für das an den ehemaligen Heimkindern begangene Unrecht. In den genannten Dimensionen ist es gelungen, die autoritären Elemente des DDR-Heimsystems zu delegitimieren, das an den Heimkindern verübte Unrecht anzuerkennen sowie die Opfer der DDR-Heimerziehung zu würdigen. Auf der anderen Seite ließen sich bei der strafrechtlichen Aufarbeitung und dem Personalwechsel nach wie vor bestehende Defizite konstatieren, da es in dem Bereich nicht gelang, sich entschieden gegen das DDR-Heimunrecht zu stellen. Die strafrechtliche Rehabilitierung und Entschädigung der ehemaligen DDR-Heimkinder ist zwar im StrRehaG angelegt, jedoch in der Praxis bislang kaum erfolgsversprechend – mit Ausnahme der Rehabilitierung für den Aufenthalt im GJWT. Wenngleich den ehemaligen Heimkindern ein gesetzlicher Rahmen für ihre Rehabilitierung zur Verfügung steht, konnte dieser Rahmen bis dato keine umfassende Rehabilitierung der DDR-Heimkinder anstoßen. In diesem Bereich stehen die Wiederherstellung eines umfangreichen Rechtsfriedens sowie die letztgültige Delegitimierung des DDR-Heimsystems noch aus. Dafür besteht in Form des "Heimkinderfonds Ost" ein zusätzliches Instrument zur Würdigung und Entschädigung der Opfer der DDR-Heimerziehung.

Durch die Schaffung eines politisch-kulturellen und politisch-institutionellen Rahmens ist es der Politik in Zusammenarbeit mit den Betroffenen erst vor wenigen Jahren gelungen, die Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung einen entscheidenden Schritt voranzutreiben. Wichtig ist jetzt eine kontinuierliche wissenschaftliche wie gesellschaftliche Aufarbeitung, die auch in Zukunft umfassend über die Vergangenheit aufklärt und überdies weitere Facetten der DDR-Heimerziehung erforscht. Die andauernde Tätigkeit gegen das Vergessen sowie die nachhaltige Erinnerung an die Opfer der Heimerziehung sollten dabei vordergründige Ziele darstellen.

Zitierweise: Berenike Feldhoff, Zwischen gesellschaftlicher Anerkennung und individueller Rehabilitierung. Eine (Zwischen-)Bilanz der Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung, in: Deutschland Archiv, 13.10.2016, Link: www.bpb.de/235221

Fussnoten

Fußnoten

  1. Der Artikel basiert auf den zentralen Ergebnissen der Masterarbeit an der Universität Freiburg zum Thema "Aufarbeitung der Aufarbeitung" – Eine kritische Analyse des deutschen DDR-Aufarbeitungsprozesses am Beispiel der Heimerziehung in der DDR.

  2. Thomas Großbölting, Geschichte und Politik im wiedervereinigten Deutschland, in: Saskia Handro und Thomas Schaarschmidt (Hg.), Aufarbeitung der Aufarbeitung. Die DDR im geschichtskulturellen Diskurs, Schwalbach/Ts. 2011, S. 37–54, hier S. 43 und 44.

  3. Vgl. u.a. Martin Sabrow, Zeitgeschichte als Aufarbeitung. Der Fall DDR, in: Handro und Schaarschmidt (Hg.), Aufarbeitung (Anm. 2), S. 21–36, hier S. 25.

  4. Zu nennen sind hier die Veröffentlichungen und Materialien der beiden Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages "Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland (1992–1994)" und "Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit (1995-1998)".

  5. Anke Dreier und Karsten Laudien, Einführung. Heimerziehung in der DDR, Schwerin 2012.

  6. Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe, AGJ (Hg.), Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR–Bericht, Berlin 2012.

  7. Friederike Wapler, Expertise 1. Rechtsfragen der Heimerziehung in der DDR, in: Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer (Hg.), Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR–Expertisen. Berlin 2012, S. 5–123; Karsten Laudien und Christian Sachse, Expertise 2. Erziehungsvorstellungen in der Heimerziehung der DDR, in: Beauftragter Neue Länder (Hg.), Aufarbeitung, S. 125–297; Ruth Ebbinghaus und Martin Sack, Expertise 3. Was hilft ehemaligen Heimkindern in der DDR bei der Bewältigung ihrer komplexen Traumatisierung?, in: Beauftragter Neue Länder (Hg.), Aufarbeitung, S. 299–397.

  8. Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, TMSFG (Hg.), Bericht über die Aktivitäten des Arbeitskreises Misshandlung/Missbrauch in ehemaligen DDR-Kinderheimen und Jugendwerkhöfen, Erfurt 2013, S. 26.

  9. Bert Pampel, Was bedeutet "Aufarbeitung der Vergangenheit"? Kann man aus der "Vergangenheitsbewältigung" nach 1945 für die "Aufarbeitung" nach 1989 Lehren ziehen?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 1/2 (1995), S. 27–38, hier S. 31.

  10. Verena Zimmermann, "Den neuen Menschen schaffen". Die Umerziehung von schwererziehbaren und straffälligen Jugendlichen in der DDR (1945–1990), Köln 2004; Andreas Gatzemann, Die Erziehung zum "neuen" Menschen im Jugendwerkhof Torgau. Ein Beitrag zum kulturellen Gedächtnis, Berlin 2008.

  11. Vgl. Christian Sachse, Der letzte Schliff. Jugendhilfe der DDR im Dienst der Disziplinierung von Kindern und Jugendlichen (1945–1989), Schwerin 2010; Dreier und Laudien, Einführung (Anm. 5).

  12. Wapler, Rechtsfragen; Laudien und Sachse, Erziehungsvorstellungen; Ebbinghaus und Sack, Traumatisierung (Anm. 7).

  13. Karsten Laudien, Vertiefende Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR. Ein Bericht über ein Forschungsprojekt und seine Vorgeschichte, in: HEZ – die Heim und ErzieherInnen Zeitschrift, Heft 5 (2013).

  14. Die Gedenkstätte im GJWT ist seit 2013 Teil der institutionellen Gedenkstättenförderung des Bundes. Diese dauerhafte finanzielle Förderung durch den Bund trägt dazu bei, die Aufarbeitung der DDR-Heimvergangenheit am historischen Ort zu gewährleisten, (finanziell) sicherzustellen und dadurch die Erinnerung an die Opfer der DDR-Heimerziehung langfristig wachzuhalten (Vgl. CDU, CSU und SPD, Deutschlands Zukunft gestalten. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. 18. Legislaturperiode, Berlin 2013, hier S. 130).

  15. Bundesregierung, Bericht der Bundesregierung zum Stand der Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin 2013, Drucksache 17/12115, hier S. 85.

  16. Bundesregierung, Stand der Aufarbeitung (Anm. 15), hier S. 87.

  17. Die Gedenkstätte gründete überdies die Selbsthilfegruppe "Verborgene Seelen", die sich im April 2014 zum Opferverband "Missbrauch in DDR-Heimen e.V." entwickelte. Dieser will vor allem über sexuelle Gewalt in den DDR-Spezialkinderheimen aufklären. "Ehemalige DDR-Heimkinder gründen Opferverein", in: Focus online vom 11.5.2011, Externer Link: www.focus.de/regional/sachsen/geschichte-ehemalige-ddr-heimkinder-gruenden-opferverein_id_3835353.html, letzter Zugriff am 17.2.2016.

  18. Vgl. Bundesstiftung Aufarbeitung, Tätigkeitsbericht 2013, Berlin 2013, hier S. 75.

  19. Landesbeauftragte MV: Externer Link: www.landesbeauftragter.de/bildung-forschung/unterrichtsangebote letzter Zugriff am 17.2.2016; Landesbeauftragte Brandenburg: Externer Link: www.aufarbeitung.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.276975.de, letzter Zugriff am 17.2.2016.

  20. Peter Hurrelbrink, Die Bedeutung der Erinnerung für die Demokratie, Online-Akademie der Friedrich Ebert-Stiftung 2001, hier S. 6.

  21. Ute Jahn, Jugendwerkhöfe und sozialistische Erziehung in der DDR, Erfurt 2010, S. 6.

  22. Gatzemann, Erziehung (Anm. 10), hier S. 60.

  23. Gedenkstätte GJWT, Historie, Externer Link: www.jugendwerkhof-torgau.de/Historie/Aufklaeren-und-Erinnern/457, letzter Zugriff am 17.02.2016.

  24. Peter Grimm, Soziale Arbeit und Dunkelzelle. Mannschatz am Rauhen Haus, in: Horch und Guck, Heft 76 (2012), S. 66–69.

  25. Martin Lutz und Uwe Müller, Die DDR-Pädagogik landet in Kirchenlehrbuch, in: DIE WELT vom 11.06.2012,Externer Link: www.welt.de/politik/deutschland/article106488861/Die-DDR-Paedagogik-landet-in-Kirchenlehrbuch.html, letzter Zugriff am 17.2.2016.

  26. Gedenkstätte GJWT, Historie, Externer Link: www.jugendwerkhof-torgau.de/Historie/Aufklaeren-und-Erinnern/Mitglieder-des-unabhaengigen-Untersuchungsausschusses-des-Kreistages-und-der-Stadtverordnetenversammlung-bei-einer-Besichtigung-des-Geschlossenen-Jugendwerkhofs-1990-/457d17, letzter Zugriff am 17.2.2016.

  27. Almut Hielscher, Stockschläge und Kniebeugen, in: Der Spiegel vom 17.7.2000, zit. nach Externer Link: www.spiegel.de/spiegel/print/d-16914223.html, letzter Zugriff am 17.2.2016.

  28. Das Bundesverfassungsgericht hatte schließlich im November 2003 festgestellt: "Es liegt keine Verjährung vor. Die Fristen von fünf und acht Jahren sind durch die Wiedervereinigung und gerichtliche Entscheidungen unterbrochen", vgl. Marion van der Kraats, Prozess um DDR-Spezialkinderheim, in: Lausitzer Rundschau vom 11.6.2004, zit. nach Externer Link: www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Prozess-um-DDR-Spezialkinderheim;art1065,594466, letzter Zugriff am 17.2.2016.

  29. Andreas Förster, Prozess um Misshandlungen in einem DDR-Kinderheim eingestellt. Geldbuße für sadistische Quälereien. in: Berliner Zeitung vom 15.06.2004, zit. nach Externer Link: www.berliner-zeitung.de/archiv/prozess-um-misshandlungen-in-einem-ddr-kinderheim-eingestellt-geldbusse-fuer-sadistische-quaelereien,10810590,10185304.html, letzter Zugriff am 17.2.2016.

  30. "Auf Biegen und Brechen – DDR-Heimerziehung und ihre Folgen" (Fernsehdokumentation), in: Exakt. Die Story vom 25.6.2014, Externer Link: www.doku-stream.org/auf-biegen-und-brechen-ddr-heimerziehung-und-ihre-folgen-hd-doku, letzter Zugriff am 17.2.2016, 15:22-15:27min.

  31. Hielscher, Stockschläge (Anm. 27).

  32. Deutscher Bundestag, Entwurf Einigungsvertragsgesetz, Bonn 1990; Drucksache 11/7760, S. 363.

  33. Sven Felix Kellerhoff, Aus der Geschichte lernen – Ein Handbuch zur Aufarbeitung von Diktaturen, Baden-Baden 2013, hier S. 93.

  34. Seit einer Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG) aus dem Jahr 2009 und der entsprechenden Gesetzesänderung des StrRehaG im Dezember 2010 wird in § 2 StrRehaG klargestellt, dass auch die Anordnung einer Unterbringung in einem Heim für Kinder und Jugendliche einer strafrechtlichen Rehabilitierung zugänglich ist.

  35. Vgl. Philipp Mützel, Die Bedeutung des StrRehaG für die Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung, in: Dreier und Laudien (Hg.), Einführung. Heimerziehung (Anm. 5), S. 151-163, hier S. 151.

  36. Die Rehabilitierung für den Aufenthalt im GJWH Torgau stellt einen besonderen Fall dar. Seit dem Berliner Kammergerichtsurteil vom 15. Dezember 2004 (Aktenzeichen 5 Ws 169/04 REHA), welches einen Aufenthalt im GJWT grundsätzlich als rechtsstaatswidrig darstellte, können ehemalige Heiminsassen aus Torgau unabhängig von den Gründen ihrer Heimeinweisungsanordnung fast ausnahmslos rehabilitiert werden. Für eine Rehabilitierung muss lediglich der Aufenthalt im GJWT nachgewiesen werden (Vgl. Gabriele Beyler und Laura Hottenrott, Weggesperrt, geschädigt und gedemütigt. Der lange Weg zur Rehabilitierung von DDR-Heimkindern, in: Horch und Guck, 2 (2010), S. 22–25).

  37. AGJ, Aufarbeitung (Anm. 6), hier S. 48.

  38. Ebd., hier S. 49.

  39. Alexander Fröhlich und Grit Poppe, Urteil über DDR-Heimkinder. Gegen das Rechtsstaatsprinzip, in: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 24.2.2015, Externer Link: www.pnn.de/brandenburg-berlin/941254, letzter Zugriff am 17.2.2016.

  40. Vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 18. Dezember 2014 - 2 BvR 2063/11.

  41. Fröhlich und Poppe, DDR-Heimkinder (Anm. 39).

  42. Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, BAFzA, Fonds "Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990". Bericht über die Erfüllung des Fondszwecks 2012, Köln 2013, hier S. 12.

  43. Neben Rentenersatzzahlungen umfasst der Fonds materielle Leistungen, wie etwa die Anschaffung eines E-Bikes zur Erleichterung der Mobilität der Betroffenen oder die Übernahme von Kosten von therapeutischen Maßnahmen, die durch die Krankenkassen nicht gedeckt sind (vgl. Claudia Kittel, Fonds "Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990", in: Dreier und Laudien (Hg.), Einführung. Heimerziehung (Anm. 5), S. 143–150, hier S. 147.)

  44. AGJ, Aufarbeitung (Anm. 6), hier S. 50.

  45. Ebd., hier S. 5.

  46. Der Fonds sollte in Zukunft jedoch nicht als der alleinige Entschädigungsmechanismus betrachtet werden. Die justizielle Rehabilitierung als gesetzliche Anerkennung des während der DDR-Heimerziehung verübten Unrechts ist nach wie vor unabdingbar für die Würdigung der Opfer.

  47. BAFzA, Fondzweck 2012 (Anm. 42), hier S. 26.

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M.A., geb. 1989; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung am Institut für Politikwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie hat im Oktober 2015 ihr Masterstudium der Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg abgeschlossen. Zuvor studierte sie an der Universität Passau den Bachelorstudiengang European Studies mit den Schwerpunkten Politikwissenschaft und Frankoromanistik.