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Ein anhaltendes Defizit?

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 35 Analysen & Essays. „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Krieg der Lügner Kalter und heißer Krieg. Wie beenden? „Ihr Völker der Welt“ „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Das Scheitern der Jugendhilfe in der DDR - ein Beispiel Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. 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Ein anhaltendes Defizit? Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe

Raj Kollmorgen

/ 22 Minuten zu lesen

Die öffentliche Debatte über die Vertretung Ostdeutscher in den bundesdeutschen und regionalen Eliten wogt seit über 30 Jahren auf und ab. Über viele Jahre bewegte sich das Thema unterhalb der öffentlichen Aufmerksamkeitsschwelle; nur anlässlich einschlägiger Feiertage erfuhr es für ein bis zwei Wochen skandalisierende Aufmerksamkeit. Seit etwa fünf Jahren ist allerdings eine systematische Verschiebung zu beobachten, die sich insbesondere zweier nicht neuer, aber eskalierender Entwicklungskonstellationen verdankt. Nun hat das Thema auch seinen Weg in den Koalitionsvertrag gefunden.

Ostdeutsche Ausnahmekarrieren? Angela Merkel (winkend) in ihrer letzten Amtstunde als amtierende Bundeskanzlerin am 8. Dezember 2021 auf der Ehrentribüne des Deutschen Bundestags. Neben ihr zwei weitere Ostdeutsche, die in hohe Staatsämter gelangten. Der von 2012 bis 2017 amtierende parteilose Bundespräsident Joachim Gauck aus Rostock und der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse aus Ost-Berlin (SPD). (© picture-alliance/dpa, Michael Kappeler)

1. Problemhorizont

Zum einen hat sich die in den 1990er Jahren in Politik und Wissenschaft vorherrschende Annahme, die geringe Vertretung Ostdeutscher in den bundesdeutschen Eliten wachse sich in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren von selbst aus, sobald die Jüngeren über entsprechende Sozialisationen, Qualifikationen und Laufbahnerfahrungen verfügten, offenkundig nicht bestätigt. Auch wenn es bis heute keine vollumfassenden, detaillierten und validen Erhebungen zur Vertretung Ostdeutscher in den bundesdeutschen Eliten gibt, die vorliegenden Teilergebnisse der letzten Jahre sind eindeutig. Es gibt eine Repräsentationslücke, die sich auch nicht in allen Sektoren zu schließen scheint. Wenn sich aber das Problem in über 30 Jahren nicht autogen erledigt hat, was folgt daraus für die Gesellschaft der Bundesrepublik und die ostdeutschen Regionen? Resultieren aus dem personellen Repräsentationsdefizit Schwierigkeiten in der Wahrnehmung, Vermittlung und Durchsetzung von ostdeutschen Ideen und Interessen? Führt das Defizit zu spezifisch ostdeutschen Problemen in der Regionalentwicklung?

Zum anderen haben die Erschütterungen der politischen Landschaft nach 2015 im Zusammenhang mit der Migrationskrise, der Ausbreitung von rechtspopulistischen Protestbewegungen sowie dem rasanten Aufstieg der AfD und deren Wahlerfolgen gerade in den neuen Bundesländern dafür gesorgt, dass neu gefragt wird, woher die Distanz, ja das offenbar ubiquitäre Misstrauen der Ostdeutschen gegenüber den repräsentativ-demokratischen Institutionen und ihren Eliten stammt, was die Gründe für die Wahlerfolge populistischer Parteien sind – und ob der Mangel an Ostdeutschen in den Eliten auch eine Ursache dafür sein könnte.

Der Beitrag setzt an diesem Problemhorizont an und wird nach begrifflichen Vorklärungen (2.) eine empirisch gestützte Problemdiskussion vornehmen (3.), die mit einem Zwischenresümee (4.) endet. Dem folgt (5.) ein pointierender Erklärungsversuch der Rekrutierungsdefizite. Eine kurze Diskussion politischer Gestaltungschancen und möglicher Zukünfte (6.) beschließt den Beitrag.

2. Problematische Begriffe: Elite und Ostdeutsche*r

Um zu wissen, worüber im Folgenden geschrieben und diskutiert wird, sind zunächst zwei Fragen zu klären: Wer zählt zur Elite und wer wird im vorliegenden Kontext als Ostdeutsche*r begriffen?

Elite

Unter Elite(angehörigen) werden jene Personen verstanden, die in bestimmten überlokalen Handlungsarenen Entscheidungsmacht besitzen, die also innerhalb von Institutionen und Organisationen mit gesamtgesellschaftlicher Wirkungsreichweite über die wesentlichen Steuerungskompetenzen und Machtressourcen verfügen (vgl. Kaina 2009, Wasner 2004). Eliten verfügen also, um es anders zu formulieren, über das erste Zugriffsrecht auf Ressourcen und über das letzte Wort in gesamtgesellschaftlich relevanten Entscheidungsprozessen. Eliten werden empirisch vor allem als Positionseliten begriffen (vgl. Hoffmann-Lange 1992: 39-43, 85-90; Kaina 2009: 394-397). Machtpositionen werden damit an strukturelle und institutionelle beziehungsweise organisationale Positionen, vor allem Ämter, gekoppelt, wie beispielsweise Minister*in, Präsident*in einer nationalen Wissenschaftsakademie oder Vorstandsvorsitzende*r einer Aktiengesellschaft. Inhaber*innen solcher (im weitesten Sinne) Ämter zählen unter Absehung der konkreten Person, ihres Charakters und Einflusshandelns zur Elite.

Dabei werden zwei Elite-Ebenen unterschieden:

(1) Die Top-Elite umfasst die eigentlichen Spitzenpositionen auf nationaler Ebene in allen Sektoren, zum Beispiel im staatspolitisch-exekutiven Bereich: Bundeskanzler*in, Bundesminister*innen, Bundespräsident*in oder die Ministerpräsident*innen der Länder; für die Wirtschaft: Vorstände der sektoral jeweils umsatzstärksten Großunternehmen, wobei es sich insgesamt um etwa 1500 Positionen handelt.

(2) Zur Elite insgesamt zählen neben den eben genannten Top-Positionen einerseits deren Stellvertreter*innen und weitere Mitglieder in Kollektivgremien (wie Vorstände, Präsidien und so weiter), andererseits die Positionen der „zweiten Reihe“. Letztere umfassen zum Beispiel Abteilungsleiter*innen der Bundesministerien, Staatssekretär*innen auf Länderebene oder Landesgerichtspräsident*innen. Die so begriffene bundesdeutsche Elite zählt – je nach konkreter sektoraler Ausgestaltung – etwa 5000-10.000 Positionen (siehe Kollmorgen 2015: 196/197 und vgl. Bunselmeyer et al. 2013: 7-10, Hoffmann-Lange 1992: 112/113).

Ostdeutsche Elite

Obzwar der Terminus „ostdeutsche Eliten“ geläufig ist, bleibt er doppeldeutig und bedarf einer Klärung, da mit ihm sowohl Menschen ostdeutscher Herkunft wie auch alle Eliteangehörigen in den neuen Ländern unabhängig von ihrer Herkunft verstanden werden können. Deshalb wird mit Blick auf den Problemkontext definiert: „Ostdeutsche Eliten“ bezeichnet wie „Eliten in Ostdeutschland“ die Angehörigen der Eliten in den fünf neuen Bundesländern; der Ausdruck „westdeutsche Eliten“ erfasst demzufolge die Eliten in den zehn alten Ländern. „Bundesdeutsche Eliten“ adressiert die Eliten auf nationalstaatlicher Ebene, die aufgrund der föderalen Konstitution auch Elitepositionen in den ost- wie westdeutschen Ländern (zum Beispiel die Minister*innen der Länder) einbezieht.

Demgegenüber werden als „ostdeutsche Eliteangehörige“ oder „Ostdeutsche in den Eliten“ alle Positionsinhaber*innen begriffen, die in der DDR geboren wurden und dort mindestens bis zum 14. Lebensjahr aufgewachsen sind, sowie alle nach dem 3. Oktober 1990 in den neuen Bundesländern und Ost-Berlin geborenen und/oder im Wesentlichen dort aufgewachsenen Personen mit Eltern, die 1989 Bürger*innen der DDR waren.

Ostdeutsch kann selbstverständlich auch strikt nach dem Wohnortprinzip definiert werden. Angesichts der massiven Binnenwanderungen zwischen Ost und West seit der Grenzöffnung im Herbst 1989 könnte damit aber empirisch zum Beispiel nicht erfasst werden, welche Aufstiegschancen Menschen mit DDR-Herkunft besitzen. Mit der Grenze des 14. Lebensjahres wird pragmatisch die Primärsozialisation in der DDR abgebildet, die als ein Grund für unterschiedliche Rekrutierungschancen begriffen wird. Allerdings ist diese Definition zukünftig nur noch bedingt tauglich (siehe 6).

3. Problemdimensionen und Problemperspektiven

Rekapituliert man die Ergebnisse der theoretisch-konzeptuellen Eliteforschung wie der empirischen Analysen zum ostdeutschen Fall eines radikalen Elitewechsels (als Übersichten etwa: Best/Holtmann 2012, Bürklin et al. 1997, Hoffmann-Lange 2000, Kaina 2009, Kollmorgen 2015, Wasner 2004), werden zum Thema Ostdeutsche in den Eliten drei mögliche Problemdimensionen erkennbar:

(1) Das sozialstrukturelle Rekrutierungs- und Repräsentationsproblem: Hier ist problematisch, in welchem Umfang Ostdeutsche in den Eliten vertreten sind beziehungsweise neu rekrutiert werden. Entspricht ihr Anteil dem Bevölkerungsanteil oder liegt er (weit) darunter? Das gilt übergreifend, daber auch auf einzelne Elitesektoren (Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und so weiter), auf bestimmte Regionen (etwa Bundesländer) oder Eliteebenen bezogen.

(2) Das Problem systemischer Elitenintegration: Hier wird nach möglichen Problemen des systemischen Zusammenwirkens von Eliten und nicht-elitären Gruppen in und zwischen unterschiedlichen Sektoren, Regionen oder Ebenen, das heißt in horizontaler wie vertikaler Perspektive, gefragt. Unterschiedliche Kommunikationsstile Ostdeutscher gegenüber westdeutschen Elitenangehörigen könnten etwa Informationsflüsse stören, Entscheidungen verzögern oder Durchsetzungsprozesse erschweren.

(3) Das Problem sozialer Elitenintegration: Hier treten mögliche gesellschaftliche Probleme in den Blick, die darauf basieren, dass Ost- und Westdeutsche sich in normativer Hinsicht (Werte, Normen, Einstellungen) substanziell unterscheiden. Das betrifft die horizontale Dimension, das heißt das Zusammenwirken unterschiedlicher Elitesektoren oder Regionen, und die vertikale. Letztere umfasst sowohl das Zusammenspiel von Positionsinhaber*innen unterschiedlicher Eliteebenen als auch die normative (Des-)Integration von Eliten und Bevölkerung(sgruppen).

Darüber hinaus ist auf zwei grundlegend differente Problemperspektiven aufmerksam zu machen, die quer zu den Dimensionen verlaufen. Jede Diskussion eines Eliteproblems muss sich mit der Frage auseinandersetzen, ob es aus funktionaler oder normativer Perspektive vorgetragen und bewertet wird.

Dabei interessiert aus funktionaler Perspektive, ob und wie gravierend das Elitenproblem für den gesellschaftlichen Entwicklungsprozess unter Output-Gesichtspunkten ist. Sorgen die gegebenen Rekrutierungs-, Repräsentations- und Integrationsmechanismen von Eliten und Bevölkerung sowie deren unmittelbare Folgen (wie eine Mindervertretung) für gesamtgesellschaftliche Stabilität und Chancenwahrnehmung in der Entwicklungsgestaltung oder werden umgekehrt nicht nur Entwicklungspotenziale verschenkt, sondern auch kulturelle Konflikte oder sozioökonomische Polarisierungen zwischen Bevölkerungsgruppen befördert?

Davon zu unterscheiden ist eine normative Perspektive. Sie thematisiert, ob die elitären Funktionsmechanismen und deren Output unsere verfassungsrechtlich gestützten Erwartungen an meritokratische, also leistungsorientierte, und partizipativ-demokratische Wohlfahrtsgesellschaften erfüllen oder nicht. Muss also im Handlungsfeld der Eliten etwas geändert werden, auch wenn es weder politisch noch ökonomisch ernsthafte „objektive“ Funktionsprobleme in der Gesellschaft gibt? Im Folgenden wird auf drei Problemkonstellationen etwas näher eingegangen, die sich politisch als besonders relevant erwiesen haben (siehe zum Beispiel Best/Holtmann 2012, Bluhm/Jacobs 2016, Deutsche Gesellschaft 2017, Kollmorgen 2015).

Rekrutierung und Repräsentation Ostdeutscher: Befunde und Folgen

Hinsichtlich der sogenannten deskriptiven Repräsentation, das heißt der Frage, wer mit welcher Herkunft in Elitepositionen berufen wird und dort verbleibt, kann die gegenwärtige empirische Daten- und Forschungslage in drei Punkten zusammengefasst werden:

(1) Die bundesdeutsche Elite wird nach wie vor von Positionsinhaber*innen westdeutscher Herkunft dominiert. Obwohl ca. 17 Prozent aller Bundesbürger*innen ostdeutscher Herkunft sind, stammen heute (2015-2019) insgesamt nur etwa 6 bis 8 Prozent dieser Eliten aus den neuen Bundesländern (Tab.1). Dabei finden sich neben proportionalen, teils sogar überproportionalen Vertretungen in wichtigen Feldern des staatspolitischen Sektors sowie Werten zwischen circa 5 und 15 Prozent in den Bereichen Wissenschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft oder Kirchen auch Sektoren extremer Unterrepräsentation. Hierunter fallen mit einem Anteil von nur ein bis zwei Prozent die Sektoren Justiz, Militär und Wirtschaft.

Tabelle 1: Gegenwärtiger Anteil der Ostdeutschen (in v.H.) an den bundesdeutschen Eliten (2015-2019)

Entnommen dem gleichnamigen Kapitel "Ein anhaltendes Defizit?" von Raj Kollmorgen im 2021 erschienenen bpb-Band "(Ost)Deutschlands Weg II", Seite 236.

(2) Der Transfer westdeutscher Personen auf Elitepositionen nach Ostdeutschland hat sich ab Mitte der 1990er Jahre abgeschwächt, wurde aber keineswegs gestoppt. Das gilt für alle Sektoren, in besonderer Weise aber für die Verwaltung, die Judikative, die Massenmedien und die Wissenschaft. Im Ergebnis sind die Ostdeutschen – abgesehen vom staatspolitischen Sektor (ca. 70%) – selbst in den Eliten ihrer eigenen Regionen in der deutlichen Minderheit. Im Durchschnitt besetzten Ostdeutsche 2016 etwa 25-30 Prozent aller Elitepositionen im Osten (Tab. 2). In den westlichen Bundesländern dürfte der Anteil Ostdeutscher an den Eliten bei maximal 2 Prozent liegen (bei einem Bevölkerungsanteil von circa 5%).

Tabelle 2: Anteile Ostdeutscher (in v.H.) an ausgewählten sektoralen Eliten in Ostdeutschland im Zeitverlauf (1990-2016)

Entnommen dem gleichnamigen Kapitel "Ein anhaltendes Defizit?" von Raj Kollmorgen im 2021 erschienenen bpb-Band "(Ost)Deutschlands Weg II", Seite 237.

Quellen: Bluhm/Jacobs 2016; Derlien 2001; eigene Schätzungen.

(3) In der Reproduktion und Zirkulation der bundesdeutschen Eliten nach 1990 ist ein dreifaches Muster erkennbar. Erstens, je höher die Position klassifiziert ist, desto unwahrscheinlicher wird die Besetzung mit Ostdeutschen. Nur der staatspolitische Sektor weicht von dieser Regel ab. Zweitens steigen die Chancen Ostdeutscher in der Rekrutierung und Elitenkarriere in dem Maße, in dem demokratische Auswahlverfahren auf territorialer Grundlage dominieren (demokratische Wahl- oder Delegationseliten) und die Bedeutung von institutionalisierten Laufbahnordnungen (Ernennungs- und Karriereeliten), wie sie insbesondere in der Verwaltung, der Judikative, dem Militär oder der Wissenschaft zum Teil hoch formalisiert ausgebildet sind, sowie von (marktgeneriertem) Besitz abnehmen. Drittens sind die Chancen Ostdeutscher in den zentralen Feldern staatlicher (Verwaltung, Judikative, Militär, Polizei), ökonomischer und massenmedialer Herrschaft systematisch geringer als im repräsentativ-demokratischen Politikfeld wie in allen anderen Elitesektoren (Ausnahme: Wissenschaft). Offenkundig handelt es sich hier um ein manifestes und persistentes sozialstrukturelles Rekrutierungs- und Repräsentationsproblem in fast allen Elitesektoren – und zwar auf Bundes- wie Länderebene.

Die Mitglieder der neuen Bundesregierung am 8. Dezember 2021 bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue. Originär ostdeutsch sind nur zwei von ihnen, Klara Geywitz (SPD), die Bundesministerin für Bau und Wohnen stammt aus Potsdam, Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) als neue Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz aus Dessau. Dazu kommen aus Erfurt Carsten Schneider (SPD) als Staatsminister mit der Zuständigkeit für Ostdeutschland, und aus Schwerin die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan (SPD). Andere sind zumindest im Osten zugezogen, so wohnen Außenministerin Anna Baerbock (Grüne) und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) seit einigen Jahren im brandenburgischen Potsdam. (© picture-alliance/dpa, Bernd von Jutrczenka)

Folgen daraus aber – perspektivisch gewendet – unmittelbare funktionale Defizite im Sinne von Instabilität, Krisen oder Entwicklungsproblemen? Für die Länder- und Bundesebene kann das verneint werden. Etwas anders stellt sich die Situation dar, wenn nach der angemessenen politischen und zivilgesellschaftlichen Repräsentation von Ideen und Interessen der ostdeutschen Bevölkerung(sgruppen) in den und durch die Eliten gefragt wird. Prinzipiell ist zunächst festzuhalten, dass eine hinreichende Interessenrepräsentation keineswegs zwingend an gleiche regionale oder soziale Herkünfte gebunden ist. Nicht nur setzt jede Repräsentation die Vertretung nicht nur der eigenen Interessen voraus. Auch das komplexe intermediäre politische System sorgt dafür, dass in politisch-administrativen Entscheidungsarenen unterschiedliche Interessen artikuliert, vermittelt und berücksichtigt werden. Daher bedeutet etwa der überproportionale Anteil von ostdeutschen Exekutiveliten mit westdeutscher Herkunft nicht per se repräsentative Dysfunktionen und Defizite.

Dennoch besitzt die These, dass der Mangel an Ostdeutschen in den Eliten zu einer geringeren Aufmerksamkeit gegenüber sowie minderen Durchsetzungskraft von ostdeutschen Interessen führt, einige Plausibilität. Dazu kann man nicht nur auf die frühen 1990er Jahre und die westdeutsche Ignoranz gegenüber ostdeutschen Erfahrungen und Interessenlagen beispielsweise in den Bereichen Wohnen, Bildung und Beruf oder Arbeit zurückblicken. Noch die Diskussion über die Schließung von ostdeutschen Standorten des Siemens-Konzerns in den Jahren 2017/18 hat diesbezügliche Asymmetrien zwischen West und Ost erkennen lassen, die wahrscheinlich auch mit der geringen Präsenz Ostdeutscher in den Schaltzentralen von Großunternehmen zusammenhängen.

Darüber hinaus kann gefragt werden, ob ohne einen proportionalen Anteil Ostdeutscher in allen Sektoren nicht generell wichtige öffentliche Diskussions-, Lern- und Innovationsimpulse für Deutschland insgesamt verschenkt werden (vgl. etwa Links/Volke 2009, Engler/Hensel 2018). Bisher liegen allerdings zu all diesen (potenziellen) Zusammenhängen und Folgen kaum valide sozialwissenschaftliche Untersuchungen und verwertbare Forschungsresultate vor.

Was bedeutet die Unterrepräsentation aus normativer Perspektive? Das kommt auf den jeweiligen Standpunkt an. Für ein wissenschaftliches und politisches Lager erscheint der geringe Anteil Ostdeutscher (selbst in Ostdeutschland) angesichts des radikalen Umbruch- und Vereinigungsprozesses plausibel, ja unvermeidlich. Verwiesen wird auch auf den Umstand, dass Ostdeutsche in den Rekrutierungsprozessen formell nicht diskriminiert werden und der Erwerb notwendiger Qualifikationen sowie die Ausbildung echter Rekrutierungschancen in bestimmten Sektoren deutlich über zehn Jahre benötigt (zum Beispiel für Bundesrichter*innen). Insofern wird auf leichte Besserungen in den letzten Jahren und die weitere Zukunft mit höchstwahrscheinlich steigenden Anteilen Ostdeutscher verwiesen. Ein anderes Lager bewertet diese Analyse kritisch und behauptet, dass nach 30 Jahren die Rekrutierungsdefizite und Repräsentationslücken in den Eliten wichtiger Sektoren nicht mehr legitimierbar sind (zur Debatte: Best/Holtmann 2012, Bürklin et al. 1997, Deutsche Gesellschaft 2017, Hoffmann-Lange 2000, Jacobs/Bluhm 2016, Kollmorgen 2015).

Sektorale Asymmetrien

Eine andere Problemkonstellation betrifft die eigentümlichen sektoralen Unterschiede in der Rekrutierung Ostdeutscher. Während Ostdeutsche in den politischen Repräsentationseliten (Parteien, Parlamente, politische Exekutive) sowohl auf Bundes- wie auf Landesebene weitgehend adäquat vertreten sind (siehe Tab. 1, 2), gibt es nicht nur in der Judikative, sondern auch in der administrativen Exekutive, dem Militär, der Wirtschaft, den Massenmedien und in wichtigen Teilen der Wissenschaft ein massives Repräsentationsdefizit. Folgen daraus ernsthafte funktionale Defizite in der transsektoralen Elitenkommunikation? Sind bestimmte Kommunikations- und Koordinationsprobleme in der gesellschaftlichen Entwicklung gerade in den ostdeutschen Bundesländern durch diese merkwürdige Asymmetrie zu erklären? Dazu gibt es bis heute bestenfalls erste Überlegungen und Vermutungen, die unter anderem die Kommunikation zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft (Eliten und Gruppen) in den neuen Ländern oder jene zwischen der bundesdeutschen Staatspolitik (mit einem angemessen Anteil Ostdeutscher) und einer von Westdeutschen dominierten Wirtschaft sowie Wissenschaft betreffen.

Auch hier muss aus normativer Perspektive darüber hinaus gefragt werden, ob es relevante Bevölkerungsgruppen akzeptieren, wenn die Ostdeutschen in den politischen Eliten proportional vertreten sind – nicht aber in wichtigen anderen Sektoren.

(Des-)Integration zwischen Eliten und ostdeutscher Bevölkerung

Ein weites und gesellschaftspolitisch brisantes Problemfeld öffnet sich mit Blick auf die multidimensionale Integration von Eliten und ostdeutscher Bevölkerung. Die vielleicht entscheidende Fragestellung ist die nach dem möglichen Zusammenhang zwischen dem Repräsentationsdefizit Ostdeutscher in den allermeisten Elitesektoren und der besonderen und größeren Elite-Bevölkerungsdistanz auf der Einstellungsebene, den schwächeren Werten beim Institutionenvertrauen und – nicht zuletzt – dem deutlich höheren Engagement Ostdeutscher in links- wie rechtspopulistischen, teils -radikalen Bewegungen und politischen Parteien.

Einige Forschungsergebnisse zu den politischen Repräsentationseliten in den ostdeutschen Ländern weisen darauf hin (Best/Vogel 2011, Vogel 2017), dass es dort besondere und in bestimmter Hinsicht auch größere Einstellungsdifferenzen zwischen Eliten und Bevölkerung gibt als in Westdeutschland, die sich auch den unterschiedlichen Herkünften der Eliten, das heißt mit oder ohne DDR-Biografie, verdanken. Signifikante Einstellungsdifferenzen zwischen der ost- und westdeutschen Bevölkerung sowie zwischen der ostdeutschen Bevölkerung und Westdeutschen in den ostdeutschen Eliten gibt es etwa zur konkreten Gestaltung demokratischer Prozesse, für die sich Ostdeutsche unter anderem stärker direktdemokratische Elemente wünschen, oder hinsichtlich der Rolle des Sozialstaates als Akteur zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit, wofür die Ostdeutschen stärker plädieren. Deutliche Unterschiede gibt es aber auch in Bezug auf die Geschlechterbeziehungen (bei denen Ostdeutsche gleichberechtigter orientiert sind) oder zu Fragen der Europäisierung und Globalisierung, einschließlich der Migrationsproblematik, wobei hier Ostdeutsche deutlich skeptischer und begrenzender argumentieren (ebd., Rainer et al. 2018).

Aus der personellen Vertretungslücke und den inhaltlichen Differenzen zwischen ostdeutscher Bevölkerung und den (politischen) Eliten in Ostdeutschland mit westdeutscher Herkunft lässt sich die Hypothese begründen, dass ein erheblicher Teil der ostdeutschen Bevölkerung nicht nur mit den Eliten in Ostdeutschland (und der Bundesrepublik insgesamt) fremdelt, also in ihnen gerade nicht ihre Vertreter*innen oder – jenseits des politisch-administrativen Systems – ihre Führungskräfte erkennt, die respektiert werden und denen man vertraut. Vielmehr steigt mit dieser Konstellation die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Distanz auf die Basisinstitutionen der Bundesrepublik – vom politischen System über die Justiz bis zur sozialen Marktwirtschaft. Das wiederum erschwert nicht nur soziale Integrationsprozesse in Ostdeutschland sowie zwischen Ost- und Westdeutschen, sondern kann damit zu funktionalen Integrationsproblemen beitragen, weil etwa Eliten- und Institutionenmisstrauen mittel- und langfristig auch die Effektivität institutioneller Mechanismen untergräbt. Bisher liegen allerdings auch zu diesen (potenziellen) Zusammenhängen und Folgen keine validen sozialwissenschaftlichen Erhebungen und Forschungsresultate vor.

4. Zwischenresümee: Elitenprobleme zwischen Forschung und Politik

Offenkundig gibt es nicht das eine Problem von Ostdeutschen in den Eliten, egal ob die Repräsentation Ostdeutscher oder die Frage der Integration von Eliten und Bevölkerung aufgerufen wird. Vielmehr ist es ein sich mit der Zeit veränderndes multidimensionales Problem, das wiederum nur aus unterschiedlichen Problemperspektiven wahrgenommen, untersucht und bewertet werden kann. Das hat Folgen für die Forschung. Zurzeit liegen keine hinreichend komplexen und validen Daten zum Elitenproblem vor. Es braucht also neue Erhebungen sowie programmatische und methodische Erneuerungen (etwa im Bereich der Rekrutierungsmechanismen, der Elitenvernetzung oder der Eliten-Bevölkerungs-Kommunikation). Zugleich ist anzuerkennen, dass es Fragen gibt, die nicht sozialwissenschaftlich geklärt werden können, sondern nur politisch. So sehr die Forschung den Anteil Ostdeutscher in der (Top-)Elite ermitteln oder auch Einstellungsdifferenzen herauszuarbeiten vermag, so wenig ist sie in der Lage, darüber zu befinden, welche Anteile Ostdeutscher in normativer Hinsicht wann angemessen sind und ob es besonderer Unterstützungs- und Förderprogramme bedarf.

Um die Komplexität der Problemlagen, Zukunftsperspektiven und daraus folgende Lösungsstrategien näher aufzuschließen, soll im Folgenden auf das Rekrutierungsproblem detaillierter eingegangen werden.

5. Gründe für die Marginalisierung Ostdeutscher in der Elitenrekrutierung

Es handelt sich um einen Komplex von Ursachen und sozialen Mechanismen, die in der Forschung bisher nur unzureichend zusammengeführt wurden. Sechs miteinander zusammenhängende Mechanismen sollen hervorgehoben und skizziert werden (Kollmorgen 2015: 211-215).

Langzeitwirkungen der staatssozialistischen Herrschaft und des Vereinigungsprozesses

Zunächst handelt es sich einerseits um eine Langzeitwirkung des DDR-Staatssozialismus, der bekanntlich die verbliebenen, auch demokratisch eingestellten Ober- und Führungsschichten bis 1961 und darüber hinaus weitgehend aus dem Land trieb und zugleich die Entwicklung und Formung elitären Bewusstseins (außerhalb der Politbürokratie und ihres Apparates) konsequent bekämpfte. Andererseits ist die Marginalisierung eine Langfristfolge der Art und Weise der deutschen Vereinigung. Diese wurde als „Beitritt“ (nach Artikel 23 des alten Grundgesetzes) realisiert und hatte die Übernahme der Legalinstitutionen und organisierten Akteur*innen der alten Bundesrepublik zur Folge. Für deren Eliten kamen Ostdeutsche nur selten infrage. Sie verfügten weder über das notwendige Fachwissen noch über adäquate formale Berufsqualifikationen (vgl. Best/Vogel 2012, Derlien 2001, Hornborstel 2000). Daher war der massive Elitentransfer durch den Staatssozialismus vorbereitet und mit dem Modus des Beitritts gesetzt.

Strukturkonservative Grundorientierung

In den zentralen Sektoren der bundesdeutschen Herrschaftsregimes (Exekutive, Judikative, Wirtschaft, Massenmedien) strebten die westdeutschen Führungsgruppen die Konservierung ihrer Machtpositionen an und zeigten kein Interesse an einer breiteren Machtteilung mit ostdeutschen Aspiranten. Viele von ihnen hegten zudem systematische Zweifel an der Verfassungstreue, Zuverlässigkeit und Führungsfähigkeit ostdeutscher Kandidat*innen – auch bezogen auf Bürgerrechtler*innen. Eine massenhafte Kooptierung Ostdeutscher in die bundesdeutschen Eliten war angesichts dessen nicht attraktiv und nicht gewollt. Zugleich war sie aufgrund eines Überschusses westdeutscher Kandidaten für die neuen, namentlich in Ostdeutschland angesiedelten Elitepositionen auch nicht notwendig.

Quantitativer Minderheitenstatus

Die Marginalisierung verdankt sich auch dem quantitativen Minderheitenstatus der Ostdeutschen. Der Mechanismus „strukturelle Majorisierung“ (Kreckel 2004: 292) führt in den Auswahlprozessen von Eliten unter Bedingungen von eigentums- und demokratiefundierter Konkurrenz sowie fehlender Schutz- oder Kompensationsregeln für die Minderheit zur strukturellen Bevorteilung der Majorität. Die Bevorteilung der Mehrheit resultiert aus häufigeren Kommunikations- und routinisierten wechselseitigen Selbst(an)erkennungsprozessen, ohne dass eine Kolonialisierungsstrategie gegenüber der Minderheit notwendig wäre.

Netzwerke der Macht

Eliten organisieren sich in Netzwerken der Macht. Diese funktionieren durch wechselseitiges Kennen, Schätzen, Vertrauen, Geben und Nehmen und gründen auf sozialisatorisch und sozialstrukturell bedingter Ähnlichkeit der Leidenschaften, Interessen, Ideologien und Laufbahnen sowie auf dem Vertrauen in die Stärke des anderen (potenziellen) Eliteangehörigen. Grundsätzlich exkludierte der Netzwerkcharakter Ostdeutsche aufgrund der Beitrittslogik. Weder konnten sie in den ersten Jahren herkunftsseitig oder bildungsbiografisch in die Netzwerke hineingewachsen sein, noch verfügten sie als markierte Außenseiter über jene Machtpotenziale, die es braucht, um für Führungspositionen wahrgenommen und angesprochen zu werden. Die Außenseiterposition zeigt dabei eine eigenlogische Tendenz der Verlängerung und Verstärkung. Allerdings differierten die Chancen eines Ausschlusses Ostdeutscher in Abhängigkeit von den sektoralen Zirkulationstypen. Während Inklusionschancen durch einen demokratischen und proporz-orientierten Rekrutierungsmodus auf territorialer Basis (wie bei den staatspolitischen Wahlämtern) größer sind, zeigen sektorale Netzwerke mit dominierendem Ernennungs- oder Karrieremodus (wie Verwaltung, Militär oder Justiz) bis heute deutliche Exklusionstendenzen gegenüber Ostdeutschen.

Soziale Über- und Unterschichtung

Die Wahrscheinlichkeit der Marginalisierung wird infolge der sozialstrukturellen Überschichtung der ostdeutschen Gesellschaft durch Westdeutsche und der Unterschichtung der bundesdeutschen Gesellschaft durch die Ostdeutschen systematisch erhöht. Einerseits ist ein überproportionaler Anteil der deutschen Armen, Unterprivilegierten und in Unterschichtenmilieus Lebenden – unter Absehung von Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund – in den neuen Bundesländern beheimatet. Andererseits stammen alle 500 reichsten deutschen Familien aus Westdeutschland (Kaiser 2014). Etwa 90 Prozent der bundesdeutschen Oberschicht sind westdeutscher Herkunft (Krause et al. 2010: 4). Da sich die bundesdeutschen Eliten, abgesehen von den Sektoren der Kirchen, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und in bestimmten Feldern der Staatspolitik, überproportional aus Familien der oberen Mittel- und Oberschichten rekrutieren (Hartmann 2002), besitzen Ostdeutsche gerade hier systematisch geringere Chancen, in die Eliten aufzusteigen.

Kulturelle Selbst- und Fremdmarginalisierung

Die deutliche Selbstreproduktion der Eliten mit westdeutscher Herkunft wird durch zwei kulturelle Marginalisierungsmechanismen ergänzt. Eine soziokulturelle Fremdmarginalisierung sitzt nicht nur der untergegangenen DDR mit ihrer arbeiterlichen Sozialstruktur und Kultur auf, sondern verdankt sich auch der übergreifenden soziokulturellen Abwertung Ostdeutscher in der Bundesrepublik nach 1990, denen als quasi ethnische Gruppe ein Verlierer-Stigma anhaftet (vgl. Kollmorgen 2011). Beides mindert die Chancen der Ausbildung elitärer Habitus. Vielen Ostdeutschen mit primärer oder auch sekundärer DDR-Sozialisation mangelt es an einer machtvollen Sprache sowie elitären Umgangsformen und Geschmacksurteilen, sodass ihnen der berüchtigte „Stallgeruch der Macht“ fehlt. Sie verfügen kraft Abkunft und Herkunft auch nicht über die Mentalität und das zugesprochene Prestige des Siegers. Dieses „Defizit“ findet sein erstaunliches Pendant in der kulturellen Selbstmarginalisierungen vieler Ostdeutscher.

Der radikale Umbruch 1989-1991 führte nicht nur zu sozialstrukturellen Abstiegen beachtlicher Teile der alten Dienstklasse, sondern verursachte soziale Verunsicherungen und Zukunftsängste für die damals mittleren Generationen, was die ohnehin weniger ausgeprägten Aufsteiger-, Eliten- und Herrschaftsmentalitäten in den neuen Ländern zusätzlich schwächte. In der Mehrheit der sozialen Statusgruppen und Gemeinschaften wurden stattdessen familienorientierte Lebensführungen, sichere Erwerbsbiografien und risikoarme Karrieren präferiert (als Überblicke: Alheit et al. 2004, Vester et al. 2001). Das scheint sich bis in die heutige Jugendgeneration fortzusetzen (siehe etwa Keller/Marten 2010, Leven/Quenzel/Hurrelmann 2016: 75-77, 81).

6. Das Rekrutierungsproblem: Zukunftsperspektiven und Lösungsstrategien

Nicht nur Prognosen zur Zukunft des ostdeutschen Elitenproblems, sondern vor allem eine gehaltvolle Diskussion möglicher politischer Lösungsansätze und Gestaltungsoptionen können ohne Reflexion der skizzierten Marginalisierungsgründe nicht geleistet werden.

Während sich strukturelle Majorisierung und die Reproduktion von sozialen Machtnetzwerken einem politischen Steuerungszugriff weitgehend entziehen und staatssozialistisches Erbe, strukturkonservatives (Macht-)Kalkül sowie das Qualifikationsargument nach mehr als 30 Jahren offensichtlich an Bedeutung verloren haben, entfalten die sozialstrukturelle Über- und Unterschichtung wie auch die kulturelle Fremd- und Selbstmarginalisierung weiter ihre sich allerdings selbst verändernde Wirkung. Dabei ist die Gewichtung der Faktoren vom spezifischen Rekrutierungs- und Zirkulationstyp der sektoralen Eliten abhängig.

Um es zuzuspitzen: Für die politische Repräsentationselite (politische Parteien, Bundestag, Landtage, Bundesregierung und so weiter) brauchen Ostdeutsche keine „Nachhilfe“ oder Förderprogramme, weil sie wegen des Zirkulationstyps einer demokratischen Delegationselite angemessen vertreten sind. Im administrativen und judikativen Sektor haben wir es mit Karriere- oder Ernennungseliten zu tun, bei denen sowohl formale Qualifikation und Laufbahn wie auch informelle Rekrutierungsnetzwerke und damit Eliteschichten und -kulturen eine zentrale Rolle spielen.

Insofern wird der Anteil ostdeutscher Positionsinhaber hier zukünftig sicher noch zunehmen, aber auch in den nächsten zehn Jahren höchstwahrscheinlich nicht der Bevölkerungsrelation entsprechen. Dafür befinden sich heute zu wenig Ostdeutsche in Positionen, die den Rekrutierungspool für diese Eliten bilden (wie Abteilungsleiter in den Landes- und Bundesministerien, siehe Tab. 1). Um so gespannter darf man sein, welche Dynamik und welche Antworten sich nun aus der Aufgabe entwickeln, die der Koalitionsvertrag der neuen rot-grün-gelben Bundesregierung vom 7. Dezember 2021 formuliert: "Wir verbessern die Repräsentation Ostdeutscher in Führungspositionen und Entscheidungsgremien in allen Bereichen. Für die Ebene des Bundes legen wir bis Ende 2022 ein Konzept zur Umsetzung vor". So steht es dort auf S.130.

Seite 130 des rot-grün-gelben Koalitionsvertrags aus dem Dezember 2021 mit den Zielen verbesserter "Repräsentation Ostdeutscher in Führungspositionen und Entscheidungsgremien" und dem Projekt "Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation". (© bpb/Kulick)

Eine Politik, die das personelle Repräsentationsdefizit abbauen will, könnte hier – durchaus vergleichbar mit dem Problemfeld der Geschlechtergleichstellung – mit Quotierungen operieren oder mit den weicheren Methoden der „affirmative action“. Ostdeutsche könnten also bei der Aneignung von Bildung und Qualifikationen besonders unterstützt, ihre Karriereschritte gefördert oder Stellen für sie freigehalten werden. Im Wirtschaftssektor finden sich ähnliche Bedingungen, wobei hier neben der Managementelite, die dem Karrieretypus zugehört, zusätzlich die Besitzelite, mithin die sozialstrukturelle Überschichtung der ostdeutschen Bevölkerung durch die westdeutsche Oberschicht der Vermögenden und Kapitaleigner eine wesentliche Rolle spielt. Hier empfiehlt sich daher eine länger anhaltende Förderung von Ostdeutschen, die Unternehmen gründen, modernisieren oder ausbauen wollen (zum Beispiel über Qualifikationsprogramme, Kredit- und direkte Investitionsförderungen), wobei von Bund und Ländern in diesem Bereich seit Anfang der 1990er Jahre bereits einiges geleistet wurde. Sowohl Quotierungen wie auch Förderprogramme für Ostdeutsche haben allerdings mit drei systematischen Problemen zu kämpfen (Kollmorgen 2019). Erstens erscheinen Quoten weniger denn je politisch durchsetzbar. Zweitens bedeuten Quotierungen – wie die meisten positiven Diskriminierungen – nicht nur kollektive, sondern schlussendlich individuell einklagbare Anspruchsrechte.

Das wirft die zu Beginn bereits angesprochene Frage auf, wer heute im juristischen Sinne Ostdeutsche*r ist. Wegen der massenhaften Binnenmigration seit 1989 sowie der vielen ost-westdeutschen Elternschaften und Biografien ist das bereits heute für Hunderttausende Bürger*innen schlicht nicht entscheidbar. In zehn Jahren wird sich das Problem vervielfacht haben. Rechtlich lässt sich daher wohl nur das Wohnort- oder Standortprinzip anwenden. Das aber kann rasch zu kontraintendierten Effekten führen, wie nicht zuletzt die Wirtschaftsförderprogramme für Ostdeutschland gezeigt haben. Von den außerordentlichen Abschreibungs- und Investitionszulagemöglichkeiten haben volumenmäßig überproportional westdeutsche Kapitaleigner und Unternehmer*innen profitiert, die nach 1990 in den neuen Bundesländern aktiv wurden. Drittens müssten sich auch in diesem Feld die Geförderten mit dem generellen Quotierungsmakel auseinandersetzen – es wären eben ostdeutsche Quoten-Eliten.

Das lässt zwei alternative Strategien in den Blick treten. Zum einen verdanken sich die geringeren Chancen Ostdeutscher auch der Stigmatisierung des „Ostens“ und der „Ostler“ in den öffentlichen und privaten Diskursen nach 1990/91 als zurückgebliebene, verlorene und hilfebedürftige Gebiete und Bevölkerungsgruppen (Kollmorgen 2011, Kollmorgen/Hans 2011). Auch wenn sich das seit etwa 2005 ändert, weil bestimmte Gebiete (wie etwa Leipzig) und Gruppen in den neuen Ländern als Trendsetter oder gar Avantgarde gelten und neue Generationen andere Perspektiven auf ihre Geschichte und Lebenswelten entfalten, die Deutung Ostdeutscher und Ostdeutschlands als gegenüber dem Westen inferior bleibt bis heute hegemonial – auch mit Folgen für die Elitenrekrutierung.

Insofern brauchen wir (weiter) eine Transformation dieser Diskurse – eine politische Reflexion der Probleme unter Beteiligung der Ostdeutschen. Zum anderen verweist das „ostdeutsche Problem“ auf die Frage nach einer generellen Öffnung und Demokratisierung von Rekrutierungs- und Aufstiegsmodi in unserer Gesellschaft. Vermutlich lässt sich das ostdeutsche Vertretungsdefizit in den Eliten nur zusammen mit der Aufhebung struktureller Benachteiligungen anderer Gruppen (Frauen, Migrant*innen, Menschen mit Behinderungen, Angehörige der Unterschichten) nachhaltig lösen.

Zitierweise: Raj Kollmorgen, "Ein anhaltendes Defizit? Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe“, in: Deutschland Archiv, 8.12.2021, Link: Externer Link: www.bpb.de/344487. Alle Texte im Deutschland Archiv sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar.

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Wasner, Barbara: Eliten in Europa. Einführung in Theorien, Konzepte und Befunde, Wiesbaden 2004.

Die Cover der beiden Bände von "(Ost)Deutschlands Weg" I (1989 bis 2020) und II (Gegenwart und Zukunft), seit 1. Dezember 2021 wieder erhältlich im Externer Link: www.bpb.de/shop unter den Bestellnummern 19676 I+ii.

Der Text dem bpb-Band entnommen „(Ost)Deutschlands Weg. 80 Studien & Essays zur Lage des Landes", herausgegeben von Ilko-Sascha Kowalczuk, Frank Ebert und Holger Kulick in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, der am 1. Dezember 2021 in einer zweiten und ergänzten Auflage Interner Link: bpb-shop erschienen ist. Die Erstauflage vom 1. Juli 2021 war binnen drei Monaten vergriffen. Hier mehr über das Buch "Interner Link: (Ost)Deutschlands Weg" und seine Premiere, produziert 2021 von der Redaktion Deutschland Archiv der bpb.

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Fussnoten

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Prof. Raj Kollmorgen stammt aus Leipzig. Er ist Soziologe an der Hochschule Zitta-Görlitz. Er studierte an der Humboldt-Universität Berlin und promovierte 1999 mit einer Arbeit zu Transformationstheorien an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Es folgte 2010 die Habilitation an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg. Kollmorgen gehörte von 2019 bis 2020 der Kommission der Bundesregierung „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ an und von März bis Juni 2021 der von der Bundesregierung eingesetzten Arbeitsgruppe „Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit“.