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Ein Ost-West-Dialog in Briefen

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. 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Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Ein Ost-West-Dialog in Briefen

Hans Christange Klaus Stenzel

/ 14 Minuten zu lesen

Vor 30 Jahren ist die Berliner Mauer durch die friedliche Revolution gefallen, und im kommenden Jahr liegt die deutsche Wiedervereinigung 30 Jahre zurück. Das nehmen wir zum Anlass, um unseren Leserinnen und Lesern Einblick in einen privaten Ost-West-Briefwechsel zu geben, der seit 1996 bis heute andauert.

Hans Christange (l.) und Klaus Stenzel bei einer Lesung. (© Privat)

Im Jahr 1996 begannen wir, der DDR-Jurist Hans Christange aus Cottbus (Jahrgang 1934) und der Lehrer Klaus Stenzel aus Darmstadt und später Speyer (Jahrgang 1960), einen Briefwechsel. Dieser entwickelte sich zu einem leidenschaftlich geführten, kontroversen Ost-West-Dialog über nunmehr 23 Jahre. Er ist von konträren Sichtweisen auf die beiden deutschen Staaten sowie der äußerst unterschiedlichen Beurteilung der gesellschaftlichen Entwicklung seit 1989/1990 geprägt.

Angefangen hatte alles mit einem Bericht zu den Erlebnissen der Abiturientinnen und Abiturienten der Bert-Brecht-Schule in Darmstadt während ihrer Projektfahrt nach Magdeburg und den dortigen Austausch mit Gleichaltrigen, den ihr Lehrer Klaus Stenzel im April 1996 im Neuen Deutschland (ND) veröffentlichte. Die Lektüre des Berichts beschäftigte Hans Christange so sehr, dass er einen Antwortbrief an Klaus Stenzel schrieb. Beide Texte werden hier in Auszügen wiedergegeben. Einen weiteren Eindruck über die Ost-West-Auseinandersetzung vermitteln zwei Briefe aus dem Jahr 2008 sowie zwei E-Mails von 2016. Wir haben uns in all den Jahren in unserem Briefwechsel nichts geschenkt, aber wir sind dabei immer respektvoll miteinander umgegangen.

6./7. April 1996: Bericht von Klaus Stenzel zur Projektfahrt im ND

Fünf Jahre nach der Wiedervereinigung fuhr ich mit zehn Abiturienten der Bert-Brecht-Schule Darmstadt nach Magdeburg (…). Angeregt wurde die Fahrt durch einen Briefwechsel, den ich mit der Magdeburger Staatskanzlei führte. Ministerpräsident Höppner hatte uns zu einem Besuch nach Sachsen-Anhalt eingeladen. So fuhren wir Ende Januar 1996.

Auf den Straßen kaum noch Trabis

Eine Schülerin schreibt in ihrem Bericht: „Als sich unsere Gruppe um 7.30 Uhr traf, wusste keiner so genau, was auf ihn in den nächsten Tagen zukommen würde. Die Gesichter wirkten müde, aber auch gespannt. Schon im Zug machten wir uns eigene Vorstellungen, wie es dort im Osten wohl sein werde, wie sich die Partnerklasse uns gegenüber verhalten werde, ob eher freundschaftlich, oder eher abneigend. Wir hofften, dass die Ossis nicht ganz so voreingenommen gegenüber den Wessis sein würden, wie wir es aus zahlreichen Berichten in den Medien erfahren hatten.

Um 13:27 Uhr kamen wir in Magdeburg an. Es war eisig kalt. Die Straßenbahn, mit der wir fuhren, musste ihrem Aussehen nach ein Überbleibsel aus DDR-Zeiten gewesen sein. Ansonsten gab es nicht mehr viel von dem zu sehen, was mich an die ehemalige DDR erinnert hätte. Auf den Straßen fuhren die gleichen Autos wie bei uns auch (…). Ab und zu entdeckte man mal einen Wartburg oder Trabant, jedoch schien das Auto der DDR eine Rarität in seiner Heimat geworden zu sein.“ Sie ergänzt: „Schon während der Führung durch die Verhörsäle der Stasi, die mit allen Mitteln versucht hatte, ihre Opfer zum Sprechen zu bringen, bemerkte ich den Unterschied zwischen der Partnerklasse und uns. Die Reaktionen waren derart überraschend. Keiner von ihnen hat irgendeine persönliche Wertung über das Gesehene oder Gehörte in der Gedenkstätte abgegeben. Es schien nichts Neues für sie zu sein (…). Sie spielten die Stasi dermaßen herunter, so dass man sich fragt, warum dann der ganze Wirbel in den Medien?

Meinen Informationen nach musste die Stasi ein riesiger Machtapparat gewesen sein, der den Menschen überhaupt keine Privatsphäre erlaubte. Ich kann nicht verstehen – und ich glaube, keiner, der nicht in so einem System aufgewachsen ist, kann verstehen –, wie man sich als Mensch dort richtig frei und glücklich gefühlt haben kann (…). Es war genau das, was wir die ganze Zeit eigentlich gewollt hatten: Mit der Partnergruppe ins Gespräch zu kommen und ihre Meinung zum Thema Wiedervereinigung und den damit verbundenen Problemen zu hören. Uns interessierte auch, wie sie die Zeit vor der Einheit sahen.
Die Antworten auf unsere Fragen hauten uns fast um. Jemand behauptete doch tatsächlich, die DDR sei doch praktisch von der BRD annektiert worden. Viele fanden es schade, dass es keine Ostprodukte mehr zu kaufen gab. Andere trauerten ihrer Pionierzeit nach. Sie sind nach wie vor stolz darauf, ein Mitglied des Kollektivs gewesen zu sein. Denn in der DDR drehte sich alles ums Kollektiv, dort gab es noch eine echte Gemeinschaft. Alles, was man tat, tat man für das Volk. Aber im Westen denkt man nicht an die Gemeinschaft, sondern nur an das eigene Wohl. Im Westen herrscht doch die Ellenbogengesellschaft, denn jeder versucht mit allen Tricks, das Beste für sich herauszuschlagen, ohne Rücksicht auf Verluste. Da werden Freunde zu Feinden! In der DDR war ein solches Verhalten undenkbar. Das Kollektiv zählte und nicht der einzelne.

Da frage ich mich nur, warum es dann so viele Stasiakten gibt, wenn denn jeder mit jedem Freund war!? Denn wem konnte man in der DDR trauen? Nicht einmal den eigenen Verwandten! Wo ist da also der Unterschied zur Ellenbogengesellschaft? (…) Im Verlauf der Diskussion schilderten einige ihre Angst vor der Zukunft, viele Eltern von ihnen hatten den Job verloren, weil ihre Firmen aufgelöst wurden. Dann erzählten sie, dass ihre Eltern gerade mal 80 Prozent von dem Gehalt unserer Eltern erhielten, obwohl die Lebenshaltungskosten, außer der Miete, so hoch wie im Westen sind. Sie schimpften auf die Politiker, die ihnen damals kurz vor der Einheit noch das Gelbe vom Ei versprochen hatten, nichts wurde verwirklicht.“

Für mich als Politiklehrer waren die Tage in Magdeburg sehr aufschlussreich. Ich muss zugeben, dass ich diese Mauer in den Köpfen der Jugendlichen nicht erwartet hätte, doch sagt mir die Erfahrung auch, dass wir in Ost und West am Ball bleiben müssen, um die Differenzen abzubauen.

30. April 1996: Erster Brief von Hans Christange an Klaus Stenzel

Sehr geehrter Herr Stenzel, sehr geehrte Abiturientinnen und Abiturienten des Grundkurses Gemeinschaftskunde,

Ihren vor den Osterfeiertagen im ND abgedruckten Bericht über eine Projektfahrt nach Magdeburg habe ich mit größtem Interesse gelesen und er bewegt mich seither sehr. Den Umstand der Publizierung Ihrer Eindrücke im ND fasse ich dabei als eine Art Garantie für Ihre gute Absicht nach unvoreingenommener Dialogbereitschaft auf.(...) Es sind gerade die Befindlichkeiten der Menschen, die gegenseitig respektiert werden müssen, will man erfolgreich miteinander kommunizieren (…). Deutlich sind für mich Ihre Befindlichkeiten im Bericht zu spüren. So ist es mein Anliegen zu versuchen, diese Befindlichkeiten von uns Ostdeutschen deutlich zu machen, um Besinnung zu erreichen. Die Schablonen der Medien im Umgang mit uns „Ossis“ taugen wohl nichts für eine Verständigung oder gar für eine menschliche Annäherung. Wenn es um unsere Vergangenheit geht, sind die Schablonen nicht wesentlich anders als die des Kalten Krieges und es schmerzt, wenn man sie erlebt, glauben wir doch diese Zeiten hinter uns zu haben (…). Ich will Ihnen daher aus meiner Sicht meine Befindlichkeiten darlegen und bitte Sie sie ernst zu nehmen, wenn Sie denn objektiv sein wollen.

1. Ihre Episode mit der Straßenbahn als „Überbleibsel aus DDR-Zeiten“ (…). Ich kenne zwar nicht die Straßenbahnen in Magdeburg, wohl aber die von Cottbus, die teilweise auch sehr unmodern waren. Aber diese unmodernen Straßenbahnen hatten eines weiter gemeinsam: Man konnte mit ihnen für 0,15 bzw. 0,30 Mark der DDR durch die ganze Stadt fahren. Verständlich, dass die Menschen diese Nahverkehrsmittel sehr gerne und viel benutzten. Heute kostet eine Fahrt in der modernen Bahn, die man sich aber nicht aussuchen kann, 1,80 DM. Das ist ein Preis, der mich abhält sie heutzutage zu benutzen, also laufe ich lieber. Ihre Feststellung zur Straßenbahn spricht daher eine Seite unserer sozialen Sicherheit in der DDR und zwar negativ an, die insgesamt für uns immer mehr Langzeitwirkung entfaltet. Ihre Bewertung bewirkt aber, sicher ungewollt, dass Sie diese Lebenserfahrung völlig unterschätzen. Glauben Sie, der gegenwärtige Abbau des Sozialstaates im Gefüge der Bundesrepublik hat bei unseren Menschen nicht nur drastische Folgen, sondern auch bei denen, die 1990 CDU wählten, emotionale Ernüchterung gebracht.

2. Ihre Episode über die Bewertung der Trabis.(…). Ich selbst habe vier Trabanten gefahren und bezeichne diejenigen als Schwindler, die den westdeutschen Bürgern einreden wollen, sie hätten 20 Jahre auf ihren Trabi warten müssen. Derjenige, der einen fahren wollte, hat ihn auch gefahren. Allerdings gibt es eine andere Seite, die nicht mehr an die DDR erinnert. Das sind die platt gemachten Industriestandorte, die verschwundenen Arbeitsplätze. Das ist auch die fehlende Sicherheit vor Kriminalität und nicht nur auf den Straßen. Das ist die furchtbare Perspektivlosigkeit gerade der Kinder und Jugendlichen. Das gibt für sie keinen Grund für Freude und glücklich sein.

Nun aber zu dem eigentlichen Anliegen Ihres Besuches in Magdeburg (…). Sie wundern sich über die Zurückhaltung der Magdeburger in der Diskussion. Werden aber Emotionen und Erfahrungen geäußert, zerreden die Schüler sie und drücken aus, sie nicht akzeptieren zu können. Doch sicher, weil sie ihrer Vorstellungswelt nicht entsprechen. Wie anders kann sonst der Ausdruck verstanden werden, die Meinungen oder Antworten hätten sie „umgehauen“. Ich habe aus keinem Satz des Artikels entnehmen können, dass Sie auch nur einmal bereit gewesen wären, einen Standpunkt der Magdeburger zu akzeptieren. Sie erwarten aber, dass Ihre Vorstellungen akzeptiert werden sollen, die Sie über unsere Verhältnisse in der DDR nicht aus eigener Erfahrung machen konnten, sondern vor allem durch die Medien vermittelt bekamen. Das kann so nie etwas Vernünftiges werden.

Ein Beispiel dafür ist die „Stasi“ (…). Warum sollten die Magdeburger Schüler nicht ein besseres Gespür haben als außenstehende „Wessis“, wie Sie sich ja selbst, bitte ohne Vorwurf von mir, sehen. Ich war nicht bei der Stasi, muss aber sagen, ich hatte nie Furcht vor ihr. Es ist auch nicht übertrieben, wenn ich sage, dass ich in der DDR tatsächlich glücklich war. In jedem Fall glücklicher als heutzutage, wo ich so viel Elend in unserem Lande sehe, was es zu DDR-Zeiten nicht gegeben hat (…). Die Haltung der Magdeburger Abiturienten kann ich aus meiner Lebenserfahrung nur bestätigen und bin daher von deren Reaktionen nicht überrascht. Ein Erfolg der Exkursion wäre es schon, wenn das Abbauen von Vorurteilen so zu verstehen ist, dass Sie sich nicht ständig von negativen Vorstellungen über die DDR-Wirklichkeit vereinnahmen ließen. Mit freundlichen Grüßen Hans Christange

24. Mai 2008: Brief von Hans Christange

Lieber Klaus Stenzel, nun noch einige Bemerkungen zu dem interessanten Brief vom 21.05.08. Auf Ihre Frage nach meiner Meinung zu unseren Militärparaden zum 1. Mai will ich nur sagen, sie erfüllten mich mit Stolz, sah und sehe ich die NVA (Nationale Volksarmee, die Red.) doch immer als wichtigen Schutz für die Sicherheit der DDR an. Daran ändert auch nicht der Umstand etwas, dass ich natürlich froh gewesen bin, dass sie 1989 in den Kasernen blieb. Eine Entscheidung des Staatsrates, die heute von unseren Gegnern nach wie vor in ihrer Tragweite bewusst ignoriert wird, wenn es um die Beurteilung der DDR-Politik geht. Entgegen Ihrer Darstellung habe ich diese Paraden nicht als Drohung, sondern allenfalls als Warnung an die konterrevolutionären Imperialisten (ohne Anführungszeichen) betrachtet. Da diese Paraden die Macht der Arbeiterklasse zum Ausdruck brachten, kam übrigens auch nie der Gedanke auf (auch heute nicht), es könnte einen Widerspruch zum 1. Mai als Kampftag der Werktätigen geben. Dass das in der kapitalistischen BRD ganz anders zu beurteilen ist, liegt auf der Hand.

Was den Begriff „Anschluss“ der DDR an die BRD anbetrifft, so ist der Dissens zwischen uns offenkundig. Leise höre ich aus Ihrem Brief heraus, Ihnen wäre vielleicht die Grundlosung der DDR-Bürger bei den Demonstrationen im Herbst 89 „Wir sind das Volk“ auch angenehmer gewesen (wie mir ebenfalls) als die tatsächlich oktroyierte Losung „Wir sind ein Volk“. Es wird zwischen uns heute wohl auch keinen Dissens geben, dass diese populistische Losung im Wesentlichen Bluff und Betrug war und ist. Der Armutsbericht macht das sehr deutlich!!

Und Ihre Kritik an der sozialen Schieflage, die übrigens für unseren Briefverkehr durch Sie auch genauer thematisiert werden sollte, bekräftigt meine Vorstellung dazu. Und wenn Sie für diesen Anschluss gar die Neubildung der Länder in der DDR anführen, so wird deutlich, dass Sie einer falschen Logik folgen. Nicht die Länder haben sich (wurden) angeschlossen, sondern die DDR als bis dato selbstständiger Staat. Sie nennen nur den „Druck“ aus dem Osten. Aber die Gier der Konzerne und der Wirtschaft insgesamt nach unserem Volkseigentum, unseren Absatzmärkten und unseren Arbeitskräften scheint für Sie völlig neben der Sache zu liegen. Und eben da irren Sie sich mit Ihrer Gesamtbewertung der damaligen Lage.

Der Absatz zur militärischen Verteidigung der DDR einerseits und der fehlenden Situation in der BRD, sich verteidigen zu müssen, andererseits, ist doch sehr beredt. Ich stimme Ihrer Meinung voll zu, waren es doch stets die „besten Freunde“ der BRD und sie allerdings eingeschlossen, die die DDR in die jeweilige Situation brachte. Nie umgedreht! (…)

Mit herzlichen Grüßen aus Cottbus verbleibe ich wie immer Ihr Hans Christange

30. Mai 2008: Antwort von Klaus Stenzel

Lieber Herr Christange, es ist hier viel zu heiß!!! Dennoch möchte ich Ihnen heute zwischen Abiturvorbereitungen und Feierabend kurz zu einigen Themen erwidern wollen. Mit der Aussage „waren es doch stets die ‚besten Freunde‘ der BRD und sie allerdings eingeschlossen, die die DDR in die jeweilige Situation brachte. Nie umgekehrt!“ landen Sie einen echten Christange, wie er leibt und lebt!

Der Westen ist schuld, wer auch sonst! Dem Westen die Verantwortung des Scheiterns des real existierenden Sozialismus anzulasten, erscheint mir gelinde gesagt als ein politischer Irrweg, kannte ich Sie nicht schon gut genug, fügte ich noch das Adjektiv „infantil“ hinzu. Streng nach dem Motto: An meinen Fehlern sind immer die anderen schuld. Ich will nicht verhehlen, dass der Westen ein Interesse an der Schwächung des Stalinismus hatte, ja haben musste, weil das Volk in diesem System nichts zu sagen hatte.

Aber der Westen hat nie im Kreml angerufen, um militärische Interventionen gegen die jeweiligen Volksbewegungen zu verlangen. Diese Vorstellung ist doch einfach nur absurd. Moskau, Berlin, Prag, Budapest hätten auf ihre Völker hören sollen, und nichts anderes. Ich frage mich in diesem Zusammenhang immer wieder, welchen Stellenwert die Menschen in diesen Ländern hatten, wenn immer wieder gegen ihre Meinungen und Forderungen zugunsten eines sehr nebulösen, angeblich höheren Zieles vorgegangen wurde.

Herr Christange, ich liege nicht neben der Sache, was den Druck aus dem Osten 1989 anbelangt. Die Aktionen der westdeutschen Wirtschaft wurden doch zu diesem Zeitpunkt von den meisten DDR-Bürgern begrüßt. Solche Aussagen, wie „Kommt die DM nicht zu uns, gehen wir zu ihr“ aus dem Winter 1989/90, sind doch Zeugnis genug für ein Streben nach mehr Konsum und Wohlstand. Ich betone an dieser Stelle ausdrücklich, dass ich die Politik der Treuhand und das Wildostgehabe mancher westdeutscher Unternehmer verurteile.

Die Marktwirtschaft jedoch war und ist immer noch von der breiten Mehrheit der Ostdeutschen gewünscht. Im Übrigen weiß ich nicht so recht, Ihre oft in der ersten Person Plural gehaltene Diktion – hier zum Beispiel „unserem Volkseigentum“ – einzuschätzen. Sie meinen dies ehrlich und überzeugt. Ist diese Position jedoch mehrheitsfähig? Natürlich schafft der Kapitalismus eine soziale Schieflage, ich schrieb schon darüber. Die Tendenz ist leider die, dass es immer mehr Arme und weniger Reiche gibt, nicht nur im Osten, sondern auch im Westen, deswegen muss ein gesetzlicher Mindestlohn her, muss eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes her, muss eine spürbare Unterstützung von Familien mit Kindern her, muss ein dem der Menschenwürde entsprechendes Renteneinkommen her, und es muss – dieser Vorschlag meiner Partei (die SPD, die Red.) ist mir sehr sympathisch – eine Verringerung der Sozialabgaben her. Das sind die notwendigen Programme und bitte keine Versprechungen, die jährlich 155 Milliarden Euro kosten, von denen niemand weiß, woher sie kommen können. Dazu aber später mehr.

Zum „Fall“ Gysi und Stasi lassen Sie mich noch eine Anmerkung loswerden: Keineswegs ist dies eine Kampagne gegen die Linke, hat doch Manfred Stolpe ähnliches erlebt. Es wäre zu schön, um wahr zu sein, hätte es diese Stasi nie gegeben, so wäre uns auch diese Diskussion erspart geblieben. Die Existenz der Stasi hat allein die DDR zu verantworten. Herr Christange, der Westen hatte mit deren Einrichtung und Praktiken rein gar nichts zu tun. Zu Gysi zurückkehrend, lehne ich mich wieder einmal ganz entspannt zurück, wenn ich höre, dass er die Gerichte einschalten und die Vorwürfe überprüfen lassen will. Beim entspannten Zurücklehnen rufe ich Herrn Gysi sodann zu: Willkommen im Rechtsstaat BRD!!! Somit hat sich die Wiedervereinigung auch für ehemalige SED-Mitglieder gelohnt. Und jetzt beginnt es zu regnen, endlich!

Ich muss leider insistierend feststellen, dass Sie bezüglich Ihrer Anschlusstheorie irren. Das alte Grundgesetz zitierend untermauert meine Meinung, denn da hieß es in Art. 23 GG: „Dieses Gesetz gilt zunächst im Gebiete der Länder Baden und Württemberg-Hohenzollern (…). In anderen Teilen Deutschlands ist es nach deren Beitritt in Kraft zu setzen.“ Hier ging es nicht um den Beitritt eines souveränen Staates, sondern um den Beitritt souveräner Länder. Lieber Herr Christange, es ist doch wieder mehr geworden, trotzdem reicht es für heute. Morgen steht für Johannes das alles entscheidende Punktspiel gegen den Abstieg seiner Mannschaft VFR Speyer an. Da muss ich natürlich mit, hat er sich doch in seinem ersten Vereinsjahr recht gut entwickelt, vielleicht kommen nun doch die väterlichen Gene zum Tragen…!

Viele Grüße aus Speyer nach Cottbus sendet Ihnen Ihr Klaus Stenzel

31. Mai 2016: E-Mail von Hans Christange

Lieber Klaus,

hoffentlich hat euch das Unwetter nicht geschadet. Nun geht das Leben wieder seinen gewohnten Gang. Die Jugendweihe (von Christanges angeheirateter Enkeltochter, die Red.) ist sehr angenehm verlaufen und auch die Familienfeier hat gefallen (…). Ich verehre Margot Honecker nach wie vor, gerade weil sie sich treu geblieben war. Und nur das hohe Alter, wie das meiner Erna (Christanges erste Frau, die Red.) bei ihrem Tode, machte mir das Abschiednehmen leichter (…). Nun hat die taz ihren Artikel überschrieben: „Niemand war so verhasst“. Das lässt mich sehr kalt. Denn die DDR-Bürger, die sich hinter eine solche Aussage stellen, können niemals meine Freunde sein(…). Unter dem Beitrag zu Margot Honecker ist das Bild der Ministerin von der Leyen abgedruckt (…). Unserer Volksbildung und speziell ihrer Ministerin wird vor allem die Einführung der vormilitärischen Erziehung bei uns vorgeworfen. Fakt ist aber: Von der DDR ging nie ein Krieg aus – die von der Leyen lässt aber nicht nur einen Krieg führen. Sie ist für sehr viel persönliches Unglück junger Deutscher persönlich verantwortlich, die traumatisiert aus den Kriegseinsätzen kommen. Margot Honecker hat saubere Hände, die die von der Leyen trotz, oder wegen ihrer Hände nicht haben kann. Lieber Klaus, ich schrieb, wie es in meinem Herzen empfinde.

Mit herzlichen Grüßen aus dem vom Wetterunheil verschonten Cottbus Hans

25. Juni 2016: Antwort-Mail von Klaus Stenzel

Lieber Hans, (…) Einer Politikerin wie Margot Honecker zu hofieren, die zum Beispiel durch die Einführung des sogenannten Wehrkundeunterrichts Kinder und Jugendliche zu militarisieren beabsichtigte, ist meiner Ansicht nicht nachzuvollziehen. Bei uns im Westen hingegen wurden Kinder und Jugendliche zu Kritikfähigkeit und nicht zum Krieg spielen erzogen! In guter Erinnerung denke ich hierbei an die vielfältigen Aktionen der Friedensbewegung in den achtziger Jahren und gleichzeitig an meine Teilnahme an diesen. Waffen und Panzer gehören nicht in die Schule beziehungsweise in die Hände von Kindern und Jugendlichen!! Zum Vergleich zwischen M. Honecker und Frau von der Leyen fällt mir nur ein Fragezeichen ein, da ich nach wie vor der Meinung bin, dass die Bundesrepublik keinen Angriffskrieg führt. Und die Äußerung M. Honeckers, dass die Opfer der Berliner Mauer selbst schuld seien, erachte ich immer noch als zynisch (…).

Lieber Hans, ich grüße vielmals aus Speyer nach Cottbus Klaus

Fazit nach 23 Jahren

Unser Briefwechsel zeigt, dass wir unsere Geschichte persönlicher Annäherung zwar als ungewöhnlich, jedoch als optimistisch ansehen. Nach dem ersten persönlichen Treffen im September 2010 entwickelte sich die Möglichkeit, gemeinsame Lesungen durchzuführen. Diese liefen ebenso kontrovers in Ost- und Westdeutschland ab. Sie gaben uns aber die Sicherheit, den Weg des Austausches von gegensätzlichen Standpunkten als einen Weg anzusehen, der, ähnlich der Denkweise von Egon Bahr, zu einem Wandel durch Annäherung führen kann. In den nunmehr 23 Jahren regelmäßigen Briefwechsels wurde auch deutlich, dass es Schnittmengen zwischen uns gibt, was die Zukunft unseres Landes angeht: Dieses reiche Land muss sozialer werden und es muss den (neo)faschistischen Tendenzen mit aller Kraft etwas entgegengesetzt werden, um unsere freiheitliche demokratische Grundordnung zu bewahren. Wir leben nun seit gut 30 Jahren in einem Land und brauchen nötiger denn je ein gesamtdeutsches und respektvolles Gespräch. Bleiben werden nicht nur die zwei Bücher des Briefwechsels unter dem Titel „Ost-West Denkstrukturen“, bleiben werden auch die gewachsenen persönlichen Beziehungen gegenseitiger Achtung, die es weiterhin zu pflegen gilt.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Hans Christange/Klaus Stenzel, Ost-West Denkstrukturen – Ein Briefwechsel zwischen Brandenburg und Hessen/Rheinlandpfalz Band 1 (2009), Band 2 (2013), Nora-Verlagsgesellschaft Dyck & Westerheide, Berlin.

  2. Christange/Stenzel, Ost-West Denkstrukturen, Band 1, S. 11ff.

  3. Ebd., S. 15ff.

  4. Christange/Stenzel, Ost-West Denkstrukturen, Band 2, S. 80ff.

  5. Ebd., S. 82ff.

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wurde 1934 in Berlin-Karlshorst geboren. Bereits mit 13 Jahren interessierte er sich für die neugegründete Freie Deutsche Jugend (FDJ) und wurde Mitglied. Nach erfolgreichem Jurastudium an der Humboldt-Universität zu Berlin wurde er zum Staatsanwalt ernannt. Christange war seit 1965 in Cottbus in der Bezirksbehörde als Staatsanwalt für Gesetzlichkeitsaufsicht in den Rechtsgebieten Arbeits-, Zivil-, Familien- und Verwaltungsrecht tätig. Nach der Wiedervereinigung wurde er 1991 „abgewickelt“, da er als Staatsanwalt nicht mehr geeignet war. Bereits 1952 trat Christange in die SED ein und ist heute Mitglied in der Partei die Linke.

wurde 1960 in Berlin (West) geboren. Er hat an der Freien Universität studiert und war von 1994 bis 2000 Gymnasiallehrer für Deutsch und Politik an der Bertolt-Brecht-Schule in Darmstadt. Seitdem ist er am Staatlichen Pfalz-Kolleg in Speyer tätig. Seit 1984 ist Stenzel Mitglied der SPD. Er will über den „westdeutschen Tellerrand“ schauen und ist daran interessiert, die Annäherung zwischen Ost- und West zu fördern.