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Einladung in die bpb: 75 Jahre Bundesrepublik | Deutschland Archiv | bpb.de

Einladung in die bpb: 75 Jahre Bundesrepublik Eine Bilanz des geteilten und vereinten Deutschlands. Podiumsveranstaltung am Mittwoch, 24. April 2024, 16.00-20.00 Uhr in der bpb Berlin, dokumentiert vom Deutschland Archiv.

Frank Bösch

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Die Bundesrepublik gilt zurecht als geglückte Demokratie. Zugleich lädt das 75. Jubiläum ihrer Gründung zu einer kritischen Bilanz ein. Einstige Erfolgsnarrative, wie das Wirtschaftswunder und der wachsende Wohlstand, werden angesichts von Klimakrise, sozialer Ungleichheit oder Rechtspopulismus kritischer bewertet. Viele jüngere Studien zeigen, wie lange autoritäre Traditionen nach 1949 fortwirkten, besonders im Umgang mit Minderheiten oder der Rolle von Frauen. Zudem wird die west- und ostdeutsche Geschichte häufiger verschränkt und in internationalen Bezügen interpretiert, was ebenfalls Bewertungen verändert. Auch die Transformationsprozesse der 1990er Jahre und die schwierige Wiedervereinigung von Ost und West werden angesichts des heutigen, dynamischen gesellschaftlichen Wandels intensiver und kritischer diskutiert.

Als die Mauer 1989/90 verschwand und die DDR zum Teil der Bundesrepublik wurde. Wie steinig war und ist dieser Weg auch heute noch, rund 35 Jahre danach? (© Holger Kulick)

Zum 50. und 60. Jubiläum der Bundesrepublik 1999 und 2009 erschienen viele Publikationen, die vor allem die Erfolgsgeschichte der bundesdeutschen Demokratie betonten. Tagungen und große Überblicke beschrieben damals den schwierigen Neuanfang nach dem Krieg und die Liberalisierung und Demokratisierung der Gesellschaft seit den 1960er Jahren – auch im Systemwettstreit mit der DDR. Die neuen Herausforderungen des vereinigten Deutschlands spielten kaum eine Rolle.

Im Lichte der neueren Forschung und Debatten dürfte eine Bilanz 2024 nach 75. Jahren deutlich anders ausfallen. Die west- und ostdeutsche Geschichte wird häufiger verschränkt und in internationalen Bezügen reflektiert. Beides verändert Bewertungen. Auch die großen Herausforderungen der Gegenwart lassen die Geschichte seit den 1950er Jahren in einem anderen Licht erscheinen und bringen neue Themen auf. Einstige Erfolgsnarrative, wie das Wirtschaftswunder und der wachsende Wohlstand, werden angesichts von Klimakrise, sozialer Ungleichheit, Rechtspopulismus und wachsender Demokratiefeindlichkeit anders bewertet.

Viele neuere Studien zeigen, wie lange autoritäre Traditionen nach 1949 fortwirkten. So wird die Bewertung der Demokratisierung stärker durch den restriktiven Umgang mit Minderheiten getrübt, etwa mit Migrant:innen und Homosexuellen. Auch die systematische Benachteiligung von Frauen im geteilten und vereinten Deutschland tritt deutlicher ins Blickfeld. Nicht zuletzt die Debatte über die folgenreichen Transformationsprozesse der 1990er Jahre vor allem in Ostdeutschland führt zu einer kritischen und vielschichtigen Neubewertung des geteilten und des vereinten Deutschlands.

Die Berliner Veranstaltung zum 75. Jubiläum der Bundesrepublik von Externer Link: ZZF und Externer Link: bpb greift aktuelle Herausforderungen auf, um deren Geschichte neu zu bewerten. Dabei geht es weniger um einzelne Regierungsphasen oder die Charakterisierung der verschiedenen Jahrzehnte als um grundlegende Probleme, die entweder lange Zeit übersehen wurden oder neu entstanden sind. Öffentliche Thesen, die oft exotisierend auf Ostdeutschland bezogen werden, sollen dabei gesamtdeutsch diskutiert werden. Die Vortragenden führen jeweils mit kurzen Diskussionsimpulsen zu unterschiedlichen Themen ein, um dann übergreifend Entwicklungslinien zu diskutieren.

Veranstaltungsort

bpb Berlin, Friedrichstraße 50 (Nähe Checkpoint Charlie, U-Bahn Stadtmitte und Kochstraße)  

Programm

16.00-17.45 Uhr: Erste Debattenrunde:

Begrüßung: Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung
Die Bonner Republik im geteilten Deutschland
Impuls und Moderation: Prof. Dr. Frank Bösch (Potsdam)

  • Prof. Dr. Constantin Goschler (Bochum), Im Schatten der Vergangenheit

  • Prof. Dr. Rüdiger Graf (ZZF Potsdam), Umwelt und Energie

  • PD Dr. Maria Alexopoulou (ZfA Berlin/ Uni Mannheim), Migration und Rassismus

  • PD Dr. Winfried Süß (ZZF Potsdam), Soziale Ungleichheit

17.45-18.30 Uhr Empfang
18.30-20.15 Uhr: Zweite Debattenrunde

Das vereinte Deutschland
Moderation: Prof. Dr. Kerstin Brückweh (IRS Erkner/Viadrina Frankfurt)

  • Dr. Marcus Böick (Cambridge), Umbau der Wirtschaft

  • Prof. Dr. Dominik Geppert (Potsdam), Das vereinte Deutschland in Europa

  • Prof. Dr. Christiane Kuller (Erfurt), Familien- und Geschlechterordnungen

  • Dr. Ilko Sascha Kowalczuk (Berlin), Ost-West-Konfrontationen

Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte Interner Link: HIER voranmelden.

Kunstperformance "Mauerpauer" an der Berliner Mauer am 13. August 1986. Auf der Westseite am Potsdamer Platz. (© Holger Kulick)

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