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„Streitet, doch tut es hier“ | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Nicht nur Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 31 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2023 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Olympia wieder in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Die "Weltnachricht" mit ungewollter Wirkung Krieg & Frieden. Wohin führt die Zeitenwende? Über 70 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? 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Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Alltag und Gesellschaft Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! 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"Ich höre ein Ungeheuer atmen" "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? 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Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? 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„Streitet, doch tut es hier“

Sabine Kebir

/ 14 Minuten zu lesen

Die französische Osteuropa-Historikerin Sonia Combe korrigiert das oft verzerrte Bild von DDR-Intellektuellen zwischen Kompromiss und Kompromittierung mit einem komparatistischen Blick von außen.

Am 9.7.1952 fand die Veranstaltung des Deutschen Schriftsteller-Verbandes statt. Anna Seghers bei ihrer Ansprache. Im Präsidium v.l.n.r.: Die Schriftsteller Willi Bredel und Stephan Hermlin (© Bundesarchiv, Bild 183-15429-0001)

Viele Autorinnen und Autoren der DDR wurden auch in der Bundesrepublik gern gelesen, zum Beispiel Christa Wolf, Stefan Heym und Heiner Müller, weil sie DDR-Spezifisches unter universellen Blickwinkeln zu behandeln wussten. Mit der Sympathie für diese Autorinnen und Autoren war es vorbei, als sie während der staatlichen Agonie zum Erhalt der DDR aufriefen.

Sonia Combe tritt Verzerrungen im Bild von der Kultur der DDR entgegen, die nicht nur in Medien, sondern zum Teil auch in der Wissenschaft anzutreffen sind. Methodisch folgt sie einem Vorschlag der Publizistin Daniela Dahn, wonach die Geschichtsschreibung der deutschen Teilung komparatistisch ausgerichtet werden sollte, das heißt, jeweils im zeitgenössischen Vergleich beider Staaten und nicht zuletzt im internationalen Kontext (S. 25).

In Combes 2019 in Frankreich viel beachteten und seit 2022 auf Deutsch vorliegenden Buch Loyal um jeden Preis geht sie der Frage nach, wieso die Intellektuellen der DDR keine mit der in Polen und der Tschechoslowakei vergleichbare öffentliche Opposition hervorgebracht haben. Der von einem Buchtitel Jürgen Kuczynskis entlehnte Untertitel „Linientreue Dissidenten“ im Sozialismus suggeriert schwerwiegende Ambivalenzen. Combe untersucht die Rolle des über bestimmte Tabus verhängten Schweigegebots. An kritischem Bewusstsein fehlte es nicht. Oft auch nicht an Mut, denn es kam doch zu Solidarität mit Verfemten und ihren Familien.

Combe widerspricht der Gleichsetzung der beiden deutschen Diktaturen und folgt der Studie des israelischen Philosophen Avishai Margalit über „gute“ und „schlechte“ Kompromisse. Die Parteinahme für den Kommunismus sei aus „moralischen Gründen“ erfolgt, „aus einer Motivation heraus, die für niemanden Anlass war, Anhänger des Nationalsozialismus zu werden“. Das bedeute nicht, der Frage auszuweichen, „warum wir ihnen Zugeständnisse machen, die wir Hitleristen niemals machen würden.“ (S. 28 f.)

Aus der Distanz einer Beobachterin „von außen“ kommt Combe zu Schlussfolgerungen, die überraschend und sogar provozierend sind – wie etwa die These, dass sich in der Kultur der DDR die letzte, wenn auch nicht widerspruchsfreie „deutsch-jüdische Symbiose“ abgespielt habe. Die heute manchmal geübte Einschränkung des Judentums auf religiöse Zugehörigkeit lehnt sie ab und definiert sie historisch. Mit dem Verweis, dass in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR der Ausschluss der nazistischen Funktionselite aus Politik, Justiz und Bildungswesen wesentlich konsequenter betrieben wurde als in der Bundesrepublik – wo ihre Vertreter bis in höchste Staatsämter gelangten –, macht Combe nachvollziehbar, wieso hochkarätige emigrierte Intellektuelle, darunter auch jüdische, bei ihrer Heimkehr die SBZ wählten.

Es gab weitere Gründe: Die sowjetische Besatzungsmacht, deren Kulturpolitik von „Professoren in Uniform“ gelenkt wurde (S. 62), lud Intellektuelle mit weitgehenden Angeboten zur Rückkehr ein. Da es den meisten Autorinnen und Autoren vor allem aus sprachlichen Gründen im Exil nicht gelang, im selben Umfang wie in der Weimarer Republik zu publizieren, war die schon im August 1945 erfolgte Gründung des Aufbau-Verlags ein wichtiges Signal. 1946, ein Jahr vor Anna Seghers` Rückkehr, erschien bereits Das siebte Kreuz und 1947 Victor Klemperers Buch LTI über die Sprache des Dritten Reiches. Unterstützt mit damals schwer zu beschaffenden Papierkontingenten, wurde der Aufbau-Verlag mit seinem aus den USA zurückgekehrten Cheflektor Max Schroeder zu Deutschlands wichtigstem Publikationsorgan für antifaschistische und Exilliteratur, bald auch der anspruchsvollsten neuen DDR-Literatur.

Einem Teil der Remigrantinnen und -migranten wurden bedeutende Funktionen angetragen. Heinrich Mann schlug man das Präsidium der Akademie der Künste vor. Weil er vor seiner Rückkehr starb, übernahm es Arnold Zweig. Bertolt Brecht und Helene Weigel bekamen ein Theater. Der aus der Literaturgeschichte zu Unrecht verdrängte Dichter Johannes R. Becher wurde Kulturminister. Rassistisch verfolgte Professoren bekamen Lehrstühle: Ernst Bloch, Hans Mayer, Viktor Klemperer, Jürgen Kuczynski, wie auch vom Reichsgericht zum Tode verurteilte Antifaschisten wie Werner Krauss und Robert Havemann.

Eine vergleichbare Einladungspolitik gab es in den Westzonen nicht. Die dortigen Alliierten, US-Amerikaner, Briten und Franzosen, scheinen sich die Sorgen erheblicher Teile der deutschen Bevölkerung zu eigen gemacht zu haben, die für die aus Emigration, Haft und KZ gekommenen Antifaschistinnen und Antifaschisten die Bezeichnung „Racheengel“ erfunden hatten (S. 38 ff.). Der sich verstärkende Kalte Krieg, das Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und später auch die Berufsverbote wurden weitere Gründe, in der DDR zu bleiben, zumindest für dezidiert links orientierte Intellektuelle.

Für Combe liegt es nahe, einige Entwicklungen der Kultur in der DDR mit Frankreich zu vergleichen. Auch dort kam es zu einer heute zu Recht kritisierten Kompensation der Kollaboration mit den Nationalsozialisten durch propagandistisches Hypertrophieren des antifaschistischen Widerstands. Dass das in der direkten Nachkriegszeit in der DDR noch nicht der Fall war, zeigen von Combe aufgefundene Zitate aus Reden von Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht, die, ohne den Terminus zu nutzen, eine Kollektivschuld des deutschen Volkes konstatierten. Deren Grund sei allerdings gewesen, die Warnungen der Antifaschisten und Antifaschistinnen missachtet zu haben. Ulbricht sagte vor einem Parteigremium am 25. Juni 1945: „Es wäre zum Schaden unserer eigenen Nation, wenn wir nicht den Mut aufbringen würden, anzuerkennen, dass die deutsche Arbeiterklasse und das schaffende Volk geschichtlich versagt haben.“ Diese Analyse trat jedoch schnell zurück hinter der wohl von der sowjetischen Besatzungsmacht oktroyierten Sicht, wonach Ulbricht in der 1946 und 1947 massenhaft verbreiteten Broschüre Die Legende vom „deutschen Sozialismus“ die Hauptschuld am „Faschismus“ in erster Linie dem deutschen Großkapital zuschrieb (S. 63 f.).

Akten der Staatssicherheit geben preis, dass Stephan Hermlin, einer der bemerkenswertesten „linientreuen Dissidenten“, am 23. April 1973 im Warschauer Kulturzentrum der DDR – also öffentlich – gegen diese zum Dogma erhobene Sicht polemisierte, die „die Menschen glauben macht, sie seien nie Faschisten gewesen, sondern Antifaschisten, ohne es zu wissen“ (S. 137). Während Ulbrichts Broschüre insistierte, dass „der Sowjetunion der Status des größten Opfers und Siegers über den Faschismus“ zukomme (S. 64), verwies Becher im Januar 1946 in der Zeitschrift Aufbau auf den Genozid an den Jüdinnen und Juden: „Die systematische Ausrottung unserer jüdischen Mitbürger ist eine beschämende Last, die wir noch tragen werden, wenn der Wind die Asche der verbrecherischen Nazis bereits weggetragen hat.“ (S. 63 f.)

Schon in der SBZ und der DDR wurden über die Judenverfolgung etliche Filme gedreht wie Ehe im Schatten und Nackt unter Wölfen. In hohen Auflagen gedruckt wurden viele diesbezügliche literarische Werke, die auch Schulstoff waren. Von einem politisch verfügten Informationsmanko der Bevölkerung über die Shoah kann deshalb nicht gesprochen werden. Dass sich die Geschichtswissenschaft wesentlich später als Literatur und Film mit ihr beschäftigte, war durch sowjetische Vorgaben verursacht. Combe konstatiert diese Verspätung der Historiographie aber auch auf internationaler Ebene, zum Beispiel in Frankreich. Historikerinnen und Historiker der Bundesrepublik wurden auf diesem Gebiet spät, aber doch früher als in der DDR aktiv (S. 199). Es irritiert allerdings, dass der mehrfach für den Nobelpreis vorgeschlagene Wirtschaftswissenschaftler Kuczynski in seiner fünfbändigen Geschichte des Alltags des deutschen Volkes die Judenverfolgung in Deutschland zwischen 1933 und 1945 gar nicht erwähnte. Als ihn die Schriftstellerin Doris Gercke daraufhin ansprach, war er entsetzt und konnte sich – so sein Sohn Thomas 2010 in einem Gespräch mit Combe – dieses „Vergessen“ nicht erklären (S. 178 f.).

In Ermangelung der psychoanalytischen Untersuchung dieser bemerkenswerten Amnesie eines wissenschaftlich anerkannten Genies, das rassistisch verfolgt worden war und Angehörige verloren hatte, kann Combe nur darauf verweisen, dass Kuczynski – wie viele der jüdischen Remigrantinnen und -migranten – einer seit Generationen assimilierten Familie entstammte. Mit heute oft unterstelltem „jüdischen Selbsthass“ hatte das nichts zu tun. Durch die Zuwendung zur Arbeiterbewegung, die identitäre Zuschreibungen verwarf, und/oder durch die rassistische Erfahrung des Dritten Reichs wurden universalistische Positionen weiter verinnerlicht. Das bedeutete auch, den Antisemitismus nicht für eine historische Konstante zu halten. An die noch in Mexiko weilende Anna Seghers hatte Kuczynski geschrieben, „…wir sind ja keine Faschisten und keine Rassisten, welche von den Deutschen ungefähr so sprechen wollen wie Hitler von den Juden sprach, diese Rasse ist unveränderlich schlecht“.

Aus dieser Sicht erschienen nichtjüdische Antifaschisten, die auch zu den Parias der Nationalsozialisten gehört hatten, als geeignete „Genossen“. Auf universalistischer Basis entstand das, was Combe als die „letzte deutsch-jüdische Symbiose“ bezeichnet, die allerdings nur auf eine intellektuelle Elite beziehbar sei. In der Bevölkerung war latenter Antisemitismus nicht zu übersehen. Aber jüdische Remigrantinnen und -migranten vertrauten darauf, dass seine Bekämpfung Staatsziel der DDR war und offener Rassismus streng geahndet wurde (S. 210). Ihnen blieb jedoch nicht erspart, gelegentlich auch von staatlicher Seite auf ihre jüdische Identität zurückverwiesen zu werden. Das begann schon 1950 mit der von der Sowjetunion im ganzen Ostblock geforderten Verfolgung von Kontaktpersonen des der proamerikanischen Spionage angeklagten Noël Field und der Gruppen um Lászlo Rajk und Rudolf Slánski.

Obwohl nicht alle Beschuldigten Juden waren, wurden diese Prozesse, in denen es unter anderem um Zionismus ging, mit antisemitischer Propaganda geführt. In der DDR wurde – neben den von Combe nicht erwähnten Politikern und Intellektuellen Willi Kreikemeyer, Leo Bauer, Bruno Goldhammer, Lex Ende und Maria Weiterer – der nichtjüdische, aus Mexiko remigrierte, ehemalige KPD Funktionär Paul Merker damals zum prominentesten Opfer. Anlässlich des zehnten Jahrestags der Pogromnacht hatte er einen Artikel publiziert, „in dem er den Antisemitismus als Hauptprinzip der Nazi-Ideologie bezeichnete“ (S. 97). Auch forderte er ein Wiedergutmachungskonzept, das vom offiziellen Programm für Opfer des Faschismus abwich (S. 166). Ohne das Gewicht dieser Repressionen zu relativieren, erinnert Combe an die gleichzeitig stattfindende Hatz auf vermeintliche kommunistische Spione durch das HUAC (House Committee on Un-American Activities) – Joseph McCarthys Komitee für unamerikanische Umtriebe (S. 36 ff.). Pieck und Ulbricht sollen sich bemüht haben, die von Moskau geforderten Maßnahmen zu begrenzen. Sie trafen vor allem Politiker. Prominente Autoren und Wissenschaftler wurden weitgehend verschont. Nach Stalins Tod kam es zu Rehabilitationen sowie zu Gesten gegenüber den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern: Die Synagoge in der Rykestraße wurde restauriert, und in der Gedenkstätte des KZ Buchenwald wurde eine Tafel angebracht, die an den Judenmord erinnerte (S. 98).

Aber 1956 offenbarte der Prozess gegen den Spanienkämpfer und Remigranten aus Mexiko Walter Janka – damals Leiter des Aufbau-Verlags – ein für alle Mal die Toleranzgrenzen der politischen Führung. Die nicht weniger als Janka selbst an einer angeblichen Verschwörung beteiligten Becher und Seghers retteten sich durch Schweigen – fortan das probate Mittel der Intellektuellen, Repressionen auszuweichen. Seghers war berühmt für ihr Fernbleiben bei heiklen Abstimmungen im Schriftstellerverband. Die meisten lernten auch vom cleveren Ausweichen und Taktieren Brechts gegenüber dem HUAC, was er auch gegenüber der Kulturbürokratie der DDR erfolgreich praktizierte. Bis zur Suez-Krise 1956 hatte der Ostblock die Entstehung des israelischen Staates unterstützt. Auf den Sechstagekrieg reagierten die Medien der DDR mit einer zum Teil an die Nazizeit erinnernden Diktion. In der Stasiakte Hermlins, der oft von fortexistierendem Antisemitismus sprach, stand nun, dass er die „Rückkehr des Verdrängten“ befürchte. Am 8. Juni 1967 versuchte das Neue Deutschland, Intellektuelle jüdischer Herkunft zu einer Erklärung gegen „die Aggression Israels gegen die arabischen Staaten“ zu bewegen. Hermlin, Seghers, Heym, Zweig und mit ihnen „die wichtigsten Persönlichkeiten der jüdischen Welt in der DDR“ verweigerten sich, und man konnte nur Unterschriften weit weniger bekannter Namen veröffentlichen (S. 128 f., 213).

Die oft von wenig qualifizierten Zuträgern und -trägerinnen verfassten Stasiakten offenbaren etwas über in der Bevölkerung lebendig gebliebene antisemitische Klischees. In der Akte über Hermlin stand: „Kurz gesagt, er ist Jude […] er ist von Natur aus mißtrauisch“ (S. 136). Über Seghers wurde vermerkt, sie habe nach ihrer Rückkehr „Reserven gegenüber der deutschen Parteiführung gezeigt“, deren Grund sei, „daß sie Jüdin ist“ (S. 127). Dennoch und auch trotz nicht überwindbarer Residuen des Stalinismus hielten es die meisten der im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung bei den Intellektuellen der DDR überrepräsentierten jüdischen Remigrantinnen und Remigranten mit Isaac Deutscher, der meinte, dass man „trotz Stalin die Idee des Sozialismus bewahren müsse, denn sie sei die Hoffnung der Menschheit“(S. 41). Die international anerkannten Leistungen dieser Intellektuellen wurden nach 1989 ignoriert, weil ihnen allzu schnell vorgeworfen wurde, als „nützliche Dummköpfe“ instrumentalisiert worden zu sein (S. 212). Deutschers Maxime galt auch für viele nichtjüdische Intellektuelle und blieb einer der Gründe, die DDR nicht zu verlassen. Die zum Teil erstmals durch Combe gesichteten Stasiakten prominenter DDR-Intellektueller enthüllen ein Reservoir dissidentischer Positionen und durchgehend Forderungen nach mehr Demokratie (S. 217). Jedoch bestätigen sie auch, dass diese Personen öffentlich und nach außen die DDR verteidigten. Das tat auch Hermlin, zum Beispiel, als es um den Bau der Mauer ging. Auf eine von Günter Grass und Wolfdietrich Schnurre an die DDR-Schriftstellerinnen und -Schriftsteller gerichtete Aufforderung zum Protest antwortete er mit einem Brief, in dem er, freilich in intelligenterer Form, die offizielle Version eines antifaschistischen Schutzwalls vertrat. Realiter war es die Liberalisierungshoffnung, die die Mitglieder des Schriftstellerverbands am Tag nach der Grenzschließung veranlasste, ihr zuzustimmen (S. 120). Durch das Verbot von Heiner Müllers Drama Die Umsiedlerin ging diese Hoffnung bald verloren.

Für die jüngere Generation von DDR-Intellektuellen, die wie Christa Wolf, Heiner Müller und Volker Braun das Dritte Reich als Kinder oder Jugendliche erlebt hatten, waren die remigrierten Intellektuellen absolute literarische und politische Vorbilder. Abgesehen von seltenen Vorstößen wie Christa Wolfs mutiger Verteidigung Werner Bräunings während des 11. Plenums der SED 1965 oder des Widerstands von Intellektuellen gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976, übernahm diese Generation auch die Vorsicht im Umgang mit der Macht. Ein Tabu, das nicht überschritten werden durfte, war, Kritik an der DDR in westlichen Medien unterzubringen.

Der 1978 Seghers ablösende Verbandspräsident Hermann Kant formulierte das mit der Losung „Streitet, doch tut es hier, in diesem Verband, in diesem Land“ (Anm. II/23, S. 247). Eine unbekannte und wohl erst von Combe in den Blick genommene Facette der Politik des Schweigens war, dass die Intellektuellen, die Mitglieder der SED waren, in ihren Parteiversammlungen ein weitaus offeneres Forum für Kritik an der Staatsführung und Diskussionen als in der Öffentlichkeit fanden. „Es war ein Ort, wo man interessante Leute treffen konnte“, sagte Max Schroeders Tochter Cornelia.

Ähnliches hörte Combe von vielen „Zeitzeugen ihrer Generation“ (S. 141), zum Beispiel von Marion Brasch (S. 147). Das offenere Klima, das zumindest in den Parteiorganisationen der „um jeden Preis loyalen“ Intellektuellen herrschte, hatte freilich eine Ventilfunktion und nährte die Illusion, das System durch Arbeit in seinem Machtkern zu verändern. Die Möglichkeit, „unter Genossen“ offener diskutieren zu können, führte dazu, dass Intellektuelle – nicht nur in der DDR – ihre kritischen Positionen brieflich, in manchen Fällen auch per Telefon, Ulbricht und später Erich Hocker direkt mitteilten, was keine Repressionen nach sich zog. Frappierendes Beispiel ist der 70-seitige Brief, den Georg Lukács anlässlich des Einmarschs der Warschauer-Pakt-Truppen in die CSSR schrieb (S. 219).

Aus Protokollen von Partei- und Verbandsversammlungen sowie aus den Stasiakten ergibt sich laut Combe ein pluralistischeres Meinungsklima des intellektuellen Milieus in der DDR als allgemein angenommen. Nicht einmal die Partei selber könne als „monolithisch“ bezeichnet werden (S. 141). Praktische Folgen hatte das nicht. Allein Havemann durchbrach häufig die Regel des öffentlichen Schweigens. Wegen seiner Kontakte mit westlichen Medien stand er unter Hausarrest (S. 166 ff.). Der Philosoph Wolfgang Heise verzichtete sogar auf das Publizieren in der DDR und beschränkte sich darauf, als Lehrender seinen Studenten an der Humboldt-Universität ein vom DIAMAT (Dialektischer Materialismus) abweichendes, kritisches Wissen zu vermitteln (S. 164 f.). Eine noch jüngere Generation von Intellektuellen nahm – insbesondere seit der Ausbürgerung Wolf Biermanns – andere Haltungen ein: Regina Scheer (S. 170 f.), Inga Wolfram (S. 166 ff.), die Geschwister Brasch (S. 172 ff.), die Geschwister Herzberg (S. 169 f.), Monika Maron (S. 171 f.) – viele waren Kinder von Remigrantinnen und -migranten. Sie meinten, dass der „Traum“ vom Sozialismus, den die vorangegangene Generation gehegt hatte, „von Dummköpfen zerstört“ worden sei (S. 13 ff.). Oft vermieden sie, in die SED einzutreten, versuchten gegen das Schweigegebot anzugehen, opponierten stärker gegen die Zensur und wandten sich an die Medien im Westen. Dass sie eher bereit waren, bei Konflikten die DDR zu verlassen, lag auch am veränderten Klima in der Bundesrepublik, wo die Achtundsechziger eine Ausweitung der Demokratie und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus erzwungen hatten. Wie in westlichen Ländern betonten jetzt auch in der DDR Abkömmlinge aus jüdischen Familien diese Identität stärker als ihre Eltern. Das konnte bis zum Wiedereintritt in die Religion führen. Mit diesen Entwicklungen ging auch die „letzte deutsch-jüdische Symbiose“ ihrem Ende entgegen.

Weil das Publikum der DDR zwischen den Zeilen lesen konnte und die Intellektuellen diese Fähigkeit bewusst bedienten, ist unbestreitbar, dass sie oft als moralisches Gewissen der Gesellschaft fungierten. Anders als die nicht mehr „um jeden Preis loyalen Intellektuellen“ der Achtzigerjahre waren die erste und zweite Generation außerhalb und innerhalb der Partei „Stoßdämpfer latenter Kritik“ gewesen. Sie verlegten sich darauf, auf bessere Zeiten zu warten. Auch das, was offensichtlich war, wollten sie nicht anerkennen: die Unmöglichkeit, die Partei von innen heraus zu reformieren. Diese Haltung war Teil der Irrationalität und Grund ihres Scheiterns (S. 221). Das führte – so Combe bei ihrer Buchvorstellung im Literaturforum des Brechthauses – auch dazu, dass ihre im Verlauf der Wende endlich öffentlich gemachten Positionen keine praktische Bedeutung erlangten.

Viele der ersten und zweiten Intellektuellengeneration der DDR ließen sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof begraben, im „Schatten von Fichte, Hegel und Brecht“ (S. 223 ff.). Im Brechthaus schilderte Combe eine erst kürzlich gemachte Beobachtung: Die nach wie vor aus aller Welt kommenden zahlreichen Besucherinnen und Besucher des Friedhofs hinterlassen nicht nur auf den Gräbern jüdischer Intellektueller kleine Kiesel, wie es auf jüdischen Friedhöfen üblich ist. Sie finden sich auch auf den Grabsteinen von Nichtjuden wie Christa Wolf, Heiner Müller, Bertolt Brecht, seinen Mitarbeiterinnen Ruth Berlau und Elisabeth Hauptmann, der Brecht-Interpretin Gisela Mai, des Schauspielers Erwin Geschonneck. Sogar Hegel, den DDR-Intellektuelle zu ihrer Ahnenreihe zählten, wurde mit Kieseln geehrt. Im Bewusstsein vieler Besucherinnen und Besucher war die DDR-Kultur offenbar von deutsch-jüdischer Symbiose geprägt.

Zitierweise: Sabine Kebir „Streitet, doch tut es hier“, in: Deutschland Archiv, 21.4.2023, Link: www.bpb.de/520283.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Die in Klammern angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die entsprechenden Textstellen im Buch von Sonia Combe (siehe Anm. 2).

  2. Sonia Combe, Loyal um jeden Preis. „Linientreue Dissidenten“ im Sozialismus, Berlin 2022.

  3. Jürgen Kuczynski, Ein linientreuer Dissident. Memoiren 1945-1989, Berlin 1992.

  4. Avishai Margalit, Über Kompromisse und faule Kompromisse, Berlin 2011, S. 214.

  5. Genannt werden der Literaturprofessor Major Alexander Dymschitz und der Gesellschaftswissenschaftler Oberst Sergej Tulpanov

  6. So fühlte sich Arnold Zweig in Israel zu alt, um Hebräisch zu lernen, hatte aber kaum Möglichkeiten, auf Deutsch, d. h. „in der Sprache des Feindes“ zu publizieren.

    Ähnliche Probleme hatte Bertolt Brecht in den USA. Hannah Arendt, die sich im Englischen nie so wohl fühlte wie im Deutschen, hatte in den USA ein Publikum gefunden und blieb.

  7. Der Begriff des Nationalsozialismus wurde in der DDR als propagandistische Usurpation sozialistischer Ziele durch die Nazis abgelehnt und mit dem in der Sowjetunion üblichen Begriff des Faschismus ersetzt.

  8. Band 1-4 erschienen ab 1982 im Akademie-Verlag, Berlin, Band 5 erschien 1993 bei Papyrossa, Köln.

  9. Combe zitiert Jürgen Kuczynski aus: Ein linientreuer Dissident, a. a. O., S. 62.

  10. Ein Hauptanklagepunkt war der von Becher, Seghers und Janka gefasste Plan, den während des Ungarn-Aufstands verschwundenen Georg Lukács in die DDR zu entführen, weil sein Leben sowohl durch das ungarische Regime als auch durch die Aufständischen in Gefahr schien. Ulbricht verhinderte die Umsetzung.

  11. Combe nennt: Stefan Meining, Kommunistische Judenpolitik. Die DDR, die Juden und Israel, Münster 2002 u. Michael Wolffsohn, Die Deutschland-Akte. Juden und Deutsche in Ost und West. Tatsachen und Legenden, München 1995.

  12. Bräunings Roman Rummelplatz (erschienen 2007) über Missstände in der von der Sowjetunion ausgebeuteten Uranmine Wismut war scharf angegriffen worden.

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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Sabine Kebir für bpb.de

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1949 in Leipzig geboren, ab 1955 in Berlin aufgewachsen, Romanistikstudium und 1976 Promotion an der Akademie der Wissenschaften der DDR über die Kulturkonzeption Antonio Gramscis. 1974 Heirat mit dem algerischen Regisseur Saddek Kebir und 1977 Auswanderung nach Algerien. Dort lehrte sie an den Universitäten von Oran und Algier Politische Wissenschaften und Germanistik. 1988 erfolgte die Umsiedlung nach Westberlin. 1989 Habilitation im Fach Politologie in Frankfurt a. M. zu Antonio Gramscis Zivilgesellschaft. Seitdem arbeitet Kebir als freie Autorin und Journalistin in Berlin. Ihre Hauptarbeitsgebiete: Fragen der Demokratieentwicklung, Genderprobleme, Kulturpolitik, Islam und Islamismus, Nordafrika und Naher Osten, Literaturkritik [u.a. mehrere Bücher zur Zusammenarbeit zwischen Bertolt Brecht mit Frauen]. Außerdem Zusammenarbeit mit Saddek Kebir bei Film- und Theaterprojekten sowie Kinder- und Jugendliteratur. Von 2007-2015 war sie Beirätin im Präsidium des deutschen PEN-Zentrums. Mehr unter www.sabine-kebir.de