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Was hilft gegen politische Tsunamis? | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Nicht nur Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 31 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2023 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Olympia wieder in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Die "Weltnachricht" mit ungewollter Wirkung Krieg & Frieden. Wohin führt die Zeitenwende? Über 70 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Bleibt nur Gegengewalt? „Mein Körper ist hier, aber mein Herz und meine Seele sind immer in Israel“ „Ich hoffe, dass die Ukraine die BRD des 21. Jahrhunderts wird“ Krieg als Geschäft Bodenlose Ernüchterung In geheimer Mission: Die DDR-NVA gegen den „jüdischen Klassenfeind“ „Verbote bringen herzlich wenig“ Eine missachtete Perspektive? Verordnete Feindbilder über Israel in der DDR: Eine Zeitungs-Selbstkritik Die erste DDR-Delegation in Israel. Ein Interview mit Konrad Weiß „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“ Wolf Biermann: Free Palestine...? Was hilft gegen politische Tsunamis? Der Tod ist ein Meister aus Russland Wann ist die Zeit zu verhandeln? Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion Jüdinnen und Juden in der DDR Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Der Überläufer Der Überläufer (Teil IV) Der Deal mit "Schneewittchen" alias Schalck-Golodkowski Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Alltag und Gesellschaft Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Vom Neonazi-Aussteiger ins Oscar-Team „Eine Generalüberholung meines Lebens gibt es nicht“ "Autoritärer Nationalradikalismus“ Unter strengem Regime der Sowjets: Die Bodenreform 1945 Diplomatische Anstrengungen auf dem afrikanischen Spielfeld Demokratiestörung? „Im Osten gibt es eine vererbte Brutalität“ Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Turnschuhdiplomatie im Schatten Eine Keimzelle politischen Engagements (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Anti-Antisemitismus als neue Verfassungsräson? "Ich höre ein Ungeheuer atmen" "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen „9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet" Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Freundesverrat Denkanstöße aus Weimar Gefährdet von "Systemverächtern" Raubzug Die Normalität des Lügens Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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Was hilft gegen politische Tsunamis? Wohin führt 2024 – Mitteleuropäische Reflexionen zu Beginn eines Jahres besonderer politischer Weichenstellungen

Basil Kerski

/ 21 Minuten zu lesen

Zeichensetzend? Demonstration gegen die rechtsextreme AfD am 14. Januar 2024 im Berliner Regierungsviertel, an der trotz Glatteis überraschend über 100.000 Menschen teilnahmen, die Veranstalter sprachen sogar von 350.000. (bpb / Holger Kulick) Lizenz: cc by-nd/3.0/de

2022 und 2023 verliefen ernüchternd unvorhersehbar, wie uns Putins Krieg und der Hamas-Terror gegen Israel zeigten, auch weil wir dazu neigen, uns Weltentwicklung gerne schönzudenken und Vorzeichen für üblere Entwicklungen missachten. Wie wird dann erst 2024? Es wird das Jubiläumsjahr von 35 Jahren Mauersturz und Fall des Eisernen Vorhangs sowie von 20 Jahren EU-Osterweiterung. Doch mitnichten sind Feindbilder zerplatzt, sondern mittlerweile neue entstanden. Wächst nun eine neue Mauer zwischen Russland und Ukraine? Was könnte, müsste Europa tun um Zukunft wieder zukunftsfähiger zu gestalten? Auch Deutschlands Entwicklung ist nicht mehr vorhersehbar. 2024 wird über die zwei deutschen Republikgründungen vor 75 Jahren reflektiert, die auch dazu beitragen sollten, Rassismus und Faschismus zu überwinden. Aber bei den kommenden Wahlen in Europa und in Sachsen, Thüringen und Brandenburg werden wie gelähmt Erfolge extrem populistischer Parteien erwartet, die kein Hehl daraus machen, aus welcher extremistischen Ecke ihre politischen Vorbilder kommen. Ist das unausweichlich? Oder sollten wir lernen, mutschöpfend auch nach Polen zu schauen, wo es allen Pessimisten zum Trotz plötzlich möglich wurde, sich für Wandel durch Demokratieverteidigung zu entscheiden? Oder ist auch das alles noch zu instabil und (wunsch)gedacht? Ein Ausblick des Direktors des Europäischen Solidarność-Zentrums in Danzig, Basil Kerski:

Politische Zukunftsvoraussagen fallen zunehmend schwerer. Eine Vielzahl wichtiger Wahlgänge im Jahr 2024 führt zu Spekulationen über die nahe politische Zukunft, auch angesichts des zunehmenden Aufbrechens früher so besonnener politischer Milieus: am 9. Juni die Europawahlen in Zeiten einer neuen Flüchtlingswelle, im September drei Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern vor dem Hintergrund einer steigenden Popularität der antieuropäisch-völkischen AfD und dann am 2. November die für das westliche Bündnis schicksalhaften US-Präsidentschaftswahlen. Präsidialer Autoritarismus im Mutterland der Demokratie? Ein politische Tsunami in den USA wird immer wahrscheinlicher. Und auch die dramatischen Nachrichten von den Kriegsfronten in der Ukraine und in Nahost drängen zum Nachdenken über den weiteren Verlauf der gegenwärtigen militärischen Konflikte und ihrer internationalen Auswirkungen.

In den vergangenen Jahren haben wir erfahren müssen, wie stark sich Expertinnen und Experten in ihren Prognosen irren können. Politische Entwicklungen werden von jeher, nicht nur in unserem Zeitalter der globalen Vernetzung und der Beschleunigung, von neuen, plötzlich auftretenden Faktoren in Natur, Gesellschaft und Politik entscheidend beeinflusst. Unerwartete Faktoren und unberechenbares Zusammenwirken von bekannten Entwicklungen können Szenarien auf den Kopf stellen. Coronaviren lähmten 2020 innerhalb weniger Wochen die gesamte Welt. Und wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir am 7. Oktober 2023 ein Massaker islamistischer Terroristen an israelischen Zivilisten von einem apokalyptischen Ausmaß erleben würden, das einen neuen Nahostkrieg ausgelöst hat?

Zwischen alldem: eine neue friedliche Revolution

Selbst die besten Kenner mitteleuropäischer Entwicklungen haben nicht damit gerechnet, dass eine Woche nach der Tragödie in Israel eine friedliche Revolution an den Wahlurnen in Polen für politische Hoffnung in Europa sorgen würde. Die nationalistische Herrschaft an der Weichsel wurde beendet. Das Bündnis nationalistischer Kräfte innerhalb der Europäischen Union (EU) um Viktor Orbán wurde massiv geschwächt. Aber die politischen Voraussagen sind auch deshalb schwieriger geworden, weil seit zwei Jahren ein Krieg die gesamte politische Landschaft des Kontinents in kurzer Zeit verändert hat: bei vielen Menschen in Europa sitzt der Schock des Überfalls Russlands auf die Ukraine noch tief - ein totaler Krieg einer imperialen Diktatur gegen eine demokratische Gesellschaft.

Was lange unvorstellbar war, ist erneut politische Realität geworden: Krieg wird in Europa wieder als Mittel eingesetzt, um politische Ziele durchzusetzen. Die Massaker auf dem Westbalkan in den 1990ern erweisen sich vor dem Hintergrund des Schicksals der Ukraine mehr als eine Episode an der Peripherie des Kontinents. Die Jugoslawienkriege waren Signale, die darauf hinwiesen, dass aggressiver Nationalismus, Grenzrevisionen, Vertreibungen und Morde an Zivilistinnen und Zivilisten wieder Eingang in die europäische Politik gefunden haben.

Aggressiver Revisionismus statt Modernisierungspartnerschaften

Auch Russland, der so wichtige Energielieferant der westlichen Demokratien, ist mehr an aggressivem Revisionismus interessiert als an einer „Modernisierungspartnerschaft“. Wladimir Putins Imperium hat sich längst aus der politischen Familie Europas ausgeschlossen. Ukrainer, Belarussen und Moldawier bemühen sich seit mindestens zwei Jahrzehnten, aus dem unmittelbaren Einflussbereich Moskaus in den des Westens zu entkommen. Das gelang 1991 den baltischen Staaten. In allen Nachbarstaaten versucht Russland, den Prozess der Abkehr von seinem Imperium direkt oder indirekt zu stoppen: mit Geld, politischer Einflussnahme, Gewalt und Krieg.

Der Überfall auf die Ukraine ist der Höhepunkt eines europäischen Konfliktes, der angesichts eines kulturellen und politischen Desinteresses des Westens am Osten, größtenteils leider auch in Deutschland, jahrelang kaum wahr- und ernstgenommen wurde. Angesichts der aktuellen Kriege, der erdrückenden Dominanz Donald Trumps unter US-Konservativen und vor dem Hintergrund einer nationalistischen, migrantenfeindlichen Stimmung in weiten Teilen der europäischen Gesellschaften sowie einer mitten in der Legislaturperiode durch ihre Unpopularität gelähmten Bundesregierung, ist es, aus dem deutschen Blickwinkel gesehen, nicht schwer, ein düsteres politisches Szenario für die kommende Zeit zu zeichnen.

Keine Zeit mehr? Ausrangierte Wanduhren in der Humboldt-Universität Berlin, gesehen Ende 2023 in einem Fenster der Juristischen Fakultät am Bebelplatz. (© bpb / Holger Kulick)

Doch erlauben Sie mir zu gestehen, dass ich an solchen allein pessimistischen Voraussagen nicht interessiert bin. Das ist keine naive Flucht vor den offensichtlichen Gefahren für die europäischen Demokratien, vielmehr ist diese Haltung meiner politischen Motivation und meinem Arbeitsort geschuldet. Ich schreibe diesen Text in Danzig, kurz nach dem demokratischen Wunder an der Weichsel, einem politischen Erdbeben östlich der Oder, das Millionen von Menschen in eine stille Euphorie versetzt hat. Und ich schreibe diesen Text als eine Person, die eine europäische Demokratie-Einrichtung, das Europäische Solidarność-Zentrum in Danzig, leitet, die sich in den vergangenen acht Jahren gegen den Nationalismus in Polen und anderen Ländern Europas stellen musste, in machen Phasen gar ohne Hoffnung auf einen schnellen, positiven Wandel.

Die Bitterkeit der Hoffnungslosigkeit und die Kraft der Hoffnung habe ich in den letzten Jahren deutlich erfahren. Dies ist sicherlich eine klassische polnische Erfahrung der vergangenen zwei Jahrhunderte. Die starke polnische Zivilgesellschaft, ihre in der Solidarność-Revolution der 1980er-Jahre tief verwurzelte demokratische Tradition stärkt seit Ende des 20. Jahrhunderts die Kraft der Hoffnung, stärkt die Demokratie und mindert die Hoffnungslosigkeit.

Die Freude über den Richtungswechsel in Polen ist unter den Anhängern des proeuropäischen Lagers Anfang 2024 weiterhin groß, und sie ist trotz des erheblichen Widerstandes der PiS bei der Machtübergabe in Medien und Justiz nicht schwächer geworden. Doch auch in Polen schaut man nüchtern auf die politische Wetterlage in Europa. Die Angst vor einer Ausweitung des Ukraine-Krieges auf NATO-Gebiet ist präsent. Und Sorgen macht den polnischen Nachbarn nicht nur die schwächelnde deutsche Wirtschaft, sondern auch das Erstarken eines antieuropäischen Nationalismus in der Bundesrepublik. Schließlich hängt die Stabilität jeder Demokratie in Europa auch von ihrer Stärke in den Nachbarländern ab. Das Wissen um die Schwächen der europäischen Demokratien begrenzt auch in Polen den politischen Optimismus. Doch im Land weht ein frischer politischer Wind, der Wolken schnell vorbeziehen lässt. In diesem Wind des politischen Klimawandels sehe ich aus meinem Danziger, mitteleuropäischen Blickwinkel die politischen Herausforderungen nicht allein in dunklen Farben. Hoffnung und kühlen Realismus zu verbinden, ist keine leichte Aufgabe, aber für uns europäische Demokraten alternativlos.

Eine Zeit neuer Mauern 35 Jahre nach dem Mauerfall?

Beim Versuch, die politischen Dynamiken der nächsten Monate zu ordnen, muss ich an die Friedenspreisrede des italienischen Germanisten Claudio Magris von 2009 denken. In seiner in der Frankfurter Paulskirche gehaltenen Rede warnte der Triester Schriftsteller zwar vor der Aushöhlung der Demokratie durch Populismus und beklagte eine Zeit der neuen Mauern zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall, doch in seiner Ansprache, eigentlich einem Essay, wechselten sich Dunkelheit und Licht ab. Magris erfasste die dramatischen Herausforderungen für Europa, um das Potenzial der Hoffnung zu erkennen. An einer Stelle unterstrich er: „Die Hoffnung ist die größte Tugend, gerade weil es so schwierig, aber genau deswegen auch notwendig ist, zu sehen, wie die Dinge stehen, und trotzdem zu hoffen, dass sie morgen besser werden.“

Wie können wir der Tugend der Hoffnung treu bleiben und gleichzeitig nicht von den gefährlichen Entwicklungen für die Demokratie wegschauen? Historische Reflexion über epochale Entwicklungen, verbunden mit aktuellen Analysen, können zukünftige Horizonte erkennen helfen. Das Jahr 2024 bietet die Chance, über wichtige europäische Jahrestage einen Blick aus der Vergangenheit in die Zukunft zu wagen. Diese Methode würde sicherlich auch Claudio Magris bevorzugen.

Geschichte widerholt sich nicht, sie verläuft nicht linear entlang eines Stranges, sie ist vielschichtig, über die Epochen hinaus sind relevante Hauptströmungen nicht leicht zu erkennen. Sie konfrontiert uns aber heute mit wichtigen Lektionen, die über unsere Zukunft bestimmen. Haben wir unsere europäischen Lektionen angenommen? Welche sind es? Welche Aufgaben haben wir als demokratische Gesellschaften nicht angenommen, was sich in Zukunft rächen könnte? Doch auch: Welche Entwicklungen haben demokratische Tendenzen gestärkt, auf welche positiven Erfahrungen und Potenziale können wir als offene europäische Gesellschaften zurückgreifen?

Vier Jahrestage bieten aus unserer mitteleuropäischen Perspektive die Chance zu einem Blick aus der Vergangenheit in die Zukunft: 10 Jahre Ukraine-Krieg, 20 Jahre EU-Osterweiterung, 35 Jahre Zusammenbruch des Sowjetblocks und 75 Jahre Gründung der Bundesrepublik. Diese Daten markieren tiefe Einschnitte in der europäischen Geschichte, und sie lösten Entwicklungen aus, die immer noch anhalten, weiterlaufen.

In allen Szenarien für 2024 taucht natürlich der ukrainisch-russische Krieg auf. Der Tag des Angriffs Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 war ein überraschender Zeitpunkt, aber für viele Osteuropäer kam die Entwicklung nicht überraschend. Am 1. September 2021 hatte ich in Danzig ein europäisches Forum organisiert, in dessen Mittelunkt der 30. Jahrestag des Zusammenbruchs der Sowjetunion stand. Meine ukrainischen Gäste, darunter der Lemberger Journalist und Parlamentarier Mykola Kniazhytskij, sagten Monate vor der Invasion einen neuen militärischen Überfall Russlands voraus. Die Nichtakzeptanz der nach den Revolutionen der Jahre 1989 bis1991 entstandenen europäischen Ordnung wurde als klares Ziel Moskaus benannt. Eine demokratische, proeuropäische Ukraine war Teil dieser Ordnung.

Ein Jahrzehnt der Narben durch den neuen Krieg

Der Krieg um die Ukraine dauert schon 10 Jahre, seit Februar 2014, als nach der erfolgreichen Revolution der Ukrainerinnen und Ukrainer für einen europäischen Weg Russland die Krim und den Donbas annektierte. Es war nicht die erste Revolution auf dem Maidan gegen Moskaus Einflussbereich. Bereits 2004, während der Orangenen Revolution auf dem Kiewer Maidan, machten Millionen von Ukrainerinnen und Ukrainer deutlich, dass sie nur einen demokratischen Weg für Ihr Land akzeptierten. Die Transformation der mitteleuropäischen Nachbarn, darunter Polens, wurde offen als Vorbild betont.

Der Maidan 2004 markiert auch einen Schlüsselmoment in den polnisch-ukrainischen Beziehungen. Zwischen den historisch feindlichen Nationen wurde Solidarität sichtbar. Polen engagierten sich für die Orangene Revolution, Ukrainer fanden in Polen einen Partner, der mehr an der demokratischen Zukunft denn an historischen Konflikten interessiert war. Die politische Kraft der polnisch-ukrainischen Versöhnung wurde 2004 auf dem Maidan sichtbar, als die polnische Legende Lech Wałęsa in Kiew gefeiert wurde. Diese politische Nähe blieb und wurde durch die Solidarität Polens 2014 und 2022 gefestigt.

In düsteren Zeiten des Krieges in Europa ist es mir wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass wir in den vergangenen Jahrzehnten Zeugen eines Verständigungsprozesses zwischen historisch verfeindeten Nationen geworden sind, auf dem das heutige Europa basiert. Die europäische Nachkriegsintegration begann mit der Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen. In der Endphase des Kalten Krieges ebnete dann die deutsch-polnische Versöhnung den Weg zum neuen europäischen Umbruch. Vor genau zwanzig Jahren kämpfte die ukrainische Zivilgesellschaft auf dem Kiewer Maidan für transparente Präsidentschaftswahlen, für Demokratie und den europäischen Weg. Und gleichzeitig trat Polen der EU bei. Die Versöhnung zwischen Franzosen, Deutschen und Polen bildete eine historisch einmalige Basis für den Frieden in Europa, für eine starke demokratische Ordnung. Die 2004 sichtbar gewordene polnisch-ukrainische Verständigung bedeutete eine zusätzliche Osterweiterung, eine Erweiterung der Verständigungspartnerschaften, eine Zukunftsallianz, die sich von ihren historischen Traumata absetzt.

Hoffnung auf Frieden: Menschenkette von polnischen und ukrainischen Pfadfindern und Pfadfinderinnen am 13. Dezember 2023 in einem ukrainisch-polnischen Grenzübergang in der Region rund um Lviv im Westen der Ukraine. (© picture-alliance, photoshot / Anastasiia Smolienko / Avalon )

Die bislang verkannten Chancen einer französisch-deutsch-polnisch-ukrainischen Verständigungsallianz

Wie stark diese Basis ist, haben wir in den vergangenen Jahren erlebt. Polens Solidarität mit der Ukraine ist ein Beweis dafür, ebenso die ablehnende Haltung der polnischen Mehrheitsgesellschaft gegen die antideutsche Politik der PiS-Regierungen.

Die Wahrnehmung einer französisch-deutsch-polnisch-ukrainischen Verständigungsallianz in Europa ist für viele in Deutschland nicht interessant oder intellektuell aufregend. Es fehlt auch die kulturelle Kompetenz, um diese Verbindungen zu erkennen. Ukrainische Geschichte ist eine Leerstelle im Westen. Das östliche Mitteleuropa wird mitunter immer noch postkolonial als verlängerte Werkbank des Westens und nicht als Raum demokratischer Traditionen gesehen. Im vergangenen Jahr wies der deutsch-polnische Publizist Adam Krzemiński auf die politische Tradition der alten Rzeczpospolita hin, der vormodernen polnischen Adelsrepublik. Dies war ein nichtabsolutistischer Vielvölkerstaat, der 1791 die erste europäische Verfassung hervorbrachte. Die politischen Kulturen der Polen, Litauer, Belarussen, Ukrainer und europäischen Juden sind in dieser für die Demokratiegeschichte so wichtigen vormodernen Tradition tief verwurzelt. Eine Tradition, die sie geeint und in Zeiten des modernen Nationalismus auch getrennt hat. Heute ist dieser politische Kulturraum der Rzeczpospolita wieder eine imaginäre Heimat gegen den russischen Imperialismus.

Moskau sind diese kulturellen Verbindungen wohl bewusst. Die Tradition der Rzeczpospolita, der mitteleuropäischen Res publica, stellt seit Jahrhunderten ein Hindernis für seine imperiale Ausdehnung dar. Die autoritäre Politik Russlands fußt immer auf dem Drang nach Westen. Und das Symbol für den nicht nur geografischen Westen, sondern auch für den politischen, sind als erste die Zentraleuropäer. Diese Lektion zu verstehen, daran hindern uns in Deutschland unsere mangelnden kulturellen Kenntnisse über unsere östlichen Nachbarn. Europäische Sicherheitspolitik heißt nicht nur politische und militärische Unterstützung für Putins Opfer, sondern bedarf auch einer kulturellen Revolution in den Köpfen, einer Horizonterweiterung.

Dieser kulturellen Revolution widersetzen sich in Deutschland Populisten um Björn Höcke (AfD) oder Sahra Wagenknecht (BSW). In der AfD dominieren die deutsch-nationale Perspektive und eine Ignoranz gegenüber dem westlichen Liberalismus der östlichen Mitteleuropäer, gemischt mit einer Faszination für das Russisch-Imperiale. Die selbsternannten Friedensbotschafter um Wagenknecht wiederum nutzen nicht nur die antiwestliche Stimmung in Teilen der deutschen Gesellschaft, sondern sehen die Nationen des östlichen Europas als Ruhestörer, die einer pragmatischen Verständigung mit Russland im Wege stehen. Die Wagenknecht-Bewegung will ein Zurück in die verklärte Friedenswelt der Ost-West-Einflusssphären und keine demokratischen Rebellionen gegen Moskau; sie will in Ruhe gelassen werden.

Wunschzeichen. Aufgenommen in Berlin-Mitte Anfang 2024. (© bpb, Holger Kulick)

Europas Mitte liegt ostwärts

Die mangelnde kulturelle Vorbereitung auf das neue, viel stärker mitteleuropäisch orientierte politische Europa ist in Deutschland und anderen westlichen Staaten eine große politische Baustelle. „Die Mitte liegt ostwärts”, so lautet der programmatische Titel eines Buches von Karl Schlögel über die Deutschen und Europa, das 1986, vor dem für viele unerwarteten Mauerfall, erschienen ist. In diesem auf das deutschsprachige kulturelle Erbe Mitteleuropas konzentrierten Buch bemängelte Schlögel das Abrücken des deutschen Kulturbewusstseins vom Osten. Diese Tendenz ist noch heute stark ausgeprägt. Was dieses Nichtwahrnehmung oder Mangelwahrnehmung bedeutet, macht nicht nur die Entwicklung in der Ukraine deutlich, sondern das zeigen auch aktuelle Wirtschaftsdaten. Polen und Tschechien, ein Raum von rund 48 Millionen Europäern, sind gemeinsam heute der größte Handelspartner Deutschlands, größer als China oder die USA. Deutschlands Wohlstand basiert heute auf dem politischen und ökonomischen Erfolg seiner Nachbarschaften, auch dem seiner östlichen Nachbarn.

Diese Zahlen machen deutlich, dass die Worte von der Mitte ostwärts viel mehr als ein kultureller Traum sind. Doch selbst bei Wirtschaftsführern sind diese Zahlen kaum angekommen. Die EU-Osterweiterung hat sich als eine ökonomische Win-Win-Erfahrung erwiesen, der kulturelle Überbau fehlt aber immer noch. Deutschland hatte sich zwar zu Jahrhundertbeginn für die EU-Osterweiterung stark gemacht, doch nach Polens Beitritt dominierte die Angst vor polnischen Arbeiterinnen und Arbeitern. Mit Übergangsregeln wurde über Jahre der deutsche Arbeitsmarkt abgeschottet. Die Erfahrung des EU-Beitritts Polens zeigt, dass die Mitgliedschaft nach 2004 eine viel größere Modernisierung und Wohlstandvermehrung in den Transformationsländern ausgelöst hat als die Reformpolitik der 1990er-Jahre. Das ist eine wichtige Erfahrung angesichts der EU-Ambitionen der Ukraine. Ein funktionierender Rechtsstaat als Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist Konsens; diese Bedingung muss das Kandidatenland selbst erfüllen. Aber eine starke wirtschaftliche Entwicklung ist ohne den Mut zur frühen Aufnahme eines solchen Landes wie der Ukraine kaum möglich.

Antiwestlicher Populismus und seine bitteren Folgen

Die Erfolgswelle der AfD und der Wagenknecht-Bewegung werden nicht nur die Bundesrepublik auf eine harte Probe im Innern stellen, sondern auch die Beziehungen zu den Nachbarn belasten. Ein möglicher Erfolg dieser beiden antiwestlichen Lager wird die demokratische Mitte Europas schwächen und Putin zu noch weiteren Aktionen motivieren.

Putins Überfall auf die Ukraine wird nicht das letzte Kapitel der jüngsten imperialen Politik Russlands sein. Eine Ausweitung des Krieges auf weitere Staaten wird befürchtet. Zudem sollten wir uns bewusst machen, dass Putin diesen Krieg schon seit Jahren auch außerhalb der Ukraine führt. Er führt ihn gegen die eigene Zivilgesellschaft, auch half er Alexander Lukaschenko, die Demokratisierung von Belarus mit Panzern niederzuringen. Und mithilfe seiner antiliberalen Verbündeten, der AfD, Orban, Marine le Pen oder Trump, bekämpft er die liberale Demokratie. Der jüngste Überfall brachte Putin zwar nicht die erhoffte Kontrolle über die Ukraine, doch schuf die Solidarität autoritärer Regime mit Putin ein globales Bündnis Russlands, Chinas, des Irans und Nordkoreas gegen die liberale, westliche Welt.

Es ist dadurch eine neue globale Ost-West-Teilung entstanden, die militärisch nicht nur in der Ukraine, sondern auch global erkennbar ist. Diese Allianz eröffnet Putin die Möglichkeit, den Krieg in der Ukraine weiterzuführen. Er wird das Nachbarland weiter verwüsten, aber politisch den Krieg nie gewinnen. Denn in der Ukraine verläuft die Grenze zwischen demokratischen und autoritären Traditionen im östlichen Europa. So wie es der Sowjetunion nicht gelang, dauerhaft Afghanistan zu kontrollieren, wird dies in der Ukraine nicht möglich sein.

Frieden erst in der nächsten Generation?

Die Ukraine wird sich als demokratische Gesellschaft gegen den russischen Imperialismus wehren. Der Krieg kann dauerhaft nur beendet werden, und das zeigen die Afghanistan-Erfahrung sowie die Erfahrungen mit der Umsetzung des Minsker-Abkommens nach 2015, wenn in Russland eine neue Generation nach Putin die politische Kontrolle über den Staat übernimmt und die Vor- und Nachteile des Krieges neu bewertet. So wie es Michail Gorbatschow nach 1985 in Bezug auf Afghanistan tat. Von dieser Entwicklung sind wir noch weit entfernt. Leider wird es wohl auch 2024 keinen Frieden in der Ukraine geben.

Die Erfolge des nationalistischen Populismus im Westen stärken Putins Politik. Trumps Rückkehr ins Weiße Haus scheint nicht mehr ausgeschlossen. Doch unabhängig vom Ausgang der Präsidentschaftswahlen im November 2024 zeigt die Ukraine-Blockade im US-Kongress, wie sehr sich Amerika von seiner Schutzmachtfunktion für Europa Schritt für Schritt verabschiedet. Das ist keine neue Entwicklung: Isolationismus, Abkehr vom europäischen Kontinent und entscheidendes transatlantisches Engagement kennzeichnen das Auf und Ab der US-Politik gegenüber Europa seit dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Jetzt müssen wir uns wieder auf eine Phase der Abwendung einstellen.

Dies ist viel einfacher zu erkennen, als daraus die Konsequenzen zu ziehen. Eine Konsequenz müsste sein, das Verteidigungspotenzial Europas zu stärken und das militärische Engagement in der Ukraine zu erweitern. Es wäre falsch, bei diesen Herausforderungen in Europa vor allem auf die Deutschen zu schauen. Diese Kraftanstrengung müssen alle Europäer leisten. Nicht nur die Deutschen, alle Gesellschaften der EU haben sich in ihrer pazifistischen oder halb-pazifistischen Haltung nach 1989 gut eingerichtet und ihre militärischen Potenziale abgebaut. Zumal nach dem Ende des Kalten Krieges die USA sich immer noch gerne in der Rolle einer militärischen Schutzmacht für demokratische Entwicklungen sahen. Dies führte nach den tragischen Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu einer Überschätzung eigener militärischer Potenziale, die in die Katastrophen des Irak- und Afghanistan-Engagements mündeten.

Die Wurzeln der autoritären Welle

Das Irak- und Afghanistan-Trauma verstärkte in den USA isolationistische Tendenzen und beschädigte das Ansehen der Vereinigten Staaten und der westlichen Demokratien nicht nur in der arabischen Welt. Der Westen verlor seine Autorität, die er mit dem Ende des Kalten Krieges gewonnen hatte. Dieser Ansehensverlust öffnete die Tür für eine neue autoritäre Welle, auch weil antiwestliche, antiliberale Narrative an Glaubwürdigkeit gewannen.

Wird diese antiautoritäre Welle das Jahr 2024 und die Jahre danach bestimmen? Die antiliberale Politik wird 2024 ohne Zweifel Erfolge feiern. Putin wird im März 2024 in einem inszenierten Wahlgang seine Macht bestätigen, die AfD ist trotz ihrer Rechtsaußenpositionen auf dem Weg zur stärksten Partei im Osten Deutschlands, bei den Europawahlen werden populistische Kräfte europaweit mit Rückenwind rechnen dürfen und Trump wird die amerikanische Demokratie weiter demolieren.

Plötzlich auch im Gegenwind - die Rechtsaußenpartei AfD. Protestplakat im Berliner Regierungsviertel am 14.1.2024. (© bpb / Holger Kulick)

Doch das ist nur ein Teil der politischen Realität. Die Gesellschaften in der EU sind in ihrer absoluten Mehrheit tief in der Demokratie verwurzelt. Nationalisten werden nicht die Mehrheit im EU-Parlament stellen. Die absolute Mehrheit der Amerikaner will einen Politikwechsel, aber nicht mit Trump. Seinen Triumph kann nur das antiquierte Wahlmännersystem ermöglichen. Und auch wenn wir mit einer nationalistischen Welle in Deutschland konfrontiert werden, so ist die Mehrheit in West und Ost für eine offene Gesellschaft.

Der Schlüssel bleibt Demokratie

Eine demokratische Gesellschaft, das ist der Schlüssel auch zu den Entwicklungen in Polen, zum überragenden Sieg der europäischen Politik. Jarosław Kaczyński und seinen Weggefährten ist es nicht gelungen, die polnische Mehrheitsgesellschaft mit viel Geld nach ihren nationalistischen Vorstellungen zu formen. Im Wege standen ihnen nicht nur unabhängige Politiker und Medien, sondern auch mutige Richter, Lehrer, Künstler, Kulturschaffende und gesellschaftliche aktive Bürgerinnen und Bürger. Diese engagierten und mutigen Menschen kommen in Polen aus allen politischen Richtungen, von der atheistischen Linken bis hin zu konservativen, verfassungstreuen Katholiken. Sie in einer Liste zu vereinigen, war unmöglich. Schließlich schaffte es eine Koalition von drei Wahllisten mit insgesamt elf Parteien am 15. Oktober 2023, Polens liberale Demokratie zu retten.

Politische Führung war dabei unerlässlich. Donald Tusk, der erfahrene Staatsmann, und der Neuling Szymon Hołownia schafften den Stimmungs- und Machtwechsel. Beide bereisten in den vergangenen zwei Jahren das ganze Land, sie fuhren auch zu den Menschen, die sie nicht wählten. Die demokratische Politik kehrte zu den Menschen zurück, weil es für sie keinen Raum in den von der PiS kontrollierten Staatsmedien und im Parlament gab. Der Dialog mit den Wählerinnen und Wählern brachte Anfangs keinen Stimmungswechsel, doch er gab den demokratischen Politikern ihre Glaubwürdigkeit zurück, die distanzierte Begegnung zwischen Politikern und Bürgerinnen und Bürgern entwickelte sich zu einem Dialog, zu einer Dauerbeziehung, aus der ein Katalog politischer Forderungen entstand. Aus dem Dialog wurde ein Bündnis zwischen Politik und Gesellschaft für eine Neubegründung der Demokratie.

Als wichtiges Potenzial erwiesen sich dabei demokratische Traditionen und Mythen. Das Erbe der Solidarność inspirierte Junge und Alte in ihren Bemühungen um die Rettung der polnischen Demokratie. Tusk, Teilnehmer des Danziger Streiks in der Lenin-Werft 1980, repräsentierte unmittelbar die Solidarność-Tradition, unterstützt wurde er von Lech Wałęsa. Hołownia ist zu jung, um sich in diese Reihe zu stellen. Doch als liberaler Katholik schöpft auch er aus dieser demokratischen Quelle. Die junge Generation der Aktivistinnen und Aktivisten entdeckte in den vergangenen Jahren verstärkt das Erbe der großen Bürgerbewegung Solidarność. Ihre Symbole und Plakate kehrten in farbiger Neugestaltung auf Polens Straßen zurück.

Demokratische Gesellschaft, die Neuentdeckung demokratischer, proeuropäischer Traditionen und deren Übersetzung in die Zukunft – das sind aus meiner Sicht auch Schlüsselbegriffe für die weitere politische Entwicklung Deutschlands. In diesem Jahr laden der 75. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik und der 35. Jahrestag des Mauerfalls nicht nur zu historischer Reflexion ein. Von ihrer Deutung hängt die weitere Resilienz der Demokratie in Deutschland und auch in Europa ab.

Eine Wende, bloß wohin? Demonstrierende Bauern Mitte Januar 2024 vor dem Brandenburger Tor. (© bpb / Holger Kulick)

Die Doppelgründung Europas 1945 und 1989

Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann formulierte 2018 den Gedanken von einer doppelten Gründung Europas 1945 und 1989. Eine Quelle des demokratischen Europas und damit des Friedens sei nicht nur der Sieg über den Faschismus und die westeuropäische Integration nach dem Krieg, sondern auch der Sieg der mitteleuropäischen Revolutionen über die kommunistische Herrschaft. 1945 und 1989 seien nur gemeinsam zu denken. Dies gilt auch für Deutschland. 1949 und 1989 sind zwei gleichwertige Gründungsdaten des heutigen Deutschlands. Für Kenner der Geschichte Europas ist diese These nachvollziehbar. Doch leider habe ich in den letzten Jahren lernen müssen, dass sowohl Assmanns Vorstellung von der Doppelgründung Europas als auch die tiefe Verwurzelung der bundesrepublikanischen Demokratie im Jahr 1989 immer noch keine Selbstverständlichkeit in Deutschland sind. Was meine ich damit?

1989 ist für viele in Deutschland entweder das Datum einer friedlichen Revolution oder nur einer Wende. Die deutsche Einheit nahmen die meisten Deutschen als einen Sieg der bundesrepublikanischen Tradition im Wettkampf mit der DDR wahr. Die ostdeutsche Gesellschaft hatte politisch nichts einzubringen. Das vereinte Deutschland betrachteten viele als eine Fortsetzung der alten Bundesrepublik.

Polen und Tschechen beneideten die Ostdeutschen um die schnelle D-Mark-Einführung und sofortige EWG-Mitgliedschaft. Dabei versetzte dieser rasante Einstieg in den Kapitalismus den meisten ostdeutschen Betrieben den sofortigen Todesstoß. Sie waren nicht konkurrenzfähig und hatten kein Kapital. Der Eintritt in das kapitalistische Paradies erwies sich für viele Ostdeutsche als reales Trauma. Ein Absturz, der bei vielen Menschen zu grundlegender politischer Distanz führte. Zudem erschwerte die Hilfe der westlichen Geschwister die Entwicklung eines eigenen politischen Selbstbewusstseins, DDR-Nostalgie und eine Ost-West-Spaltung traten ein. Natürlich sind die Schocks der Transformation und die Enttäuschung über den Westen auch in Polen oder Tschechien wohl bekannt. Daraus versuchten und versuchen politische Kräfte bis heute Kapital zu schlagen, doch das politische Selbstbewusstsein scheint mir bei den Nachbarn größer zu sein. Zum Teil hängt dies auch mit den stärkeren demokratischen Traditionen zusammen.

In Ostdeutschland erfuhren die Menschen von 1933 bis 1989 das Leben in Diktaturen. Es gab kein richtiges Tauwetter vor 1989 in der DDR, die SED roch bis zum Schluss nach Stalinismus. Und die Partei entledigte sich ihrer Gegner, indem sie diese in den Westen abschob, gegen Devisen verkaufte. Die Tschechen haben ihren Mythos der Republik der Zwischenkriegszeit, den Prager Frühling, die Charta 77. Es sind Traditionen, an denen sich die heutige Regierung in Prag und der neue Präsident Petr Pavel stark orientieren. Wir Polen haben die Solidarność. Das ist mehr als ein Mythos. Die Bewegung gründete 1980 eine von Kommunisten unabhängige Gewerkschaft mit zehn Millionen Mitgliedern. Diese Massenorganisation setzte eine friedliche Revolution in Gang, die im Februar 1989 die kommunistischen Machthaber zu Gesprächen am Runden Tisch zwang. Am 4. Juni 1989 gewann die Solidarność die halbfreien Wahlen in Polen, die das Tor zur Demokratisierung weit öffneten. Ohne den Mut der Solidarność wäre das Ende der SED-Herrschaft im Herbst 1989 nicht möglich gewesen.

1989 war eine europäische Revolution, keine Wende. Es war glücklicherweise eine friedliche Revolution in Berlin, Leipzig, Warschau, Danzig oder Prag. Aber nicht überall verlief der Wandel friedlich, und nicht überall ist er zu Ende. Am Tag der polnischen Wahlen, dem 4. Juni 1989, ermordete Chinas KP-Führung die friedliche Revolution von Arbeiterinnen und Arbeitern sowie Studentinnen und Studenten. Die Proteste wurden zusammengeschossen. Ein Runder Tisch blieb in China ein verbotener Traum. Seit 1989 baut die KP Chinas auf der Grundlage ihres Machtmonopols einen kapitalistischen totalitären Staat auf. Und dieser Staat geht global gegen die Folgen der Demokratisierungswelle vor, gemeinsam mit Russland.

Moskau musste sich 1989 mit seiner politischen Niederlage in Europa abfinden, doch dies geschah, um den Kern des russisch-bolschewistischen Imperiums zu retten. Die weiter östliche Transformation verlief nach 1989 blutig. Gorbatschow schickte 1990 Panzer in die baltischen Staaten, um ihre Unabhängigkeit aufzuhalten. Der August-Putsch 1991 führte zu einem politischen Erdbeben. Er beschleunigte den Untergang der Sowjetunion. Doch seit 1991 setzt Moskau alle Mittel ein, auch militärische, um den eigenen Einflussbereich zu sichern. Kurz vor der erneuten Invasion am 24. Februar 2022 betonte der amerikanisch-ukrainische Historiker Serhii Plokhy, dass der Zusammenbruch des Sowjetreiches immer noch andauere und blutig verlaufe.

„Eine tatsächlich neue deutsche Republik“

Die historische Reflexion hilft zu erkennen, dass mit der deutschen Einigung eine tatsächlich neue deutsche Republik entstanden ist. Sie ist nicht nur ein Kind des Erfolges der Bonner Republik, sondern auch des Mutes der Menschen in der DDR und der anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks. 1989 war die erste Revolution im 20. Jahrhundert, die Deutsche gemeinsam mit Polen und Tschechen auslösten. Und sie war erfolgreich. Demokratisches Selbstbewusstsein, Sinn für demokratische Traditionen in Deutschland und die Erinnerung an vergangene Solidarität der Europäer brauchen wir als Basis für ein neues politisches Bewusstsein.

Zitat

Wie brauchen als politisches Kapital kulturelle Bindungen zwischen Demokraten, innerhalb der Bundesrepublik und im Verhältnis zu den Nachbarn. Das muss jetzt stärker werden. Das muss jetzt kommen, damit der autoritäre Tsunami verhindert wird.

Hoffnung sollten sich die Menschen in Deutschland als einen Baum vorstellen, der gepflegt werden muss. Im Zweiten Weltkrieg schrieb Albert Camus einen poetischen Essay über die Hoffnung in Zeiten der Finsternis. Der Text heißt „Die Mandelbäume”, denn bereits im Februar blühen am Mittelmeer, in Camus’ algerischer Heimat, die Mandelbäume, ein Symbol neuen Lebens im Winter. Erlauben Sie mir, ein kurzes Fragment aus diesem Text zum Schluss meiner Überlegungen zu zitieren:

„Vor allen Dingen sollten wir nicht verzweifeln. Hören wir nicht auf jene, die mit dem Weltuntergang drohen. Die Zivilisationen sterben nicht so leicht, und sollte auch diese Welt zugrunde gehen, dann nach andern. Es ist wahr, wir leben in einer tragischen Epoche. Doch allzu viele Menschen verwechseln Tragik mit Verzweiflung. ‚Das Tragische‘, sagte Lawrence, ‚sollte wie ein großer Fußtritt sein, den man dem Unglück versetzt.‘ Dies ist ein gesunder Gedanke und sofort anwendbar. Es gibt heutzutage viele Dinge, die diesen Fußtritt verdienen.“

Zitierweise: Basil Kerski, "Was hilft gegen politische Tsunamis?", in: Deutschland Archiv, 26.01.2024, www.bpb.de/543901. Alle Beiträge sind Recherchen und Sichtweisen der jeweiligen AutorInnen, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar (hk).

Diskussion mit dem Autor am 28.2.2024 in der bpb: Interner Link: Europa, was nun? Auf der Suche nach stabilem Frieden und einer europäischen Sicherheitsarchitektur nach dem Krieg.

Ergänzend:

Zu 70 weiteren Beiträgen in unserem Dossier "Interner Link: Krieg und Frieden".

NEU: Jerzy Maćków, "Interner Link: Die verhängnisvolle Blindheit", Deutschland Archiv vom 23.1.2024.

Vorabhinweis:

Am Abend des 28. Februar 2024 werden in der bpb Berlin Basil Kerski, Jerzy Maćków, Wolfgang Templin & weitere Gäste diskutieren: "Europa, was nun? Auf der Suche nach stabilem Frieden und einer europäischen Sicherheitsarchitektur nach dem Krieg". Die Veranstaltung ist öffentlich und wird gestreamt. Weitere Infos folgen.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Claudio Magris, Unsichtbare Grenzen, in: Deutsch-Polnisches Magazin DIALOG, Nr. 91, 2010, S. 71

  2. Albert Camus, Die Mandelbäume, in: Albert Camus, Heimkehr nach Tipasa, Zürich 1957, S. 42 f.

Weitere Inhalte

ist Direktor des Europäischen Solidarność-Zentrums in Danzig und Chefredakteur des deutsch-polnischen Magazins "Dialog" in Berlin. Er lebt in beiden Städten. E-Mail Link: ecs@ecs.gda.pl