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Der Mann aus dem inneren Zirkel | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 50 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Die Zukunft liegt in Halle Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. 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Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Der Mann aus dem inneren Zirkel Zwei Begegnungen mit Hans Modrow. Ein kritischer Nachruf von Stefan Wolle

Stefan Wolle

/ 18 Minuten zu lesen

Am 11. Februar 2023 starb in Berlin im Alter von 95 Jahren der langjährige SED-Parteifunktionär Hans Modrow, der während der Friedlichen Revolution 1969 kurzzeitig DDR-Ministerpräsident wurde. Medien hatten ihn damals zeitweise zu einem "Hoffnungsträger" der DDR gekürt, der ein Reformer im Stil des seinerzeitigen sowjetischen Partei- und Staatschefs Michael Gorbatschow sein könnte. Ein Irrtum, revidiert der Historiker Stefan Wolle in einem Nachruf Modrows Bild.

Der ehemalige DDR-Ministerpräsident Hans Modrow im März 2020 unter den Rednern bei einem bpb-Kolloquium über den Transformationsprozess Deutschlands seit der Wiedervereinigung. Rechts neben ihm der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Prof. Jens Reich, im Hintergrund die ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler. (© bpb, Kulick)

Zum ersten Mal kreuzten sich unsere Wege im Herbst 1980. Hans Modrow war damals SED-Bezirkschef von Dresden, umgeben von der Aura und den Attributen der Macht eines hohen SED-Funktionärs. Ich war gerade dem Studentenalter entwachsen und eine Art besserer Laufbursche für eine sowjetische Historikerdelegation, die den Bezirk Dresden bereiste.

Zum letzten Mal traf ich Hans Modrow laut meinen Tagebucheinträgen am 3. Juli 2018 während einer Veranstaltung im DDR-Museum Berlin. Er meldete sich aus dem Publikum, ich saß als Moderator auf der Bühne. Es ging um Vorgänge aus dem Jahr 1958, die er als damaliger FDJ-Chef von Groß-Berlin mit zu verantworten hatte. Ich komme darauf später noch einmal zu sprechen, vorab nur das: Es ging um eine konzertierte Aktion der Parteiführung gegen unliebsame LehrerInnen und SchülerInnen. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, den damals Betroffenen nun die Hand zur Versöhnung zu reichen. Er tat dies nicht, sondern sprang in den Schützengraben längst vergangener Schlachten. Ich würdigte seine Courage, sich ohne Not der Diskussion zu stellen und war – ohne dies auszusprechen – doch entsetzt über seine Unfähigkeit, seine damalige Handlungsweise als SED-Funktionär kritisch zu reflektieren.

Sympathien hatte ich nie für Hans Modrow, obwohl er von allen „führenden Persönlichkeiten aus Staat und Partei“ mit Sicherheit am ehesten Sympathie erweckte. Doch er war und blieb in das diktatorische System verstrickt, dem ich nie eine Träne nachgeweint habe. Das kann und soll hier nicht beschönigt werden. Der hehre Grundsatz De mortuis nihil nisi bene kann bei Personen der Zeitgeschichte nur bedingt gelten.

Abendessen im Schloss Wackerbarths Ruh‘

Im Herbst 1980 reisten nach einer Konferenz zum 35. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitlerdeutschland die Mitglieder einer sowjetischen Delegation mit dem Bus durch Sachsen. An der Spitze der Delegation stand jener sowjetische General, der am 9. Mai 1945 die Befreiung von Prag geleitet hatte. Wir besuchten gemeinsam ein Konzert im Kulturpalast in Dresden, das Elbsandsteingebirge und die Festung Königstein. Der Busfahrer und ich waren für die praktischen Angelegenheiten zuständig: Wir organisierten die Schlüsselausgabe im Hotel Newa, besorgten die Eintrittskarten, bestellten für den Nachmittag Kaffee und Kuchen und begleiteten schließlich die Reisegruppe zum Abendempfang bei Hans Modrow, dem Ersten Sekretär der SED-Bezirksleitung Dresden. Das Essen fand auf Schloss Wackerbarts Ruh‘ in den Weinbergen oberhalb von Radebeul statt. Das 1710 gebaute Barockschloss war damals ein Gästehaus der SED-Bezirksleitung. Ich wurde mit hineingebeten, der Kraftfahrer sollte draußen bleiben.

Ich murrte gegenüber dem zuständigen Protokollchef: Ein schöner Arbeiterstaat sei das, wo der einzige Arbeiter vor der Tür warten müsse, während die Herrschaften speisten. Die Bemerkung wurde an den gerade mit seiner Entourage eintreffenden Hans Modrow weitergegeben. Er blickte einen Moment interessiert zu mir, dann ordnete er an, der Kraftfahrer solle mit den Mitarbeitern des Hauses in der Küche essen. Auf der Heimfahrt gestand mir der Busfahrer, er hätte nicht nur die gleichen Köstlichkeiten vorgesetzt bekommen wie die hohen Gäste, sondern auch sehr angeregt mit dem Servicepersonal geflirtet. Im Übrigen sei auch die Opernsängerin, die der Sowjetdelegation eine Gesangseinlage dargeboten hatte, mit dem Personal verköstigt worden. Am nächsten Tag murmelte ein Referent von Modrow einige verlegene Worte zu dem Thema, die in der Bemerkung gipfelten, dass dies „nun mal so üblich“ sei.

Ein Sohn der Arbeiterklasse

Nun gab es sicher wichtigere Dinge als die Teilnahme an einem Abendessen. Und sicherlich hatte es auch seinen Sinn, dass sich die Kraftfahrer nicht einfach unter die geladenen Gäste mischten. Doch die feudalen Allüren der SED-Oberschicht waren ein heikler Punkt zu jener Zeit, zumal im Herbst 1980 die Krise in Polen ihrem Höhepunkt entgegensteuerte. Die polnischen Arbeiter standen kurz davor, die herrschende Arbeiter- und Bauernmacht zum Teufel zu jagen. So weit waren ihre Klassenbrüder in der DDR keineswegs, doch auch dort war das Missverhältnis zwischen Theorie und Praxis offenbar. Die Arbeiterklasse wurde mythisch verklärt, die realen Arbeiter hingegen hatten weniger als nichts zu melden. Die Fiktion von der führenden Rolle der werktätigen Schichten wurde dennoch emsig gepflegt. Die lupenreine proletarische Herkunft war wichtig, und wo sie nicht ganz stimmte, bog man sie sich zurecht.

In der Endphase der DDR: der damalige PDS-Parteivorsitzende Gregor Gysi (l) am 25. Februar 1990 auf dem 1. Parteitag der SED-Nachfolgepartei in Berlin im Gespräch mit Ministerpräsident Hans Modrow, im Hintergrund der Schriftzug "produktiv, pro DDR". Nachdem die einstige DDR-Staatspartei SED im Dezember 1989 auf einem Sonderparteitag die Umbenennung in SED-PDS beschlossen hatte wollte man jetzt als "Partei des Demokratischen Sozialismus" (PDS) mit dem Neuanfang die Vergangenheit komplett hinter sich lassen. (© picture-alliance, ZB | Peter Zimmermann)

Hans Modrow stammte nicht gerade aus der Arbeiterklasse, aber doch aus einfachen Verhältnissen. Er wurde am 27. Januar 1928 im damals vorpommerischen und heute zu Polen gehörenden Dorf Jasenitz (poln. Jasienica) unweit des Oderhaffs als Sohn eines Seemanns geboren. Später hing sein Vater die Seefahrt an den Nagel und wurde Bäcker. Während der Weltwirtschaftskrise ging die Bäckerei in Konkurs, und der Vater wurde Bote in einer Stettiner Fabrik. Vielleicht war dies der Anlass, bereits 1932 der NSDAP beizutreten. Von Hitler erhofften sich damals viele Deutsche die Erlösung aus dem Elend. Was sonst von der Familie zu berichten ist, entspricht dem Durchschnitt der unteren Mittelschicht im provinziellen Milieu.

Modrow schreibt in seinen Erinnerungen sehr ehrlich: „Die in der Familie anerzogenen Tugenden, fleißig zu sein, ältere Bürger zu achten, allzeit höflich und hilfsbereit aufzutreten“, prägten ihn. „Unsereins ging an keinem Erwachsenen vorüber, ohne einen guten Tag zu wünschen.“ In der Tat hat sich Modrow bis ins hohe Alter dieses Auftreten des ehrlichen und fleißigen Jungen bewahrt. Vielleicht war es sogar sein Erfolgsgeheimnis. Sein späterer Aufstieg in höchste Ämter verlief ja bemerkenswert bruchlos, was selbst in der kleinbürgerlich verspießerten Funktionärsschicht der SED nicht selbstverständlich war.

Alles, was nun kam, war ein Teil des Schicksals seiner Generation. Nach der Volksschule und der Lehre als Maschinenschlosser folgten die Einberufung zur Wehrmacht, Krieg und sowjetische Gefangenschaft. Dort erfolgte auch die Weichenstellung für sein künftiges Leben: Im Spätsommer 1947 wurde er gefragt, ob er eine Antifa-Schule besuchen wolle. Die Schilderung, die Modrow dazu ein halbes Jahrhundert später zu Papier brachte, schwankt zwischen dem in der DDR üblichen Freundschaftskitsch und klaren Einsichten.

Natürlich entging es ihm nicht, dass es bei der Schulung bessere Unterkünfte, neue Kleidung und gutes Essen gab, zumal der eifrige „Kursant“ bald schon zum Seminarleiter aufstieg. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft im Januar 1949 erfolgte die Einladung zum „Kadergespräch“ bei der Partei. Er weigerte sich, sofort die Funktionärslaufbahn anzutreten und begann als Maschinenschlosser im VEB Lokomotivbau/Elektrochemische Werke (LEW) in Hennigsdorf nördlich von Berlin. Doch trat er sofort der FDJ und der SED bei, und bald schon wurde er mit Funktionen und Verantwortung überhäuft.

„Unser Zeichen ist die Sonne“

Über die sogenannte Aufbaugeneration der DDR ist viel geredet und geschrieben worden. Viele junge Menschen waren aus dem Krieg und der Gefangenschaft mit dem Willen heimgekehrt, etwas gänzlich Neues zu schaffen: einen friedliebenden und antifaschistischen Staat ohne Kriegstreiber, Konzernherren und Junker. Wo alle Produktionsmittel dem Volke gehören, kann es auch keine Ausbeutung mehr geben. Wenn das Profitstreben der Rüstungskonzerne verschwunden ist, kann es der Logik zufolge auch keine Aufrüstung und keinen Krieg mehr geben. So einfach war das, wenn man es glauben wollte:

„Wir sangen vom neuen Leben, das anders werden sollte. Wir hatten ein Ziel vor den Augen. Als junger Antifaschist anerkannt zu werden, mit dabei zu sein, wenn ein wahrlich neues Deutschland aus der Asche und den Trümmern stieg – das genau wollte ich; das genau mußte sich, auf möglichst geradlinigem Wege, erfüllen. In Erinnerung habe ich eine große Aufbruchsstimmung.“

Diese Gefühlslage haben viele andere Zeitgenossen so oder so ähnlich geschildert, auch Menschen, die sich später radikal von der DDR abgewandt haben wie zum Beispiel Erich Loest.

Für Hans Modrow und viele seiner Altersgenossen war der Fackelzug Unter den Linden in Berlin am 11. Oktober 1949, vier Tage nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, ein bewegendes Erlebnis. Werner Bräunig schilderte in seinem in den sechziger Jahren geschriebenen, aber erst 2007 vollständig veröffentlichten Roman „Rummelplatz“ die widersprüchlichen Gefühle eines Demonstrationsteilnehmers namens Nickel, der als Delegierter der Sowjetischen Aktiengesellschaft Wismut an dem Marsch teilnahm:

„Die Reihen strafften sich. Trommelschläge dröhnten. Wann wir schreiten Seit an Seit. Viele marschierten jetzt im Gleichschritt. Nickel sang mit, er musste singen, was alle sangen. Das Stalinporträt schwankte nach links und gab den Blick zur Tribüne frei; Nickel sah den Präsidenten. Hochrufe kamen herübergeweht. Fanfarenstöße hallten. Tausende drängten nach, aber vorn ging es nicht weiter. Die Menge dröhnte, die Menschen schienen mit aller Kraft bemüht, eine unsichtbare über ihnen liegende Last hochzuheben. Alles Einzelne schwieg. Alle Stimmen hoben sich auf. Nickel stand eingekeilt, die Gesichter verschwammen. Der Lärm brodelte über den Köpfen und schwoll an, ebbte ab, hallte wider; Fahnen wurden geschwenkt, Lautsprecher krächzten. Nickel hatte keine Vorstellung mehr vom Ausmaß dieser Demonstration. Er sah weder Anfang noch Ende. Er sah Menschen, wohin er auch sah: auf Mauersimsen und Laternenmasten, an Eisenzäune gepresst, die Absperrungen hatten nicht standgehalten.“

Hans Modrow schrieb 1996 im Rückblick an den Aufmarsch von 1949:

„… als mir die Ehre zuteil wurde, das Landesbanner der FDJ beim Fackelzug zu tragen, erfüllte mich schon eine tiefe innere Bewegung. Ich schwenkte die Fahne und hoffte, daß Wilhelm Pieck auch einen Blick auf uns, die Brandenburger FDJler, werfen würde. Mit solchen Gefühlen war erreicht, worum es den Politikern der DDR in diesen Stunden ging. Unter den Linden marschierten nicht nur die Funktionäre der SED. Alle Parteien waren in der Regierung vertreten, und die FDJ galt als überparteiliche, unabhängige, einheitliche Jugendorganisation.“

An anderer Stelle liest sich das bei Hans Modrow viel distanzierter:

„Mit Abstand betrachtet, konnte diese Demonstration ihr Ziel, die gesamte Jugend zu überzeugen oder für die gesamte Jugend zu sprechen, nicht erfüllen. Der von ‚oben‘ angeordnete Zug für Freiheit und Demokratie blieb ein ideologischer Kraftakt, der denen abseits des FDJ-Aktivs, die er erreichen wollte, seinen agitatorischen Auftrag allzu grob verriet. Bei den Teilnehmern an der Demonstration handelte es sich nicht, wie wir glaubten, um die Abgesandten von Millionen Jugendlichen mit gleichem Mut und gleichem Sinn. (…)Diese marschierende Jugend, sieht man sich heute die Pressefotos an, dokumentierten an einigen Stellen bereits die altersgraue Abhängigkeit von der Partei. Den Fehler, den wir in all den Jahren mit uns herumschleppten, präsentierten wir schon früh, gleichsam in voller Montur und bei Festbeleuchtung.“

Die Aufbaugeneration

Hans Modrow ist ein geradezu idealtypischer Vertreter der sogenannten Aufbaugeneration unter den Funktionären der SED. In den biografischen Handbüchern und Interneteinträgen folgt nun Funktion auf Funktion. Immer ging es aufwärts. Die Teilnahme an Massenaufmärschen, Jugendtreffen und Festivals erfolgte bald schon aus der Perspektive der Organisationskomitees. Die Reisen trat er als Mitglied offizieller Delegationen an, zunächst ins sozialistische Ausland, was in den frühen fünfziger Jahren auch noch Seltenheitswert hatte, später in alle Welt, was einem winzigen Kreis von bevorzugten Reisekadern vorbehalten war. Die Studienabschlüsse und akademischen Titel sind beeindruckend, was konkret dahintersteckte, ist schwer zu beurteilen.

Noch 1949 wurde Hans Modrow Abteilungsleiter und Sekretär des FDJ-Landesvorstands erst in Brandenburg, anschließend in Mecklenburg. 1952 wurde er Mitglied des Zentralrats der FDJ und stieg nach seiner Rückkehr von einem Studienaufenthalt in Moskau 1953 zum Ersten Sekretär der Bezirksleitung der FDJ Berlin auf. In dieser Funktion war er auch für Westberlin zuständig, wo die FDJ über eine Organisationsstruktur verfügte. Wie aus damaligen Zeitungsberichten hervorgeht, trat er ständig im Westteil der Stadt als Redner auf. 1961 erfolgte der Übergang in den Parteiapparat, zu dem er als Mitglied der Bezirksleitung der SED bereits seit 1954 gehörte. Er wurde nun Erster Sekretär der Kreisleitung der SED Berlin-Köpenick, 1958 auch Mitglied des ZK der SED. 1967 bis 1971 war er Sekretär für Agitation und Propaganda der SED-Bezirksleitung Berlin und von 1971 bis 1973 Leiter der entsprechenden ZK-Abteilung.

Von 1953 bis 1973 gehörte er also zum inneren Zirkel der Macht im SED-Staat. Es waren die Jahre des Mauerbaus, der Errichtung der tödlichen Grenze in Berlin, der Reglementierung kritischer Schriftsteller und Filmemacher im Dezember 1965, des Einmarsches der Interventionstruppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei im August 1968, der Unterdrückung jeglicher Opposition und so weiter. Was auch immer er im Rückblick über jene Jahre geschrieben hat, nirgendwo in den Akten taucht ein Hinweis auf Widerspruch oder gar Widerstand gegen die Entscheidungen der SED-Führung auf.

Nach der Friedlichen Revolution zunächst eine Weiterexistenz der DDR-Staatssicherheit anstrebend: Der bis März 1990 amtierende DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (m.) Anfang 1990 mit der Spitze der Stasi-Nachfolgeorganisation AfNS (Amt für Nationale Sicherheit), das am 17. November 1989 gebildet wurde. (© Bundesarchiv, MfS-Bestände)

In den diversen Erinnerungen, die Hans Modrow nach 1990 schrieb, fällt auf, dass sie mit jedem Jahr des Aufstiegs unpersönlicher werden. Das gleiche gilt auch für andere ehemalige Führungspersönlichkeiten der DDR, die selbstständig oder unterstützt von Journalisten Memoirenwerke ans Licht der Öffentlichkeit brachten, so auch für den ersten Band der Erinnerungen von Egon Krenz. Während die Schilderung der Kindheit nicht gerade hochliterarisch, so doch lebendig ist, gibt es vom Eintritt in die Funktionärslaufbahn an eigentlich nur noch Beschreibungen politischer Vorgänge auf der sogenannten „Königsebene“, die an anderer Stelle meist schon viel genauer von Historikern geschildert wurden. Es vollzieht sich im Leben der Funktionäre, so scheint es, ein Verlust von gelebtem Leben. Auch der Alltag der einfachen Leute kommt kaum noch vor, mag die Familie Modrow in einer Dreizimmerwohnung gewohnt haben oder wie seine Genossen in der Waldsiedlung Wandlitz. Er kannte das Leben nur noch aus den Berichten der Partei und der Staatssicherheit. Vielleicht ist das in jedem System der Preis der Macht. Doch dies ändert nichts an der Tatsache.

Bei Hans Modrow, wie auch bei anderen Protagonisten des SED-Staates, gibt es eine permanente Ambivalenz zwischen „damaliger Sicht“ und „heutiger Sicht“. Auch das hat seine Berechtigung. Jeder Mensch ändert sich und hat neue Einsichten. Doch nach dem politischen Scheitern haben solche Einsichten immer den Anschein von Opportunismus. Modrow geht in diesem Punkt mit seinen ehemaligen Genossen hart ins Gericht:

„Politischen Pragmatikern verzeiht man vieles; aber Leute, die jetzt mit auffällig klugen Worten abrechnen, müssen sich eher als andere die Frage gefallen lassen, wo denn diese Klugheit früher war und warum sie diese so lange und so sorglich verheimlicht haben. Heutige Klugheit wird zum Bumerang, wenn sie enthüllt, daß man früher, als es um Posten und Präsenz ging, vor allem eines war: schlau.“

Das ist treffend formuliert, doch der Vorwurf könnte genau wie der hier beschworene Bumerang auch seinen Urheber treffen.

Dresdener Jahre

Am 3. Oktober 1973 wurde Hans Modrow in die SED-Bezirksleitung Dresden kooptiert und zu deren Erstem Sekretär gewählt. Natürlich fiel diese Entscheidung nicht in Dresden, sondern wurde von höchster Stelle getroffen, konkret im Politbüro des ZK der SED, jenem kleinen Kreis von alten Männern, in deren Händen sich alle Macht konzentrierte. In Dresden aber war Modrow eine Art Bezirksfürst, dem alle anderen Instanzen, auch die formal gewählten legislativen Gremien, untergeordnet waren. Auch die Organe des Ministeriums des Inneren und des Ministeriums für Staatssicherheit waren ihm unterstellt. Allerdings mischte sich die Zentrale, also das ZK der SED, ständig in die Entscheidungen der Bezirke ein. Daraus ergaben sich gelegentlich Spannungen, von denen Hans Modrow in seinen Büchern ausführlich berichtet.

Beispielsweise bemühte er sich – wenn man seiner eigenen Schilderungen glauben darf – um den Wiederaufbau des Dresdener Königsschlosses, das bei dem anglo-amerikanischen Bombenangriff im Februar 1945 vernichtet worden war und bis zur Wende als Ruine die Stadt verunzierte. Das Bauvorhaben wurde aus Kostengründen gestrichen. Alle Mittel wurden für die Förderung der Hauptstadt Berlin gebraucht. Berlin sollte zum 750. Jahrestag der Stadtgründung zum Schaufenster der blühenden Republik ausgestaltet werden. Überhaupt stiegen in den letzten Jahren der DDR sowohl ein regionales Selbstbewusstsein als auch Ressentiments gegenüber Berlin. Die Bezirksfürsten konnten sich diesem Trend nicht gänzlich verschließen. Hans Modrow hat daraus eine bescheidene Popularität gewonnen. Immerhin galt sein persönlicher Lebenswandel als bescheiden. Als er erklärte, er könne zu den dienstlichen Terminen nach Berlin mit der Eisenbahn fahren, wie jeder andere Bürger auch, wurde ihm dies untersagt. Er hatte mit der schwarzen Dienstlimousine zu fahren, begleitet von einer Motoradeskorte und Personenschutz. So zumindest wurde es in Dresden damals erzählt.

Hoffnungsträger oder Betonkopf

Wie Hans Modrow zum inoffiziellen Titel des „Hoffnungsträgers“ gekommen ist, bleibt unergründlich. Sicher ist allein, dass er von den Westmedien dazu stilisiert wurde, was seine Position im Machtgefüge der SED nicht gerade stärkte.

DDR-Hoffnungsträger? Trabbi mit Modrow-Parole zwei Tage nach der Maueröffnung am 11.11.1989 in West-Berlin. (© picture-alliance/AP)

Seit 1985 wehte aus dem Osten ein frischer Wind, der die Illusion weckte, man könne den Sozialismus demokratisch reformieren und der DDR eine echte Zukunft geben. Die Führung der SED unter Erich Honecker sah dies nicht so. Und sie hatte damit historisch natürlich recht. Doch gerade SED-Mitglieder suchten Alternativen und verfielen dabei auf Hans Modrow, der eigentlich nichts getan hatte, diese Hoffnungen zu rechtfertigen.

Von Journalisten wurde eine regelrechte Verschwörungsgeschichte erfunden. Mitte Juni 1987 hatte der Chef der Auslandsaufklärung des sowjetischen Geheimdienstes KGB, Wladimir Krjutschkow, den Technikpionier Manfred von Ardenne in Dresden besucht, um dessen Sicht auf die Situation der DDR kennenzulernen. Am Rande dieses Besuchs trafen sich angeblich Markus Wolf, der sowjetische Geheimdienstmann, von Ardenne und Hans Modrow zu einem Gespräch, um über die Ablösung von Erich Honecker zu beraten. Dazu und zu anderen Verschwörungslegenden schrieb Hans Modrow später:

„Diese geistige Welt der Unterstellungen und intriganten Hysterie ist nie die meine gewesen, leider hat sich das Politbüro durch eine geradezu mystische Misstrauenskultur immer wieder selbst blockiert, schon in den Zeiten Walter Ulbrichts. Stets ging es um Personen, nicht an Inhalten der Erneuerung wurde gearbeitet, sondern krampfhaft und verbissen darüber nachgedacht, wie man sich selbst zum Erneuerer schlagen kann und an der Macht bleiben kann“.

Die Ironie des Schicksals hat es gewollt, dass gerade Dresden zum Schauplatz der einzigen größeren gewalttätigen Auseinandersetzung im Verlauf der Friedlichen Revolution wurde. Ausgerechnet Hans Modrow, der Held des Übergangs, setzte in den ersten Oktobertagen 1989 die bewaffnete Macht ein, um Demonstranten auseinander zu prügeln, die die nächtliche Durchfahrt der DDR-Flüchtlingszüge aus Prag zum Anlass nehmen wollten, ebenfalls Ausreisefreiheit zu erreichen. Allerdings kamen danach aus Dresden auch die ersten Signale eines Entgegenkommens der Staatsmacht gegenüber der Protestbewegung, möglicherweise wurde dies in den beiden Folgewochen zu einer Weichenstellung für die ganze Republik.

Seit diesen Tagen ist die Biografie Hans Modrows identisch mit der Geschichte der sterbenden DDR. Am 13. November 1989 wählte ihn die Volkskammer zum Ministerpräsidenten. Mit versteinerten Gesichtern hörten sich die Abgeordneten, die alle von der SED eingesetzt worden waren, die Regierungserklärung Modrows an. Darin war viel von Vertrauen, Dialog und Erneuerung die Rede, aber auch von einem sozialistischen Staat, den es zu bewahren gilt. Doch wer wollte ihm auf diesem Weg noch folgen? Gorbatschow zeigte ihm die kalte Schulter, Helmut Kohl ließ ihn mit seinen Wünschen nach Wirtschaftshilfe abblitzen; François Mitterand und Margaret Thatcher, die den Trend zur Wiedervereinigung skeptisch sahen, konnten oder wollten ihm ebenfalls nicht helfen, obschon Externer Link: Mitterand ihn im Dezember 1989 immerhin besuchte.

Und die eigene Bevölkerung? Sie wollte in der großen Mehrheit so schnell wie möglich den Anschluss an die Bundesrepublik. Modrow wirkte zusehends vom Wind der Geschichte zerzaust – so wie vom eisigen Winterwind, als er am 19. Dezember 1989 neben Helmut Kohl vor einer Menge stand, die im Sprechchor „Helmut, Helmut“ skandierte. Gerade in Dresden, der langjährigen Stätte seines Wirkens, wurde Hans Modrow tief gedemütigt.

Vorwahlkampf. Der damalige Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Helmut Kohl (r) neben DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (l) am 19. Dezember 1989 in der Dresdner Innenstadt auf dem Weg zum Kulturpalast, im Hintergrund die Kreuzkirche. (© picture-alliance/AP, Jockel Finck)

Immerhin die erste freie Volkskammerwahl am 18. März 1990 wurde für ihn aber zu einem Achtungserfolg. Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS), deren Ehrenvorsitzender er bis zuletzt war, erhielt 16,4 Prozent der Stimmen, und Hans Modrow zog als Abgeordneter in die letzte Volkskammer ein. Später vertrat er seine Partei zeitweise im Bundestag und im Europaparlament. Doch vor allem war er nun eine Person der Zeitgeschichte. Er schrieb mehrere Bücher, trat auf Podien auf, gehörte bis 2022 zum Ältestenrat der Linkspartei und war, solange es sein Gesundheitszustand zuließ, immer wieder auch zu Gast in Fernsehgesprächsrunden.

„Klostergeist wird ausgetrieben“

Zwischen meiner ersten und der letzten persönlichen Begegnung mit Hans Modrow lagen 38 Jahre. In dieser Zeit ist viel passiert. Oft habe ich seine Auftritte im Fernsehen verfolgt und habe alles Mögliche von ihm und über ihn gelesen. Einige Male habe ich ihn persönlich erlebt. Einmal hat er mir fast Achtung abverlangt, als er am 15. Januar 1990 in Berlin-Lichtenberg vor einer tobenden und hasserfüllten Menge stand, geschützt allein von der Autorität einiger Bürgerrechtler, die mit ihm aus Berlin-Pankow von der Sitzung des Runden Tisches zur Stasi-Zentrale geeilt waren. Die Demonstranten waren auf das Gelände vorgedrungen und niemand wusste, wie das enden würde. Doch auch in jener Nacht mochte ich in ihm keinen Hoffnungsträger und Reformer erkennen, war doch dem Sturm auf das Stasi-Hauptquartier sein Versuch vorausgegangen, die Stasi als neuen Verfassungsschutz und Amt für Nationale Sicherheit zu etablieren.

Schließlich kam es am 3. Juli 2018 zur anfangs bereits erwähnten Veranstaltung bei uns im DDR-Museum Berlin. Diese hatte zunächst gar nichts mit Hans Modrow zu tun, sondern allein mit dem „Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster“, dessen Bibliothek und Archiv von der Streitschen Stiftung in den Räumlichkeiten der Zentral- und Landesbibliothek Berlin aufbewahrt wird. Die Stiftung trat an das DDR-Museum mit dem Vorschlag heran, zum 60. Jahrestag der Tilgung des Traditionsnamens der Schule durch die SED-Instanzen eine Veranstaltung mit ehemaligen Schülern und Lehrern durchzuführen. Da ich, wenn auch sieben Jahre nach den Ereignissen, selbst diese Schule besuchte hatte, sagte ich sofort zu.

So belanglos die Neubenennung einer Schule heute erscheint, so politisch brisant war sie im Jahr 1958. Die SED-Führung begann an allen Fronten einen ideologischen Feldzug gegen bürgerliche Relikte in der sozialistischen Gesellschaft. Die Partei hatte insbesondere die Schulen und Universitäten im Auge, wo sich angeblich Reste eines liberalen Geistes erhalten hatten. Allein schon der Name „Graues Kloster“ war der Partei ein Dorn im Auge.

Den Auftakt für die Kampagne gegen das traditionsreiche Gymnasium machte Walter Ulbricht persönlich. Am 10. Juni 1958 erklärte er auf dem 36. Plenum des ZK der SED: „Es gibt in Berlin eine Oberschule, das ‚Graue Kloster‘, von der 27 Prozent der Schulabgänger nach Westberlin und Westdeutschland gehen.“ Das Donnergrollen vom Olymp der Staatspartei konnte niemand überhören. Die Lehranstalt im Herzen des historischen Berlin, in der seit 1574 Latein und Griechisch unterrichtet wurde, war als Hort der Reaktion ausgemacht. Die Hetzjagd auf unliebsame Lehrer und Schüler begann.

Im Archiv tauchte ein Rundfunkbeitrag von Hans Modrow auf, der eilfertig in den Chorus einstimmt. In diesem Beitrag wird behauptet, dass für einen der strafversetzten Lehrer demonstrativ für ein Abschiedsgeschenk gesammelt worden sei und die Überreichung desselben auch in diesem Sinne interpretiert wurde. Weiterhin beklagt Modrow die wenig würdige Art, in der der Tag der Nationalen Volksarmee begangen worden sei sowie die passive Einstellung der Schüler zur „Gesellschaft für Sport und Technik“ (GST), der die Mitgliedschaft in einem Ruderklub vorgezogen werde.

Der Name der Schule wurde schließlich getilgt, Lehrer und Schüler ideologisch diszipliniert oder von der Schule gejagt. „Die Schule wird ihr Gesicht radikal ändern. Anstelle von 30 Prozent Arbeiterkindern werden im kommenden Herbst erstmalig 75 Prozent der Neuaufgenommen Kinder von Arbeitereltern sein. Sechs Lehrer werden die Schule verlassen und an ihre Stelle junge, kämpferische Kräfte treten“, schrieb die „Berliner Zeitung“, das SED-Bezirksorgan am 28. Juni 1958. Überflüssig zu betonen, dass sich hinter den angeblichen Arbeiterkindern zum erheblichen Teil die Sprösslinge von hauptamtlichen Funktionären verbargen, die im Klassenbuch ein A wie Arbeiter hatten.

Die Junge Welt, die Tageszeitung der FDJ, jubelte angesichts des Sieges über den inneren Feind: „Klostergeist wird ausgetrieben.“ Wieder hatte der Sozialismus eine Schlacht gewonnen und viele junge Menschen verloren. Die Schule wurde umbenannt und erhielt den prosaischen Namen „2. EOS“. Die Abkürzung stand für Erweiterte Oberschule. Die Pflege der alten Sprachen war das einzige Relikt, das in den kommenden Jahren geduldet wurde. Hans Modrow wurde zu jener Veranstaltung eingeladen. Es gab ein Vorgespräch, und es war ihm klar, dass er an diesem Abend keine Heldenrolle spielen würde. Er wich nicht aus, sondern wollte sogar auf dem Podium sitzen, was die Veranstalter aber als unpassend empfanden. Neben anderen Beiträgen wurde auch das Tondokument aus dem Rundfunkarchiv vorgespielt. Die Vergangenheit schien dem Grabe entstiegen zu sein. Dann stand Modrow auf, fand aber kein einziges Wort zur Sache, sondern beklagte sich ausführlich darüber, dass ihm Akten des Bundesnachrichtendienstes und des Verfassungsschutzes zu seiner Person nicht umgehend ausgehändigt würden. Auch in vielen Externer Link: rückblickenden Texten, die er in den letzten Jahren noch verfasste, räumte er diesem Umstand mitunter mehr Raum als der Selbstkritik ein.

So war es auch in der Diskussion über das Graue Kloster. Beim Vorgespräch auf der Kaffeehausterrasse am Spreeufer, unweit des Museums, hatte er sehr sachlich über die damaligen Auseinandersetzungen berichtet. Sobald er aber dem Auditorium gegenüberstand, wirkte er wieder wie der Agitator von einst.

Am Ende eines Nachrufes sollte ein versöhnlicher Schluss stehen. Einen „Helden des Rückzugs“ hat Christoph Dieckmann Hans Modrow in der Zeit genannt. Er wurde zum Nachlassverwalter eines gescheiterten Systems, genauer gesagt: seines Systems. In seinen Schriften und Auftritten schwankte er zwischen Trotz und Klarsicht. Das allein mag schon ausreichend sein, seiner mit Nachsicht zu gedenken, wie es Bertolt Brecht in seinem berühmten Gedicht an die Nachgeborenen gefordert hat.

Zitierweise: Stefan Wolle, „Der Mann aus dem inneren Zirkel“, in: Deutschland Archiv, 09.03.2023, Link: www.bpb.de/518940.

Ergänzend zum Thema:

Hans Modrow, Externer Link: "Die deutsche Zweiheit". Deutschland Archiv vom 11.2.2023

Eberhard Aurich, Externer Link: "Es war ein Tanz auf dem Vulkan", Deutschland Archiv vom 9.11.2022

llko-Sascha Kowalczuk, "Externer Link: Geschichtsklitterungen - über die Memoiren von Egon Krenz", Deutschland Archiv vom 27.6.2022

Gerhard Rein, Jens Reich, Rolf Schwanitz und Anja Schröter, "Externer Link: Vier Gedanken über Werner Schulz - Ein Nachruf", Deutschland Archiv vom 18.11.2022

Fussnoten

Fußnoten

  1. Hans Modrow, Von Schwerin bis Strasbourg: Erinnerungen an ein halbes Jahrhundert Parlamentsarbeit, Berlin 2001, S.29

  2. Ebd., S. 48 f.

  3. Werner Bräunig, Rummelplatz, Berlin 2007, S. 67 f.

  4. Hans Modrow (Hrsg.), Unser Zeichen war die Sonne. Gelebtes und Erlebtes, Berlin 1996, S. 16

  5. Ebd., S. 51.

  6. Egon Krenz, Aufbruch und Aufstieg. Erinnerungen, Berlin 2022

  7. Hans Modrow (Hrsg.), Unser Zeichen war die Sonne. Gelebtes und Erlebtes, Berlin 1996, S. 313

  8. Ebd., S. 312

  9. Vgl. Video "Vom Einläuten der Friedlichen Revolution" ab Minute 7'40.

  10. Vgl. ebd. ab Minute 13'00.

  11. Neues Deutschland, 14. Juni 1958

  12. Berliner Zeitung, 28. Juni 1958

  13. Junge Welt, 28. Juni 1958

  14. Die Zeit, 11. Februar 2023

Weitere Inhalte

ist promovierter Historiker und wissenschaftlicher Leiter des DDR Museums in Berlin. E-Mail Link: stefan.wolle@ddr-museum.de