Meine Merkliste

„Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten"

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 35 Analysen & Essays. „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten „Ihr Völker der Welt“ „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Das Scheitern der Jugendhilfe in der DDR - ein Beispiel Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Heimat ist ein Raum aus Bytes Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

„Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Ein Denkanstoß zum Thema Mauerbau - gestern und heute.

Jörg Hildebrandt

/ 8 Minuten zu lesen

Der Berliner Publizist Jörg Hildebrandt wuchs in einem Pfarrhaus an der Bernauer Straße auf, dort, wo lange Zeit die Versöhnungskirche stand. Sie wurde 1985 von DDR-Grenztruppen gesprengt, um freies Sicht- und Schussfeld im Mauerstreifen entlang der Bernauer Straße zu erhalten. Alljährlich am 13. August wird an diesem Ort in der "Kapelle der Versöhnung" eine Gedenkrede zum Mauerbau gehalten - 2019 von Jörg Hildebrandt. Hier sein Zeitzeugenbericht.

Die Bernauer Straße – meine Schicksalsstraße. In Sicherheit hat sie mich gewiegt: Berlin kann nie zerrissen werden. Diese Sicherheit hat sie mir genommen, die Bernauer Straße: Berlin ist zerrissen worden. Doch eine ganz neue Sicherheit hat sie mir gegeben, eine unantastbare: Geschichte kennt keine Ewigkeiten.

Der Eingang der Versöhnungskirche in der Bernauer Straße wird durch die Berliner Mauer versperrt, 1961 (© picture alliance / akg-images, Foto: Archiv Boelte)

Wieso eigentlich waren wir so sorglos im Sommer 1961? Wir – damit meine ich nahezu alle Bewohnerinnen und Bewohner dieser meiner Bernauer Straße, Ost und West, unten vom Nordbahnhof bis oben zur Oderberger Straße. Gerade wir, wir hätten es wissen müssen, fürchten müssen: Schließlich war auf Ulbrichts Lügen immer schon Verlass. Ich bin am Morgen des 13. August früh raus, um mir drüben, auf der Westseite am Zeitungskiosk im französischen Sektor, meinen Sonntags-Tagesspiegel zu holen, Monatsabonnement für Ostberliner Selbstabholer 6 Mark Ost. Da stehe ich Strelitzer Straße, Ecke Bernauer – und sehe es: Stacheldraht ausgerollt kniehoch auf Ostberliner Seite. Menschenansammlungen diesseits, jenseits. Im Osten die „bewaffneten Organe“, drohend postiert vor den erregten Anwohnern. Auch im Westen – fassungslos die Berliner.

Doch in unsere Köpfe gerät nicht an diesem Morgen die große Kalte-Kriegs-Politik (Washington-Moskau, Bonn-Pankow), sondern wir fragen uns: Was wird heute, an diesem Sonntag, und was wird morgen, am Montag? Die Eltern auf der anderen Seite, sie erwarten Tochter und Schwiegersohn zum Mittagessen, Oma und Opa aus der Rheinsberger wollen mit den Enkeln aus der Hussitenstraße spazieren gehen im Humboldthain, andere im Vox-Kino den neuen Caterina-Valente-Film sehen, nachmittags der Besuch im Hedwigskrankenhaus oder abends das Hertha-Spiel am Gesundbrunnen.

Zeitzeuge und Denkanstoßgeber: Autor Jörg Hildebrandt bei seiner Gedenkrede am 13. August 2019 in der Berliner Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße. Links am Bildrand Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der Leiter der Gedenkstätte Berliner Mauer, Dr. Axel Klausmeier. (© Stiftung Berliner Mauer / Gesa Simons.)

Der Stacheldraht Sonntagfrüh – vom Osten eine der üblichen Schikanen nur: Wir kennen das aus den letzten Jahren: Wasser darf nicht mehr fließen von West nach Ost, Telefon wird gekappt, Strom unterbrochen, West-Berlinern wird der Zugang in die „Zone“ verwehrt, Straßenbahnen fahren nicht mehr über die Sektorengrenze, später dann das Auslandsporto auf den Briefen von der Ackerstraße 43 in die Ackerstraße 45. Und die Abriegelung des Ostsektors von den Westsektoren – die haben wir auch schon zweimal erlebt. Nach der Niederschlagung des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 stehen die sowjetischen T 34-Panzer hier in den Verbindungsstraßen Ost West (Strelitzer Straße, Brunnenstraße), stehen mit laufenden Motoren, Gedröhn und Gestank. Für zwei, drei Tage gelangen wir Ostbewohner der Bernauer Straße nicht in unseren eigenen Sektor.

Und kaum einer erinnert sich oder weiß davon, dass Walter Ulbricht Anfang September 1960 nach dem Tod des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck ebenfalls die innerstädtische Grenze sperren lässt für einige Tage. Dicke Baumstämme liegen plötzlich diagonal über den Straßen, angeschrägt eingeteert, damit wenigstens die Alliierten passieren können. Ulbricht hat sich zum Staatsratsvorsitzenden hochgeputscht und fürchtet größere Fluchtbewegungen der aufgeschreckten Bevölkerung.

Wechselbad der Gefühle und Erkenntnisse. Ja, lange Jahre diese trügerische Gewissheit, diese ständig angefochtene Hoffnung: Wir sind eine Stadt, wir bleiben eine Stadt. Sind wir es wirklich, bleiben wir es wirklich? Und mit einem Schlag die schreckliche Erfahrung: Nein, wir sind es nicht mehr. Tatsächlich eine Mauer.

Die ersten Hohlblocksteine sehe ich am Dienstag, 15. August, in der Ackerstraße. Dann werden Fenster und Türen vermauert, zunächst nur ebenerdig. Die Wohnung meiner Nachbarin und Freundin Regine Sonnabend, 19. August. Unser Pfarrgrundstück, Kirche und Gemeindehäuser, Montagfrüh, 21. August. Meinen Bruder Herbert, Kantor und Organist an Versöhnung, später am Berliner Dom, ihn können wir gerade noch in Empfang nehmen über die ersten Steinreihen hinweg. Die Maurer haben auf unsere Bitte hin eine Lücke gelassen. Alle Zeit der Welt hat sich der Bruder gegönnt, kommt seelenruhig und braungebrannt von seinem illegalen Westurlaub am Lago di Como. Von dort hat er uns noch wissen lassen: „So schlimm wird’s schon nicht sein bei euch.“

Arbeiter erhöhen die Sektorensperre an der Bernauer Straße. Die Arbeiten an der Sperrmauer wurden in der Harzer, der Heidelberger und der Bouchéstraße sowie in der Bernauer Straße an der Grenze zum Westberliner Bezirk Wedding durchgeführt. Fast Abend für Abend war es an diesen Mauerabschnitten zu Zwischenfällen gekommen. Aufnahme von 1961. (© picture-alliance/dpa)

Doch – es kommt so schlimm: Die Mauer wächst – und mit ihr wachsen Enttäuschung und Ratlosigkeit. Wo bleiben die „Schutzmächte“, die Amerikaner, Engländer, Franzosen? Kennedy schickt seinen Vize Lyndon B. Johnson. Ich höre ihn selber noch auf dem Rudolf-Wilde-Platz vor dem Rathaus Schöneberg: „Euch, ihr tapferen West-Berliner, euch garantieren wir Freiheit und Selbstbestimmungsrecht.“ Nicht der Rede wert sind wir Ost-Berliner.

Bis Ende Oktober leben wir hier auf dem Pfarrgrundstück, leben recht und schlecht hinter der hochgezogenen Mauer. Nachts schallt von der anderen Seite das Rias-Studio am Stacheldraht, dröhnen die Sprechchöre: „Die Mauer muss weg. Die Mauer muss weg.“ Bald wird es heißen: „Mit der Mauer leben.“ Oder gar: „Wandel durch Annäherung.“ Wechselbad der Gefühle und Erkenntnisse. In jedem Fall aber: Keine Zeit zu verlieren – es ist fünf vor zwölf. Unser Rausschmiss am 26. Oktober 1961. Ich glaube, wir sind die letzten Anwohner hier, die die Bernauer Straße verlassen müssen. Und wir haben es vergleichsweise gut. Uns wird Zeit gelassen am helllichten Tage. In den Wochen zuvor haben regelrechte Vertreibungen stattgefunden, zu mitternächtlicher Stunde oder in aller Herrgottsfrühe, in Stundenfrist – Verschleppungen geradezu, niemand weiß, wohin es geht. Suizide sind die Folge, verfehlte Stürze in Sprungtücher der Westberliner Polizei und Feuerwehr, Nervenzusammenbrüche.

Die Kirchturmuhr 1961 auf fünf vor zwölf gestellt

Unsägliche Wut packt mich am letzten Tag. Weggejagt von zu Hause! Wenigstens Spuren hinterlassen. Turmuhrenwart bin ich. Mein Bruder Johannes, später langjähriger Pfarrer der benachbarten Sophiengemeinde, er ermutigt mich. Ich rauf auf unseren Kirchturm, über die Glocken hinaus – und stelle alle vier Uhren rundum auf fünf vor zwölf. Keine Zeit mehr zu verlieren! Vergesst uns nicht! Pathos eines Zweiundzwanzigjährigen. Gewiss. Doch mehr noch: Notwehr. Hat sie geholfen? Kirche und Turm sind knapp zweieinhalb Jahrzehnte später dem Erdboden gleichgemacht worden – im SED-Sprech: „Gemäß Maßnahmeplan zur Durchführung von baulichen Maßnahmen für die Erhöhung von Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit an der Staatsgrenze zu Berlin-West.“ Zu Deutsch: Für ein freies Sicht- und Schussfeld.

Geblieben sind die Glocken, die Christus-Skulptur, sie steht jetzt vor der Gethsemanekirche, geblieben auch die Kirchturmuhr, die in Erinnerung an die Einweihung der Versöhnungskirche vor nunmehr 125 Jahren ihren Platz finden wird Ende dieses Monats in der Diakonie Deutschland / Brot für die Welt, einige hundert Meter entfernt von uns, neu zum Leben erweckt, sichtbar und hörbar für die Mitmenschen aller Erdteile. Geblieben sind Schutt und Mauerreste, aus denen unsere kleine Kapelle der Versöhnung herausgewachsen ist. Wir danken sie Manfred Fischer, dem Pfarrherrn und Bauherrn.

Und geblieben ist uns das Kreuz, von Friedhofsarbeitern geborgen nach der Turmsprengung. Gekrümmt und verbogen – nicht siegreich, nicht triumphalistisch. Sein Anblick ruft für mich immer wieder zurück wunderbare Erinnerungen an das friedvolle Zusammenleben der Ost-West-Versöhnungsgemeinde, doch lässt es mich auch denken – und dies nicht nur an Jahrestagen wie dem heutigen – denken an böse Geschichten, hier und anderswo an der Berliner Mauer, an der innerdeutschen Grenze. Ja, die tödlichen Fensterstürze, die Flüchtlingsmorde. Es beginnt mit Ida Siekmann und Günter Litfin und findet sein schlimmes Ende mit Chris Gueffroy und Winfried Freudenberg. Soweit ich unterrichtet bin, sind allein in dieser meiner Straße acht Frauen und Männer bei ihren Fluchtversuchen ums Leben gekommen.

An der Berliner Mauer nahe dem Potsdamer Platz im Frühjahr 1990 (© Holger Kulick)

Schicksalsstraße – Bernauer Straße: Ein heilsames Wechselbad der Gefühle und Erkenntnisse. Überlebensnotwendig geblieben sind seit jenen Jahren: das hellwache Beobachten, das Prüfen und Bewerten, das Aufbegehren, das Zeichengeben. Und ich danke Gott, dass es meiner Frau Regine und mir gelungen ist, dies auch unseren Kindern und Enkeln zu vermitteln.

"2019 neue Hohlblocksteine für geschlossene Gesellschaften"

Ich weiß, die unsichtbaren Mauern der Welt unserer Tage sind oft perfider als die sichtbare Mauer aus Stein, die hier errichtet wurde – hinterhältiger, niederträchtiger. Viele von uns, die wir die DDR nicht einfach nur eben mal ausgehalten haben in den 28 Jahren der Gefangennahme, sondern die dem Ulbricht-Honecker-Staat eigene Ansprüche entgegengestellt haben, unvollkommen, maßvoll, auch furchtsam – viele von uns sind über 1989/90 hinaus hellwach geblieben. Und daran darf sich nichts ändern.

Es gilt Augen, Ohren weit aufzusperren, zu urteilen, standzuhalten, ja, sich selber in die Gefahrenzone zu wagen: Gegen Judenhass, gegen Fremdenhetze, gegen die Geltungssucht der Fundamentalisten, seien es islamische oder christliche, gegen alles, wirklich alles, was für sich den Alleinvertretungsanspruch erhebt, die religiöse Überlegenheit, die nationale, die ethnische Dominanz, sogar die völkisch-genetische. Schauen wir uns um, wie in unserem Deutschland des Jahres 2019 neue Hohlblocksteine aufgerichtet werden für geschlossene Gesellschaften, unverfroren Schicht für Schicht für die Mauer einer scheinbar bequemen Alternative zur tatsächlich unbequemen Demokratie.

Nicht hereinfallen dürfen wir diesmal auf die neue Lüge – diese: „Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten.“ Und ob! Dieses mörderische Werk nimmt bereits Gestalt an, scheußliche Gestalt: in Wort, Bild und Tat.

Symbolische Stelen auf dem ehemaligen Mauerstreifen, sie markieren den einstigen Verlauf der Berliner Mauer. Im Hintergrund die hölzerne Kapelle der Versöhnung, dort, wo bis 1985 die Versöhnungskirche stand. (© Stiftung Berliner Mauer)

Lassen Sie mich schließen mit einem Predigtsatz meines Vaters, Helmut Hildebrandt; er war Pfarrer hier von 1950 bis 1961. Es existiert eine Tonbandaufnahme vom letzten Kirchweihgottesdienst am 3. September 1961 – „ein Zeitdokument inmitten aller Erschütterungen“, so hat mein Vater den Mitschnitt beschriftet. Gleichwohl findet er tröstliche Worte wenige Wochen nach dem DDR-Mauerbau und wenige Wochen vor dem allerletzten Gottesdienst im Todesstreifen. Er sagt:

„Wenn unsere Kirche eine Brücke gewesen ist, eine Brücke der Versöhnung bis zum heutigen Tag, von hüben nach drüben, dann bleibt sie es trotz Mauer auch weiterhin mit ihrem Glockengeläut, mit ihrer Verkündigung, mit ihrem Orgelspiel.“

Und ich will meinen Vater ergänzen: Sie bleibt es weit über den Mauerfall hinaus – einerseits als Zeichen hoffnungsvoller Versöhnung, das heißt Überwindung von viel Unrecht, das entlang dieser Mauer geschehen ist in den Jahrzehnten der Teilung, das heißt aber auch als Zeichen hoffnungsvoller Versöhnung, Überwindung von viel Unrecht, das uns heute auseinanderzureißen droht. Ich denke, das ist die Geschichte dieser Kirche, dieser Straße – eine Geschichte, die Mut fordert, eine Geschichte, die Mut gibt. So bleibt es ein für allemal unsere Sache, einzig unsere Sache, uns nicht gefangenen nehmen zu lassen, uns nicht zerreißen zu lassen.

Blick auf das Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer (© Stiftung Berliner Mauer / J. Hohmuth, zeitort)

Ergänzender Ausstellungs-Hinweis:

Was wäre, wenn die Mauer heute wieder neu errichtet würde, mitten in Berlin? 30 Bildmontagen, die das simulieren, präsentiert das Deutschland Archiv (DA) der bpb vom 9. bis 30. November 2019 in einer Ausstellung „Die Mauer. Sie steht wieder!“ im Lichthof Ost der Berliner Humboldt-Universität. Damit erinnert das Externer Link: Deutschland Archiv 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer an die Grenze, die die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

Gezeigt werden 30 Bildmontagen von Alexander Kupsch, die aus historischen Aufnahmen der Berliner Mauer der Polizeihistorischen Sammlung Berlin und aus aktuellen Fotos derselben Orte collagiert wurden. Hier erfahren Sie mehr zur geplanten Ausstellung „Die Mauer. Sie steht wieder!“

Weitere Textangebote der bpb:

- Mehr zum Thema in der Externer Link: Chronik der Mauer der bpb

- Aktuelle Debatte: Interner Link: Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Wissenschaftler streiten.

- Stasi-Filme über die Mauer

Fussnoten

Publizist, Lektor und Hörfunkjournalist, Mitbegründer des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB) 1990.