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Zwischen Zentralorgan und ungewisser Zukunft

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. 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Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Zwischen Zentralorgan und ungewisser Zukunft Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990

Maximilian Kutzner

/ 12 Minuten zu lesen

Das Neue Deutschland (ND) gehörte zum Herrschaftsapparat der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Nach 1990 konnte es sich als sozialistische Tageszeitung in den gesamtdeutschen Pressemarkt hinüberretten. Doch vor dem 75. Jubiläum steht das ND vor einer ungewissen Zukunft.

Das Verlagshaus der Tageszeitung Neues Deutschland in Berlin-Friedrichshain, 21.8.2010 (© picture-alliance, Moritz Vennemann)

Bleiwüste, Verlautbarungsorgan, Belobigungsblatt. Bis heute wird die Tageszeitung Neues Deutschland häufig mit ihrer einstigen Rolle als Zentralorgan der SED identifiziert. Mit dieser Bürde hatte es das ND auf dem Medienmarkt im vereinigten Deutschland nicht leicht. Von den einen gähnend belächelt und von den anderen noch immer misstrauisch beäugt, galt es nach 1990 einerseits einen Neuanfang zu finden und andererseits an die Tradition als sozialistische Zeitung anzuknüpfen. Die eigene Geschichtsdarstellung offenbart aber, dass dies schwerfällt: Zwar verweist man auf die Vergangenheit als Zentralorgan, aber das lässt sich auch nur schwer bestreiten, da dies über Jahrzehnte hinweg im Zeitungskopf stand. Doch die Rolle bei der Ausformung des diktatorischen Charakters der DDR und bei der Stützung des SED-Regimes wird nicht benannt. Aber die Hypothek liegt in eben dieser Verschmelzung der Zeitung mit dem Unrechtsregime, die in ihrer Beurteilung bis heute fortwirkt.

Eng verbunden mit der Partei und dem Staat

In der gut beleuchteten DDR-Historiografie ist die Geschichte des ND vergleichsweise wenig erforscht. Zwar hat das Blatt 2009 die eigene Vergangenheit beleuchten lassen. Doch was in der Forschung fehlt, ist eine Verortung im Herrschaftsapparat der SED als Akteur in der Deutschlandpolitik. Bereits die Gründung des ND war ein politischer Akt: Das ND entstand im Kontext der unfreiwilligen Vereinigung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) am 21. und 22. April 1946 in der sowjetisch besetzten Zone (SBZ). Die dortigen Besatzungsbehörden hatten bereits im Mai 1945 erste Lizenzen an Partei- und Gewerkschaftszeitungen vergeben. So erschien am 4. Juni 1945 die erste Ausgabe der Deutschen Volkszeitung, das Parteiblatt der KPD. Am 7. Juni 1945 erschien erstmals Das Volk, das Pendant der SPD in der SBZ. Mit der Vereinigung der Parteien verschmolzen im April 1946 auch die beiden Zeitungen.

"Das größte Ereignis für unser Volk... Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands ist geschaffen...Manifest an das deutsche Volk (...)" - Titelseite, Neues Deutschland, 1.Jg, Nr.1 (Erstausgabe), vom 23. April 1946. (© picture-alliance/akg)

Am 23. April 1946, dem Tag nach dem Vereinigungskongress von KPD und SED, erschien die erste Ausgabe des ND, um darüber zu berichten. Zunächst war vorgesehen, den Titel Deutsche Volkszeitung beizubehalten. Auf wen der Titel Neues Deutschland zurückging, ist bis heute nicht hinreichend geklärt. Dem Blatt kam von Beginn an die Bedeutung eines zentralen Propagandainstruments zu. „Die Chefredaktion untersteht unmittelbar den Parteivorsitzenden, von denen sie die notwendigen Weisungen für die Führung des Blattes erhält.“ Hierin lag der Grundkonflikt zwischen Zeitung und Politik begründet. Einerseits galt es, die Überzeugungen der SED offensiv zu vertreten und den Willen der Partei zu verkünden. Andererseits aber musste die Zeitung lesbar und ansprechend bleiben, um Anklang und Verbreitung bei den Leser_innen zu finden. Diesem Spagat waren sich die Redakteur_innen der Anfangstage bewusst, und auch die Machthaber erkannten, dass ein reines Verlautbarungsorgan keine Resonanz finden würde.

Die Parteiführung legte daher fest, dass das ND ein Bindeglied zwischen der Parteiführung, den Parteimitgliedern und der Bevölkerung sein müsse, was naturgemäß eine ansprechende Aufmachung voraussetzte. Dieser Aufgabe stellten sich die drei ersten Chefredakteure Sepp Schwab (16.1.1897–30.7.1977), Max Nierich (16.5.1890–14.4.1976) und kurz darauf der hinzugekommene Alexander (Lex) Ende (6.4.1899–15.1.1951). Ein Mittel hierzu waren die „Volkskorrespondenten“. Arbeiter_innen, Bäuerinnen und Bauern sowie Angestellte sollten im ganzen Land den Fortgang der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung begleiten und durchaus auch kritische Punkte benennen. Heute wenig bekannt ist, dass das ND 1947 für einige Monate sogar in der britischen Besatzungszone erschien.

Selbstkritik in der Ära Herrnstadt

Die späten 1940er- und frühen 1950er-Jahre zeigen ein erstaunliches Maß an Kritik an den herrschenden Verhältnissen in der DDR. Dieses war vor allem mit dem späteren Chefredakteur Rudolf Herrnstadt (18.3.1903–28.8.1966) verbunden. Ein erster Vorstoß war sein Artikel „Über ‚die Russen‘ und über uns“. Eine Provokation bestand bereits darin, dass Herrnstadt von „Russen“ und nicht von „Sowjetbürgern“ schrieb. Er benannte offen die Übergriffe sowjetischer Soldaten auf die deutsche (weibliche) Zivilbevölkerung. Darüber hinaus griff er die Demontage deutscher Wirtschaftsgüter durch die Sowjetunion auf. Doch: Ohne die Rückendeckung aus dem Politbüro wäre Herrnstadts Artikel nie veröffentlich worden. Dahinter stand die Absicht, mehr Rückhalt in der Bevölkerung zu erlangen. Als aus Moskau kritische Töne kamen, ruderte man schnell wieder zurück zum idealisierten Bild des sowjetischen Soldaten. Auf dem III. Parteitag der SED im Juli 1950 schlug die Partei einen vorsichtigen Kurs der Selbstkritik ein. Herrnstadt legte in einer Artikelserie ab 1951 Missstände in Staat und Führung offen. Es ging um mangelnde Effizienz in der Wirtschaftsplanung und fehlendes Verständnis für die Nöte und Sorgen der einfachen Genossen. Aber Herrnstadt saß seit 1949 selbst im Politbüro, war verantwortlich für die direkte Vermittlung der Beschlüsse über das ND und prägte aktiv die Linie der Partei mit. Die Selbstkritik fand mit den Demonstrationen des 17. Juni 1953 ein Ende, welches auch Herrnstadts Ende war. In dieser äußerst kritischen Phase für die SED-Führung erhob er das Wort gegen Walter Ulbricht (30.6.1893–1.8.1973), damals Generalsekretär des Zentralkomitees (ZK) der SED: „Es tut mir leid, Walter […] Wäre es nicht besser, wenn du die unmittelbare Anleitung des Parteiapparats abgibst?“ Hier ging die an der Partei geübte (Selbst-)Kritik Herrnstadts zu weit. Auf dem 15. ZK-Plenum der SED vom 24. bis 26. Juli 1953 wurde Herrnstadt aus der SED ausgeschlossen. Er hatte die Zeichen der Zeit nicht erkannt, dass nach dem Tod des Generalsekretärs des ZK der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) Josef Stalin am 5. März und dem 17. Juni 1953 die Führung auf Festigung der Macht aus war. Die Phase Reflexion im ND war damit vorüber. Und hier zeigte sich ein weiteres Dilemma: Es war der Auftrag der Zeitung, die mitunter von raschen Kurswechseln bestimmte Linie der SED zu kommunizieren. Damit litt die Glaubwürdigkeit des ND, die aber umso wichtiger war, wenn alle Bürger_innen und nicht nur die Linientreuen erreicht werden sollten; eine weitere Hypothek für die glaubhafte Vermittlung sozialistischer Politik des ND nach 1990.

Teil des Herrschaftsapparats

Trotz kritischer Zwischentöne gehörte die Zeitung immer fest ins Machtgefüge Ost-Berlins. Unter Hermann Axen (6. 3.1916– 15. 2.1992), Mitglied im Politbüro des ZK der SED und ab 1958 Chefredakteur des ND, intensivierte sich die Abstimmung zwischen der Zeitung und dem Machtzentrum. Besonders deutlich wurde dies im August 1961. Als Mitglied des ZK wusste Axen von den Plänen, den Ostsektor Berlins abzuriegeln. Die Druckerei war unmittelbar in die Aktionen eingebunden: Sie war auf dem Pfefferberg im Stadtbezirk Prenzlauer Berg gelegen und hatte in der Nacht zuvor die notwendigen Plakate, Flugblätter und Verordnungen angefertigt, die am 13. August 1961 an die Berliner Bevölkerung verteilt wurden. Das ND bezeichnete am Tag darauf den Mauerbau als Reaktion auf westliche Provokationen. Auf dem Titelblatt wurden zwei Angehörige von Betriebskampfgruppen zitiert: „Mit meiner Maschinenpistole vertrete ich genauso wie an der Drehbank eine ganz normale und gerechte Sache: Wir schützen unseren Staat, den Frieden und den Sozialismus.“ Doch auch subtil war das ND ein wichtiges Rad im Getriebe der DDR, wie etwa die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zeigt. Die Abteilung Agitation des MfS unterhielt enge Kontakte zu den Chefredaktionen der führenden Zeitungen der DDR. An führender Stelle stand dabei das ND, wie die Fülle der Korrespondenzen mit der Staatssicherheit zeigt. Das Ministerium belieferte die Zeitung mit Material für Artikel und trat auch als Vorzensor auf. 1954 bis 1955 war die Zeitung mit anderen Blättern in die „Aktion Blitz“ des MfS eingebunden. Es ging um die Desavouierung westlicher Organisationen, die von Westberlin aus in der DDR wirkten, wie die „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“. Das ND titelte dann: „Agentennester gefährden die Sicherheit“ und berichtete zwischen 1954 und 1955 vermehrt über die angeblichen feindlichen Umtriebe der Gruppe.

Wie stark Politik und Zeitung verwoben waren, zeigte der Machtwechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker (25. 8.1912–29. 5.1994) im Mai 1971. Im Juli des Jahres übernahm Joachim Herrmann (29.10.1928– 30.7.1992) den Posten des Chefredakteurs des ND. Unter dem Gespann Honecker-Herrmann etablierte sich eine Praxis der Zeitungsherstellung, die unmittelbare Folgen für den Inhalt, aber auch die Sichtweise der Leser auf das ND hatte: Der Chefredakteur sprach selbst kleinste Meldungen und Artikel zuvor mit dem Generalsekretär ab. Freilich ließ sich dies nicht bei allen Texten durchsetzen, und auch zuvor hatte es eine enge Abstimmung zwischen ZK und ND gegeben. Aber ab Mitte der 1970er-Jahre nahm dies kuriose Züge an. Herrmann ließ von Honecker selbst Einzeiler im Kulturteil redigieren, der sich dafür auch gerne und umfangreich Zeit nahm. War Honecker gerade zur Jagd und nicht zu erreichen, wurde der Andruck des ND im Zweifel bis zum äußersten Limit verschoben.

Zugleich wurde Honecker die zentrale Figur der textlichen und bildlichen Darstellung im Sinne politischer Public Relations. Der Personenkult, der, auf Ulbricht gemünzt, von Chefredakteur Herrnstadt in den frühen 1950er-Jahren noch kritisiert wurde, fand ab 1980 seine Vollendung im Zusammenspiel von Honecker und „seinem“ ND. Zu diesem Zeitpunkt waren die DDR und ihr Zentralorgan längst in einer Phase der Stagnation. Sich wiederholende politische Phrasen aus der Führungsriege wurden zu repetitiven Floskeln der Berichterstattung. Dies hatte zur Folge, dass die Glaubwürdigkeit der Zeitung weiter sank. Es bedeutete aber nicht, dass sie keiner mehr las. Denn nach wie vor enthielt das ND als überregionale Tageszeitung in der DDR wichtige Informationen, wenngleich die oft zwischen den Zeilen standen: Ein beiläufig erscheinender Bericht über die Ankurbelung der Braunkohleproduktion in den Revieren in Sachsen und Brandenburg wurde von den kundigen Leser_innen als Bericht über die Knappheit anderer Energieträger im ganzen Land verstanden. Ein Leserbrief eines Parteigenossen aus einem der Chemiekombinate Bitterfelds konnte als Warnung verstanden werden, im Umkreis von 100 Kilometern bei Tiefdruckwetterlage keine Wäsche mehr im Freien aufzuhängen. DDR-Bürgerinnen und -Bürger lasen regelmäßig das ND, nur eben nicht so, wie es die Machthaber gerne gehabt hätten. Aus dieser Sichtweise ist der Begriff des „Zentralorgans“ streitbar, denn schon lange vor 1989 war die Bedeutung des ND als Propagandainstrument ambivalent.

Der Umbruch und die Neuorientierung

Für die innere Krise des Landes Ende der 1980er-Jahre war das ND eines der Sinnbilder: Immergleiches kommunikatives Beschweigen der Probleme, von denen die Ausreisewelle in Richtung Westen nur eines war. In der Zeitung fand das, was fast alle DDR-Bürgerinnen und -Bürger beschäftigte, nur gefiltert statt. Aber überraschend kamen die Ereignisse des Herbstes 1989 für die Führung des ND nicht. Am 9. Oktober 1989 wirkte die Überschrift der Titelseite über die Jubiläumsfeiern der DDR vom 7. Oktober wie eine Voraussage: „Die Entwicklung der Deutschen Demokratischen Republik wird auch in Zukunft das Werk des ganzen Volkes sein.“ Natürlich wusste man um das Problem der Proteste und Ausreisen, aber das Handlungsdilemma zwischen Regimetreue und Glaubwürdigkeit wurde nun zum immer offenkundigeren Problem. Das ND war nicht dazu geeignet, die Vorgänge für die Bürgerinnen und Bürger glaubhaft einzuordnen und zu vermitteln.

Die Transformation des ND in den Nachwendejahren ist medienhistorisch spannend. Systemwechsel führen zu tiefgreifenden Umwälzungen der Medienlandschaft. Die kleineren Bezirkszeitungen der DDR wechselten rasch mit Hilfe finanzieller und struktureller Unterstützung westdeutscher Verlage die Besitzverhältnisse. Das ND ging einen anderen Weg. Die Zeitung sollte inhaltlich weiter der SED und ihrer Nachfolgerin, der SED-PDS, später der PDS und noch später der Linken, nahestehen. Doch zunächst galt es, das Überleben der Zeitung zu sichern. Dies bedeutete nicht nur eine dringend notwendige betriebswirtschaftliche Konsolidierung. Denn die 500 Angestellten von Redaktion, Verlag und Druckerei bedienten einst ein Blatt mit mehr als einer Million Abonnent_innen, von denen Anfang 1990 nur noch rund 300.000 übrig waren. Die Zeitung musste schnell zu einem neuen Verhältnis zur Partei finden, wenn sie überleben wollte. Dies war bereits im November 1989 klar.

Dennoch fiel es dem ND schwer, sich von der alten Identität zu lösen. Schließlich bildet die kritische Beobachtung der Wiedervereinigung und deren Folgen für die Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen DDR bis heute einen Kristallisationspunkt der Berichterstattung. Ein wiederkehrendes Thema war die Treuhand, von deren Wirken das ND selbst betroffen war. Weil die Zeitung 1991 vorübergehend unter deren Verwaltung gestellt wurde, protestierte das ND mit der Unterzeile im Titel: „Die einzige deutsche Tageszeitung unter direkter Regierungskontrolle“. Ende 1991 konnte die Zeitung nur durch Spenden von Leser_innen im Gesamtumfang von einer Million D-Mark gerettet werden. Es gelang dem ND, auch neue Leser_innenkreise zu erschließen: die Linken im Westen. Das waren vor allem Anhänger_innen des sogenannten alternativen Milieus, politisch häufig sozialisiert in der Umweltbewegung der 1980er-Jahre und nun organisiert in der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Mit Jürgen Reents, einem ehemaligen Mitglied dieser Partei, der 1990 in die PDS gewechselt war, wurde 1999 der erste Chefredakteur ohne DDR-Vita an die Spitze der Zeitung gestellt. Unter seiner Führung etablierte das ND eine modernere Linie, die sich auch im Layout niederschlug.

Der Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke im Bundestag, Gregor Gysi, hält am 16.2.2014 beim Parteitag in Hamburg eine Ausgabe der Zeitung "Neues Deutschland" in den Händen. (© picture-alliance/dpa, Bodo Marks)

Finanzielle Sorgen zum Jubiläum

Doch den Rückgang der Umsätze hielt auch diese Maßnahme nicht auf. 1990 hatte die PDS über die Neues Deutschland Verlag und Druckerei GmbH den Besitz und die Herausgabe des ND übernommen. 2007 wurden 50 Prozent von der Communio Beteiligungsgenossenschaft eG und 50 Prozent von der Föderative Verlags-, Consulting- und Handelsgesellschaft mbH – FEVAC – übernommen, die treuhänderisch die Anteile der Partei Die Linke verwaltet. Doch auch diese Konstruktion wird bald enden. Anfang 2021 wurde bekannt, dass die bestehende GmbH aufgelöst werden soll und die beiden Anteilseigner sich zurückziehen. Derzeit (April 2021) werden unterschiedliche Genossenschaftsmodelle diskutiert, um den weiteren Redaktions- und Verlagsbetrieb zu sichern. Als Grund für die Umstrukturierung gab Harald Wolf, Schatzmeister von Die Linke und früherer Wirtschaftssenator in Berlin, an: Die Zeitung werde zu sehr als Sprachrohr der Partei betrachtet und verfüge nur noch über rund 10.000 Abonnent_innen. Vielleicht erweist sich die verspielte Glaubwürdigkeit aus den Jahren des ND als Zentralorgan doch als zu große Hypothek für eine sozialistische Tageszeitung im vereinten Deutschland. Ihre 75-jährige Geschichte zeigt aber, dass es Ansätze zu einer selbstständigen und kritischen Stellung innerhalb des Machtgefüges der DDR gab. Doch eine eigene Agenda hatte das ND bis 1989 nie. Zu eng war die Verzahnung mit dem Regime, und bisweilen zu widersprüchlich und sprunghaft war die Parteilinie. Da diese immer vom ND kommuniziert werden musste, verspielte man Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Diese im vereinten Deutschland wieder einzuwerben und trotzdem eine ausgeprägte sozialistische Linie zu vertreten, hat sich als schwieriger Spagat erwiesen.

Zitierweise: Maximilian Kutzner, "Zwischen Zentralorgan und ungewisser Zukunft. Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990", in: Deutschland Archiv, 21.04.2021, Link: www.bpb.de/331746

Fussnoten

Fußnoten

  1. Uwe Klußmann, Die Staatszeitung, der ihr Staat abhandenkam, in: Spiegel-Online, 3.3.2021, https://www.spiegel.de/geschichte/neues-deutschland-die-staatszeitung-der-die-ddr-abhandenkam-a-c2ea25c1-b3aa-4f7c-a3a1-ab2332149536, letzter Zugriff am 12.4.2021.

  2. Über uns, in: Neues Deutschland, https://www.neues-deutschland.de/kontakt/9, letzter Zugriff am 12.4.2021.

  3. Burghard Ciesla/Dirk Külow, Zwischen den Zeilen. Geschichte der Zeitung »Neues Deutschland«, Berlin 2009.

  4. Hermann Weber, Demokraten im Unrechtsstaat. Das politische System der SBZ/DDR zwischen Zwangsvereinigung und „Nationaler Front“, in: Friedrich-Ebert-Stiftung (Hg.), Das politische System der SBZ/DDR zwischen Zwangsvereinigung und Nationaler Front, Bautzen 2006, S. 23-37, hier S. 26.

  5. Ciesla/Külow, Zeilen (Anm. 3), S. 12.

  6. O.A., Manifest an das Deutsche Volk, in: Neues Deutschland, 23.4.1946, S, 1.

  7. Ebd.

  8. Anleitung der Parteipresse, Protokoll 21.5.1947, in: Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde, DY30/82694.

  9. Kristen Benning, Die Geschichte des SED-Zentralorgans „Neues Deutschland“ von 1946 bis 1949. Die Waffenlieferanten „im Kampfe gegen die Reaktion und ihre Verwirrungsmanöver“, Münster 1997, S. 94ff.

  10. Exemplarisch o.A., Zehn Berliner sagen ihre Meinung. Was bei der Wahl vom 20. Oktober 1946 versprochen und nicht gehalten wurde, in: Neues Deutschland, 18.10.1947, S. 4.

  11. Die Verbreitung der Zeitung sollte nicht auf die SBZ beschränkt bleiben. Die Etablierung scheiterte aber am Verbot der Zeitung durch die britischen Besatzungsbehörden in Niedersachsen, siehe Ciesla/Külow, Zeilen (Anm. 3), S. 30.

  12. Rudolf Herrnstadt, Über „die Russen“ und über uns, in: Neues Deutschland, 19.11.1948, S. 4.

  13. Ebd.

  14. Stefan Wolle, Die DDR. Eine Geschichte von der Gründung bis zum Untergang, Bonn 2015, S. 60-64.

  15. Rudolf Herrnstadt, Kollege Zschau und Kollege Brumme, in: Neues Deutschland, 14.10.1951, S. 3-4.

  16. Nadja Stultz-Herrnstadt (Hg.), Das Herrnstadt-Dokument. Das Politbüro der SED und die Geschichte des 17. Juni 1953, Reinbek 1990, S. 345-354.

  17. Ciesla/Külow, Zeilen (Anm. 3), S. 142.

  18. O.A., Mit Wostok-Präzision, in: Neues Deutschland, 14.8.1961, S. 1.

  19. Anke Fiedler, DDR-Zeitungen und Staatssicherheit: Zwischen staatlicher Öffentlichkeitsarbeit und operativer Absicherung, in: Deutschland Archiv, 13.5.2014, www.bpb.de/159750, letzter Zugriff am 12.4.2021.

  20. Plan über die operative und propagandistische Auswertung der Aktion "Blitz", in: BStU, MfS, AS, Nr. 171/56, Bl. 9-13, https://www.stasi-mediathek.de/medien/plan-ueber-die-operative-und-propagandistische-auswertung-der-aktion-blitz/blatt/12, letzter Zugriff am 12.4.2021.

  21. O.A., Agentennester gefährden die Sicherheit, in: Neues Deutschland, 4.10.1955, S. 2.

  22. Günter Böhme, Was wird der Erich dazu sagen?, in: Michael Meyen/Anke Fiedler (Hg.), Die Grenze im Kopf. Journalisten in der DDR, Berlin 2011, S. 115-126, hier S. 123.

  23. Anke Fiedler/Michael Meyen, Generalchefredakteure? Die Medienarbeit von Walter Ulbricht und Erich Honecker, in: Deutschland Archiv, 16.10.2010, www.bpb.de/54176, letzter Zugriff am 12.4.2021.

  24. O.A., Sich selbst aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt, in: Neues Deutschland, 2.10.1989, S. 1.

  25. O.A., Die Entwicklung der Deutschen Demokratischen Republik wird auch in Zukunft das Werk des ganzen Volkes sein, in: Neues Deutschland, 9.10.1989, S. 1.

  26. Stefan Matysiak, Auf einmal gab es Pressefreiheit. Die Entwicklung der Tagespresse in Ostdeutschland von der "Wende" bis heute, in: Deutschland Archiv, 30.12.2010, www.bpb.de/54212, letzter Zugriff am 12.4.2021.

  27. Ciesla/Külow, Zeilen (Anm. 3), S. 212.

  28. Wolfgang Spickermann, Öffentlichkeit bewußt getäuscht, in: Neues Deutschland, 28.10.1991, S. 1.

  29. Wolfgang Hübner, Oft den Untergang vorhergesagt, in: Neues Deutschland, 30.6.2020, online unter: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1138536.neues-deutschland-oft-den-untergang-vorhergesagt.html, letzter Zugriff am 12.4.2021.

  30. Verena Mayer, Betongold, in: Süddeutsche Zeitung, 28.11.2018, https://www.sueddeutsche.de/medien/journalismus-tageszeitung-neues-deutschland-linke-1.4227435, letzter Zugriff am 12.4.2021.

  31. O.A.: Linkspartei will sich bei "Neues Deutschland" zurückziehen, in: Die Zeit, 26.2.2021, https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2021-02/die-linke-neues-deutschland-gmbh-zeitung-genossenschaft-verdi, letzter Zugriff am 12.4.2021.

  32. Ebd.

Lizenz

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Maximilian Kutzner für Deutschlandarchiv/bpb.de

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Dr.; ist Historiker an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, mit dem Schwerpunkt Medien- und Wirtschaftsgeschichte. Veröffentlichungen im Deutschland Archiv zur Erinnerungskultur und zur Geschichte der Asiatischen Grippe.