Meine Merkliste Geteilte Merkliste

Ein Sommer der Unentschlossenheit

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Julia Davidovski: „Kinder sind unsere Zukunft“ Emma Budge und Margarete Oppenheim: der Kampf um ihre Kunstsammlungen in der Bundesrepublik „Wir sind offen für alle“ Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Ein Sommer der Unentschlossenheit Entscheidende Wochen für die Ukraine und Europa, nach vielem nur halbherzigem Engagement. Eine Reflexion von Wolfgang Templin.

Wolfgang Templin

/ 17 Minuten zu lesen

Seit 24. Februar 2022 Alltag in der Ukraine: Bombenschäden durch ungebremste Angriffe Russlands. Hier aufgenommen am 19. August 2022 in der Hochschule für Technik und Design in Kramatorsk in der Ostukraine. Der Hausmeister Anatolii Slobodianik sucht die erhalten gebliebenen Bücher zusammen. (© picture-alliance/AP, David Goldman)

Die deutsche Botschaft in der Ukraine hat Mitte August verlauten lassen, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen ursprünglich schon Mai 2022 geplanten und dann wieder abgesagten Besuch in Kyiv „bald“ nachholen werde. Spät, aber nicht zu spät, denkt man an die monatelangen Phasen des Zögerns und der Verstimmungen, die dem vorausgingen. Entscheidend wird sein, welche Botschaft er in die ukrainische Hauptstadt mitnimmt, wo sich in diesen Monaten entscheidet, ob es gelingt, dem russischen Aggressor Einhalt zu gebieten. Wie bedeutsam der deutsche Anteil an Unterstützung sein kann, welchen Charakter er annehmen sollte, bleibt umstritten, auch innerhalb der Koalition. Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, ist bekannt für klare Positionen. Seit Monaten fordert sie mehr und wirkungsvollere Unterstützung für die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen den russischen Angriffskrieg - auf allen Ebenen. So richtete sie in der zweiten Julihälfte einen offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz. Darin forderte sie ihn auf, zügig eine „Nationale Ukraine-Konferenz“ einzuberufen. Beteiligt sein müssten Vertreter der Bundeswehr, der Industrie, der Politik und des Kanzleramts. Zeitnahes Handeln sei entscheidend, und dabei dürfe die Sommerpause kein Hindernis sein.

Vermisste Führungsrolle

Auf der Konferenz gelte es, „alle Karten auf den Tisch zu legen, zu einer geordneten Übersicht zu gelangen, kommende Schritte gezielt, einvernehmlich und gemeinsam festzulegen“. Dabei gehe es nicht um Monate, sondern um die nächsten Wochen. In Sachen Ukrainepolitik müsse Deutschland endlich die von den Nachbarn erwartete „Führungsrolle in Europa übernehmen, entschieden und mutig ohne Zweifel vorangehen“. Seit längerer Zeit forderte Strack-Zimmermann bereits einen Koordinator für die ukrainische Waffenhilfe im Bundeskanzleramt. Doch bislang vergebens.

Kurz darauf, am 17. Juli, ging Bundeskanzler Olaf Scholz mit einem Gastbeitrag in der FAZ an die Öffentlichkeit. Als wenn er dem Vorwurf zögerlichen Handelns begegnen wollte, sprach er von der Notwendigkeit einer „geopolitischen Europäischen Union“ und der führenden Rolle Deutschlands dabei. Russland habe mit seiner Aggression die bisherige europäische Friedensordnung in Schutt und Asche gelegt und müsse einer geschlossenen Kooperation der europäischen Demokratien begegnen, was die verhängten Sanktionen und die umfassende Unterstützung der Ukraine betreffe.

Dazu müsse es über die europäische Kooperation hinaus zu einer neuen globalen Kooperation der Demokratien kommen. Das setze „neue Kraft frei. Kraft, die wir in den kommenden Monaten brauchen werden. Kraft, mit der wir gemeinsam die Zukunft gestalten können. Kraft, die unser Land in sich trägt – und zwar in Wirklichkeit“, so Scholz. Er demonstrierte damit erneut sein klassisches Muster, bei eher allgemeinen Ankündigungen zu bleiben. Deutschland sei entschlossen, sich dem „neokolonialen“ Angriff Wladimir Putins zu widersetzen. Diese verbale Aufrüstung sollte wohl auch den Eindruck entschlossenen Handelns erwecken. Vieles klang gut, aber was steckte an wirklich Greifbarem dahinter? Droht gar die Gefahr eines der Ukraine auferlegten Diktatfriedens?

Deutlich wurde Reinhard Bütikofer, Europaabgeordneter und ehemaliger Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen (2002 – 2008). Er fragte nach Scholz‘ Sicht auf einen möglichen Waffenstillstand und konstatierte, dass sich der Bundeskanzler nur einem Ausgang des Krieges widersetze: dass Putin seine Maximalforderungen durchsetzt, also die Auslöschung einer souveränen Ukraine. Würde Scholz einen Kompromiss hinnehmen, in dem die Ukraine die Krim und den Donbass aufgeben müsste, vielleicht sogar Charkiv und Odessa?

„Der Kanzler“, sagt Bütikofer, „hat sich eine rhetorische Strategie zurechtgelegt, die seinen Mangel an Entschlossenheit durch besonders scharfe Worte ausgleichen soll.“ Mit dieser Einschätzung steht der Grünen-Politiker nicht allein. FDP-Frau Strack-Zimmermann, der CDU-CDU Außenpolitiker Norbert Röttgen sowie Sicherheits-, Verteidigungs- und Außenpolitiker*innen zum Beispiel aus den baltischen Ländern und Polen sehen das ähnlich und drängen auf eine sichtbar konsequentere Politik Deutschlands.

Wolfgang Ischinger, der langjährige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, fordert schon seit Ausbruch des Krieges eine grundlegende Neuaufstellung der deutschen Außen-, Sicherheits- und vor allem der Russlandpolitik. In all diesen Bereichen sei, in Anspielung auf die Zerstörung des World Trade Center, Ground Zero erreicht und eine neue Architektur nötig. Die Lücke zwischen der Ankündigung einer Neuausrichtung mit den dafür in Aussicht gestellten Millionen und Milliarden und den notwendigen strategischen Entscheidungen sei zu schließen. Jahre zuvor hatte Ischinger die alte Struktur und die Einbeziehung Russlands noch vehement verteidigt.

Welche Weichenstellungen?

Wo und in welchem Kreis werden aber die Weichen für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik gestellt, werden solche Entscheidungen getroffen? Der aus der bundesdeutschen Geschichte hervorgeholte Verweis, dass die Außenpolitik im Kanzleramt gemacht werde, reicht bei einer Dreierkoalition und starken Bündnisgrünen, die das Außenministerium besetzen, nicht mehr aus. Wer wird jetzt das Drehbuch für den Steinmeier-Besuch schreiben, die Beteiligten auswählen, welchen Charakter werden die Hintergrundgespräche tragen?

Will man einen positiven Blick behalten, kann man auf die für die Ukraine ermutigenden Erklärungen bei den letzten Besuchen führender deutscher Politiker*innen in Kyiv und dem Gipfelmarathon der Sommerwochen verweisen.

Dort konnte allerdings die Uneinigkeit vieler Akteur*innen und die Differenz zwischen ihren Positionen nur schlecht überspielt werden. Bei den mit aller Mühe zustande gekommenen Kompromissen wurde abschließend immer Geschlossenheit betont. Doch hinter den Fassaden werden daran immer wieder Zweifel laut.

Beim Gipfel der EU-Staaten im Juni in Brüssel preschte Ursula von der Leyen nach vorn und setzte gegen zahlreiche Widerstände das Versprechen eines Kandidatenstatus für die künftige Mitgliedschaft der Ukraine und Moldawiens in der Europäischen Union durch. Ungarn machte seine Zustimmung von zahlreichen Zugeständnissen abhängig und setzte eine Reihe davon auch durch.

Einige Tage später, auf dem G7-Gipfel im Oberbayerischen Elmau vom 26. bis 28. Juni 2022, wurde der Ukraine volle Solidarität zugesichert. Als Olaf Scholz dort vor die Presse trat, kam es zu einer denkwürdigen Szene. Die Journalistin Rosalia Romaniec von der Deutschen Welle fragte, ob denn Sicherheitsgarantien für die Ukraine für die Zeit nach einem Waffenstillstand überlegt worden seien. Scholz antwortete, solche Vorstellungen gäbe es. Auf die Rückfrage, ob er die wohl konkret benennen könne, antwortete der Kanzler, freundlich lächelnd, ja das könne er – und ließ die Nichtantwort vielsagend im Raum stehen.

Ende Juni, auf dem Nato-Gipfel in Madrid, stimmten alle Nato-Mitglieder dem Aufnahmeantrag von Finnland und Schweden in das Bündnis zu. Eine Stärkung, die in ihrer sicherheitspolitischen Wirkung, vor allem für den Nordraum, kaum überschätzt werden kann. Die Zustimmung dazu musste dem türkischen Nato-Partner, in Gestalt des Autokraten Recep Tayyip Erdogan allerdings mühsam abgerungen werden. Unverhohlen forderte er als Gegenleistung freie Hand für eine neue Offensive gegen kurdische Unabhängigkeitskräfte.

Die Vertreterinnen der baltischen Staaten und Polens waren am entschiedensten dafür, der Ukraine den Kandidatenstatus für die EU zu verleihen und das Land gleichzeitig näher an die Nato zu rücken. Ihre eigene Sicherheit dadurch zu erkaufen, dass sie in künftigen Vereinbarungen eine Neutralität und einen Vasallenstatus der Ukraine gegenüber Russland akzeptieren, lehnten sie ab. All dies müsse eine freie Entscheidung der Ukraine bleiben, zu der niemand sie drängen dürfe. Wie ein solches Drängen in historischen Ausnahmesituationen aussah, als in Europa mit der Friedenssehnsucht und der Angst der Menschen gespielt wurde, zeigen bedrückende Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:

Historische Analogien

So vorsichtig man mit historischen Analogien sein muss, sie drängen sich auf, wenn man auf die Jahre blickt, die in Europa dem Zweiten Weltkrieg vorausgingen, der am 1. September 1939 mit dem Überfall Nazideutschlands auf Polen begann.

Bis dahin waren wenig mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verstrichen, der in zahlreichen Ländern Europas Verwüstung und Elend hinterließ, Millionen Tote und Versehrte forderte. In Deutschland stürzte das Kaiserreich durch eine Revolution, die Weimarer Republik wurde zur Demokratie auf wackligen Füßen. Die mit der Kriegsniederlage verbundenen harten Auflagen des Versailler Vertrages arbeiteten Feinden der Demokratie in die Hände, welche die Rückgabe verlorener Territorien forderten, Deutschland zu alter Größe führen wollten und die westlichen Siegermächte für Not und Elend verantwortlich machten. Das Zusammenspiel rechter und linker extremer Kräfte brachte die Weimarer Demokratie zu Fall.

Mit der Machtübernahme Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 veränderte sich binnen kurzer Zeit die europäische Nachkriegsordnung. Im Verlauf weniger Jahre schafften es die Nationalsozialisten, alle innenpolitischen Gegner auszuschalten und mit sozialen Geschenken und dem Versprechen künftiger Weltgeltung die übergroße Mehrheit der Bevölkerung auf ihre Seite zu bringen. Der hemmungslose Demagoge Adolf Hitler gab sich als kompromissbereiter Friedensstifter aus, ignorierte alle militärischen Begrenzungen und Rüstungsbeschränkungen, die Deutschland auferlegt waren, marschierte 1936 in das demilitarisierte Rheinland ein und bracht 1937 den Anschluss Österreichs an das Reich zustande. Im Jahre 1938 war die Tschechoslowakei an der Reihe, wo er zunächst die Abtretung des Sudentenlandes forderte, in dem es eine starke deutsche Minderheit gab. Nur zu deren Schutz sei er tätig, erklärte Hitler.

Schon einmal fahrlässig vertane Chancen

In jedem Jahr nach der Machtübernahme hätten England und Frankreich, die militärisch zunächst haushoch überlegen waren, den Völkerbund und zahlreiche Verträge auf ihrer Seite wussten, Hitler stoppen können. Es gab Oppositionskräfte in der Führung der deutschen Wehrmacht, die gewillt waren, Hitler zu entmachten und zu einem Kompromiss mit den Westmächten zu finden. Alle Chancen dazu wurden vertan, teils aus dem Glauben an die Friedensschwüre Hitlers und seine Kompromissbereitschaft, teils aus dem tiefverwurzelten Egoismus der europäischen Großmächte. Politiker wie Winston Churchill, welche die mit Hitlers Großmachtstreben verbundenen Gefahren erkannten und für rechtzeitiges Eingreifen plädierten, waren isoliert und wurden von den Kräften, die für Appeasement standen, als Kriegstreiber verunglimpft.

Im Münchner Abkommen vom September 1938 sahen der britische Premier Arthur Neville Chamberlain und sein französischer Kollege Édouard Daladier die Chance, den europäischen Frieden zu erhalten, indem Sie der tschechoslowakischen Regierung territoriale Zugeständnisse aufzwangen. Die Situation, die nach der Abtrennung des Sudetenlandes eintrat und die Monate bis zum Kriegsausbruch bestimmte, nannte Leonard Mosley, ein Chronist des Geschehens, den „gespenstischen Frieden“. Ein entscheidender Grund für Hitlers Griff nach dem Sudetenland war das dortige Industriepotenzial und die starken Befestigungsanlagen. Die tschechoslowakische Armee war vorher ein starker Gegner für Hitler. Jetzt war ihr das Rückgrat gebrochen.

Das Verhalten Chamberlains und der britischen Regierung betrachtete Winston Churchill als eine Wahl zwischen Schande und Krieg. Die Regierung habe, um den Frieden zu gewinnen, die Schande gewählt. Aber der Krieg sollte Europa dennoch nicht erspart bleiben.

Polen wurde im September 1939 zum ersten Opfer des Angriffskrieges, zunächst durch den Überfall Hitlerdeutschlands, zwei Wochen später schloss sich mit Josef Stalin der zeitweilige Verbündete Hitlers an.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde die Sowjetunion selbst 1941 von Hitlerdeutschland überfallen. Stalin wurde zum Mitglied der Anti-Hitler-Koalition. In dem totalitären Massenmörder einen über die gebotene Notgemeinschaft hinaus akzeptablen Verbündeten zu sehen, blieb selbst Churchill, vor allem aber dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt nicht erspart.

Mit dem Sieg über Hitlerdeutschland und seine Verbündeten und der Befreiung aller von ihm besetzten Länder kam eine neue Nachkriegsordnung zustande. Eine jahrzehntelange Teilung Deutschlands und die Unterdrückung zahlreicher mitteleuropäischer Staaten, mit anfänglichem Massenterror, unter Beistand der je nationalen Kommunisten. Das sowjetische Kolonialgebiet dehnte sich aus, künftige Weltherrschaft wurde zum Ziel kommunistischer Verheißungen. Die Realität sah freilich anders aus. Unfreiheit und Kommandowirtschaft ließen die Sowjetunion im Systemwettkampf des Kalten Krieges hoffnungslos unterlegen sein.

Mit Glasnost und Perestroika unternahm Michail Gorbatschow in den achtziger Jahren einen untauglichen Rettungsversuch. Er wollte die Symptome kurieren, ohne letztlich die imperialen Grundlagen der Sowjetunion in Frage zu stellen, welche letztendlich zerfiel. Weder Gorbatschow noch Boris Jelzin gelang es, aus den Trümmern des Riesenreiches eine russländische Nation zu formen.

Einer Zeit der Wirren und des inneren Zerfalls unter Jelzin folgte durch Wladimir Putin die Sammlung und Disziplinierung kriminell mafiöser Kräfte unter Führung von Geheimdienstkadern und Vertretern des militärisch-industriellen Komplexes. Russland sollte sich von den Knien erheben und zu neuer Größe und Weltgeltung erstehen. Wer diesen Weg aber seit der Jahrtausendwende als Realist verfolgte, konnte und durfte keinen Zweifel daran haben, wohin die Reise ging. Alle Staaten und Nationen, die sich vom früheren zaristischen und später sowjetischen Imperium gelöst hatten, allen voran die Ukraine, sollten heimgeholt werden. Ob als erneuter Teil Russlands oder als Vasallenstaaten. Mehr noch, der gesamten westlichen Werteordnung wurde ein unversöhnlicher Kampf angesagt.

Als die Generalprobe für weitere Angriffe und territoriale Eroberungen mit der Besetzung der Krim und der Installation von Marionettenregimen im Donbass erfolgreich war, als der Westen zwar Sanktionen verhängte, diese aber nur halbherzig durchsetzte, konnte die Moskauer Führung nach 2014 in Ruhe den nächsten Schritt vorbereiten.

Illusionen und Verdrängungen

Bei all dem, was diese lange Geschichte zeigt und was die aktuelle Entwicklung offenbart, ist das Ausmaß aktueller Illusionen und Verdrängung verstörend bedrohlich.

Theologen und Friedensforscher, wie zum Beispiel Professor Egon Spiegel, raten der Ukraine zur Kapitulation, um eine moralisch bessere Position einzunehmen und auf dieser Basis einen gerechten Ausgleichsfrieden mit Putin zu erreichen. Oder sie erklären sich, wie der Soziologe Harald Welzer, über die eigene Familiengeschichte selbst zu Opfern anderer Art. In der ARD Talkshow von Anne Will am 8. Mai 2022 fuhr Welzer dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk über den Mund, weil der es wagte, deutsche Verantwortungsträger zu kritisieren. Maßgebliche Kreise der Linkspartei und der AfD hatte Putin als Vertreter der politischen Flügel längst auf seiner Seite. Jetzt zielt seine Propagandaoffensive offensichtlich auf die linksliberale und die rechte Mitte der deutschen Gesellschaft. Die Wirkung bleibt nicht aus.

Prominente wie der Historiker Herfried Münkler und der Soziologe Johannes Varwick erklären zwar ihr volles Verständnis für die Ukraine und die Abscheu, die sie Putin gegenüber empfinden. Die Situation der Ukraine sei aber aussichtslos und es gälte eine Lösung zu finden, mit der auch das Putin-Regime gesichtswahrend leben könne. Eine Lockerung oder Aufhebung der Sanktionen wird unter anderem vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer vorgeschlagen, um den Weg zu einem Kompromiss zu ebnen. Ihm springen sächsische Kommunalpolitiker zur Seite, wie ein offener Brief an Minister Robert Habeck vom 1. August 2022 zeigt. Im Hintergrund taucht hier immer wieder die Annahme auf, nach der sich totalitäre Systeme wie Russland jede Krise leisten könnten. Demokratien dagegen seien nur im Frieden stark, müssten Rücksicht auf die Alltagssorgen der Menschen, die Bedürfnisse und die Stimmungslage in der Gesellschaft nehmen. Ansonsten wäre der gesellschaftliche Frieden gefährdet, drohten soziale Unruhen und eine allgemeine Radikalisierung.

Zahlreiche historische Beispiele zeigen das genaue Gegenteil: Mit guten Argumenten, einer ehrlichen Diskussion und offener Auseinandersetzung lassen sich Bereitschaft zum Verzicht und Kraft mobilisieren.

Zitat

Mut und Tapferkeit können genauso ansteckend sein wie Panik, Angst und Feigheit. Das aktuelle Beispiel der Ukraine zeigt es.

Aller Widerstandswille, aller Mut und alle Tapferkeit sind jedoch zum Scheitern verurteilt, wenn im entscheidenden Moment die entscheidenden Waffen fehlen. Aber es sind nicht nur Waffen, die den Ausgang des Ringens entscheiden werden.

Die Position von Strack-Zimmermann und anderen Befürworter*innen einer konsequenten Unterstützung der Ukraine hat ja nicht nur Waffenlieferungen und die militärische Komponente im Blick. Gewiss ist dieser Punkt momentan am wichtigsten. Aber um das Regime Putins niederzuringen, bedarf es viel mehr. Die bislang ergriffenen Sanktionen entfalten bereits jetzt ihre Wirkung, wie Analysen erweisen, die aber auch deutlich machen, dass derzeit noch zu viele Schlupflöcher bestehen. Die russische Wirtschaft stagniert, immer mehr Teile des russischen Finanz- und Bankensystems, die von den internationalen Finanzsystemen entkoppelt wurden, haben bedeutende Probleme. Einiges gilt es noch nachzujustieren und die systemischen Sanktionen besser mit personellen Sanktionen zu verbinden, um weitere Kreise der russischen Führungselite zu treffen.

Dabei braucht es aber auch die Bereitschaft deutscher Wirtschaftskreise, nicht aus egoistischen Motiven heraus Sanktionen zu unterlaufen. Der zynische Spruch Dimitrij Medwedjews „Konflikte kommen und gehen, Geld bleibt“ darf sich nicht bewahrheiten.

So ernst die Lage und so kritisch unsere Energieabhängigkeit auch ist: Unbequeme Maßnahmen wie autofreie Sonntage oder ein Tempolimit auf den Autobahnen dürfen kein Tabu mehr sein. Entscheidend ist, dass sich Russland von der Illusion verabschieden muss, in seiner jetzigen Verfasstheit wieder zum anerkannten Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft zu werden. Trotz seines Gewichts steht es nunmehr als Terror- und Kriegsverbrechensstaat in einer Reihe mit Nordkorea und Syrien.

Die Erfassung und Dokumentation der russischen Kriegsverbrechen ist hier nur der erste Schritt. Alle Mittel und personellen Ressourcen, die für die spätere Ahndung vor dem Internationalen Strafgerichtshof oder vor einem Sondertribunal nötig sind, müssen bereitgestellt werden. Auch dafür kommt Deutschland eine wichtige Rolle zu.

Durchgesetzt werden muss auch: Der notwendige Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg muss von Mitteln getragen sein, die dem russischen Staat entzogen wurden. Bereits jetzt ist ein geschätzter Schaden in Höhe von 750 Milliarden Euro entstanden, der den Ruf nach einem Marshallplan für die Ukraine nach Putins Krieg immer lauter werden lässt. Der internationale Einsatz dieser Mittel könnte bei richtiger Verwendung die ukrainischen Reformprozesse befördern – und abfärbend vielleicht auch einen innerrussischen.

Allianzen und Bündnisse, Zukunftshoffnungen

Immer wieder steht das Argument im Raum, dass alle Hilfsmaßnahmen für die Ukraine, alle Sanktionspakete umsonst oder sogar kontraproduktiv seien, weil Putin sich vom Westen abwenden, neue Bündnisse und Allianzen schließen könne. Dabei werden die engen Grenzen und die Fragilität all dieser Vereinbarungen massiv unterschätzt.

Wenn man von stabilen Bündnissen sprechen will, bei denen sich politische und wirtschaftliche Interessen und gemeinsame Grundwerte verbinden, dann trifft das nur auf die Europäische Union und die transatlantische Gemeinschaft mit den USA und Kanada zu. Auch diese funktionieren nicht ideal, haben ihre Krisen und Schwachstellen, sie haben aber anders als handelspolitische und militärpolitische Zweckbündnisse zwischen Russland und China, Russland und Indien oder Indien und China ein gemeinsames demokratisches Fundament. Ihre Beteiligten können und sollten auf Augenhöhe miteinander umgehen, was vor allem für das Verhältnis zu den USA gilt. Ein solcher Umgang miteinander ist zwischen defekten Demokratien, Autokratien und Diktaturen nicht möglich. Hier gilt das Prinzip des wechselseitigen Belauerns, der Vereinbarungen auf Zeit und des schnellen Wechsels der Partner.

Lange Zeit wurde in Deutschland der Erfolgsweg Chinas bestaunt und bewundert, China als gigantischer Markt geschätzt und die mit diesen Vorteilen verbundenen Abhängigkeiten unterschätzt. Die offizielle Kritik an Menschenrechtsverletzungen wie dem Abwürgen der Hongkonger Freiheitsbewegung blieb offiziell verhalten. Erst der Corona-Schock zeigte die Grenzen des chinesischen Erfolgsmodells. Putin sucht die Nähe zu China, aber er wird sich nicht mit dem Wolf ins Bett legen, wie es einer seiner Kritiker formulierte.

Die Achse für ein gegen den Westen gerichtetes stabiles euroasiatisches Bündnis ist nicht in Sicht, denn es gäbe allen Beteiligten in diesem Raum nur die Möglichkeit der Unterordnung und würde Russland auf den zweiten Platz verbannen. China sieht sich als hegemoniale Großmacht im gesamten fernöstlichen Raum und als künftige Weltmacht Nummer eins. Bereits jetzt bedroht es alle seine unmittelbaren Nachbarn militärisch und weigert sich, die Unabhängigkeit der Insel Taiwan anzuerkennen. Dorthin flüchtete Tschiang Kai-shek als Verlierer des chinesischen Bürgerkrieges nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und errichtete eine Militärdiktatur. Sie wurde in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts auf friedliche Weise überwunden.

Seitdem ist Taiwan eine prosperierende, wirtschaftsstarke Demokratie, an guten Beziehungen zum großen Nachbarn China interessiert, aber nicht bereit, seine Unabhängigkeit aufzugeben. Die Taiwanesen würden einer chinesischen militärischen Invasion entschiedenen Widerstand entgegensetzen und können sich dabei der militärischen Unterstützung der USA als Bündnispartner sicher sein. Mit dem demonstrativen Besuch der Sprecherin des US-amerikanischen Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan im August 2022 wurde diese Bereitschaft unterstrichen.

In anderer Weise als für die Ukraine ist Deutschland auch dort gefordert. Der Leiter der Vertretung Taiwans in der Bundesrepublik, Prof. Jhy-Wey Shieh, unterstrich in einem Interview die Bedeutung solcher Auftritte und regte den Besuch einer Delegation des Deutschen Bundestages unter der Leitung der Bundestagspräsidentin an. Wenn sich jetzt der Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages auf seiner geplanten Fernostreise im Oktober entschlossen hat, auch in Taipeh Station zu machen, ist das ein ermutigendes Zeichen.

Für Indien, das noch als Demokratie gesehen werden kann, ist offen, ob sich dort ein extremer Hindu-Nationalist wie Narendra Modi dauerhaft an der Macht halten und die Politik seines Landes bestimmen kann. Warum sollten die Demokratien des Westens zukünftig nicht zum stärkeren Magnetfeld für Indien und weitere Demokratien in Asien, Lateinamerika und Afrika werden? Eines Westens, der dabei ist, sich reuevoll seiner kolonialen und neokolonialen Bürden zu entledigen.

Welche Zukunftswege?

Für die Frage nach der Zukunft einer souveränen Ukraine, des um seine Freiheit ringenden Belarus und letztlich nach der Zukunft Russlands sollten wir auch in Deutschland viel stärker auf die mutigen Stimmen ukrainischer, belarussischer und russischer Politiker*innen und Intellektuellen hören, von denen sich viele ins Exil geflüchtet haben, zum Beispiel:

• Michail Kassjanow war bis 2002 russischer Ministerpräsident und führt im Exil eine Oppositionsbewegung an.

• Michail Chodorkowski wurde in den neunziger Jahren zu einem der einflussreichsten Oligarchen, überwarf sich mit Putin und brachte zwölf Jahre in russischen Straflagern zu. Er unterstützt demokratische Kräfte aus dem Ausland.

• Alexander Nawalny, einer der meistverfolgten russischen Oppositionellen, meldet sich aus seiner Isolation in einem russischen Straflager immer wieder mutig zu Wort.

• Wladimir Sorokin, Boris Akunin und Wiktor Jerofejew gehören zu den erfolgreichsten russischen Autoren der Gegenwart. Auch auf sie sollten wir hören:

• Wladimir Sorokin lebt bereits seit 2008 in Berlin und zeichnete in seinen Büchern die historischen Machtkämpfe der russischen Eliten in phantastisch historischem Gewand.

• Boris Akunin, der weltweit bekannte Autor, schuf mit seinen historischen Kriminalromanen ein Bild des zaristischen Russlands gegen Ende des Jahrhunderts. Er lebt seit Jahren in London, schreibt aber auch für seine russischen Leser*innen.

• Wiktor Jerofejew gilt als unübertroffener Chronist der Stalinzeit. Ihn machte erst das Jahr 2022 zum Flüchtling.

• Katja Petrowskaja, Irina Scherbakowa und Ljudmila Alexejewna wurden als Schriftstellerinnen und Zeitzeuginnen zu Stimmen ihrer Nationen.

Sie alle beurteilen die Situation in der Ukraine, in Belarus und Russland unterschiedlich, sind sich aber in einigen Punkten unverrückbar einig:

Zitat

Jedes Nachgeben der Ukraine, jeder Kompromiss, der Russland eine Kriegsniederlage erspart, vergrößert künftige Gefahren.

Nur wenn die russische Kriegsmaschinerie an ihre Grenzen stoße, die Ukraine also erfolgreichen Widerstand leisten kann und dafür genügend Unterstützung erhalte, wenn die Wirkung der Sanktionen immer stärker werde, sei ein Waffenstillstand möglich, der Russland zum Nachgeben zwingt und in die Defensive drängt, ist ein vielfach zu vernehmender, weitsichtiger Rat.

Ob und wann dann die Nachfolgekämpfe an der Spitze ausbrechen, an der sich jetzt die ersten Risse abzeichnen, ist offen. Nur wenn die momentan noch angstvoll gelähmte russische Gesellschaft mit ihrem dann ausbrechenden eigenen Elend konfrontiert wird, könnte es zu einem Neuanfang kommen. Der bekannte russische Regisseur Kirill Serebrennikov, der mit Beginn des Krieges gegen die Ukraine Moskau verlassen hat, arbeitet jetzt als Artist in Residence beim Hamburger Thalia Theater. Er gibt Putin keine ewigen Lebenschancen und sagt, er werde hoffentlich lange leben, um ein demokratisches Russland in Zukunft selbst noch zu erleben.

Solche, auf eine ferne Zeit gerichteten Hoffnungen sind das eine, die aktuelle tödliche Gefahr für eine souveräne Ukraine das andere. Diese Gefahr kann sich noch im Laufe dieses Sommers zuspitzen, während sich in Deutschland die Geister weiter scheiden und die Bundesregierung Unentschlossenheit demonstriert.

Zitierweise: Wolfgang Templin, „Ein Sommer der Unentschlossenheit“, in: Deutschland Archiv, 19.8.2022, Link: www.bpb.de/512158. Veröffentlichte Texte im Deutschland Archiv sind Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar.

Vertiefende Literatur:

  • Leonard Mosley: Der gespenstische Friede. Europäische Politik 1938/39. Bergisch Gladbach 1969

  • Richard Harris: München. München 2017.

  • Chester Wilmot: Der Kampf um Europa. Von Dünkirchen bis Berlin. Stuttgart 1953

  • Tim Bouverie: Mit Hitler reden. Der Weg vom Appeasement zum zweiten Weltkrieg Hamburg 2021

  • Catherine Belton: Putins Netz. Wie sich der KGB Russland zurückholte und dann den Westen ins Auge fasste. London 2022

  • Masha Gessen: In Putins Kopf. Logik und Willküreines Autokraten. Berlin 2022

Externer Link: Zeitenwende? 40 weitere Stimmen zum Ukrainekrieg im Deutschland Archiv.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100038826/bundespraesident-frank-walter-steinmeier-plant-reise-nach-kiew.html, letzter Zugriff 17.8.2022.

  2. Vgl. https://www.tagesschau.de/inland/ukraine-deutschland-streit-steinmeier-101.html, letzter Zugriff 17.8.2022.

  3. Vgl. https://www.deutschlandfunk.de/putins-krieg-russland-strategie-des-westens-interview-ischinger-100.html, letzter Zugriff 17.8.2022

  4. Vgl. https://www.katholisch.de/artikel/33901-theologe-spiegel-ukraine-sollte-weisse-fahne-hissen, letzter Zugriff 17.8.2022

  5. Vgl. https://www.lvz.de/mitteldeutschland/offener-brief-aus-reichenbach-im-vogtland-an-habeck-wenden-sie-schaden-von-deutschland-und-europa-ab-KTQWY624DQKSUNJIMJNJ24HD2I.html, und https://www.reichenbach-vogtland.de/fileadmin/user_upload/reichenbach/pdf/01_stadt_buerger/03_aktuelles/pressemitteilungen_corona/2022_08_01_offener_brief.pdf, letzte Zugriffe 17.8.2022

  6. Vgl. https://plus.tagesspiegel.de/politik/strafmassnahmen-wegen-krieg-gegen-ukraine-wie-wirken-die-sanktionen-gegen-russland-8559739.html, letzter Zugriff 17.8.2022

  7. https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nord-stream-2-und-deutschlands-mitschuld-am-ukraine-krieg-17967882.html?premium und https://foreignpolicy.com/2022/07/07/ukraine-russia-war-cease-fire-settlement-deal-negotiation-minsk-agreement-peace/, letzte Zugriffe 18.8.2022

  8. Vgl. https://www.wiwo.de/politik/europa/freytags-frage-wie-sollte-der-marshall-plan-fuer-die-ukraine-aussehen/28508784.html, letzter Zugriff 17.8.2022.

Weitere Inhalte

Wolfgang Templin ist Philosoph und Publizist. Von 2010 bis 2013 leitete er das Büro der Heinrich Böll Stiftung in Warschau. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Fragen des deutsch-deutschen Vereinigungsprozesses und der Entwicklungen im östlichen Teil Europas, insbesondere in Polen und der Ukraine.