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Schlussstrich statt Sühne

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Ein Sommer der Unentschlossenheit Sechs Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwende Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? 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Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Schlussstrich statt Sühne

Wolfgang Buschfort

/ 11 Minuten zu lesen

Eine eingehende, kritische Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit blieb in beiden deutschen Staaten lange Zeit aus. Neuere Bücher untersuchen die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Deutschland allgemein wie auch in spezifischen Bereichen.

  • Jörg Osterloh, Clemens Vollnhals (Hg.): NS-Prozesse und deutsche Öffentlichkeit. Besatzungszeit, frühe Bundesrepublik und DDR (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung; 45), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2011, 456 S., € 62,95, ISBN: 9783525369210.

  • Joachim Perels, Wolfram Wette (Hg.): Mit reinem Gewissen. Wehrmachtrichter in der Bundesrepublik und ihre Opfer, Berlin: Aufbau 2011, 474 S., € 29,99, ISBN: 9783351027407.

  • Julia Volmer-Naumann: Bürokratische Bewältigung. Entschädigung für nationalsozialistisch Verfolgte im Regierungsbezirk Münster (Schriften Villa ten Hompel; 10), Essen: Klartext 2012, 512 S., € 42,–, ISBN: 9783837503951.

NS-Prozesse und deutsche Öffentlichkeit

Jörg Osterloh/Clemens Vollnhals, NS-Prozesse und deutsche Öffentlichkeit (© Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen)

Seine zweite Auslandsreise als Bundespräsident führte Joachim Gauck vor wenigen Wochen nach Breda, in die Niederlande. Die Medien wurden nicht müde, auf die schwere deutsche Besatzungszeit der Stadt hin zu weisen. Was kaum jemand dabei erwähnte: Nirgendwo wird das deutsche Verhalten gegenüber Kriegsverbrechern so deutlich wie hier. Und kaum ein Vorfall hat das deutsche Bild in den Niederlanden lange so negativ geprägt wie die Flucht der Häftlinge von Breda. Die Flucht von sieben verurteilten NS-Verbrechern 1952 in die Bundesrepublik, wo sie nie wegen ihrer Taten büßen mussten. 2010 hat die niederländische Justiz letztmalig einen Auslieferungsantrag für einen der Verbrecher gestellt, vergeblich. Im Mai 2012 starb er.

Der Fall ist symptomatisch für die längste Phase der Nachkriegszeit und für einen erheblichen Teil der deutschen Bevölkerung. Dabei hatten sich die Alliierten, vor allem Briten und Amerikaner, anderes vorgenommen: Es sollte eine Aufarbeitung der schrecklichen Taten geben, eine Umerziehung der Deutschen. Zwar herrschte anfangs in der deutschen Bevölkerung eine "relativ breite Übereinstimmung, NS-Täter zur Verantwortung ziehen zu wollen." (22) Doch nach der Besatzungszeit lahmte der Verfolgungseifer beträchtlich. Und in den 1950er-Jahren jubelten Zuschauer in manchen Prozessen, etwa wenn Mitarbeiter des Reichssicherheitshauptamtes oder der Gestapochef von Nürnberg, Benno Martin (dem Judendeportationen zur Last gelegt wurden), freigesprochen wurden. Hatte es zunächst noch eine tiefe Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung gegeben (79), so spielte dies nach Gründung der Bundesrepublik kaum noch eine Rolle: Die Taten wurden nur selten thematisiert.

Die Besatzungsmächte hatten 1945 bestimmt, dass alle aktiven NSDAP-Mitglieder sowie diejenigen, die an der Strafjustiz des NS-Regimes direkten Anteil gehabt hatten, nicht mehr Richter und Staatsanwälte werden durften. Möglichkeiten, dies zu gewährleisten, gab es, den Alliierten standen die NSDAP-Mitgliederkartei und die Personalakten des Reichsjustizministeriums zur Verfügung. Doch das Verfahren, diesen Personenkreis zu ermitteln und auszuschließen, verlief in allen Besatzungszonen unterschiedlich stringent und wurde in der Bundesrepublik, aber auch in der DDR verwässert. Hinzu kam: Es wurde kaum nachermittelt. So konnte jener "schreckliche Jurist" (Rolf Hochhuth) Hans Filbinger durch die Maschen schlüpfen, weil er seine Tätigkeit bei Sonder-, Stand- und Kriegsgerichten verschwieg. (35f)

Nach dem ersten Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher stießen nur noch wenige Fälle überregional auf Interesse in der deutschen Öffentlichkeit, etwa jener gegen die Denunziantin Carl Goerdelers, Helene Schwärzel. Der Prozess gegen ihre Mittäter anderthalb Jahre später fand kaum noch öffentliche Resonanz. Selbst das erste Verfahren gegen einen KZ-Kommandanten in Deutschland, gegen Paul-Werner Hoppe (KZ Stutthoff) in Bochum 1955, fand nur ein begrenztes Echo; Hoppe kam mit läppischen fünf Jahren und drei Monaten Haft davon. Auch die Presse nahm kaum Notiz, obwohl in diesem Verfahren vor allem die Vergasung jüdischer Frauen im Mittelpunkt stand: Wenn in den Medien berichtet wurde, dann auf der Grundlage von Berichten der Nachrichtenagenturen und nicht eigener Korrespondenten. Es gab eine wichtige Ausnahme: Der Fall von Feldmarschall Ferdinand Schörner, dem zahlreiche Hinrichtungen deutscher Soldaten und Zivilisten gegen Kriegsende vorgeworfen wurden. Hier konnten Medien und Bevölkerung mitfühlen, jeder hätte Opfer sein können. Beim Mord an jüdischen Frauen fiel das offenbar erheblich schwerer. Hans Habe, damals US-Presseoffizier, sah die zentrale amerikanische Informationspolitik im Zuge der Umerziehung schon 1946 als gescheitert an. (97)

So ist in den 50er-Jahren von einer "weiten Schlussstrichmentalität auszugehen" (60), Robert Sigel macht sie schon kurz nach Kriegsende aus. (147) Und nicht nur das: Bundesweit hatten jetzt jene das Sagen, die auch längst verurteilte Massenmörder begnadigen wollten und zum Teil selbst NS-belastet waren. (141f) Immerhin, so war die vorherrschende Meinung, hätten auch die Alliierten Kriegsverbrechen begangen, KZ-, SS- und Gestapomörder säßen demnach nur im Gefängnis, weil das Deutsche Reich den Krieg verloren hatte. Und der Rückzug ins Private tat ein Übriges: Die Führungsspitze des NS-Staates war tot, dass Hunderttausende Mittäter gewesen waren, wurde weder in Ost- noch in Westdeutschland groß thematisiert. Und die Bevölkerung tat sich leid wegen der Dinge die sie selbst zu erleiden hatte: Wohnungsnot, Heimatverlust und Hunger vor allem.

Doch die Deutschen, die einen Schlussstrich wollten, wurden enttäuscht. Ab Ende der 1950er-Jahre rückten die Verbrechen wieder in den Mittelpunkt der Berichterstattung. Und die Öffentlichkeit nahm, zunächst im Verfahren wegen der Erschießung von Fremdarbeitern in Arnsberg und dann im Ulmer Einsatzgruppenprozess, erstaunt Kenntnis davon, dass es sich bei den Tätern nicht um Sadisten, Fanatiker oder Psychopathen handelte, sondern um normale "Familienväter, die nun wieder als angesehene Männer lebten." (70) Erst hier ging ein Ruck durch Deutschland, selbst konservative Journalisten forderten nun, die Gräueltaten endlich aufzuarbeiten: "Der Schlussstrich werde nur möglich sein, schrieb etwa der Trierische Volksfreund, wenn man mit einiger Sicherheit sagen könne, dass alle oder doch ein überwiegender Teil der KZ-Verbrechen gesühnt seien" (72). Doch dazu ist es in Deutschland nie gekommen, auch wenn schon wenig später die deutsche Öffentlichkeit erneut wachgerüttelt wurde: Durch die Entführung von Adolf Eichmann und die anschließende Verurteilung des Organisators des monströsesten Verbrechen des NS-Regimes: Der Endlösung der Judenfrage. Aber auch dieser Prozess führte in Deutschland oft zu Ratlosigkeit, ja Ablehnung. Er wurde als "Demütigung" Deutschlands gesehen (292), manch Kommentator forderte eine Auslieferung Eichmanns an die deutsche Justiz – ein angesichts der bisherigen Erfahrungen mit der hiesigen Justiz ein geradezu abenteuerliches Ansinnen. Erst in den 1960er-Jahren änderte sich die öffentliche Meinung zur NS-Vergangenheit. Doch da war es, sowohl aufgrund der "biologischen Komponente" als auch wegen zahlreicher Strafrechtsänderungen längst zu spät für eine Verfolgung der Täter.

In der SBZ und späteren DDR waren die NS-Prozesse vor allem eine Möglichkeit, den eigenen Anspruch als "antifaschistischer Staat" heraus zu stellen, aber auch mit dem Finger auf die Bundesrepublik zu zeigen, die Naziverbrecher laufen ließ. Massenkundgebungen wurden organisiert und "Braunbücher" produziert; diese mit erstaunlich wenigen Fehlinformationen. Vor allem Prozesse gegen Industrielle im Westen dienten in der SBZ zur Legitimation von Enteignungen. Die Ausschaltung der "Monopolkapitalisten" war für die SED "gleichbedeutend mit der Überwindung des Nationalsozialismus" (128). Dabei fungierten die Medien als Legitimitätsinstrument des Systems. Hierzu passen auch die ausführlich dargestellten Waldheim-Prozesse, in denen nicht einmal ansatzweise versucht wurde, den Angeklagten eine individuelle Schuld nachzuweisen. Dafür konnten andere NSDAP-Mitglieder, sogar "Blutrichter", in der DDR Karriere machen; Hauptsache das – neue – Parteibuch stimmte, (176) oder die NS-Täter verpflichteten sich zur Spitzeltätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit. (219f)

Das Buch von Jörg Osterloh, Clemens Vollnhals und ihren Mitarbeitern gibt die ganze Bandbreite der Diskussion um den öffentlichen Umgang mit der NS-Vergangenheit wieder. Die Antwort auf die Frage, wie die Deutschen – aber auch die Österreicher, die an der Legende strickten, sie seien nicht Täter, sondern Opfer gewesen – mit den Verbrechen der Nazizeit umgingen, ist nach der Lektüre ernüchternd: Sie gingen weitgehend gar nicht damit um. Der größte Massenmord in der Weltgeschichte spielte in weiten Kreisen der Bevölkerung und in den Medien lange Zeit überhaupt keine Rolle. Dennoch kann man auf Millionen ungesühnten Morden eine funktionierende Demokratie aufbauen. Zumindest dies hat das Beispiel Bundesrepublik, aber auch das Österreichs gezeigt.

Mit reinem Gewissen

Joachim Perels/Wolfram Wette, Mit reinem Gewissen (© Aufbau)

Wer den Begriff Wehrmachtjurist hört, denkt automatisch an den Fall Filbinger. Und dieser "schreckliche Jurist" und Politiker, der für Todesurteile verantwortlich war, kommt detailliert in dem Buch von Joachim Perels und Wolfram Wette vor. Doch Hans Filbinger ist nur eines der vielen Beispiele für Handlanger des NS-Regimes in Wehrmachtsuniformen, die geschätzt 19 600 Menschen, eine Kleinstadt, durch ihre Urteilssprüche in den Tod beförderten. Als aus dem Land der Dichter und Denker das Land der Richter und Henker geworden war. Dass die NS-Richterschaft und damit auch die Wehrmachtrichter die am wenigsten bestrafte Gruppe der NS-Mörder war, ist spätestens seit Manfred Messerschmitts Buch über "Die Wehrmachtsjustiz 1933–1945" von 2005 bekannt. Ein Jahr zuvor hatte Marc von Miquel deutlich gemacht, wie die Strafverfolgung der NS-Mörder in Deutschland mit juristischen Mitteln verhindert wurde. Mehr noch: Dass diejenigen, die sich die Wahrung des Rechts auf ihre Fahnen geschrieben hatten, ihre Stellung dazu missbrauchten, die Verfolgung des NS-Unrechts zu verhindern.

Hier setzt der Sammelband an und schildert in einer bedrückenden Vielfalt, warum und wie Menschen von der Wehrmachtsjustiz umgebracht wurden. Mit dem Ergebnis: Auch die Wehrmacht wich nicht vom antizivilisatorischen NS-System ab, das genau definierte Menschengruppen mit Hilfe des Rechts verfolgte und ausrottete. Denn formell entstanden die Todesurteile im geltenden Recht, freilich einem pervertierten Recht. Nur in den seltensten Fällen wurden die Täter später zu – meist geringen – Haftstrafen verurteilt. Etwa der Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner, dem das pervertierte NS-Recht nicht genügte. Was Schörner trieb, waren keine Justizmorde, kein normatives Unrecht, es waren Morde ohne Justiz, begangen in der Selbstgefälligkeit eines überzeugten Nazioffiziers.

Die Hoheit über die historische Deutung des Zweiten Weltkrieges, mithin über die Wehrmachtsjustiz, hatten lange die ehemaligen Wehrmachtsoffiziere. Denn die hatten in ihren Nachkriegspositionen wieder Amt, Macht, Würden und Beziehungen, sodass sie sogar mithilfe des unverdächtigen Münchener Instituts für Zeitgeschichte ihre Fehlinterpretation des eigenen Handels als Buch zusammenschreiben konnten. Letztlich erschien es dann doch nicht in der Schriftenreihe des Instituts, wurde aber trotzdem das Standard-, weil einzige Werk zum Thema. So traf sich der "herrschende Zeitgeist", die Schlussstrich-Mentalität, mit einseitiger Geschichtsdeutung. Mit einer fatalen Konsequenz: Bis in die 1990er-Jahre bestanden die Legenden von der "sauberen Wehrmacht" wie auch von der sauberen, nur nach rechtlichen Gesichtpunkten urteilenden Wehrmachtsjustiz fort. Möglich wurde dies durch Personen wie Erich Schwinge, dem Kommentator – und dann auch Vollstrecker (140) des NS-Kriegsrechts. Schwinge prägte nach 1945 jahrzehntelang das Bild der Wehrmachtsjustiz als Verteidiger, Gutachter "und Histograph in eigener Sache". Schwinge, Schreiber und Exekutor des NS-Rechts, entlastete in der Bundesrepublik vor Gericht "schließlich sein eigener Gesetzeskommentar" (152), den er zum NS-Recht geschrieben hatte. Schwinge ist kein Einzelfall; die Autoren dieses Sammelbandes zeigen, wie die Wehrmachtsrichter vielfach die eigene Vergangenheit verschleiern konnten: In hohen Positionen schrieben sie Rechtsgeschichte in der Bundesrepublik. An zahlreichen Beispielen zeigen sie, wie hier das Recht von Seilschaften NS-belasteter Richter gebogen und uminterpretiert wurde. Damit bloß keiner für seine unmenschlichen Taten büßen musste. Detlef Garbe verdeutlicht, dass es sich bei vielen Personen gar nicht mal um überzeugte Nationalsozialisten handelte, sondern "dass in vielen Bereichen die Grenzen zwischen Nationalkonservativen und Nationalsozialisten fließend waren."

Zwar war nicht nur in der Bundesrepublik sondern auch bei britischen Parlamentariern bekannt, "dass 596 Juristen von Hitlers Sondergerichten wieder im Dienst" waren (216), doch Konsequenzen hatten auch entsprechende Anfragen nicht: Wer von der Fiktion einer unbefleckten Wehrmachtsjustiz ausging, konnte folgerichtig auch nichts dagegen haben, dass die "Wahrer des Rechts in schweren Zeiten" wieder in Amt und Würden und an Pensionen kamen.

Erst 1995 erklärte der Bundesgerichtshof, die Todesstrafenpraxis der Militärjustiz sei "rechtsbeugerisch" gewesen, sie hätte "in einer Vielzahl von Fällen zu einer Verurteilung von Richtern und Staatsanwälten führen müssen." (92) Für die Opfer – und ihre Angehörigen – war das zu spät, und auch für die Täter: Das Problem hatte sich "biologisch" erledigt, verurteilt wurde keiner mehr. Gleichwohl war dies ein Urteilsspruch von hoher symbolischer Kraft: Die Geschichtslüge der rechtswahrenden Wehrmachtsjustiz war nun vom Tisch.

Leider versuchen einzelne Autoren des Bandes, einen Bogen zu schlagen zur Gegenwart, zur Bundeswehr. So spricht Rolf Surmann "von der militärischen Zerschlagung Jugoslawiens" (352) durch eine deutsche Kriegsführung, Helmut Kramer versucht ein Plädoyer für die Aburteilung von Militärangehörigen auf Auslandseinsätzen vor deutschen Zivilgerichten in Deutschland. Diese Meinung kann man zweifellos haben, auch wenn sie möglicherweise praktisch unausführbar ist, doch widerspricht sich Kramer selbst.

Trotz dieser erheblichen Schwachstellen haben Joachim Perels und Wolfram Wette ein wertvolles, seit mehr als einem halben Jahrhundert überfälliges Buch vorgelegt, das allerdings den Gegenwartsbezug nicht gebraucht hätte.

Bürokratische Bewältigung

Julia Volmer-Naumann, Bürokratische Bewältigung (© Klartext)

Der Krieg war vorbei, da kehrten die ersten NS-Opfer wieder zurück in ihre ausgebombten Städte. Juden, politische Emigranten, KZ-Häftlinge. Vom Wunsch beseelt, in ihrer Heimat neu anzufangen, und mit der Hoffnung, ihr altes Eigentum, Häuser, Möbel, Geld, wieder zurückzubekommen. Denn die meisten waren mittellos und hatten an Eigentum nur das, was sie am Körper trugen, sie waren zudem oft von jahrelanger Haft arbeitsuntauglich.

Julia Volmer-Naumann zeigt, wie der chaotische Beginn der Entschädigungspraxis aussah und wie er dann Zug um Zug in geordnete, bürokratische Bahnen gelenkt wurde. Und wie im Regierungspräsidium Münster eine eigene kleine Entschädigungsabteilung entstand. Bis ins kleinste Detail wird gezeigt wer dort wie arbeitete, werden Arbeitsabläufe aber auch Freizeitaktivitäten der Mitarbeiter in Fotos gezeigt.

Doch der Beginn gehörte kleinen Selbsthilfegruppen, etwa dem Wiedergutmachungs-Komité in Münster, selbsternannten Gruppen, die sich selbst mit Macht und Kompetenzen ausstatteten, um Verfolgten – und auch sich selbst – zu helfen. Die Mitarbeiter waren umstritten, manch einem haftete das Odium der Kriminalität an, Geld und Waren verteilten sie nach Gütdünken. Die Stadtverwaltung Münster erkannte das örtliche Komité durchaus als halboffizielle Wiedergutmachungsstelle an. Zwei Mitarbeiter bekamen eine Aufwandsentschädigung, die Stadt steuerte 1.000 RM für Miete, Porto etc. bei. Dabei war jedoch lange umstritten, wer eigentlich als NS-Verfolgter zu gelten hatte und entschädigt werden sollte. Politische Häftlinge sicherlich, rassisch verfolgte Juden ebenfalls. Bei "Zigeunern" hörte der Konsens schon auf, und Homosexuelle oder Zwangssterilisierte wurden kaum als Opfer wahrgenommen. Dafür versuchte manch ein im KZ inhaftierter Krimineller an Entschädigungszahlungen zu gelangen. Dass das Komitee trotzdem jeden, der aus einem KZ entlassen wurde, mit einem Verfolgtenausweis ausstattete und zudem der Vorsitzende einen "beschlagnahmten 12 Cylinder PKW mit Chauffeur" (39) fuhr, trug zur Auflösung dieser halboffiziellen Dienststelle bei.

Ab Dezember 1945 übernahmen behördliche Dienststellen Zug um Zug die Betreuungs- und Wiedergutmachungsarbeit. Das Sonderdezernat im Regierungspräsidium Münster bemühte sich um Hilfe für die Verfolgten, in den Kreisen und kreisfreien Städten entstanden Ämter für Wiedergutmachung. Die Tätigkeit stieß jedoch an rechtliche Grenzen. In einer Zeit, als zu Beginn der 1950er-Jahre die alte NS-Beamtenschaft wieder in die Behörden zurückkehrte, fehlten Naziopfern manchmal einige Wochen Haft, um überhaupt in den Genuss einer Entschädigung zu kommen. Interessanterweise waren nur drei Dezernatsmitarbeiter selbst NS-Verfolgte, zwölf Mitarbeiter dieser Behörde blickten auf eine NS-Vergangenheit zurück. (416)

Bundesgesetze, die bestimmte Verfolgtengruppen offen bevorzugten, entstanden zu Beginn der 1950er-Jahre, auch hier waren es vor allem die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes, die Entschädigungen beanspruchen konnten. Es wurden hypothetische Gehaltseinstufungen vorgenommen, die entstanden sein könnten, wenn es das NS-Regime nicht gegeben hätte. Dem christlichen Handwerker, dem sozialdemokratischen Arbeiter oder dem verfolgten jüdischen Rechtsanwalt half dies nicht. Zwangssterilisierte bekamen erst ab 1980 eine kleine Entschädigung, Opfer der NS-Militärjustiz erst seit 1997. (192) Zu diesem Zeitpunkt war das Sonderdezernat in Münster (1968), waren die regionalen Wiedergutmachungsämter (1979) längst aufgelöst und an die Wohlfahrtsämter angegliedert worden.

Die öffentliche Resonanz entsprach dem Muster, das schon die beiden zuvor besprochenen Bänden nachzeichnen: Nach einem kurzen Aufflackern von Schuldgefühlen und Sühnebestrebungen über das angerichtete Unheil stellte die Bevölkerung schon 1946 das eigene Leid als Bomben-, Vertreibungs- oder Hungeropfer in den Vordergrund der allgemeinen Wahrnehmung. KZ- und Gefängnisaufenthalte, "Euthanasie" und Vernichtung wurden Hunger und Eigentumsverlust durch alliierte Bombenangriffe historisch wertfrei gegenüber gestellt. Warum für Opfer spenden, wenn man sich selbst als Opfer sah? So blieb das Dezernat im Regierungspräsidium eine öffentlich kaum bekannte, engagiert, aber weitgehend im Verborgenen arbeitende Institution. Verborgen nicht aus Schutz, sondern weil ihre Arbeit außerhalb kaum jemanden interessierte.

Julia Volmer-Nauman hat mit ihrem Buch eine sehr interessante Regionalstudie vorgelegt, geschrieben in bester historischer und organisationssoziologischer Art und Weise. Leider enthält das umfangreiche Werk weder ein Sach- noch ein Orts- oder Personenverzeichnis. Damit ist diese grundlegende regionale Studie letztlich für die wissenschaftliche Arbeit leider kaum nutzbar.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Otto Peter Schweling/Erich Schwinge, Die deutsche Militärjustiz in der Zeit des Nationalsozialismus, Marburg 1977.

Dr., Historiker und Journalist, Bocholt.