30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren
Beleuchteter Reichstag

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23.4.2012 | Von:
Peter Löhnert
Emmy Attinger-Goldacker

Dokumentation: Späte Genugtuung

Die Rehabilitierung der Emma Goldacker

Dokument 3: Auszug aus einem Verhörprotokoll

Verhörprotokoll.Protokoll vom Verhör Emma Goldackers, 29. August 1945. (© Emmy Attinger-Goldacker)
Verhörprotokoll

der Angeklagten Goldacker, Emma am 29. August 1945

Der Dolmetscher [Name entfernt] wurde darauf hingewiesen, dass er gemäß Artikel 95 des Strafgesetzbuches der RSFSR für eine unkorrekte (unwahre) Übersetzung verantwortlich sei.

Frage: Sie werden beschuldigt nach Artikel 58-6 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Bekennen Sie sich zu Ihrer Schuld?

Antwort: Ja, ich erkenne meine Schuld komplett an.

Frage: Genauer, was anerkennen Sie als Ihre Schuld?

Antwort: Ich anerkenne meine Schuld, die darin besteht, dass ich 1942 freiwillig den Wunsch geäußert habe, bei der Deutschen Nationalen Sicherheitsabteilung "SD" zu arbeiten und dass ich während dieser Tätigkeit Kurse für Funksendungen im Radio-Institut der "SS" absolviert habe. Nach Beendigung dieser Kurse erhielt ich einen Einsatzauftrag als Funkagentin im Deutschen Konsulat in der Türkei, wo ich gleichzeitig als verantwortlicher Verbindungsagent zwischen Konsul Wolf und seinen Agenten tätig war.

Nach dem Einsatz in der Türkei wurde ich nach Berlin zurückberufen, wo ich in der 6. Abteilung des "SD" als Registrator in der Gruppe "Z" arbeitete. Ich organisierte die Registratur und die Aufzeichnungen sämtlicher Geheimdienstagenten, welche persönlich durch deutsche Abwehragenten aus einer Anzahl Sowjetischer Kriegsgefangener angeworben waren und auf das Territorium der Sowjetunion zurück geschickt worden waren. Sie halfen auf diese Weise den deutschen Verantwortlichen bei der Durchdringungsarbeit gegen die Sowjetunion.

Anschließend wurde ich ab September 1943 bis Februar 1944 im Japanischen Konsulat in Ungarn
[korrekt: Wien – offensichtlicher Übersetzungsfehler: Wien – russ.: vena, Ungarn – russ.: vengria] eingesetzt, wo man einen Englisch-Übersetzer suchte.Dort war ich als Deutscher Agent des "SD" eingesetzt. Bei der Ausführung der Agententätigkeit hatte ich auch die Mitarbeiter des Konsulats zu beobachten und vor allem, Herrn Konsul Yamagucchi, um seine Ansichten zu Deutschland zu erfahren und militärische Aktionen zu ermitteln. Über die Ausführung dieser Aufgaben berichtete ich an die Abteilung 6 "SD", dass Yamagucchi negativ zu Deutschland eingestellt war und nicht an einen Endsieg glaubte. Als Agentin arbeitete ich bis Juli 1944; ich wurde erneut nach Berlin zurück gerufen und arbeitete in der Abteilung 6 des "SD" in der Gruppe "G" als Stenographie-Sekretärin. …



Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 60 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte?

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Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

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30 Jahre Mauerfall

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