Beleuchteter Reichstag

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20.9.2012 | Von:
Siegfried Lokatis

Eine gesamtdeutsche Reihe?

Der Nummern-Krieg und die Jubiläen der Insel-Bücherei 1962 und 1987

III

"Zum Eklat kam es anläßlich der Leipziger Frühjahrsmesse 1961, bei der der westdeutsche Verlag seine Bücher, wie schon seit Jahren, gemeinsam mit dem Insel-Verlag Leipzig auszustellen gedachte", aber diesmal natürlich nicht unter der gewohnten Bezeichnung "Zweigstelle Wiesbaden". Die Westproduktion konnte nicht ausgestellt werden, die Deviseneinnahmen der Leipziger Firma schrumpften von 179.685 (1960) auf 43.028 (1961) Verrechnungseinheiten.[6]

Der Besuch Heinz Sarkowskis im Leipziger Insel-Verlag stand also unter denkbar schlechten Auspizien, zumal er zu einem besonders ungünstigen Termin angereist war: "Am Vorabend des Mauerbaus, also am 12. August 1961, war ich nach Leipzig gekommen, um meine Aufnahmen nochmals autoptisch zu überprüfen. Die Nutzung des Archivs wurde mir nun aber verwehrt." Glücklicherweise kamen Sarkowski jedoch die gut eingespielten informellen Beziehungen zu Leipziger Mitarbeitern zustatten. Als der neue Verlagsleiter Gerhard Keil verreist war, ermöglichte der Leipziger Hersteller Joachim Walch seinem Frankfurter Kollegen die Nutzung der Auflagenkartei der Insel-Bücherei, "und der Buchhalter Rudolf Dietz, in dessen Arbeitszimmer die IB aufgestellt war, ließ mich einen Vormittag lang anhand der Bestände Unklarheiten nachgehen."[7]

Eine Folge des Mauerbaus war es auch, dass die neue Bibliographie dem ostdeutschen Sammler vorenthalten blieb und nur in der Bundesrepublik erscheinen konnte. Hier war die hohe Auflage schon im Sommer 1962 vergriffen. Sie wirkte als Initialzündung für eine rege systematische Sammeltätigkeit, hatte Preissteigerungen für die gesuchtesten Nummern zur Folge und verwandelte die IB in eine beliebte Antiquariatsware.[8]

Am fleißigsten wurde die Bibliographie von 1962 jedoch offenbar in der DDR rezipiert. Zwar wurde sie ähnlich wie eine 1969 erscheinende Bibliographie des Gesamtverlages[9] den Bewohnern des "Leselands" vorenthalten, doch der Hauptverwaltung (HV) Verlage und Buchhandel und dem Leipziger Insel-Verlag ermöglichte erst diese Bibliographie den konsequenten Austausch der Wiesbadener Produktion der Fünfzigerjahre durch eigene Nummern. Sie lieferte in den Siebzigerjahren die Plattform für einen grotesken deutsch-deutschen Nummernkrieg.

IV

Wer die späteren Bibliographien Herbert Kästners von 1987 und 1999 durchsieht, stößt für die Zeit der Sechzigerjahre auf ein Phänomen, das im Hinblick auf die scharfen Auseinandersetzungen im Umfeld des Mauerbaus überraschend wirkt. Die Nummern 766–789, 796–830, 838 und 839, 842–846, 848–854, 881–899, 932–949, 962–969 erschienen nur im Westen, während die Nummern 746–765, 791–795, 831–836, 840, 841 und 847, 855–880, 902–931, 950–959 und 971–979 aus Leipzig stammten.[10]

"corvi tecum sunt""corvi tecum sunt": Plakat zur Ausstellung "Hundert Jahre überstanden. Inselwelten" in Leipzig (© Leipziger Buchwissenschaft)
Es gab weiterhin regelmäßig Titel, vor allem Bildbände, die sowohl hüben als auch drüben, in der Regel mit unterschiedlichem Nachwort und meist zeitverzögert erschienen, zum Beispiel die 790 (Josef Hegenbarth), 930 (Kinderzeichnungen), 960 (Albrecht Dürer), 970 (Lucas Cranach) und 980 (Griechische Vasen). Was sich für den Sammler als eine Fragmentierung auswirkte, die das Sammeln einer vollständigen Nummernfolge illusorisch machte, verweist in einem höheren Sinn auf ein höchst seltenes, paradoxes Phänomen: Die ost- und westdeutschen Inselbücher ergänzten sich und bildeten erst gemeinsam eine komplette, demnach gesamtdeutsche Reihe. Es gab also trotz der Krise und Trennung der beiden Verlage 1960/61 und auch noch nach dem Verkauf der Frankfurter Firma an Siegfried Unseld 1963 genaue Absprachen bezüglich der Nummernfolge, die über lange Jahre hinweg eingehalten wurden.

Das Verfahren lief so: "Die Zuordnung bisher freier Nummern erfolgte von Leipzig aus derart, daß hier fortlaufend numeriert wurde und daß bestimmte Nummernfolgen für den Insel-Verlag Wiesbaden bzw. Frankfurt reserviert und von dort aus belegt wurden. Der Insel-Verlag Frankfurt seinerseits teilte dem Insel-Verlag Leipzig die Besetzung einer der freigehaltenen Nummern mit … Der Rückgang der Insel-Bücherei in Frankfurt in den sechziger Jahren führte dann dazu, daß die reservierten Nummernfolgen nicht mehr voll ausgeschöpft wurden, so daß die jährlich freigehaltenen Positionen geringer wurden."[11]

V

Einen krassen Kontrast zu dieser bibliographischen Harmonie in den Sechzigerjahren bietet die Situation seit 1974 beginnend mit der Nummer 982 (in Leipzig: Andrei Platonow, Juligewitter, bzw. in Frankfurt: Felix Timmermans, Minneke Pus). Fortan wurden zahlreiche Nummern doppelt besetzt. Und nicht nur das: Nahezu alle Nummern, die laut Sarkowskis Verzeichnis vor 1960 nur in Wiesbaden und nicht in der DDR erschienen waren, wurden bis 1989 noch einmal mit eigenen Titeln neu belegt.

In den Fünfzigerjahren hatte es in Wiesbaden eine ganze Reihe von Titeln gegeben, die zumindest in der frühen DDR politisch untragbar erscheinen konnten, zum Beispiel die 673 (Fürstliches Jagen), die 686 (Albert Camus) und die 698 (Russische Lyrik), mit verbotenen Gedichten von Boris Pasternak.
"Buch Kunst Buch""buch kunst buch": Plakat zur Ausstellung "Hundert Jahre überstanden. Inselwelten" in Leipzig (© Leipziger Buchwissenschaft)
Es gab dort auch einige Vertreter der als "dekadent" geltenden modernen Malerei, wie Lionel Feininger, Paul Klee und Franz Marc.[12] Aber das konnte in der liberaleren Ära der Siebziger- und Achtzigerjahre kein Grund dafür sein, 80 Wiesbadener Nummern mit Leipziger Titeln neu zu belegen. Vielmehr ging es um eine Art symbolischer politischer Desinfektion. Für die ostdeutschen Sammler war die Aktion jedoch ein Geschenk, die Nummern wurden für sie dadurch überhaupt erst erhältlich. In der Konsequenz besaßen ostdeutsche und westdeutsche Sammler zwar auf den ersten Blick zwischen 562 und 700[13] schließlich die gleichen Nummern, jedoch verbargen sich darunter weitgehend ganz unterschiedliche Bücher. Damit war die Bibliographie Sarkowskis entwertet, sie wurde für den Sammler eine Quelle der Verwirrung.

Die Ursache der Streitigkeiten war wieder ein Jubiläum. Siegfried Unseld konnte sich aus verständlichen Gründen nicht damit anfreunden, dass Leipzig die Mutter aller Nummern, die 1.000, im 75. Jubiläumsjahr 1974 handstreichartig[14] mit einem Band über Druckgrafik in der DDR unter dem Titel "Ich will wirken in dieser Zeit" belegt hatte. Er verfasste persönlich die Frankfurter Antwort, eine eigene Nummer 1.000 über Goethe und Rilke[15], die aber erst 1978 erscheinen konnte.

Die Teilreihen der IB in Ost und West hatten sich inzwischen höchst unterschiedlich entwickelt. Die Frankfurter Titel waren teurer und werden heute entschieden teurer gehandelt, weil die Auflagen weit geringer waren und kaum mehr als 3.000 Stück betrugen. Selbst die waren schwer zu verkaufen, weil die Konkurrenz der bunten, billigen Taschenbücher stark fühlbar war – nicht zuletzt auch die Konkurrenz im eigenen Haus durch die neuen Insel-Taschenbücher. Man setzte deswegen auf ein auffälligeres Erscheinungsbild und ersetzte die traditionsreichen bunten Muster zum Schrecken formbewusster Sammler durch Fotos und Bilder auf dem Einband. Der Leipziger Herbert Kästner tadelte, damit habe Frankfurt "für einige Zeit die bewährte Ausstattung verlassen und zunächst mehr dekorative denn ornamentale Buntpapier verwendet, dann aber sogar in gängigem Taschenbuch-Design ausgestattete, glanzkaschierte Pappbände hergestellt, hinter denen ein Insel-Bändchen wahrzunehmen recht schwer fiel. In jüngster Zeit ist man dort jedoch zu den ornamentalen Musterpapieren zurückgekehrt."[16]

Kennzeichnend war ein unregelmäßiger und zunehmend stockender Erscheinungsrhythmus. So versuchte Unseld 1964 vergeblich, durch einen vervielfachten Titelausstoß den Markt zu erobern, während in späteren Jahren die Reihe zeitweise wie vom Erdboden verschwunden schien und schließlich auf einen lieferbaren Kernbestand von 100 Titeln beschränkt wurde.

Im Osten erschienen hingegen pro Jahr kontinuierlich 15 bis 20 Bände im altvertrauten Insel-Look, oft von Buchkünstlern der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst hervorragend ausgestattet.

In Leipzig konnten auch gar nicht genug Insel-Bücher gedruckt werden. Trotz hoher Mindestauflagen von 15.000 Stück (die Durchschnittsauflage lag bei 18.000) fand sich im Buchhandel von den begehrten Büchlein keine Spur, sie waren kurz nach Erscheinen vergriffen, was hauptsächlich mit dem sensationellen Preis von 1,25 Mark für den einfachen Band zusammenhing. Die Bände wurden entsprechend gehortet und im Antiquariat wesentlich teurer weiterverkauft.

Der seit 1944 gültige Preis durfte trotz vieler Versuche des Verlages nicht verändert werden und galt als "heilige Kuh" der Kulturpolitik. Der normale Inselband musste 1978 mit etwa 10.000 Mark, der Bildband mit 40.000, die gesamte IB-Reihe in jenem Jahr mit circa 190.000 Mark subventioniert werden – teuer ins Gewicht fiel besonders die für das Aufkleben der Titel- und Rückenschilder notwendige Handarbeit, die im Westen längst aus der Mode gekommen war. Für 1982 rechnete man mit einem notwendigen Stützungsbetrag von 380.000 DM.[17]

Die Reihe wurde durch die im Hardcover-Bereich des Verlages erwirtschafteten Gelder querfinanziert. Den Beteiligten fiel das leicht, weil die Gewinne des Verlags sonst ohnehin auf ein für die Eigentümer im Westen geführtes Treuhänderkonto geflossen wären: Die Subvention einer gut funktionierenden Insel-Bücherei war also eine unmittelbare Folge der deutschen Teilung.

Kein Wunder, dass die Frankfurter Produktion im Nummernkrieg bald um einige Jahre hinterher zu hinken begann. Die Nummern zwischen 982 und 1.041 sowie zwischen 1.076 und 1.078 waren doppelt, also von Leipzig und Frankfurt belegt, wobei Leipzig seine Nummer in der Regel mit mehreren Jahren Vorsprung herausbrachte. 40 weitere Nummern, 1.079–1.088, sind überhaupt nur in Leipzig erschienen. Nebenbei reichte die subventionierte Leipziger Produktivität wie gezeigt sogar aus, um 80 Titel für die Nummern der Fünfzigerjahre abzuzweigen.


Fußnoten

6.
Heinz Sarkowski, Der Insel-Verlag 1899–1999, Frankfurt a. M. 1999, S. 494–499.
7.
Sarkowski, Meine bibliographischen Bemühungen (Anm. 2), S. A14.
8.
Ebd., A15.
9.
Eine ähnliche interne Verwendungsweise belegt auch ein Druckgenehmigungsantrag für Sarkowskis Bibliographie des Gesamtverlages, die 1969 in kleinster Auflage in Leipzig erscheinen konnte (BArch DR-1, 3478, S. 182): "Die Ausgabe kommt nicht in den Buchhandel. Sie ist als Nachschlagewerk und Informationsmaterial für öffentliche Institutionen, insbesondere Bibliotheken, gedacht und dient im übrigen verlagsinternen Zwecken. Der Herausgeber, Heinz Sarkowski, ist ein früherer Mitarbeiter des Insel-Verlags Frankfurt, der heute im Piper-Verlag, München, beschäftigt ist."
10.
Vgl. dazu die IB-Bibliographien von Herbert Kästner, 75 Jahre Insel-Bücherei, 1912–1987, Leipzig/Frankfurt a. M. 1987; Die Insel-Bücherei 1912–1999, Frankfurt a. M. 1999; Die Insel-Bücherei 1912–2012, Berlin 2012.
11.
Beate Jahn, Die Insel-Bücherei in Leipzig von 1963 bis 1977, in: Insel-Bücherei. Mitteilungen an Freunde, Nr. 26, S. 7–66, hier 32f.
12.
Vgl. dazu Kästners IB-Bibliographien (Anm. 10). Neu belegt wurden allerdings zunächst, 1965, einige Nummern aus der NS-Zeit wie die 430 (Tschingis Aitmatow statt Ernst Bertram, Deutsches Schicksal), 434 (Jean Paul statt Alfred von Schlieffen über Gneisenau), 435 (Ulrich Bräker über Shakespeare statt Gespräche Friedrich des Großen), 438 (Ivo Andric statt Friedrich Nietzsche) usw. In den 1960er-Jahren wurden auch schon drei Wiesbadener Titel durch aktuelle Leipziger Neuproduktionen ersetzt.
13.
Die Differenz zu der oben genannten Zahl von 80 Titeln erklärt sich daraus, dass die übrigen Nummern entweder nur in Leipzig oder in Leipzig und Wiesbaden erschienen waren.
14.
Leipzig ließ den Band 1.000 auf die 996 folgen, übersprang also einfach ein paar Nummern. Das entsprach allerdings der Gewohnheit, die Bildbände mit runden Nummern, die auf 5 oder 0 endeten, zu belegen. Möglicherweise fühlte sich Leipzig dadurch provoziert, dass Frankfurt die 993 eigenmächtig mit dem "Schuhu" von Peter Hacks und die 996 mit Hugo von Hofmannsthals hübschem Band "Die Hexe und die Kaiserin" belegt hatte, obwohl die Nummer in Leipzig für Gedichte von Johannes Bobrowski vorgesehen war. Vgl. dazu Jahn (Anm. 11), S. 34. Eine Klärung der wechselseitigen Schuldzuweisungen würde hier zu weit führen. Jedenfalls war es eine so grandiose und selbstbewusste wie, im Hinblick auf die stockbürgerliche Tradition der Reihe, zugleich auch alberne Idee, die 1.000 und damit die ganze Insel-Bücherei so demonstrativ als Sache "sozialistische Nation" zu reklamieren.
15.
Das "Tagebuch" Goethes und Rilkes "Sieben Gedichte", erläutert von Siegfried Unseld [IB; 1.000], Frankfurt a. M. 1978.
16.
Kästner, 75 Jahre Insel-Bücherei (Anm. 10), S. XIV (Kästners Vorwort befindet sich nur in der Leipziger Ausgabe).
17.
Studie zur Insel-Bücherei, BArch DR-1, 8429, S. 21.

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