Beleuchteter Reichstag

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15.6.2012 | Von:
Fred Gehler

Keine einfachen Wahrheiten

Die Leipziger Dokumentarfilmwoche und der Fall IM "Walter"

Ein spekulatives Konstrukt



Replik zum Text "Keine einfachen Wahrheiten"

Fred Gehler, Leipzig


Die stimmigste Aussage steht in der letzten Fußnote des Textes. Zitat: "Er (Gehler) hat dabei jedoch bestritten, jemals mit dem MfS kooperiert zu haben." Dem ist im Prinzip nichts hinzuzufügen. Es gab meinerseits nie eine solche Zusammenarbeit.

Die zitierten Akten sind (soweit sie mir bekannt) entweder fingiert, auch gefälscht (z.B. die angebliche Verpflichtungserklärung) oder aus anderen fragwürdigen "Quellen" zusammengeschustert.

Meine gelebte Biografie war und ist anders, als dieses spekulative Konstrukt mutmaßt! Es ist eindeutig dokumentiert, wann und wie oft ideologische Polemiken und Attacken gegen mich mich an den Abgrund meiner beruflichen Existenz brachten. Es gab darauf stets von mir eine klare Reaktion. Das waren aber weder Haltungen der Buße oder der Erpressbarkeit noch irgendwelche Deals mit denen, die mich an den Pranger stellten. All diese Vorgänge lösten vielmehr eine Art "heiligen Zorns" aus, der solche Haltungen einfach ausschloss. Diese Phasen durchzustehen, verdanke ich Unterstützern zum Beispiel aus dem Staatlichen Filmarchiv der DDR und dem Henschel-Verlag. Das ist die einfache Wahrheit!

Ein krasses Beispiel für das spekulative Konstrukt ist etwa der Versuch, die Leipziger Dokwoche, die obskure IM-Münchhausiade und mich in Verbindung zu bringen. Im November 1968 wurde ich vom Festivaldirektor Wolfgang Harkenthal eigenhändig des Festivals verwiesen – als unerwünscht, nicht zugelassen, eben als "schädliches Subjekt". Bis 1977 hatte ich keinerlei Beziehungen zum Festivalgeschehen, weder zu bestimmten Ereignissen, Vorgängen noch Gästen. Ich blieb konsequent fern, als Reaktion auf den Rausschmiss, vor allem aber aus Selbstachtung. Im November 1977 akkreditierte mich der "Sonntag" für einen Festivalbericht. Auch dies ist eine einfache Wahrheit!

Ich bedauere, dass der Autor diesen obskuren Quellen einen hohen Erkenntnisgrad beimaß und meine Gegenargumentation unberücksichtigt ließ. Rechtliche Schritte behalte ich mir vor.


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