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15.6.2012 | Von:
Fred Gehler
Andreas Kötzing

Keine einfachen Wahrheiten

Die Leipziger Dokumentarfilmwoche und der Fall IM "Walter"

Die Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche wurde seit den 1960er-Jahren vom MfS überwacht, insbesondere wegen der viele Gäste aus dem Westen. Dabei kamen auch zahlreiche Inoffizielle Mitarbeiter (IM) zum Einsatz. Der prominente Fall IM "Walter" zeigt, wie komplex und widersprüchlich die IM-Tätigkeit im Einzelfall sein konnte.

I

Dok Leipzig 2011Plakat des 54. Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm, 2011 (© Leipziger Dok-Filmwochen GmbH)
"Aber warum nicht einfach die Wahrheit?" – dieser Slogan war im Herbst 2011 in Leipzig auf den Werbeplakaten des 54. Internationalen Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm zu lesen. Die Plakate spielten auf die vielfältigen politischen Themen an, die im Rahmen des Festivals in Filmen und Podiumsveranstaltungen aufgegriffen wurden. Die oftmals kontroversen Diskussionen unterstrichen, dass es auch im Dokumentarfilm nur selten einfache Wahrheiten gibt. Dies gilt jedoch nicht nur für politische Dokumentarfilme, sondern auch im Hinblick auf die ambivalente Geschichte des Leipziger Festivals selbst.[1]

Die Leipziger Filmwoche war das größte und wichtigste Filmfestival der DDR. Nachdem das Festival 1955 und 1956 erstmals als innerdeutsche Filmwoche veranstaltet worden war, wurde es – nach einer mehrjährigen Unterbrechung – ab 1960 mit internationaler Beteiligung fortgeführt. Jedes Jahr, meist Mitte November, trafen sich in Leipzig Filmemacher und Journalisten aus aller Welt, um eigene Filme zu zeigen, fremde Filme zu sehen und miteinander zu diskutieren, ähnlich wie auf vielen anderen internationalen Filmfestivals auch. Die Resonanz war sehr groß; insbesondere in der ersten Hälfte der 1960er-Jahren avancierte die Leipziger Filmwoche zu einem der wichtigsten internationalen Schauplätze für Dokumentar- und Kurzfilme. Was die Leipziger Filmwoche jedoch von anderen Festivals unterschied, war ihre ideologische Ausrichtung im Sinne der SED-Kulturpolitik. Getreu dem Motto
Dokfestival Leipzig 1969Die Leipziger Petersstraße im Zeichen der 12. Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1969 (© Bundesarchiv, Bild 183-H1113-0014-001; Foto: Wolfgang Kluge)
"Filme der Welt – Für den Frieden der Welt" verstand sich das Festival als Podium für politisch engagierte Filmemacher, die sich mit Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg und politischer Unfreiheit auseinandersetzten. Die Kritik beschränkte sich allerdings ausschließlich auf das westliche Gesellschaftssystem. Eine kritische Sicht auf die Probleme in den sozialistischen Ländern fand im Rahmen der Dokumentar- und Kurzfilmwoche lange Zeit nicht statt. Kontroverse Themen wie die Verfolgung politischer Gegner unter Stalin, die Niederschlagung des "Prager Frühlings" oder die Solidarność-Bewegung in Polen waren ebenso tabuisiert wie Konflikte in der DDR. Erst 1987, mit Beginn der Perestroika, konnten zahlreiche sowjetische Filme gezeigt werden, die Probleme wie Umweltverschmutzung, Alkoholismus oder die politische Unzufriedenheit in der Sowjetunion offen ansprachen. Bereits ein Jahr später wurden jedoch alle gesellschaftskritischen Filme aus der UdSSR erneut verboten.

II

Überblickt man die Literatur, die inzwischen zur Geschichte des Leipziger Festivals vorliegt,[2] so fällt auf, dass bislang ein wesentlicher Aspekt noch nicht detaillierter betrachtet worden ist: die Überwachung des Festivals durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Angesichts der Vielzahl von in- und ausländischen Gästen, die jedes Jahr nach Leipzig kamen, erscheint es naheliegend, dass das MfS in die Vorbereitungen und den Verlauf des Festivals involviert war. Die wenigen bislang bekannten Fakten beschränken sich indes auf einzelne Ereignisse aus der Festivalgeschichte,
Dokfestival Leipzig 1970Plakat zum 13. Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmfestival, 1970 (© Leipziger Dok-Filmwochen GmbH)
wie zum Beispiel die "Kerzendemonstration" am Eröffnungsabend des Festivals im Jahr 1983,[3] oder auf Zeitzeugenerinnerungen, die jedoch kritisch hinterfragt werden müssen.[4] Mitunter finden sich in der Literatur auch spekulative Vermutungen, die aufgrund mangelnder Quellenbelege und verwirrender Detailinformationen nur wenig zu einer kritischen Analyse des Einflusses der Staatssicherheit auf das Leipziger Festival beitragen.[5]

Im Rahmen eines Forschungsprojektes, in dem die deutsch-deutschen Filmbeziehungen im Kontext der Filmfestivals von Leipzig und Oberhausen untersucht wurden,[6] konnten in den vergangenen Jahren erstmals ausführliche Aktenrecherchen in den Beständen des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) zu beiden Festivals vorgenommen werden. Insbesondere für das Leipziger Festival wurde dabei eine Vielzahl an Akten ausgewertet, die einen umfassenden Einblick in die Überwachung des Festivals durch das MfS ermöglichen, darunter auch zahlreiche IM-Vorgänge. Dabei ist meist ersichtlich, ob die betroffenen Personen aus individuellem Interesse bzw. aus politischer Überzeugung mit dem MfS kooperierten; in einigen Fällen lassen sich die Hintergründe der Tätigkeit als inoffizielle Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit jedoch deutlich schwerer auflösen. Häufig sind die überlieferten Akten nur unvollständig erhalten, sodass sich das genaue Ausmaß der IM-Tätigkeit nicht mehr im Detail rekonstruieren lässt. In anderen Fällen erlauben die Unterlagen des MfS nur einen begrenzten Einblick in die Motive und Beweggründe der Personen, die sich zu einer Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit verpflichteten. Mitunter sind die Akten auch in sich widersprüchlich, sodass sich bei einzelnen Sachverhalten kein kohärentes Bild ergibt. Wie wichtig es ist, in diesen Fällen die Unterlagen des MfS mit anderen Quellen abzugleichen, soll im Folgenden an einem IM-Fall verdeutlicht werden, der aufgrund seiner Prominenz für das Leipziger Festival von besonderer Bedeutung ist. Er betrifft Fred Gehler, der von 1994 bis 2004 als Direktor des Leipziger Festivals tätig war.

III

Gehler zählte zu den wichtigsten Filmpublizisten der DDR und war darüber hinaus als Mitarbeiter des Leipziger Filmkunstkinos "Casino" tätig. Seine Arbeit als Filmkritiker begann er Anfang der 1960er-Jahre, zunächst für die Zeitschrift "Deutsche Filmkunst", später unter anderem für den "Filmspiegel" und die kulturpolitische Wochenzeitung "Sonntag".[7] Außerdem war er als Assistent am Institut für Journalistik der Karl-Marx-Universität tätig. Gehler äußerte sich in seinen Beiträgen mitunter sehr kritisch zu einzelnen Aspekten der SED-Filmpolitik und forderte beispielsweise, dass auch Filme von Luis Buñuel oder Ingmar Bergman in den DDR-Kinos gezeigt werden sollten. Daraufhin erschien im Mai 1965 unter der Überschrift "Cui Bono, Fred Gehler?" ein Artikel im "Sonntag", in dem Gehler kritisiert wurde. Initiiert hatte den Artikel die Abteilung Agitation beim Zentralkomitee der SED. In dem Artikel wurde Gehler vorgeworfen, ein "starre[s], verzerrte[s] Bild" von der staatlichen Filmpolitik zu entwerfen und mit seinen Vorschlägen "eine Linie der Spielplangestaltung zu propagieren, die in der Endkonsequenz eben auf ideologische Koexistenz" hinauslaufe. Gerügt wurde Gehler außerdem, weil er durch seine Kritiken versuche, die öffentliche Meinung über Filme einseitig zu beeinflussen.[8] Daraufhin wurde Gehler von der Journalistik-Fakultät ausgeschlossen.

Er war jedoch weiterhin als Filmpublizist tätig, unter anderem für die Zeitschrift "film".[9] Diese Zeitschrift, die sich aufgrund ihrer unangepassten Ausrichtung deutlich von anderen DDR-Publikationen unterschied, verfügte zwar über eine Druckgenehmigung durch den Club der Filmschaffenden, war offiziell jedoch nicht beim DDR-Presseamt lizenziert. 1967 kam es zu einer Auseinandersetzung, da in "film" ein längeres Gespräch mit dem DEFA-Regisseur Jürgen Böttcher erschienen war. Darin äußerte sich Böttcher auch über seinen umstrittenen Film "Der Sekretär", der offiziell zwar nicht verboten, aber in den DDR-Kinos trotzdem nicht zu sehen war. Lediglich einige DDR-Filmclubs zeigten ihn in ihrem Programm. Auf diesem Weg war der Film auch in einer nächtlichen Sondervorführung während der X. Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche zu sehen. Fred Gehler hatte nicht nur diese Sondervorführung mitorganisiert, sondern zeichnete zudem redaktionell für den Inhalt der erwähnten Ausgabe von "film" verantwortlich. Intern wurde er daraufhin erneut kritisiert.[10]

Aufgrund dieser Konflikte, in denen sich Gehlers filmpolitisches Engagement und sein unangepasstes Verhalten widerspiegelt, erscheint es naheliegend, dass er durch das MfS observiert wurde. Bei den Recherchen beim BStU wurden jedoch Akten zugänglich gemacht, die belegen, dass die Staatssicherheit ein anderes Ziel verfolgte. Demnach trat im Januar 1968 ein Mitarbeiter der Abteilung II der Leipziger Bezirksverwaltung des MfS (die Linie II war zuständig für die Spionageabwehr, wozu auch die Überwachung ausländischer Journalisten gehörte) an Gehler heran – mit dem Interesse, ihn als IM zu werben.
Gehler-VerpflichtungserklärungVerpflichtungserklärung von IM "Walter", BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1932/76, Teil 1, Bl. 30 (© BStU)
Gehler-SchweigeverpflichtungSchweigeverpflichtung von IM "Walter", BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1932/76, Teil 1, Bl. 29 (© BStU)
Eine Verpflichtungserklärung, die von Gehler eigenhändig verfasst und persönlich unterschrieben wurde, belegt, dass er wissentlich mit dem Mitarbeiter des MfS kommunizierte und dass die Anwerbung erfolgreich war. Gehler erklärte sich demnach bereit, "das Ministerium für Staatssicherheit in der Erfüllung seiner gestellten Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen" und wählte selbst den Decknamen "Walter".[11] Dem "Anwerbebericht" des MfS zufolge habe sich Gehler "ohne [zu] zögern" zu einer konspirativen Zusammenarbeit bereiterklärt. Ob die Anwerbung jedoch ausschließlich "auf der Grundlage der politischen Überzeugung" erfolgte, wie in den Unterlagen vermerkt,[12] muss kritisch hinterfragt werden. In einem anderen internen Bericht des MfS über Gehlers IM-Tätigkeit, der aus dem Jahr 1976 stammt, heißt es beispielweise, dass bei seiner Anwerbung "bestimmte Rückversicherungstendenzen und persönliche Interessiertheit eine wichtige Rolle" gespielt hätten.[13] Dies könnte darauf hindeuten, dass Gehler bei der Anwerbung seine bisherigen "Vergehen" vorgehalten wurden und er sich dadurch genötigt sah, einer Zusammenarbeit mit dem MfS zuzustimmen, um sich vor persönlichen Konsequenzen zu schützen. Eindeutig belegen lässt sich dies anhand der freigegeben Akten jedoch nicht.

Die IM-Tätigkeit Gehlers dauerte den MfS-Unterlagen zufolge bis Ende des Jahres 1976 an. Während dieser neun Jahre fanden zahlreiche Treffs zwischen IM "Walter" und verschiedenen hauptamtlichen Mitarbeitern des MfS statt, meist in sogenannten "konspirativen Wohnungen" in Leipzig, die von der Staatssicherheit gezielt als Treffpunkte genutzt wurden. Die Berichte erfolgten in der Regel mündlich – alle Informationen wurden auf Tonband mitgeschnitten und anschließend transkribiert. Überblickt man die überlieferten Berichte, dann fällt auf, dass Gehler anfangs anscheinend sehr intensiv mit dem MfS kooperierte. Er lieferte im November und Dezember 1968 beispielsweise mehrfach Informationen über Personen, die er im Rahmen des Leipziger Festivals kennengelernt hatte, darunter Journalisten aus Frankreich, Österreich und der Bundesrepublik.[14]
IM-Bericht GehlerBericht von IM "Walter" über einen Journalisten aus Frankfurt am Main, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1932/76, Teil 2, Bl. 15 (© BStU)
Über einen Journalisten aus Frankfurt am Main, der unter anderem für die "Frankfurter Rundschau" tätig gewesen sein soll, heißt es etwa in einem der Berichte: Er spare nicht mit "Kraftausdrücken gegen den Bonner Staat. Sein Auftreten 1968 in Leipzig lässt jedoch den Schluss zu, dass sich [geschwärzt] oft in einer kleinbürgerlich-anarchistischen Revoluzzerhaltung gefällt, der noch tiefere Einsichten in die Dialektik des Klassenkampfes fehlen". Er habe außerdem "zu den Wortführern einer Frontenbildung gegen die Festivalpolitik und zu den Initiatoren einer Resolution zur 'Erneuerung des Leipziger Festivals'" gezählt. Dieser Haltung liege "keine gesteuerte Tendenz zu Grunde, sondern Unkenntnis, verbunden mit politisch-ideologischer Arroganz", so die Einschätzung von IM "Walter".[15] Berichte dieser Art waren kein Einzelfall – auch in den folgenden Jahren übermittelte er dem MfS Informationen über Festivalbekanntschaften, einschließlich privater Hintergründe oder politischer Ansichten, die er in Erfahrung brachte.[16] Wenngleich im Einzelfall nicht ersichtlich ist, welche konkreten Folgen diese Berichte hatten, lässt sich nicht ausschließen, dass sie den betroffenen Personen geschadet haben könnten, beispielsweise indem das MfS weitere Untersuchungen gegen sie einleitete oder eine erneute Teilnahme am Leipziger Festival nicht genehmigt wurde.

Angesichts dieser Tätigkeit für das MfS erscheint es widersprüchlich, dass Gehler zeitgleich weiter als Filmpublizist tätig war und dabei abermals in Konflikt mit staatlichen Stellen geriet. Im Frühjahr 1968 erschien beispielsweise ein Text von ihm zu Konrad Wolfs Film "Ich war neunzehn" in der westdeutschen Zeitschrift Filmkritik. Abgesehen von der grundsätzlich umstrittenen Tatsache, dass ein in der DDR lebender Autor selbstständig Texte in der Bundesrepublik veröffentlichte, sorgte auch der Inhalt der Kritik für Unmut: Gehler hatte den Film sehr ausgewogen besprochen und war unter anderem auf das Vorgehen der Roten Armee in Deutschland am Ende des Zweiten Weltkrieges eingegangen, das im Film sehr differenziert dargestellt werde: "Das Klischee von den strahlenden Befreiern und den glücklichen Befreiten dürfte durch Wolfs Film endgültig denunziert worden sein", so Gehler in der Kritik.[17] Daraufhin wurde er erneut öffentlich gerügt, diesmal durch einen Artikel von Horst Knietzsch im "Neuen Deutschland", und Gehler erhielt ein vorübergehendes Schreibverbot beim "Sonntag".[18] Im Verlauf des Jahres 1968 wurde außerdem die Zeitschrift "film" verboten. Hinzu kam, dass Gehler bereits seit Ende des Jahres 1967 mehrfach als Diskussionsleiter im Tschechoslowakischen Kulturinstitut tätig war – bei der Aufführung von Filmen aus der Zeit des "Prager Frühlings".

All diese Konflikte waren innerhalb des MfS bekannt. Die Hauptabteilung XX, die speziell für die Überwachung der Künstlerszene zuständig war,[19] sammelte beispielsweise seit längerer Zeit Informationen über Gehler, da er "mehrfach negativ in Erscheinung getreten sei".[20] Das Material, zu dem verschiedene IM-Berichte über Gehler gehörten, wurde im August 1968 an die Leipziger Bezirksverwaltung (BV) übersandt. Auch in den folgenden Jahren gingen in Leipzig Berichte aus Berlin ein, in denen Gehler für sein öffentliches Auftreten gerügt wurde.[21] Die Abteilung XX der BV Leipzig verfügte außerdem über eigene IM-Berichte, in denen Gehler kritisiert wurde, u.a. weil er angeblich "Verbindungen zu antisozialistischen Kräften in der ČSSR" unterhalte.[22] Die Abteilung II hielt gleichwohl an ihrer Zusammenarbeit mit Gehler fest – der zuständige Führungsoffizier entwickelte für das Jahr 1969 beispielsweise einen ausführlichen "Schulungsplan" für IM "Walter", um seinen weiteren Einsatz für das MfS vorzubereiten. In den kommenden Jahren fanden weiterhin regelmäßige Treffen statt, allerdings wuchsen offenbar auch innerhalb der Abteilung II die Zweifel, ob Gehler aufrichtig mit der Staatssicherheit kooperierte. 1971 wurde eine umfangreiche Überprüfung eingeleitet,[23] um seine Glaubwürdigkeit zu kontrollieren. Das MfS kam zu dem Schluss, Gehler vertrauen zu können, und erteilte ihm weiterhin Aufträge, die er erfüllen sollte. Dazu gehörten in der Folgezeit nicht nur Berichte aus seinem beruflichen Umfeld, wie beispielsweise seiner Arbeit beim Deutschen Fernsehfunk (DFF), oder von einzelnen Auslandsreisen, die Gehler im Rahmen seiner filmpublizistischen Tätigkeiten unternahm.[24] Das MfS setzte ihn auch gezielt zur Observierung von Leipziger Bürgern ein, gegen die aus unterschiedlichen Gründen Überprüfungsmaßnahmen eingeleitet worden waren.[25] Im Oktober 1972 erhielt er beispielsweise den Auftrag, unter einem Vorwand einen DDR-Bürger, gegen den das MfS ermittelte, in seiner Wohnung aufzusuchen. Dieser sammelte als Hobby Fotos von Filmen und bezog die Bilder anscheinend über Bekannte im Ausland.[26]
IM-Bericht GehlerBericht von IM "Walter" über einen DDR-Bürger, der u.a. Kontakte zu amerikanischen Journalisten unterhielt, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1932/76, Teil 2, Bl. 224 (© BStU)
Gehler stellte den Kontakt her und berichtete im Anschluss über die Wohnverhältnisse des Leipzigers, dessen Familiensituation sowie politischen Ansichten, die er im Verlauf des Besuchs im Erfahrung bringen konnte.[27] In der Folgezeit kam es zu weiteren Treffen, über die Gehler ebenfalls an das MfS berichtete. Welche Konsequenzen die Berichte hatten, lässt sich anhand der Akte nicht nachvollziehen; es liegt jedoch nahe, dass das MfS im Anschluss weitere Observierungsmaßnahmen eingeleitet hat.

Trotz der offenkundigen Spitzeltätigkeit für das MfS erscheint die IM-Tätigkeit von Fred Gehler insgesamt in einem sehr widersprüchlichen Licht. Einerseits lässt sich die Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit nicht relativieren, zumal es immer wieder denunzierende Berichte gab, in denen sich Gehler ausführlich zu privaten Details der observierten Personen äußerte.[28] Bezeichnend für die Qualität seiner IM-Tätigkeit ist nicht zuletzt, dass er den überlieferten Quittungsbelegen zufolge in mindestens vier Fällen Geld vom MfS erhalten hat, darunter 1968 ein Betrag von 50 Mark für seine Berichte im Rahmen der Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche und im November 1971 eine generelle Prämie in Höhe von 150 Mark.[29] Andererseits gibt es jedoch konkrete Anzeichen dafür, dass Gehler sich darum bemühte, seine IM-Tätigkeit nach Möglichkeit einzuschränken. Auffällig sind insbesondere die geringe Eigeninitiative und die "mangelnde Treffdisziplin", die ihm das MfS mehrfach attestierte. Mit Beginn der 1970er-Jahre kam es häufiger vor, dass er Termine nicht einhielt, sich kurzfristig entschuldigte oder Aufträge erst nach wochenlanger Verzögerung erledigte.[30] Zwischen 1973 und 1974 brach der Kontakt zwischen dem MfS und IM "Walter" sogar für mehrere Monate vollständig ab.[31]

Ein anderes Indiz für das widersprüchliche Verhältnis zum MfS ist, dass die Staatssicherheit Gehler zwar regelmäßig neue Aufträge erteilte, die Qualität seiner Berichte aber nicht immer den Erwartungen des MfS entsprach.[32] Mitunter war den beteiligten Führungsoffizieren schlicht unklar, welche Schlussfolgerungen sie aus den übermittelten Informationen ziehen sollten.[33] Bezeichnenderweise unterbreitete die Staatssicherheit im Januar 1975 sogar von sich aus den Vorschlag, die IM-Tätigkeit aufzugeben – Gehler lehnte diesen Vorschlag jedoch anscheinend ab.[34] Auf Nachfrage übermittelte er danach wieder vereinzelt Berichte, es kam jedoch keine kontinuierliche Zusammenarbeit mehr zustande, sodass das MfS den IM-Vorgang im November 1976 endgültig einstellte.[35]

IV

Der hier geschilderte Fall zeigt, dass es für Menschen, die sich zur Zusammenarbeit mit dem MfS verpflichtet hatten, durchaus Möglichkeiten gab, die eigene Spitzeltätigkeit einzuschränken oder sogar gänzlich abzubrechen. Die Methode, zu Treffen nicht mehr zu erscheinen oder keine relevanten Berichte mehr zu liefern, war unter den IM des MfS durchaus verbreitet.[36] Ob dies im Fall von IM "Walter" tatsächlich willentlich geschah, lässt sich jedoch allein anhand der MfS-Quellen nur bedingt klären, da die Akten lediglich die interne Perspektive des MfS widerspiegeln. Ebenso schwer lässt sich die Frage beantworten, welche persönlichen Motive den Ausschlag für die Zusammenarbeit mit dem MfS gaben. Möglich ist, dass Gehler sich durch die Kooperation mit der Staatssicherheit vor persönlichen Konsequenzen schützen wollte. Denkbar ist auch, dass er sich davon größere Freiräume bei seiner Arbeit als Filmpublizist und weniger Behinderungen durch die starrköpfigen SED-Kulturpolitiker erhoffte. Welche Gründe tatsächlich zur konspirativen Zusammenarbeit führten, kann möglicherweise nur Fred Gehler selbst beantworten.[37] Doch unabhängig von seinen konkreten Motiven bleibt die Spitzeltätigkeit unterm Strich problematisch, da sich kein IM sicher sein konnte, welche Folgen seine Berichte hatten. Detailinformationen über das Privatleben anderer Menschen konnten dem MfS immer als Anhaltspunkt für weitere Überwachungsmaßnahmen dienen, selbst wenn dem IM daran nicht gelegen war. Auch im Fall von IM "Walter" wird es daher keine einfachen Wahrheiten geben.

Ein spekulatives Konstrukt



Replik zum Text "Keine einfachen Wahrheiten"

Fred Gehler, Leipzig


Die stimmigste Aussage steht in der letzten Fußnote des Textes. Zitat: "Er (Gehler) hat dabei jedoch bestritten, jemals mit dem MfS kooperiert zu haben." Dem ist im Prinzip nichts hinzuzufügen. Es gab meinerseits nie eine solche Zusammenarbeit.

Die zitierten Akten sind (soweit sie mir bekannt) entweder fingiert, auch gefälscht (z.B. die angebliche Verpflichtungserklärung) oder aus anderen fragwürdigen "Quellen" zusammengeschustert.

Meine gelebte Biografie war und ist anders, als dieses spekulative Konstrukt mutmaßt! Es ist eindeutig dokumentiert, wann und wie oft ideologische Polemiken und Attacken gegen mich mich an den Abgrund meiner beruflichen Existenz brachten. Es gab darauf stets von mir eine klare Reaktion. Das waren aber weder Haltungen der Buße oder der Erpressbarkeit noch irgendwelche Deals mit denen, die mich an den Pranger stellten. All diese Vorgänge lösten vielmehr eine Art "heiligen Zorns" aus, der solche Haltungen einfach ausschloss. Diese Phasen durchzustehen, verdanke ich Unterstützern zum Beispiel aus dem Staatlichen Filmarchiv der DDR und dem Henschel-Verlag. Das ist die einfache Wahrheit!

Ein krasses Beispiel für das spekulative Konstrukt ist etwa der Versuch, die Leipziger Dokwoche, die obskure IM-Münchhausiade und mich in Verbindung zu bringen. Im November 1968 wurde ich vom Festivaldirektor Wolfgang Harkenthal eigenhändig des Festivals verwiesen – als unerwünscht, nicht zugelassen, eben als "schädliches Subjekt". Bis 1977 hatte ich keinerlei Beziehungen zum Festivalgeschehen, weder zu bestimmten Ereignissen, Vorgängen noch Gästen. Ich blieb konsequent fern, als Reaktion auf den Rausschmiss, vor allem aber aus Selbstachtung. Im November 1977 akkreditierte mich der "Sonntag" für einen Festivalbericht. Auch dies ist eine einfache Wahrheit!

Ich bedauere, dass der Autor diesen obskuren Quellen einen hohen Erkenntnisgrad beimaß und meine Gegenargumentation unberücksichtigt ließ. Rechtliche Schritte behalte ich mir vor.
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Fußnoten

1.
Vgl. als Überblick zur Geschichte der Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche Caroline Moine, Eine DDR zwischen Provinzialismus und internationaler Öffnung. Das Leipziger Dokumentarfilmfestival als Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs, in: Emmanuel Droit/Sandrine Kott (Hg.), Die ostdeutsche Gesellschaft. Eine transnationale Perspektive, Berlin 2006, S. 147–163. Der Aufsatz basiert auf der Diss. der Autorin: Caroline Moine, Le cinéma en RDA, entre autarcie culturelle et dialogue international: une histoire du festival international de films documentaires de Leipzig; 1949–1990, Diss. Paris 2005.
2.
Vgl. u.a. Weiße Taube auf dunklem Grund. 40 Jahre Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, Hg. Leipziger Dok-Filmwochen GmbH, Berlin 1997; Fred Gehler/Rüdiger Steinmetz (Hg.), Dialog mit einem Mythos. Ästhetische und politische Entwicklungen des Leipziger Dokumentarfilm-Festivals in vier Jahrzehnten, Leipzig 1998; Christiane Mückenberger, Fenster zur Welt. Zur Geschichte der Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche, in: Günter Jordan/Ralf Schenk (Red.), Schwarzweiß und Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946–92, 2. Aufl., Berlin 2000, S. 364–381; Ralf Schenk (Red.), Bilder einer gespaltenen Welt. 50 Jahre Dokumentar- und Animationsfilmfestival Leipzig, Hg. Leipziger Dok-Filmwochen GmbH, Berlin 2007.
3.
Am Abend des 18.11.1983 versammelten sich mehrere Demonstranten vor dem Kino "Capitol". Nachdem sie einen Kreis gebildet und Kerzen entzündet hatten, wurden sie von Einsatzkräften der Volkspolizei und des MfS verhaftet. Vgl. Günter Jordan, Die Demonstration von Leipzig, in: Schenk (Anm. 2), S. 125–129.
4.
Vgl. z.B. das Gespräch mit Hans-Dieter Tok, ehem. Filmredakteur der "Leipziger Volkszeitung", der in den 1970er-Jahren auch als Leiter des Pressebüros auf dem Leipziger Festival aktiv war, in: Andreas Kötzing, Die Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche in den 1970er Jahren. Eine Studie über das politische Profil des Festivals, Leipzig 2004, S. 150–158. Tok war seit 1963 als IM für das MfS tätig; vgl. dazu Steffen Reichert, Transformationsprozesse. Der Umbau der LVZ, Münster 2000, S. 55.
5.
Vgl. Heidi Martini, Dokumentarfilm-Festival Leipzig. Filme und Politik im Blick und Gegenblick, Berlin 2007, S. 40–45.
6.
Vgl. Andreas Kötzing, Kultur- und Filmpolitik im Kalten Krieg. Die Filmfestivals von Leipzig und Oberhausen in gesamtdeutscher Perspektive, Diss. phil. Leipzig 2012 (ersch. vorauss. Frühjahr 2013).
7.
Vgl. zu diesen und den folgenden biografischen Angaben das ausführliche Gespräch von Fred Gehler mit Ralf Schenk: "Ich war nicht subversiv", in: Ingeborg Pietzsch/Ralf Schenk (Hg.), Schlagt ihn tot, den Hund … Film- und Theaterkritiker erinnern sich, Berlin 2004, S. 39–58. Eine erweiterte Fassung des Gesprächs erscheint in: Ralf Schenk (Hg.), Cui Bono, Fred Gehler? Texte und Kritiken aus fünf Jahrzehnten, Berlin 2012.
8.
Cui Bono – Fred Gehler?, in: Sonntag, 18/1965, dok.: Ralf Schenk/Erika Richter (Red.), Apropos: Film 2001. Jahrbuch der DEFA-Stiftung, Berlin 2001, S. 101–104. Vgl. auch die dort dok. Texte von Fred Gehler, die im "Sonntag" erschienen sind: ebd., S. 98–101. Die Auseinandersetzung um Gehler wurde auch in der Bundesrepublik zur Kenntnis genommen; vgl. den ausführlichen Artikel von Hans Kaufmann, Filmkritik ohne Netz. "M" und der Fall Gehler, in: SBZ-Archiv, 14/1965, S. 213–217.
9.
Der Titel der Zeitschrift "film" wurde jeweils um die aktuelle Jahreszahl ergänzt; zwischen 1964 und 1968 erschienen insgesamt 14 Ausgaben. Danach wurde die Zeitschrift verboten.
10.
Vgl. Fred Gehler, Über die Anmaßung des Künstlers, in: Seismogramm(e) des Augenblicks. Texte zu Jürgen Böttcher, Hg. Leipziger Dokfilmwochen GmbH, Leipzig 2001, S. 4–6.
11.
Verpflichtung, 29.1.1968, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1932/76, Teil I, Bl. 30. Ebenfalls in der Akte enthalten ist eine Schweigeverpflichtung, die auf den 11.1.1968 datiert ist: ebd., Bl. 29.
12.
Anwerbungsbericht, Leipzig, 2.2.1968, ebd., Bl. 26f.
13.
BV Leipzig, Abt. II, Bericht, Leipzig, 3.11.1976, ebd., Bl. 261.
14.
Vgl. u.a. Bericht: Dokumentarfilmwoche Leipzig, 29.11.1968, ebd., Teil II, Bl. 12f.
15.
Charakterisierung von [geschwärzt], 4.12.1968, ebd., Teil II, Bl. 15.
16.
Vgl. u.a. Einschätzung betrifft [geschwärzt], 18.12.1968, ebd., Bl. 17f; Einschätzung betrifft [geschwärzt], 18.12.1968, ebd., Bl. 19; Bericht betrifft Dokumentar- und Kurzfilmwoche Leipzig, o. D, ebd., Bl. 28; Bericht Dokumentarfilmwoche Leipzig, [geschwärzt] (Bundesrepublik), 2.12.1970, ebd., Bl. 30; Bericht Dokumentarfilmwoche, [geschwärzt] (USA), 2.12.1970, ebd., Bl. 31f; Bericht Internationale Dokumentarfilmwoche. Ergänzung zu [geschwärzt] (Österreich), 2.12.1970, ebd., Bl. 33.
17.
Fred Gehler, Konrad Wolfs neuer Film, in: Filmkritik, 5/1968, S. 331.
18.
Vgl. Gehler, "Ich war nicht subversiv" (Anm. 7), S. 49f.
19.
Vgl. Thomas Auerbach u.a., Hauptabteilung XX: Staatsapparat, Blockparteien, Kirchen, Kultur, "politischer Untergrund", Berlin 2008.
20.
Vgl. den Vorgang BStU, MfS, HA XX, AP 1206/92, zit.: Bl. 3.
21.
Vgl. HA XX an BV Leipzig, Abt. XX, Berlin, 26.9.1969, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1932/76, Teil I, Bl. 102.
22.
Vgl. ebd., Bl. 98. Über einen weiteren IM, der hauptberuflich an der Fakultät für Journalistik tätig war, erhielt das MfS außerdem div. Arbeitszeugnisse und Personalunterlagen von Gehler: ebd., Bl. 84–95.
23.
Gehler erhielt den Auftrag, unter einem Vorwand einen Kontakt zu einer Person herzustellen. Dabei handelte es sich jedoch um einen anderen IM, sodass Gehlers Aussagen leicht überprüft werden konnten: BV Leipzig Abt. II/5, Vorschlag zur Überprüfung des IM "Walter", Leipzig, 19.3.1971, ebd., Bl. 120ff.
24.
Vgl. u.a. den Bericht über die Reise nach Polen, auf der Gehler verschiedene Filminstitutionen besuchte: Leipzig, 5.3.1971, ebd., Teil II, Bl. 62–69.
25.
Vgl. Treffbericht, Leipzig, 25.1.1972, ebd., Bl. 132f.
26.
Vgl. Treffbericht, Leipzig, 3.10.1972, ebd., Bl. 157f.
27.
Vgl. Bericht. Betr. Material "Pranke", Leipzig, 27.10.1972, ebd., Bl. 168–170.
28.
Vgl. exemplarisch: Bericht. Betr. Operatives Material "Tal", Leipzig, 8.8.1973, sowie die Einschätzung eines Dolmetschers, der auf der Leipziger Dokumentarfilmwoche tätig war: BV Leipzig, Abt. II, Bericht des IM "Walter", Leipzig, 18.2.1975, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1932/76, Teil I, Bl. 199–203, u. 217–219.
29.
Vgl. die Quittungen ebd., Teil I, Bl. 223–230.
30.
Vgl. u.a. IM-Einschätzung, Leipzig, 22.10.1971, ebd., Teil I, Bl. 157ff.
31.
Vgl. Aktennotiz, Leipzig, 3.11.1973, ebd., Teil II, Bl. 207.
32.
Vgl. BV Leipzig, Abt. II: Einschätzung über IM "Walter", Leipzig, 27.4.1976, ebd., Teil I, Bl. 231ff.
33.
Ein Beleg dafür ist die handschriftliche Notiz eines MfS-Mitarbeiters zu einer Information von Gehler aus dem Jahr 1972: "Wie soll dieser Bericht ausgewertet werden?": ebd., Teil II, Bl. 145.
34.
Vgl. BV Leipzig, Abt. II, Treffbericht, Leipzig, 29.1.1975, ebd., Bl. 210ff.
35.
Vgl. BV Leipzig, Abt. II, Abschlussbericht, Leipzig, 3.11.1976, ebd., Teil I, Bl. 261f. – Seitens des MfS gab es in den kommenden Jahren noch einmal den Versuch, Gehler zu einer konspirativen Zusammenarbeit zu motivieren, diesmal als "Gesellschaftlicher Mitarbeiter für Sicherheit" (GMS) bei der Überwachung der Dokumentar- und Kurzfilmwoche. Da Gehler jedoch nach wie vor keine neue Initiative zur Zusammenarbeit zeigte, wurde auch dieser Vorgang eingestellt: vgl. den Vorgang BStU, MfS, BV Leipzig, GMS 261/78.
36.
Vgl. Jens Gieseke, Die Stasi. 1945–1990, München 2011, S. 132f.
37.
In mehreren Gesprächen mit d. Vf. wurde Fred Gehler die Möglichkeit gegeben, sich zu den Akten zu äußern. Er hat dabei jedoch stets bestritten, jemals mit dem MfS kooperiert zu haben: vgl. die nachfolgende Stellungnahme.

Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

Was wäre, wenn die Mauer Berlin erneut halbieren würde? 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Deutschland Archiv der bpb mit 30 Bildmontagen und einem Film von Alexander Kupsch an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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NEU: Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei, Betriebskampfgruppen und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen, Demokratie und Reisefreiheit eintraten - und sich mit Kerzen, Worten und Zivilcourage gegen die Staatsmacht durchsetzten. Ein filmischer Überblick.

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Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

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Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Der Tag in der Geschichte

  • 29. März 1949
    Auf Anordnung der DWK sind Arbeitsausschüsse für Technische Arbeitsnormen (TAN) zu schaffen; werden sie nicht eingehalten, so ist das Leistungssoll nicht erfüllt. Bereits am 23. 9. 1948 hatte die DWK die Wirtschaftsstrafverordnung erlassen, die Verstöße gegen... Weiter
  • 29. März 1983
    Der 10. Bundestag konstituiert sich und wählt Helmut Kohl (CDU-Vorsitzender) zum Bundeskanzler (271 gegen 214 Stimmen, eine Enthaltung). Weiter