Beleuchteter Reichstag

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20.9.2012 | Von:
Carmen Laux

Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen

Reclams Kampf um seine Westautoren

1. "Geben Sie meine Bücher frei": Der Fall Hans Künkel

Kaum hatte sich Ernst Reclam im Frühjahr 1947 von der niederdrückenden Demontage erholt, sah er sich neuen Ärgernissen gegenüber: Sein in Wolfenbüttel lebender Autor Hans Künkel forderte die Verlagsrechte seiner sechs bisher bei Reclam erschienenen Werke zurück:
Hans Künkel: Niklas von CuesDie Erstausgabe des Niklas von Cues von Hans Künkel, Leipzig 1936. (© Reclam Verlag)
"Schicksal und Liebe des Niklas von Cues", "Anna Leun", "Laszlo", "Ein Arzt sucht seinen Weg", "Die arge Ursula" und das Drama "Kaiphas". Auslöser hierfür war ein Missverständnis zwischen Verlag und Autor, das an dieser Stelle nicht von Belang ist, das Künkel aber den Beweis für "die Schwierigkeit einer Verständigung und ersprießlichen Zusammenarbeit über die Zonengrenze hinweg" lieferte.[18] Er stützte seine Rückgabeforderung darauf, dass seit Kriegsende keines seiner Bücher wieder erschienen war und dass Ernst Reclam ihm auch im Dezember 1946 keine Zusage für baldige Neuauflagen hatte geben können. Zweifellos ist diese zögernde Haltung Reclams auf die Demontagearbeiten zurückzuführen, die zu diesem Zeitpunkt in vollem Gange waren und kaum Hoffnung auf eine baldige Weiterführung der Verlagsarbeit zuließen. Ob Künkel hiervon wusste, ist ungewiss. Jedenfalls lehnte er von vornherein auch die Möglichkeit einer Lizenznahme ab: Er wollte seine Verbindung zum Reclam Verlag vollständig lösen.

Ernst Reclam zeigte sich von diesem Verhalten schwer enttäuscht, doch erwartungsgemäß wies er eine Abtretung der Verlagsrechte entschieden zurück.[19] Fortan entwickelte sich die Auseinandersetzung zunehmend ins Persönliche. Künkel fand angesichts seiner aktuellen Honorarabrechnung heraus, dass sein Guthaben bei Reclam in den letzten Jahren auf über 7.000 DM angewachsen war.[20] Die Einnahmen aus den Jahren 1945 und 1946 seien ihm vertragswidrig verschwiegen worden, was ihn nach Kriegsende glauben ließ, er sei mittellos, und ihn gezwungen habe, sein Grundstück in Harburg "sehr zur Unzeit und mit großem Schaden [zu] verkaufen."[21] Durch diese Angelegenheit sei er vom Verlag nicht nur wirtschaftlich geschädigt worden, sondern es sei auch "menschlich etwas zerrissen."[22] All dies teilte er Ernst Reclam jedoch zunächst nicht persönlich mit, sondern vermittelt durch den ehemaligen Leipziger Lektor Konrad Nußbächer.

Reclam trafen die persönlichen Anschuldigungen Künkels sehr, wie aus seinen Briefen an Nußbächer hervorgeht: "Es ist ja auch direkt abstoßend, wie er Sie und Herrn [Gotthold] Müller mit Liebe und Hochschätzung behandelt, während sein 'Vertrauen in die Geschäftsführung des Verlages zusammengebrochen ist', womit er mich meint, weil es ihm aus irgendwelchen Gründen besser passt, zu einem anderen Verleger überzuschwenken. […] Mir ist es äußerst dégoutant, wenn ein Mann, der früher freundschaftlich tat, plötzlich so umschwenkt, ohne wirklich stichhaltigen Grund."[23] – "Selbstverständlich werde ich nicht darauf eingehen, die Verlagswerke, die wir von ihm haben, freizugeben. Wenn er seine Neuproduktion woanders erscheinen lassen will [Künkel hatte einen Optionsvertrag mit Reclam abgeschlossen], so werden wir wohl diesen ungetreuen Autor nicht halten können. Was er bei uns zu leiden hat, ist mir allerdings nicht klar."[24]

Nußbächer versuchte, beschwichtigend einzugreifen. Allerdings konnte auch er das Ausmaß von Künkels Gekränktheit nicht nachvollziehen: Es sei ihm "unbegreiflich, warum und wieso in Ihnen eine solche Erbitterung […] gegen den Verlag entstanden ist, der jedenfalls viele Jahre hindurch sein Bestes getan hat […], um Ihr dichterisches Werk zu fördern", schrieb er an Künkel und erinnerte ihn daran, dass auch der Verlag mannigfaltige Schwierigkeiten zu erdulden gehabt hatte – "da muss doch auch der Autor dieses Verlags Gerechtigkeit walten lassen!"[25] Jedenfalls sehe er in den mitgeteilten Fakten keine zureichende Erklärung für eine solche Entfremdung und hoffe auf eine baldige Beilegung des Streits. Doch Nußbächers Appell sollte sich als "verlorne Liebesmüh"[26] erweisen: Künkel zeigte keine Einsicht und berief sich im September 1947 schließlich auf Paragraph 17 des Verlagsrechtsgesetzes, um von seinen Verträgen zurückzutreten.[27] Hierauf erklärte ihm Reclam, dass das Gesetz in diesem Fall kaum Anwendung finden könne, da von drei Werken Künkels noch Vorräte vorhanden seien.[28]

Für einige Zeit trat daraufhin Ruhe ein, bis Künkel Ende Dezember 1947 den Verlag dringend aufforderte, seine Bücher auch dem westlichen Buchhandel zugänglich zu machen. Da sein Hauptarbeitsgebiet in den Westzonen liege, sei dort das Bedürfnis nach seinen Werken weitaus größer als in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ). Mit dem Appell: "Ich werde durch Sie des Ertrages und der Auswirkung der Hauptarbeiten meines Lebens beraubt",[29] schloss er seinen Brief. Die Prokuristin Hildegard Böttcher, die das Schreiben an Stelle des auf Geschäftsreise weilenden Ernst Reclam beantwortete, erklärte sich tatsächlich zu einem großen Zugeständnis bereit: Künftig sollten aus dem Westen eingehende Bestellungen von Künkels Werken ausgeführt werden. Sie bat den Autor gleichzeitig, dieses Entgegenkommen besonders anzuerkennen, da hierdurch eine starke Belastung der gesamten Auslieferung zu erwarten sei, wenn die West-Buchhändler wieder anfingen, nach Reclams Universal-Bibliothek und den übrigen Verlagswerken zu fragen.[30]

Doch auch nach diesem Entgegenkommen gab Künkel seinen Kampf um die Verlagsrechte seiner Bücher nicht auf und verlegte sich nun aufs Flehen. Er sei in finanzieller Not, sehe sich des Erfolges seiner Lebensarbeit beraubt und müsse seine Zeit zum Geldverdienen statt zum Schreiben verwenden: "Ein Verlagshaus steht vor der Tür, das sofort bereit ist, meinen 'Niklas' für die Westzone zu drucken, wodurch ich meine Freiheit mit einem Schlage wieder hätte. Ich habe bis jetzt 'Nein' gesagt. […] Aber ich möchte nun doch von Ihnen als dem Chef des alten Hauses persönlich hören, dass Sie wirklich bereit sind, meinem künstlerischen Schaffen die Lebensader abzuschneiden […], dass Sie lieber mein schriftstellerisches Lebenswerk der Vergangenheit und Zukunft knicken wollen, als auf einen finanziellen Vorteil zu verzichten, der übrigens für Sie und Ihr Haus nicht greifbar ist. […] Geben Sie meine Bücher frei. Ich bitte Sie darum bei allem, was uns verbunden hat, aber auch bei dem guten Geist Ihres alten Verlagshauses, das durch so lange Zeiten einer der ersten Förderer der deutschen Dichtung war."[31]

Ernst Reclam ließ sich hiervon kaum beeindrucken: Die von Künkel erhobenen Vorwürfe seien gegenstandslos, er wolle ihm nichts dergleichen antun und die Verlagsrechte werde er nicht freigeben, da noch immer genügend Vorräte seiner Werke vorhanden seien und nun endlich auch eine Auslieferung nach Westdeutschland erfolge.[32] Im August 1948, nachdem Künkel wiederholt auf eine Neuauflage seiner Werke gedrängt hatte, war ihm endlich Erfolg beschieden: Gotthold Müller hatte sich zu einer Neuauflage des "Niklas von Cues" in Stuttgart entschlossen. Doch auch hierbei gab es einen Wermutstropfen, wie Künkel einige Zeit später Ernst Reclam berichtete: "Ob ich mit dem Verlage Reclam Verlag G.m.b.H. Stuttgart zu einem Abschluß komme, steht noch dahin. Ich darf wohl mitteilen, daß die Art, mit der dieser Verlag mir bisher entgegengetreten ist, mir neuartig erscheint und keine Grundlage für eine dauernde Verbindung verspricht. Auch die Art der heutigen Mitteilung ist befremdend, und recht anders, als mir bisher vom Verlag Phil. Reclam in Leipzig und Eugen Diederichs, Jena, geschrieben wurde. Es erweckt fast den Anschein, als wenn Herr Müller die Meinung hätte, das Verlagsrecht über meine Bücher zu besitzen."[33]

Tatsächlich traf bereits vier Tage später ein weiterer Brief Künkels ein. Hierin setzte er Ernst Reclam davon in Kenntnis, dass sein "Niklas von Cues", "Ein Arzt sucht seinen Weg" und "Laszlo" demnächst im Braunschweiger Vieweg Verlag erscheinen würden. Da Vieweg inzwischen bereits zwei Werke aus seiner Feder herausgebracht habe, wolle er nun seine Bücher in einem Verlag vereinen. Künkel sprach gleichzeitig die Hoffnung aus, "daß Sie meine jetzige endgültige Entscheidung nicht als eine persönliche Unfreundlichkeit, sondern als die Konsequenz einer Entwicklung auffassen, die wir rückwärts zu revidieren nicht mehr imstande sind."[34]

Wie zu erwarten, hielt Ernst Reclam weiterhin an den Verlagsrechten fest: "Verlagsverträge sind zweiseitige Verträge, die nicht ohne Grund von der einen Seite gelöst werden können",[35] beharrte er. Da Reclam Stuttgart zur Ausnutzung der Lizenzen für den Westen gegründet worden sei, habe Künkel keine Veranlassung, sich einen anderen Verlag zu suchen.

Künkel fühlte sich zwar weiterhin im Recht, wollte aber "der literarischen Welt nicht das Schauspiel eines Prozesses zwischen zwei so alten Verlagshäusern […] geben."[36] Für die Zusammenarbeit mit Stuttgart stellte er jedoch Bedingungen: Zum einen müsse der Verlag bindende Termine für Neuauflagen festlegen, "damit ich nicht das Neuerscheinen jedes einzelnen Werkes von neuem erkämpfen muß". Außerdem solle Gotthold Müller "sich mit seinem Autor auf einen Verkehrston […] stellen, wie er den Gepflogenheiten in einem so hervorragend geistigen Beruf entspricht." Damit war der für beide Seiten zweifellos nervenaufreibende Kampf ohne Gewinner beendet: In Stuttgart wurden Neuauflagen von "Anna Leun" und von "Niklas von Cues" (beide 1949) sowie zwei
Hans Künkel: ProphetenHans Künkels Propheten erscheint 1949 bei Reclam Stuttgart. 1959 wechselt das Werk zur Evangelischen Verlagsanstalt. (© Reclam Verlag)
neue Werke Künkels herausgebracht: "Propheten" (1949) und "Labyrinth der Welt" (1951). Nach Künkels Tod im Jahre 1956 sollte bis auf die beiden letztgenannten keines dieser Werke je wieder erscheinen: weder bei Reclam noch bei Vieweg oder einem anderen Verlag.

Am Beispiel Hans Künkels ist deutlich zu sehen, dass in den von Mangel geprägten Jahren nach dem Krieg nicht nur die Verleger um ihre Autoren kämpfen mussten, sondern umgekehrt auch die Autoren um Neuauflagen ihrer Bücher und letztlich ums Überleben. Mag es bei Künkel auch nicht um seine Existenz gegangen sein, so investierte er doch außerordentlich viel Energie in die Wiedererlangung seiner Verlagsrechte, um diese andernorts gewinnbringender einsetzen zu können. Hinzu kommt, dass in diesem Fall die Diskussion auf einer sehr persönlichen Ebene stattfand und stark durch die Gefühle und Eigenheiten der Beteiligten beeinflusst und geschürt wurde. Angesichts der großen Belastung, die diese Auseinandersetzung für Ernst Reclam bedeutete, erscheint es umso erstaunlicher, mit welcher Unnachgiebigkeit der 72-Jährige an seinen Verlagsrechten festhielt. Den Weg des geringsten Widerstandes war Reclam hierbei jedenfalls nicht gegangen.


Fußnoten

18.
Hans Künkel an Ernst Reclam, 19.3.1947, RAL, Akte 3.
19.
Vgl. Ernst Reclam an Hans Künkel, 11.4.1947, ebd.
20.
Vgl. Honorarabrechnung an Hans Künkel, 11.4.1947, ebd.
21.
Hans Künkel an Gotthold Müller, 17.6.1947, ebd.
22.
Hans Künkel an Konrad Nußbächer, 11.5.1947, ebd.
23.
Ernst Reclam an Konrad Nußbächer, 24.5.1947, ebd.
24.
Ernst Reclam an Konrad Nußbächer, 23.5.1947, RAL, Akte 4.
25.
Konrad Nußbächer an Hans Künkel, 11.6.1947, RAL, Akte 3.
26.
Konrad Nußbächer an Ernst Reclam, 2.7.1947, ebd.
27.
Vgl. Hans Künkel an Reclam Leipzig, 24.9.1947, ebd.
28.
Vgl. Ernst Reclam an Hans Künkel, 3.10.1947, ebd.
29.
Hans Künkel an Reclam Leipzig, 29.12.1947, ebd.
30.
Vgl. Hildegard Böttcher an Hans Künkel, 13.1.1948, ebd.
31.
Hans Künkel an Ernst Reclam, 24.1.1948, ebd.
32.
Vgl. Ernst Reclam an Hans Künkel, 30.1.1948, ebd.
33.
Hans Künkel an Ernst Reclam, 10.8.1948, ebd.
34.
Hans Künkel an Ernst Reclam, 14.8.1948, ebd.
35.
Ernst Reclam an Hans Künkel, 20.8.1948, ebd.
36.
Dieses und die beiden folgenden Zitate: Hans Künkel an Ernst Reclam, 22.9.1948, ebd.

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