2Ausgebombt - eine Zeitreise ins zerstörte Berlin

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Die Bildmontage zeigt den Kurfürstendamm in der Nähe zur Ecke Joachimsthaler Straße im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Charlottenburg.
Der Kurfürstendamm führte bereits um 1542 als Dammweg vom Berliner Stadtschloss zum Jagdschloss Grunewald. Es war zunächst ein Reitweg für den Kurfürsten Joachim II., der über einen Bohlendamm die Durchquerung sumpfigen Terrains ermöglichte. 
Otto von Bismarck hegte nach der Reichsgründung Pläne, aus dem Kurfürstendamm einen Prachtboulevard nach Pariser Vorbild zu machen. Mit der Gründung der Kurfürstendamm-Gesellschaft im Dezember 1882 begann der Ausbau des Kurfürstendamms und der Villenkolonie Grunewald. Bereits in den 1880er Jahren wurde die Straße zu einer begehrten Wohnlage. Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich der Kurfürstendamm schnell zu einem Vergnügungs-, Kauf- und kulturellen Zentrum im Berliner Westen, der damals noch außerhalb der Stadtgrenzen lag. 
Bereits im September 1931 fanden massive antisemitische Übergriffe statt, die sogenannten „Kurfürstendamm-Krawalle“, bei denen die SA vermeintlich jüdisch aussehende Ladenbesitzer und Passanten attackierte. Viele jüdische Geschäftsleute hatten den Kurfürstendamm entscheidend geprägt, mit ihrer Vertreibung und Ermordung erlosch die Ausstrahlungskraft des Boulevards. Hier sei an den erfolgreichen Ku’damm-Gastronomen Karl Kutschera erinnert, dessen Betriebe vor 1933 internationales Renommée hatten. Seine zweite Frau und er selbst überlebten das KZ Theresienstadt, die beiden gemeinsamen Kinder wurden in Auschwitz umgebracht. Kutschera und seine Frau kehrten nach 1945 zurück nach Berlin und konnten ihre Gaststätten wiedereröffnen.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden viele Gebäude durch alliierte Luftangriffe zerstört. Beim Wiederaufbau Berlins wurde im Zuge der Teilung der Stadt das Ziel verfolgt, den Kurfürstendamm zum „Schaufenster des Westens“ und als Symbol für das Wirtschaftswunder zu gestalten.
Nach dem Ende des Kalten Krieges stand der Boulevard in der Gunst der Investoren, KundInnen und PassantInnen zunächst hinter der Friedrichstraße im Osten der Stadt zurück. Mehrere traditionsreiche Kinos und Cafés mussten schließen. Inzwischen entwickelt sich der traditionsreiche Berliner Boulevard erneut immer stärker zur exklusiven Einkaufsstraße.

Kurfürstendamm in der Nähe zur Ecke Joachimsthaler Straße, Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Charlottenburg:

Der Kurfürstendamm führte bereits um 1542 als Dammweg vom Berliner Stadtschloss zum Jagdschloss Grunewald. Es war zunächst ein Reitweg für den Kurfürsten Joachim II., der über einen Bohlendamm die Durchquerung sumpfigen Terrains ermöglichte. Otto von Bismarck hegte nach der Reichsgründung Pläne, aus dem Kurfürstendamm einen Prachtboulevard nach Pariser Vorbild zu machen. Mit der Gründung der Kurfürstendamm-Gesellschaft im Dezember 1882 begann der Ausbau des Kurfürstendamms und der Villenkolonie Grunewald. Bereits in den 1880er Jahren wurde die Straße zu einer begehrten Wohnlage. Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich der Kurfürstendamm schnell zu einem Vergnügungs-, Kauf- und kulturellen Zentrum im Berliner Westen, der damals noch außerhalb der Stadtgrenzen lag.

Bereits im September 1931 fanden massive antisemitische Übergriffe statt, die sogenannten „Kurfürstendamm-Krawalle“, bei denen die SA vermeintlich jüdisch aussehende Ladenbesitzer und Passanten attackierte. Viele jüdische Geschäftsleute hatten den Kurfürstendamm entscheidend geprägt, mit ihrer Vertreibung und Ermordung erlosch die Ausstrahlungskraft des Boulevards. Hier sei an den erfolgreichen Ku’damm-Gastronomen Karl Kutschera erinnert, dessen Betriebe vor 1933 internationales Renommée hatten. Seine zweite Frau und er selbst überlebten das KZ Theresienstadt, die beiden gemeinsamen Kinder wurden in Auschwitz umgebracht. Kutschera und seine Frau kehrten nach 1945 zurück nach Berlin und konnten ihre Gaststätten wiedereröffnen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden viele Gebäude durch alliierte Luftangriffe zerstört. Beim Wiederaufbau Berlins wurde im Zuge der Teilung der Stadt das Ziel verfolgt, den Kurfürstendamm zum „Schaufenster des Westens“ und als Symbol für das Wirtschaftswunder zu gestalten.

Nach dem Ende des Kalten Krieges stand der Boulevard in der Gunst der Investoren, KundInnen und PassantInnen zunächst hinter der Friedrichstraße im Osten der Stadt zurück. Mehrere traditionsreiche Kinos und Cafés mussten schließen. Inzwischen entwickelt sich der traditionsreiche Berliner Boulevard erneut immer stärker zur exklusiven Einkaufsstraße. (© Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage)