Beleuchteter Reichstag

12.10.2021

Hauptaugenmerk Betroffene

Bericht der Arbeitsgruppe „Sammlung, Sichtung und Aufbereitung aller Hinweise von Betroffenen“ der Zeitweiligen Untersuchungskommission zu den Ereignissen vom 7./8. Oktober 1989 in Berlin (Auszüge)

Mitte Dezember 1989 gab die Arbeitsgruppe … einen Band mit Gedächtnisprotokollen unter dem Titel „Ich zeige an“ in einer Auflagenhöhe von 2.000 Exemplaren heraus. Die Publikation wurde finanziert durch Spenden … Aus ungefähr 300 Berichten waren 50 ausgewählt worden. …

Die Arbeitsgruppe (versuchte), Betroffene und Kommissionsmitglieder zusammenzuführen. Dazu wurde das Aktionszentrum „Treibhaus“ im Untergeschoss des Fernsehturms genutzt. … Am 8. und 16. Dezember 1989 kam es im „Treibhaus“ zu den ersten Zusammenkünften zwischen „Zugeführten“ und Mitgliedern der Zeitweiligen Untersuchungskommission. Es ging um die Bildung von Selbsthilfegruppen zur Aufklärung der Gesetzesverletzungen in den Zuführungspunkten, um die Ermittlung der Schuldigen und um die Rehabilitierung der Opfer sowie um Wiedergutmachung der physischen, psychischen und materiellen Schäden. Es wurde klargelegt, was erweiterte Amnestie, was Kassation von Urteilen und was volle Rehabilitierung bedeutet. Wir halfen bei Strafanzeigen oder bei nachwirkenden Auseinandersetzungen mit der Polizei. Viele Zugeführte konnten bei diesen Treffen ihre Aussagen wechselseitig stützen.

Gestützt auf die Erfahrungen im „Treibhaus“ bildete die Untersuchungskommission im Januar 1990 acht Gruppen, in denen, nach Zuführungspunkten getrennt, Zusammenkünfte organisiert wurden, um den Betroffenen juristische und psychologische Hilfe zu geben und um Material für Prozesse zu sammeln.

Inzwischen lag eine Unzahl von Beschwerden vor, weil den Opfern in lapidaren Schreiben die Einstellung von Ermittlungsverfahren mitgeteilt worden war. Anzeichen sprachen dafür, dass der damalige Generalstaatsanwalt von Berlin, Dr. Simon, die Vernichtung aller Dokumente über Zuführungen und Zugeführte veranlasst und Oberst Dietze von Präsidium der Volkspolizei die Durchführung angeordnet hatte. … Die Arbeitsgruppe hatte bis Mitte Januar keine Unterstützung durch die Staatsanwaltschaft oder die Polizei erfahren. Erst nach massivem Protest auf einer öffentlichen Anhörung am 6. Januar 1990 im Roten Rathaus und in der am 9. Januar 1990 folgenden Kommissionssitzung sowie durch eine Aktion am 13. Januar 1990 im „Treibhaus“, wo innerhalb von zwei Stunden 300 Unterschriften gegen die Verschleppungstaktik von Justiz und der Polizei gesammelt wurden, gelang es, einige Verfahren wieder in Gang zu bringen. …

Insgesamt führten Mitglieder Kommission zwischen Oktober 1989 und Mai 1990 in den acht Gruppen 39 Zusammenkünfte mit Betroffenen und mit Polizisten durch. In drei Stellen kam es zu Gegenüberstellungen von Polizisten und Betroffenen. In den Zuführungspunkten Blankenburg und Immanuelkirchstraße wirkten sie wie Konfrontationen. Die Stimmung war beklommen und aggressiv. Zur Aufklärung konnte letztlich wenig beigetragen werden. …

Die Betroffenen sind unzufrieden. Die Ermittlungsverfahren gegen Polizeiangehörige wurden weder von der Kriminalpolizei noch von der Staatsanwaltschaft aktiv vorangetrieben. Die wenigen Verfahren führten in den Augen der Opfer zu keinen gerechten Urteilen. Ein Selbstreinigungsprozess in den Reihen der Polizei ist nicht erkennbar. Uns ist kein Fall bekannt, dass gegen MfS-Mitarbeiter gerichtlich vorgegangen wurde.

Quelle: Andreas Förster, "Eine Sternstunde des demokratischen Aufbruchs - Die Untersuchungskommission zur Polizeigewalt am 7. und 8. Oktober 1989 in Ostberlin", Deutschland Archiv vom 12.10.2021


Deutschland Archiv

Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Die Mauer. 1961 bis 2021

Bildmontagen und eine VR-Animation

Anlässlich des 60. Jahrestags des Mauerbaus erinnert das Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit 46 Bildmontagen und einer Virtual-Reality-Animation an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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Themenseite

60 Jahre Mauerbau

Die Berliner Mauer trennte mehr als 28 Jahre lang Ost und West. Sie ist zum Symbol der konfliktreich verkanteten Nachkriegsordnung der Alliierten geworden. Zwischen 1961 und 1989 wurden mindestens 140 Menschen an der Berliner Mauer getötet oder kamen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende aus Ost und West vor, während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen. In diesen Angaben nicht erfasst ist die unbekannte Anzahl von Menschen, die aus Kummer und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihre individuellen Lebensverhältnisse starben.


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NEU: "(Ost)Deutschlands Weg 1989-2021". 80 Studien zur Lage des Landes

Ein Mosaik der (ost)deutschen Transformationsgeschichte von 1989/90 bis in die Gegenwart. Mit Texten von Ilko-Sascha Kowalczuk, Krisztina Slachta, Jens Reich, Marianne Birthler, Hans Modrow, Steffen Mau, Antonie Rietzschel, Andreas Zick, Esther Dischereit, Bernd Wagner, Naika Foroutan, Raj Kollmorgen und 70 weiteren AutorInnen. Der Doppelband mit 1.350 Seiten und zahlreichen Fotos kostet 7 Euro im Angebot der bpb.

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Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen und Designers, Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, zeigen, dass bei Kriegsende im Mai 1945 in der Stadt kaum ein Stein mehr auf dem anderen stand. Die Bildmontagen rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen und Schuttberge aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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