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Beleuchteter Reichstag

16.11.2011 | Von:
Friedrich-Wilhelm Schlomann

Neues über die einstige Ost-CDU

Gerald Götting trug als langjähriger Vorsitzender der CDU in der DDR wesentliche Verantwortung für die Gleichschaltung von "Unionsfreunden". Die begann bereits unter sowjetischer Besatzung, als die bürgerliche Partei unter Druck wie auch zuweilen willfährigem Entgegenkommen einiger Funktionäre zu einem "Transmissionsriemen" kommunistischer Politik umgestaltet wurde.

Neues über die Ost-CDU


Sammelrezension zu:

Peter Joachim Lapp: Gerald Götting. Eine politische Biografie, Aachen: Helios 2011, 250 S., € 24,90, ISBN: 9783869330518.

Christian Schwießelmann: Die CDU in Mecklenburg und Vorpommern 1945 bis 1952. Von der Gründung bis Auflösung des Landesverbandes. Eine parteiengeschichtliche Darstellung (Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte; 58), Düsseldorf: Droste 2010, 516 S., € 49,–, ISBN: 9783770019090.




"Eine politische Biografie"

Gerald GöttingGerald Götting (© Helios Verlag)
Gerald Götting, seit 1949 Generalsekretär und von 1966 bis 1989 Vorsitzender der DDR-CDU, konnte seine Erinnerungen aus gesundheitlichen Gründen nicht selber schreiben und überließ sein umfangreiches Privatarchiv dem Publizisten Peter Joachim Lapp, der mit Hilfe vieler weiterer Unterlagen und mancher Zeitzeugen die vorliegende Biografie verfasste. Das Schwergewicht liegt dabei auf einer eingehenderen Darstellung des politischen Denkens und Handelns jenes Mannes, der zu den ersten Köpfen in der zweiten Reihe des DDR-Systems gehörte.

Die Propagierung der alten christlichen Werte ließ ihn 1946 CDU-Mitglied werden und bald Karriere machen. Aussagen von Vertretern der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD), die äußerst deutlich ihre Macht demonstrierten, waren für sein weiteres Verhalten prägend; offen schrieb Götting in sein Tagebuch, dass Oberst Sergej I. Tjulpanow von der SMAD "als eigentlicher Chef der Ost-CDU über die Arbeit der CDU letztlich bestimmte". Angeblich traf er 1947 mit Konrad Adenauer zusammen, der ihn aufgefordert haben soll, die Tätigkeit der CDU in der sowjetischen Besatzungszone so lange wie möglich, bis zum Verbot durch die Sowjets fortzusetzen – was keineswegs unmöglich scheint. Ohnehin in der Überzeugung, dem Sozialismus gehöre die Zukunft, war Götting einer der eifrigsten Befürworter, die Partei dem Sowjetblock zuzuordnen.

Zu Recht glaubte Götting, dass die SED niemals freie Wahlen zulassen werde, und stimmte 1950 den Einheitswahlen zu; der Gedanke, wie diese dem wahren Volkswillen entsprechen konnten, um die Staatsmacht zu legitimieren, berührte ihn nicht. Natürlich sah er die politischen Häftlinge, bewertete die Toten an der Mauer als "schwerste Belastung der DDR", doch zog Götting keinerlei Konsequenzen. Im Oktober 1989 gingen manche hohen CDU-Funktionäre auf Distanz zu ihm. Der bekannte "Brief aus Weimar" sollte – so glaubte Götting – auf Veranlassung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) seinen Sturz herbeiführen. Nach Ansicht Lapps eine Dolchstoßlegende.

Zutreffend ist, dass das MfS ihm – wie generell der CDU – misstraute und ihn in jeder Weise überwachte. Götting wiederum war seit 1950 zur offiziellen Zusammenarbeit mit dem MfS verpflichtet; zur Frage, ob er einzelne Mitglieder denunzierte, gibt es nirgendwo einen Hinweis. Gewiss half er, christliche Werte in der atheistischen DDR zu bewahren, und in Einzelfällen auch bedrängten Menschen, doch ändert dies kaum etwas an der Feststellung des Autors: Götting hat die DDR-Diktatur mitverantwortet und wurde damit mitschuldig. Ein System, das keine freien Wahlen zulässt, Menschenrechte verletzt, Zehntausende aus politischen Gründen inhaftiert und fliehende Untertanen an seinen Grenzen tötet, kann keine Ordnung sein, der ein Christ in führender Position dienen kann. Als christlicher Demokrat und Humanist, wie Götting sich sah, wäre er gut beraten gewesen, sich dem DDR-Regime zu entziehen. Möglichkeiten dazu hatte er jederzeit.



Die Mauer. 1961 bis 2021

Bildmontagen und eine VR-Animation

Anlässlich des 60. Jahrestags des Mauerbaus erinnert das Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit 46 Bildmontagen und einer Virtual-Reality-Animation an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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60 Jahre Mauerbau

Die Berliner Mauer trennte mehr als 28 Jahre lang Ost und West. Sie ist zum Symbol der konfliktreich verkanteten Nachkriegsordnung der Alliierten geworden. Zwischen 1961 und 1989 wurden mindestens 140 Menschen an der Berliner Mauer getötet oder kamen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende aus Ost und West vor, während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen. In diesen Angaben nicht erfasst ist die unbekannte Anzahl von Menschen, die aus Kummer und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihre individuellen Lebensverhältnisse starben.


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NEU: "(Ost)Deutschlands Weg 1989-2021". 80 Studien zur Lage des Landes

Ein Mosaik der (ost)deutschen Transformationsgeschichte von 1989/90 bis in die Gegenwart. Mit Texten von Ilko-Sascha Kowalczuk, Krisztina Slachta, Jens Reich, Marianne Birthler, Hans Modrow, Steffen Mau, Antonie Rietzschel, Andreas Zick, Esther Dischereit, Bernd Wagner, Naika Foroutan, Raj Kollmorgen und 70 weiteren AutorInnen. Der Doppelband mit 1.350 Seiten und zahlreichen Fotos kostet 7 Euro im Angebot der bpb.

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Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen und Designers, Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, zeigen, dass bei Kriegsende im Mai 1945 in der Stadt kaum ein Stein mehr auf dem anderen stand. Die Bildmontagen rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen und Schuttberge aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

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Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Der Tag in der Geschichte

  • 17. September 1961
    Wahlen zum 4. Bundestag: Die CDU/ CSU verliert ihre absolute Mehrheit, die SPD überschreitet mit ihrem Kanzlerkandidaten Willy Brandt die 35-Prozent-Marke, die Gesamtdeutsche Partei (GDP) erleidet eine schwere Niederlage. Wahlgewinner ist die FDP, die mit... Weiter
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Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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