Beleuchteter Reichstag

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1.9.2011 | Von:
Bogdan Musial

Der Bildersturm

Aufstieg und Fall der ersten Wehrmachtsausstellung

Schlussbemerkung

Die schonungslose Aufarbeitung der eigenen Geschichte in Deutschland ist einmalig und wird den Deutschen im Ausland hoch angerechnet und zweifellos erwartet. Wahr ist aber auch, dass die aufklärerische Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zuweilen sehr emotional geführt und von Mystifizierungen, wissenschaftlich unhaltbaren Thesen, peinlichen Ungenauigkeiten, ideologischem Eifer und Manipulationen begleitet wird. Dies sind in der Regel Randerscheinungen jedes sensiblen und politisch brisanten Prozesses. Die Wehrmachtausstellung und der Konflikt um sie waren Produkte des gesellschaftlichen Klimas, das in den 1990er-Jahren in Deutschland herrschte, und reflektieren die Probleme der Deutschen, die ihnen der Umgang mit der NS-Vergangenheit bis heute bereitet.

Anm. der Redaktion: Im November 2001 wurde die zweite Wehrmachtsausstellung unter dem Titel "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941–1944" in Berlin eröffnet. Sie wurde an elf Orten in Deutschland, Luxemburg und Österreich gezeigt, letztmals von Januar bis März 2004 in Hamburg. Anschließend wurde die Ausstellung in den Bestand des Deutschen Historischen Museums (DHM) Berlin überführt.

Anders als dem Team um Hannes Heer wurde den Machern der zweiten Wehrmachtsausstellung um Ulrike Jureit zu keinem Zeitpunkt vorgeworfen, sie hätten unseriös gearbeitet. Dies lag auch an der veränderten Ausstellungskonzeption, wonach die Bilder zugunsten ausführlicherer Texte weniger dominant waren und zudem genauestens ausgewiesen wurden. Wo Bilder strittig waren, wurde die Quellenproblematik eigens thematisiert.


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