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Beleuchteter Reichstag

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6.10.2011 | Von:
Achim Beier

"Power to the People" – Leipzig zwischen Anarchie und Nationalstaat

Eine virtuelle Ausstellung des Archivs Bürgerbewegung Leipzig

1989/90: In der DDR setzte das Machtvakuum beachtliche Energien der Menschen frei. Eine virtuelle Ausstellung erzählt von der Dynamik des Aufbruchs in Leipzig: Runder Tisch, Polarisierung auf der Straße, neue Zeitung, Piratensender, "Montmartre" von Leipzig, Subkultur und Politik, "Stoppt den Tagebau" ...

Vorbemerkungen

Die Jubiläen zur Friedlichen Revolution und zur Deutschen Einheit 2009 und 2010 haben eine große Anzahl regionaler und überregionaler Studien zu den Ereignissen in den 1980er-Jahren hervorgebracht. Die Präsentationsformen waren dabei sehr unterschiedlich. Sie reichten von Ausstellungen über journalistische Beiträge bis zu wissenschaftlichen Untersuchungen.

Die DDR-Geschichte ist zeitlich abgeschlossen und ihre Aufarbeitung ist zum historischen Gegenstand als Ganzes geworden. Unterrepräsentiert in der historischen Debatte sind dagegen die Entwicklungslinien, die zur Deutschen Einheit und darüber hinaus führten. Hier manifestierten sich individuelle Erfahrungshorizonte und gesellschaftliche Notwendigkeiten, die ihre Auswirkungen bis heute haben. Die subjektive Beurteilung dieses Prozesses ist stark geprägt vom eigenen Wahrnehmungshorizont der Gegenwart. Sind die damaligen Hoffnungen und Wünsche bis heute in Erfüllung gegangen? Das Feuilleton spricht nicht selten von Verlierern und Gewinnern der Einheit. Dieses Schwarzweiß-Schema stigmatisiert und polarisiert. Gradmesser ist die Partizipation am heute Erwünschten. Die immer wieder durchgeführten Umfragen zum Stand der "inneren Einheit" verdeutlichen oft eine erschreckende Disharmonie in der deutschen Gesellschaft. In dem heute gültigen Primat der ökonomischen Teilhabe verschwimmen die Grundbedingungen unserer Gesellschaft – stabile demokratische Verhältnisse.

Demokratische Werte werden als selbstverständlich angesehen oder werden der gegenwärtigen Politikverdrossenheit hintangestellt. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass Demokratie die Möglichkeiten schafft sich einzubringen, zu gestalten. Besonders kontrastreich sind diesbezüglich die Ereignisse von 1989/90 in der DDR. Der Wille und die Bereitschaft, "sich einzumischen", brachte die Gesellschaft voran, und die Geschichte hat es bewiesen: Der freie Mensch engagiert sich. Neben dem Aufbau und der Etablierung demokratischer Strukturen analog zur Bundesrepublik sind es vor allem die vielen kleinen Initiativen von Menschen, die das gesellschaftliche Leben veränderten.




Werbebanner für das Onlineportal www.deutsche-einheit-leipzig.de.Werbebanner für das Onlineportal www.deutsche-einheit-leipzig.de. (© Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.)
Wie die ersten "Gehversuche" aussahen, soll in einer virtuellen Ausstellung, die das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. erstellt hat, gewürdigt und dargestellt werden: Die Menschen haben sich die Freiheit erkämpft und nutzen sie im Interesse des Gemeinwohls.

In einer Lokalstudie kommt es zur Annäherung an die Dimension des Problems. Es wird punktuell ausgelotet und zeigt den Facettenreichtum allein in einer Stadt. "Leipzig" soll dabei ein Beispiel von vielen sein. In anderen Städten der DDR passierte Ähnliches, häufig aber ganz anders. Vieles galt es zu verändern, neu zu schaffen, nachzuholen, (sich) auszuprobieren. Schön wäre es, wenn es mit der Ausstellung gelänge, Impulse zu vermitteln, den Prozess der Deutschen Einheit in die Agenda der Wissenschaft und der politischen Bildung aufzunehmen.

Die Idee, dieses Desiderat aufzugreifen, entstand im Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. Der Verein ist ein Träger der politischen Bildung. Nachdem man in den letzten Jahren Wechselausstellungen erarbeitet hatte, werden jetzt mit dem Internet ganz andere "Ausstellungsräume" mit ganz anderen Möglichkeiten erschlossen. So kann eine virtuelle Ausstellung dazu genutzt werden, sich historischen "Gegenständen" zu nähern, sie selbstständig zu erarbeiten oder zu vertiefen oder mittels mobiler Geräte wie Smartphones einen zeitgeschichtlichen Stadtrundgang zu unternehmen.

Die Umsetzung dieser Idee wurde nur durch die Förderung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur möglich.



Die Mauer. 1961 bis 2021

Bildmontagen und eine VR-Animation

Anlässlich des 60. Jahrestags des Mauerbaus erinnert das Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit 46 Bildmontagen und einer Virtual-Reality-Animation an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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Themenseite

60 Jahre Mauerbau

Die Berliner Mauer trennte mehr als 28 Jahre lang Ost und West. Sie ist zum Symbol der konfliktreich verkanteten Nachkriegsordnung der Alliierten geworden. Zwischen 1961 und 1989 wurden mindestens 140 Menschen an der Berliner Mauer getötet oder kamen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende aus Ost und West vor, während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen. In diesen Angaben nicht erfasst ist die unbekannte Anzahl von Menschen, die aus Kummer und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihre individuellen Lebensverhältnisse starben.


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NEU: "(Ost)Deutschlands Weg 1989-2021". 80 Studien zur Lage des Landes

Ein Mosaik der (ost)deutschen Transformationsgeschichte von 1989/90 bis in die Gegenwart. Mit Texten von Ilko-Sascha Kowalczuk, Krisztina Slachta, Jens Reich, Marianne Birthler, Hans Modrow, Steffen Mau, Antonie Rietzschel, Andreas Zick, Esther Dischereit, Bernd Wagner, Naika Foroutan, Raj Kollmorgen und 70 weiteren AutorInnen. Der Doppelband mit 1.350 Seiten und zahlreichen Fotos kostet 7 Euro im Angebot der bpb.

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Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen und Designers, Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, zeigen, dass bei Kriegsende im Mai 1945 in der Stadt kaum ein Stein mehr auf dem anderen stand. Die Bildmontagen rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen und Schuttberge aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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