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5.10.2011 | Von:
Klaus Bästlein

"Stasi." – Eine Ausstellung zur DDR-Staatssicherheit

2011 eröffnete die Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen eine temporäre Dauerausstellung nahe dem Checkpoint Charlie. Sie war mit ihrem Katalog "Stasi." ein "Lernort" im doppelten Sinne. Doch gute didaktische Reduktion und gelungene Beispiele standen einigen inhaltlichen Fehlern und einer fehlenden historischen Einordnung gegenüber.

Die hier beschrieben Ausstellung in der Zimmerstraße 90/91 ist inzwischen beendet, der BStU-Standort nahe des Berliner Checkpoint Charlie besteht nicht mehr. Noch erhältlich ist "Stasi. der Katalog zur Ausstellung"; Hg. Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Berlin: BStU 2011, 12,–. Ein neuer Ausstallungsansatz wurde inzwischen im Lichtenberger Stasi-Museumverwirklicht.

Stasi – Der Katalog zur DauerausstellungStasi – Der Katalog zur Dauerausstellung (© BStU)
Die Presse war zufrieden. Fast alle großen überregionalen Tageszeitungen lobten im Januar 2011 die neue Ausstellung der damaligen Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Marianne Birthler, feierlich eröffnet von Bundespräsident Christian Wulff. Die vorangegangene Ausstellung im früheren DDR-Innenministerium an der Mauerstraße hatte sich als zu kleinteilig erwiesen und war längst überholt. Nun wurde ein Neuanfang an der Zimmerstraße in Berlin-Mitte gemacht. Der Standort zwischen Checkpoint Charlie und Topographie des Terrors war kaum zu übertreffen, zumal die Räumlichkeiten genug Platz für die Betreuung von Besuchergruppen, Sonderausstellungen und Veranstaltungen boten.



Der Platz für die neue Ausstellung war deutlich beschränkter. Sie musste sich mit einem etwa 260 Quadratmeter großen Raum begnügen, lag aber im Einzugsbereich der großen Touristenströme rund um den Checkpoint Charlie als einem Lernort über den Kalten Krieg. Dort sollten die Geschichte des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), die Auswirkungen seiner Tätigkeit auf die Opfer und die Bedeutung des MfS für den DDR-Alltag gezeigt werden. Das geringe Platzangebot zwang zu äußerster Konzentration, ohne dass auf Exponate verzichtet worden wäre. So fanden sich die unvermeidlichen
Geruchskonserven des Ministeriums für Staatssicherheit in der Daueraustellung.Geruchskonserven des Ministeriums für Staatssicherheit in der Daueraustellung. (© BStU, Foto: Markus Müller-Witte)
Geruchskonserven wie Erich Mielkes roter Koffer oder ein Zellenschloss aus der Untersuchungshaftanstalt des MfS in Rostock. Mit den Objekten wurde allerdings zurückhaltend umgegangen. Ihre Präsentation war weitestgehend sinnvoll, manche Erläuterungen aber zu knapp oder auch unpräzise. Zum Gesamtkonzept entstand im Oktober 2011 folgende Kritik, die im Deutschlandarchiv veröffentlicht wurde:

Exponate finden sich vor allem in jenem Teil der Ausstellung, der die Geschichte des MfS dokumentiert. Hierzu hat die Forschungsabteilung der Bundesbeauftragten mittlerweile einiges geleistet – erinnert sei nur an die vorzüglichen Arbeiten von Jens Gieseke über die hauptamtlichen Mitarbeiter des MfS oder die Dokumentationen von Helmut Müller-Enbergs über die inoffiziellen Mitarbeiter.[1] Allerdings fehlt nach wie vor eine verlässliche Organisationsgeschichte der Staatssicherheit, und die Edition der Berichte des MfS für die SED kommt zu langsam voran. Gleichwohl ist die Geschichte des MfS insgesamt gut erforscht. Und in diesem Segment liegt durchaus auch die Stärke der neuen Ausstellung.

Das Prinzip der didaktischen Reduktion wurde dabei trefflich umgesetzt. Die Ausstellung verliert sich nicht in den Einzelheiten der Geschichte des MfS. Die großen Linien werden mit neun Begriffen nachgezeichnet: Die Funktion – Der Apparat – Die Methoden – Die Allgegenwart – Die Hauptamtlichen – Die Inoffiziellen – Die "Westarbeit" – Die "Bruderorgane" – Das Ende. Zu jedem Begriff werden ausgewählte Objekte, Fotos und Dokumente samt Erläuterungen präsentiert. Beim "Apparat" geht es um das personelle Wachstum, den Gebäudekomplex des Ministeriums an der Berliner Normannenstraße und die Lebensläufe der Stasi-Chefs. Bei den "Methoden" werden politische Strafprozesse, die Überwachung mit Kameras und "Wanzen" sowie die Maßnahmen zur "Zersetzung" der Opposition präsentiert. Hier ist es gelungen, die richtigen Beispiele als pars pro toto auszuwählen.

Der zweite Hauptteil der Ausstellung, der die Biografien von Opfern der Stasi behandelt, beruht ebenfalls auf einer sorgfältigen Auswahl. Folgende Fälle wurden dokumentiert:
Hermann Josef Flade, Bild aus der Dauerausstellung.Hermann Josef Flade, Bild aus der Dauerausstellung. (© BStU, Foto: privat)
Hermann Josef Flade, 1950 wegen Protesten gegen die "Einheitswahlen" zum Tode verurteilt, begnadigt und 1960 entlassen; Burkhard Herzel, 1969 wegen "Republikflucht" und 1975 wegen Arbeitsverweigerung zur Erzwingung der Ausreise verurteilt und 1976 in den Westen entlassen; Gerd Stöcklein, seit 1978 in Halle (Saale) in der Opposition aktiv, von der Stasi überwacht und 1988 ausgereist; Gabriele Stötzer, 1976 exmatrikuliert, wegen "Staatsverleumdung" verurteilt und von der Stasi überwacht; Thomas Jonscher, 1980 wegen "öffentlicher Herabwürdigung" verurteilt und danach Mitarbeiter in Friedengruppen; Susanne Hartzsch-Trauer, ab 1983 in einem Frauenkreis und bei der unabhängigen Hilfe für Rumänien engagiert, deshalb bis 1989 durch die Stasi "bearbeitet".

Wie in mancher Darstellung zur Geschichte der Opposition in der DDR überwiegen hier die Siebziger- und Achtzigerjahre.[2] Dabei war der Widerstand gegen das SED-Regime in den Vierziger- und Fünfzigerjahren härter und opferreicher als in der Spätphase der DDR. Auch im Zuge der Zwangskollektivierung, des Justizterrors nach dem Mauerbau und der Verfolgungen nach der Niederschlagung des "Prager Frühlings" lag die Zahl der Opfer höher als in der Schlussphase. Insofern ist die historische Gewichtung der präsentierten Opfer-Biografien fragwürdig. Davon abgesehen, kann aber auch sie als gelungen bezeichnet werden. So wurde es vermieden, nur die Berliner "Szene" zu betrachten, und Ausreise-Antragsteller sind nicht ausgegrenzt worden. Dankenswerter Weise wurde auch ein Fall (Burkhard Herzel) dokumentiert, wo Arbeitsverweigerung zur Erzwingung der Ausreise die Verurteilung wegen "asozialen Verhaltens" nach sich zog. Bis heute haben es nämlich wegen "Asozialität" Verfolgte schwer, ihre Rehabilitierung zu erlangen.

Blick in die Ausstellung.Blick in die Ausstellung. (© BStU, Foto: Markus Müller-Witte)
Die sechs Verfolgten-Biografien werden in der Ausstellung an herabhängenden Elementen in hellgrüner Farbe präsentiert. Nun ist es Mode geworden, zeithistorische Darstellungen im Stil der Pop-Art zu vermarkten. Doch historische Darstellungen sind keine Kunstwerke. "Form follows function", das gilt auch hier. Die Präsentation sollte den Inhalten dienen – und nicht umgekehrt. In der Stasi-Ausstellung mit ihren giftgrün herabhängenden Elementen zu den Stasi-Opfern ist das anders. Denn diese Elemente erschweren die Lektüre der sonst sorgfältig zusammengestellten Dokumente, die nur in Originalgröße präsentiert werden. Und die Lektüre engbeschriebener Seiten – wie es bei vielen Stasi-Unterlagen der Fall ist – kostet so zu viel Zeit und Anstrengung.

Problematisch erscheint der dritte Teil der Ausstellung. Er soll, so die Ausstellungmacherin Gabriele Camphausen, "den Zugriff der Stasi auf das alltägliche Leben in der DDR" dokumentieren. (Katalog, S. 8) Dazu werden sieben Bereiche genannt: Jugend, Sport, Kultur, Reisen, Kirchen, Betrieb, Nationale Volksarmee. Auf entsprechende Großüberschriften folgen nur wenige erläuternde Sätze und ein oder zwei Dokumente. Der Einsatz von MfS-Mitarbeitern bei einem UEFA-Cup-Spiel sagt allerdings ebenso wenig aus wie ein Reiseprospekt von "Jugendtourist" oder ein Auskunftsbogen über "Versteck- und Unterschlupfmöglichkeiten" im VEB Buna Schkopau. Denn dass die Stasi in der DDR allenthalben im Einsatz war, ist eine Binsenweisheit. Hier greift die Präsentation leider zu kurz. Die Bedeutung der Staatssicherheit "für das alltägliche Leben in der DDR" wird erst deutlich, wenn auch die allgegenwärtige Repression zur Darstellung kommt.

Weitaus wichtiger für die Konformität waren die SED samt ihrer verbündeten Blockparteien und die von ihnen beherrschten Staatsorgane und Betriebe. Die fast lückenlose Überwachung reichte vom "Hausbuch", in das jeder über Nacht bleibende Besucher einzutragen war, über politische Bekundungen, deren Ablehnung zu beruflichen Nachteilen führte, bis zum Aushorchen der Kinder in der Schule, ob zu Hause Ost- oder Westfernsehen lief. Die SED hatte ein System der "Sippenhaft" etabliert, das die gesamte Gesellschaft durchzog. Kinder von staatsfernen Pfarrern erhielten keinen Studienplatz. Wurde die Tochter einer DDR-Richterin "republikflüchtig", folgte die Entlassung der Mutter. Hatte der Vater Westkontakte, durfte der Sohn für seinen Betrieb keine mehr wahrnehmen – mochte der ökonomische Schaden noch so groß sein. Wer als Lehrer, Kinderbetreuer oder Fußballtrainer die Ausreise begehrte, verlor sofort seine Arbeit.

Von der NS-Zeit abgesehen hat es in Deutschland wohl kaum eine so engmaschige Kontrolle und eine so starke Einschränkung von Lebensäußerungen gegeben wie unter der SED-Diktatur. Die bekannten Repressionsorgane, nämlich Staatssicherheit und Justiz, griffen erst relativ spät ein. Deshalb muss die Stasi – soll ihre Bedeutung wirklich erfasst werden – im Herrschaftsalltag der DDR dargestellt werden. Doch gerade die Erforschung der allgegenwärtigen Repression im Staat der SED ist in den letzten zwei Jahrzehnten eher vernachlässigt worden. So finden sich viele Untersuchungen zu sozialgeschichtlichen Nebenaspekten, die auf den Nachweis "herrschaftsfreier" Nischen in der DDR zielen. Der Alltag von Herrschaft und Repression in Betrieben, Verwaltungen, Universitäten, Schulen, Kindergärten, Kliniken und Armee fand dagegen kaum Beachtung.

Eine Ausstellung über die Stasi muss aber ein Torso bleiben, wenn die Einbindung des "Schild und Schwerts der Partei" in die Gesellschaft derart oberflächlich erfolgt wie in der neuen Dauerausstellung der BStU. Der Katalog enthält am Schluss wenigstens einige weiterführende Aufsätze. Ilko-Sascha Kowalczuk erklärt zutreffend: "Das Wissen über das MfS war [in der DDR] gering – aber die Angst vor ihm in allen Gesellschaftskreisen hoch." Und: "Die Geschichte des MfS im Alltag ist noch nicht erforscht." (193 u. 196) Auch die Beiträge von Helge Heidemeyer, Jens Gieseke, Bernd Florath und Georg Herbstritt vermitteln weiterführende Einsichten. Ärgerlich sind dagegen die Aufsätze von Walter Süß über die Endphase des MfS, von Roger Engelmann zu den nur oberflächlich behandelten Beziehungen von "Staatssicherheit und Strafjustiz" und von Günter Bormann über die Verwendung der Akten zur Strafverfolgung, der sogar das Stasi-Unterlagen-Gesetz falsch datiert.

Erschreckend ist die hohe Zahl von Fehlern und Fehlinterpretationen, die die gesamte Ausstellung und den Katalog durchziehen. So heißt es zur Biografie Erich Mielkes, er habe 1944 "Zwangsarbeit für die 'Organisation Todt'" geleistet. Doch tatsächlich hatte Mielke sich in Südfrankreich unter dem falschen Namen Richard Hebel der "Organisation Todt" angeschlossen, um sich zu tarnen. Nach 1945 verfälschte er seine Biografie dahingehend, dass er im Krieg an der Seite der Roten Armee gekämpft habe.[3]

Falsch ist ebenfalls die Behauptung, der Zentrale Runde Tisch habe am 23. Februar 1990 beschlossen, die Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) dürfe ihre Unterlagen vernichten. Tatsächlich hat der Zentrale Runde Tisch an dem genannten Tag gar nicht getagt, sondern nur dessen "Arbeitsgruppe Sicherheit". Doch auch diese Arbeitsgruppe hat nie beschlossen, die HV A dürfe ihre Unterlagen vernichten. Die Arbeitsgruppe nahm am 23. Februar 1990 lediglich einen kurzen Bericht zur Kenntnis, dass die HV A in ein neues Quartier umziehe. Ein Antrag auf Zustimmung zur Vernichtung der Unterlagen wurde wohlweislich nie gestellt. Die gegenteilige Darstellung von Walter Süß ist schon 2009 widerlegt worden.[4]

Konstituierende Sitzung des Zentralen Runden Tisches am 6. Dezember 1989 im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Berlin. Obwohl das Bild im Bundesarchiv korrekt ausgewiesen ist, findet sich im Katalog und in der Ausstellung die Bildunterschrift: "Zentrale Runder Tisch der DDR in Berlin, 19. Februar 1990."Konstituierende Sitzung des Zentralen Runden Tisches am 6. Dezember 1989 im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Berlin. Obwohl das Bild im Bundesarchiv korrekt ausgewiesen ist, findet sich im Katalog und in der Ausstellung die Bildunterschrift: "Zentrale Runder Tisch der DDR in Berlin, 19. Februar 1990." (© Bundesarchiv, Bild 183-1989-1207-026, Foto: Klaus Oberst)
Einen leichtfertigen Umgang mit Bildern und Dokumenten zeigt die falsche Datierung der Aufnahme von einer Sitzung des Zentralen Runden Tisches. Ausstellung und Katalog behaupten, das Bild zeige die Sitzung vom 19. Februar 1990. Tatsächlich handelte es sich aber um die erste Sitzung am 7. Dezember 1989. Schon eine Bild-Betrachtung hätte helfen können: An der Decke findet sich ein Herrnhuter Stern aus der Adventzeit, der im Februar abgehängt gewesen wäre. Außerdem ist deutlich zu erkennen, dass das Bild den Saal im Bonhoeffer-Hauses in Berlin-Mitte zeigt und nicht den Konferenzsaal in Nebengebäuden des Schlosses Niederschönhausen, wo der Runde Tisch später tagte.

Viel bedenklicher erscheint, dass die Namen von Stasi-Mitarbeitern und des Richters, der 1953 den Haftbefehl gegen Georg Dertinger erließ, mit schwarzen Balken anonymisiert wurden. Ist die Schwärzung von Unterlagen schon im Wissenschaftsbetrieb eine problematische Angelegenheit, so kann der hier praktizierte Täterschutz gegenüber Stasi-Mitarbeitern und einem Haftrichter nicht nachvollzogen werden. Denn ein Richter darf in Ausübung seines Amtes beim Namen genannt werden. Eine anonyme Justiz gibt es ebenso wenig wie eine anonyme Geschichtsschreibung. Und auch Mitarbeiter der Stasi haben Namen und Gesicht.

Alle diese Fehler und Fehlinterpretationen sind peinlich. Das gilt erst recht für eine große Bundesbehörde. Die Vorgänge können nur mit den Merkwürdigkeiten erklärt werden, die die Behörde seit ihrer Gründung begleiten. Denn der erste Bundesbeauftragte und seine Nachfolgerin beschäftigten – wenngleich aus einem Geist der Versöhnung heraus – viele Stasi-Mitarbeiter, während kritische Geister nicht eingestellt, bald wieder entlassen oder mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen überzogen wurden. Hier hat erst Roland Jahn, der heutige Bundesbeauftragte, einen klaren Trennungsstrich gezogen, als er darauf hinwies, dass jeder Stasi-Mitarbeiter in der Bundesbehörde "einen Schlag ins Gesicht der Opfer" bedeute.

Marianne Birthler hat die Stasi-Ausstellung eröffnet und sie als "Lernort" der Geschichte gepriesen. Ein Lernort ist diese Ausstellung durchaus – auch für historische Fehler und Fehlinterpretationen. Dahinter stehen leider die gelungene didaktische Reduktion und die insgesamt gute Auswahl von Objekten ein wenig zurück. Die fehlende Einbettung der Staatssicherheit in den historischen und gesellschaftlichen Kontext der DDR, die mangelnde Einordnung in den Herrschaftsalltag und die allgemeine Repressionsgeschichte können mit guten Fallbeispielen und einer gelungenen Darstellung der Geschichte der Stasi nur in Teilen wettgemacht werden. Die fehlende Kontextualisierung verlangt vielmehr eine Neugestaltung der Präsentation.

Wer heute als Westdeutscher oder Nachgeborener in die Ausstellung zur Stasi an der Zimmerstraße kommt oder deren Katalog zur Hand nimmt, bleibt ratlos zurück. Da gab es also die riesige Stasi, und dann waren da ein paar Opfer, denen übel mitgespielt wurde. Das ist die "Meistererzählung" der Ausstellung und ihres Katalogs. Was aber ist mit der Gesellschaft, in der sich das vollzog? Gab es da wirklich nur die Stasi? Spielten Partei, Betriebe, Verwaltungen usw. keine Rolle? Die "Meistererzählung" der Ausstellung wirkt so wie die jahrzehntelange Lebenslüge der alten Bundesrepublik: Auch hier agierten die wenigen überwundenen Bösen quasi im luftleeren Raum ...


Fußnoten

1.
Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Staatssicherheit: Personalstruktur und Lebenswelt 1950–1989/90, Berlin 2000; ders., Staatssicherheit und Gesellschaft, Göttingen 2007; Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, 3 Bde., Berlin 1998–2008.
2.
Siehe v.a. Ehrhart Neubert, Geschichte der Opposition in der DDR, Berlin 1997.
3.
Vgl. Klaus Bästlein, Der Fall Mielke. Die Ermittlungen gegen den Minister für Staatssicherheit der DDR, Baden-Baden 2002, S. 25f.
4.
Walter Süß, Staatssicherheit am Ende. Warum es den Mächtigen nicht gelang, 1989 eine Revolution zu verhindern, 2. Auf., Berlin 1999, S. 739 u. 788. Vgl. dagegen Klaus Bästlein, Der Kampf um die Akten. Die Vernichtung von Unterlagen der Staatssicherheit, in: DA 43 (2010) 5, S. 830–837, hier 835f.

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