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8.9.2011 | Von:
Vera Kreuter

Lebenswelten 2025

Regionale Analyse: Lebenswelten in den Regionen Koblenz und Brandenburg heute und im Jahr 2025

Die Studie enthält für jeden Regierungsbezirk eine kurze Analyse, die zusätzlich zur berechneten Prognose eine qualitative Einschätzung der jeweiligen demografischen und wirtschaftlichen Situation vornimmt und so die Entwicklung der Struktur der Lebenswelten in einen größeren Kontext stellt.

Die Entwicklung der Gesamtstruktur der Lebenswelten in den Regionen weicht zum Teil stark von den bundesweiten Trends ab. Das betrifft sowohl die derzeitige Verteilung der Bevölkerung auf die Lebenswelten als auch die prognostizierte künftige Entwicklung. Den zentralen Einflussfaktor bildet – neben der demografischen Entwicklung – die wirtschaftliche Lage der Regionen. Sie bestimmt darüber, wie die Chancen der Menschen auf einen guten Arbeitsplatz und damit auf ein hohes Einkommen und eine gute berufliche Position stehen. Von der wirtschaftlichen Situation hängt auch ab, wie attraktiv eine Region für Zuwanderer aus dem In- und Ausland ist – und das wiederum beeinflusst die Altersstruktur. Denn wo viele junge Menschen zuwandern, bleiben die Lebenswelten jungen und mittleren Alters eher stabil. Ein geringer Rückgang oder sogar eine gleichbleibende Größe der Lebenswelten der Erwerbs- und Familienphase wird daher vor allem für diejenigen Regierungsbezirke prognostiziert, die wirtschaftlich prosperieren und viele junge Menschen aus anderen Regionen anziehen.

Abb. 5 - Entwicklung von Lebenswelten in der Region Koblenz.Abb. 5 - Entwicklung von Lebenswelten in der Region Koblenz. (© Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung)
Die Bevölkerungszahl der Region Koblenz in Rheinland-Pfalz (siehe Abbildung 5) dürfte bis 2025 weitgehend stabil bleiben. Wirtschaftlich ist das Moselgebiet westlich der Stadt Koblenz dominiert vom Weinbau und eher strukturschwach; auch im Hunsrück südlich der Mosel gibt es kaum größere Industriebetriebe. Nur um die Stadt Koblenz sind einige größere Industrie- und Dienstleistungsunternehmen angesiedelt. Insgesamt ist der Anteil der hoch Qualifizierten eher niedrig. Die nördlichen Teile der Region profitieren wirtschaftlich von der Nähe zum Köln-Bonner Raum, die östlichen Kreise von der Nähe zum Großraum Frankfurt am Main. In den vergangenen Jahren sind vergleichsweise viele junge Menschen aus dieser Region abgewandert. Der Anteil der Älteren an der Bevölkerung ist heute trotz überdurchschnittlicher Geburtenziffern bereits relativ hoch, während jener der Menschen in Erwerbs- und Familienalter eher niedrig ist. Künftig dürfte die Zahl derjenigen im Alter zwischen 20 und 59 Jahren nur noch mäßig abnehmen, die Gruppe der über 59-Jährigen aber noch einmal deutlich anwachsen. Bei den Lebenswelten dominieren diejenigen mit mittlerer Kaufkraft. Zwar liegen die Arbeitslosenquote und der Anteil der von Transferleistungen Abhängigen unter dem Bundesdurchschnitt, das gilt aber auch für das verfügbare Einkommen der Haushalte. Entsprechend dem niedrigen Anteil hoch qualifizierter Beschäftigter sind die Top-Lebenswelten eher schwach vertreten.

Abb. 6 - Entwicklung von Lebenswelten in Brandenburg.Abb. 6 - Entwicklung von Lebenswelten in Brandenburg. (© Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung)
Die Einwohnerzahl in Brandenburg (siehe Abbildung 6) von gut 2,5 Millionen dürfte sich bis 2025 kaum verringern – dies verdankt das Land seiner Lage rund um die Bundeshauptstadt Berlin. Ein Fünftel weniger Menschen im Ausbildungs- und Erwerbsalter dürfte es 2025 trotzdem geben. Vor allem aus den Kreisen am Rand des Bundeslandes wandern viele junge Menschen in Richtung Berlin oder in andere Bundesländer. Wachsen werden nur die bisher schon stark vertretenen Lebenswelten der Älteren – um mehr als ein Viertel. Die kaufkräftigen Top-Lebenswelten sind besonders schwach vertreten und der Anteil der hoch qualifizierten Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren sogar zurückgegangen: Ins Umland von Berlin ziehen bislang eher die Älteren, bei denen Brandenburg Wanderungsgewinne verzeichnen kann. Nur die Gemeinden im direkten Umkreis der Hauptstadt ziehen auch junge und wohlhabende Familien an, die nach Berlin pendeln. Die regionalen Unterschiede innerhalb des Landes sind groß: In einigen Kreisen liegt die Arbeitslosenquote etwa im Bundesdurchschnitt, in anderen mehr als doppelt so hoch. Das gilt vor allem für die Jugendarbeitslosigkeit. Entsprechend unterschiedlich ist das durchschnittliche Haushaltseinkommen. Die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss ist in einigen weit von der Metropolregion Berlin entfernten Kreisen ebenfalls sehr hoch, was das künftige Kaufkraftniveau negativ beeinflussen könnte.

"Lebenswelten 2025. Wie sich die Struktur der Konsumenten in den Regionen verändert" ist im Auftrag des GfK Vereins entstanden und nur für dessen Mitglieder erhältlich.[1] Der GfK Verein ist eine Non-Profit-Organisation zur Förderung der Marketingforschung.


Fußnoten

1.
http://www.gfk-verein.org/index.php?article_id=14&clang=0 [7.9.2011].

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