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Beleuchteter Reichstag

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8.9.2011 | Von:
Frank Hoffmann

"Dafür ist mir meine Zeit tatsächlich zu schade!"

Ost-West-Gespräche und autobiografische Erinnerungsarbeit zu DDR und Friedlicher Revolution. Texte und Studien

In den letzten Jahren drängen zahlreiche Erinnerungen von Einzelpersönlichkeiten auf den Buchmarkt – darunter einige Schätze und kleine Überraschungen.

Erinnerungsarbeit

Hansdieter Krüger: Die Heilstätte. Reportage zum 60. Jahrestag der "Rest-DDR", Würzburg: Königshausen & Neumann 2010, 150 S., € 14,80, ISBN: 9783826044472.

Hans Christange, Klaus Stenzel: Ost-West-Denkstrukturen. Ein Briefwechsel zwischen Brandenburg und Hessen/Rheinland-Pfalz, Berlin: NoRa 2009, 349 S., € 23,50, ISBN: 9783865572158.

Fritz Liedemit, Hans Wachholz, Bärbel Liedemit, Helga Wachholz: Einmal ist genug. Zeitkritische biografische Einblicke in eine Epoche unter zwei totalitären Systemen, o. O. [Bernau b. Berlin]: Selbstverlag 2009, 96 S., € 17,50, ISBN: 9783000271182.

Heinz-Peter Preusser, Helmut Schmitz, Dominik Orth (Hg.): Autobiografie und historische Krisenerfahrung (Jahrbuch Literatur und Politik; 5), Heidelberg: Winter 2010, 290 S., € 38,–, ISBN: 9783825357399.

Elmar Brähler, Irina Mohr (Hg.): 20 Jahre deutsche Einheit – Facetten einer geteilten Wirklichkeit, Gießen: Psychosozial 2010, 298 S., € 29,90, ISBN: 9783837920932.

Agnès Arp, Annette Leo (Hg.): Mein Land verschwand so schnell. 16 Lebensgeschichten und die Wende 1989/90 (wtv-campus), Weimar: wtv 2009, 216 S., € 14,90, ISBN: 9783939964483.

Sebastian Pflugbeil (Hg.): Aufrecht im Gegenwind. Kinder von 89ern erinnern sich (Schriftenreihe des Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen; 9), Leipzig: Evang. Verlagsanstalt 2010, 399 S., € 14,80, ISBN: 9783374028023.

Hannes Hofmann: Diestel. Aus dem Leben eines Taugenichts? Geschichten aus 174 Tagen, in denen Amateure und Profis deutsche Geschichte machten, Berlin: Das Neue Berlin 2010, 239 S., € 16,95, ISBN: 9783360019981.


Dem Sammeln lebensgeschichtlicher Zeugnisse wohnte lange ein kritischer, gegen den historiografischen Mainstream gerichteter Impuls inne. Sei es, dass gegen eine abstrahierende Struktur- und Sozialgeschichte der Blick auf das individuelle Erleiden von Geschichte gelenkt wurde, sei es, dass mit Dokumenten von sozial und kulturell Marginalisierten ihre Erinnerung und ihre vermeintliche Ohnmacht gegen das dominante Geschichtsbild der Mächtigen gerichtet wurde. Im Lüdenscheider Archiv "Deutsches Gedächtnis" oder ähnlichen Einrichtungen liegen jeweils Tausende autobiografischer Aufzeichnungen, zumeist durch Forscherinnen und Forscher mit den ausdifferenzierten Methoden der Oral History erarbeitet. Nur ein Bruchteil dieser Dokumente findet den Zugang zu einer größeren Öffentlichkeit. Die "Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen" der Universität Wien besitzt zum Beispiel Texte von über 3.000 Personen, denen jedoch nur gut 60 Buchpublikationen gegenüberstehen.



Neben diesem wissenschaftlichen Schatz, der oft im Verborgenen liegt, drängen in den letzten 20 Jahren zunehmend Einzelpersönlichkeiten auf den Buchmarkt, die ihre Erinnerungen für so lesens- und bewahrenswert halten, dass sie von sich aus den Weg in die Öffentlichkeit suchen. Es gibt inzwischen ein Segment von Verlagen, das sich darauf spezialisiert hat, diesem Mitteilungsdrang Raum zu schaffen. Einige dieser Verlage werben gar nicht mehr um Leser, sondern nur um neue Autoren, die für ihre Bücher die Produktionskosten bezahlen. Auch auf diesem Feld gibt es Schätze und kleine Überraschungen. Einige sind an dieser Stelle anzuzeigen.



Die Mauer. 1961 bis 2021

Bildmontagen und eine VR-Animation

Anlässlich des 60. Jahrestags des Mauerbaus erinnert das Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit 46 Bildmontagen und einer Virtual-Reality-Animation an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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Themenseite

60 Jahre Mauerbau

Die Berliner Mauer trennte mehr als 28 Jahre lang Ost und West. Sie ist zum Symbol der konfliktreich verkanteten Nachkriegsordnung der Alliierten geworden. Zwischen 1961 und 1989 wurden mindestens 140 Menschen an der Berliner Mauer getötet oder kamen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende aus Ost und West vor, während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen. In diesen Angaben nicht erfasst ist die unbekannte Anzahl von Menschen, die aus Kummer und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihre individuellen Lebensverhältnisse starben.


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NEU: "(Ost)Deutschlands Weg 1989-2021". 80 Studien zur Lage des Landes

Ein Mosaik der (ost)deutschen Transformationsgeschichte von 1989/90 bis in die Gegenwart. Mit Texten von Ilko-Sascha Kowalczuk, Krisztina Slachta, Jens Reich, Marianne Birthler, Hans Modrow, Steffen Mau, Antonie Rietzschel, Andreas Zick, Esther Dischereit, Bernd Wagner, Naika Foroutan, Raj Kollmorgen und 70 weiteren AutorInnen. Der Doppelband mit 1.350 Seiten und zahlreichen Fotos kostet 7 Euro im Angebot der bpb.

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Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen und Designers, Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, zeigen, dass bei Kriegsende im Mai 1945 in der Stadt kaum ein Stein mehr auf dem anderen stand. Die Bildmontagen rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen und Schuttberge aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Der Tag in der Geschichte

  • 24. September 1964
    Trotz politischer und juristischer Meinungsunterschiede vereinbaren Wendt und Korber ein 2.Passierscheinabkommen für die Dauer von einem Jahr. Es gestattet West-Berlinern, Ost-Berliner Verwandte in vier Perioden zu besuchen: vom 30. 10. -@12. 11. 1964, vom... Weiter
  • 24. September 1990
    Die DDR scheidet aus dem Warschauer Pakt aus. Minister Rainer Eppelmann und der Pakt-Oberkommandierende Pjotr Ljuschew unterzeichnen in Ost-Berlin das Protokoll über die Herauslösung der NVA aus der Struktur des Bündnisses mit Wirkung zum 3. 10.... Weiter
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Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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