Beleuchteter Reichstag

6.7.2011 | Von:
Michael Schneider

57 Stunden im Westen

Flucht und Rückkehr des DDR-Grenzkommandeurs
Klaus-Dieter Rauschenbach

Die diplomatische Maschine kommt in Schwung


Am 3. Juni 1981 um 14.00 Uhr befindet sich der Oberstleutnant schon insgesamt 24 Stunden in der Bundesrepublik. Er ist der ranghöchste Offizier, der sich bis zu diesem Zeitpunkt aus der DDR in Richtung Bundesrepublik abgesetzt hat. Nur das Bundeskanzleramt weiß nichts von dieser Sensation. Kanzleramtsminister Manfred Lahnstein befindet sich im Italien-Urlaub, als am frühen Nachmittag das Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen beim Leiter des Arbeitsstabes Deutschlandpolitik, Hermann von Richthofen, anruft. Nach einer Information vom Ost-Berliner Rechtsanwalt Wolfgang Vogel werde der diplomatische Vertreter der DDR aus deren Ständiger Vertretung ins Bonner Kanzleramt kommen und offiziell in der Angelegenheit Rauschenbach vorsprechen.[6] Von Richthofen ist verärgert und will wissen, warum das Kanzleramt nicht von der Flucht des Grenzkommandeurs informiert wurde.[7] Wie sich später herausstellte, hatte der BND dafür gesorgt, dass nur ganz wenige von Rauschenbachs Anwesenheit in der Bundesrepublik erfuhren. Der BND hatte, obwohl selbst eine nachgeordnete Behörde des Kanzleramts, die BGS-Beamten in Fulda angewiesen, Stillschweigen zu bewahren.

Um 15.00 Uhr empfängt von Richthofen den diplomatischen Vertreter der DDR. Botschaftsrat Hans Schindler schildert die Umstände der Flucht von Rauschenbach, deutet an, dass der Offizier sich in psychiatrischer Behandlung befunden und bei seiner Flucht möglicherweise schlicht eine Kurzschlusshandlung begangen habe. Er, Schindler, wolle mit dem Flüchtling sprechen und könne ihm Straffreiheit garantieren. Zum Abschluss erinnert Schindler daran, dass die DDR ihrerseits Entgegenkommen gezeigt hat, als sich einige Zeit vorher mehrere Bundeswehrangehörige in die DDR abgesetzt hatten.[8] Von Richthofen versichert, dass das Gesprächsangebot an Rauschenbach übermittelt wird. Der Staatsminister im Bundeskanzleramt Gunter Huonker weist die Pullacher Geheimdienstleute kurz darauf an, Rauschenbach zu fragen, ob er mit Vertretern der DDR sprechen wolle.

Der Oberstleutnant erfährt am späten Nachmittag vom Gesprächsangebot der Ständigen Vertretung der DDR. Nach einer kurzen Bedenkzeit stimmt er zu, stellt allerdings eine Bedingung: Zuerst wolle er mit seiner Frau unter vier Augen sprechen.

Treffen im Münchner Polizeipräsidium


Das Gespräch wird für den folgenden Tag, den 4. Juni 1981, um 18.00 Uhr im Münchner Polizeipräsidium vorbereitet. Aus der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn reisen Botschaftsrat Hans Schindler und der I. Sekretär mit dem Auto an, aus der DDR kommt Rechtsanwalt Wolfgang Vogel zusammen mit Rauschenbachs Ehefrau nach München. Ebenfalls bei dem Gespräch dabei ist der West-Berliner Rechtsanwalt Jürgen Stange, der schon früher bei vergleichbaren Fällen mit Wolfgang Vogel zusammengearbeitet hat. Als Vertreter der Bundesregierung ist Ministerialdirigent Edgar Hirt von Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen ins Polizeipräsidium gekommen.

Bis zuletzt versuchen die BND-Mitarbeiter, die Rauschenbach auf Schritt und Tritt begleiten, ihn vom Gespräch mit dem diplomatischen Vertreter der DDR abzuhalten. Noch auf der Fahrt zum Polizeipräsidium malen sie dem Oberstleutnant ein Schreckensszenario. Das Angebot der Straffreiheit sei eine Falle, Rauschenbach solle nur in die DDR zurückgelockt werden, damit er dort ins Gefängnis befördert würde. Doch Rauschenbach bleibt dabei: Er will mit seiner Frau und dem diplomatischen Vertreter der DDR sprechen.[9]

Botschaftsrat Schindler überlegt auf der mehrstündigen Fahrt von Bonn nach München, wie er Klaus-Dieter Rauschenbach wieder zurückholen kann. Wie soll er ihn ansprechen? Wie soll er ihm klarmachen, dass das Angebot einer Straffreiheit ernst gemeint ist? Schindler entscheidet sich für eine militärisch-strenge Ansprache.[10]

Als der Oberstleutnant in Begleitung von vier BND-Mitarbeitern in den Raum kommt, in dem die Gäste aus Bonn und Ost-Berlin auf ihn warten, streckt Schindler ihm die Hand entgegen und begrüßt ihn mit einem knappen: "Guten Tag, Genosse Rauschenbach". Der Überraschungseffekt sitzt. "Ja, bin ich für Sie überhaupt noch ein Genosse?", fragt Rauschenbach ungläubig. Anschließend wird er in ein Besprechungszimmer geleitet, wo er mit dem Vertreter der Bundesregierung, Edgar Hirt, einige Sätze wechselt. Danach kommt Rauschenbachs Frau in den Besprechungsraum. Die beiden diskutieren ungefähr fünf Minuten aufgeregt miteinander unter vier Augen, allerdings unter mehr als nur vier Ohren. Die Beamten des Polizeipräsidiums haben unter Berufung auf § 11 des Bayerischen Polizeiaufgabengesetzes ein Mikrofon unter dem Tisch installiert, an dem die Eheleute sitzen. Viel Freude mit der Aufzeichnung haben die Beamten allerdings nicht, denn Rauschenbachs Frau reibt – ob unbewusst oder absichtlich, ist unklar – während des gesamten Gesprächs mit einer Streichholzschachtel über die Tischplatte. Die Auswertung nach Ende des Gespräches zeigt schnell: Außer Störgeräuschen sind nur ein paar zusammenhanglose Wortfetzen zu verstehen. Dabei ist es keineswegs reine Neugier, die die Beamten zu der Abhörmaßnahme greifen lässt. Sie fürchten, dass gegen Rauschenbach Druck ausgeübt werden könnte, um ihn zur Rückkehr in die DDR zu veranlassen.

Anschließend spricht Rauschenbach mit dem Ost-Berliner Rechtsanwalt Vogel. Der sichert ihm noch einmal Straffreiheit für den Fall zu, dass er sofort mit ihm zurück in die DDR fährt. Rauschenbach ist bereit. Er will die ausgestreckte Hand ergreifen. Vogel kommt aus dem Besprechungsraum nach draußen, wo die anderen warteten. Ja, Rauschenbach habe sich entschieden und kehre in die DDR zurück, verkündet Vogel. Doch dem Vertreter der Bundesregierung genügt das nicht: Rauschenbach müsse selbst sagen, dass er aus eigenem Entschluss in die DDR zurückkehren wolle. Vogel teilt das dem Oberstleutnant mit, der im Besprechungszimmer sitzengeblieben war. Rauschenbach kommt nun selbst heraus und gibt zu Protokoll: "Ich erkläre, dass ich in die Deutsche Demokratische Republik, mein Vaterland, zurückkehren will." Der Rückreise steht nun nichts mehr im Wege.

Bevor sich die Versammlung im Münchner Polizeipräsidium wieder auflöst, erfüllt Edgar Hirt noch einen besonderen Auftrag, den er vom Kanzleramt mit auf den Weg bekommen hat. Er soll Wolfgang Vogel klar machen, dass die Bundesregierung als Anerkennung für das schnelle Handeln im Fall Rauschenbach von der DDR "bei dem nächsten Paket ein gewisses Entgegenkommen" erwarte. Bei Vogel stößt das auf offene Ohren, er lobt die Bundesregierung dafür, dass alles so schnell und unbürokratisch über die Bühne gegangen sei, und kündigt an, dass sich das auch "anderweitig niederschlagen" werde.[11]

Rauschenbach erhält seinen Kampfanzug und in einem Plastikbeutel auch seine Dienstpistole mit sechs Patronen zurück, die er beim Zoll in Tann abgegeben hatte. In dem Moment, als Rauschenbach die Dienstwaffe an sich nehmen will, wird Botschaftsrat Schindler unruhig. Ob es wohl eine gute Idee ist, dem Oberstleutnant nach seiner aufreibenden Flucht eine Waffe mit Munition in die Hand zu geben? Schindler darf als diplomatischer Vertreter die Waffe nicht an sich nehmen. Schließlich greift Vogel zu, steckt die Waffe mitsamt der Munition ein und fährt mit Rauschenbach und seiner Frau zum Grenzübergang Rudolphstein/Hirschberg. Ohne Grenzkontrolle passieren sie die Grenze kurz vor Mitternacht. Klaus-Dieter Rauschenbach ist wieder zurück in der DDR, nach 57 Stunden im Westen.

Die DDR hält Wort


Gunter Huonker, der Staatsminister im Kanzleramt, rechtfertigt später die kurze Zeit, die zwischen Rauschenbachs Flucht und dem Gespräch im Münchner Polizeipräsidium liegt, vor allem mit der Fürsorgepflicht für den Flüchtling. Es sollte der Eindruck vermieden werden, Rauschenbach sei bereits umfassend vom BND befragt worden und habe in dieser Zeit die Gelegenheit gehabt, Staatsgeheimnisse der DDR auszuplaudern.[12]

Die Sorge ist begründet. Als Grenzkommandeur kennt Klaus-Dieter Rauschenbach eine ganze Menge Geheimnisse. Generalmajor Tanner, Chef des Grenzkommandos Süd der Grenztruppen, lässt bereits wenige Stunden nach Rauschenbachs Flucht eine elfseitige Liste zusammenstellen, worüber der Oberstleutnant informiert ist und wie groß der Schaden für die DDR wäre, sollte er im Westen sagen, was er weiß.[13]

Ohne jeden Zweifel hat Rauschenbach bei der grenzpolizeilichen Erstbefragung beim BGS in Fulda einiges offenbart, was nach dem Strafgesetzbuch der DDR einen Geheimnisverrat darstellt. Im Nachhinein erweist sich die Sorge um Rauschenbachs allzu große Freizügigkeit jedoch als unbegründet. Nach seiner Rückkehr wird er vom MfS nach Kablow in die Nähe von Berlin gebracht und einen Tag lang verhört. Wahrheitsgemäß erzählt der Offizier seinen Vernehmern, was er im Westen gegenüber den Zollbeamten und den Beamten von BGS und BND gesagt hat. Aber auch unter diesem Umständen stellt sich die Frage einer Strafe für Rauschenbach gar nicht erst, denn die Entscheidung der politischen Führung steht bereits fest.

Der Minister für Staatssicherheit Erich Mielke verfasst am 5. Juni 1981 ein dreiseitiges Drehbuch für die Zukunft des reuigen Offiziers.
Klaus-Dieter Rauschenbach beim Tanz mit seiner Frau.Klaus-Dieter Rauschenbach beim Tanz mit seiner Frau. (© BStU, MfS AU 13454/89, S. 48.)
Die Eckpunkte sind: ehrenhafte Entlassung aus den Grenztruppen der DDR, Versetzung in die Reserve, Verdienstorden und eine neue Wohnung in gehörigem Abstand zum Grenzregiment Dermbach für ihn und seine Frau. "Einverstanden, E.H.", zeichnet der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker diesen Vorschlag noch am selben Tag ab und macht damit klar, dass Straftatbestände wie Geheimnisverrat dem zweiten Leben von Klaus-Dieter Rauschenbach nicht im Wege stehen sollen.[14]

Aus diesem Grund wird auch der Militärstaatsanwalt, der noch wegen Spionage, Fahnenflucht und Beeinträchtigung der Kampftechnik (§§ 97, 254, 273 und 63 StGB-DDR) gegen Rauschenbach ermittelt, angewiesen, seine Ermittlungen einzustellen, die Akte Rauschenbach wird am 15. Juni 1981 geschlossen.[15]

Währenddessen zerbricht das MfS sich den Kopf darüber, was passiere, sollte Rauschenbach an seinem neuen Wohnort erkannt werden. Die HA IX erarbeitet eine bizarre Sprachregelung für Rauschenbach, die er bei kritischen Nachfragen zu seiner "zeitweiligen Abwesenheit" im Westen verwenden soll: "R. wurde nicht fahnenflüchtig. Am Tage des Vorkommnisses wollte er feindwärts des Grenzzaunes die Kontrolle eines Grenzsteines durchführen. Durch depressive Zustände seines labilen Gesundheitszustandes wurde ihm unwohl. Als er wieder zu sich kam, stellte er fest, dass er unter diesen Bedingungen – verbunden mit einem Kurzschluss – in die BRD gekommen war. Als er wieder im Vollbesitz seiner Kräfte war und wahrnahm, dass er sich beim BGS befand, strebte er sofort eine Rückkehr in die DDR an. Dieses erfolgte dann auch."[16]

Die Bürger in der Bundesrepublik erfahren erstmals am 30. Juni 1981 über die Flucht und baldige Rückkehr des Oberstleutnants. Mehrere große Tageszeitungen, darunter die "Süddeutsche Zeitung", die "Frankfurter Allgemeine" und "Die Welt" greifen den Fall auf. Berichterstattung und Kommentare kreisen dabei immer wieder um die Frage, wieso der ranghöchste Offizier, der bis dahin in die Bundesrepublik gekommen war, das Land zwei Tage später wieder verlassen hatte.[17] Hat es geheime Absprachen zwischen der Bundesrepublik und der DDR gegeben? Ist Rauschenbach lediglich ein Tauschobjekt? Ist die Garantie seiner Straffreiheit tatsächlich eingehalten worden? Als frei erfunden erweist sich eine Behauptung der "Welt", wonach Botschaftsrat Schindler beim Treffen in München erklärt haben soll, der Staatsratsvorsitzende Honecker betrachte die Abwicklung des Falles Rauschenbach "als Testfall für die innerdeutschen Beziehungen."[18]


Fußnoten

6.
Schreiben Leiter Arbeitsstab Deutschlandpolitik (LASD) an Chef des Bundeskanzleramts v. 6.7.1981, BArch, B 136/21656.
7.
LASD, Vermerk v. 3.11.1981, BArch, B 136/21656.
8.
LASD, Vermerk v. 3.6.1981, BArch, B 136/21656.
9.
BStU, MfS, BV Leipzig, AIM, Nr. 1004/89, Bd. 2, Bl. 135–137.
10.
Gespräch d. Vf. m. Hans Schindler, 13.8.2010. Die folgenden Ausführungen ebd.
11.
Gruppe 22, Vermerk v. 5.6.1981, BArch, B 136/21656.
12.
Stuttgarter Zeitung, 8.10.1981.
13.
BStU, MfS, BV Leipzig, AIM, Nr. 1004/89, Bd. 2, Bl. 100A–110.
14.
BStU, MfS, HA I, Nr. 15268, Bl. 43–46.
15.
BStU, MfS, AU, Nr. 13454/89, Bd. 2, Bl. 314.
16.
BStU, MfS, BV Leipzig, AIM, Nr. 1004/89, Bd. 2, Bl. 153f.
17.
Ein zweifelhafter Fall, in: FAZ, 30.6.1981; Offizier der Volksarmee geht zurück in die DDR, in: SZ, 30.6.1981.
18.
Die Welt, 7.7.1981.

Die Mauer. 1961 bis 2021

Bildmontagen und eine VR-Animation

Anlässlich des 60. Jahrestags des Mauerbaus erinnert das Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit 46 Bildmontagen und einer Virtual-Reality-Animation an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

Mehr lesen

Themenseite

60 Jahre Mauerbau

Die Berliner Mauer trennte mehr als 28 Jahre lang Ost und West. Sie ist zum Symbol der konfliktreich verkanteten Nachkriegsordnung der Alliierten geworden. Zwischen 1961 und 1989 wurden mindestens 140 Menschen an der Berliner Mauer getötet oder kamen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende aus Ost und West vor, während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen. In diesen Angaben nicht erfasst ist die unbekannte Anzahl von Menschen, die aus Kummer und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihre individuellen Lebensverhältnisse starben.


Mehr lesen

NEU: "(Ost)Deutschlands Weg 1989-2021". 80 Studien zur Lage des Landes

Ein Mosaik der (ost)deutschen Transformationsgeschichte von 1989/90 bis in die Gegenwart. Mit Texten von Ilko-Sascha Kowalczuk, Krisztina Slachta, Jens Reich, Marianne Birthler, Hans Modrow, Steffen Mau, Antonie Rietzschel, Andreas Zick, Esther Dischereit, Bernd Wagner, Naika Foroutan, Raj Kollmorgen und 70 weiteren AutorInnen. Der Doppelband mit 1.350 Seiten und zahlreichen Fotos kostet 7 Euro im Angebot der bpb.

Mehr lesen

Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

Jetzt ansehen

Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

Mehr lesen

Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen und Designers, Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, zeigen, dass bei Kriegsende im Mai 1945 in der Stadt kaum ein Stein mehr auf dem anderen stand. Die Bildmontagen rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen und Schuttberge aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

Mehr lesen

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

Mehr lesen

Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

Mehr lesen auf jugendopposition.de

Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

Mehr lesen

13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

Mehr lesen

Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

Mehr lesen

Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

Mehr lesen auf bpb.de

Der Tag in der Geschichte

  • 5. Dezember 1948
    Die neuen Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung und zu den Bezirksverordnetenversammlungen finden wegen sowjetischen Verbots nur in West-Berlin und ohne Beteiligung der SED statt. Zum neuen Oberbürgermeister (West) wird am 7. 12. 1948 Ernst Reuter (SPD)... Weiter
  • 5. Dezember 1989
    Reisefreiheit ab 1. 1. 1990: Ministerpräsident Hans Modrow und der Chef des Bundeskanzleramtes Rudolf Seiters vereinbaren in Ost-Berlin, dass Bundesbürger und West-Berliner ab 1. 1. 1990 ohne Visum und Zwangsumtausch die DDR und Ost-Berlin besuchen dürfen.... Weiter
  • 5. Dezember 1989
    Der Regierende Bürgermeister Walter Momper (SPD) und der Ost-Berliner Oberbürgermeister Erhard Krack (SED) erörtern erstmals offiziell Fragen der kommunalpolitischen Zusammenarbeit nach der Grenzöffnung. Am 12. 12. 1989 vereinbaren Momper und... Weiter
  • 5./ 6. Dezember 1994
    Das KSZE-Gipfeltreffen in Budapest im Anschluss an das 5. Folgetreffen (10. 10.@- 2. 12. 1994) wird von Meinungsverschiedenheiten zwischen den 53 Teilnehmerstaaten überschattet. Russland lehnt die Osterweiterung der NATO ab und beteiligt sich vorerst nicht an... Weiter

Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

Mehr lesen