Beleuchteter Reichstag

8.2.2011 | Von:
Elke Scherstjanoi

Moskauer Blicke auf den "Bitterfelder Weg" (1960–1964)

Was wusste man damals in Moskau vom "Bitterfelder Weg", konnte er dort von Interesse sein? Moskau registrierte sehr genau das Unbehagen etlicher deutscher Schriftsteller mit dem "Bitterfelder Weg" und warnte vor überzogenen Erwartungen.

Einleitung


Was wusste man damals in Moskau vom "Bitterfelder Weg", konnte er dort von Interesse sein?

Am 24.4.1959 wurde die 1. Bitterfelder Konferenz eröffnet. Die Losung lautete "Greif zur Feder Kumpel, die sozialistische Nationalkultur braucht dich".Am 24.4.1959 wurde die 1. Bitterfelder Konferenz eröffnet. Die Losung lautete "Greif zur Feder Kumpel, die sozialistische Nationalkultur braucht dich". (© Bundesarchiv, Bild 183-63679-0011, Fotograf: Schmidt.)
Die Forschung kann auf verschiedene neue Quellen zurückgreifen. Neben zeitgenössischer Publizistik bieten Moskauer Archive interessantes Material. So fanden sowjetische Einschätzungen regelmäßig in Analysen der sowjetischen Botschaft in Berlin ihren Niederschlag; quasi als Moskauer Blick aus einem Berliner Fenster. Es ist davon auszugehen, dass sämtliche kulturpolitischen Großereignisse von zuständigen Botschaftssekretären erläutert und begutachtet wurden, wenngleich bislang noch keine direkte, zeitlich unmittelbare Reflexion der 1. Bitterfelder Konferenz (1959) bekannt ist.

Es wurden umfangreiche Berichte über die Lage unter Künstlern und in DDR-Künstlerverbänden nach Moskau geschickt. An das Außenministerium, die ZK-Kulturabteilung der KPdSU und den Dachverband der sowjetischen Freundschaftsgesellschaften mit dem Ausland gesandt, wurden sie gegebenenfalls auch an die sowjetischen Künstlerverbände und das Kulturministerium weitergeleitet. Solche Berichte fußten ganz stark auf SED-Pressemeldungen und Konsultationen mit der Kulturabteilung des SED-Zentralkomitees, man zog aber auch selbstständig Informationen ein bei Treffen mit namhaften Künstlern, Funktionären und Agenturleitern der DDR.

Eine zweite Quellengruppe stellen Reiseberichte sowjetischer Gäste der Künstlerverbände und Kunstinstitute bzw. Kunsthochschulen, Berichte von Gastauftritten, aber auch von Privatreisen sowjetischer Künstler in die DDR dar. Sie gingen häufig auf Stimmungen und Gerüchte ein. Beide Quellengruppen enthalten Ratschläge zur Verbesserung kritisierter Zustände oder Hinweise auf Vorbildliches, was es heute erleichtert, verschiedene "sowjetische Blickwinkel" zu bestimmen. Außerdem liegen Berichte über Begegnungen mit DDR-Künstlern, Verbandsdelegationen und Kulturfunktionären in Moskau vor.


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