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Positionen einer europäischen Erinnerungspolitik

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Ein Sommer der Unentschlossenheit Sechs Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwende Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? 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Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Julia Davidovski: „Kinder sind unsere Zukunft“ Emma Budge und Margarete Oppenheim: der Kampf um ihre Kunstsammlungen in der Bundesrepublik „Wir sind offen für alle“ Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Positionen einer europäischen Erinnerungspolitik

Wolfgang Schlott

/ 15 Minuten zu lesen

Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen, Flucht und Vertreibung, die Sowjetisierung Ostmittel- und Osteuropas, wirken im Gedächtnis der europäischen Völker und Nationen nach und beeinflussen die Suche nach der politisch-historischen Identität insbesondere in den Staaten des früheren Sowjetimperiums.

Sammelrezension zu:

  • Hans-Henning Hahn, Robert Traba (Hg.): Deutsch-polnische Erinnerungsorte, Bd. 3: Parallelen, Paderborn u.a.: Schöningh 2012, 490 S., € 58,–, ISBN: 9783506776418.

  • Anna Zofia Musioł: Erinnern und Vergessen. Erinnerungskulturen im Lichte der deutschen und polnischen Vergangenheitsdebatten, Wiesbaden: VS 2012, 311 S., € 39,95, ISBN: 97833531183312.

  • Stefan Troebst, Johanna Wolf (Hg.): Erinnern an den Zweiten Weltkrieg. Mahnmale und Museen in Mittel- und Osteuropa (Schriften des Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität; 2), Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2011, 272 S., € 20,–, ISBN: 9753865835482.

  • Gerhard Besier, Katarzyna Stokłosa (Hg.): Geschichtsbilder in den postdiktatorischen Ländern Europas. Auf der Suche nach historisch-politischen Identitäten (Mittel- und Osteuropastudien; 9), Berlin: LIT 2012, 185 S., € 19,90, ISBN: 9783643102300.

  • Zsuzsa Breier, Adolf Muschg (Hg.): Freiheit, ach Freiheit … Vereintes Europa – Geteiltes Gedächtnis, Göttingen: Wallstein 2011, 247 S., € 16,90, ISBN: 9783835309555.

Deutsch-polnische Erinnerungsorte

Hans Henning Hahn/Robert Traba (Hg.), Deutsch-polnische Erinnerungsorte (© Schöningh, Paderborn)

Der dritte Band der deutsch-polnischen Gemeinschaftsproduktion zur Bewertung von Erinnerungsorten hinterlässt bereits beim ersten Blick auf die aufgelisteten Topoi, die in den ersten drei Bänden behandelt sind, einen nachhaltigen Eindruck. In den ersten beiden Bänden (die erst im Laufe des Jahres 2012 erscheinen werden) sind es markante historische Persönlichkeiten und Ereignisse, topografische Begriffe wie auch kulturelle Phänomene, ideologische und politische Begriffe aus der deutschen und polnischen Geschichte; im dritten, hier vorliegenden Band, setzen sich die Verfasser mit parallelen, erst auf den zweiten Blick vergleichbaren Ereignissen, realen Persönlichkeiten, imaginierten und sogar mythischen Figuren, historischen Entwicklungen und kulturellen Phänomen auseinander. Ein lobenswertes Unternehmen, denn wer könnte zum Beispiel, um das erste topografische Feld aufzugreifen, irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen den Begriffen "Altes Reich" und "Rzeczpospolita" entdecken? Wer vermutet irgendwelche Zusammenhänge zwischen "Targowica" und "Dolchstoß"? Und wer etwa lüftet die gemeinsamen Geheimnisse zwischen "KKK" und "Mutter Polin"? Oder: wer kennt sich in der deutschen und polnischen Fußballgeschichte nach 1945 aus, in der spektakuläre Länderspiele stattfanden?

In ihrer Einleitung verweisen die Herausgeber, die Osteuropahistoriker Hans-Henning Hahn (Oldenburg) und Robert Traba (Warschau), auf die methodischen und historischen Grundlagen für ihr ambitiöses Unternehmen, indem sie ebenso an Pierre Noras "Lieux de mémoire" als auch an Maurice Halbwachs' Arbeiten zum kollektiven Gedächtnis erinnern. Die sich nach 1945 herausbildende Erinnerungskultur sei ein "System des kollektiven Gedächtnisses einer Gesellschaft oder einer gesellschaftlichen Gruppierung". Ein solches Gedächtnis sei ein Artefakt, das Erinnerungsorte als realhistorische wie auch als imaginierte historische Phänomene in vergleichbarer Hinsicht zu Gegenständen einer historiografischen und kulturgeschichtlichen Analyse mache. Umgesetzt wird das 2006 aus der Taufe gehobene Projekt von zwei Instituten: dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaft und dem Institut für Geschichte (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg). In methodischer Hinsicht beruft es sich auf die Abhandlungen von Klaus Zernack zur ostmitteleuropäischen Beziehungsgeschichte (vgl. seine Monografie "Polen und Russland. Zwei Wege in der europäischen Geschichte"). Auf der Grundlage dieser transnationalen Analyse entstand auch das Konzept derjenigen deutsch-polnischen Erinnerungsorte, die bislang noch nicht in das systematisch-vergleichende Visier der (Kultur-)Historiker fielen.

Die insgesamt 22 Beiträge, von jeweils einem bzw. zwei Autoren verfasst, sind nach einem Prinzip mit da und dort abweichenden Varianten aufgebaut. Einer einführenden Beschreibung der zu vergleichenden Topoi, die getrennt oder auch mit vergleichenden Aspekten abläuft, folgt eine ausführliche Darstellung der beiden Gegenstände und der damit verbundenen Begründung für die engen realen oder auch imaginierten Verbindungslinien zwischen ihnen.

Besonders überzeugend ist die Darlegung auf den ersten Vergleichsfeldern, dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (vom Mittelalter bis 1806) und der polnisch-litauischen Rzeczpospolita (zwischen 1500 und 1795); Kresy und Deutschem Osten, der spannende Vergleich der Entstehung und Herausbildung der polnischen Grenzgebiete, der Kresy von Lettland bis zur Ukraine, und dem imaginierten Begriff "Deutscher Osten" unter dem Stichwort "Vom Glauben an die historische Mission". Ebenso hervorzuheben ist der Beitrag zu den beiden Begriffen "Targowica" und "Dolchstoß". Verrat, Illoyalität und Schuldzuweisung, je nach politischer Relevanz, sind auch in der deutschen und polnischen Geschichte stetige Wirkkräfte gewesen. Doch die vergleichende Betrachtung und die Analyse von zeitlich stark verschobenen Ereignissen und imaginierten Phänomen erweist sich umso schwieriger, als Akteure aus unterschiedlichen Völkern in der Entscheidungsfindung bei der Schuldzuweisung angesichts nationaler Katastrophen sich ähnlicher Argumentationsmuster bedienen. Der eine Topos, die Konföderation von Targowica, ein Abkommen eines Teils der polnischen Magnaten mit der Zarin Katharina II., am 27. April 1792, in St. Petersburg unterzeichnet, entwickelte sich in seiner historischen Ausdeutung zu einem Inbegriff des Verrats an der polnischen Nation und beförderte den Prozess der Aufteilung Polens. Der andere Topos rankte sich um die Dolchstoßlegende, die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs von der deutschen nationalistischen Rechten gegen die sozialdemokratischen "Verräter" mit Philipp Scheidemann an der Spitze inszeniert wurde. Doch mehr als 200 bzw. fast 100 Jahre danach würde, so Peter Oliver Loew, die negative Bedeutung des "Verrats" allmählich seine Wirkung verlieren und seine nationalen Bezugsrahmen verlassen.

Ebenso spannend ist der Vergleich der Wirkungsgeschichte großer nationaler Idole, die in der Kulturgeschichte ihrer jeweiligen Länder eine mehr oder weniger uneingeschränkte Anerkennung finden. Sind sie, wie sie Heinrich Olschowsky in seiner Betrachtung der Wirkungsgeschichte Johann Wolfgang von Goethes und Adam Mickiewicz' bezeichnet, "poetische Gesetzgeber des kulturellen Kanons"? (217) Olschowskys mit vielen eindrucksvollen Beispielen belegte Rezeptionsgeschichte weist die wesentlich unterschiedliche anerkennende Resonanz der Dichter in ihren jeweiligen nationalen Kulturen nach. Erst die Epochenwende von 1989/90 habe auch in Polen das messianisch überhöhte Bild des Nationaldichters Mickiewicz mit anderen Akzenten versehen, ein Wandel, der im Hinblick auf die Goethe-Rezeption in der Bundesrepublik Deutschland mit der Klassiker-Demontage bereits in den 1970er-Jahren einsetzte und nach dem Ende des kulturpolitisch funktionalisierten Goethe-Kults in der DDR nunmehr eine institutionell abgesicherte Figur des kollektiven Gedächtnisses geworden sei.

Der mit einer stattlichen Liste von vergleichenden Erinnerungsorten aufwartende Band beschäftigt sich u.a. mit den beiden so unterschiedlichen Nationalhymnen, analysiert die Paulskirchenverfassung von 1848 und die polnische Verfassung 1791, seziert die Strukturen der Überwachungsbehörden Stasi und Ubecja (Amt für Öffentliche Sicherheit), dekonstruiert die deutschen und polnischen Fussballmythen und begibt sich sogar in die "Niederungen" der motorisierten Sehnsucht, in denen der Polski Fiat 126p mit dem Trabant verglichen wird. Die damit geleisteten Erinnerungsdiskurse sind historisch fundiert, komparativ "abgefedert", enthalten wertende Resümees und zahlreiche Literaturverweise. Ein Fundament legendes Werk, das mit den noch 2012 folgenden Bänden I und II die gegenwärtig noch sehr lückenhafte deutsch-polnische Erinnerungslandschaft verdichten wird.

Erinnern und Vergessen

Anna Zofia Musioł, Erinnern und Vergessen (© VS, Wiesbaden)

Die im Rahmen eines DFG-Projekts entstandene Forschungsarbeit Anna Zofia Musiołs untersucht den Wandel der Erinnerungskulturen in Deutschland und Polen mit dem Ziel, die sich abzeichnenden Veränderungen in beiden Ländern (Wiedervereinigung Deutschlands und Demokratisierung der polnischen Gesellschaft) am Beispiel von zwei Aufsehen erregenden Debatten, der Walser-Bubis-Debatte 1998 und der Debatte um Jedwabne 2000, in einem diskursanalytischen Verfahren darzustellen. Ihre Auslöser waren zum einen die Festrede von Martin Walser aus Anlass der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, zum anderen die Buchpublikation des polnisch-amerikanischen Historikers Jan Tomasz Gross "Nachbarn" (2000), der Geschichte der Ermordung der jüdischen Bevölkerung in der nordostpolnischen Kleinstadt Jedwabne im Sommer 1941. An beiden Diskursen lasse sich, so die Verfasserin, "die Dynamik in der öffentlichen kollektiven Erinnerung deutlich ablesen." (15).

Die in der Einleitung vorgenommene methodische Hinführung zum Untersuchungsverfahren (empirischer und theoretischer Zugang wie auch Präzisierung des Erinnerungsbegriffs), die Erläuterung der Diskursanalyse sowie des Modus Operandi, einschließlich der Operationalisierungsaspekte der Vergleichsanalyse führen in den Vergleich deutscher und polnischer Erinnerungskulturen ein. Der umfangreiche Hauptteil setzt sich in transparenten Zwischenstufen mit den diskursanalytischen Verfahren zur Deutung der beiden Debatten auseinander. Dabei entwickelt Musioł im Hinblick auf ihre beiden zu untersuchenden Debatten differenzierte Deutungsmuster unter Berücksichtigung der spezifischen, in den beiden Ländern abgelaufenen Erinnerungsprozesse. Ihre fein abgestuften, methodisch adäquaten Verfahren führen bereits in den Zwischenbefunden zu Ergebnissen, deren transparente Erläuterung allerdings aufgrund der intensiv gepflegten soziologischen Fachsprache sich als schwierig erweist. Es handelt sich hierbei um ein Repertoire von "Attributierungsprozessen" (Schuld, Scham, Schande im Walser-Bubis-Streit; Kollektivschuld als Stammesverantwortung wie auch Fremd- und Eigenscham im Falle der Jedwabne-Debatte), das im Rahmen dieser überblickartigen Besprechung nicht im Detail kommentiert und bewertet werden kann.

Das Resümee der Forschungsergebnisse, die aufgeteilt sind in a) Untersuchung der Grundtendenzen und Vergleichsaspekte der Debatten, b) akteurbezogene Parallelen der Debatten, c) kontextbezogene Unterschiede in der deutschen und polnischen Erinnerungslandschaft und d) prognostische Aspekte im Hinblick auf die Re-Definitition des geschichtlichen Prozesses in beiden Ländern, enthält hinsichtlich zu erwartender Veränderungen beim Umgang mit Erinnerung bei unseren östlichen Nachbarn eine wesentliche Aussage: "Aufgrund der politischen Wende von 1989 kommt es zu einem Paradigmenwechsel der Machtverhältnisse, was sich im Bereich der Erinnerung in dem Wandel der Erinnerungskonjunktur (…) widerspiegelt. Im Rahmen der Demokratisierungsprozesse des gesellschaftlichen Lebens erfolgt im Erinnerungsbereich eine enorme Mobilisierung von Emanzipationsprozessen, die Legitimierung und Aufwertung ihres eigenen Vergangenheitsbildes anstreben." (285) Was bezogen auf die polnische Erinnerungskultur sich nunmehr in einem offenen Diskurs über den bis 1989 unterdrückten und verdrängten Antisemitismus artikuliere und in dem Abschied vom nationalen Opfer- und Märtyrer-Mythos münde, das führe in der deutschen Debatte zwischen dem provozierenden Schriftsteller Martin Walser und dem empörten Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Ignatz Bubis zu einer Normalisierung, die an das affirmative Selbstbild der Deutschen gekoppelt sei. Und dieses Selbstbild, so der Politologe Hajo Funke, stärke die Bedeutung der Walser-Bubis-Debatte umso mehr, als die ihr eigene Kontroverse der "gesellschaftliche(n) Relevanz für die Selbstdefinition der Deutschen und der Berliner Republik" (285) zugeschrieben werde.

Wie komplex auch solche Ergebnisse ausformuliert werden, es bleibt die optimistische Prognose, wonach laut Aleida Assmann im Rahmen des Modells der gesamteuropäischen Normen- und Wertegesellschaft sich die Idee einer gemeinsamen Erinnerung durchsetzen werde. Die deutsche und auch – mit einer gewissen Verzögerung – die polnische Erinnerungsgemeinschaft sind auf dem besten Weg dorthin.

Erinnern an den Zweiten Weltkrieg

Stefan Troebst/Johanna Wolf (Hg.), Erinnern an den Zweiten Weltkrieg (© Leipziger Universitätsverlag)

Die mit unterschiedlichen Textarten ausgestattete Publikation Stefan Troebsts und Johanna Wolfs entstand auf der Grundlage einer Konferenz, die im Europa-Saal des Auswärtigen Amtes und im Deutschen Historischen Museum in Berlin im Juli 2010 mit Teilnehmern aus zahlreichen osteuropäischen Ländern stattfand. Historischer Bezugspunkt war der 70. Jahrestag des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts vom 23. August 1939 wie auch die Zeugnisse der Annäherungen zwischen Deutschland und seinen osteuropäischen Nachbarn nach 1989. Sie bildeten, wie Stefan Troebst (Leipzig) in seiner Grußbotschaft betonte, die grundlegenden Anliegen einer Konferenz, deren Teilnehmer sich mit dem Thema "Mahnmale und Museen in Mittel- und Osteuropa" in mehrfacher Hinsicht beschäftigten: Referate, Diskussionen und Besichtigungen von Gedächtnisstätten in Berlin verdichteten sich auf diese Weise zu einem Konferenz übergreifenden Diskurs.

Zum Auftakt setzten sich Historiker aus polnischer, russischer und deutscher Perspektive mit dem Stellenwert des historischen Gedächtnisses in ihren Ländern auseinander, wobei Matthias Weber (Oldenburg) erfreulicherweise die geteilte Erinnerung in Europa in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte. In der zweiten Runde, in der die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und an den Holocaust aus deutscher Sicht betrachtet wurde, nahmen zwei Politikwissenschaftler Erfolge und Mängel der deutschen Bewältigungstherapie unter die Lupe. Helmut König (Aachen) verwies auf Kontroversen in der Erinnerungskultur und in der Zeitgeschichtsforschung, wobei er seinen Kollegen bescheinigte, dass sie in den letzten 20 Jahren sich eher mit der Klärung von Sachverhalten als mit der Deutung tragfähiger Narrative beschäftigt hätten. Am Beispiel der langwierigen Diskussion um die Gestaltung des Holocaust-Denkmals konnte Erik Meyer (Gießen) mit seinem Blick auf die Wandlungen in der deutschen Erinnerungspolitik nach 1989 eine Antwort darauf geben, indem er auf die dringend notwendige vergleichende Forschung auf diesem Gebiet aufmerksam machte.

Umso aufschlussreicher waren die kontroversen Einschätzungen des historischen Gedächtnisses in Russland unter der Maßgabe einer nüchternen Bewertung der historischen Wahrheit. Die junge Historikerin Julija Z. Kantor (St. Petersburg) wand sich argumentativ gegen die Glorifizierung der Rolle Stalins im "Großen Vaterländischen Krieg" und gegen die weiterhin vorherrschende Siegesmetaphorik im Dienste der "gelenkten Demokratie". Konstantin Provalov hingegen, Historiker und Diplomat der Putin-Regierung, befürwortete Russlands "konsequent abgestimmte Maßnahmen zur Bewahrung des historischen Gedächtnisses" (105) mit Hinweisen auf zahlreiche Konferenzen, die dem Sieg über den deutschen Faschismus gewidmet waren. Dass solche "von oben" vorgenommenen Einschätzungen zur Stärkung der Rolle des kollektiven Gedächtnisses in den vergangenen zwanzig Jahren kurioserweise etwas mit dem wenig veränderten kollektiven Bewusstsein der russischen Bürgerinnen und Bürger zu tun haben, verdeutlichte der Soziologe Boris V. Dubin (Moskau). Er bestätigte, dass "drei Viertel der Bürger Russlands … der These zustimmen, dass der Sieg [über Hitlerdeutschland] das wichtigste Ereignis des 20. Jahrhunderts sei." (116) Das damit verbundene Bild von der Befreiung Europas vom Faschismus sei ein "Aspekt des eigenen Triumphes und der Erlöserrolle Russlands – des sowjetischen und … auch des postsowjetischen." (116).

Ebenso spannend sind die Bewertungen des Zweiten Weltkriegs in der Geschichtspolitik Polens wie auch die Musealisierung dieser Katastrophe nach 1989 aus der Sicht der polnischen Historiker Włodzimierz Borodziej und Piotr M. Majewski. Der eine konzentrierte sich auf die Analyse der wissenschaftlichen Aufarbeitung durch das Institut des Nationalen Gedenkens im Zeitraum 1939 bis 1989, die Exil-Forschung am Beispiel von Jan Tomasz Gross (vgl. dessen Essays "Nachbarn" und "Furcht" über den polnischen Antisemitismus), wie auch die politische nationale Identitätsfindung durch die Partei PiS (Recht und Gerechtigkeit); der andere gab einen Überblick von der Herausbildung der martyrologischen Museen in der Volksrepublik Polen bis zur Entstehung der ersten narrativen Museen nach 1989. Der zweite Typus mit der Darstellung konkurrierender narrativer Geschichtsbilder soll, wie Pawel Machcewicz erläuterte, mit dem Bau des Museums des Zweiten Weltkriegs in Danzig eine Erfahrung des Zweiten Weltkriegs aus der Sicht der West- und Osteuropäer umsetzen. Wie wichtig die Durchsetzung eines solchen Paradigmenwechsels in der europäischen Erinnerungskultur ist, verdeutlichte sowohl die abschließende Podiumsdiskussion als auch der Beitrag von Andrij Portnov (Kiev), der den Versuch unternahm, einen Vergleich zwischen den kaum entwickelnden Erinnerungskulturen in Belarus, Moldova und der Ukraine anzustellen.

Beide Darstellungsformen, der lebhafte Diskurs über konkurrierende Geschichtsbilder wie auch die bislang bescheidene Bilanz der didaktischen Umsetzung von Erinnerungskultur vor allem in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion erweisen sich als ergiebige Ergebnisse einer Konferenz, deren Teilnehmer nicht nur kognitive Einsichten erhielten, sondern auch visuell verdichtete Zeugnisse auf ihren Exkursionen durch die Berliner Mahnmal- und Museumslandschaft kennen lernten.

Geschichtsbilder in den postdiktatorischen Ländern Europas

Gerhard Besier/Katarzyna Stokłosa (Hg.), Geschichtsbilder in den postdiktatorischen Ländern Europas (© LIT, Berlin)

Wenn Herausgeber – wie hier Gerhard Besier und Katarzyna Stokłosa – bereits in der Einführung die wesentlichen Thesen der einzelnen Beiträge, wie in dieser vergleichend angelegten Publikation zu europäischen Geschichtsbildern und der Suche nach nationalen und transnationalen Identitäten, eingehend vorstellen, dann erleichtert diese Vorgehensweise zweifellos auch die vergleichende Bewertung des Rezensenten. Oft verschwinden aber aufgrund solcher nebeneinander aufgereihten Zusammenfassungen wesentliche perspektivische Einstellungen aus dem Blickwinkel desjenigen, der sich einen Überblick über europäische Geschichtspolitik nach 1989 verschaffen will. Im Falle des vorliegenden Sammelbandes erweist sich ein solches Vorgehen aufgrund der unterschiedlichen Verfahrensweisen als notwendig. Er enthält drei Analysen zur Geschichtspolitik im Zarenreich und in der Sowjetunion (Lars Karl), alternative Erinnerungen im Übergang von der sowjetischen zur post-sowjetischen Periode (Olga Novikova) und zur inoffiziellen Geschichtsschreibung (Elena V. Müller), eine Studie zur Geschichtspolitik in Polen (Katarzyna Stokłosa), Gerhard Besiers vergleichende Auseinandersetzung mit den polnisch-deutschen Beziehungen aus europäischer Sicht, eine interethnische Studie zur Karpatho-Ukraine (Paul Robert Magocsi), einen Beitrag zu Rumäniens nicht vollzogenem Bruch mit der kommunistischen Vergangenheit (Cristina Petrescu/Dragoş Petrescu) sowie eine Kontrast-Studie zur Funktion des Baskenlands in der spanischen Politik vom 19. bis zum 20. Jahrhundert (Fernando Molina).

Die vergleichende Beschäftigung mit den imperialen Visionen im Zarenreich und in der Sowjetunion gehört, wie Lars Karl auch in seinem ausgiebigen Anmerkungsapparat nachweist, vor allem in der nordamerikanischen Russland-Forschung zu den beliebtesten Themen. Im Fokus seiner Untersuchung stehen "Heldendichter", die in der russischen und in einzelnen nationalen Kulturen des imperialen Reiches so lange umfunktioniert wurden, bis sie zu Sinnbildern staatlicher, symbolisch aufgeblasener Inszenierungen wurden. Das spannendste Ergebnis in Novikovas Studie ist die Instrumentalisierung der Stalin-Verbrechen durch die neue politische Elite unter Vladimir Putin, indem die traumatische Vergangenheit durch eine moralische Haltung aufgehoben werde, die in eine nationale Versöhnungsorgie münden soll. Gegen diese von oben angeordnete Narrative kann sich, wie Elena Müller in ihrer Studie zeigt, inoffizielle Geschichtsschreibung nur marginal durchsetzen, ohne sich im Massenbewusstsein diskursiv festsetzen zu können. Zu nennen ist auch, ohne die anderen, nicht weniger substantiellen Beiträge in den Hintergrund zu stellen, der umfangreiche, mit vielen Quellennachweisen versehene Beitrag von Petrescu/Petrescu über den intensiven repressiven Charakter des Ceauşescu-Regimes, der nach 1990 eine "Amnestie unmöglich und die Amnesie nicht erwünscht machte" (155).

Freiheit, ach Freiheit …

Zsuzsa Breier/Adolf Muschg (Hg.), Freiheit, ach Freiheit … (© Wallstein, Göttingen)

Es ist ein lobenswertes Vorhaben, zwei Mitteleuropäer, die aus Budapest stammende, jetzt in Berlin lebende Leiterin des Dialog-Kultur-Europa e. V., Zsuzsa Breier, und den Schweizer Professor und Schriftsteller Adolf Muschg mit der Herausgabe einer Anthologie zu betrauen, in der die leidvolle Erfahrung mit der jüngsten Geschichte Europas von 37 Schriftstellern, Politikern, Historikern, Journalisten und Bürgerrechtlern aus 17 Ländern aufgearbeitet wird. Grundlage der vorliegenden Publikation bilden die Vorträge der Verfasser, die sie zwischen 2008 und 2010 unter der Leitidee "Geeintes Europa – geteiltes Gedächtnis" in Berlin im Rahmen der Dialog-Gesellschaft gehalten haben. Ausgangsfragen wie: Was haben wir Europäer aus unserer Geschichte gelernt? Wie gehen wir mit unseren Tätern, Opfern und Helden um? Was trennt und was verbindet uns bei der Aufarbeitung unserer jüngsten Vergangenheit? (Breier), und die Inkongruenzen der Erfahrungen im Umgang mit Geschichte (Muschg) stellen die Leitlinien in den Beiträgen dar. Bildimpulse für diese diskursive Auseinandersetzung liefern drei Abbildungen auf dem Buchumschlag, die auf Schlüsselereignisse der europäischen Geschichte verweisen: die Französische Revolution, der Ungarische Aufstand von 1956 und die Errichtung der Mauer 1961. Sie dienen auch als Leitbilder für die thematische Gliederung der Anthologie: Doppelerfahrung Europa; Gräber und Gespenster; Erinnern, Umdichten, Vergessen; "Die Spuren der Geschichte lesen"; "Verzögerte Aufarbeitung"; "Europa atmet wieder mit zwei Lungen".

Von welchen Überlegungen lassen sich die Autoren leiten? Joachim Gauck spricht von den konkreten Erfahrungen mit dem diktatorischen Regime der DDR und den Schwierigkeiten mit der Akzeptanz von begangenen Fehlern. Der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel fordert, ausgehend von der Asymmetrie der Wahrnehmung (von) und des Interesses an den staatssozialistischen Ländern jenseits der Elbe bis 1989 eine Ausweitung des geschichtlichen Horizonts beim Umgang mit der Vergangenheit. Der ungarische Historiker Krisztián Ungváry setzt sich mit der Funktionalisierung von Erinnerungskulturen in Ungarn nach 1989 auseinander, indem er auf die rechtsradikal orientierte Politik der Fidesz-Regierung aufmerksam macht, die dem Holocaust-Gedenktag nur unter der Bedingung zugestimmt habe, "dass auch ein Tag der Opfer des Kommunismus in die Liturgie der staatlichen Erinnerungskultur aufgenommen wird." (43) Damit würden Terrorregime gegeneinander ausgespielt und Menschenrechte teilbar gemacht.

Über Gräber hinweg, im Kampf mit den Gespenstern aus der kommunistischen Vergangenheit, reden Repräsentanten aus fünf zentral- und osteuropäischen Republiken, deren unterschiedliche Freiheits- und Angstvisionen sich in konkurrierenden Erzählungen und oft auch atomisierten Geschichten niederschlagen (Joachim Scholtyseck). Besonders beunruhigend klingt in diesem Bereich die Stimme des ukrainischen Schriftstellers Jurij Andruchowytsch. Sie beschwört Europa, es möge doch seine Türen – nach den enttäuschenden Ergebnissen der Orangenen Revolution 2004 – zur Ukraine (wieder) öffnen. Während die rumänische Forscherin Germina Nagat voller Stolz über die Öffnung des Archivs der Securitate berichtet, in dem seit 2006 die Opfer des Ceauşescu-Regimes Einsicht nehmen können. Besonders schwerwiegend ist die kollektive Erinnerung der baltischen Völker an ihre von zwei Terrorregimen zwischen 1940 und 1989 besetzten Länder. Der estnische Historiker und Politiker Mart Laar betont im Hinblick auf die verheerenden Verluste der estnischen Bevölkerung nach 1945 und die Auswirkungen der imperialen Sowjetpolitik die besondere Bedeutung der Europäischen Union für die Überwindung der wirtschaftlichen und soziokulturellen Krise seines Landes. Der litauische Philosophie-Professor und Publizist Virgis Valentinavičius appelliert an die Opferverbände seines Landes, sich die Auswirkungen des Nazi-Terrors gegen die jüdische Minderheit und der Liquidation von zehntausenden Zivilisten durch die sowjetische Gewaltherrschaft in den 40er-Jahren in das Gedächtnis zurückzurufen. Ein Prozess, der umso dringlicher sei, als in Litauen eine kollektive Amnesie im Hinblick auf die jüngste Geschichte vorherrsche, ähnlich wie in Russland, in dem, wie die amerikanische Historikerin Anne Appelbaum, Verfasserin einer GULAG-Geschichte, weiterhin eine positive kollektive Erinnerung an den Gewaltherrscher Stalin bewahrt werde. Wie aber soll Gedächtnisarbeit funktionieren, wenn ihr kollektiver Gegenstand, wie der renommierte polnische Publizist Władysław Bartoszewski betont, sich wie ein "rücksichtsloser Autofahrer" benimmt, der wesentliche Ereignisse aus seiner Vergangenheit eliminiert. Umso wichtiger sei die Herausbildung eines "gewissen europäischen Bewusstseins", um die Fähigkeit zu entwickeln, "mit den Augen des Anderen zu sehen." (121)

Allerdings überwiegen die Zweifel an deren Umsetzung, wie andere Referenten bestätigen: Adolf Muschg ("Der Verstand der Europäer steht still"); Andreas Wirsching (es gelte zuerst die Ungleichzeitigkeit der europäischen Erinnerung aufzuarbeiten); Stéphane Courtois, Herausgeber des "Schwarzbuch des Kommunismus", bezieht sich auf ein dreigeteiltes Europa (West-, Ostmitteleuropa und die Sowjetunion mit ihren kolonialisierten Völkern), das seine schwer belastete Vergangenheit aufarbeiten muss, und Horst Möller, deutscher Historiker, verweist auf die Gefahren einer antidemokratischen Entwicklung im "neuen" Europa. Und was wird passieren, wenn "Europa wieder mit zwei Lungen atmet?" Sind Politiker – wider die historische Erfahrung – "unverbesserliche Optimisten"? Wolfgang Schäuble setzt auf die Durchsetzungskraft der Demokratie in Europa, die allerdings "Führung" brauche; Marek Prawda, Botschafter der Republik Polen in Berlin, vertraut auf die positive Energie der Solidargemeinschaft nach 1989; und sein Außenminister Radosław Sikorski beschwört die Verantwortung für Europa, in dem gemeinsame Geschichtsbücher die Fehler vergangener Jahrzehnte korrigieren.

Der thematisch und metaphorisch angeordnete Sammelband bildet ein aufschlussreiches Spektrum von Positionen zu einer europäischen Erinnerungspolitik aus ost- und südosteuropäischer wie auch westeuropäischer Perspektive, in der das bis 1989 geteilte Gedächtnis seit mehr als 20 Jahren eine Reihe wesentlicher Impulse in Richtung einer gemeinsamen Aufarbeitung von Geschichte in Europa erhalten hat. Ob damit seine kollektiven Erinnerungsneuronen aktiviert werden, bleibt – wie immer – abzuwarten.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. den Tagungsbericht von Wolfram von Scheliha, Drei Nationen auf der Couch, in: DA 43 (2010) 5, S. 912–915.

Prof. Dr., Fachbereich 8 der Universität Bremen.