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"Die Mauer wurde durch den Westen errichtet"

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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"Die Mauer wurde durch den Westen errichtet" Auszüge aus den Erinnerungen von Egon Krenz. Und zwei Kritiken.

Egon Krenz

/ 17 Minuten zu lesen

Der letzte Generalsekretär der SED hat seine Memoiren verfasst. Nachfolgend Ausschnitte aus dem zu Sommerbeginn 2022 erschienenen Buch, unter anderem über frühe ideologische Prägungen, Stalin, den Mauerbau, den Stasi-Spion im Kanzleramt Guillaume und auch über Russlands Krieg gegen die Ukraine. Im Anschluss zwei Buchkritiken - vom DDR-Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk ("Geschichtsklitterungen") und vom Nachfolger von Egon Krenz als Vorsitzender der FDJ, Eberhard Aurich ("Plaudereien").

Egon Krenz (2.v.l.) im Jahr 1967 mit einer Delegation des "Leninschen Komsomol" am Brandenburger Tor. Anlass war der 50. Jahrestag der sowjetischen Oktoberrevolution von 1917. (© Archiv Egon Krenz/Verlag Edition Ost)

Persönliches

24. Dezember 1989. Das Wetter ist mies. Meine Stimmung auch. Zum ersten Mal erlebe ich Weihnachten ohne Arbeit, ohne Amt, ohne erkennbare Zukunft. Als ich nach der Bescherung und dem traditionellen Entenbraten in Gedanken versinke, höre ich die Hausklingel. Wer, verdammt, stört die Weihnachtsruhe? Widerwillig gehe ich zur Haustür. Am Gartentor im Majakowskiweg 9 in Berlin-Pankow steht ein Mann. »Krätschell«, ruft er. »Superintendent.« In einer Hand hält er eine Kerze, in der anderen ein Ge - schenk für mich: »Grundrechte des deutschen Volkes« aus der Revolution von 1848 – eine gute Grundlage für eine neue DDR-Verfassung, wird er später erklären, als er mir die Banderole überreicht.

Die Kerze hat er vermutlich bewusst ausgewählt. Sie ist rot. Er komme vom Gottesdienst, sagt er. Und er wolle mir Beistand leisten, in schwieriger Zeit.

Mir ist keineswegs nach Besuch zumute. Dass aber ein Pfarrer mir, einem Kommunisten, Beistand leisten will, macht mich denn doch neugierig. Ich bitte ihn ins Haus. Er, der Christ, der Kirchendiener, und ich, der Marxist, bis vor kurzem noch Parteidiener, beginnen ein Gespräch über Gott und die Welt. Und das am Heiligen Abend.

Autor Egon Krenz, vorgestellt als "letztes Staatsoberhaupt der DDR", an der Seite vom Buch-Verleger Frank Schumann, einem ehemals linientreuen Junge-Welt-Journalist bei der Premiere seiner Erinnerungen am 7. Juli 2022. Ort war das Berliner Verlagshaus der einstigen SED-Parteizeitung Neues Deutschland. Band 2 soll Ende nächsten Jahres folgen. (© bpb/Kulick)

Familiäre Wurzeln

Mich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren hatte mir meine Mutter beigebracht. Nun, als ich mit mir und der Welt uneins war, als ich versuchte, Antworten zu finden, was über die DDR gekommen war und welche Verantwortung mir dabei zukam, erhielt ich »Post« aus Heidelberg. Er sei mein Onkel, behauptet ein mir unbekannter Mann. Sein Bruder Ernst wäre mein Vater. In Kolberg habe der eine Schneiderwerkstatt betrieben. 1943 sei er ums Leben gekommen. Jude sei er gewesen … Nichts von dem hatte meine Mutter mir je erzählt. Sie war 1975 verstorben. Ich konnte sie also nicht mehr fragen. Mich trieb nun der Gedanke um, in meinem Leben könne es doch etwas geben, von dem ich keine Ahnung hatte. .

Kriegsende

Am 8. Mai 1945 wurde auch in der sowjetisch besetzten Zone kein neues Volk geboren. Die Nazizeit und ihre Ideologie hatten ihre Spuren hinterlassen. Was einmal falsch im Kopf war, brauchte seine Zeit, um aus ihm wieder zu verschwinden. Aber: Der Staat, in dem ich groß geworden war, duldete keinen Antisemitismus. Die DDR war von Anfang an eine Barriere gegen die Verbreitung faschistischer Ideologie…. Als ich 1976 ins Politbüro gewählt wurde, war ein Jude mein Nachbar: Herrmann Axen. An warmen Sommertagen trug er mitunter ein kurzarmiges weißes Polohemd. Dann konnte ich seine ihm von der SS eingebrannte Häftlingsnummer auf dem Unterarm erkennen: 58787. Sie erinnert mich noch heute an seine Leidenszeit in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald. Axen teilte das Schicksal von Millionen Menschen, die einzig deshalb verfolgt, vertrieben und getötet wurden, weil sie von einer jüdischen Mutter geboren worden waren. Dass es dennoch gelegentlich Vorkommnisse mit Jugendlichen gab, die faschistisches Gedankengut offenbarten, hatte verschiedene Ursachen. Über kein Ärgernis aber sah der Staat hinweg. Das nimmt man heutzutage gern zum Anlass, der DDR einen »verordneten Antifaschismus« vorzuhalten. Ob »verordnet« oder nicht, ist hier nicht die Frage. Schon im Potsdamer Abkommen hatten die Alliierten dem deutschen Volk den Antifaschismus »verordnet«: Denazifierung, Demilitarisierung, Dezentralisierung und Demokratisierung. Sie nannten das die 4 D... Diese antinazistische Haltung wurde von Jahr zu Jahr stärker von den DDR-Bürgern verinnerlicht. Dass sich ihr Staat an das Potsdamer Abkommen hielt und die Bundesrepublik nicht, kann man der DDR nicht negativ ankreiden.

Prügel

Das Cover von Teil I der Krenz-Memoiren, das der ehemalige SED-Generalsekretär am 7. Juli 2022 in Berlin vorgestellt hat. Das Buch ist erschienen in der Edition Ost der Eulenspiegel Verlagsgruppe Berlin. Den vermeintlichen Aufkleber "SPIEGEL Bestsellerautor" hat der Verlag schon vor Erscheinen des Buches auf das Cover gedruckt.

Wegen des Krieges wurde ich gleich drei Mal eingeschult: erst in Kolberg, dann 1944 in Damgarten und schließlich im Herbst 1945 endgültig. Mit acht Jahren saß ich als Erstklässler in einer der kleinen Bänke. In Erinnerung blieb, dass ich zwei Mal mit dem Rohrstock Bekanntschaft schloss: für Schwatzen im Unterricht setzte es Hiebe auf die ausgestreckte rechte Hand. Das war sehr schmerzhaft. Froh war ich daher, dass bei meiner dritten Einschulung im Herbst 1945 der Rektor, so nannte sich der Schulleiter damals noch, verkündete: Der Russenkommandant hat befohlen, dass nicht mehr geprügelt werden darf. Das war das erste Gute, was ich von oder über einen Russen hörte. Die Mitteilung scheint mir deshalb erwähnenswert, weil in der Bundesrepublik Deutschland die Prügelstrafe erst 1973 offziell abgeschafft wurde.

Stalin

In Erinnerung geblieben aus jener Zeit ist mir auch ein riesiges Plakat, das die Besatzungsmacht überall kleben ließ. Es hatte nichts mit Vergeltung, sondern viel mit Zukunft zu tun. Auf ihm stand: »Die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt bestehen.« Der, der das postuliert hatte, hieß Josef Stalin. Zum ersten Mal sah ich sein Bild und hörte seinen Namen. Dass er in den Folgejahren einen enormen Einfluss auf mein Denken und Handeln, auf mein bewusstes Leben ausüben würde, ahnte ich damals nicht.

Nachkrieg

Bald gab es wieder Parteien. So auch die CDU. Eines Tages sprach mich ihr Ortvorsitzender namens Bayer an. Ob ich bereit sei, Botengänge für ihn zu machen, fragte er. Fünf Mark monatlich würde ich verdienen. Für mich damals ein Vermögen. Ich übernahm die Aufgabe, trug Einladungen zu Versammlungen aus, sammelte Spenden, kassierte Mitgliedsbeiträge, stellte die Stühle zurecht, wenn die CDU-Gruppe im Hotel »Deutsches Haus« ihre Zusammenkünfte abhielt. Am 20. Oktober 1946 sollte der Landtag gewählt werden. Die ein halbes Jahr zuvor aus KPD und SPD gebildete SED stand auf Listenplatz 1. Bayer nahm mich zur Seite. »Hast du zuverlässige Freun- de?«, fragte er. Als ich bejahte, zeigte er mir einen Topf mit Kleister und Wahlplakate der CDU. »Die kannst du dir nach Einbruch der Dunkelheit holen. Ihr klebt über jedes SED-Plakat den Streifen: ›Wählt CDU!‹« Wir taten es und wurden dabei erwischt. Als ich Bayer über mein Unglück berichten wollte, ließ er mich nicht einmal in sein Büro. Er bestritt, mich zum Überkleben der Plakate angestiftet zu haben. So viel Verlogenheit hatte ich noch nicht erlebt….

SED

Der Mann, der mich beim Plakatkleben für die CDU erwischt hatte, war der Vater eines meiner Schulfreunde. Ich hatte ihn schon auf Versammlungen gesehen, die im »Haus der Einheit« stattfanden. Dort war im Frühjahr die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands in Damgarten gegründet worden. Als sie den Zusammenschluss feierten, waren die Leute ausgelassen und froh: Jetzt haben wir die Einheit der Arbeiterbewegung, jetzt wird alles besser, sagten sie. Endlich sei der Bruderkrieg vorbei. So habe ich die Stimmung in Erinnerung. Wenn später aus dem Westen kam, KPD und SPD seien »zwangsvereinigt« worden, habe ich das immer als verzerrte Wahrnehmung empfunden. In Damgarten habe ich von Zwang nichts bemerkt….

1960 mit Ministerpräsident Otto Grotewohl in Rostock zur Ostseewoche (© Archiv Egon Krenz/Verlag Edition Ost)

Ideologisierung

Regelmäßig las ich nun auch Schulungshefte der SED, die im Haus der Einheit kostenlos zu erhalten waren. Eine Broschüre beschrieb die Geschichte des 1. Mai. Ein gewisser Wolfgang Leonhard hatte sie verfasst. Sie ist mir auch deshalb in Erinnerung geblieben, weil die Sprache einfach und der Inhalt verständlich waren. Später hieß es, dass der Autor in den Westen geflüchtet sei. Dort veröffentlichte er das Buch »Die Revolution entlässt ihre Kinder«. Ein Briefpartner aus Bremen schickte es mir. Ich war inzwischen Lehrerstudent in Putbus. Er lobte Leonhard über Gebühr und bat mich, ihm meine Meinung über das Buch zu schreiben. Ich las es binnen weniger Tage mit wachsendem Groll auf den Autor. Mir missfiel, dass ein Mann, der mich einst durch seine Schriften in meinem Denken beeinflusst hatte, über Nacht das Gegenteil von dem behauptete, was er jahrelang zuvor propagiert hatte. Fast ein halbes Jahrhundert später sollte dieser Wolfgang Leonhard, inzwischen Professor und in der BRD als »Kremlastrologe« regelmäßig zitiert, vor meiner Haustür in Berlin- Pankow stehen. Einen Dialog über die gewesene DDR wolle er mit mir führen, sagte er. Ich zögerte. Was sollte ich mit jemandem besprechen, der mich als Kind politisch mitgeprägt hatte, dann aber zum Klassenfeind überlief ? Vermutlich wollte er im Alter genießen, dass er nun zu den vermeintlichen Siegern gehörte. Ich zögerte, ließ mich dann auf ein Treffen mit ihm ein… Solche Gespräche waren für mich eine wichtige Erfahrung in Sachen politischer Toleranz. In den vierziger und fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als ich erst begann, mich politisch zu betätigen, waren mir solche Differenzierungen noch fremd.

Selbstverständnis

Seit ich selbst politischen Einfluss auf andere nahm, fragte ich mich oft, wo endet für Politiker oder generell für Personen der Öffentlichkeit die Verantwortung für ihr Wort, mit dem sie auf andere wirken? Können sie nach persönlichen Enttäuschungen oder politischen Niederlagen ihr Fähnchen einfach nach dem Wind drehen? Für mich habe ich entschieden: Nein. Als Ideengeber für andere kann ich mich nicht plötzlich um die eigene Achse drehen und verkünden: War halt nur so eine Idee, entschuldigt bitte! Wer auf andere wirken will, muss für seine Überzeugung auch Verantwortung übernehmen und darf, wenn es mal schwierig wird, die Flinte nicht ins Korn werfen.

Mauerbau West

Im Potsdamer Abkommen hatten die Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkriegs vereinbart, Deutschland als wirtschaftliche Einheit zu behandeln. Doch am 18. Juni 1948 um 18 Uhr verkündeten die Militärgouverneure der USA, Großbritanniens und Frankreichs in ihren Zonen die Einführung einer neuen Währung. Sie dehnten den Geldumtausch auch auf Westberlin aus. Damit wurde die deutsche Hauptstadt nun endgültig in zwei Teile gerissen. Die Westsektoren erhielten die D-Mark und im östlichen Teil war die – in Westberlin nun wertlose – Reichsmark noch weiter offzielles Zahlungsmittel. Zwei Währungen in Deutschland und Berlin bedeutete die Spaltung. Der ökonomische Nachteil für die Ostdeutschen war gewaltig. Die sowjetische Besatzungsmacht musste Gegenmaßnahmen einleiten... Ich wusste auch nicht, dass die Sowjetunion in diesem Zusammenhang das erste Mal von einer »Mauer« sprach. Die separate Währung errichte »eine Mauer zwischen dem Westteil Deutschlands und dem übrigen Deutschland«, hatte es in einer am 24. Juni 1948 vom sowjetischen Außenministerium verabschiedeten Erklärung geheißen. Daher wurde nicht am 13. August 1961 »die Mauer« errichtet. Das erfolgte bereits dreizehn Jahre zuvor, am 18. Juni 1948. Und nicht durch den Osten, sondern durch den Westen. Die Einführung der D-Mark markierte das Datum der eigentlichen Spaltung Deutschlands und seiner Hauptstadt Berlin. 1961 wurde durch die Warschauer Vertragsstaaten lediglich befestigt, wofür die Westmächte 1948 den Grundstein gelegt hatten.

Mauerbau Ost

…Es gibt keinen Grund, den Bau der Mauer schönzureden. Sie war sicher das hässlichste der zeitgenössischen Bauwerke, aber leider auch das notwendigste, erzwungen von den historischen Umständen. Unbestritten: Die Politik der Spaltung Deutschlands und Berlins brachte für viele Menschen Tragik und Leid. Familien wurden getrennt, Menschen getötet oder verletzt. Jeder Tote und jeder Verletzte waren einer zu viel. Wohl auch deshalb sprachen fünfzig Jahre später führende Politiker der Partei Die Linke davon, dass »kein Ideal und kein höherer Zweck« die Mauer und ihre negativen Folgen rechtfertigen würden. Ein schöner Gedanke. Ein sehr menschlicher. Ich würde ihm gern zustimmen. Aber: Er berücksichtigt nicht den Widerstand des anderen deutschen Staates. Er blendet aus, dass 1961 die Alternative zum Mauerbau Krieg gewesen wäre, der ein viel größeres Leid über unser Volk gebracht hätte. Bundeskanzler Adenauer verfolgte eine Politik, die er in einem Interview mit dem Rheinischen Merkur 1952 klar formuliert hatte: »Was östlich von Werra und Elbe liegt, sind Deutschlands unerlöste Provinzen. Daher heißt die Aufgabe nicht Wiedervereinigung, sondern Befreiung. Das Wort Wiedervereinigung soll endlich verschwinden. Es hat schon zu viel Unheil gebracht. Befreiung ist die Parole.«

Stalinnote

Irgendwann im März 1952 veröffentlichte das »Organ des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands« eine sowjetische Note zu Deutschland. Im Westen wurde sie verkürzt Stalin-Note genannt. Darin ging es um einen Friedensvertrag mit Deutschland. Ich notierte mir die Stichworte: deutsche Einheit, Abzug aller Besatzungstruppen, keine Beschränkungen für die Friedenswirtschaft, Festlegung der Grenzen auf der Grundlage des Potsdamer Abkommens, keine Beteiligung an Militärbündnissen, Bildung einer gesamtdeutschen Regierung, die aus freien Wahlen hervorgehen sollte … Logisch und vernünftig, dachte ich. Unklug empfand ich dagegen, was Adenauer im »Bulletin« am 5. März 1952 dazu gesagt hatte: Man sei angetreten, um »nicht nur die Sowjetzone, sondern das ganze versklavte Europa östlich des Eisernen Vorhangs zu befreien«. In meiner Umgebung kannte ich niemanden, der sich »versklavt« fühlte. Auch niemanden, der von Adenauer »befreit« werden wollte.

Propaganda-Lob des DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl für den Jungen Pionier Egon Krenz im Neuen Deutschland 1952, weil dieser Unterschriften gesammelt hatte, um gegen die ablehnende Haltung der westdeutschen Regierung gegen die Stalin-Note zur Wiervereinigung nach sowjetischen Vorstellungen zu reagieren. (© Archiv Egon Krenz/Verlag Edition Ost)

Teilung

Nach der Absage des Westens lud Stalin Pieck, Grotewohl und Ulbricht zu sich nach Moskau ein. Stalin eröffnete die Aussprache mit dem Gedanken: Der westdeutsche Separatstaat solle »eine gebührende Antwort« erhalten. Adenauer müsse spüren, dass die von ihm betriebene Spaltung zum Schaden der Deutschen sei. Die deutsche Grenze dürfe nie wieder so dicht an der sowjetischen liegen, wie an jenem 22. Juni 1941, als Hitlerdeutschland sie überschritt. »Betrachten Sie deshalb«, habe Stalin verlangt, »die bisherige Demarkationslinie zu Westdeutschland als gefährliche, stark zu sichernde Grenze«. Die Sowjetunion werde ihre militärstrategische Verteidigungslinie von Oder und Neiße an Elbe und Werra verlegen.

Und: Stalin forderte von der DDR-Führung, die Kasernierte Volkspolizei in eine nationale Streitkraft umzubauen und eine wirksame Grenzsicherung vorzunehmen. Pieck, so Honecker mir gegenüber, habe bei der Auswertung im SED-Politbüro gesagt: »Die pazifistische Periode ist nun vorbei. Wir bauen jetzt eigene Streitkräfte auf. Das belastet unseren Staatshaushalt beträchtlich.« Als Strategie habe Stalin angeregt, in der DDR den Sozialismus aufzubauen. Das sei mündlich vereinbart worden. Um sicher zu gehen, dass man sich auch richtig verstanden habe, fasste Ulbricht die Ergebnisse der Aussprache in einem Brief am 2. Juli 1952 an Stalin zusammen.

Erfurt

Zum Jahreswechsel 1969/70 schien das Verhältnis zwischen Ulbricht und Honecker wieder einigermaßen zu stimmen. Dies änderte sich schon bald mit dem Treffen von Stoph und Brandt in Erfurt. Dieses Treffen der beiden deutschen Regierungschefs nannte Honecker eine »gesamtdeutsche Dusselei« – für Ulbricht war es der »Anfang der Anerkennung der DDR durch die Bundesrepublik«. Am 19. März 1970, ich feierte mit Freunden meinen 33. Geburtstag, reichte mir meine Sekretärin eine Eilmeldung von ADN. Bei der Ankunft Brandts in Erfurt, hieß es dort, hätten Bürger »Willy, Willy, Willy« und »Willy ans Fenster« gerufen. Natürlich war uns bewusst, dass Brandt auch in der DDR Sympathisanten hatte. Doch wir zweifelten an der Organisationsfähigkeit der Erfurter Staats- und Parteiorgane. Wir besaßen doch durchaus Erfahrungen bei der Organisation von Treffen und großen Zusammenkünften. Dass man in Erfurt nicht in der Lage gewesen sein sollte, auf dem Hotelvorplatz ein »staatstreues« Publikum zu organisieren, das die Brandt-Jubler hätte übertönen können verstanden wir nicht. Erfurt war ja auch ausgewählt worden, weil der Weg des Bundeskanzlers vom Zug bis zum Hotel sehr kurz war und man diesen Kräften keine Entfaltungsmöglichkeiten geben wollte.

Man musste schon sehr naiv sein um anzunehmen, dass die Beifallsbekundungen für den westdeutschen Gast spontan und die Rufer zufällig dort gewesen wären. Ulbricht war es nicht und glaubte an eine Provokation aus den eigenen Reihen. Zumal mehr als zweihundert Studenten der Bezirksparteischule und etwa fünfhundert operative Einsatzkräfte der Staatsicherheit auf dem Platz waren. Wer hatte da provoziert? Ulbricht verlangte Aufklärung. Das Sekretariat des ZK prüfte auf seine Weisung hin in zwei Sitzungen, welche Umstände zu den »ernsten politischen Vorkommnissen am 19. 3. 1970 in der Zeit von 9.30 bis 10.40 auf dem Bahnhofsvorplatz führten«. Die Minister für Staatssicherheit und des Innern wiesen jede Verantwortung von sich. Wer sie hatte, sagten auch sie aber nicht. Später erfuhr ich von Mielkes Stellvertreter, Bruno Beater, dass die »Freunde aus Karlshorst« den Zwischenfall gewollt hätten. In Karlshorst hatte die Vertretung des KGB in der DDR ihren Sitz. Sie wünschte augenscheinlich Ulbricht eine Lektion zu erteilen. Die Botschaft hieß: Die Zeit ist nicht reif für »gesamtdeutsche Dusseleien«. Und: Nicht die DDR, sondern die Sowjetunion ist für Deutschland als Ganzes zuständig. Es lag also auf der Hand, dass die Initiative für diese Aktion in Erfurt von Moskau ausgegangen war.Anmerkung der Redaktion: Mehrere Sichtweisen von Krenz aus seinem Buch stoßen bei Historikern auf Widerspruch, auch seine Passage über Erfurt. Vgl. hierzu Jan Schönfelder,

FDJ-Chef Egon Krenz (l.) und der SED-Vorsitzende Erich Honecker, den Krenz im Herbst 1989 ablöste - für nur wenige Wochen. (© Archiv Egon Krenz/Verlag Edition Ost)

Honecker, Brandt und Guillaume

Im April 1974 fand in Moskau der Kongress des sowjetischen Jugendverbandes Komsomol statt. Dort traf ich auch Wolfgang Roth, den Ex-Bundesvorsitzenden der Jusos, den ich seit den Weltfestspielen im letzten Sommer persönlich kannte. Auf dem Berliner Bebelplatz hatte er eine viel beachtete Rede über die Entspannungspolitik seines Parteivorsitzenden Willy Brandt gehalten. Nun freute ich mich auf das Wiedersehen, wir hatten uns zu einem Essen am 25. April verabredet. Doch Roth kam nicht. Das war ungewöhnlich für einen Mann, der als verlässlich galt. Als wir uns Stunden später auf einem Empfang begegneten, wirkte er erregt. »Herr Krenz«, redete er mich an, obwohl wir uns bislang geduzt hatten, »Sie sind verantwortlich, wenn die Entspannungspolitik Schaden nimmt«. Er redete von Spionage und Diffamierung Willy Brandts. Nur allmählich begriff ich, dass er offenkundig etwas wusste, wovon ich keine Ahnung hatte. Dann erfuhr ich: In der bundesdeutschen Botschaft in Moskau war er informiert worden, dass Günter Guillaume, Brandts persönlicher Referent, in Bonn als DDR-Spion verhaftet worden war. »Wie konnte man überhaupt auf die Idee kommen, einen Mann wie Brandt zu bespitzeln?«, empörte sich der Chef der Jungsozialisten. Unter solchen Bedingungen würden die Jusos ihre Beziehungen zur FDJ beenden.

Noch wusste ich nichts von der Existenz eines DDR-Aufklärers im Bundeskanzleramt. Ich versuchte dies durch eine legere Bemerkung zu kaschieren: »Wolfgang«, sagte ich, »für die Personalpolitik der SPD seid ihr doch selbst verantwortlich. Wenn ihr unseren Mann als persönlichen Referenten von Brandt ausgewählt habt, dann war dies doch eure Entscheidung, nicht die der DDR.« Der Zufall wollte es, dass wir mit dem gleichen Flugzeug von Moskau nach Berlin flogen. Roth überschüttete mich weiter mit Vorwürfen. Er schloss nicht aus, dass Brandt über die Affäre stolpern könnte. Unser Abschied in Berlin war sehr kühl. Nur zwölf Stunden später klingelte in meinem Büro im FDJZentralrat der WTsch-Apparat des internen, abhörsicheren Telefonnetzes, an das in der DDR etwa achtzig Personen an - geschlossen waren. »Du bist gestern Abend mit Wolfgang Roth aus Moskau gekommen. Was hat er zu Guillaume gesagt?«, fragte mich Honecker. Ich erkannte ihn an seiner Stimme, denn seinen Namen hatte er nicht genannt. Detailliert berichtete ich von Roths Bestürzung. Wobei ich vermutete, dass Honecker gewusst hatte, dass die DDR in Brandts Vorzimmer saß, und darauf auch stolz war. Honeckers Reaktion verblüffe mich. »Recht hat der Roth! Da hat uns Mischa« – womit er den Chef unserer Auslandsaufklärung Markus Wolf meinte – »einen Bärendienst erwiesen. 238 239 Selbst Mielke will nichts gewusst haben. Ich glaube ihm das aber nicht.« Das mit dem Glauben war so eine Sache. Vor allem, wenn man es mit Geheimdiensten zu tun hat. Bevor ich mir darüber Gedanken machen konnte, klingelte mein Telefon erneut. Diesmal war Erich Mielke dran. »Was wollte Honecker von dir?« Eigentlich hätte ich fragen sollen: »Was geht dich das an?« Und: »Woher weißt du das überhaupt?« Doch ich entschloss mich zur Sachlichkeit. Ich gab den Inhalt des Gesprächs wieder, ohne jedoch zu erwähnen, was Honecker über ihn und seinen Stellvertreter Markus Wolf gesagt hatte. Mielke hatte offensichtlich Angst vor Honeckers Tadel wegen des Bonner Betriebsunfalls und bat mich, ihn zu informieren, wenn ich Neues erfahre. Wie sich die Dinge entwickelten, ist allgemein bekannt: Willy Brandt trat am 5. Mai 1974 als Bundeskanzler zurück. Breshnew kritisierte dafür Honecker. Honecker war deshalb sauer auf Wolf und Mielke.

In einem Punkt aber waren sich alle einig: Guillaume war nicht die Ursache, sondern nur der Anlass für den Rücktritt Willy Brandts. Irgendwann fragte mich Honecker: »Hast du mit jemandem darüber gesprochen, was ich dir am Telefon über Mielke und Wolf gesagt habe?« Als ich verneinte, meinte er: »Belassen wir es dabei. An Brandts Sturz sind andere schuld: Schmidt und Genscher.« Aus internen Quellen, so Honecker, wisse er inzwischen, dass Innenminister Genscher Informationen über Guillaume gesammelt und so lange zurückgehalten habe, bis diese Brandt schaden mussten. Die SPD- und FDP-Spitze hätten schon lange daran gearbeitet, Brandt als Kanzler abzusägen. Er war ihnen zu zahm.

Signierstunde mit Egon Krenz (l.) im Anschluss an dessen Buchpremiere am 7.7.2022. Die Warteschlange seiner Anhänger, die ihrem Beifall nach die Sichtweisen des ehemaligen SED-Generalsekretärs kritiklos teilten, reichte durch den kompletten Veranstaltungssaal. (© bpb/Kulick)

Ukraine

Der Unwille des Westens, die Sicherheitsinteressen der anderen Seite oder deren historische Erfahrungen zu bedenken, begleitet mich seither. Ich erinnerte mich beim Schreiben in diesem zeitlichen Kontext daran, dass ich damals eine ganze Reihe sowjetischer Bücher las, darunter Alexander Fadejews »Die junge Garde«. Obwohl es ein ziemlich dickes Buch war, habe ich es in wenigen Tagen und Nächten regelrecht verschlungen. Höchst spannend wurde darin beschrieben, wie ein sechzehnjähriger Komsomolze viele Gleichgesinnte im ukrainischen Donbass um sich scharte und mit ihnen gegen die faschistischen Okkupanten kämpfte. Etwa vier Monate setzten sie sich mutig zur Wehr, geführt vom tapferen Oleg Koschewoi und in Erwartung, dass die Rote Armee bald Krasnodon befreien würde. Die Stadt im Oblast Lugansk wurde im Januar 1943 auch befreit, doch vier Wochen zuvor war die »Junge Garde« durch Verrat aufgeflogen. Von den 103 tapferen Komsomolzen überlebten nur acht, Koschewois verstümmelten Leichnam fand man erst im März …

Vierzig Jahre später, im Herbst 1983, fand in der Ukraine ein deutsch-sowjetisches Jugendfestival statt. Die Mutter von Oleg Koschewoi lud unseren Fliegerkosmonauten Sigmund Jähn und mich zu sich nach Krasnodon im Donbass ein. Ein wenig aufgeregt waren wir beide schon, denn Siggi trug eine deutsche Uniform. Zwar die eines Oberst der Nationalen Volksarmee der DDR, dennoch. Wie würde diese hochbetagte Frau darauf reagieren? Es waren schließlich Deutsche, die ihren Sohn gefoltert, verstümmelt und ermordet hatten. Als wir in ihre Wohnung kamen, umarmte sie uns. Stellvertretend für ihren Sohn, wie sie sagte. Sie hatte gehört, dass der Name Oleg Koschewoi in der DDR bekannt sei, dass Jugendbrigaden, Schulen, Straßen und Betriebe seinen Namen trügen. Uns liefen die Tränen über die Wangen, wir waren gerührt von der Warmherzigkeit dieser einfachen russischen Frau.

Dieses Bild kam mir Jahrzehnte später wieder vor Augen, als Ukrainer und Russen, die jahrzehntelang friedlich miteinander gelebt hatten, in dieser Region plötzlich aneinandergerieten. In Kiew hatten Kräfte, vom Westen unterstützt, die Macht an sich gerissen. Sie betrachteten die Russen in der Ukraine als Fremdkörper und unternahmen alles, sie ihrer Sprache und Kultur zu berauben, sie zu bevormunden und zu unterdrücken. Ukrainische Nationalisten und Kollaborateure deutscher Faschisten wurden jetzt gefeiert, allerorts formierten sich Naziorganisationen, der Rechte Sektor und wie sie sich nannten breitete sich überall im Lande aus.

Die neue Macht schleifte Denkmale sowjetischer Befreier und errichtete an ihrer Stelle Monumente für Verbrecher wie Stepan Bandera oder Roman Schuchewytsch. Diese galten fortan als »Nationalhelden«. Die »Banderisten« marschierten einst mit ihren Bataillonen »Nachtigall« und »Roland« an der Seite der Wehrmacht gegen die Sowjetunion, und die »Melnykisten«, angeführt von Andrij Melnyk, stellten seinerzeit die Freiwilligen für die Division »Galizien« der Waffen-SS. Sie wollten die Ukraine von Juden, Russen und Polen säubern. Diese Mörder hob die neue Macht jetzt auf den Schild. Der Kiewer Stadtrat unter Bürgermeister Klitschko beispielsweise beschloss 2017, den Watutin-Prospekt in Schuchewytsch-Prospekt umzubenennen. Armeegeneral Watutin befehligte die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, die im November 1943 Kiew von den deutschen Besatzern befreite. Watutin wurde von der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) unter Führung von Roman Schuchewytsch ermordet. Der Sohn von Schuchewytsch sitzt heute im ukrainischen Parlament … Ich bin mir sicher: Koschewois Mutter, lebte sie noch, würde die Machthaber in Kiew fragen: »Schämt ihr euch nicht, den Widerstand der Ukrainer gegen den deutschen Faschismus mit dem Erbe solcher Faschisten wie Bandera und Schuchewytsch zu überschreiben?«

Alle Auszüge stammen aus dem Buch: Egon Krenz, "Aufbruch und Aufstieg", Berlin 2022. Zitierweise: Egon Krenz, "Die Mauer wurde durch den Westen errichtet", in: Deutschland Archiv, 27.06.2022, Link: www.bpb.de/509805. Veröffentlichte Texte im Deutschland Archiv sind Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar. Eine DA-Rezension finden Sie unter folgendem Externer Link: Link.

Buchkritiken:

Externer Link: "Geschichtsklitterung" - Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk über die Memoiren von Egon Krenz. Deutschland Archiv vom 27.6.2022

Buchkritik aus dem Kreis ehemaliger Genossen: Interner Link: "Nur Plaudereien aus dem Panzerschrank", PDF von Eberhard Aurich vom 2.9.2022. Aurich wurde 1983 Nachfolger von Egon Krenz als Vorsitzender der SED-Jugendorganisation "Freie Deutschen Jugend" (FDJ).

Fussnoten

Weitere Inhalte

Egon Krenz wurde am 17. Oktober 1989 Nachfolger von Erich Honecker als Generalsekretär des Zentralkomitees (ZK) der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der DDR. Am 6. Dezember 1989 trat er von allen Funktionen zurück. Zuvor leitete er von 1974 bis 1983 die DDR-Jugendbewegung Freie Deutsche Jugend (FDJ). Seit 1973 war er ZK-Mitglied und ab 1983 Mitglied im Politbüro der SED.