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Getrübte Erinnerungen? Über ein Buch, das nicht erschienen ist | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 45 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Zehn Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Alltag und Gesellschaft Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? 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Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Getrübte Erinnerungen? Über ein Buch, das nicht erschienen ist

Ilko-Sascha Kowalczuk

/ 16 Minuten zu lesen

Aufregung um ein Buch über deutsch-deutsche Debatten, die sich nach dem Mauerfall ergeben haben. 500 Exemplare sollten nunmehr erscheinen, aber der Verlag hat das Projekt gestoppt. Dem Autor, dem renommierten Historiker Rainer Eckert werden unter anderem Persönlichkeitsrechtsverletzungen vorgehalten, weil er aus privater Kommunikation zitiert. Glücklich ist das Vorgehen auf beiden Seiten nicht. Aber verblüffend ist auch, dass kein Kompromiss gesucht wird. Ein Denkanstoß von Ilko-Sascha Kowalczuk.

Graffiti am ehemaligen Standort des Palast der Republik 2008. (© Robert-Havemann-Gesellschaft / Frank Ebert)

Stanislaw Lem hat meisterliche Rezensionen über und Vorworte zu Büchern geschrieben, die nicht existierten. Diese kleinen Kunstwerke des Polen sind Genusswerke. Noch seltener werden Rezensionen über Bücher veröffentlicht, die zwar geschrieben, gesetzt, gedruckt, gebunden und verkaufsbereit im Lager liegen, im allerletzten Augenblick aber zurückgezogen werden. So ungefähr ist es im August 2022 mit dem neuesten Buch von Rainer Eckert geschehen. Der Band heißt: „Getrübte Erinnerungen? Die SED-Diktatur in der aktuellen Geschichtspolitik der Bundesrepublik“. Er hat einschließlich Personenregister 647 Buchseiten. Die „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ stellte einen Druckkostenzuschuss in Aussicht, damit es im „mitteldeutschen verlag“ in Halle an der Saale erscheinen könne. Aber dort wird es nach Lage der Dinge nicht herauskommen. Was ist geschehen?

Rainer Eckert zählt seit der Revolution von 1989/90 zu den bekanntesten ostdeutschen Historikern. Er war nicht nur an zahlreichen öffentlichen Debatten über Geschichts- und Erinnerungspolitik maßgeblich beteiligt und zählt zu den wichtigen Chronisten der ostdeutschen Oppositions- und Revolutionsgeschichte, er war überdies von 1997 bis 2015 Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig. Dort verantwortete er die erste, höchst erfolgreiche Dauerausstellung und viele Sonderausstellungen, die die Geschichte der DDR auf höchstem musealem Niveau einem Massenpublikum nahebrachten. Eckert war ein ungewöhnlich erfolgreicher Geschichtsvermittler. In zahlreichen Gremien und Vereinen war er buchstäblich unermüdlich tätig. Seine Publikationsliste ist ellenlang. Er ist auch schon länger Autor im „mitteldeutschen verlag“. Zuletzt erschien dort 2021 seine Autobiographie „Leben im Osten. Zwischen Potsdam und Ost-Berlin 1950-1990. Biografische Aufzeichnungen“.

Gerade diese Autobiographie zeigte Eckert von einer bislang in der Öffentlichkeit unbekannten Seite: sehr persönlich, sehr offen, sehr an seiner Sicht der Dinge interessiert, dabei weder auf sich selbst noch auf andere sonderlich Rücksicht nehmend, allein seine Wahrheit erscheint als Kompass seiner Darstellung. Das machte bereits die Autobiographie ungewöhnlich, aber auch interessant und originär. Die Quellen, die Eckert heranzog, waren überwiegend Egodokumente, eigene wie die von anderen. Auch war zuweilen überraschend, was er daraus machte. Und nicht unumstritten.

Der Verlag zögerte nicht, vor einem Jahr ein weiteres Buch von Eckert ins Programm aufzunehmen. Er wusste, was sein Autor zu bieten hat, ebenso, was er nicht erwarten konnte. Eckert geht es um Inhalte, um die Darlegung seiner Wahrheit, der er als Chronist ohne sonderliche literarische Ansprüche Genüge tun möchte. Der Titel für das neue Buch, „Getrübte Erinnerungen?“, geht meines Wissens sogar auf eine Idee des Verlages zurück. Dort haben sich neben dem Geschäftsführer auch der Cheflektor sowie eine Lektorin mit dem Manuskript befasst. Niemand hatte nach Auskunft des Autors etwas auszusetzen, was einem Druck entgegengestanden hätte. Das Manuskript ist bearbeitet, überarbeitet, und gesetzt worden, Druckfahnen wurden verteilt. Ein ganz normaler Vorgang. Ebenso normal im Bereich wissenschaftlicher Fachbücher ist es, Bücher mit einem Druckkostenzuschuss zu versehen. Für dieses Buch bewilligte die „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ eine Förderung, die sie noch erhöhte, als sich herausstellte, dass das Buch umfangreicher als ursprünglich kalkuliert ausfallen würde.

Der Ablauf innerhalb der Stiftung für die Bewilligung solcher Zuschüsse ist strikt geregelt: Sie werden nur bewilligt, wenn das Manuskript vorliegt und von der Stiftung oder von ihr beauftragten Expert*innen begutachtet und als druckwürdig empfohlen worden ist, um mit einem Druckkostenzuschuss der Stiftung geadelt zu werden. Rainer Eckert, der als stellvertretendes Mitglied des Stiftungsrates seit fast 25 Jahren dieser Institution verbunden ist, konnte und musste also davon ausgehen, dass sein Buch alle Hürden bis zur Verlagsauslieferung erfolgreich gemeistert hatte.

Dem war allerdings nicht so. Denn nun begann ein in der DDR-Aufarbeitungslandschaft einmaliger Fall von „cancel culture“, aus meiner Sicht ein inakzeptables Vorgehen, das Diskussionen auslösen wird.

Wie es üblich ist bei Verlagen, verschickte auch der „mitteldeutsche“ das Druck-PDF an Journalist*innen. Üblicherweise dürfen diese solche Vorab-PDFs nicht weitergeben. Verlage hoffen damit, dass pünktlich zum Erscheinungstermin erste Rezensionen in Massenmedien erscheinen, auch, um kostenlose Werbung zu erhalten. Ob das in diesem Fall realistisch war, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls gab es wohl mindestens einen Journalisten, der das ihm übermittelte PDF an Unbefugte weitergab. Und nun begann ein Trauerspiel.

Das Buch – ein Überblick

Bevor ich auf die Einzelheiten dieses Dramas eingehe, stelle ich kurz das Buch vor. Es umfasst 27 Kapitel. Anfangs verdeutlich Eckert im Prinzip, dass es eine Art Autobiographie dritter Teil sei. So ist das Buch auch größtenteils geschrieben worden, aus der Perspektive des Autors. Den zweiten Teil, die Jahre 1991 bis 2015 umfassend, hat er noch nicht verfasst. Das scheint daran zu liegen, dass er als ehemaliger Direktor einer Bundeseinrichtung nicht das Spannungsverhältnis Meinungsfreiheit und Dienstgeheimnisse zugunsten einer Seite belasten möchte. Das jedenfalls ist mein Eindruck. Stattdessen nimmt er nun im dritten Band eine systematische Begutachtung geschichtspolitischer Debattenfelder vor, die seit 2015 mit Bezug zur DDR existierten und die nicht zufällig alle Themen betrafen, bei denen Eckert selbst eine zentrale Rolle spielte.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Themen, wie die Kapitelüberschriften anzeigen: „Kampffeld Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes“, „Campus der Demokratie“, „Kampf um Hohenschönhausen“, „Leipzig in der deutschen Geschichtspolitik nach 2015“ (Zeitgeschichtliches Forum, Stiftung Friedliche Revolution, Freiheits- und Einheitsdenkmal, Gregor Gysi als Redner am 9. Oktober 2019, Forum für Freiheit und Bürgerrechte, Museum Runde Ecke), „Sächsische Gedenkstätten und Hannah-Arendt Institut“, „Die Landesbeauftragten“, „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“, „Kampf um Historische Kommission beim Parteivorstand der SPD“, „WhatsApp-Gruppe und Auseinandersetzung mit den Rechtspopulisten der AfD“, „Neue Besitzer der Berliner Zeitung in der Kritik“, „Ines Geipel und das Doping“, „Denkmal zur Erinnerung und Mahnung an die Opfer der kommunistischen Diktatur“, „Aufbau Garnisonskirche Potsdam“, „Paulskirche und Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“, „Diskussion um Wolframs Revolutionsinterpretation“, „Kowalczuk-Pollack-Kontroverse“, „Neue Generationen – neue Ansätze und Interpretationen?“, „Diskussion um die ostdeutschen Eliten“, „Kommission 30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“.

Das Themenspektrum ist breit und vielfältig. Die Arbeit enthält über 1.600 Fußnoten, die sich bei näherer Betrachtung als eine wohl fast vollständige aktuelle Bibliographie erweisen. Eckert scheint keine noch so abseits gelegene Äußerung entgangen zu sein. Allein diese Zusammenstellung ist bereits von hohem Wert. Wer künftig wissenschaftlich über diese geschichtspolitischen Debatten arbeiten möchte – und das werden so manche junge Wissenschaftler*innen sein –, würde äußerst dankbar auf diese Zusammenstellung zurückgreifen. Das ausführliche Personenregister gestattet zudem ein Blättern in dem Werk nach einzelnen Akteuren. Lediglich Eckert selbst ist nicht aufgeführt, er würde auch die mit Abstand meisten Erwähnungen und Verweise auf sich vereinen. Andere häufig erwähnte Personen sind zum Beispiel Marianne Birthler, Dieter Dombrowski, Monika Grütters, Tobias Hollitzer, Roland Jahn, Burkhard Jung, Hubertus Knabe, Gesine Oltmanns, Detlef Pollack, Lutz Rathenow, Uwe Schwabe oder auch der Rezensent.

Das vorhergehende Buch des Historikers Rainer Eckert, ebenfalls produziert im "mitteldeutschen verlag": Leben im Osten. Es erschien 2021. (© mdv)

Ich kenne Rainer Eckert seit mehr als dreißig Jahren. Wir haben so manches gemeinsam gemacht, wir waren oft nicht einer Meinung. Anders als bei vielen anderen Autoren werden meine Statements von ihm selten kritisch hinterfragt, häufig stimmt Eckert ihnen ausdrücklich zu. Schon so manche zitierte Kapitelüberschrift deutet an, dass diese geschichtspolitischen Auseinandersetzungen für Eckert mehr als nur Meinungsdebatten waren. Nicht zufällig ist immer wieder von „Kampf“ zu lesen. Tatsächlich hält der Autor sich mit Bewertungen nicht zurück.

Liest man das umfangreiche Buch gründlich, so wird deutlich, dass es Rainer Eckert sowohl um eine Darlegung der geschichtspolitischen Auseinandersetzungen seit 2015 geht, aber ebenso auch um eine Abrechnung mit so manchem Debattenteilnehmer. Dahinter scheinen tiefe persönliche Verletzungen zu stehen, die Eckert aus seiner Sicht zugefügt worden sind. Insbesondere wird das an dem langen Kapitel über die „Kämpfe“ in Leipzig offensichtlich. Hier hat Eckert fast zwanzig Jahre lang Ausstellungs-, Vereins- und Geschichtspolitik betrieben. Nach seinem Ausscheiden aus dem Zeitgeschichtlichen Forum kam er sich wohl wie ein Vertriebener vor, mit dem nun viele nichts mehr zu tun haben wollten. Das kränkte, verletzte ihn offenbar. Unabhängig davon, ob beim Autor, wie so häufig, eine individuelle Verwechslung von Amt und Person vorliegt: Solche Erfahrungen sind schmerzhaft. Sie scheinen durchaus eine Motivation gewesen zu sein, nun Tacheles zu reden.

Das aber ist nicht die einzige. Die wichtigste wird in diesem Buch Kapitel für Kapitel sichtbar: Rainer Eckert hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Erinnerung an Opposition und Widerstand gegen die kommunistische Diktatur, an ihre Opfer und an die Revolution von 1989 vital zu halten. Er leidet förmlich mit, wenn die Ereignisse von 1989 nicht als Revolution firmieren oder die Rolle von Oppositionellen heruntergeschrieben wird. Das macht ihn zum Verbündeten von vielen Vereinen und Einzelpersonen. Dieses Milieu hat allerdings in den vergangenen Jahren erheblich an Einfluss und Relevanz verloren. Längst dominieren andere Narrative über die DDR, die immer häufiger nicht mehr als Diktatur rekonstruiert wird. Seite für Seite wird dieser „Kampf“ Eckerts in diesem Buch auf vielen Feldern offengelegt.

Allerdings wurde das mehr und mehr ein Kampf gegen die berühmten Windmühlen. Denn die kleine Szene der beharrlichen „DDR-Aufarbeiter*innen“ ist in sich zerstritten und verfeindet, wie es auch für Sekten nicht unüblich ist. Die abnehmende gesellschaftspolitische Relevanz wird mittels internen „Kämpfen“ zu kompensieren versucht, bei denen es selten um Inhalte, aber fast immer auch um Einfluss, Geld (Fördermittel) und öffentliche Sichtbarkeit geht. Egal welches Themenfeld, das Eckert bearbeitet, herausgegriffen würde, jedes einzelne ließe sich auch auf diese Faktoren komprimieren, die oft in unversöhnliche persönliche Auseinandersetzungen untereinander mündeten. Das trifft insbesondere dann zu, wenn Institutionen und Vereine an den Debatten, die für sie nicht selten Überlebensfragen betreffen, beteiligt sind.

Rainer Eckert stellt diese Diskussionen nicht nüchtern abwägend vor, sondern scheut sich an keiner Stelle, pointierte Stellungnahmen abzugeben. Die sind fast immer eindeutig, oft aber auch zugespitzt und nicht immer für die Betroffenen schmeichelhaft. So fallen an einigen wenigen Stellen starke Worte, wenn jemand „verlogen“, „heimtückisch“, „hinterlistig“, „verleumderisch“, „fanatisch“ sei, „widerwärtige Angriffe“ betreibe, „bewusste Lügen“ oder Falschbehauptungen verbreite. Allerdings sind solche Abqualifizierungen sehr selten in diesem dickleibigen Buch. Charakteristisch für die Darstellung ist vielmehr, dass Eckert die Debattenverläufe exakt und präzise chronologisch nachzeichnet und so eine Dynamik in den einzelnen Kapiteln aufbaut, die den meisten Debattenteilnehmer*innen wahrscheinlich selbst nicht erinnerlich ist. Das liest sich jedenfalls meist sehr spannend, auch wenn der Stil nüchtern, zuweilen buchhalterisch daherkommt. Viele wird stören, dass Eckert die Motive einzelner Debattenteilnehmer, wie sie sich ihm darstellen, benennt – und die fallen in den Augen Eckerts eben nicht immer günstig aus, sind nicht immer an der Sache orientiert, sondern nicht selten primär der Eitelkeit der handelnden Person geschuldet. Ebenso würde wohl so manche Buchleser*innen stören, dass Eckert doch häufig Noten verteilt, wer etwas „richtig“, wer etwas „falsch“ vertreten habe. Aber das sind Geschmackfragen, an denen kein Buch in einer offenen Gesellschaft scheitern sollte.

Ein Dokument von Zerwürfnissen und Feindschaften

„Eitelkeit“ ist ein erheblich antreibendes Motiv für viele Diskursteilnehmer*innen, nicht nur, wenn es um die DDR und den Kommunismus geht. Eckerts Buch ist dafür ein Beleg. Zum einen arbeitet er akribisch heraus, wie einzelne Personen und Institutionen agieren und es ihnen dabei vorrangig um sich selbst geht. Auch das ist nicht unüblich. In kleinen Sekten aber wie der DDR-Aufarbeitungslandschaft ist das besonders hinderlich, weil jeder jeden kennt und jede Verfehlung, jedes Hinter-dem-Rücken-Reden fast unweigerlich und sofort auch jene Ohren erreicht, für die es nicht bestimmt war. Das führt zu Unmut, Abneigung, Hass. Das Buch selbst ist zum anderen ebenfalls ein Beleg für Eitelkeit, denn der Autor will selbstverständlich auch sich selbst ins rechte Licht rücken. Das ist legitim, macht ihn aber angreifbar. Denn so richtig auch viele Kritikpunkte sind, die er anderen gegenüber anführt, so wenig schmeichelhaft ist es für ihn selbst, dass er offenbar fast nie irrte – auch im Nachhinein nicht. Der Autor verteilt zu häufig Noten, das führt beim Lesen zuweilen zu Irritationen.

Insofern haben wir es hier mit einer Rechtfertigungsschrift zu tun, die im Untertitel doch „Autobiographische Notizen“ heißen sollte. Eine Autobiographie kann sich schon vom Wesen her nicht der Kritik aussetzen, die Eitelkeit des Autors zu spiegeln. Ohne diese käme niemand auf die Idee, eine Autobiographie zu schreiben.

Das Buch ist lesenswert, keine Frage, aber es ist keine literarische Arbeit. Vielmehr arbeitet Rainer Eckert auch hier als Chronist. Ich vermute, das ist für die Beteiligten und Erwähnten an diesen Debatten von hohem Unterhaltungs-, Kenntnis- und auch Erkenntniswert. Eine Wirkung über dieses Milieu hinaus würde ich nicht prognostizieren. Dazu ist es zu detailliert und kleinteilig verfasst, obwohl die erwähnten Themen an sich eine gesellschaftspolitische Relevanz hatten. Gleichwohl, auch das macht Eckert deutlich, fast alle Diskussionsfelder blieben regional verankert. Nicht einmal die Leipziger Debatten kamen groß aus Sachsen heraus. Es gab nur ganz wenige Diskussionen, die überregionale Bedeutung erlangten – und das auch meist nur kurz.

Überregionale Medien, die ohnehin kaum Interesse für ostdeutsche Themen zeigen, interessierten sich nur ausnahmsweise und immer nur sehr kurz dafür. So ist das Buch von Rainer Eckert zu einer Chronik der Aufarbeitung geworden, zu einem Dokument von Zerwürfnissen und Feindschaften, zu einer in Deutschland marginalisierten Erscheinung, die es der Gesellschaft leicht machte, sie zu marginalisieren. Uns Beteiligten erscheinen die Themen zentral und gesellschaftsrelevant – der Rest der Gesellschaft reagierte eher mit Desinteresse, Ablehnung und Hohn.

Seit über 30 Jahren gibt es kein betoniertes Brett mehr vorm Kopf zwischen Osten und Westen. Aber unterschiedlichste Erfahrungen und Sichtweisen sind geblieben. Mauerlücke im Südwesten Berlins 1990. (© Holger Kulick)

So dokumentiert Eckerts Buch auch das Scheitern der DDR-Aufarbeitung. Dabei ist sein Plädoyer eindeutig: Die Debatten dürfen nicht abreißen. Die Gesellschaft bedarf neuer Denkmäler und Erinnerungsorte, neuer Forschungszentren und Begegnungsstätten, um die Vergangenheit um der Zukunft Willen nicht ruhen zu lassen. Rainer Eckert lässt keine Zweifel aufkommen, dass für ihn der Fixpunkt dabei die einzige erfolgreiche demokratische Revolution in der deutschen Geschichte, die Revolution von 1989, sein müsse.

Das Buch von Eckert zeigt implizit auch, dass am Scheitern nicht allein „die Anderen“, die Ignoranten, die Unverbesserlichen schuld waren und sind, sondern in einem gehörigen Maße „wir“ selbst, die es „uns“ als Gruppe gar nicht gibt. Denn das Milieu war und ist in einem erstaunlichen Maße mit sich selbst befasst. Wie in jeder Sekte war der Kampf gegen die Abweichler*innen weitaus wichtiger als das Engagement für „die Sache“. Wenn man die „Getrübten Erinnerungen“ liest, wird das so deutlich, wie es noch nie jemand herausgearbeitet hat. Es ist manchmal geradezu peinlich, Teil dieser Diskursgemeinschaft zu sein.

Es scheint notwendig, dass dieses Buch doch schnell erscheinen kann, als wichtige Bereicherung und wichtiger Denkanstoß in die Aufarbeitungsszene hinein. Denn Eckert hat ein Dokument erschaffen, das eigentlich niemanden zum Vorteil gereicht, aber – und das ist wichtig – auch niemanden schadet. Es verkündet keine neue „Wahrheiten“, die Details sind überwiegend bekannt. Das Besondere ist die Gesamtschau, die in ihrer Breite und Tiefe immer wieder überrascht. Sie mag den Anspruch haben, wahrhaftig zu sein. Sie ist aber nicht mehr als die Sicht eines Einzelnen – und das ist die Sicht, von der offene Gesellschaften leben, von den vielen Einzelnen, die sich gegen jedwede Kollektivierung versperren.

Eckerts Sichten mögen manchmal unbequem, nicht richtig, verzerrend, vielleicht sogar an der einen oder anderen Stelle verletzend sein. Na und? Wenn das allein dazu berechtigte, ein Buch in den Verlagsschubladen verschwinden zu lassen, wären die Bibliotheken halbleer, die Buchläden bekämen noch mehr Existenzprobleme und Bücher würden nur noch mit anwaltlicher Hilfe geschrieben. Wer wollte das? Offenbar mehr Menschen, als mir bislang bewusst war.

Vertrauensbrüche

Ein Journalist übergab, wie erwähnt, das Druck-PDF an eine Frau, die in dem Buch mit einem eigenen Kapitel gewürdigt wird: die ehemalige DDR-Leistungssportlerin Externer Link: Ines Geipel, die sich nach dem Mauerfall intensiv des Themas Doping im Staatssport der DDR angenommen hat. Eckert hat in seinem Buch nachgezeichnet, wie die Debatte um Geipels Biographie und ihre Thesen in den vergangenen Jahren verlaufen ist. Er fügt, soweit ich sehe, keinen einzigen neuen Punkt hinzu, fasst pointiert zusammen, aber stellt sich auf die Seite der Geipel-Kritiker wie dem ehemaligen Skilanglauftrainer Henner Misersky, gegen den die einstige Leichtathletin einen Prozess verloren hat, in dem es um sieben Behauptungen Miserskys ging. Geipel wollte ihm untersagen, einzelne Punkte ihrer Biographie anzuzweifeln. Sie unterlag vor Gericht, einige Medien berichteten ausführlich darüber. Schließlich erschien im Spiegel unter der Überschrift „Lügen, betrügen, täuschen. Ines Geipel kämpfte für Geschädigte des DDR-Dopingsystems, erhielt das Bundesverdienstkreuz. Kritiker nennen sie nun eine ‚Hochstaplerin‘. Zu Recht?“ (Der Spiegel 21/2022) ein ausführliches Porträt. Bis zum heutigen Tage sind dort die meisten Vorwürfe gegen sie nachzulesen – kein Gericht hat deren Verbreitung untersagt. Rainer Eckert ist mit seiner Darstellung nicht weitergegangen als der Spiegel oder andere Medien. Und doch scheint der „mitteldeutsche verlag“ Geipels Protest gegen das noch nicht erschienene Buch zum Anlass genommen zu haben, das Projekt unverzüglich zu stoppen.

Es blieb nicht bei diesem einen Protest. Es meldeten sich offenbar noch weitere in dem Buch namentlich erwähnte Personen, die nicht einverstanden damit waren, wie sie und die Konflikte, in die sie verstrickt waren, von Eckert dargestellt worden sind. Auch das waren, soweit es mir bekannt wurde im Laufe dieser Recherche, ausschließlich Personen, deren Konflikte breit, ausführlich und detailliert in der Öffentlichkeit verhandelt worden sind. Dazu zählen meines Wissens etwa der ehemalige Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, oder der früherere Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Siegfried Reiprich. Auch hier stellte Eckert keine neuen Tatsachenbehauptungen auf. Er fasste zusammen, was in der Öffentlichkeit bekannt geworden ist. Wie schon bei Geipel schrieb er überdies das meiste im Konjunktiv und betonte immer wieder, dass es sich bei vielen Einschätzungen um seine persönliche Meinung handle.

Obwohl weder dem Verlag noch der Stiftung durch die Interventionen der betroffenen Personen irgendwelche neuen Umstände bekanntgeworden sind, stoppten sie die Produktion des Buches, obwohl sie selbst zuvor das Manuskript als druckfertig und förderungsfähig qualifiziert hatten. Sollte dieses Beispiel Schule machen, wäre praktisch kein Buch mehr sicher.

Allerdings gab es einen gravierenden Einwand gegen Eckerts Buch, der sich nicht so ohne Weiteres aus der Welt schaffen lässt. Wie schon in seiner Autobiographie arbeitet er nicht nur mit veröffentlichten Quellen, sondern auch mit einer Vielzahl unveröffentlichter, insbesondere mit E-mails, Briefen, Telefonaten und Textnachrichten via Whatsapp. Damit begibt sich Eckert auf sehr unsicheres Quellenterrain. Offenbar versäumte er es vorab, einige derjenigen, aus deren Briefen, E-mails oder Textnachrichten er zitierte, um Erlaubnis zu fragen. Mindestens eine Person wandte sich an den Verlag und protestierte dagegen. Der Verlag reagierte prompt und stoppte das Projekt wegen mutmaßlich gravierender Verstöße gegen das Persönlichkeitsrecht. Aber muss dies gleich dazu führen, ein ganzes Buch zu stoppen, ohne gemeinsam mit dem Autor zu überlegen, wie eine Kompromissform der Veröffentlichung aussehen könnte? Darum bittet dieser auch, hat er doch Anfang September, bislang ohne Reaktion, den Verlag gebeten, „Vorschläge zu unterbreiten, wie die Veröffentlichung meines Buches erreicht werden kann“. Dass er aus Briefen zitierte oder sie als Beleg für seine Ausführungen in Fußnoten anführte, entschuldigt er damit, dass er davon ausgegangen sei, „dass diese Briefe mein Eigentum sind und ich so ohne Verletzung von Persönlichkeits- oder Urheberrechten verfahren könne“. Wahrlich kein glücklicher Umstand.

Aber ist dies ein triftiger Grund, eine Buchproduktion, die schon fast abgeschlossen ist, zu kippen, einen Verlagsvertrag außerordentlich zu kündigen und erteilte Förderzusagen zurückzunehmen?

Ausschnitt aus dem Inhaltsverzeichnis des geplanten Buchs Rainer Eckerts über Konflikte in der deutsch-deutschen Erinnerungskultur.

Der Verlag verweist anfragende Journalisten darauf, nichts zu dem Thema sagen zu wollen, weil er sich nunmehr in einer juristischen Auseinandersetzung über Buch und Vertrag mit dem Autor befinde – sodass erst im nächsten Jahr mit Mitteilungswertem zu rechnen sei. Und die Stiftung sieht lakonisch keine Fördergrundlage mehr für ein Buch, das nicht erscheint. Die entsprechende Frist im Zuwendungsbescheid sei abgelaufen.

Warum keine Kompromisssuche?

Aber muss um all das denn eigentlich wirklich eine so langwierige und kostspielige juristische Auseinandersetzung folgen? Kann nicht mit dem Autor über juristisch heikle Stellen noch einmal in der Sache beraten, umformuliert oder im Zweifel geschwärzt werden? Auch der Ch. Links Verlag hat in jüngster Zeit Bücher herausgebracht, bei denen er nach Einsprüchen des Bundesnachrichtendienstes Passagen streichen musste. Dem kam der Verlag bei den bereits gedruckten Büchern nach, indem er die betroffenen Passagen schwärzen ließ. Hätte der „mitteldeutsche verlag“ das mit beanstandeten Passagen und Fußnoten nicht ebenso tun können?

Allerdings hätten der Verlag und wohl auch die Stiftung dazu mit Rainer Eckert sprechen müssen. Stattdessen bekam er Nachrichten von Anwälten und war gezwungen, sich selbst einen zu suchen.

Mich macht dieser ganze Vorgang fassungslos. Ich weiß, juristisch kann ich diesen Vorgang nicht klären. Aber ihm Öffentlichkeit zu verschaffen, halte ich für wichtig, weil er eine Grundsatzdebatte verdient. Demokratie fordert von uns allen Kompromissbereitschaft, aber doch immer mit dem Ziel, eine die Debatte bereichernde Meinungsvielfalt zu erhalten, solange sie andere nicht herabwürdigt. Dies muss auch hier der Maßstab bleiben. Verbieteritis führt dagegen zu nichts.

Rainer Eckerts Buch war nicht darauf angelegt, Beifallsstürme zu erheischen. Es wollte, durchaus auch polemisch, zur Diskussion einladen. Dass es nun vorerst nicht zur Debatte einladen kann, sollte niemanden erfreuen. Wenn nur noch Gerichte und Anwälte über Zeitgeschichte und den Umgang mit ihr verhandeln, ist die Disziplin als lebendiger Diskursraum geschlossen.

Zitierweise: Ilko-Sascha Kowalczuk, "Getrübte Erinnerungen? Über ein Buch, das nicht erschienen ist", in: Deutschland Archiv, 5.10.2022, Link: www.bpb.de/513987. Alle Beiträge auf Externer Link: www.deutschlandarchiv.de sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar.

Reaktionen:


Drei weitere Sichtweisen zum Buchprojekt Rainer Eckerts Externer Link: ab 12. November 2022 unter diesem Link, zunächst von Ines Geipel und Jochen Staadt. Am 14.11. folgt ein Beitrag Rainer Eckerts.

Ergänzend zum Thema DDR-Aufarbeitung:

Ilko-Sascha Kowalzuk: Externer Link: "Geschichtsklitterungen. Die Memoiren von Egon Krenz". Deutschlandarchiv vom 27.6.2022

Rainer Eckert: Externer Link: Schwierige Gemengelage. Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion. Deutschlandarchiv vom 10.11.2021

Annette Simon: Externer Link: Die sozialpsychologische Seite der Zukunft. Und weitere Denkanstöße zum Stand der Deutschen Einheit. Deutschlandarchiv vom 1.10.2022

Mehr Auswahl im Externer Link: Deutschlandarchiv der bpb oder beispielsweise im Externer Link: bpb-Dossier Stasi.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Eine Besprechung erfolgte am 30. November 2021 in der FAZ: www.faz.net/aktuell/politik/politische-buecher/beichte-eines-ddr-historikers-des-zeitgeschichtlichen-forums-17658456.html und www.perlentaucher.de/buch/rainer-eckert/leben-im-osten.html, letzte Zugriffe am 4.10.2022.

  2. Vgl. Mitgliederliste des Stiftungsrats der Bundesstiftung Aufarbeitung., www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/stiftung/gremien#anchor-2, letzter Zugriff 4.10.2022

  3. Vgl. FAZ vom 23.11.2021, www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/doping/ines-geipels-klage-gegen-henner-misersky-abgewiesen-17648511.html. Es gibt hierzu aber auch andere Sichtweisen, vgl. NZZ am Sonntag vom 20.8.2022: https://magazin.nzz.ch/nzz-am-sonntag/kultur/sie-kaempfte-fuer-die-opfer-des-ddr-dopings-nun-wird-sie-deswegen-verfolgt-ld.1698775?reduced=true, letzte Zugriffe 5.10.2022

  4. Vgl. www.spiegel.de/sport/ines-geipel-vertreterin-von-doping-opfern-luegen-betruegen-taeuschen-a-4f0bebfd-c8f3-4eda-bc21-0baf6ecaf7ea, letzter Zugriff 3.10.2022

Weitere Inhalte

Ilko-Sascha Kowalczuk ist Historiker, spezialisiert auf die Aufarbeitung der DDR-Geschichte, lange Zeit war er tätig in der Stasi-Unterlagenbhörde. Zeitweise war er Mitglied der Regierungskommission "30 Jahre Revolution – 30 Jahre Deutsche Einheit". Sein jüngstes Buch, erschienen 2021 in der bpb: (Ost)Deuschlands Weg I+II, 80 Studien, Prognosen, Essays (bpb-Schriftenreihebände 10676 I+II).