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Parteien in Deutschland

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Julia Davidovski: „Kinder sind unsere Zukunft“ Emma Budge und Margarete Oppenheim: der Kampf um ihre Kunstsammlungen in der Bundesrepublik „Wir sind offen für alle“ Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Parteien in Deutschland

Gero Neugebauer

/ 18 Minuten zu lesen

Seit der Wiedervereinigung ist die Parteienlandschaft in Deutschland erheblich in Bewegung geraten. Eine Auswahl von Büchern über Geschichte und Perspektiven deutscher Parteien.

Sammelrezension zu:

Heike Tuchscheerer: 20 Jahre vereinigtes Deutschland: eine 'neue' oder 'erweiterte' Bundesrepublik? (Extremismus und Demokratie; 20), Baden-Baden: Nomos 2010, 388 S., € 49,–, ISBN: 9783832958138.

Kurt Bohr, Arno Krause (Hg.): 20 Jahre Deutsche Einheit. Bilanz und Perspektiven (Denkart Europa; 13), Baden-Baden: Nomos 2011, 276 S., € 38,–, ISBN: 9783832963620.

Andreas Kost, Werner Rellecke, Reinhold Weber (Hg.): Parteien in den deutschen Ländern. Geschichte und Gegenwart (Beck'sche Reihe; 1.956), München: Beck 2010, 547 S., € 19,95, ISBN: 9783406606502.

Steffen Kachel: Ein rot-roter Sonderweg? Sozialdemokraten und Kommunisten in Thüringen 1919 bis 1949 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe; 29), Köln u.a.: Böhlau 2011, 599 S., € 64,90, ISBN: 9783412205447.



"20 Jahre vereinigtes Deutschland"

20 Jahre vereinigtes Deutschland (© Nomos Verlagsgesellschaft)

Die "Berliner Morgenpost" meldete am 25. Juli 2011: "Die Berliner Republik zieht in die Berge"; gemeint war, dass Angela Merkel und andere Politiker in den Urlaub fahren würden. Was im journalistischen Jargon bereits Alltagssprache ist, muss in der Politikwissenschaft nicht gelten. Das meint Heike Tuscheerer, die wissen will, ob nach 20 Jahren Einheit noch die "Bonner", das heißt eine "erweiterte" oder doch die "Berliner", also eine "neue Bundesrepublik" existiere.

Wer sich fragt, worin das Problem liegt, der wird mit der Befürchtung konfrontiert, dass Veränderungen dazu führen könnten, das aus föderaler Struktur, Westbindung, sozialer Marktwirtschaft und europäischer Integration gebildete Koordinatensystem der Bundesrepublik aufzugeben und damit die Stabilität des Systems zu gefährden. Damit nicht genug. Tuchscheerers Koordinaten sind neben der institutionellen Ordnung und dem Föderalismus die Sozial- und Wirtschaftsordnung, die Außenpolitik, die politischen Kultur und das Parteiensystem sowie der politische Extremismus und die streitbare Demokratie.

Veränderungen sollen einerseits auf der Grundlage der Beobachtung und Beschreibung von Entwicklungen rechtlicher und anderer Normen sowie von Rahmenbedingungen, beispielsweise im Bereich Sozial- und Wirtschaftsordnung oder in der Außenpolitik, und andererseits auf der Grundlage der Auswertung von empirisch erhobenen Daten, so im Bereich Politische Kultur registriert werden. Die Relevanz der Untersuchungsbereiche wird mit ihrer Bedeutung für das politische System begründet. Die Konstruktion von Interdependenzen soll die Zusammenhänge herstellen, obwohl – so Doktorvater Eckhard Jesse im Vorwort – "in gewisser Weise die Ausführungen auch so für sich stehen" könnten (5). Das wäre ihnen nicht schlecht bekommen, denn manche Verknüpfung erscheint sehr gewollt: "Die bundesstaatliche Gewaltenteilung des Föderalismus spiegelt sich in der Ausgestaltung der institutionellen Ordnung wider – die politische Kultur ist bemüht, Verfassungskonsens herzustellen." (44f) Doch so ist es möglich, die Themen "Politischer Extremismus" und "Streitbare Demokratie", die nach dem oben zitierten Verständnis in den Bereich Politische Kultur gehören, extra abzuhandeln.

Ob etwas "erweitert" oder "neu" wurde, bestimmt sich nach strukturellen wie nach qualitativen Kriterien. Wurden alte Strukturen auf das Beitrittsgebiet ausgedehnt, liegt eine Erweiterung vor. Können Differenzen gegenüber den alten Verhältnissen und Strukturen registrieren werden, spricht das für eine neue Republik. Je stärker der Wandel, desto neuer die Republik.

In den einzelnen Untersuchungsbereichen werden verschiedene Politikfelder abgehandelt. Im Bereich Institutionelle Ordnung sind das der Einigungsvertrag und die Gemeinsame Verfassungskommission, im Bereich Wirtschafts- und Sozialordnung die Felder Wirtschaftspolitik, Finanzpolitik, Beschäftigungs- und Lohnpolitik sowie Sozialpolitik. Im Bereich Politische Kultur wird unter anderem nach der Entwicklung der nationalen Identität und der Akzeptanz der Demokratie gefragt. Die Veränderungen im Parteiensystem werden an Hand der Kriterien Fragmentierung, Polarisierung, Asymmetrie, Legitimität, Volatilität und Segmentierung geschildert; zusätzlich wird die Regierungsstabilität analysiert. Im Kapitel über "Politischen Extremismus" befasst sich die Autorin mit rechts- und linksextremen Parteien, mit "Intellektuelle(n) Ausprägungen der politischen Extreme" ("Neue Rechte" – "Neue Linke"), mit "Gewalttätige(n) Ausprägungen der politischen Extreme" sowie mit extremistischen Einstellungen in der Bevölkerung. Im Kapitel über die "Streitbare Demokratie" wird die freiheitliche demokratische – falsch "freiheitlich-demokratische" (244) – Grundordnung als "werthafte Demokratie'' definiert und deren Wertegebundenheit und Abwehrbereitschaft sowie die "Vorverlagerung des Demokratieschutzes" (Art. 18 GG) abgehandelt. Die herbe Kritik an Verfassungsschützern für ihre Berichte über "Die Linke" – sie sollten sich "weniger am Zeitgeist, denn an rechtsstaatlichen Prinzipien orientieren" (259) – entspricht dem belehrenden Ton der Autorin, die die streitbare Demokratie aus ihrer Defensive holen möchte. Schließlich wird die Außenpolitik vor der Vereinigung anhand der Römischen Verträge (1957) sowie der Ostpolitik abgehandelt. Nach der Einheit wird die Situation Deutschlands sowohl in Hinsicht auf die deutsche Position in der Europäischen Union als auch bezüglich der EU-Erweiterung und -Vertiefung beschrieben; die transatlantische Partnerschaft wird ebenfalls gestreift.

Nicht nur das Resümee der Ergebnisse im Kapitel "Vergleichende Bewertung" zeigt mehrdeutige Urteile. Die institutionelle Ordnung wurde "erweitert", aber direktdemokratische Beteiligungsformen nicht ausgebaut, denn es "fehlen bei Vielen die Voraussetzungen für eine vernünftige Art der Beteiligung am politischen Prozess" (299). Empirische Untersuchungen bestätigen, dass die Bevölkerung, anders als die politischen Eliten, die repräsentative Demokratie immer weniger akzeptiert und die direkte Demokratie bevorzugt.

Manches wie die Föderalismusreform sei durch Notwendigkeiten der Politikgestaltung, nicht durch die Einheit, belebt worden. Die Eigentums- und Wirtschaftsordnung die Bundesrepublik sei erweitert worden, Einkommensverhältnisse hätten sich nicht angeglichen. Das Sozialversicherungssystem verzeichne weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht einen "Übergang von der Bonner zur Berliner Republik" (304). Im Bereich der politischen Kultur sei die Situation ambivalent. Defizite gebe es bei der Ausprägung einer gesamtdeutschen Identität, beim Vertrauen in die Institutionen und den Einstellungen zur sozialen Markwirtschaft. Weil – bei Gleichgültigkeit gegenüber der Flagge – die Loyalität zur vereinigten Bundesrepublik überwiegt, dürften die ehemaligen DDR-Bürger ruhig ein bisschen Nostalgie pflegen: "Die Ostdeutschen müssen ihr früheres Regime nicht vollständig leugnen, um überzeugte Demokraten zu sein" (186). War dann doch nicht alles schlecht gewesen?

Im Parteiensystem halten sich Wandel und Kontinuität die Waage; neu ist nur das Erscheinen der "Linken". Kontinuität zeigt sich auch im Bereich des politischen Extremismus, der gehörte und gehört zum Alltag in Deutschland und gefährdet die Stabilität der Demokratie nicht (313). Die "Einzigartigkeit" der streitbaren Demokratie bestehe weiter (315). In der Außenpolitik führten sicherheitspolitische Veränderungen zur neuen Republik, in der EU wirken Kontinuitäten solange fort, bis sich die erweiterte Republik stärker an EU geführten Militärmissionen beteiligt.

Die Ergebnisse der Darstellungen bestätigen, dass Deutschland mehr die neue und weniger die alte Republik darstellt. So richtig neu solle sie nicht werden, vielmehr sei, so Tuchscheerer, die "Erweiterung" die Perspektive der Entwicklung. Das hänge allerdings davon ab, wie sich das Zusammenwachsen und wie sich Europa entwickeln würde. In Deutschland fehle ein Grundkonsens, sie nennt ihn das gegenseitige Respektieren. Die Autorin meint damit etwas anderes als den Ende der Fünfzigerjahre in der alten BRD erreichten Basiskonsens, der ein Ergebnis des Abbaus politischer Gegensätze und der Akzeptanz der gewachsenen Zustände war. Der "anti-extremistische(n) Grundkonsens" würde erheblich geschwächt, wenn man "Die Linke" als gleichwertigen politischen Partner akzeptieren würde. Insgesamt sei noch kein abschließendes Urteil möglich, da der ostdeutsche Transformationsprozess, den sie als eigenständigen Prozess nicht thematisiert hat, noch andaure. Erwartet Tuchscheerer die Gefährdung unseres Systems?

Ist die Autorin ideologisch stark, war sie in der Recherche schwach. Beim Registrieren von Veränderungen anhand rechtlicher Normen oder empirischer Daten arbeitet sie gründlich und umfassend, überwiegend auf der Basis deutscher Literatur und Quellen. In den im engeren Sinn politischen Kapiteln ist das anders: viele Quellen, wenig Autoren. Wird sie ideologisch, urteilt Tuchscheerer, ohne sich ihrer eigenen Aussagen als auch der aus verfügbaren Quellen zu versichern. So meint sie, die "Neue Linke", die sich vom Marxismus-Leninismus sowie der Sozialdemokratie abgrenze, sei durch den Zusammenbruch der DDR geschwächt und dadurch sei die "Neue Rechte" gestärkt worden. Trotzdem gelte: "das politische Übergewicht der Neuen Linken ist ungebrochen" (313). Die Veränderungen extremistischer Einstellungen beschreibt sie anhand der Ergebnisse einer älteren Studie (Erhebungen zwischen 1994 bis 2002). Sie will mangels eines einheitlichen Standards keine Vergleiche mit anderen – neuen – Studien ziehen. Den Autoren einer neuen Studie über Rechtsextremismus wirft sie Manipulation der Items vor. Ihr ist entgangen, dass relevante empirische Sozialforscher Standards für die Rechtsextremismusforschung entwickelt haben, auf deren Grundlage überwiegend gearbeitet wird. Zudem existieren neue Resultate. Bei "linksextremistischen Einstellungen" – es gibt dazu keine Forschungsstandards und kaum Untersuchungen – stellt Tuchscheerer fest, dass diese im Osten einen wesentlich stärkeren Anklang gefunden hätten als im Westen. Zudem habe "latenter Extremismus" auf der linken Seite "merklich zugenommen". Die rechte Seite hingegen sei "nicht signifikant" von der Einheit beeinflusst worden (243). Mag sein, doch wie erklärt die Autorin, dass DVU und NPD – mit der Ausnahme von Bremen – nur in ostdeutschen Länderparlamenten vertreten sind oder waren, wenngleich ohne politische Wirkung?

Heike Tuchscheerer wünscht sich Deutschland als "eine im 'Kern erweiterte Bundesrepublik'": ein "sowohl" als "auch". Sie möchte, dass Arbeiten wie ihre den Sinn für "Beständigkeit und Wandel der Bundesrepublik" schärfen sollen (333). Der Rezensent meint, dass die Beobachtung des Wandels eher durch Arbeiten gelingen könnte, die Veränderungen von Rahmenbedingungen in institutionellen Bereichen in Zusammenhang bringen mit Veränderungen in der Gesellschaft und dem Alltag der Menschen, die zugleich die Subjekte und die Objekte des Einheitsprozesses sind. Das würde diesem Anspruch in einem mehr als nur bilanzförmigen Sinne gerecht werden können und, wie etliche Beiträge der folgenden Publikation zeigen, näher an der Realität sein.

"20 Jahre Deutsche Einheit"

20 Jahre Deutsche Einheit (© Nomos Verlagsgesellschaft)

Die meisten Beiträge einer von der Europäischen Akademie Otzenhausen organisierten Tagung, die sich 2010 mit dem "Prozess der inneren Einigung" befasste, stammen von Akteuren aus verschiedenen Tätigkeitsfelder und der Wissenschaft, die als begleitende Beobachter die Auswirkungen der deutschen Einheit beschreiben und analysieren. Sie berichten und illustrieren Annäherungen ebenso wie das Fortbestehen von Differenzen. Sie machen dabei deutlich, dass der Einheitsprozess insgesamt nicht zu einer uneingeschränkten Dominanz westdeutscher Verhältnisse geführt hat und dass in Bereichen, die weniger aufmerksam betrachtet werden, Potentiale vorhanden sind, die dazu beitragen können, im Einheitsprozess nicht die Nivellierung von Gegensätzen auf einem niedrigen Niveau anzustreben, sondern deren produktive Aspekte zu einer Einheit auf höherem Niveau zu nutzen.

Der Psychologe Hans-Joachim Maaz skizziert west- wie ostdeutsche psychosoziale Prägungen und deren gesellschaftliche Relevanz sowie daraus resultierende Verhaltensmuster. Bislang entwickeln sich die deutschen Teilgesellschaft getrennt. Die gemeinsame Entwicklung wäre erst möglich, wenn die durch Verhaltensweisen wie Dominanz (West) und Anpassung (Ost) ausgelösten Probleme der Unterwerfung des Einen unter den Anderen aufgehoben würden und eine "neue Beziehungskultur" (37) entwickelt werde. Auch der Historiker Manfred Görtemaker sieht die Einheit nicht vollendet. Er schildert die Etappen des Einheitsprozesses und damit zusammenhängende politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen. Sein Fazit ist, der Einheitsprozess vollziehe sich nicht als "Angleichung des Ostens an den Westen, sondern als Strukturwandel, der das gesamte Deutschland betrifft" (59).

Der Wirtschaftswissenschaftler Ulrich Busch räumt mit Vermutungen auf, es habe seit 1990 in den Bundesregierungen verlässliche Vorstellungen und Konzepte dafür gegeben, wie die angestrebte ökonomische und soziale Konvergenz in absehbarer Frist erreicht werden könnte. Er zweifelt daran, dass die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse überhaupt zu erlangen wäre. Der Soziologe Eckhard Priller, der "gesellschaftliche Aktivitäten" in der DDR als Teil ehrenamtlicher Arbeit definiert, fordert als eine Voraussetzung für die Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements die materielle Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeiten und deren Förderung durch staatliche Aktivitäten. Eike Emrich und Christian Pierdzioch machen in ihrem stark auf die Effizienz von Instrumenten der Elitenförderung im Sport ausgerichteten Beitrag auf die Paradoxie aufmerksam, dass die Übernahme von DDR-Praktiken in das bundesdeutsche System die Spitzenförderung teurer, jedoch nicht besser gemacht hat.

Radikale Zweifel an einem positiven Entwicklungsstand des Einheitsprozesses hat der Kunstkritiker Eduard Beauchamp, der von dem mehr als 60-jährigen "Kunstkrieg" zwischen Ost und West erzählt. Die Entwicklung zweier gegensätzlicher Kulturen habe die Grundlage für eine bis heute andauernden Konfrontation im Bereich der bildenden Kunst geschaffen, in der die "intellektuelle Provinzialität des Westens" (134) offen zutage trete. Bis heute gebe es keine Chancengleichheit für die ostdeutsche Kunst im öffentlichen Raum – und deshalb keine Einheit. Der Lyriker Andreas Reimann stellt in Hinsicht auf die "gedicht-ähnlichen Schreibübungen der Jüngeren" einen "geistigen Verseichtungsprozess" und den Verlust dessen fest, was die DDR-Lyrik von der westdeutschen unterschieden habe: "der große Gegenstand, der große Atem, die große Form." (193f)

Der Regisseur Wolfgang Engel schildert Erfahrungen an ost- und an westdeutschen Theatern seit 1983. Sein Beitrag verdeutlicht unter anderem Probleme der unterschiedlichen Interpretationen von Stücken und Spielweisen durch Regisseure und Schauspieler sowie das Publikum in Ost und West. Da Gegensätze und Differenzen weiter existierten, werde die Vereinigung erst dann vollendet sein, "wenn alle Zeitzeugen der deutschen Teilung tot sind" (155). Der Stadtplaner Gerhard Steinbach beschreibt die einzelnen Etappen dieser Entwicklungen seit den Vierzigerjahren sowie ihre Rahmenbedingungen, Ziele und Ergebnisse. Differenzen seien weniger in Folge der Vereinigung verschwunden, sondern aufgrund demografischer und regionaler Entwicklungen eingetreten, die einen Paradigmenwechsel vom Wachstum zur Schrumpfung veranlasst hätten.

Der Politikwissenschaftler Oscar W. Gabriel analysiert die politische Orientierungen – die Unterstützung der Demokratie, das Vertrauen in die politischen Institutionen sowie das politische Engagement –, die die Komplexität des Verhältnisses der Ost- und der Westdeutschen zur Politik nachweisen. Er bilanziert kritisch, dass "Angleichung, Konvergenz und fortbestehender Dissens" (207) nebeneinander existierten. Vorhandene Unterschiede könnten durch eine "fortschreitende Angleichung der Lebensverhältnisse" reduziert werden und zur Vertiefung der politischen Integration beitragen. Eckhard Jesse sträubt sich gegen Koalitionen, die "Die Linke" einschließen. Deshalb heißt es für ihn: "Zwei ist mehr als drei" (243).

Zum Schluss stellt Joachim Schild theoretische Erwartungen im Hinblick auf Ost-West Einstellungen und empirische Befunde zur Unterstützung der Europäischen Union vor. Dass erstere aufgrund von Sozialisationseffekten, situativen Effekten und Parteieinflüssen zu erwarten waren, mag nicht weiter verwundern. Die Auswertungen des Eurobarometers seit 1990 mit getrennten Stichproben zeigen, dass a) Ostdeutsche ein negativeres Bild von der EU haben als Westdeutsche, dass b) die anfangs hohe allgemeine Unterstützung sinkt und sich dem westdeutschen Niveau angleicht und dass c) weder in Ost noch in West ein "Trend zur Abnahme exklusiver nationaler Identifikationsmuster verzeichnet werden" kann (252). Die Deutschen wenden sich jedoch nicht von der EU ab. Das ist, wenngleich vor der jüngsten Euro-Krise ermittelt, insgesamt tröstlich.

Der Wert dieser Publikation liegt unter anderem darin, dass die meisten Autoren den Verlauf und die bisherigen Resultate des 20-jährigen Einheitsprozess nicht voraussetzungslos betrachten, sondern bestimmte "Vorgeschichten" oder "Vorverläufe" in ihre Betrachtungen einbeziehen. Beiträge, die über Kunst, Schauspiel oder Lyrik informieren, stehen selten im Mittelpunkt von Betrachtungen über Verläufe des Einheitsprozesses, sind aber für die Entwicklung seiner im weiteren Sinn kulturellen Aspekte wichtig. Insofern ist zu bedauern, dass ein Beitrag über die Entwicklung in den Geistes- oder in den Naturwissenschaften fehlt. Es hätte die Tagung wohl überfordert, wenn sie sich auch den sozialen Auswirkungen des Einheitsprozesses, die von dem erheblichen Gefälle in der Wirtschaftsleistung, von der Arbeitslosigkeit und den verschiedenen Möglichkeiten der Realisierung individueller Lebensweisen und -chancen ausgehen, gewidmet hätte, wenngleich diese Problematik angeschnitten worden ist. Insgesamt bieten die Beiträge jedoch dem wenig informierten Bürger fundierte Einsichten und jedem Leser Anregungen für eigene Beobachtungen des Fortgangs des Einheitsprozesses.

"Parteien in den deutschen Ländern"

Parteien in den deutschen Ländern (© C.H. Beck)

Der von den Landeszentralen für politische Bildung herausgegeben Band präsentiert in drei Teilen – Grundlagen, Parteien in den Ländern und Statistischer Anhang – in Inhalt, Umfang und Qualität unterschiedliche Beiträge zum Thema Parteiengeschichte und Parteiensystem (Teil I: Grundlagen) und zu den Parteien in den Bundesländern (Teil 2: Parteien in den Ländern). Teil 3 (Statistischer Anhang) enthält in Tabellenform, beginnend mit der jeweiligen ersten Wahlperiode – 1946 bzw. 1990 – bis 2009/10, die Resultate der Wahlen in den Ländern sowie Angaben zur Zusammensetzung der Landtage und der Landesregierungen; das erspart mühseliges Suchen.

Texte, die für die politische Bildungsarbeit geschrieben werden, entsprechen in der Regel wissenschaftlichen Standards, zu denen auch Verständlichkeit gehört. Sie richten sich primär an Personen, die sie für Zwecke der politischen Bildung nutzen, werden jedoch ebenso als wissenschaftliche Arbeiten von einem Personenkreis genutzt, der kein Interesse an deren Umsetzung in die Bildungsarbeit hat. Die Texte dieses Bandes erfüllen, wenn auch unterschiedlich, die Standards und bedienen in der Regel beide Interessen.

Die einleitenden Beiträge führen die Leser einerseits aus – in weiterem Sinn – parteihistorischer und andererseits aus parteiensoziologischer Perspektive umfassend und systematisch in die Geschichte und Entwicklung von Parteien und Parteiensystem in Deutschland ein. Der Beitrag von Thomas Kühne über "Parteien und politische Kultur in Deutschland 1815 bis 1990" reflektiert die Herausbildung der Parteien und des Parteiensystems im Kontext der Verfassungs- und Demokratieentwicklung von der Zeit des Frühkonstitutionalismus bis zur deutschen Vereinigung. Frank Decker schreibt über die Parteien im politischen System der Bundesrepublik Deutschland einen Beitrag, der den State of the art in der Parteienforschung repräsentiert. Gegen beide Beiträge fällt der lexikalisch geratene Artikel von Peter Joachim Lapp über die "Staatsparteien der DDR" ab.

Nimmt man die großen Beiträge als eine Art Hintergrund für die Lektüre der länderspezifischen Beiträge, dann kann festgestellt werden, dass Autoren, die den Mustern dieser Beiträge folgen, sie jedoch nicht als strikte Vorgaben betrachten, in der Regel stärker empirisch-analytisch arbeiten als die wenigen, die einem eher länderkundlichen Ansatz folgen. Stellvertretend für die erste Kategorie kann der Beitrag über Hessen (Sigrid Koch-Baumgarten/Christoph Strünck), stellvertretend für den zweiten Ansatz der Beitrag über Sachsen (Werner Rellecke) genannt werden. In jedem Fall erhält die Leserin/der Leser genug Informationen über die Landesparteien und das dortige Parteiensystem.

Die Einzelbeiträge illustrieren auf unterschiedliche Weise die Vielfältigkeit der Parteien und die Entwicklung der Parteisysteme in den einzelnen Bundesländern sowie weitere Aspekte wie das Wahlverhalten oder Koalitionsbildungen. Manche Autorinnen und Autoren beginnen ihre Beiträge mit dem 19. Jahrhundert und brauchen nur eine knappe Seite bis 1945, andere beginnen erst danach, dritte lassen sich viel Zeit mit Vor- und Frühgeschichte (Kaiserreich und Weimarer Republik); in Sachsen beginnt die politische Geschichte im Jahr 929, in Brandenburg in der Mitte des 12. Jahrhundert. In der Regel enden sie Mitte 2010. Manche Autoren gliedern ihre Abschnitte in zeitlich begrenzte Etappen und behandeln die Parteien summarisch, andere behandeln sie einzeln, einschließlich ihrer historischen Entwicklung, und dritte wie Jürgen Dittberner (Brandenburg) oder wie Ulrich Sarcinelli und Timo S. Werner (Rheinland-Pfalz) nehmen in ihre Beiträge landespolitische Schwerpunkte bzw. sowohl einen Abschnitt über die Ministerpräsidenten als auch einen mit Thesen über "Entwicklungstrends und Perspektiven" auf; in der Regel werden "Ausblicke" unternommen. Oft wird durch die Lektüre über Landesparteien klar, welche Beiträge sie, sei es durch Wahlergebnisse, durch Personen oder durch politische Leistungen, zur bundespolitischen Rolle der Gesamtpartei erbringen – oder warum sie das nicht können. Quellen und Literaturverzeichnisse sind unterschiedlich und selten umfangreich.

Fazit: Neben politischen Bildungsarbeitern und Studierenden können auch Journalisten sowie politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger von den Beiträgen dieser Publikation profitieren, selbst wenn sie sich nur vor einer Landtagswahl über die Parteien und das Parteiensystem sowie in dem ausführlichen Anhang über bisherige Wahlergebnisse, Regierungskoalitionen und Regierungschefinnen und -chefs informieren wollen.

"Ein rot-roter Sonderweg?"

Ein rot-roter Sonderweg? (© Böhlau)

Vertiefte historische und politische Interessen sind Voraussetzung dafür, sich dem Werk von Steffen Kachel zuzuwenden. Hier liegt eine Dissertation mit allein 524 Seiten Text vor, dazu Tabellen und Übersichten über Parteigremien und mit Wahlergebnissen, ein Anhang mit Biografien von 105 Aktivisten der Thüringer Arbeiterbewegung, Orts- und Personenregister sowie weitere Verzeichnisse, darunter eins mit den Quellenangaben aus sechs Archiven. Dieser Aufwand schlägt sich im Umfang nieder. Doch am Ende der Lektüre kann dem Autor mehr als der übliche Respekt gezollt werden, denn an diesem Werk über die "parteipolitisch organisierten Kerne der Weimarer Arbeiterbewegung ... sowie auf die ihnen folgenden Mitgliedschaften und Elektorate" (19) zwischen 1919 und 1948/49 kommt fortan nicht vorbei, wer sich mit der politischen Geschichte Thüringens befasst.

Kachel will Meinungen im geschichtspolitischen Diskurs über die DDR entgegen treten, dass das System scheitern musste, weil "seine ganze ideologische Grundlage falsch war" (Konrad H. Jarausch) – damit befasst er sich nur am Rande –, oder dass es nach einem einheitlichen Modell der Sowjetisierung gestaltet worden sei, also von Beginn an kein "System in der Tradition der sozialistischen Arbeiterbewegung" gewesen sei. In Thüringen hätten die Parteien der Arbeiterbewegung nach 1945 einen Sonderweg beschritten, der auf gemeinsamen politischen Anschauungen über die nach Kriegsende erforderlichen Aufgaben beruhte. Die Gemeinsamkeiten in politischen Fragen zwischen SPD und KPD, die eine immer schon linker als die Gesamtpartei, die andere immer schon widerspenstiger gegen die "preußisch-berlinische Vorherrschaft" (Hans Mommsen) beruhten sowohl auf Traditionen und Erfahrungen in politischer Kooperation während der Weimarer Zeit als auch darauf, dass wichtige Akteure aus gleichen oder ähnlichen Milieus stammten und durch die Nazis verfolgt worden waren. Die Gemeinsamkeiten überwogen das Trennende – und selbst eine kurze Eiszeit zwischen KPD und dem Bund demokratischer Sozialisten, wie die SPD bis August 1945 hieß. Sonderheiten zeigten sich unter anderem darin, dass die Sowjetische Militäradministration in Thüringen (SMATh) den deutschen Akteuren mehr Spielräume ließ und die politischen Eliten regionale Interessen im Kontext der Vorstellung verfolgten, es könnte einen Gesamtstaat geben, der demokratisch und sozialistisch, aber nicht sowjetsozialistisch sein würde. Das Ende dieser spezifischen Arbeiterbewegung als einer "durch gemeinsames weltanschauliches, kulturelles und politisches Erbgut verbundene Bewegung" (19) war besiegelt, als 1949 mit dem neuen politischen System die SED als Staatspartei an ihre Stelle trat.

Kachels Methode, lokale und regionale Entwicklungen mit denen auf der zonalen und nationalen Ebene zu verflechten, führt dazu, dass der Autor, der als ein Vorbild für seinen Ansatz Franz Walter und andere nennt, Regionalgeschichte in ihren Rahmenbedingungen und weiteren Bezügen erzählt. So gelingt es ihm, die größeren Zusammenhänge herauszuarbeiten, in denen sich programmatische Veränderungen sowie Wandlungen von Strukturen und Verhaltensweisen von politischen Eliten vollzogen. Um den Nachweis antreten zu können, "welch wichtige Rolle regionale politische Prägungen und Netzwerke aus der Weimarer Zeit für die Entwicklung in Thüringen hatte" und dass es "1945 zu einer Neugründung der Arbeiterbewegung der Weimarer Republik" kam, beschreibt der Autor sowohl die biografischen, regionalen und politischen Grundlagen, die die Thüringer politischen Akteure des Jahres 1945 kennzeichneten (Kapitel I: Milieu, Ort und Generation) als auch das personelle und konzeptionelle Fundament, auf das sich der Aufbau im parteipolitischen und gewerkschaftlichen Bereich stützte (Kapitel II: "Republik ist nicht viel – Sozialismus ist das Ziel". Die Thüringer Arbeiterbewegung bis 1945). Um die These des partiellen Sonderwegs zu untermauern, will Kachel – auch in der Auseinandersetzung mit der nicht geringen vorhandenen Literatur – zeigen, dass in Thüringen, obwohl vorhanden, "sowjetische Kontrolle und stalinistische Politikmuster ... in den ersten Jahren nach 1945 hinter der gewachsenen kooperativen Politik" auf örtlicher und regionaler Ebene zurückstehen mussten bzw. zurückstanden, dass es einen Zusammenhang zwischen der innenpolitische Entwicklung und den Beziehungen zwischen den Besatzungsmächten (Thüringen war zuerst von US-Streitkräften befreit worden) gab und dass Stalinisierungsprozesse in der Partei und Sowjetisierungsprozesse in der Gesellschaft "erst spät einsetzten" und "von der Besatzungsmacht und den Berliner SED-Instanzen" ausgingen, nicht aber durch Initiativen in Thüringen.

Im Kapitel III (Die Wiedergründung nach dem Ende des Krieges) wird die Zeit zwischen April 1945 und der ersten Landtagswahl im Oktober 1946 in den Unterkapiteln "Das Scheitern der spontanen Einheit", "Die Verschiebungen im Kräfteverhältnisse nach dem Besatzungswechsel", "Die Verschmelzungskampagne" sowie "Thüringen wird 'Schrittmacher' der Einheit" und "Die sowjetische Besatzungspolitik und das politische System der 'Ära Paul'" – dieses enthält erhellende Beispiele über die Praxis der Besatzungsmächte – dargestellt und analysiert. Das Kapitel IV (Der Weg zur Staatspartei) schildert "'Die Phase der versuchten Einheit': Zwischen Landtagswahl und Londoner Konferenz" sowie "Das Ende des 'deutschen Weges zum Sozialismus': Die Thüringer SED 1948/49". Als "Schlaglichter der Zeit" werden die Landesparteitage der SED 1947 bis 1950 unter dem Aspekt der Verdeutlichung der Veränderungen der innerparteilichen Entwicklung dargestellt.

Im Schlussteil, der im Verhältnis zum historischen Teil etwas kurz ausgefallen ist, werden die Ergebnisse bilanziert und die Frage beantwortet, ob die "deutschen politischen Potentiale" für einen Weg jenseits der "kapitalistischen Grundlegung im Westen und Sowjetisierung im Osten" – soll heißen: ein Deutschland, politisch parlamentarisch-demokratisch und ökonomisch teilweise sozialisiert strukturiert – vorhanden gewesen wäre. Kachel untermauert das mit Hinweisen auf das sächsische Volksbegehren (Enteignung und "Kriegsfrage"), auf die Verfassungen von Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie auf das Ahlener Programm der CDU 1947 und auf Überlegungen in den Vorständen von SPD und SED zwischen 1945 und 1948. Seine Idee, die Vorstellung Otto Grotewohls, "dass das Sicherheitsbedürfnis der Sowjetunion mit der Autonomie der Arbeiterbewegung prinzipiell zu vereinbaren sei" (313), auf einen Akteur außerhalb des "Loyalitätsgefängnisses" (524) einer der beiden Großmächte zu projizieren, der beiden ein Angebot zu einer gemeinsamen deutschen Entwicklung hätte unterbreiten können, erinnert an die doppelten Konjunktive im Satz von Rudolf Herrnstadt: "Wäre es schön? Es wäre schön!". Hier blendet der Historiker die politische Wirklichkeit der Jahre nach 1945 wie die konträren Interessen der SU wie der USA partiell aus.

Gleichwohl: Insbesondere dort, wo Steffen Kachel über die einzelnen Versuche autonomer Entwicklungen in Thüringen, beispielsweise in der Bildungspolitik und in der Kulturpolitik erzählt oder über die Pluralität im Funktionärskörper der SPD und der KPD (hier dominierten nicht die Kader mit Erfahrungen aus dem Exil, sondern aus der Gefangenschaft) und der SED, über die Strategien der SMATh sowie über die Kontroversen zwischen den Parteizentralen in Berlin und denen in Thüringen – oder über die innerparteilichen Auseinandersetzungen im Land zwischen den unbedingten und den bedingten Anhängern der Zentralen berichtet, bietet er auch dank der intensiven Archivarbeiten viel an, was neu oder – als bisher bekanntes Material durch zusätzliche Erkenntnisse – neu strukturiert worden ist.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Zu diesem Konsens sowie zu den Problemen der von Tuscheerer und anderen kritisierten Studie – ihr Vorwurf, die Items wären zweckgerichtet ausgewählt worden (238), lässt sich nicht mit methodischen Fragen und Berechnungsverfahren begründen – vgl. methodisch gründlich: Joachim Kreis, Zur Messung von rechtsextremer Einstellung: Probleme und Kontroversen am Beispiel zweier Studien, FU Berlin, Okt. 2007, http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/systeme/empsoz/schriften/Arbeitshefte/ahosz12.pdf [9.8.2011].

  2. Vgl. Richard Stöss, Rechtsextremismus im Wandel, Berlin/Bonn 2010; Oliver Decker u.a., Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010, Berlin/Bonn 2010.

  3. Wer im Bedarfsfall mehr wissen will, kann auf den Band von Uwe Jun u.a. (Hg.), Parteien und Parteiensysteme in den deutschen Ländern, Wiesbaden 2008, und den von Siegfried Mielke/Werner Reutter (Hg.), Länderparlamentarismus, Wiesbaden 2004 (Neuaufl. i. Vorbereitung), zurückgreifen.

  4. Franz Walter u.a., Die SPD in Sachsen und Thüringen zwischen Hochburg und Diaspora. Untersuchungen auf lokaler Ebene vom Kaiserreich bis zur Gegenwart, Bonn 1993.

  5. So der Titel des Buches von Irina Liebmann über ihren Vater Rudolf Herrnstadt, Berlin 2008.

Dr. rer. pol., Wissenschaftlicher Angestellter, Otto-Suhr-Institut, Freie Universität Berlin.