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Die SED und der Titoismus

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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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Die SED und der Titoismus Wolfgang Leonhard zum 90. Geburtstag

Hermann Weber

/ 18 Minuten zu lesen

In der SED-Diktatur gehörte der "Kampf gegen Abweichungen" immer zu den Grundregeln. Trotzkismus und Sozialdemokratie, Opportunismus, Sektierertum u.a. waren ständig anzugreifen. Titoismus galt nur von 1948 bis 1956 als parteifeindlich.

"Abweichungen"


Von 1948 bis 1956 galt für die SED neben "Sozialdemokratismus" und "Trotzkismus" der "Titoismus" als innerparteilicher Hauptfeind, der zu bekämpfen war. Mit der Stalinisierung der SED wurden nicht nur Sozialdemokraten, sondern auch kritische Kommunisten verfemt, ausgeschlossen und verfolgt. Bei der Ausbootung innerer Gegner übernahm die Einheitspartei mit den alten KPD-Traditionen auch die stalinistische Methode, "Feinde auszumerzen". In der SED spielte nun der Kampf gegen Abweichungen eine zentrale Rolle.

Vor allem ab 1949 nahm die Verdammung titoistischer Abweichler immer schärfere Formen an. Allerdings waren bereits 1947 Anzeichen für eine Diffamierung von Nonkonformisten vorhanden. Doch zu dieser Zeit galt die KP Jugoslawiens unter Führung Titos für die SED-Spitze noch als vorbildlich, sie wurde nach der KPdSU sogar als "Nummer Eins" im entstehenden Ostblock bewertet. Daher kam im ersten Hinweis auf Abweichungen selbstverständlich Tito gar nicht vor.

Unter dem Titel "Über marxistische Abweichungen in älterer und jüngster Zeit" erschien schon im März und April 1947 ein Artikel in der "Einheit", der "Theoretischen Zeitschrift des wissenschaftlichen Sozialismus", herausgegeben vom Parteivorstand der SED. Verfasser war der seinerzeit in Marburg tätige, später in Leipzig lehrende, bekannte Romanist Werner Krauss (1900–1976).

Werner Krauss, Professor am Leipziger Institut für Germanistik und Romantik im Jahr 1952. (© Lücke / Bundesarchiv, Bild 183-16368-0011)

Krauss beschäftigte sich zunächst mit dem Anarchismus, kritisierte dann die "Kinderkrankheit des Radikalismus" sowie "Opportunismus und Revisionismus". Er bezog sich immer wieder auf Lenin und die Dialektik. Inhaltlich polemisierte er gegen den Rechtskommunisten August Thalheimer, den er als deutschen Nationalisten bezeichnete, weil dieser die Politik aller Alliierten kritisiert hatte. Auf "Trotzki und Konsorten" ging Krauss lediglich in einem Nebensatz ein, nur in einer Fußnote erwähnte er Stalin (dessen Schrift gegen Trotzkis Theorie der Permanenten Revolution). Insgesamt hat der etwas verwirrende Text wenig Handfestes zum Thema geliefert. Warum Krauss, der von inneren Parteikämpfen nichts verstand (er war erst seit 1945 in der KPD), diesen Artikel verfasste, war nicht festzustellen, ebenso wenig, warum ihn der Chefredakteur der "Einheit", der ehemalige Linkssozialist (SAP) Georg Zweiling, überhaupt druckte.

Offensichtlich hat der Krauss-Aufsatz über Abweichungen bei SED-Funktionären kaum Eindruck erweckt. Beispielsweise war der bereits seit Frühjahr vorliegende Artikel im Herbst 1947 auf der SED-Parteihochschule fast unbekannt. Allerdings schien er manchen Lesern, auch mir, schon wie ein Anzeichen für einen Umbau der SED zur stalinistischen Kaderpartei. Deren erklärtes Ziel war ja die "Ausmerzung" von "Abweichungen", die "Säuberung" von Parteifeinden.

Tatsächlich war der Hinweis auf die notwendige Bekämpfung von Abweichungen im Frühjahr 1947 merkwürdig. Die SED vermied es noch, nach außen zuzugeben, dass sie die Fortsetzung der stalinistischen KPD mit ihren Praktiken innerparteilicher Säuberungen, der Eliminierung von Ketzern war. Noch hielt sie an der der Behauptung fest, sie sei eine neue, deutsche marxistische, nicht "leninistische" Partei. Dies gehörte zur Mischung von Zwang und Betrug, mit der die Sozialdemokraten 1946 in die SED eingeschmolzen worden waren.

Auf dem II. Parteitag der SED im September 1947 war "Abweichung" kein Thema. Einige frühere Sozialdemokraten bestanden auf einem "deutschen Weg zum Sozialismus", Marx und nicht Lenin oder Stalin blieben Vorbild. Kurz darauf, im November 1947, schrieb Walter Ulbricht jedoch (ebenfalls in der "Einheit"), die SED sei "auf dem besten Wege", eine "Partei neuen Typus" zu werden, eine "Kampfpartei", "geleitet von der wissenschaftlichen Theorie von Marx, Engels, Lenin und Stalin".

Der Artikel von Werner Krauss ist der politischen Linie vorausgeeilt wie ein Signal kommender Strategie gegen Abweichungen im Zuge der Stalinisierung der SED. Eigenartig war auch, dass sein Text keineswegs der verbindlichen sowjetischen Lesart entsprach. Denn seit den blutigen Stalinschen Säuberungen 1936–1938 in Moskau waren kommunistische Abweichler als Verbrecher einzuschätzen, es konnte also gar keine "marxistischen" Abweichungen geben. Der KPD-Verlag Neuer Weg in Berlin gab schon 1945 den "Kurzen Lehrgang" der Geschichte der KPdSU heraus. In diesem Stalin zugeschriebenen Lügengebilde wurden Trotzkisten und andere Abweichler als "Scheusale", als eine "Bande von Volksfeinden", sogar als "Lakaien der Faschisten" diffamiert.

Bis zum Zusammenbruch der DDR blieb die SED bei ihrer stalinistischen Grundthese, dass jeder Abweichler als Parteifeind zu bekämpfen war. Auch wenn sich ihre Methoden der "Bekämpfung" änderten, gehörte diese stalinistische Aussage zum Kern der Ideologie, war Bestandteil des Freund-Feind-Denkens, des Terrors. 1948 wurde dann neben dem Trotzkismus noch der "Titoismus" als feindliche Abweichung erfunden.

Feldzug gegen den "Titoismus"


Der Bruch zwischen Stalin und Tito im Sommer 1948 trieb die Stalinisierung in der SED voran, womit der Kampf gegen "Parteifeinde", in den Mittelpunkt rückte. Als der Konflikt am 27. Juni mit der Resolution des "Informationsbüros der Kommunistischen und Arbeiterparteien" (Kominform) gegen die KP Jugoslawien öffentlich wurde, stellte sich das Zentralsekretariat der SED bereits am 3. Juli uneingeschränkt hinter Stalin und verurteilte die "Fehler" der KP Jugoslawiens.

Den offiziellen Startschuss für die Verfolgung jeder Opposition gab der SED-Parteivorstand am 29. Juli 1948 mit dem Beschluss über die "Säuberung der Partei von feindlichen und entarteten Elementen". Damit war die Stalinisierung der SED in vollem Gange.

Als Zeitzeuge habe ich über diese Vorgänge genauer berichtet. Die Wende zur rabiaten Einschätzung von Abweichungen wurde uns Parteihochschülern bereits am 6. Juli 1948 in einer Vorlesung deutlich, dort hörten wir erstmals von "Schädlingsprozessen" in der UdSSR. Mit "Schädlingen" und deren "Liquidierung" waren aber weder Kartoffelkäfer noch Ratten und deren Bekämpfung gemeint, sondern Abweichler, die in den Moskauer Säuberungen ermordet worden waren. Der Stalinsche Kurze Lehrgang der Geschichte der KPdSU gab einen entsprechenden Jargon gegen Abweichler vor. Im September 1948 wurde dieses Buch (das Nikita Chruschtschow 1956 dann als Machwerk verwarf) zur Richtschnur der Parteischulung und zur Pflichtlektüre.

Alsbald rückten die Titoisten ins Zentrum der Angriffe und Repressionen. In der SBZ/DDR (wie der westdeutschen KPD) war der "Kampf gegen Titoismus" ab 1948 selbstverständlich eingeordnet in die Auseinandersetzungen zwischen Tito und Stalin. Damit wurde das Kominform maßgeblich für die SED. Sie gehörte dem im September 1947 gegründeten und von der Sowjetunion gelenkten Zusammenschluss von neun kommunistischen Parteien zwar zunächst nicht an, aber dessen Organ "Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie" wurde ab 1948 für ihre Funktionäre auch in deutscher Sprache verbreitet.

Bereits im Sommer 1948 veröffentlichte die SED eine Broschüre gegen die "Entartung" der "jugoslawischen Parteiführung" (das Vorwort Wilhelm Piecks ist vom 22. August datiert). Abgedruckt waren darin das Kommuniqué des Kominform gegen Tito, die Entschließung des SED-Zentralsekretariats, dazu auch Zustimmungen von führenden Kommunisten, unter anderem aus Frankreich und Rumänien, sowie Artikel aus der Zeitschrift "Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie". Pieck schrieb im Vorwort, Tito und andere hätten "den Boden des Marxismus-Leninismus verlassen, haben eine nationalistische, antisowjetische und antimarxistische Linie bezogen und sind zu Verrätern des internationalen Sozialismus herabgesunken". In der SED-Entschließung vom 3. Juli 1948 über die "Lehren" für die SED hieß es bereits: "Ganz besonders zeigen die Fehler der Kommunistischen Partei Jugoslawiens unserer Partei, daß die klare und eindeutige Stellungnahme für die Sowjetunion heute die einzige mögliche Position für jede sozialistische Partei ist, die einen festen Standpunkt im Kampfe gegen die imperialistischen Kriegstreiber einnehmen will. Die wichtigste Lehre der Ereignisse in Jugoslawien besteht für uns deutsche Sozialisten darin, mit aller Kraft daranzugehen, die SED zu einer Partei neuen Typus' zu machen ... Dazu ist es notwendig, einen politisch festen, zielklaren Funktionärskörper in der Partei zu schaffen, die Kritik und Selbstkritik ohne Ansehen der Person zu entfalten und den Kampf gegen alle Feinde der Arbeiterklasse, insbesondere gegen die [Kurt] Schumacher-Agenten, mit rücksichtsloser Härte zu führen."

Noch schärfer wurden die SED-Angriffe gegen den Titoismus 1949. Obwohl der Einfluss von dessen "dritter Weg"-Konzeption erst später Bedeutung erlangte, fürchtete die Ulbricht-Führung ab 1949 die Verbreitung von "titoistischen" Ideen in der DDR. Von Belgrad aus wurden Dokumente und Argumente der KP Jugoslawiens auch in deutscher Sprache verbreitet. Der einzige höhere SED-Funktionär, der im März 1949 aus der SBZ nach Belgrad geflüchtet war, Interner Link: Wolfgang Leonhard, schrieb gegen das Kominform.

In der Broschüre, "Die Wahrheit über das sozialistische Jugoslawien", hat Leonhard (ein halbes Jahr nach seiner Ankunft dort) seine positiven Eindrücke von Jugoslawien beschrieben. Er berichtete im Sinne der damaligen Politik der KP unter Tito, die "Kominternlüge" über das neue Jugoslawien als "Verleumdungen" zurückzuweisen, aber am Stalinismus keine Kritik zu äußern. In einer zweiten Broschüre widersprach Leonhard anhand zahlreicher Aussagen von Marx und Lenin, selbst von Stalin, dem sowjetischen Anspruch auf Hegemonie im kommunistischen Lager. Die Kommunisten Jugoslawiens träten auf "gegen die Vorherrschaft einer einzigen Partei, die diese Gleichberechtigung durchbricht und Kommando-Methoden in die internationale Arbeiterbewegung einführt. Indem die Kommunisten Jugoslawiens sich für die Gleichberechtigung und für ehrliche, aufrichtige Beziehungen zwischen den kommunistischen Parteien aller Länder einsetzen, verteidigen sie den Marxismus-Leninismus".

Den ideologischen Auseinandersetzungen lag jedoch die reale Situation zugrunde: der stalinistische Anspruch Moskaus nach noch stärkerer Vorherrschaft im Weltkommunismus. Die "titoistischen" Selbstständigkeitsbestrebungen beunruhigten die SED-Führung unter Ulbricht, durch die harte Parteidiktatur und die bestimmende Besatzungsmacht erhielten diese Ideen nie eine Chance, sich zu artikulieren.

Rasch verschärfte sich der Ton Moskaus gegen die jugoslawischen Kontrahenten. Auch die SED folgte dieser Linie sofort. Beim Blick in die Zeitung des Kominform ist zu erkennen, wie schnell die Kritik in hasserfüllte Verurteilung der Tito-Abweichler umschlug. Hieß es in der Dezember-Ausgabe 1948 noch, die "Stalinsche Weisheit" habe den "Nationalismus der Gruppe Titos rechtzeitig" aufgedeckt, so lautete im März 1949 die Schlagzeile bereits: "Die Tito-Clique – der Erzfeind der UdSSR und der Volksdemokratien". Und im September 1949 geiferte das Blatt im Leitartikel, die "bürgerlich-nationalistische Tito-Clique" sei logischerweise "beim Faschismus angelangt". Gehetzt wurde nun gegen diese "frech gewordenen faschistischen Gewalttäter" Titos. Die Resolution der Kominform-Tagung im November 1949 behauptete gar: "Die Kommunistische Partei Jugoslawiens in der Hand von Mördern und Spionen". Angeblich war die "Tito-Clique" vom Nationalismus zum Faschismus übergegangen, deshalb sei in den kommunistischen Parteien "die revolutionäre Wachsamkeit zu erhöhen" und "Agenten", unter "welcher Flagge sie auch segeln mögen, zu entlarven und auszumerzen".

Verfolgungen


Parallel zu diesem immer hysterischeren stalinistischen Geschrei verlief die staatliche Verfolgung politischer Abweichler im Ostblock, die pauschal als "Titoisten" verfemt wurden. Die Exzesse mündeten in inszenierten Schauprozessen mit der Verurteilung führender Kommunisten wie László Rajk im September 1949 in Ungarn, Traitscho Kostoff im Dezember 1949 in Bulgarien; auch andere "Titoisten" wurden verurteilt und hingerichtet. Mit den Repressalien tauchte die alte stalinistische Drohung wieder auf: "Unversöhnlichkeit gegen alle Abweichungen", "alle nationalistischen und revisionistischen Abweichungen" seien zu zerschlagen, wurde für alle KPen zur Doktrin.

Unter den Konferenzteilnehmern des Kominform vom Juni 1948, die Tito verdammten, waren sowohl Traitscho Kostoff aus Bulgarien als auch Rudolf Slánsky und Bedfiich Geminder aus der ČSR. Kostoff ist im Dezember 1949 in einem Schauprozess in Sofia als "Titoist" zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Gegen Generalsekretär Slánsky und Geminder fand der Prager Schauprozess im November 1952 statt. Auch hier lautete die Anklage "Titoismus", allerdings war nun eine antisemitische Tendenz vorrangig, bei elf der 14 Angeklagten wurde die "jüdische Abstammung" betont. Kostoff, Slánsky, Geminder gehörten zu den Führern der KPen des Kominform, die zuvor auf Stalins Anweisung den "Titoismus" erfanden und ihn liquidieren sollten. Jetzt wurden Täter selbst zu Opfern – was im Stalinismus sehr häufig vorkam.

Haus des Zentralsekretariats der SED in der Berliner Torstraße, Ecke Prenzlauer Allee, dekoriert anlässlich des 70. Geburtstags Stalins 1949. (© Bundesarchiv, Bild 183-S91405, Fotograf: Heinz Funck)

Eine Kehrseite der brutalen Säuberungen war der Personenkult um Stalin. Bereits wenige Tage nach der Hinrichtung des Altkommunisten Kostoff in Sofia feierte die gesamte kommunistisch-stalinistische Welt den 70. Geburtstag des Diktators Stalin. Ulbricht verherrlichte den Despoten namens der SED in einem Brief vom 21. Dezember 1949 als "größten Wissenschaftler", als "genialen Steuermann", er glorifizierte ihn sogar als "geliebten Führer der Völker". Und genau wie den Kult um Stalin machte die SED jeden Schritt gegen Abweichler mit.

In seinem Vorwort zum Protokoll des Rajk-Prozesses hatte zum Beispiel Kurt Hager am 29. Oktober 1949 sowohl die "verbrecherische Tito-Clique" geschmäht als auch "Lehren" für die SED verlangt. Er forderte "Wachsamkeit", die "Schädlingsarbeit der Tito-Agenten und anderer Trotzkisten" sei "rücksichtslos" zu "entlarven".

Als Besatzungsgebiet der UdSSR war die SBZ, und dann auch die DDR, ganz besonders in das stalinistische System der Repressionen eingespannt. Das richtete sich inzwischen selbst gegen führende Kommunisten in den eigenen Reihen. Von der SED wurde deshalb ein großer politischer Schauprozess vorbereitet, der dann doch nicht stattfinden konnte. Aber Abweichler wurden brutal bestraft, alle Säuberungen innerhalb der SED mit Verweis auf den "Agentenführer" Noel H. Field vorangetrieben.

Mit dem Parteiausschluss und der späteren Verhaftung des SED-Politbüromitglieds Paul Merker und anderer im August 1950 begann eine Welle von Verfolgungen gegen sogenannte Titoisten und Trotzkisten, die selbst nach Stalins Tod 1953 nicht endete. Die "Tito-Agentur" wurde weiterhin als "faschistisch" verfemt.

Im Westen waren sowohl die Position der Sowjetunion als auch Jugoslawiens "eigener Weg" von Anfang an nachzuprüfen, dagegen durfte im gesamten Ostblock nur die Lesart Stalins bekannt werden. Während der Titoismus wegen der stalinistischen Diktatur in der SBZ/DDR kaum eine Chance hatte, war dies im Anhängsel der SED, in der von ihr gelenkten KPD in Westdeutschland anders.

Nach 1945 war die KPD zunächst noch eine Partei mit respektabler Anhängerschaft, was Mitglieder wie Wähler betraf. Das änderte sich mit der westdeutschen Währungsreform, die eine Woche vor der Veröffentlichung der Kominform-Resolution stattgefunden hatte. Von da an ging es mit der KPD bergab. Der Kampf gegen Tito, den die von der SED abhängigen und ebenfalls auf Stalin eingeschworenen westdeutschen Kommunisten mitmachten, trug zu ihrer weiteren Schwächung bei. Insbesondere 1949 geriet die KPD in eine Krise. Ihre Wähler wie Mitglieder verließen die Partei wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs in den Westzonen und des Zurückfallens der SBZ. Doch wegen des verschärften Stalin-Tito-Konflikts kamen auch vielen Funktionären Zweifel.

Nach dem Desaster bei den Bundestagswahlen im August 1949, bei der die KPD fast an der Fünf-Prozent-Klausel gescheitert wäre, verließen zahlreiche Funktionäre die Partei oder wurden als "Titoisten" ausgeschlossen. Schon vorher existierten zwei unabhängige Gruppen von Kommunisten, die Rechtskommunisten der früheren KPO, jetzt Gruppe "Arbeiterpolitik" sowie die Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD), die Trotzkisten der IV. Internationale. Beider Einfluss auf die Anhänger der KPD blieb gering.

Die Unabhängige Arbeiterpartei Deutschlands


Gründungskongress der Unabhängigen Arbeiterpartei Deutschlands am 25.3.1951 in Worms: Mitglieder des Vorbereitungsausschusses (v.l.) Werner Sicher, Josef Schappe, Georg Fischer und Wolfgang Leonhard. (© ullsteinbild)

Während manche der Funktionäre aus der KPD zur SPD wechselten, versuchten andere eine neue Sammlung der Opposition, auch deshalb, weil die Angriffe gegen Jugoslawien immer absurder wurden. Am 23. Juli 1950 trafen sich in Ratingen bei Düsseldorf über 50 Funktionäre und warben für eine unabhängige Arbeiterpartei. Einberufer war der frühere Chefredakteur des KPD-Zentralorgans "Freies Volk", Joseph Schappe aus Ratingen. Unter seiner Leitung erschien am 12. August die erste Nummer der "Freien Tribüne", eines kommunistischen Oppositionsblatts, als "Organ des Vorbereitungsausschusses zur Bildung einer unabhängigen Arbeiterpartei". Ziel war es, "nach dem Versagen" von KPD und SPD eine neue sozialistische Partei vorzubereiten. Nach längeren Diskussionen verständigte sich im Dezember 1950 der Vorbereitungsausschuss zur "Bildung einer Unabhängigen Arbeiterpartei". Für das zehnköpfige "Politische Komitee" unterschrieben Schappe und der frühere KPD-Landesvorsitzende von Bayern, Georg Fischer. Beide KPD-Funktionäre waren als "Titoisten" aus der Partei ausgeschlossen worden. Zum Komitee zählte Wolfgang Leonhard, früher SED-Propagandist, der aus Jugoslawien in der Bundesrepublik eingetroffen war. Ebenso gehörten zwei Führer des Trotzkismus dazu, Georg Jungclas und Werner Sicher. Von den übrigen Mitgliedern waren der später führende Trotzkist und ehemalige KPD-Landesvorsitzende von Baden, Willy Boepple, sowie der Jugendsprecher Hans Spittmann bekannt. Durch ihre Aktivitäten entstand dann auf dem Gründungskongress Ostern 1951 in Worms die kurzlebige UAPD, ein Zusammenschluss aus oppositionellen Kommunisten, Titoisten und Trotzkisten. Die Gruppe "Arbeiterpolitik" hatte den Eintritt abgelehnt.

Die neue Partei erregte nicht nur in der Presse Aufmerksamkeit. Besatzungsmächte und die SED zeigten sich beunruhigt. Vor allem die KPD war besorgt, sie versuchte (erfolglos), den Gründungsparteitag zu stören. Dass bis in die Parteiführung hinein Spitzel des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit, aber auch konkurrierender Parteien saßen, wäre ein eigenes Kapitel einer Untersuchung.

Vor dem Parteitag hatte das Organ "Freie Tribüne" am 24. März 1951 die Losung für den Gründungskongress verkündet; sie sei "Die Partei der Arbeiterklasse". Diese Bezeichnung für die neue UAPD war mehr als großsprecherisch, es handelte sich um eine sehr kleine Partei. Wie die Entwicklung rasch zeigen sollte, wurden die Erwartungen und auch Hoffnungen in die UAP bald enttäuscht.

Immerhin waren auf dem Parteitag am 24. und 25. März 1951 144 Delegierte und 25 Gastdelegierte anwesend, die von Georg Fischer begrüßt wurden. Das Grundsatzreferat hielt Jupp Schappe, zu den Ergebnissen der Programmdebatte sprach Wolfgang Leonhard. Die Delegierten wählten eine zentrale Parteileitung mit 29 Mitgliedern. Die meisten Stimmen erhielt Helmut Fleischer, für den sowohl Trotzkisten als auch Titoisten votierten. Die Führungsspitze bestand aus neun Personen, das Sekretariat, dem neben anderen Fischer, Jungclas, Schappe, Leonhard und auch Fritz Latzke angehörten. – Latzke war 1932 Reichstagsabgeordneter der KPD und nach 1945 der aktivste Funktionär in Schleswig-Holstein, aber 1949 wegen "trotzkistischer Abweichungen und Titoismus" ausgeschlossen worden.

Die heterogen zusammengesetzte, antistalinistische Partei konnte jedoch keinen Masseneinfluss gewinnen, sie galt als titoistisch und trotzkistisch, obwohl sie sich gegen diese Etikettierung wandte. Neben SPD und KPD blieb die UAPD politisch ohne Bedeutung, konnte nur in wenigen Städten, etwa Worms oder Geesthacht (mit dem Leitungsmitglied und Altkommunisten August Ziehl) Achtungserfolge erreichen. Innerhalb der kleinen Partei mit etwa 500–900 Mitgliedern und 3.000 Lesern der "Freien Tribüne", kam es bald zu heftigen Auseinandersetzungen. Schon im Juli wurde in nicht veröffentlichten Unterlagen eine "Verschärfung der innerparteilichen Situation der Partei" registriert. Die Stellungnahme zur stalinistischen Sowjetunion wurde zum kritischen Punkt. Als das Kominform das unabhängige Jugoslawien immer heftiger angriff und die Tito-Führung 1951 nur noch als "faschistisch" galt, verschärfte sich selbstverständlich auch Titos Ton gegen Stalin. Entsprechend wurde die Kritik gegen den "Staatskapitalismus" der Sowjetunion von der Mehrheit der UAP ebenfalls polemischer, während die Trotzkisten bei ihrer Einschätzung blieben. Auf der Sekretariatssitzung vom 25.–28. August 1951 (also nur fünf Monate nach der Parteigründung) ist Jungclas aus diesem Gremium entfernt worden. Ein im Wesentlichen von Leonhard verfasster Beschluss ist (mit sechs gegen eine Stimme – Heinrich Bixl –, bei Stimmenthaltung von Georg Fischer) angenommen worden. Darin wurde den Trotzkisten eine "feindliche" Tätigkeit in der UAP vorgeworfen. Unter dem Titel "Bruch mit dem Trotzkismus" wurde der Beschluss auch veröffentlicht.

Durch die Spaltung hatten die Trotzkisten wenig gewonnen. In Köln trafen sich Ende September 1951 ehemalige UAPD-Funktionäre. Diese "Marxisten in der UAPD" forderten die Rücknahme des Sekretariatsbeschlusses vom 28. August gegen den Trotzkismus, für den sie die "Schappe-Leonhard-Clique" verantwortlich machten. Eine Entschließung wurde von dem ehemaligen Sekretariatsmitglied Heinrich Bixl sowie den Trotzkisten Willy Boepple, Herbert Fulfs und Werner Sicher (Salus) "im Auftrag der Konferenz" unterschrieben.

Schon Ende des Jahres 1951 war die UAPD praktisch am Ende. Die "Freie Tribüne" musste eingestellt und die hauptamtlichen Funktionäre entlassen werden. Offensichtlich hatte die KP Jugoslawiens ihre (geheime) Unterstützung beendet. Unter Georg Fischers Leitung blieb 1952 eine Restgruppe aktiv. Ein "Mitteilungsblatt" als "Freie Tribüne, 3. Jahrgang" kam 1952 heraus. Die Zeitschrift "machten" Werner Hoffmann und Theo Pirker, zwei später sehr bekannte Akademiker. Am 20. Oktober 1952 kapitulierte das Rest-Sekretariat endgültig. Georg Fischer, Wolfgang Geese, Hans Dormann, Wolfgang Leonhard und Hans Spittmann gaben in einem Rundbrief "unseren Mitgliedern die Organisationsfreiheit wieder". Es sei "nicht gelungen, eine kampfkräftige unabhängige Arbeiterpartei zu entwickeln". Im Rückblick erwähnten sie die "verheerende Situation" nach "der jähen Verarmung der UAPD", womit das Ausbleiben der jugoslawischen Unterstützung verschleiert wurde. Dies habe zur "Einstellung der 'Freien Tribüne' und zur Auflösung" des (hauptamtlichen) "Arbeitssekretariats" geführt. 1953 war der Versuch von "Titoisten", unter der Losung "Weder Ost noch West", in Deutschland eine unabhängige sozialistische Partei zu schaffen, gescheitert.

Ende des Titoismus


Der Titoismus war in Deutschland nicht nur von der SED unterdrückt worden. Selbst das Bemühen von kritischen Kommunisten in der Bundesrepublik, eine eigenständige kommunistische Bewegung gegen den Stalinismus zu bilden, ist (ähnlich wie in anderen Ländern, etwa Italien) auch in einem freiheitlichen westlichen System missglückt.

Im Ostblock ging die Hetze weiter, da wurde 1951 wie 1952 gesprochen vom "despotischen, faschistischen Regime der Tito-Clique", ihrer "grausamen Herrschaft", von der "faschistischen Clique Tito-[Aleksandar]Rankovic". Aber auch nach Stalins Tod 1953 blieb der Titoismus für Moskau der "Feind".

Da die Tito-Führung in Jugoslawien aber selbst über staatliche Macht verfügte, konnte sie sich gegen Stalin halten. Aus einer leichten Abweichung, die sich gegen Moskaus Eingriffe in die Praxis der KP Jugoslawiens wehrte, wurde der Titoismus zu einem eigenen Modell, das sich vom sowjetischen "Sozialismus" unterscheiden musste und wollte. Der besondere "nationale Weg" Titos ging mit Angriffen gegen den Stalinismus einher. Jugoslawiens sozialistisches Gegenmodell hieß Arbeiterselbstverwaltung, mehr Freiräume der Bevölkerung und außenpolitische Unabhängigkeit im Rahmen der Blockfreien. Titos These eines "dritten Weges" jenseits von Kapitalismus und barbarischem Stalinismus wurde zur theoretischen Richtschnur des Titoismus. Dessen Stigmatisierung als Faschismus sollte vor allem die stalinistischen Parteien gegen "titoistische Ideen" immunisieren.

Die Titoisten standen bis 1955 im Mittelpunkt der Verleumdungen. Das änderte sich, als Chruschtschow 1956 die Versöhnung mit Tito beschloss. Daraufhin wurde im April 1956 das Informationsbüro der Kommunistischen und Arbeiterparteien, Kominform, aufgelöst und das Anti-Tito-Hetzblatt "Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie" eingestellt. Der seit 1948 eskalierende "Kampf gegen den Titoismus" als parteifeindliche Abweichung verschwand, auch in der SED, aus dem Arsenal der gehässigen Anfeindungen. Die aktuelle Politik erwies sich als durchaus bestimmend für die "Einschätzung" von Häresien. Der kurzlebige Titoismus hinterließ kaum Spuren. Sogar die einst bekannte kritisch-marxistische Gruppe "Praxis", mit Theoretikern, die den Stalinismus und seine Folgen analysierten und seinen "unmarxistischen Charakter" entlarvten, konnte nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens ebenfalls nicht fortbestehen. Manche Werke ihrer Mitglieder bleiben indes bedeutsam.

Josip Broz Tito (r.) wird 1965 von Walter Ulbricht mit dem "Großen Stern der Völkerfreundschaft in Gold" ausgezeichnet. (© Ulrich Kohls / Bundesarchiv, Bild 183-D0608-0001-024)

Das Ende des "Titoismus" brachte natürlich kein Ende des "Kampfes gegen Abweichungen". Was vor allem die SED fortführte, war die Jagd auf Dissidenten in den eigenen Reihen. Sie wurden nach wie vor des "Sozialdemokratismus", insbesondere aber des "Trotzkismus" beschuldigt, und galten ständig als Bedrohung der SED-Diktatur.

Resümee: Der "Titoismus" wurde im Weltkommunismus, insbesondere in der SED, wie alle Abweichungen zunächst als politischer Fehler verurteilt, dann jedoch schrittweise zum Feindbild stilisiert und seine Anhänger verfolgt. Als Abweichung vom Stalinismus verschwand der Titoismus durch die veränderte politische Konstellation schon 1956. Einen wesentlichen Grund dafür lieferte, wie erwähnt, die neue Politik der UdSSR unter Chruschtschow. Vorherige Versuche von Titoisten, Anhänger in der kommunistischen Bewegung in Deutschland zu gewinnen, schlugen fehl. In der DDR verhinderten die Unterdrückungsmaßnahmen der SED jede Abweichung, in der Bundesrepublik missglückte das Experiment einer Unabhängigen Arbeiterpartei Deutschlands. Aber auch als eigenständige Ideologie hatte der Titoismus keine Überlebenschance. Seine Anschauungen (wie die jugoslawische Praxis) standen zu sehr in der Traditionslinie des stalinistischen Kommunismus.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Andreas Malycha, Die SED. Geschichte ihrer Stalinisierung 1946–1953, Paderborn 2000, neuerdings Andreas Malycha/Peter Jochen Winters, Die SED. Geschichte einer deutschen Partei, München 2009, S. 52ff; bereits früher Hermann Weber, Geschichte der SED, in: Ilse Spittmann (Hg.), Die SED in Geschichte und Gegenwart, Köln 1987, S. 17ff; Ulrich Mählert, Parteisäuberungen als Kaderpolitik in der SED, in: Hermann Weber/ders. (Hg.), Terror, Stalinistische Parteisäuberungen 1936–1953, Paderborn 1998.

  2. Zu "Abweichungen" vgl. auch den Beitrag d. Vf. zum Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung (JHK) 2012 (i. Vorber.).

  3. Werner Krauss, in: Einheit 2 (1947) 3, S. 253ff, u. 2 (1947) 4, S. 356ff.

  4. Vgl. Hermann Weber, Damals, als ich Wunderlich hieß. Die SED-Parteihochschule "Karl Marx" bis 1949, Berlin 2002, S. 73ff.

  5. Einheit 2 (1947) 11, S. 1064f.

  6. Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki), Kurzer Lehrgang, Hg. KPdSU, Berlin 1945, S. 419f.

  7. Vgl. Hermann Weber, Damals, als ich Wunderlich hieß. Die SED-Parteihochschule "Karl Marx" bis 1949, Berlin 2002, S. 187ff.

  8. Vgl. Dokumente der SED, Bd. II, Berlin (O.) 1952, S. 103.

  9. Vgl. dazu Grant M. Adibekov, Das Kominform und Stalins Neuordnung Europas, Frankfurt a.M. 2002.

  10. Die Lehren aus der Entartung der jugoslawischen Parteiführung, Berlin 1948.

  11. Wolfgang Leonhard, Die Wahrheit über das sozialistische Jugoslawien. Eine Antwort auf die Kominform-Verleumdungen, 2. Aufl., Belgrad 1949.

  12. Wolfgang Leonhard, Kominform und Jugoslawien. Über einige grundsätzliche Fragen des Kominform-Konflikts, Belgrad 1949.

  13. "Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie". Organ des Informationsbüros der Kommunistischen und Arbeiterparteien, 1.12.1948, 1.3., 15.6. u. 1.9.1949.

  14. Die Festigung des Friedens und der Kampf gegen die Kriegstreiber. Die kommunistische Partei Jugoslawiens in der Gewalt von Mördern und Spionen, Hg. Sekretariat des PV der KPD, Stade o.J. [Nov. 1949], S. 59, 63.

  15. Vgl. dazu George Hermann Hodos, Schauprozesse. Stalinistische Säuberungen in Osteuropa 1948–1954, Berlin 2001.

  16. Leitartikel, in: "Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie", 23.9.1949.

  17. László Rajk und Komplizen vor dem Volksgericht, Berlin (O.) 1949, Vorwort, S. 3ff. Vgl. auch: Traitscho Kostoff und seine Gruppe, Berlin (O.) 1951; sowie: Prozess gegen die Leitung des staatsfeindlichen Verschwörerzentrums mit Rudolf Slánsky an der Spitze, Prag 1953. Noch im Nov. 1952 wurden die KP-Führer als "trotzkistisch-titoistische, zionistische, bürgerlich-nationalistische Verräter" angeklagt (ebd., S. 8).

  18. Vgl. Hermann Weber, Warum fand in der DDR kein Schauprozess statt?, in: Jan Foitzik u.a. (Hg.), Das Jahr 1953, Postdam 2004.

  19. Vgl. Bernd Rainer Barth/Werner Schweizer (Hg.), Der Fall Noel Field. Schlüsselfigur der Schauprozesse in Osteuropa, Berlin 2005/07.

  20. Schon 1949 erschien: Tito und Stalin. Streit der Diktatoren in ihrem Briefwechsel, Hamburg 1949.

  21. Freie Tribüne, 23.12.1950.

  22. Pseudonym des bekannten Trotzkisten Wolfgang V. Salus, der 1953 in München von einem Agenten des MfS ermordet wurde. Vgl. Hermann Bubke, Der Einsatz des Stasi- und KGB-Spions Otto Freitag im München der Nachkriegszeit, Hamburg 2004; sowie Hermann Weber, Trotzki und der Trotzkismus, in: JHK 2004, S. 379ff.

  23. Zur UAPD liegt wenig wissenschaftliche Literatur vor. Vgl. Peter Kuhlemann, Die Linke in Westdeutschland nach 1945. Die erste Nachkriegszeit zwischen sozialdemokratischer Integration und dem Stalinismus der KPD, Hannover 1978. Selbst bei Richard Stöss (Hg.), Parteien-Handbuch. Die Parteien in der Bundesrepublik Deutschland von 1945–1980, Opladen 1984, gibt es keinen eigenständigen Artikel zur UAPD; Hinweise dazu sind nur unter "USPD" zu finden.

  24. Vgl. Helmut Fleischer, Aus Hitlers Krieg durch Stalins GULag, Freiburg i.Br. 2010, S. 39.

  25. Freie Tribüne, 6.4.1951.

  26. Vgl. Hermann Weber/Andreas Herbst, Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918–1945, 2. Aufl., Berlin 2008, S. 531.

  27. Immerhin wurde über die Bedeutung der jugoslawischen Arbeiterräte als Gegenmodell zum stalinistischen Hierarchiesystem in den Betrieben positiv berichtet, etwa von Wolfgang Leonhard noch aus Belgrad, in: Freie Tribüne, 25.11.1950; oder konnte dazu (ebd., 6.1.1951) Milovan Djilas einen Artikel veröffentlichen, ebenso gab es Beiträge zur jugoslawischen Volksfront (4.11.1950).

  28. Vgl. Hermann Weber/Andreas Herbst, Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918–1945, 2. Aufl., Berlin 2008, S. 1057f.

  29. Protokoll der Sekretariatssitzung v. 25.–28.8.1952 in Düsseldorf, Archiv Hermann Weber. Es handelt sich um internes Material, das mir seinerzeit freundlicherweise Willy Boepple, Helmut Fleischer, Wolfgang Leonhard und Ilse Spittmann aus ihren Unterlagen übergaben.

  30. Vgl. Freie Tribüne, 8.9.1951.

  31. Vgl. Archiv Hermann Weber.

  32. Vgl. Archiv Hermann Weber.

  33. So Susanne Leonhard, in: Freie Tribüne, 15.9.1951.

  34. "Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie", 3.6.1951 u. 1.8.1952.

  35. Vgl. z.B. Predrag Vranicki, Geschichte des Marxismus, Frankfurt a.M. 1972/74.

Prof. Dr. Dr. h.c., Leiter des Komintern-Projektes der deutsch-russischen Historikerkommission, Mannheim.